Cornelia Funke - Tintenherz

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 76 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Anne.

  • Frau Funke ist es hervorragend gelungen, in unsere moderne Welt einen Hauch von Magie einfließen zu lassen, ohne dass sich dieser mit der Realität bricht. Wunderbare kleine Details erwecken den Anschein, dass es wirklich möglich ist, was sie uns in Tintenherz erzählt. Besonders viel Liebe hat sie in die Charakterisierung der Figuren gelegt und sie sehr plastisch gestaltet. Keine von ihnen ist durch und durch schwarz oder weiß, jeder hat Seiten, die ihn sympathischer machen. Insbesondere Staubfinger ist ein sehr ambivalenter Charakter, bei dem ich mir bis zum Schluss nie sicher war, was ich von ihm halten sollte. Es siegte letztendlich das Mitleid, welches Frau Funke mit nur einer 3 ½-zeiligen Beschreibung eines Gegenstandes aus seinem Rucksack erreichte. Ein eindrucksvolles Zeichen dafür, wie hervorragend sie die indirekte Charakterisierung beherrscht. Einzig Capricorn blieb etwas schablonenhaft, was aber durchaus gewollt sein kann.
    Ein enormer Pluspunkt ist zudem die liebevolle Gestaltung des Buches. Schon allein das Cover lädt zum Verweilen in der Tintenwelt ein. Im Inneren wird jedes der relativ kurzen Kapitel durch Überschriften eingeleitet, die die folgenden Geschehnisse andeuten, ohne zu viel zu verraten. Die dem folgenden Zitate aus anderen Büchern oder Aufzeichnungen passen zumeist hervorragend zur jeweiligen Stimmung und Atmosphäre und erzeugen zudem den Wunsch, auch diese Bücher zu lesen. Dem kommt entgegen, dass am Ende des Buches eine Liste mit den ausführlichen Quellenangaben enthalten ist.
    Erwähnt werden muss ebenfalls, dass die Autorin selbst das Buch mit kleineren Illustrationen versehen hat, welche die Geschehnisse schön umranden, ohne die Fantasie des Lesers einzuengen.
    Alles in allem ist Tintenherz ein lesenswertes Jugendbuch über die Magie des gedruckten Wortes. Ich persönlich war jedoch froh, als ich am Ende angekommen war und das Buch auf die Seite legen konnte. Die Handlung war an einigen Stellen ziemlich vorhersehbar und dadurch taten sich einige Längen auf, die man aber gut überwinden konnte und die durch ein beeindruckendes und abgeschlossenes Ende mit nur wenigen losen Fäden beinah aufgewogen wurden.
    Insgesamt vergebe ich 4ratten

  • Myriel:
    Oh! Unsere Rezis widersprechen sich aber sehr stark hinsichtlich der Beurteilung der Charaktere. Ist doch immer wieder interessant, wie unterschiedlich ein Buch auf verschiedene Leser wirken kann.

    "This was another of our fears: that Life wouldn't turn out to be like Literature" (Julian Barnes - The Sense of an Ending)

  • @Mrs. Dalloway:


    Würde ich das Buch mit anderen Maßstäben messen, würde die Charakterzeichnung vermutlich auch schlechter wegkommen, aber ich habe in letzter Zeit mehrere Jugendbücher gelesen und mit denen verglichen sind die Charaktere in Tintenherz schon sehr plastisch. Natürlich dominiert eine Seite (schwarz oder weiß), aber es gibt immer wieder kleine Andeutungen, die zeigen, dass in den Figuren ein Zwiespalt vorhanden ist. So z.B. als Mo überlegte, in Capricorns Dorf zurückzukehren und dabei kaum an Meggie gedacht hat. Oder Bastas Zwischenspiel im Keller der Kathedrale. Da war er kurzzeitig auch ein ziemlich veränderter Mensch.
    Für ein Jugendbuch sind dies schon ziemlich differenziert gezeichnete Charaktere, finde ich.


    LG Myriel

  • Ich finde, diese schwarz-weiß-Malerei eigentlich gar nicht so extrem. Ich meine, man muss sich nur mal Staubfinger angucken. Kann einer hundertprozentig sagen, zu welcher Seite er nun gehört? [Zumindest wenn man von "Tintenherz" ausgegeht.]

  • Ich habe das Buch am Wochenende verschlungen und nach einigen Anfangsschwierigkeiten bis spät in die Nacht gelesen, weil ich nicht mehr aufhören konnte.
    Sehr schön fand ich die kleinen liebevoll gestalteten Details, die Illustrationen, sowie die sehr passenden Zitate aus anderen Büchern zu Beginn von jedem Kapitel. Diese haben mich auf einige andere Bücher neugierig gemacht. Auch die große Liebe für Bücher, die man aus jeder Seite herausliest hat mir gut gefallen. Ich lese sehr gerne Kinderbuch Klassiker, deshalb fand ich es besonders schön, dass einige hier erwähnt wurden und man als Höhepunkt des Ganzen sogar eine Figur aus einem dieser Bücher "persönlich" trifft.


    Inhaltlich ist das Buch sehr deutlich ein Jugendbuch, das merkt man an vielen Dingen. Die Charaktere sind klar in gut und böse getrennt, treffen oft nicht nachvollziehbare Entscheidungen und haben meistens nur eine typische Eigenschaft, durch die sie charakterisiert werden. Staubfinger ist da eine Ausnahme, er ist für mich der einzige, den man nicht sofort einschätzen und einer Seite zuordnen kann. Leider war vieles zu vorhersehbar, manche Dinge wurden einmal erwähnt und schon war klar, auf was es hinausläuft.


    Die negativen Punkte resultiren meiner Meinung nach aber alle daraus, dass es sich bei "Tintenherz" um ein Jugendbuch handelt und ich nicht mehr zur Zielgruppe gehöre. Deshalb möchte ich auch für das Buch, das mich ein Wochenende lang verzaubert und aus der Realität ferngehalten hat 4ratten vergeben.

    ~~better to be hated for who you are, than loved for who you&WCF_AMPERSAND're not~~<br /><br />www.literaturschaf.de

  • Der Schreibstil ist flüssig und hat mich zum Weiterlesen animiert, ohne genau zu wissen warum. Vielleicht war es ja auch die Hoffnung, endlich einen Zugang zu der Geschichte zu finden - denn gefesselt hat mich das Buch nicht. Irgendwie kam ich über ein "nett" im negativen Sinn nie hinaus.


    Die Grundidee war für mich weder überraschend noch neu (habe mich das schon als Jugendliche gefragt), was allein aber nicht so dramatisch gewesen wäre. Es kommt schließlich darauf an, was man aus dieser Idee macht. Der Ansatz war ja noch ganz gut, allerdings habe ich immer auf etwas mehr, auf eine Steigerung oder genauere Ausführungen gewartet.
    Richtig schlimm fand ich dann aber die farblosen und flachen Figuren, nicht eine davon konnte mich reizen. Dabei gab es wirklich viel Potenzial, allein Mo und Meggie mit ihrer Bücherliebe. Und erst recht der mysteriöse Staubfinger!


    Auch wurde ich nur selten überrascht, die meisten Entwicklungen waren schon sehr früh absehbar. Und dann dieses ewige hin und her, das fand ich irgendwann schon nervend. Na, wenigstens eine Emotion... ;)
    Den vielen Begeisterungsstürmen kann ich mich wirklich nicht anschließen, auch die liebevolle Gestaltung des Buches kann mir über den enttäuschenden Inhalt nicht hinweghelfen...


    2ratten

  • Seychella:


    Ich kann mich dir in allen Punkten nur anschließen.


    Bis weit über die Hälfte hinaus konnte ich keinen Zugang zu der Geschichte finden, und zu den Figuren ebenfalls nicht. Allesamt sehr farblos und flach, nicht lebendig. Im Nachhinein wundere ich mich wirklich, warum ich überhaupt weitergelesen habe. Irgendwie hatte ich wohl die Hoffnung, dass es irgendwann "mal richtig losgehen" muss. Zugegebenermaßen: Kurz vor Schluss konnte mich die Geschichte dann doch noch in ihren Bann ziehen - für ein ganzes Buch ist das aber ein bisschen wenig. Da dies schon das zweite Buch von Funke war, das mir nicht wirklich gut gefallen hat, werde ich um die Autorin in Zukunft einen Bogen machen.


    (Zwar liebäugele ich für die Weihnachtszeit ein bisschen mit "Hinter verzauberten Fenstern", aber nach meinen bisherigen Erfahrungen werde ich mir das wohl lieber schenken.)


    Mehr als 2ratten ist mir das nicht wert.

  • Hm, vielleicht solltet ihr euch überwinden und Teil II auch noch lesen - denn diesen finde ich auch wesentlich besser ... Und die Figuren bekommen auch immer mehr Farbe!

  • Ach, schöne Info, Avila! Habe noch mit mir gerungen, ob ich den zweiten Teil lesen möchte. Nun werde ich den einfach meiner Nichte zu Weihnachten schenken und ihn mir dann ausborgen. :breitgrins: Die berühmten zwei Fliegen...

    :leser:<br />Walter Moers - Die Stadt der träumenden Bücher

  • Für den SLW 2009 gelesen:


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    Klappentext von Amazon:
    Das große Rätsel um Zauberzunge
    In einer stürmischen Nacht taucht ein unheimlicher Gast bei Meggie und ihrem Vater Mo auf. Er warnt ihren Vater vor einem Mann namens Capricorn. Am nächsten Morgen reist Mo überstürzt mit Meggie zu ihrer Tante Elinor ... Elinor verfügt über die kostbarste Bibliothek, die Meggie je gesehen hat. Hier versteckt Mo das Buch, um das sich alles dreht. Ein Buch, das Mo vor vielen Jahren zum letzten Mal gelesen hat und das jetzt in den Mittelpunkt eines unglaublichen, magischen und atemberaubenden Abenteuers rückt - eines Abenteuers, in dessen Verlauf Meggie nicht nur das Geheimnis um Zauberzunge und Capricorn löst, sondern auch selbst in große Gefahr gerät.


    Meine Meinung:
    Ersteinmal muss ich das Buch als solches loben. Es hat alles was mein Herz begehrt. Es ist ein Hardcover, es hat einen "roten Vorhang" und ein Lesebändchen. Jedes Kapitel fängt mit einem Ausschnitt einer anderen Geschichte an. Alles in allem sehr liebevoll und durchdacht. Gefällt mir schonmal sehr gut.


    Jetzt zum Inhalt...die Meinungen zu diesem Buch gehen hier dann doch sehr auseinander. Ich muss sagen, dass ich eigentlich davon ausgegangen bin (warum auch immer), dass das Buch in einer anderen Welt spielt. Das war das ganze Buch hindurch nicht so, aber je weiter man liest, desto weniger vermisst man es.
    Das Buch handelt von Meggie, einem kleinen Mädchen, dass mit ihrem Vater Mo behütet in einem Haus lebt. Dieses behütete Leben hört schlagartig auf, als Staubfänger auftaucht. Meggie und Mo ziehen unter Vorwand zu Elinor (Meggies Tante). Mo soll die alten Bücher neu einkleiden. Elinor besitzt eine rießige Bibliothek und behandelt Bücher wie die eigenen Kinder. Für sie gibt es nicht schöneres als die Gesellschaft eines Buches. Meggie bekommt mit, dass ihr Vater ein Buch bei Elinor versteckt, für das sich Staubfinger sehr zu interessieren scheint. Eines Abends tauchen dunkle Gestalten auf, die Mo mit samt dem Buch (so glauben sie) mitnehmen. Meggie, Elinor und Staubfinger machen sich schließlich auf die Suche nach Mo und landen im Dorf von Capricorn, dessen Herz schwarz und ohne Mitleid ist.
    Ich finde das Cornelia Funke eine sehr einfache Sprache gewählt hat, es ist also für Jugendliche leicht verständlich. Sehr schön finde ich die Geschichte rund um Bücher. Elinor wie sie ihre Bücher hegt und pflegt und Meggie mit ihrer Bücherkiste die sie überall mit hinnimmt. Das man Büchern nicht den Rücken bricht und das die erste Seite jedes Mal wie ein Vorhand ist, der eine wunderbare Geschichte preisgibt. Ich finde es schön, dass diese Liebe zu Büchern so aufgegriffen wird und so vermittelt wird. Jeder Büchernarr entdeckt sich in diesem Buch wieder.
    Die Charaktere finde ich gelungen. Meggie, das kleine Mädchen, dass auf einmal Sachen erlebt von denen nichts in ihren Büchern gestanden hat. Mo, der seine Tochter beschützen möchte und ihr alles über Bücher beibringen will, der aber feststellen muss dass sein Talent ihn und andere in Gefahr bringt. Elinor, die Bücher über alles liebt, verliert alles und ist trotzdem glücklich weil sie eine Familie findet. Staubfinger, der auf der rastlosen Suche nach dem Buch ist, der nicht aufgibt und nie aufhören wird, egal wie gefährlich es für ihn wird. Capricorn, der ein ganzes Dorf besetzt und sich Leute untertan macht, der nur darauf wartet dass sein "Freund" von damals wieder bei ihm ist. Basta, der Liebling Capricorns, der alles für ihn tun würde, aber feststellen muss, dass er auf einmal auf der anderen Seite steht. Fenoglio, der das ganze erschaffen hat, dem am Ende der entscheidende Zug gelingt.
    Die Charaktere sind klar strukturiert, jedoch gibt es ab und zu doch noch eine Überraschung. Staubfinger kann man weder auf die eine noch auf die andere Seite einordnen. Er gehorscht seinen eigenen Regeln und verfolgt ein festes Ziel.


    Mir gefällt das Buch sehr gut und ich bin schon gespannt wie es weitergeht. Von mir gibts dafür:
    4ratten

    Kai Meyer ~ Lanze und Licht

  • Ich habe vor ein paar Monaten mit dem Buch angefangen, dann habe ich es wieder zur Seite gelegt. Mir gefällt der Schreibstil nicht :grmpf:. Irgendwann fange ich aber wieder an, das Buch zu lesen.

  • Also ich hab es zu Weihnachten bekommen und hab mich echt gefreut, aber dann hab ich angefangen zu lesen und .......
    naja es war irgendwie langweilig, also hab ich es weg gelegt .


    Bis vor zwei tagen und ich muss sagen ab ca. Seite 270 wird es für mich erst interessant .


    ich fand den schreib Stil gewöhnungs bedürftig :rollen:


    aber das ist ja nur meine Meinung :zwinker:

  • Ich bin sehr glucklich das Thread finden. Nicht so viel leute discutieren das Buch, Tintenherz, im englisch. Ich habe das Buch im englisch probieren, aber habe ich gestoppt. (Ich habe Tintenherz sehr ernst gefunden.) Ich glaube dass (vielleicht) ich anfange noch einmal. Funke hat ein grosse liebe fur buecher. Es gefallt mir.


    Ich habe auch das film gesehen. Es auch gefallt mir.


    Danke schon!

  • also ich hab ja das Buch gelesen und ich finde es nicht so toll :rollen:
    aber jedenfalls besser wie der Film.
    also ich lese jetzt nur noch die Bücher bevor ich die filme anschau.
    ok des Buch ist nicht schlecht aber nicht so mein fall. :winken: :winken:

  • Also, ich habe es zwar noch nicht durch, finde es aber wirklich gut. Dies liegt bisher allerdings nicht unbedingt an der Story, sondern eher an der Liebe zu Büchern, die Mo und Meggie haben. In vielen Fällen empfinde ich genauso! Auch wenn es um das Binden geht.

    MfG Mandel :-)<br />-------------------------------------------------------<br /><br />&quot;Ein Apartment voller kluger Bücher ist das<br />Erotischste überhaupt&quot; - Nick Hornby<br /><br />&lt;b&gt;Mein Blog: http://www.BuchLeben.com&lt;/b&gt;

  • Ich habe Tintenherz nun endlich auch gelesen, kann allerdings den Hype um den Roman nicht so ganz nachvollziehen. Dass ich die letzten 300 Seiten in einem Rutsch gelesen habe, spricht aber auf alle Fälle für das Buch, weil ich das wirklich nur selten schaffe :zwinker:
    Am besten haben mir definitiv die Passagen gefallen, in denen es um die Bücher geht: Die mit Büchern gefüllte Villa von Elinor wird mir sicherlich noch lange im Kopf bleiben und auch die Liebe zu ihnen konnte ich nur zu gut nachvollziehen. Was ich übrigens witzig finde ist, dass ich nun in einigen Rezensionen gelesen habe, dass die Geschichte fast ohne Brutalität auskommt. Mir ging es da ganz anders, denn besonders, dass ständig von dem sinnlosen "Abknallen" von Katzen und ähnlichen berichtet wird, ging mir doch schnell nahe. Auch die Geschichte von der alten Frau


    Bei solchen Sachen bin ich leider sehr sensibel, deswegen sind mir solche Szenen besonders negativ aufgefallen.
    Schön fand ich aber, dass man eigentlich zu keiner Zeit wusste, wie die Geschichte wohl ausgehen wird. Klar würde es wohl ein Happy-End geben, aber ich war bis zum Schluss gespannt, wie das wohl aussehen wird!
    Der zweite Teil liegt schon griffbereit und ich bin schon sehr gespannt, wie es weiter geht mit der


    4ratten

    ~ The world is quiet here ~

    Einmal editiert, zuletzt von WitchCookie ()

  • Ich habe das Buch schon vor über einem Jahr gelesen und da ich nun endlich dabei bin, die Trilogie zu beenden, dachte ich, ich schreibe auch endlich mal eine Kleinigkeit dazu :D


    Dass ich mit "Tintenblut" und "Tintentod" so lange gewartet hat, hat keinesfalls daran gelegen, dass mir der erste Teil nicht gefallen hat. Cornelia Funkes Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, die Geschichte ist spannend und fantasievoll. Durch die kurzen Kapitel lässt sich das Buch schnell lesen. Außerdem hat es mir sehr gut gefallen, dass vor jedem Kapitel ein kurzes Zitat aus einem anderen Buch steht, das zu dem jeweiligen Kapitel passt.


    Eigentlich ist die ganze Geschichte eine einzige Liebeserklärung an Bücher und so genau das Richtige für Büchernarren :zwinker:


    4ratten

    SLW 2010:<br />Fremdsprachen-Liste: 1/5<br />Ein-Wort-Liste: 1/5

  • Ich habe alle drei Bücher vor einem Monat zu Weihnachten bekommen und fange nun den dritten Teil davon an. Ich habe zuerst den Film gesehen und mich dann entschieden, die Bücher zu lesen, weil ich die Geschichte wirklich interessant fand.
    Als ich Tintenherz nun gelesen hatte ist mir aufgefallen wieviele Unterschiede es zwischen Buch und Film gibt. Aber das ist ja meistens so :zwinker:


    Meggie ist nicht gerade meine Sympathieträgerin. Ich finde sie "ok". Nach meinem Empfinden fehlte ihr manchmal etwas Tiefe im Charakter. Sie hat außerdem oft stereotype Gedanken. Wesentlich interessanter fand ich dagegen Staubfinger. Er ist ein wirklich interessanter und undurchsichtiger Charakter der einen neugierig auf mehr macht. Außerdem habe ich von ihm eine recht attraktive Vorstellung im Kopf :rollen:
    Capricorn ist der typische Bösewicht, der leider auch einige Klischees aufweist. Trotzdem ist er ein gelungener Charakter, der seine Funktion erfüllt.


    Interessant ist auch die Darstellung von Büchern und Bücherliebe. Auch die Technik des Buchbindesn hat in dem Zusammenhang mein Interesse geweckt...


    Alles in allem ein recht gutes Buch mit kleinen Schwächen, also:
    4ratten

    &quot;Lesen ist wie Schlafen und Träumen - der Mensch ist in einer anderen Welt: man soll ihn nicht wecken.&quot;&nbsp; -Richard Benz- <br />:leser:&nbsp;&nbsp; Karin Slaughter - Letzte Worte<br />&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Hermann Hesse - Siddharta<br />

  • Kennt ihr das? Ihr habt total hohe Erwartungen an ein Buch und traut euch deswegen nicht, mit dem Lesen anzufangen, weil ihr Angst habt, zu sehr enttäuscht zu werden? Mir gings hier so ... Gott sei Dank hat eine gute Freundin von mir das Buch gerade gelesen und hat mich extrem begeistert dazu gedrängt, jetzt endlich mal mit der Triologie anzufangen (damit wir uns darüber unterhalten können :zwinker:). An dieser Stelle vieleln herzlichen Dank an eben diese Freundin: sie hat mir eine wunderschöne Welt eröffnet, die vielleicht sonst noch lange in den Weiten meines SuBs verborgen geblieben wäre.


    Obwohl, "wunderschön" kann man eigentlich nicht unbedingt sagen, denn meistens ist es für die Hauptpersonen Mo und Meggie ja nicht so schön. Ich als Leser jedoch habe mit Spannung und Spaß den Weg der beiden verfolgt, habe mit ihnen gelitten und mich gefreut. Die Verbindung zwischen realer und fantastischer Welt fand ich sehr fesselnd ... wobei ich etwas ganz anderes erwartet hätte (eher in Narnia-Richtung). Doch gerade dieser Erwartungsbruch hat mich so begeistert. Den Gedanken, dass man Figuren aus Büchern herauslesen kann, finde ich so faszinierend. Ich habs gleich mal probiert, leider klappt es bei mir nicht. :breitgrins:


    Außerdem fand ich die Bösartigkeit Capricorns und seiner Männer positiv. Oft werden in Kinder- bzw. Jugendbücher die Feinde zwar als brutal beschrieben, letztendlich tun sie aber gar nichts. Hier ist das anders, was den Figuren eine höhere Glaubwürdigkeit verschafft. Natürlich tun einem die Opfer leid, aber gleichzeitig wird auch die Furcht vor den gefühllosen Banditen geschürt. Für mich ganz klar ein Pluspunkt.


    Einen kleinen Abzug gibt es aber: das dauernde Hin und Her war etwas nervig. Aber gut, darüber kann ich dank der fantasievollen Gestalten und an sich spannungsreichen Handlung hinweg sehen. Außerdem freut es mich, dass Bücher eine so große Rolle in "Tintenherz" einnehmen ... was kann es tolleres geben, als ein Buch über Bücher zu lesen?


    Band 2 liegt auf jeden Fall bereit und laut zuverlässiger Aussagen soll der ja noch besser sein als der erste Band. Dieser bekommt schon mal 4ratten + :marypipeshalbeprivatmaus: und ein liebevolles letztes Streicheln über das Cover.

    "Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne." (Jean Paul)

    Einmal editiert, zuletzt von mondy ()

  • Hallo zusammen,


    dann will auch ich mal meinen Senf zu diesem Buch abgeben. :zwinker:


    Zuerst war ich - zugegeben - eher skeptisch, weil Bestseller oft nicht meinen Geschmack treffen, wurde aber schnell positiv überrascht. Auch ich konnte von Anfang an ins Buch abtauchen und habe mit Meggie, Mo und Staubfinger mitgefiebert. Vor allem Staubfinger, aber auch Fernoglio sind mir dabei ans Herz gewachsen. Besonders überzeugt hat mich die wunderbare Sprache, die streckenweise geradezu poetisch ist. Und natürlich die Passagen über Bücher und das Lesen. Dass die Geschichte stellenweise leicht zu durchschauen war fand ich nicht schlimm, im Gegenteil war ich dann eher gespannt, ob meine Vermutung tatsächlich eintritt und habe so immer und immer weiter gelesen - und das ist schließlich ein gutes Zeichen. :zwinker: Störend fand ich lediglich Kleinigkeiten, etwa die ständige Erwähnung, dass Zauberzunge alle Gefühle ins Gesicht geschrieben sind, Staubfinger jedoch absolut verschlossen ist.


    Insgesamt bleibt eine bezaubernde Geschichte sowohl für junge Leser als auch für Erwachsene, für die durch die ein oder andere Assoziation die Geschichte sicherlich an Tiefe gewinnt.


    4ratten


    Viele Grüße
    Breña

    &quot;Natürlich kann man sein ohne zu lesen, ohne Bücher, aber ich nicht, ich nicht.&quot;&nbsp; J. L. Borges