Silvia Stolzenburg - Die Launen des Teufels

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    14 Jahrhundert in Ulm. In Ulm wird gerade mit dem Bau des Ulmer Münsters begonnen, während die Pest durch das Land wütet. Man wittert das große Geld und vor allen Dingen Macht.
    Anabel, Tochter des Glockengießers in Ulm, gerät zwischen die Fronten. Ihr Vater will durch Intrigen und zwielichtigen Geschäfte an Geld und Macht kommen und scheut dabei auch nicht davor zurück, seine Tochter gegen Sex zu verkaufen. Dabei verliebt sich die junge Frau in den neuen Lehrling ihres Vaters: Bertram.


    Doch auch die Gräfin Katharina hat große Sorgen. Sie ist schwanger von ihrem geheimen Liebhaber und versteckt sich deswegen vor ihrem Gemahl, dem Grafen von Würrtemberg. Denn dieser wäre bestimmt alles andere als erfreut, wenn er von dem Fehltritt seiner Frau erfahren würde ...


    Sehr gut haben mir die beiden so unterschiedlichen Schicksale von Anabel und Katharina gefallen. Sie werden als einzelne Erzählstränge eingeführt und später geschickt zusammengeführt, ohne dass es gekünselt oder konstruiert gewirkt hat.
    Im Allgemeinen wirkt die Geschichte allerdings sehr düster. Aber auch das hat mir gut gefallen, da das Mittelalter kein Zeitalter des Sonnenscheins war. Ich denke, hier wurde ein recht realistisches Bild skizziert. Dies hat mir das Gefühl gegeben, dass die Autorin gut recherchiert hat. Am Anfang gab es auch eine Einsituierung in den historischen Kontext. Dies kannte ich so bisher noch nicht. Ich persönlich finde es ein wenig eleganter, wenn man den Rahmen am Anfang kurz in die Geschichte mit einbaut und ihn so schildert, aber das kann auch schnell schief gehen. Deswegen fand ich das einen recht guten Kompromiss. Am Ende gab es natürlich noch ein Nachwort, in dem über Fiktion und Historie aufgeklärt wurde. Das ist der Autorin sehr gelungen. Schön fand ich dabei, dass sie durch bekannte Gebäude versucht hat, dem Leser zu helfen, sich zurechtzufinden. Im Nachwort geht sie nochmal genau darauf ein, welches Gebäude wann gebaut worden ist und welche erst nach ihrer Geschichte eigentlich entstanden sind.


    Ein Problem hatte ich allerdings mit dem Schreibstil. Grammatisch gesehen perfekt, aber in einem Unterhaltungsroman war es mir zu viel. Viele Adjekte oder/und Adverbien und beschreibende Nebensätze die den Text teilweise etwas holprig klingen lassen und man sich sehr konzentrieren muss, um die Fülle an Beschreibungen und Informationen wirklich aufnehmen zu können. Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen.


    Die Charaktere waren ganz nett. Allerdings auch sehr einseitig geschildert, kaum Veränderungen oder Entwicklungen waren ab zu lesen. Viel mehr gab es eine Unterteilung in gut und böse. Die Gedankengänge hingegen waren verständlich beschrieben, so dass man sowohl die guten als auch die bösen Seiten verstehen konnte, bzw. man sehen konnte, wie sie die Welt sehen und deswegen handeln wie sie handeln.


    Alles in allem eine interessante spannende Geschichte aber mit einseitigen Charakteren.


    3ratten


    EDIT: Habe der Autorin ein großes "S" im Nachnamen spendiert. LG, Saltanah

    Einmal editiert, zuletzt von Saltanah ()

  • Die Launen des Teufels 

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    ist mein erstes Buch von Silvia Stolzenburg, aber sicher nicht mein Letztes-


    Inhalt: Ulm, 1349: Der Aushub für das Ulmer Münster ist getan, die Pest hat in der Stadt Einzug gehalten und viele Bürger rafft es dahin, als der Glockengießer Conrad alles daransetzt, beim Münsterbau an Aufträge zu gelangen und in der Ulmer Gesellschaft als »Alderman« aufzusteigen. Dafür ist ihm jedes Mittel recht: Seine Tochter Anabel, die im Hospital der Barfüßerabtei als Helferin arbeitet, verpfändet er an den dortigen Klostervorsteher Franciscus, damit dieser ihm weiterhin Glockengießeraufträge zukommen lässt. Gemeinsam mit dem Lehrling Bertram, der an ihren Vater verkauft wurde, versucht Anabel, den Plänen ihres Vaters und ihrem harten Schicksal zu entkommen.


    Meine Meinung: Nachdem ich mich an den Schreibstil der Autorin gewöhnt habe: fast kein Satz kam ohne Einschub aus, hab ich mich in die Geschichte vertiefen können.

    Die Charaktere sind nicht sehr vielschichtig und es gibt eine klare Schwarz/Weiß Zeichnung, aber das macht nichts. Die Handlung ist spannend und die Autorin versteht es die einzelnen Stränge geschickt miteinander zu verstricken.


    Anfangs begleiten wir das Leben von Glockengießer Conrad und seiner Tochter Anabel. Die Familie wird bald um Bertram erweitert, der von Conrad gekauft wurde. Er dient als Lehrling und verliebt sich in Anabel. Auch das Leben im Klosterhospital, in dem Anabel arbeitet, ist sehr gut dargestellt. Den Abt und die Mönche fand ich gruselig. Ich hoffe inständig, dass die nicht wirklich so gotteslästerlich waren und sämtliche Regeln missachtet haben.


    Als zweite Handlung kommt dann Katharina ins Spiel, sie ist eine Adelige und schwanger, allerdings nicht von ihrem Mann.


    Als dann noch die Pest Einzug in Ulm hält, kommen noch Hexerei und so manche eigenartige Sitte dazu.


    Alles in allem hat mir das Buch sehr viel Spaß gemacht. Ich hätte mir hier und da mehr Tiefe gewünscht oder nicht ganz so Schwarz Weiß, denn so sind Menschen nun mal nicht, aber im Grunde kann ich nicht klagen. Ein nettes Buch, bei dem ich mir aber jetzt schon sicher bin, dass ich in ein paar Jahren nichts mehr von der Handlung weiß.


    3ratten