Nina Blazon - Wolfszeit

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 68 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Kiba.

  • Meine Meinung:
    Weil ich die Geschichte um die Bestie im Gévaudaun mag, konnte ich auch hier nicht wieder stehen, einen weiteren Roman zu diesem Fall zu lesen. Pakt der Wölfe bleibt aber wohl mein ganz persönlicher Favorit der Umsetzung ;) (Gut das ist kein Roman aber trotzdem *g*)
    Dies war mein erster Roman der Autorin, insofern wusste ihn nicht genau was mich erwarten würde. Man merkt zwar das der Roman insgesamt eher für Jugendliche gedacht ist, aber trotzdem habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Vor allem die Stimmung in Versailles und das Treiben dort am Hofe fand ich besonders gut eingefangen. Dies war mir realistischer als die Menschen im Gèvaudaun, die mir viel mehr dem Klischee entsprungen erschienen als die Höflinge. Leider sind auch Thomas und Isabelle vor allem eines... Verzerrte Wunschbilder und keine wirklichen Menschen. Ihre waren für mich zu konstruiert. Zu gewollt in eine bestimmte Richtung gedrängt. Ich mag es sperrig und es hätte für mich einfach viel besser gepasst wenn die Autorin diese Linie verfolgt hätte. Irgendwie wäre mir das lieber gewesen, als das mühsam herumkonstruierte Ende des Romans ... Das klingt vielleicht hart... aber ich fand den Roman an anderen Stellen wiederum sehr unterhaltsam. Spannung habe ich ebenfalls gefunden - und das obwohl ich hinter all den etwas zu offentsichtlichen Windungen den wahren Täter herausfiltern konnte. Die Spur war eigentlich ganz deutlich man musste nur das drumherum ausblenden.
    Was mir zudem gefallen hat war die Verwebung der belegten Ereignisse in die Handlung. Das ist der Autorin wirklich gelungen. Ich fühlte mich auch schnell in die Landschaft versetzt. Wobei ich gestehen muss das mir Fetzen des Filmes Pakt der Wölfe im Kopf herumspukten. Das passte einfach dazu. ;)
    Auch die Lösung die Frau Blazon liefert klingt für mich durchaus plausibel. Auch hierfür gibt es einen Pluspunkt.
    Insgesamt betrachtet fand ich den Roman ganz nett, unterhaltend. Aber ich habe trotzdem auch vieles gelesen was besser war - aber auch schlechter (ich sag nur Markus Heitz ... er hat die Legende definitiv schlechter umgesetzt als Frau Blazon...).
    Ich denke ich gebe: 3ratten :marypipeshalbeprivatmaus: (die halbe Ratte ist wohl der Anti-Heitz Bonus ;) )

  • Zitat

    (die halbe Ratte ist wohl der Anti-Heitz Bonus ;) )


    totlach


    Nach anfänglicher Begeisterung für diesen Autor habe ich ihm dann doch letztendlich abgeschworen, vor allem wegen "Judassohn" und "Collector". Seine Werwolf-Romane habe ich gar nicht erst gelesen.


    Ich kenne nur wenige literarische Umsetzungen der Legende, aber diese hier hat mir wirklich gut gefallen.


    ***
    Aeria

  • *seufz* Ich hab' das Buch meiner Mutter zu Weihnachten geschenkt...war irgendwie dumm von mir, denn natürlich möchte sie es zuerst lesen, will aber noch ihr derzeitiges Buch beenden...und sie liest soooo langsam! Mein [size=6pt](hinterhältiger)[/size] Plan ging also nicht so ganz auf... Verdammt! :breitgrins:

    :leser: [color=#CC0077]<br />Leo Tolstoi - Anna Karenina<br />Geneva Lee - Royal Passion<br />Frank Schätzing - Tod und Teufel<br />Patrick Rothfuss - The Name of the Wind<br />Maggie Stiefvater - The Raven Boys

  • Nach Verhandlungen mit meiner Mutter (Die Teerose gegen Wolfszeit :breitgrins:) konnte ich nun doch vor ihr das Buch lesen und ja – es hat sich gelohnt!


    Doch ich muss zugeben, dass ich ca. das erste Viertel des Buches lang brauchte um mich einzulesen. Das Geschehen am Hof war für mich nicht sonderlich interessant und auch die vielen Namen haben mich (manche sogar bis zum Ende) total verwirrt – trotz Namensverzeichnis. Doch dann wurde es spannender und ab der Hälfte konnte ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen und hab's in einem Rutsch durchgelesen.


    Thomas konnte ich von Anfang an gut leiden. Besonders gut gefallen hat mir, dass man bei ihm so schön miterlebt hat wie er im Laufe der Geschichte Schritt für Schritt erwachsen wird.
    Seine Gedanken und Theorien über die „Bestie“ fand ich sehr spannend zu lesen und ich habe mich sogar ab und zu dabei erwischt, wie ich zustimmend mit dem Kopf nickte, wenn ich eine seiner Überlegungen besonders gut fand. Kurz gesagt: das Miträtseln und logische Schlussfolgerungen ziehen hat hier besonders viel Spaß gemacht!


    Und da komme ich auch schon zu einem Kritikpunkt: Mir war von Anfang an klar, dass eine falsche Spur gelegt wurde um den Verdacht nach und nach so offensichtlich auf

    zu lenken. Doch trotzdem hatte ich schon früh einen Verdacht, wer der wahre Schuldige ist und dieser hat sich auch nach und nach immer mehr bestätigt, bis ich mir – zurecht – sicher war. Das hat zwar dem Lesefluss und -spaß nicht wirklich geschadet, aber ich hätte mich gefreut, wenn ich zum Schluss doch noch überrascht worden wäre...


    Weiters verstehe ich nicht so ganz warum

    Seiner Lebensgeschichte nach wäre es für mich irgendwie nachvollziehbarer gewesen, wenn zumindest einige angegriffen worden wären. Oder war das nur eine weitere absichtlich falsche Fährte um den Verdacht auf diesen

    zu lenken? Hm...


    Belle mochte ich ebenfalls sehr gerne und die zarte Liebesgeschichte zwischen ihr und Thomas hat mir immer wieder, vor allem am Ende, ein träumerisches Lächeln ins Gesicht gezaubert. Einfach nur bezaubernd!


    Doch leider war ja nicht alles so schön... Ich werde wohl nie damit klar kommen, dass es in der Vergangenheit, in der Gegenwart und auch weiter in der Zukunft immer wieder Tiere sein werden, die wegen uns Menschen so furchtbar behandelt und zumeist absolut zu unrecht bis zur Ausrottung gejagt werden. In diesem Fall eben die armen Wölfe und


    Sehr gut finde ich auch das kurze Nachwort – das erspart mir ein wenig die eigene Recherche im Internet. :zwinker:
    (Und sehr dumm aus der Wäsche geschaut habe ich, weil im Nachwort einem ehemaligen Professor von mir gedankt wird. :breitgrins:)


    4ratten


    Ps.: Und weil ihr so begeistert von der „Totenbraut“ seid, musste ich natürlich sofort das Buch bestellen..! :redface:

    :leser: [color=#CC0077]<br />Leo Tolstoi - Anna Karenina<br />Geneva Lee - Royal Passion<br />Frank Schätzing - Tod und Teufel<br />Patrick Rothfuss - The Name of the Wind<br />Maggie Stiefvater - The Raven Boys

  • Hach - das Buch war toll! :klatschen: Trotzdem bleibt "Totenbraut" mein Favorit. ;-)


    Die Seiten der "Wolfszeit" flogen nur so dahin, ich war ab ca. S. 200 voll drin in der Geschichte und habe sie genossen. Viel mehr kann ich momentan nicht schreiben, nur so viel - für alle Liebhaber von Nina Blazons All-Age-Romanen ist dieser Roman absolut empfehlenswert.


    4ratten

  • Die Bestie von Gévaudan


    Frankreich in den 1760er Jahren: im Gévaudan, einer einsamen Gegend in der Auvergne, treibt eine geheimnisvolle Bestie ihr Unwesen, bereits mehrere Menschen zählen zu ihren Opfern, hauptsächlich Frauen und Kinder. Es wird auf einen Wolf getippt, was zu einer ausgedehnten Jagd und Tötung der Wölfe führt. Der junge Thomas Auvray, Assistent des königlichen Naturforschers Comte de Buffon, glaubt jedoch aufgrund der Spuren und Zeugenberichte nicht an einen Wolf, er tippt eher auf eine Hyäne. Mit Glück schafft er es, von der Jagdgesellschaft mitgenommen zu werden, die sich auf den Weg ins Gévaudan macht – allerdings darf er nicht an der Jagd teilnehmen, sondern soll nur Zeichnungen anfertigen. Darüber unzufrieden, stellt er eigene Nachforschungen an und stößt dabei auf die schöne Isabelle, die den Angriff der Bestie überlebt hat.


    Meine Meinung:
    Die Autorin verbindet in diesem Roman geschickt historische Fakten mit Fiktion, welche ein sehr spannendes Thema behandelt, das mich als Wolfsfreund natürlich brennend interessiert hat. Die Autorin legt falsche Spuren, denen ich blindlings gefolgt bin und hielt Überraschungen bereit, mit denen ich niemals gerechnet hatte.


    Auch die Charaktere sind vielschichtig und vorhersehbar und haben mich manches Mal überrascht. Thomas Auvray, Schüler der königlichen Zeichenakademie, möchte am liebsten die ganze Welt bereisen und Flora und Fauna erforschen. Leider hat sein Vater, ein Handschuhfabrikant, andere Pläne mit ihm: er möchte seinen Sohn sobald wie möglich in adelige Kreise verheiraten. Da kommt es Thomas gerade recht, als er die Möglichkeit bekommt, die offiziellen Bestienjäger in die Auvergne zu begleiten, wo er Isabelle kennenlernt.


    Isabelle ist eine junge und freiheitsliebende Adelige, die sich nicht scheut, die Nähe zu dem „niederen“ Volk zu suchen. Besonders die Familie Chastel hat es ihr angetan. Nur knapp überlebt sie den Angriff der Bestie, leidet aber unter den Folgen dieses Angriffs. Erst die Bekanntschaft mit Thomas gibt ihr neuen Mut.


    Jeanne de Vaubernier ist eine der Nebenfiguren, die mir am besten gefallen hat: die Frau aus einfachen Verhältnissen hat es sich zum Ziel gesetzt, Mätresse des Königs Louis XV. zu werden und entwickelt sich zu einer echten Freundin für Thomas.


    Dieser historische Roman bietet alles: Spannung und Grusel, Intrigen, dunkle Geheimnisse, überraschende Freundschaften und Gefühle.


    5ratten

    Liebe Grüße

    Karin

  • Ich habe mir das Buch vor einem Jahr oder so gekauft, hatte aber nie wirklich Lust es zu lesen. Da ich in letzter Zeit fast nur englische Bücher gelesen habe, wollte ich doch mal wieder ein deutsches Buch lesen und da kam Wolfszeit mir gerade recht.


    Mich hat das Buch angesprochen, weil ich mich schon immer für diese Legende der Bestie interessiert habe und auch schon mehrmals den Film Der Pakt der Wölfe gesehen hatte. Trotzdem hatte ich keine allzu hohen Erwartungen, weil ich noch nie ein Buch von Nina Blazon gelesen hatte und auch ein wenig befürchtete, dass die Auflösung und die ganze Geschichte nicht wirklich etwas Neues sein würden.


    Doch ich habe mich getäuscht: Wolfszeit hat mich sehr schnell in seinen Bann gezogen, die Geschichte fand ich durchgehend spannend und auch der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Ich habe mich während keiner Sekunde meiner Lektüre gelangweilt und habe das Buch in 3-4 Tagen durchgelesen, was ziemlich selten ist bei mir. Die Charaktere fand ich toll, weil sie in meinen Augen sehr menschlich rüberkamen: sie hatten alle ihre positiven und negativen Eigenschaften (z.Bsp. der draufgängerische Adrien, der mir besonders gut gefallen hat), sie hatten alle ihre eigenen Geschichten. Besonders die zwischenmenschlichen Beziehungen, die Nina Blazon beschrieben hat fand ich sehr gelungen: Die Freundschaften zwischen Thomas und Bastien oder auch Thomas und Adrien, die Beziehung von Isabelle und ihrem Bruder, es waren einfach Beziehungen, die man auch so im echten Leben antreffen kann. Was ich noch gut fand, ist dass die Liebesbeziehung zwischen Isabelle und Thomas nicht zum Zentrum des Romans wurde: Sie war zwar immer ein Thema, aber es ging doch vor allem um die Bestie.


    Die Auflösung fand ich gut gelungen, denn es hat mich überrascht und es entsprach nicht dem, womit ich gerechnet hatte. Alles in allem fand ich Wolfszeit unglaublich gelungen und es war sicherlich nicht der letzte Roman den ich von Nina Blazon gelesen habe!


    Ich vergebe daher ganze 5ratten :smile:

    &quot;Von den Sternen kommen wir, zu den Sternen gehen wir. Das Leben ist nur eine Reise in die Fremde.&quot; - Walter Moers - Die Stadt der Träumenden Bücher

  • Wolfszeit


    Gekürzte Hörbuchversion


    Frankreich 1665


    Thomas lebt mit seinem Vater, einem Kaufmann, in Paris. Er steht im Schatten seines verstorbenen Bruders und soll unbedingt bald heiraten. Dazu hat er aber keine Lust. Er zeichnet gern und gut und ist wissenschaftlich interessiert. Eine besondere Schwäche hat er für den neuen Kontinent Amerika.


    Irgendwo im französischen Hinterland gibt es eine Mordserie. Kinder und Frauen sind die Opfer. Sie scheinen einer wilden Bestie angefallen zu werden, die ihrer Beute recht häufig den Kopf abreißt. Thomas ergreift die Gelegenheit, sich einer Gruppe anzuschließen, die im Auftrag des Königs die Bestie erlegen soll. Man geht dabei von einem Wolf aus.


    Vor Ort lernt Thomas jede Menge Leute kennen. Viele davon machen sich irgendwie verdächtig. Und er trifft die schöne, geheimnisvolle Isabell, in die er sich verliebt…


    Meine Meinung:
    Ja, mit meiner Abneigung gegen die französische Sprache sind mir die vielen Namen recht schwer gefallen, etliche konnte ich mir bis zum Buchschluss nicht merken.


    Im Ganzen fand ich es ok, aber deutlich uninteressanter als die anderen Bücher, die ich bisher von Blazon gelesen habe.


    3ratten

    Bücher sind Magie zum Mitnehmen.