Bettina Belitz - Linna singt

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Titel: Linna singt
    Autor: Bettina Belitz


    Allgemein:
    512 S.; Script5


    Erscheint laut Verlag im September 2012


    Inhalt + Leseprobe



    Da ich den Roman noch nicht genau einschätzen kann und Frau Belitz bei Facebook immer wieder betont das es kein Jugendroman wird, habe ich ihren neuen Roman ersteinmal hier geparkt. Wenn er dan draußen ist und ein paar ihn gelesen haben kann man ja immer noch verschieben^^
    Ich habe gerade die Leseprobe (immerhin ein ganzes Kapitel mit fast 40 Seiten) gelesen und muss sagen das ich verhalten optimistisch bin. Nachdem mich sowohl Scherbenmond als auch Dornenkuss schwer entäuscht hatten war ich mir nicht sicher ob ich einen weiteren Blick in einen ihrer Romane riskieren würde. Andererseits hatte sie mir ja mit Splitterherz durchaus gezeigt das sie wunderbar erzählen kann...
    Aber der Inhalt von Linna singt klang schon nicht schlecht und auch die Tatsache das es kein Fantasyroman ist, gab einen Pluspunkt. Der Roman steht ganz für sich alleine und auch das ist ein weiterer Grund für mich gewesen neugierig zu werden.
    Nun die Leseprobe gefällt mir ganz gut, zwar find ich es etwas übertrieben bei 24 Jährigen nach den ersten Fältchen zu suchen aber mich hat die Probe neugierig werden lassen und so würde ich schon gerne wissen was genau dahinter steckt. Verhalten optimistisch... nun ja ich schraube meine Erwartungen nicht zu hoch. Ein gutes Kapitel sagt ja trotzdem noch nichts aus. Ich geb dem Roman aber zumindest eine Chance. :zwinker:

  • "Der Glaube an Gott ist prägend für mein Verständnis der Welt", schrieb Laschet, "wenn man daran glaubt, dass es nach dem Tod irgendwie weitergeht, macht man auch Politik anders als zum Beispiel ein Kommunist, der bis zum Lebensende dringend mit allen Mitteln das Paradies auf Erden schaffen will."


    Ein Muster-Katholik führt künftig die CDU


    "Sorry, ich sags wie es ist. wer cdu wählt, handelt gesellschaftlich verantwortungslos. cdu-wähler*innen stehen für mich auf einer stufe mit masken- und impfverweigerern. und nein: unwissenheit lass ich nicht gelten. sich zu informieren gehört zur gesellschaftlichen verantwortung. Michael Seemann

  • Nimue
    Ich hab mich angemeldet :breitgrins:


    Zum Roman gibt es jetzt eine Bloggertour der Autorin. Das ganze sieht so aus, Bettina Belitz hat Videos aufgenommen in denen sie aus einzelnen Abschnitten des Romans liest. Diese werden nun in den nächsten Wochen nach und nach auf verschiedenen Blogs veröffentlicht. Mehr dazu:
    http://www.script5.de/news/new…ngen_aus_linna_singt.html

  • Fünf Jahre ist es her, seit Linna die Mitglieder ihrer damaligen Band zum letzten Mal gesehen hat. Nach der Auflösung von „Linna singt“ hatten sie keinen Kontakt mehr. Doch nun trommelt Maggie sie alle wieder zusammen, für einen gemeinsamen Auftritt. Linna will erst nicht mitmachen, doch ohne ihren Gesang ist die Band nicht dieselbe. Und irgendwie will sie es auch, denn sie hat seit damals keinen Ton mehr gesungen. Also lässt sie sich überreden, zu Proben mit auf eine Berghütte zu fahren. Durch einen Schneesturm vom Rest der Welt abgetrennt, entwickelt sich das Probenwochenende jedoch völlig anders als erwartet und verläuft in eine erschreckende Richtung. Irgendjemand der Anwesenden scheint es auf Linna abgesehen zu haben – oder kommt ihr das nur so vor? Auf jeden Fall gibt es in der Gruppe so viele Geheimnisse und unausgesprochene Bitterkeiten, dass bald nicht mehr klar ist, wem sie noch trauen kann.


    Keine Ahnung, was ich bei diesem Buch erwartet hatte. Nach der Splitterherz-Trilogie, die mich eigentlich nur im ersten Band wirklich begeistert hatte, war ich neugierig, was Bettina Belitz nun geschrieben hat. Kein Fantasy. Keine übernatürlichen Wesen. Stattdessen eine Psychothriller in der klassischen Konstellation: überschaubare Anzahl an Figuren, eine eingeschneite Berghütte, somit keine Möglichkeit zur Flucht oder Kommunikation mit dem Rest der Welt, dafür jede Menge Geheimnisse, alter Groll, Eifersüchteleien, unerfüllte Liebesgeschichten… Gerade am Anfang hatte ich keine Ahnung, worauf das alles hinauslaufen soll und wer hier die Fäden zieht. Letzteres konnte man sich zwar irgendwann denken, trotzdem habe ich immer gezittert, dass noch etwas Unerwartetes nachkommt, das war schon ganz geschickt gemacht. In der Aufklärung fiel mir dann allerdings einiges ein wenig unglaubwürdig aus und ganz gegen Ende wurde es mir schließlich etwas zu kitschig.


    Obwohl es hier um eine Band geht, und daher wohl zu erwarten war, dass Musik eine wichtige Rolle in dem Buch spielen wird, fand ich die gehäufte Erwähnung von Liedtiteln und Interpreten auf Dauer recht anstrengend. Gerade wenn man die Songs nicht kennt und auch keine Lust hat, neben dem Lesen ständig auf Youtube zu suchen, erschließt sich meiner Meinung nach oft die Bedeutung des jeweiligen Titels für die handelnden Personen nicht. Ich muss gestehen, dass ich über solche Absätze dann eher hinweggelesen habe, hier wäre ein bisschen weniger vielleicht mehr gewesen.


    Insgesamt hat das Buch über weite Strecken einen regelrechten Lese-Sog entwickelt, auch wenn für mich das Handeln der Figuren, insbesondere von Linna, oft nicht ganz nachvollziehbar war. Gegen Ende flachte die Geschichte dann leider ab, das war sehr schade, ich hätte mir hier einen mehr zum Rest des Buches passenden Abschluss gewünscht!


    Von mir gibt’s daher knappe 4 Punkte.


    4ratten

    LG, Dani


    **kein Forums-Support per PN - bei Fragen/Problemen bitte im Hilfebereich melden**

  • Vielen Lesern dürfte Bettina Belitz von ihrer Splitterherz-Trilogie bekannt sein. Wer bei „Linna singt“ ebenfalls Jugendfantasy erwartet, muss sich eines Besseren belehren lassen. Die Autorin hat sich hier in ein anderes Genre gewagt. Das Buch lässt sich eher als Psychothriller einordnen und richtet sich auch nicht an Jugendliche, sondern mehr an Erwachsene. Auch die Protagonisten sind junge Erwachsene zwischen 19 und 25 Jahren.


    Inhalt:
    Vor fünf Jahren hat Linna ihren Freunden den Rücken gekehrt und damit die Auflösung der gemeinsamen Band bewirkt. Seitdem hat sie nichts mehr von ihnen gehört. Doch nun hat Maggie ein Angebot für einen Auftritt bekommen. So trommelt sie die ehemaligen Bandmitglieder zu einer Probenwoche in einer Hütte in den Bergen zusammen. Während die anderen über die Zeit den Kontakt zueinander aufrechterhalten haben, stößt Linna nun als Außenseiterin zu der Gruppe. Schnell wird klar, dass sich alle in diesen fünf Jahren stark verändert haben, dass aber auch noch alte Rechnungen offen sind. Schon bald wird das Zusammenleben in der Hütte zur Zerreißprobe.


    Meine Meinung:
    Von der ersten Seite an hat mich das Buch gepackt, obwohl ich anfangs meine Schwierigkeiten mit der Protagonistin Linna hatte. Sie erscheint zunächst so unsympathisch, dass ich nicht viel mit ihr anfangen konnte. Zum Glück ändert sich das nach einigen Kapiteln und man lernt Linna ein bisschen zu verstehen. Es gibt Geheimnisse in ihrem Leben, von denen die anderen nichts wissen und auch nichts wissen sollen.


    Frau Belitz greift auf einen bewährten Plot zurück: Die Band wird in den Bergen eingeschneit, ohne Kontakt zur Außenwelt, während vor allem Linna, aber auch teilweise die anderen, einem gewissen Psychoterror ausgesetzt sind. Leider hatte ich schon früh den richtigen Verdacht, was den Täter oder die Täterin angeht. Trotzdem hat es die Autorin geschafft, mich durch den Aufbau einer unheilverkündenden Atmosphäre zu fesseln. Öfter habe ich mich dabei erwischt, wie ich beim Lesen den Atem angehalten habe.


    Leider konnte ich das Verhalten der Protagonisten nicht immer nachvollziehen. Es wirkte zum Teil sehr unrealistisch und unlogisch. Außerdem war der Schluss dann etwas enttäuschend. Nach einem so spannenden Buch hätte ich zum Ende hin noch einen richtigen Knaller erwartet, doch der kam nicht. Die ganze Spannung verpuffte einfach. Die Auflösung der Motive fand ich relativ schwach. Schade!


    Fazit:
    Packender Psychothriller mit etwas unbefriedigendem Ende


    4ratten

    Staubfänger 29/29 + 15/29 + 00/29 + 13/22 --> 57 Punkte

    Frischlinge 29/29 + 29/29 + 29/29 + 22/22 --> 109 Punkte

    SLW 33/40


    Liebe Grüße, Lilli

  • Linna hat nach der Auflösung ihrer Band fünf Jahre nichts von ihren alten Freunden gehört als sie sich mit ihren alten Bandkollegen eher widerwillig auf eine alte Almhütte zwischen München und der österreichischen Grenze begibt. Hier wollen die Musiker für einen Auftritt gemeinsam proben, doch nicht nur, dass Linna seit fünf Jahren keine Note mehr gesungen hat, sondern auch, dass einer der Anwesenden es auf sie abgesehen hat, macht den Aufenthalt eher problematisch.


    Die Geschichte um die Band “Linna singt” ist sowohl ergreifend als auch schockierend, denn hier in der alten Berghütte lässt eine Person nichts ungeschehen um Linna scheinbar vor den restlichen Leuten bloßzustellen. Bettina Belitz lässt in ihrem Roman “Linna singt” jeden verdächtig wirken und doch scheint niemand einen wirklich plausiblen Grund für diese Taten zu haben. Am liebsten wäre Linna gar nicht erst mitgefahren, doch sie muss dringend mit dem Gitarristen Falk über ihre gemeinsame Nacht reden.



    Der Autorin Bettina Belitz, die im Verlag Script5 nun schon ihren vierten Roman vorlegt, nutzt jede Gelegenheit um Linna mit ihrem geheimen Widersacher zu konfrontieren, sodass man nachvollziehen könnte, weshalb die Protagonistin den Schauplatz möglichst schnell verlassen will – anfangs wäre das noch gegangen, wäre der Schneefall nicht später zu stark gewesen… man fragt sich unweigerlich, ob Belitz mit diesem Roman nicht sogar ihre misanthropische Seite ganz klar betont und die Grenze vom Jugendbuch zur anspruchsvollen Literatur überschreitet. Die Handlung reißt den Leser mit, denn man will wissen was als nächstes geschieht, und ob es in dieser Szenerie nicht doch zu einem Todesfall kommt, und wann das Unheil endlich ein Ende nimmt.
    Einzig und allein das Ende dieser fatalen und vor allem neugierig machenden Handlung ist leider etwas zu platt und vor allem vorhersehbar gestaltet worden. Auf eine mitreißende Geschichte folgt ein Schluss, der fast so scheint als seien der Autorin die Ideen ausgegangen. Nach kurzer Aussprache folgt ein Semi-Happy End. Ansonsten begeistert das Buch durch seine durchkonzipierte und vor allem ansprechende Handlung, und ist sicherlich nicht nur für Jugendliche interessant.


    4ratten

  • Friedi
    Sei mir nicht böse, aber ich finde, du verrätst in der Rezi schon recht viele Einzelheiten, die ich als Leser mir lieber selbst "erlesen" würde, z.B.


    Das sind doch alles kleine Schocker während des Lesens, vielleicht magst du da noch ein paar Spoiler setzen? :zwinker:

    LG, Dani


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  • Ich fand jetzt nicht den ganzen Absatz zu viel verraten, sondern einfach die erwähnten Einzelheiten/Details.

    LG, Dani


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  • Nach längerem Hin und her nun meine Meinung:


    Wie man meinem obigen Posting entnehmen kann, hat mich das alleinige Lesen des erstens Kapitel sehr neugierig auf die Lektüre des Romans gemacht und wirklich, wenn man einmal angefangen hat, wird es sehr schwer wieder auf zu hören. Der Roman ist sehr spannend geschrieben, eine Stärke von "Linna singt". Allerdings lässt die Autorin sich an einigen Stellen zu viel Zeit und hält sich mit Nebensächlichkeiten auf. Vor allem das ständige Erwähnen irgendwelcher, mehr oder weniger Indiepopmusiklieder nervt irgendwann, und auch der letzte Leser hat schließlich begriffen das die Autorin ein Vorwissen in dieser Richtung hat... zwar haben die Lieder vor allem textlich zu Teil mit der Handlung zu tun, aber selbst ich habe genervt aufgegeben jeden Song bei youtube zu Suchen und Mike Oldfield - dessen Liedertitel die Kapitelübershriften bilden - mag ich seither noch weniger...


    Linna selbst ist keine Figur die ich mochte. Das ist für mich aber ehrlich gesagt kein so wichtiges Kriterium für einen guten Roman. Ich mag sperrige Figuren und Frau Belitz Figur Elli aus der Splitterherz-reihe ist ja auch nicht grade ein Sonneshein ;) Da man aber nur ihre Sicht auf die Handlung kennt, weil der Roman in der Ich Perspektive geschrieben ist, kann es aber passieren das man irgendwann gerne mal einfach eine Sichtweise auf Linna hätte. Denn Linna kritisiert und rümpft die Nase über ihre alten Freunde, ohne sich selbst dabei zu reflektieren. Das bei einer über 20 jährigen wirkte auf mich schnell unreif und ich muss sagen das Linna für mich so oder so eher wie ein Teenager wirkte. Die anderen Figuren hatten ebenfalls ihre Päcckhen zu tragen, was mir hi und da doch etwas zu konstruiert vorkam. Zu Mal ih Figuren wie Simon irgendwie fehl am Platz und überflüssig fand.


    Das klingt nun so negativ dass, ich doch noch mal auf positive Aspekte eingehen möchte, weil sonst vielleicht der Eindruck entsteht der Roman wäre ein Flop. Das ist er dann doch nicht geworden, auch wenn ich nach jedem Lesen eines Abschnitts (in der Leserunde) gemerkt habe wie vieles sich relativiert und ich es bei näherer Betrachtung nicht mehr so gut fand.
    Denn vor allem die aufgeladene Stimmung zwischen den Figuren und die Angst, die sich in der Hütte aufgrund der Vorkommnisse langsam aufbaut, das ist eine der großen Stärken des Romans. Sie ist regelrecht spürbar und man wartet auf den großen Knall. Jede Bewegung und jedes Wort könnten das Fass zum Überlaufen bringen. Das hat mich schon beeindruckt, das man so Schreiben kann, das diese Stimmung sich auch auf mich als Leser überträgt. Auch Linnas Gefühle gegenüber ihren alten Freunden in bestimmten Situationen, waren für mich überzeugend, auch wenn ich finde dass, sie sich selbst als erwachsener betrachtet als sie eigentlich ist.


    Leider blieb das Ende für mich enttäuschend. Wo war der Große Knall den ich mit Spannung erwartet habe? Das Ende ist für mich zu gefällig geraten und sorgt bei mir auch für den größeren Abzug.
    Beim Lesen selbst ist der Roman richtig spannend und sorgt für Atemlosigkeit. Doch nach und nach hat sich vieles relativiert und die Konstruktion der ganzen Geschichte konnte mich dann nicht mehr gänzlich überzeugen. Da waren zum einen doch ein paar nervige Klischees, dann eine vollkommen unrealistisches Ende was eine bestimmte Figur angeht und eben die Auflösung des Ganzen überhaupt. Der Roman hat einfach bestimmte Schwächen über die ich nicht ganz hinwegsehen kann, obwohl ich ihn wohl trotzdem besser bewerte, als man vielleicht bei meiner Kritik erwarten könnte. Aber das liegt sicher daran dass, es ein paar wirklich tolle - wenn auch für viele sicher eklige - Szenen gab, die mir total gut gefallen haben und eben diese Spannung. Irgendwie mochte ich den Roman Stellenweise sehr gerne. An Andren Stellen eher weniger.
    Sehr passend ist übrigens das Cover gestaltet das mir sehr gut gefällt, vor allem auch seit ich den Roman gelesen habe.


    Ich habe länger über eine Bewerbung nach gedacht weil ich es nicht ganz einfach fand. Denn wie erwähnt ein rihtiger Flop ist Linna singt eigentliht nicht. Es fehlen für mich persönlich nur ein paar Punkte die ihn zu einem richtig tollen Roman machen würden. Ich werde wohl bei Frau Belitz Romanen in Zukunft sehr vorsichtig sein.


    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

  • Hier auch meine Meinung:


    Inhalt:


    Als Linna nach fünf Jahren eine Einladung zu einem Treffen mit ihren ehemaligen Bandmitgliedern Maggie, Simon, Jules und Falk erhält, hat sie eigentlich keinen Grund, diese anzunehmen. Nicht nur, weil sie seit fünf Jahren kein Wort mehr mit ihnen gewechselt hat, sondern auch, weil sie ebensolange keinen Ton mehr gesungen hat. Doch das wissen die anderen nicht und vorallem Maggie hofft auf ein großes Comeback mit der Band "Linna singt".
    Als Linna sich auf das Treffen in einer Berghütte einlässt, um für den ersten Gig seit langem zu proben, weiß sie, dass vorallem eines sie antreibt, sich ihrem alten Leben zu stellen: ihre Erinnerungen an die Nacht mit Falk, dem Gitarristen, die sie nie aus ihrem Gedächtnis löschen konnte. Doch die Stimmung schägt schnell um und was als ein ungezwungenes Wiedersehen gedacht war, wird schnell zu eine zermürbenden Psychospielchen, bei dem Linna immer mehr als Lügnerin und Betrügerin hingestellt wird. Niemand schenkt ihren Worten Glauben und alle ihre Beteuerungen verlaufen sich im Wind. Als dann auch noch anonyme Anschuldigungen an die Wände geschrieben werden, die irgendeiner der auf der Hütte Anwesenden verfasst haben muss, kippt die Stimmung endgültig und Linna kann niemandem mehr trauen.


    Meinung:


    Dieses Buch hat es mir wirklich extrem schwer gemacht, es gerecht und angemessen zu bewerten. Ich bin ein Mensch, der beim bewerten eines Buches eher auf das Gesamtpaket achtet und sich dabei nicht an Kleinigkeiten aufhängt. Wenn ein Buch also einige kleinere Ungenauigkeiten oder dergleiche aufweist, es mich aber ansonsten von Stimmung und Atmosphäre her total überzeugen kann, vergebe ich gerne die Höchstpunktzahl. Zu Beginn sah alles danach aus, als würde "Linna singt" ein solches Buch mit grandioser Atmosphäre und einigen vernachlässigbaren Minuspunkten werden.


    Mit der Zeit habe ich aber bemerkt, dass zwischen meiner Meinung über das Buch während ich es lese und meiner Meinung während ich darüber nachdenke und meine Eindrücke zu Papier bringe, ein Meilenweiter Unterschied entstand. Während des Lesens war ich dem unglaublich spannenden Schreibstil der Autorin und dem Sog, den ihre Worte erzeugen, auswegslos verfallen. Als ich das Buch dann zeitweise beiseite gelegt und über das Gelesene nachgedacht habe, fielen mir aber immer wieder Dinge, die mir im Nachhinein reichlich konstruiert und störend erschienen. Die grandiose Stimmung, die sich während des Lesens also auf mich als Leser übertragen hatte, hinterlies einen schalen Beigeschmack, sobald ich über Einzelheiten genauer nachdachte.


    Linna, aus deren Sicht wir den kompletten Roman lesen, wird sofort als ein schwieriger und sperriger Charaktere vorgestellt. Sie ist eine Kämpferin, die ihre Gefühle mit Arroganz und Überheblichkeit überspielt, sieht atemberaubend aus und weiß, wie sie die Männer dazu bringt, genau das zu tun, was sie von ihnen möchte. Linnas Charakter stehe ich mit einer zweigeteilten Meinung gegenüber. Eigentlich liebe ich solche sperrigen Charaktere, bei denen man sofort merkt, dass die Autorin sie mit einiger Distanz zum Leser geschrieben hat. Linna ist ganz anders als die typischen weiblichen Charaktere, die momentan Jugendbücher dominieren, denn sie weiß um ihr gutes Aussehen und ist keinesfalls schüchtern oder naiv. Allerdings ist Linna stellenweise ganz schön herablassend und unfair ihren Mitmenschen gegenüber. Dazu kommt noch, dass ich es als ziemlich störend und dem Identifikationspotential äußerst hinderlich empfunden habe, dass offenbar ausnahmslos jeder Mann Linnas Charme verfällt, sobald diese nur mal mit den Wimpern klimpert. Insgesamt war das meiner Meinung nach einfach ein wenig dick aufgetragen.


    Dick aufgetragen sind auch die Persönlichkeiten der anderen Charaktere. Jeder einzelne wirkte auf mich stellenweise ein wenig überzogen und künstlich dramatisiert. Sie alle haben mit mehr oder minder schwerwiegenden Problemen und traumatischen Ereignissen zu kämpfen. Dennoch haben mir die Nebencharaktere recht gut gefallen. Sie alle unterscheiden sich in der Persönlichkeit so sehr, dass ein Zusammenstoß einzelner Charaktere einfach unvermeidlich ist. Jeder Einzelne ist aus dem einen oder anderen Grund kurz davor, die Nerven zu verlieren, so dass Stress und Zickenkrieg quasi vorprogrammiert sind. Gerade diese zwischenmenschlichen Reiberein, größtenteils basierend auf Vorurteilen und falschen Behauptungen, machen diesen Roman so spannend.


    Zusätzliche Spannung wird dadurch erzeugt, dass die Hütte in den Bergen komplett abgeschieden liegt. Die Lage spitzt sich noch zu, als die Hütte eines morgens vollkommen eingeschneit ist, die Handys auf mysteriöse Weise verschwinden und das Funkgerät aus unerklärlichen Gründen nicht mehr funktioniert. Als dann auch noch die übelsten Verleumdungen in Form von gehässigen Sprüchen an der Wand zu finden sind, ist klar, dass einer der Anwesenden ein Spielchen mit den anderen treibt und sie versucht, zu manipulieren und gegeneinander aufzuspielen. Gerade hier ist es unheimlich spannend zu erfahren, was Linna, gegen die sich die Hetzjagd größtenteils richtet, denkt und fühlt. Schnell stellt sich nämlich heraus, dass sie gar nicht so ein eiskalter Klotz ist, wie man das anfangs dachte. Schön hätte ich an dieser Stelle gefunden, wenn es mehrere Perspektiven gegeben hätte, sodass man zum Beispiel auch aus Falks Sicht erfährt, wie er zu all den Vorkommnissen steht. Denn gerade Falk nimmt in diesem Buch noch eine große Rolle ein.


    Ebenfalls eine große Rolle wird in "Linna singt" der Musik zuteil. Jedes Kapitel beginnt mit einem Songtitel eines Liedes von Mike Oldfield, Linnas Liebingssänger. Teilweise muss ich sagen, dass ich Linnas Gedanken über einzelne Musikstücke ein wenig zu ausschweifend fand. Dennoch finde ich es schön, dass die Autorin das Buch mit einem Soundtrack hinterlegt, sodass man sich die einen oder anderen Lieder zur Unterstützung der Atmosphäre anhören kann.


    Wer sich bis zu diesem Punkt meiner Rezension vorgearbeitet hat, der merkt, dass mein größter Kritikpunkt ist, dass die Autorin meiner Meinung nach einfach zu dick aufgetragen hat. Die Charaktere, die Spannung, die Handlung an sich... Alles wirkt ein bisschen zu gewollt, zu künstlich und zu dramatisiert. Nun erwarte ich als Leser aber natürlich, dass der Schluss mit einem gewaltigen Paukenschlag eingeläutet wird, der nochmal einen maßgeblichen Wendepunkt in der Handlung darstellt und alles bisher Geglaubte auf den Kopf stellt. Nun ja, dem war absolut nicht so. Der Schluss ist wirklich schwach, langweilig, einfallslos... Die Autorin scheint ihr Pulver mit den vorangegangenen Ideen und Wendepunkten leider schon verschossen zu haben! Ich fand des allerdings sehr enttäuschend, denn wenn man von Anfang an auf extreme Dramatik setzt, sollte man dieses Schema der Authentizität wegen auch durchziehen.


    Dennoch war "Linna singt" mal wieder so ein Buch, dessen Bann man sich einfach nicht entziehen kann. Es wird mich sicherlich noch lange im Gedächtis blieben, denn Bettina Belitz gewährt ihren Lesern einen ziemlich tiefen - und vorallem verstörenden - Einblick in die menschlische Seele. Dennoch hat es mir beinahe körperlich weh getan, dass das Buch so stumpf und einfallslos endet. Knappe vier Ratten sind dennoch durchaus drin für "Linna singt", man hätte aus der Geschichte aber so viel mehr machen können!


    4ratten

  • Die Geschichte:
    Die Geschichte beginnt ruhig an dem Punkt, an dem Linna überlegt, ob sie der Einladung von Maggie folgen soll und nach fünf Jahren, ohne jeglichen Kontakt ihre alte Band treffen und mit ihnen proben möchte. Und das obwohl sie seitdem nicht mehr gesungen hat. Man begleitet sie bei der Entscheidung und folgt ihrem Weg, erst in Jules Haus (einer der Bandmitglieder) und dann in eine einsame Berghütte. Maggie, Jules, Simon, Falk und Linna waren einmal die Band "Linna singt". Zusammen mit Tobi, der ihnen früher bei den Auftritten geholfen hat, wollen sie eigentlich proben. Doch dann kommt alles anders. Die sechs werden auf der Hütte eingeschneit, fernab von anderen Menschen und irgendjemand scheint es auf Linna abgesehen zu haben.


    Ich bin bei diesem Buch mehr als zwiegespalten, wie ich es bewerten soll. Beim Lesen war ich dermaßen gefesselt und in die Welt des Buches vertieft. Es war hochspannend, dramatisch und atemberaubend. Ich konnte es kaum aus der Hand legen, weil ich wissen wollte, wie es ausgeht.
    Es gibt wirklich sehr viele dramatische Wendungen, mit denen ich so nicht gerechnet habe.
    Es ist über einen sehr langen Zeitraum ein so großer Spannungsbogen vorhanden, dass ich beim Lesen ganz elektrisiert war. Außerdem gewinnt man einen guten Einblick in die Abgründe der menschlichen Seele.
    Doch wenn ich das Buch aus der Hand gelegt und mehr darüber nachgedacht habe, sind mir sehr viele Kritikpunkte aufgefallen. Diese habe ich beim Lesen wirklich nicht gemerkt und das macht es mir so schwer das Buch zu bewerten.


    Mein größter Kritikpunkt ist wohl, dass die ganze Handlung bei näherem Betrachten zu aufgesetzt, zu übertrieben, zu sehr dramatisiert und damit unrealistisch dargestellt ist. Es gibt so viele nicht nachvollziehbare Handlungen der Protagonisten und unrealistischen Vorkommnisse, wie z.B. dass Linna auf der Hütte bleibt, obwohl es anscheinend jemand auf sie abgesehen hat. Dabei hat sie doch teilweise richtig Angst. Dazu kommt, dass das Ende einfach enttäuschend ist. Nach der ganzen Dramatik und Spannung wirkt das Ende eher lasch und langweilig und passt irgendwie gar nicht zum Rest. Dadurch wirkt das Ende eher erzwungen und als wenn Bettina Belitz keine Idee mehr für einen grandiosen Abschluss hatte. Das hat mich bitter enttäuscht.


    Da für Linna die Musik sehr wichtig ist, werden immer wieder Lieder und Bands erwähnt um die Geschehnisse zu untermalen. Außerdem beginnt jedes Kapitel mit einem Songtitel eines Liedes von Mike Oldfield. Mike Oldfield ist Linnas Lieblingssänger und sie verbindet immer sehr viel mit den Liedern. Dieser Aspekt hat mir recht gut gefallen, weil die Lieder oft sehr passend gewählt sind.


    Die Protagonisten:
    Die Protagonisten sind hier eine Sache für sich. Fünf Jugendliche haben zusammen Musik gemacht. Sehen sich nach fünf Jahren wieder und jeder scheint eine dunkle Vergangenheit, ein psychisches Trauma oder sonstige Probleme zu haben. Das wirkt doch sehr überzogen und passt wieder zu dem Punkt, dass hier alles übertrieben dramatisiert wurde. Viele Handlungen waren für mich nicht nachvollziehbar und teils sehr verstörend.
    Dabei bleiben einige Protagonisten dennoch blass und unnahbar, wie z.B. Simon über den man nicht viel erfährt.


    Linna ist auch ein Fall für sich. Sie ist ganz und gar keine einfache Protagonistin. Einerseits ist sie für andere unnahbar, fühlt sich schnell angegriffen, sieht aber auf ihre ehemaligen Freunde herab und kritisiert sie insgeheim. Sie liebt Konfrontationen und ist oft bissig und gereizt. Kritik kann sie gar nicht gut vertragen, ist sich aber auch ihrer Schönheit bewusst.
    Andererseits hatte sie eine recht schwere Kindheit, was einen Teil ihres Verhaltens noch erklären mag, aber dennoch ist sie wirklich keine sympathische Hauptprotagonistin. Was ich hier aber positiv erwähnen möchte, ist, dass sie auch aus den normalen Schema der Protagonisten, die oft sympathisch und langweilig sind, heraussticht, was sehr erfrischend ist. Und obwohl ich so manches mal meine Probleme mit ihrer Art und ihrem Verhalten hatte, habe ich permanent mit ihr mitgefiebert.
    Gut hat mir dann aber auch die Entwicklung von Linna gefallen, denn sie findet nach und nach zu sich und kommt mit sich ins Reine.


    Der Schreibstil:
    Der Schreibstil ist, wie man an meiner bisherigen Rezension sieht, wohl das beste an dem Buch. Er ist packend, dramatisch, atemberaubend und elektrisierend. Am liebsten möchte man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Dabei ist der Schreibstil einfach gehalten und man kann das Buch sehr zügig lesen.


    Die Geschehnisse sind aus Linnas Sicht verfasst (Ich-Perspektive), was einerseits sehr positiv ist, weil man dann hinter Linnas Fassade blicken kann, andererseits hätte ich mir aber des Öfteren einen Perspektivwechsel gewünscht, da man so die Handlungen der anderen Protagonisten nur sehr schwer nachvollziehen kann.


    Das Cover/der Buchtitel:
    Das Cover finde ich sehr gut, auch wenn man es auf den ersten Blick nicht mit der Handlung in Verbindung bringen würde. Aber es passt aus zwei Gründen. Es zeigt eine Schneekugel, was zu dem eingeschneit sein passt und es zeigt Schneewittchen. Schneewittchen passt dazu, weil Linna von Falk so genannt wurde.
    Der Titel passt sowieso, weil so die Band hieß.


    Fazit:
    Ich bin bei dem Buch sehr zwiegespalten, da es viele Kritikpunkte für mich gibt. Da diese mir beim Lesen, aber nicht aufgefallen sind und ich sehr gefesselt war, vergebe ich dennoch eine gute Bewertung, auch wenn es mir hier nicht so ganz leicht fällt.


    4ratten


  • Achtung, die Rezi ist verspoilert ;) Lesen auf eigene Gefahr


    Hmmm, also ich (und ich denke, auch die anderen an den Rezensionen interessierten Mitglieder) würde es besser finden, wenn du anstatt einer generellen Warnung die konkreten Stellen im Text verspoilern würdest. Dafür gibt es extra eine Funktion, einfach die brisante Textstelle markieren und dann den "Spoiler"-Button drücken, das ist der Button mit dem weiß unterlegten "s".


    Sonst kann niemand, der das Buch noch lesen möchte, deine Rezension lesen. Im vorliegenden Fall ist das zwar nicht weiter tragisch, weil es wegen der Leserunde noch viele andere ausführliche Rezensionen gibt, aber ganz allgemein finde ich konkretes Verspoilern für dieses Forum besser, auch wenn es an der Uni anders sein soll.

  • [size=2]Viele tolle Rezis habt ihr übrigens geschrieben :klatschen: [/size]


    [size=2]Ich habe ja schon beim Aufruf zur Leserunde mit dem Buch geliebäugelt, aber zeitlich hat die Leserunde bei mir nicht gepaßt.[/size]


    [size=2]Was mich jetzt aber abschreckt, ist eure einhellige Meinung, daß das Ende völlig enttäuschend ist.[/size]
    [size=2]Ich habe ein Problem mit enttäuschenden Enden - ein Buch kann über 500 Seiten fantastisch gewesen sein, wenn das Ende nichtsagend ist, wird damit für mich das ganze Buch schlecht. Einfach weil nichts mehr stimmig ist und die Geschichte nicht "rund" abgeschlossen wird.[/size]


    [size=2]Das Buch habe ich erst mal wieder von meiner kaufen-Liste runtergenommen...[/size]

  • Hmmm, also ich (und ich denke, auch die anderen an den Rezensionen interessierten Mitglieder) würde es besser finden, wenn du anstatt einer generellen Warnung die konkreten Stellen im Text verspoilern würdest. Dafür gibt es extra eine Funktion, einfach die brisante Textstelle markieren und dann den "Spoiler"-Button drücken, das ist der Button mit dem weiß unterlegten "s".


    Sonst kann niemand, der das Buch noch lesen möchte, deine Rezension lesen. Im vorliegenden Fall ist das zwar nicht weiter tragisch, weil es wegen der Leserunde noch viele andere ausführliche Rezensionen gibt, aber ganz allgemein finde ich konkretes Verspoilern für dieses Forum besser, auch wenn es an der Uni anders sein soll.


    Das hatte ich ja offiziell gemacht, nur da mich das gespoiler an meinen und anderen Texten eigentlich nicht stört, weiß ich gar nicht, was jetzt zu viel oder zu wenig vom Inhalt verraten ist. Für mich ist eine Rezension eine Buchbesprechung, und da darf meiner Meinung nach auch auf bestimmte inhaltliche Details eingegangen werden. Ich versuchs einfach nochmal mit dem spoiler setzen.

  • Hallo Ihr Lieben,


    hier nur auch meine Meinung zum Buch:


    Die Band "Linna singt" hat sich seit fünf Jahren nicht mehr gesehen. Damals hat Linna, die Sängerin, die Band aufgelöst und seit damals keinen Kontakt mehr zu ihren ehemaligen Band-Mitstreitern gehabt und auch nicht mehr gesungen. Überraschenderweise erhält sie eine Einladung, dass die Band sich wieder zusammenfindet, um noch einen großen Auftritt in ihrer Heimatstadt Speyer hinzulegen. Dafür treffen sich alle fünf Band-Mitglieder, um eine Woche gemeinsam zu proben. Was sich als harmloses Treffen fünf ehemaliger Freunde anlässt, mutiert bald zu einem Alptraum, in dem bald jeder verdächtig ist und keiner mehr dem anderen traut.


    Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Linna geschrieben, was mir das Lesen schon erheblich erschwert hat. Linna ist eine sehr sperrige und über weite Teile auch furchtbar unsympathische Figur, mit der ich mich bis zum Ende nicht wirklich anfreunden konnte. In kleinen Auszügen erhält der Leser Einblicke in ihre Jugend, die nicht leicht war, jedoch auch nicht so schwer, um einfach alle ihre Wesenszüge erklären zu können.


    Da alles aus Sicht von Linna erzählt wird, bekommt man von den anderen Mitgliedern nur langsam bzw. sehr verschwommen ein Bild und bis zum Ende blieben mir viele der Figuren eher fremd. Anstrengend fand ich dabei, dass jede der Personen unbedingt sein schweres seelisches Päckchen zu tragen hat und viele dieser "schweren Lasten", für mich eher sehr künstlich wirkten. Oft hatte ich das Gefühl, dass jetzt mit Gewalt jedem der Figuren noch ein schlimmes Los zuteil werden muss, damit man irgendwie die Handlung erklären kann.


    Die Musik stellt einen wichtigen Bestandteil in Linnas Leben dar und zu Beginn fand ich es noch ganz schön, dass sie bei vielen Begebenheiten an ein bestimmtes Lied denken musste. Im Laufe des Buches wurde jedoch auch dieser Punkt für mich einfach überstrapaziert und ich habe die ganzen Lied-Hinweise teilweise nur noch überflogen. Die Idee Gefühle und Erinnerungen mit bestimmten Liedern zu kombinieren, finde ich sehr gut, aber sie hätte viel sparsamer eingesetzt werden müssen, so dass noch eine Aussagekraft erhalten bleibt. So wurde es nur anstrengend - mal wieder - über einen Song zu lesen.


    Das Buch baut sich auf wie ein Psycho-Thriller und ich erwartete einen großen Knall am Ende. Der Schluss gestaltete sich jedoch komplett unspektakulär und hinterließ bei mir einen bitteren Nachgeschmack. Konnte mich schon die Handlung vorher aufgrund vieler Ungereimtheiten und überzogener "Altlasten" nicht wirklich überzeugen, war ich am Ende richtig enttäuscht und verstehe bis heute nicht, wie man ein Buch so lapidar und nichtssagend enden lassen kann. Davon abgesehen, dass viele Sachen einfach nicht geklärt werden, Linna bis zum Ende komplett sperrig und unsympathisch bleibt, gestaltet sich auch die Auflösung schon fast lächerlich, dass ich mich wirklich fragen musste, was dieses Buch mir damit jetzt eigentlich näher bringen wollte.


    Die Hauptfigur wird für mich bis zum Ende nicht erwachsen und auch die teilweise doch erschreckenden Vorfälle, werden schon fast unter den Teppich gekehrt. Leider muss ich sagen, dass dieses Buch für mich ein großer Leseflopp in diesem Jahr ist und ich noch gerade so, eine Ratte für die doch gute Idee vergebe. Leider wurde in meinen Augen das gesamte Potenzial verschenkt.


    :flop: und 1ratten


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:

    &WCF_AMPERSAND"Jeder der sich die Fähigkeit erhält, Schönheit zu erkennen, wird nie alt werden.&WCF_AMPERSAND" (Franz Kafka)