Martin Krist - Die Mädchenwiese

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 9 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Blackfairy71.

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    Berta ist eine alte Frau. In ihrem Dorf wird sie nur die Hexe genannt. Sie verlässt nur in der Dunkelheit ihr Haus, Und sie erzählt uns ihre Geschichte. Eine Geschichte voller alptraumhafter Szenen.


    Dann ist da Lauras kleine Familie. Bestehend aus Laura, ihrer sechzehnjährigen Tochter Lisa und dem achtjährigen Sohn Sam. Laura ist immer gestresst. Hat nie so wirklich Zeit für ihre Kinder. Als Lisa nach einem Wochenende nicht nach Hause zurückkehrt, bricht für Sam eine Welt zusammen. Er weiß mehr als alle anderen, aber niemand hört ihm zu.


    Und Alex Lindner. Nach einer gescheiterten Karriere und einem gescheiterten Privatleben kehrt er nach Finkenwerda zurück und übernimmt die Kneipe seiner verstorbenen Eltern. Die verschwundene Lisa erinnert ihn an seinen letzten Fall als Kommissar. Alex kann es nicht lassen – er versucht zu ermitteln. Ist der Täter von damals zurückgekehrt?


    Mit diesen drei Handlungssträngen baut Martin Krist einen wirklich spannenden Thriller auf. Von der ersten Seite an, hat mich das Buch gepackt. Und das hat auch nicht nachgelassen, bis zum Schluß. Das Ende war eine kleine Überraschung und alles wurde nachvollziehbar aufgeklärt bzw. erklärt. Genau so müssen Thriller für mich sein!


    Die einzelnen Personen waren sehr unterschiedlich, aber nachvollziehbar dargestellt. Besonders der kleine Sam hat mir sehr gefallen. Von den Erwachsenen nie so richtig beachtet, hat er trotz seiner Ängste alles gegeben um seiner Schwester zu helfen.

  • Martin Krist "Die Mädchenwiese"


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    Über den Autor:
    Martin Krist ist das Pseudonym eines erfolgreichen Schriftstellers. Geboren 1971, arbeitete er als leitender Redakteur bei verschiedenen Zeitschriften. Seit 1998 lebt er als Schriftsteller in Berlin.
    http://www.martin-krist.de
    (Quelle: Verlag)


    Inhalt:
    Willkommen im kleinen, schnuckeligen, verträumten Finkenwerda. Hier, wo sich Fuchs und Has Gut Nacht sagen, ist die Welt noch in Ordnung… Schön wärs. Nur leider Gottes hat dieses verschlafene, kleine Nest ein Geheimnis. Die Töchter des Dorfes verschwinden, werden ermordet, verstümmelt. Und das nicht erst seit gestern. Doch das darf niemand aus dem großen Berlin oder sonst woher erfahren. Fraglich, ob sich das bewerkstelligen lässt.


    Alex Lindner, in sich gekehrter Kneipenwirt und ehemaliger Polizist, hat eine Vergangenheit, die mit einem ähnlichen Fall zu tun hat. Und deswegen wird er misstrauisch beäugt. Nicht von seinen Freunden, mit denen er sich trifft und ab und zu seine Zeit verbringt. Seine Sorgen sind zurzeit aber ganz andere, finanzieller Natur und er versucht mit Händen und Füßen, das Erbe seiner Eltern, die Gastwirtschaft, wieder auf einen grünen Zweig zu bringen. Doch werden ihm da mehr Steine in den Weg gelegt, als er meint, verkraften zu können. Und dann bekommt er mysteriöse Post, ein Mann behauptet, sein richtiger Vater zu sein. Für Alexander droht sein bisheriges Leben zur Lüge zu verkommen und das stürzt ihn wiederum in Verzweiflung.


    Als dann Lisa, Tochter von Laura und Schwester von Sam, Nichte eines Ex-Kollegen von Alex, verschwindet, scheint die Vergangenheit sich ihren Weg in die Gegenwart zu suchen und grausige Gewissheit zu werden, als man auch noch eine entstellte Mädchenleiche findet. Wobei der Finder der Leiche der kleine Sam ist, der verzweifelt versucht, sich Gehör bei den Erwachsenen zu verschaffen, hat er doch hochinteressante Beobachtungen vorzuweisen. Doch niemand glaubt ihm. Alle Welt stempelt seine Worte als Hirngespinste ab. Und der Junge hat doch bloß Angst um seine große Schwester und glaubt, er müsse sie auf eigene Faust finden, wenn die Erwachsenen ihm nicht zuhören und sich nur auf sich selbst konzentrieren. Doch ob Lisa noch zu retten ist, das bleibt fraglich. Und auch, wer hinter dem ganzen, grausamen Spiel steckt, das hier gespielt wird, im ach so gemütlichen Finkenwerda.


    Meine Meinung:


    Generationenübergreifender Wahn
    Zunächst einmal möchte ich eine Warnung aussprechen. Das wunderbar zart und schön anmutende Cover ist so absolut gegensätzlich zum Inhalt, lasst Euch also nicht verleiten, hier an ein seichtes Büchlein zu glauben. Zwischen diesen Buchdeckeln steckt ein harter, unerbittlicher Thriller, der einen manchmal sehr in Rage versetzt, sodass sich die Nüstern blähen und Adern rauskommen und einer schmerzhaften Wahrheit. Der Finger wird auf die Wunde der Borniertheit der Erwachsenen genauso gelegt, wie auf Vorurteile gegenüber bestimmten Menschen, der Problematik zerrütteter Familien, dem Überfordertsein allein erziehender Mütter, genauso wie auf die Schwierigkeiten, die sich durch den Kleinstadt“mief“ ergeben.


    Es gab bestimmte Personen, auf die habe ich einen echten Hass entwickelt und am liebsten wäre ich hingegangen und hätte sie geschüttelt, gefragt, warum sie den Worten eines Jungen nicht mal 5 Minuten ihr Ohr schenken und Glauben schenken. Kinder sind nicht nur fantasierende, dumme Wesen. Sie nehmen vieles auch viel feiner wahr, wie wir Erwachsenen, die sich um alles mögliche scheren müssen und leider verlernt haben, unsere Umwelt noch so wahrzunehmen.


    Dann wurde auch auf die Rollenverteilung von Mann und Frau in der Mitte des letzten Jahrhunderts hingewiesen, wie wenig Rechte die Frau da hatte, wie sehr sie sich dem Willen des Mannes unterzuordnen und zu seinem Gusto da zu sein hatte. Und das verpackt wie gesagt in einen Thriller, der weitaus mehr in sich hatte, als man zunächst vermuten mag.


    Bedingt durch kurze, knackige Kapitel war es manchmal schwierig, aufgrund der Einteilung in der Leserunde, sich selbst zu bremsen, wollte man doch weiter lesen, wissen, wie sich alles miteinander verzahnt und wer da letztendlich der oder die Übeltäter sind. Vermutungen gibt es im Laufe der Geschichte einige, aber eben auch ganz fein erdachte falsche Fährten.


    Fazit:
    Ich bin begeistert und deswegen gibt’s auch nur ein solches Fazit: Ein intelligent ersonnener, knallharter Thriller, mit genügend Blut und Hintergrund, um einem die Zornesröte manchmal ins Gesicht zu treiben und am liebsten in einem Rutsch dabei zu halten. Deswegen gibt es eine ganz klare Empfehlung hier von mir!


    5ratten

    Liebste Grüße<br />die NiliBine<br /><br />Mein SuB Stand JETZT: 385<br /><br />Ich lese: Alexa Hennig von Lange &quot;Der Atem der Angst&quot;/Gabriela Gwisdek &quot;Nachts kommt die Angst&quot;/Aileen P. Roberts &quot;Elvancor 1&quot;

  • :winken: Zu dem Buch besteht schon ein Thread:
    [size=1]Link entfernt - das ging ja schnell, Danke fürs Zusammenlegen![/size]



    Die eBook Ausgabe fällt mir des öfteren ins Auge.
    Erstaunlich ist die Preisentwicklung: als das eBook vor ein paar Wochen erschienen ist, hat es noch recht wenig gekostet, zwei oder drei Euro. Proportional zu den Downloads und den positiven Stimmen stieg auch der Preis. Mittlerweile hat es sich bei knapp sieben Euro eingependelt.
    Ich muß zugeben, daß mich diese Preispolitik vom Kauf abhält.

  • Inhalt:
    Die 16-jährige Lisa aus Finkenwerda kehrt nach einem Wochenendausflug nicht mehr nach Hause zurück, ihre Mutter kann sie nicht erreichen; sie befürchtet, daß ihre Tochter einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein könnte. Lisas kleiner Bruder sorgt sich um seine Schwester, er will helfen, aber keiner hört ihm zu. Alex Lindner, ehemaliger Kommissar und Bewohner von Finkenwerda, befürchtet, daß der Mörder, den er 3 Jahre zuvor vergeblich gejagt hat, wieder zurück ist. Die alte Frau weiß, wer der Mörder ist, aber sie schweigt. Welche Gründe hat sie für ihr Schweigen?


    Meine Meinung:
    Das Buch verspricht "Hochspannung pur" - und das ist nicht übertrieben. Der Thriller ist in mehrere Handlungsstränge unterteilt, die sich permanent abwechseln und dadurch die Spannung auf einem stetigen Niveau halten, zumal die verschiedenen Erzählperspektiven meist an den spannendsten Stellen enden. Da hilft nur: weiterlesen :breitgrins:
    Ich persönlich fand die wechselnden Erzählperspektiven nicht verwirrend, im Gegenteil, die Übergänge sind stellenweise so gut gelungen, daß ich als Leser ein sehr gutes Gefühl dafür bekommen habe, wie sie zeitlich zueinander stehen.


    Bis fast zum Schluß konnte ich mich auf keinen Verdächtigen definitiv festlegen, irgendwie drehte ich mich immer Kreis - ebenso blieb das Motiv bis zum Ende im Dunkeln und war für mich unerwartet.


    Am Ende des Romans werden die wichtigsten Fragen beantwortet; ein paar Fragen bleiben noch offen. Bei dem einen oder anderen offenen Punkt hätte ich mich zwar noch über eine Antwort gefreut, auf der anderen Seite bleibt so allerdings auch noch Raum für eigene Überlegungen und Spekulationen.


    Die Szenen im Wald bei Nacht haben mir besonders gut gefallen, leicht gruslig und ziemlich authentisch - man kann das Herzklopfen der beschriebenen Personen regelrecht hören. Außerdem möchte ich erwähnen, daß in diesem Buch Szenen beschrieben werden, die etwas heftiger sind - aber für meinen Geschmack nicht unnötig brutal dargestellt werden.


    Die Charaktere sind dem Autor ebenfalls ziemlich gut gelungen. Z.B. kommt die Panik der alleinerziehenden Mutter, die mit ihrer Lebenssituation überfordert ist, bei mir sehr glaubwürdig an. Und dann gibt es ein paar Charaktere, die man am liebsten packen und schütteln möchte, weil sie einfach nicht zuhören, wenn jemand etwas Wichtiges zu sagen hat. Ich konnte jedenfalls das Buch nach dem Lesen nicht einfach zuklappen und weglegen, seine Handlung und Charaktere haben mich noch eine Zeitlang beschäftigt.


    Ich kann das Buch nur empfehlen und es ist für mich ganz klar ein :tipp:


    5ratten

    Liebe Grüße

    Karin

  • Die 16-jährige Lisa Theis verschwindet spurlos. Zunächst geht man davon aus, dass das Mädchen einfach von zu Hause fortgelaufen ist. Doch ihr Bruder Sam weiß es besser. Immerhin hat Lisa ihm doch versprochen, zurückzukommen! Sie wollte nur ihren Freund in Berlin besuchen übers Wochenende…
    Dann wird im nahegelegenen Wald eine Mädchenleiche gefunden…


    * Meine Meinung *


    Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich das Buch sehr gerne gelesen habe. Es liest sich sehr flüssig dank des angenehmen Schreibstils und der kurzen Abschnitte. Außerdem gibt es gleich mehrere Handlungsstränge, die alle miteinander zu tun haben, und die die Spannung immer weit oben halten. Viele Abschnitte enden mit einem Cliffhanger, so dass man einfach weiterlesen muss!
    Die Figuren sind mit wenigen Ausnahmen recht gut gezeichnet, so dass man sich ein gutes Bild von ihnen machen kann.
    Etwas genervt war ich irgendwann von den Dialogen. Zu oft werden die Figuren – allen voran Sam und Alex – in ihren Erklärungen unterbrochen, obwohl sie etwas wichtiges zu sagen haben. Hätte man sie mal ausreden lassen, hätte vieles schon vorher geklärt werden können. Dieses „Nicht-ausreden-lassen“ kommt mir in diesem Buch viel zu oft vor!
    Trotzdem ist es eine fesselnde Geschichte, sehr spannend und berührend.
    Die Aufklärung des Falles ist für mich persönlich noch nicht 100%ig stimmig, aber doch akzeptabel und zum größten Teil nachvollziehbar. Auch wirkt das Buch nach. Als ich es ausgelesen hatte, musste ich noch lange danach an die Geschichte denken.
    Vier Sterne = sehr gut!

    Lesen aus Leidenschaft

  • Der Schein in dem kleinen Dorf Finkenwerda trügt, denn die idyllischen Fassade fängt an zu bröckeln als ein 16 jähriges Mädchen spurlos verschwindet.


    Als das junge Mädchen Lisa zu einem kleinen Wochenendausflug von Zuhause ausreißt, ahnt noch keiner das dieses Ereignis in einem Albtraum enden wird. Erst als die Lehrerin bei der Mutter anruft bemerkt diese, dass ihre Tochter verschwunden ist. Sie glaubt nicht daran das ihre Tochter einfach nur abgehauen ist und setzt alle Hebel in Bewegung damit die Polizei mit der Suche nach ihrer Tochter anfängt. Der kleine Bruder Sam hat etwas gesehen, er will etwas erzählen, doch niemand hört ihm zu!


    Wer gerne ein Buch zum entspannen liest, ist hier auf jeden Fall an der falschen Adresse! Denn die Geschichte bewegt sich auf einem sehr hohen Spannungslevel, Zeit zum durchatmen bleibt einem kaum denn die Geschichte will einfach in einem Rutsch durchgelesen werden. Dadurch das die Geschichte aus verschiedene Perspektiven geschrieben ist, bekommt die Geschichte einfach eine schnelle Dynamik und die Handlung bekommt ein ganzheitliches Bild! Das bedeutet aber nicht das man das Rätsel schnell löst, eher sorgt es noch für Verwirrung! Bei mir hat es sehr lange gedauert bis es Klick gemacht hat. Diese Geschichte lässt dem Leser viel Raum für Spekulationen, ohne das man später das Gefühl hat das Ende ist an den Haaren herbei gezogen.


    Wer gerne in die menschlichen Abgründe schaut und sonst auch vor nichts zurückschreckt der ist mit diesem Buch wirklich gut bedient! Denn dies ist ein Thriller der einen in seinen Bann zieht und nicht mehr loslässt bis man am Ende angekommen ist, egal wie schrecklich es auch gerade sein mag...

  • Zum Inhalt
    Irgendwo im Spreewald. Eine alte Frau findet den ermordeten und ausgeweideten Torso einer jungen Frau. Und sie kennt den Mörder.
    In dem Dorf Finkenwerda im Spreewald verschwindet ein junges Mädchen. Ihr Bruder weiß etwas, aber niemand hört ihm zu.
    Einer der Bewohner ist der Meinung, ein Serienmörder, der drei Jahre zuvor bereits mehrfach gemordet hat, ist wieder unterwegs. Aber keiner glaubt ihm.


    Über das Buch und meine Meinung
    Martin Krist führt uns hier sehr schnell durch eine überaus spannende Geschichte, bei der der Leser kaum zum Atemholen kommt.
    Wer ist die Frau, deren Geschichte wir erzählt bekommen? Was hat sich in dem Dorf Finkenwerda vor einigen Jahren ereignet?
    In verschiedenen Handlungssträngen führt und Martin Krist uns durch diese wirklich spannende Geschichte und man mag das Buch gar nicht aus der Hand legen, könnte man doch etwas verpassen.


    Der einzige Wermutstropfen, aber das ist meine persönliche Meinung: am Ende bleiben für meinen Geschmack ein paar Fragen zuviel ungeklärt.
    Regen aber auf der anderen Seite auch die Phantasie an. Ein Buch, das nachhallt.
    Dies wird nicht mein letzter „Martin Krist“ gewesen sein.
    Weiter so. :tipp:

    &#128012;

    Einmal editiert, zuletzt von Kandida ()

  • Meine Meinung:


    Jedes Dorf hat sie, diese Originale. Die Alteingesessenen, die immer irgendwie ein bisschen geheimnisumwittert sind. So auch Finkenwerda. Die alte Berta hat schon vieles gesehen und noch mehr erlebt, doch sie lebt nicht ohne Grund zurückgezogen und hat kaum Kontakt zu den anderen Dörflern. Nur sie kennt das Geheimnis der "Mädchenwiese", auf dem die verschwundenen Mädchen von ihrem Peiniger verscharrt werden. Doch Berta teil ihr Wissen mit niemandem. Auch Sam, der kleine Bruder von Lisa hat ein Geheimnis. Er weiß, dass seine Schwester nach Berlin wollte und vertraut darauf, dass sie ihr Versprechen hält und zurückkehrt. Und der ehemalige Kommissar Alex Lindner? Er trägt ein tiefes Geheimnis in sich, von dem er nicht einmal selbst etwas weiß. Als Lisa verschwunden bleibt, treffen die Wege dieser drei so unterschiedlichen Menschen aufeinander.


    Martin Krist wird einigen als Marcel Feige, der die Figur des Paul Kalkbrenner ins Leben gerufen hat, bekannt sein. Tatsächlich hat der besagte Paul auch einige Gastauftritte, dient aber eher als Rahmenfigur.


    Yet another serial killer? Mitnichten. Zwar glänzt der hier auftretende Psychopath ebenfalls besonders durch die unglaubliche Brutalität, mit der er seine Opfer misshandelt, und ich hatte durch Bertas Erzählungen schon irgendwann den (richtigen) Verdacht, aber die übrigen Charaktere sind es, die mich fast umgehauen haben. Allen voran der kleine Sam. Ein Kind, ein kleiner Außenseiter, der von Mitschülern gehänselt und von seiner genervten Mutter Laura oft eher wie Ballast behandelt wird. Dabei ist er sehr clever und findet viele Dinge schon lange vor den Erwachsenen heraus. Dies aber auf so kindliche Art und Weise, dass er sehr glaubwürdig wirkt. Oder auch Berta Kutscher, die es dem Leser gestattet mit ihr in eine grausame, von Missbrauch entstellte Vergangenheit zu reisen. Dann wiederum Laura, die anfangs zwischen Beruf und Kindern zerrissene Mutter von zwei Kindern, deren Sorge um Tochter Lisa schließlich übermächtig wird. Dagegen nimmt sich Alex Lindner schon fast ein bisschen blass heraus.


    Da ich in meinen Rezensionen immer wieder über den inflationären Gebrauch von Anglizismen ("nicht wirklich" oder "geschockt") mosere, muss ich hier noch erwähnen: Entweder das Buch war so spannend, dass sämtliche Anglizismen an mir unbemerkt vorbeizogen oder Martin Krist eine Hürde genommen, an der inzwischen die meisten deutschen Autoren meiner Generation scheitern. Ich habe schlicht und einfach keinen Anglizismus bemerkt und ziehe alleine deshalb meinen nichtvorhandenen Hut! Sowohl Handlung als auch Figuren überzeugten mich durch ihre Authentizität. Ich lebte förmlich mit und hätte so manches mal am liebsten eingegriffen und die Erwachsenen durchgeschüttelt, ja, ihnen am liebsten ins Gesicht geschrieen: "Jetzt lass' ihn doch mal ausreden, verdammt nochmal!" Außerdem versteht der Autor es meisterhaft, den Leser durch Cliffhanger am Ende jedes Kapitels in Atem zuhalten. So sehr in Atem, dass sich das manchmal bei mir hart an der Frustgrenze bewegte.


    Das Ende bot für mich keinen sehr überraschenden Twist, aber diesen Anspruch habe ich inzwischen nur noch sehr selten. Trotzdem offenbarte der Autor dann doch noch ein kleines Detail, mit dem ich so nicht gerechnet hätte.


    Eine sehr spannende Lektüre, die ich jedem Thriller-Fan wärmstens empfehlen kann. Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf die folgenden Bücher des Berliner Autors.


    4ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

    "Vor ein paar Jahren hätte ich Ihnen geantwortet: Wir sind nicht die Weimarer Republik. Aber wenn ich mir die Entwicklungen in der letzten Zeit so ansehe, dann muss ich antworten: Ja, ich mache mir ernsthaft Sorgen um unsere Demokratie." (Ein Experte für Rechtsextremismus wird in der Dokumentation "Rechts. Deutsch. Radikal")


    1. Weltweite Ernteausfälle bei 2°C.
    2. Kollaps der Zivilisation bei 4°C.
    3. Unbewohnbare Erde bei 6°C.
    4. Wir riskieren 2°C in 2035.
    5. Wir riskieren 4°C in 2065.
    6. Wir riskieren 6°C in 2095.

  • Nur dadurch lebt der Mensch …


    Die scheinbare Idylle in dem kleinen Spreewalddorf Finkenwerda findet ein jähes Ende, als die 16-jährige Lisa plötzlich verschwindet. Aus dem Wochenendtrip nach Berlin wird ein Trip durch die Hölle. Bewahrheitet sich der Verdacht von Ex-Kommissar Alex Lindner? Ist die Bestie zurück?


    Der Aufkleber auf dem Cover verspricht Gänsehaut auch bei 35 Grad und dem kann ich nicht widersprechen. Schon der Prolog lässt mich frösteln und das liegt nicht nur an den gruseligen Szenen im Wald. Anfangs nimmt der Autor mich an die Hand und führt mich langsam in die Geschichte ein. Ich lerne die einzelnen Figuren kennen, die sehr authentisch dargestellt werden. Ein bisschen „Dorfidylle“, ein bisschen alltägliches Geplänkel … und die ganze Zeit hatte ich das Gefühl, das ist nur die Ruhe vor dem Sturm …


    Nicht nur die Mutter von Lisa wird sehr glaubhaft gezeichnet. Ich kann als Leser ihre Ängste so gut nachempfinden und das lässt mich manchmal mehr schaudern als elkige Trash-Szenen, auf die Martin Krist erfreulicherweise verzichtet hat. Auch ihr irrationales Verhalten hat genau den Punkt getroffen. Ich fand alle Charaktere sehr glaubhaft, den etwas sonderbaren kleinen Sam, den Ex-Kommissar Alex Lindner und seine Kumpel, um nur einige zu nennen.


    Lebendige Dialoge wechseln sich ab mit geheimnisvollen Passagen. Ein Strang spielt in der Vergangenheit und spült immer weiter die Wahrheit an die Oberfläche. Die Übergänge sind teilweise so exzellent wie ich sie seit dem Film „Highlander“ liebe. Auch überschneiden sich Handlungsstränge bzw. Perspektiven. Dieses Stilmittel kannte ich bisher nur aus Filmen und finde es genial. Falsche Fährten, brillant aufgebaute kurze Kapitel und sehr viele Cliffhanger haben mich immer weiter durch das Buch gejagt. Zum Ende hin war der Nervenkitzel kaum noch auszuhalten.


    Und dann dieses Lied aus der Dreigroschenoper … „Nur dadurch lebt der Mensch, dass er so gründlich vergessen kann, dass er ein Mensch doch ist“ … zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch und hat daher eine sehr besondere gruselige Hauptrolle bekommen.


    Martin Krist hat mich mit der atemberaubenden und intelligent aufgebauten Story überzeugt und mich mit seinem brillanten Schreibstil extrem gefesselt. Dieses Buch hat gute Chancen, mein Thrillerhighlight in diesem Jahr zu werden.


    5ratten

  • zum Inhalt brauche ich ja nichts mehr zu schreiben, denke ich.


    "Die Mädchenwiese" ist ein rasanter, spannender Thriller und nichts für schwache Nerven und Zartbesaitete. Das trifft besonders auf den Bericht von Berta und sie Szenen mit Lisa zu. Das Buch ist ein echter Pageturner, allein schon durch die relativ kurzen Abschnitte und Kapitel, die fast immer mit einem Cliffhanger enden und die häufigen Perspektivwechsel. Mal wird aus Sicht von Alex erzählt, mal aus der von Laura Theis oder von Sam und dann aus der von Lisa.
    Unterbrochen wird die gegenwärtige Handlung immer wieder von der Erzählung von Berta und der Leser erfährt schließlich wie alles zusammenhängt und welche Rolle die alte Frau bei der ganzen Sache spielt. Hätte sie etwas ändern, das Ganze verhindern können? Ich glaube nicht.
    Was die Charaktere angeht, so war mir Lisa eigentlich noch am sympathischsten, auch wenn sie anfangs doch recht fies zu ihrem kleinen Bruder war. Aber sie ist sechzehn und da nerven kleine Brüder halt. Und Sam ist sicher auch nicht einfach. Der Autor stellt ihn als schüchternen, zurückhaltenden, verträumten Jungen dar und manchmal kam es mir so vor, als wollte er ihm autistische Züge verpassen oder zumindest ADS.
    Laura nervte mich ein bisschen mit ihrem Gezeter und ihrem Verhalten Sam gegenüber. Bei Alex bin ich zwiegespalten, manchmal mochte ich ihn, aber manchmal konnte ich sein Verhalten und seine Handlungen nicht so ganz nachvollziehen.


    Das Ende und die Auflösung kamen für mich dann doch etwas überraschend und die Erklärung ging mir ein bisschen zu schnell und so ganz nachvollziehen konnte ich die Motive des Täters nicht. Ich kann jetzt auf Einzelheiten schlecht eingehen, ohne zu viel zu verraten, aber wer das Buch kennt, weiß vielleicht, was ich meine.
    Und eine Sache gefiel mir ganz und gar nicht und ich denke auch nicht, dass das für den Verlauf der Story wirklich notwendig war. Ich muss sagen, da war ich richtig wütend auf den Autor und hab sogar geheult. Ich will nichts verraten, ich sag nur ein Stichwort: Gizmo.


    Empfehlen kann ich das Buch aber auf jeden Fall allen, die spannende Thriller mögen. Ich habe es in zwei Tagen gelesen und das soll schon was heißen. *g*


    4ratten

    Ich kaufe keine Bücher. Ich adoptiere sie. :hexe: