Lew Tolstoi - Anna Karenina: Teil 8

Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 10 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Kiba.

  • Phu - von nun an kann ich behaupten, "Anna Karenina" gelesen zu haben...
    Ehrlich gesagt überraschte Annas Entscheidung mich nicht sonderlich. Ich hab eigentlich nur darauf gewartet, dass sie sie ihn die Tat umsetzt. Schlussendlich war jedoch der Unterschied zwischen Kitty und Anna enorm. Vor allem die letzten Abschnitte. Kitty, die nun alles hat. Anna, die nichts mehr ist. Der Schluss ist sehr religiös angehaucht und tiefgründig. Ein sehr gelungener Schluss, wie ich finde. Er lässt einen dieses epochale Werk mit einem Seufzer zuschlagen.
    Ha! Ich habe tatsächlich "Anna Karenina" gelesen! :klatschen:

    //Grösser ist doof//

  • Ich bin jetzt auch durch. Ein wunderbares, vielschichtiges Buch, das mir mit Sicherheit in sehr guter Erinnerung bleiben wird. Ich bin begeistert von Tolstoj - wie er in die Tiefe der menschlichen Psyche zu schauen vermag, vor allem in die weibliche, das hat schon was. Das können nicht sehr viele. Zugegebenermaßen musste ich nach Teil 7 eine Pause machen, weil ich so ergriffen war. Teil 8 ist dann noch einmal ganz anders, sehr viel positiver und lebensfroher. Und darum bin ich froh, dass Tolstoj auf den letzten Seiten noch etwas Gutes für Lewin bereit gehalten hat. Wäre das Buch nach Teil 7 zu Ende gewesen, wäre das ein zu deprimierendes Ende gewesen.

  • Ich konnte nach dem 7. Teil auch nicht direkt weiterlesen. Das Ende des 8. Teils ist dann doch noch recht versöhnlich.

    Liebe Grüße

    Karin

  • Yah, fertig!!! :karotte:


    Wow, kann selbst kaum glauben das ich nach ca. 3 Wochen Anna Karenina beendet habe.
    Ich war sehr froh darüber im 8 Teil noch mal was von Lewin und Kitty zu hören, die mir beide sehr nah ans Herz gewachsen sind. :herz:
    Besonders sie Szene mit dem Gewitter, und noch mehr mit den badenden Baby :baby: was seine Eltern erkennt. Toll, einfach nur tolles Ende. So schmerzlich Teil 7 zu Ende gegangen ist und Wronskij jetzt leidet. Bohr seine Mutter geht ja mal gar nicht, wie die über Anna redet, geht schon so nicht, aber über jemanden Toten so zu reden geht noch weniger. :grmpf:


    Schon Interessant das Tolstoi das Buch "Anna Karenina" nicht mit ihr Anfangen und Enden lässt.

    Einmal editiert, zuletzt von Nad ()

  • Ich fand es verrückt, dass mir in erst in den letzten Kapiteln bewußt wurde, worum es in diesem Buch grundsätzlich geht. Ich erkannte es durch Lewin. Es geht um die Wurzeln, die jeder Mensch braucht um existieren zu können. Anna hatte ihre Wurzeln verloren, nämlich ihre familiären, wie auch ihre gesellschaftlichen. Ohne diese Wurzeln konnte sie keine Nahrung für ihr Leben finden. Lewin hatte sein Leben lang nach seinen ursprünglichen Wuzeln gesucht und sie wage in einer "Art" Religion oder auch Philosophie gefunden, darum konnte er, im Gegensatz zu Anna, weiterleben.


    Ich bin begeistert von diesem Buch und ich weiß, dass es zu jenen gehören wird, welche ich nicht vergesse.

  • Ich fand vor allem der Vergleich von Anna und Kitty extrem. Begann Kittys Geschichte eigentlich ziemlich traurig, so endet sie doch im Glück, während Anna anfangs sehr glücklich ist, doch am Ende den Tod findet. Ich begann mich zu fragen, wie sehr Wronski da als "(Un)Glücksstern" mitgewirkt hat.
    Was wäre geschehen, wenn Wronski sich mit Kitty eingelassen hätte? Wäre sie dann diejenige gewesen, die sterben musste, während Anna anderweitig glücklich geworden wäre?

    //Grösser ist doof//


  • Ich fand es verrückt, dass mir in erst in den letzten Kapiteln bewußt wurde, worum es in diesem Buch grundsätzlich geht. Ich erkannte es durch Lewin. Es geht um die Wurzeln, die jeder Mensch braucht um existieren zu können. Anna hatte ihre Wurzeln verloren, nämlich ihre familiären, wie auch ihre gesellschaftlichen. Ohne diese Wurzeln konnte sie keine Nahrung für ihr Leben finden. Lewin hatte sein Leben lang nach seinen ursprünglichen Wuzeln gesucht und sie wage in einer "Art" Religion oder auch Philosophie gefunden, darum konnte er, im Gegensatz zu Anna, weiterleben.


    Ich bin begeistert von diesem Buch und ich weiß, dass es zu jenen gehören wird, welche ich nicht vergesse.


    Wow, du hast völlig recht!!! :anbet:

  • Ich fand es verrückt, dass mir in erst in den letzten Kapiteln bewußt wurde, worum es in diesem Buch grundsätzlich geht. Ich erkannte es durch Lewin. Es geht um die Wurzeln, die jeder Mensch braucht um existieren zu können. Anna hatte ihre Wurzeln verloren, nämlich ihre familiären, wie auch ihre gesellschaftlichen. Ohne diese Wurzeln konnte sie keine Nahrung für ihr Leben finden. Lewin hatte sein Leben lang nach seinen ursprünglichen Wuzeln gesucht und sie wage in einer "Art" Religion oder auch Philosophie gefunden, darum konnte er, im Gegensatz zu Anna, weiterleben.


    Wirklich sehr gut erfasst und auf den Punkt gebracht :klatschen: Bin jetzt ebenfalls durch mit dem Buch, denke aber, dass es mich noch einige Zeit weiterbeschäftigen wird.

  • Schon Interessant das Tolstoi das Buch "Anna Karenina" nicht mit ihr Anfangen und Enden lässt.


    Stimmt! Ich habe das Buch eher als Lewins Geschichte als die von Anna empfunden. Trotzdem hat sie einen starken Eindruck hinterlassen- bei ihren Mitmenschen und bestimmt auch bei den Lesern :zwinker:


    Auch wenn Anna Karenina zwischendurch die eine und/oder andere Länge hatte bin ich sehr froh, dass ich das Buch gelesen habe. Die Leserunde hat wirklich Spaß gemacht.

    Klettern ist viel mehr als nur ein Sport. Draußen sein in der Natur, am Fels, das ist eine Lebenseinstellung.


  • Ich habe das Buch eher als Lewins Geschichte als die von Anna empfunden.


    So geht es mir auch.


    Ich bin seit heute morgen auch endlich fertig mit dem Buch. Da habe ich doch glatt zwei Monate gebraucht, aber jetzt ist es geschafft.


    Dass auch Lewin, mein Lieblingscharakter, von Selbstmordgedanken geplagt wird, hat mich auch wieder überrascht. Und wie sich seine jahrelangen Zweifel von einen zum anderen Moment quasi in Wohlgefallen auflösen.


    Alles in allem ein interessanter Blick in eine andere, vergangene Welt.

    Wahnsinn ist bei niederer Lautstärke weniger störend.

    Dieter Nuhr