06 - "No Man's Land" bis "No Man's Land - Reprise" (Seite 407 bis zum Ende)

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 44 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von schlumeline.

  • Hallo ihr Lieben,


    hier können wir zu den Kapiteln "No Man's Land" bis "No Man's Land - Reprise" (Seite 407 bis zum Ende) diskutieren. Spoilermarkierungen sind aufgrund der Unterteilung nicht notwendig.


    Liebe Grüße
    nimue

    "Der Glaube an Gott ist prägend für mein Verständnis der Welt", schrieb Laschet, "wenn man daran glaubt, dass es nach dem Tod irgendwie weitergeht, macht man auch Politik anders als zum Beispiel ein Kommunist, der bis zum Lebensende dringend mit allen Mitteln das Paradies auf Erden schaffen will."


    Ein Muster-Katholik führt künftig die CDU


    "Sorry, ich sags wie es ist. wer cdu wählt, handelt gesellschaftlich verantwortungslos. cdu-wähler*innen stehen für mich auf einer stufe mit masken- und impfverweigerern. und nein: unwissenheit lass ich nicht gelten. sich zu informieren gehört zur gesellschaftlichen verantwortung. Michael Seemann

  • Hm, ok. Das wars. Das Ende fand ich im Vergleich zum Rest des Buches ein bisschen unspektakulär.
    Vielleichts liegts auch an der Leserunde, denn der Haupttäter war keine große Überraschung mehr und auch die Enthüllung über Jules hatten wir schon vorweggenommen.


    Was ich aber insbesondere etwas schwach fand, war Tobis Motiv. Er ist krankhaft in Linna verliebt, quasi ein Stalker - und das wars?! Ich möchte Stalking nun wirklich nicht verharmlosen, dass es nicht harmlos ist, sieht man ja an den krankhaften Dingen, die er hier getan hat. Aber trotzdem, habe ich beim Lesen des letzten Abschnitts immer noch auf den großen Knall gewartet.


    Was mir auch nicht so ganz einleuchtet, dass sie ihn einfach gehen lassen, mit niemandem darüber reden und er zumindest fürs Erste offenbar völlig ungestraft aus der Sache rauskommt (mal abgesehen davon, dass er halt Linna nicht kriegt, was für ihn wahrscheinlich schon reichlich Strafe ist). Trotzdem kann man diese Aktionen doch nicht durchgehen lassen!


    Ein weiterer Punkt, der bei mir nur Kopfschütteln hervorruft, ist diese Panik, die Jules vor seinem Outing hatte. Der einzige Grund, den ich herauslesen konnte, war dass er seinen Eltern durch eine Enkelin irgendwie Mina "ersetzen" wollte und das geht halt nur mit einer Frau - aber so was ist mir einfach zu sehr ums Eck gedacht, da komm ich nicht mit.
    Da tut mir Maggie wirklich leid.


    Simon ist ein Idiot, der hat es schon längst geblickt und ist aber zu feige gewesen, entweder mit Jules oder mit Maggie offen zu reden, stattdessen machte er dann bei diesen Sprüche-an-die-Wand-Aktionen mit... furchtbar!


    Überhaupt, ein bisschen mehr Reden untereinander hätte hier so vieles verhindert :rollen:


    Linna und Falk - puh, da muss ich nochmal drüber nachdenken, wie ich das finde. Sie schafft es echt, ihn einfach gehenzulassen und in Australien weiter sein Ding machen zu lassen? Obwohl er ihre große Liebe ist und sie glaubt, dass man die nur einmal findet?
    Und ihm dann sogar noch irgendwann Lunas Asche zu bringen (apropos, die Szene als sie meint zu spüren, dass Luna nicht mehr lange zu leben hat, fand ich sehr merkwürdig... das hätte man sich auch sparen können, hier auf einmal noch so übersinnliche Fähigkeiten hineinzubringen) und dann wieder zu gehen, bevor er sie bemerkt hat?!


    Naja, wenigstens hat sie mit Jules nun ihren besten Freund wieder...

    LG, Dani


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  • Ich bin mit dem Ende auch nicht so ganz einverstanden.


    Gut die Liebesszene zwischen Falk und Linna fand ich eigentlich ganz schön ... aber Frau Belitz schafft es irgendwie immer solche Szenen am Ende doch noch in den Sand zu setzen (ich sag nur Feuchtbiotop *hüstel* )
    Das letzte Kapitel hätte es meiner Meinung nach nicht geben brauchen, ich finde das Kapitel davor wäre ein perfekter Abschluss gewesen. So ist es irgendwie kitschig geworden mit einer achso selbstlosen Linna - und DAS ist irgendwie am unrealistischsten daran *hüstel*
    Und es zeigt das Linna letztendlich einfach nur Feige ist und sich immer noch nicht traut etwas zu wagen.


    Zu Tobi: Oh Wunder er wars ;)
    Das Tobi der Schuldgie war war ja dann nicht mehr überraschend. Ich hatte ihn ja sehr früh im Verdacht vor allem auch, weil ich es der Autorin ehrlich gesagt nicht zugetraut habe dass, sie sich traut, es einer von der Band sein zu lassen - was irgendwie viel interessanter gewesen wäre.


    Julian: Irgendwie kann ich ihn da schon verstehen. Ich kenne einige die auch in meinem Alter noch ein Problem mit Homosexualität haben. Das ganze ist auch heut zu Tage noch ein sehr ambivalentes Thema. Viele sind achso tolerant und dann kommt immer der Spruch solange mich keiner anmacht... soviel zur Toleranz.
    Die Gründe die für Julian aber Familär dahinterstecken find ich mehr als an den Haaren herbeigezogen. Da hätte es einfach gereicht wenn er mit seiner Sexualität nicht zurecht kommen würde... Gleichzeitig hab ich das Gefühl dass, die Autorin nach der Kritik, die sie für die Darstellung von Homosexualität in Scherbenmond zum Teil bekommen hat, hier nun ein Gegenmodel zeigen will, um ja darauf hin zu weisen das sie selbst damit kein Problem hat. Das hat bei mir halt auch noch mal so einen Beigeschmack...


    TJa statt das die Band die chance nutzt um sich ein für alle Mal auszusprechen, haben sie es alle gemeinsam in den Sand gesetzt. Einerseits fand ich es vor allem gelungen wie die Atmosphäre zwischen der Band beschrieben wird und die Makaberen Szenen waren auch total mein Ding. Andererseits hat mir auch irgendwie der ganz große Knall gefehlt. Man denkt die ganze zeit na wann kommt er denn nu? Und dann puff... Minifeuerwerk und das wars dann...


    Das Tobi ungeschoren davon kommt ist dabei das Unrealistischste überhaupt. Immerhin wäre er meiner Meinung nach auch nicht davor zurückgeschreckt Linna um zu bringen wer weiß was das noch passiert wäre... Und er hat versucht die zu Vergewaltigen ein weiterer Grund in ganz schnell hinter Gitter zu bringen...


    Irgendwie total spannend beim Lesen und ich konnte wirklich kaum aufhören. Aber die ständige Erwähnung der Musik und auch konstruierte Handlung an einigen Stellen haben mir auch hier durch die Runde vieles wieder relativiert und ich würde den Roman als eher Mittelmäßig bezeichnen. Nicht schlecht aber auch nicht genial - aber besser als Dornenkuss ;)
    Irgendwie konnte sich die Autorin wohl nicht so recht entscheiden ob es ein richtiger Psychothriller mit Toten werden soll oder doch ein Freundschaftsbewältigungs irgendwas Roman...

  • Ich habe das Buch auch ausgelesen und bin wirklich enttäuscht von dem laschen, langweiligen, nichtssagenden Schluss! Ich meine, das komplette Buch war ein einziger Paukenschlag - dramatisch, urspannend... manchmal vielleicht sogar ein bisschen zu gewollt und aufgesetzt spannend und dramatisch, sodass alles ein wenig konstruiert wirkte, aber die Leser nun mit so einer billigen Auflösung abzuspreißen... tz tz tz. Finde ich nicht gut! Ich hatte wirklich gedacht, das Ende reißt noch mal was raus. Es kommt nochmal ein krasser Wendepunkt, der alles bisher geglaubte auf den Kopf stellt und dann war es Tobi? An den sowieso schon alle gedacht haben?


    Ich meine gut, klar ist es krass, dass Tobi Linna so hinterher gestiegen ist und sie fotographier, belästigt hat etc., aber als sie dann ein ach so ernstes Gespräch mit ihm auf dem Dach führt, fand ich das dann doch schon zieeeemlich lachhaft! Das hat etwas von Kindergarten gehabt aber nichts von einem richtig kranken Psycho, so wie er sich die ganzen vorangegangen Tage dargestellt hat. Ein Kerl, der einem Mädchen die Haare abschneidet, nur weil er unglaublich auf sie steht und dann auch noch an ihr rumfummelt, der lässt sich doch nicht einfach so mit einem Wutausbruch abspeißen? Also es tut mir leid, aber der Schluss enttäuscht mich wirklich! Auch richtig blöd finde ich, dass Tobi malwieder auf Linna steht. Es dreht sich malwieder alles nur um sie und wie toll sie doch ist bzw. aussieht, sodass sie sogar einen Stalker hat (nicht, dass das was wäre worauf man stolz sein könnte, aber ihr wisst schon was ich meine ;)). Mir persönlich hätte es besser gefallen, wenn der Schluss ausnahmsweiße mal nicht nur komplett Linna-bezogen gewesen wäre... Sie scheint ja echt der Mittelpunkt eines jeden Universums zu sein *seufz*.


    Die Sache mit Falk finde ich ehrlich gesagt auch ziemlich doof! Zum einen kann ich nicht so recht nachvollziehen, wie Linna sagen kann, dass er die Liebe ihres Lebens ist, denn so lange bzw. so gut kennen sie sich ja gar nicht! Und Linna kommt nicht wie ein Mädchen rüber, dass so eine Aussage einfach mal so trifft weil sie ja so verliebt und kindisch ist. Irgendwie passt das einfach nicht zu ihr. Wenn es allerdings stimmen würde und sie aus welchem Grund auch immer innerhalb der wenigen Tage miteinander herausgefunden hat, dass Falk echt der Eine ist, dann kann ich nicht nachvollziehen, wieso sie ihn gehen lässt. Klar, er liebt die Freiheit blabla, aber ich denke, wenn er Linna genauso sehr liebt, wie sie offenbar ihn liebt, dann sollte man doch auch bereit sein, Kompromisse einzugehen? Sie kann ja zu ihm ziehen oder will er etwa auch in sexueller Hinsicht frei bleiben? Ich glaube nicht, dass Linna klammern würde und sie würde sicherlich auch einige Wochen oder Monate mal ohne ihn auskommen, wenn ihn das Reisefieber wieder packt, solange er ihr nur treu bleibt... Naja, zumindest in dieser Hinsicht ist die Autorin ihrer dramatisierenden Erzählweise treu geblieben und hat das Ende (für meinen Geschmack) ein wenig arg schmalzig geschrieben ;).


    So und nun bleibe ich mit der Frage zurück, wie ich das Buch bewerten soll. Einerseits fand ich es während des Lesens so klasse und es hat mich so in seinen Bann gezogen, dass ich gerne eine hohe Bewertung abgeben möchte. Andererseits fallen mit aber im Nachhinein so viele Dinge auf, die mir nicht gefallen haben (und dann auch noch dieser Schluss...puh!), dass ich es wohl doch eher mit einer mittelmäßigen Bewertungen rezensieren werde. Da muss ich nochmal drüber nachdenken ;)!

  • Da sind wir uns ja bisher alle ziemlich einig: wirklich schade, dass da nach all dem Psychoterror so ein schwaches Ende kam...

    LG, Dani


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  • Linna und Falk: Linna tut doch immer so überlegen und Erwachsen aber hier benimmt sie sich finde ich irgendwie wie ein Teenager. Die angeblih große Liebe und dann kneift sie... sie könnte doch einfach auswandern und bei Falk in Australien neu anfangen. Vor allem auch um die Sache mit ihrer Mutter vernünftig auf zu arbeiten...

  • Ab heute dürfen wir die Rezis einstellen, oder?

    LG, Dani


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  • So, ich bin jetzt auch mit "Linna singt" fertig :)


    Das Ende fand ich, ebenso wie meine Vorschreiber, doch recht plump und enttäuschend.

    Zitat

    Vielleichts liegts auch an der Leserunde, denn der Haupttäter war keine große Überraschung mehr und auch die Enthüllung über Jules hatten wir schon vorweggenommen.


    Denke ich auch, denn so beschäftigt man sich ja immer noch etwas mehr mit den einzelnen Textabschnitten.


    Hätte es übrigens besser gefunden, wenn Tobi sich bei seinem gestellten "Selbstmordversuch" wenigstens ein bisschen weh getan hätte...dadurch, dass Linna schon an den Schneehaufen gedacht hat, war es irgendwie klar, dass niemand in diesem Buch sterben wird. Tobis Fanatismus gegenüber Linna und die Tatsache, dass er Maggie so ausgenutzt hat, finde ich wirklich grenzenlos behämmert...denn alles was er in diesem Buch gemacht hat war vollkommen daneben.


    Das Coming Out von Jules wurde ja verhältnismäßig locker aufgenommen, vor allem von Maggie (vor allem weil sie das ja schon alles geahnt hat), das finde ich gut, denn immerhin wissen wir, wie grausam manch einer in dieser Geschichte schon war. Dass Maggie ihren Mann mit Tobi betrogen hat finde ich auch ein wenig fragwürdig, vor allem weil ich ihn vorher überhaupt nicht ernst nehmen konnte und ihn eher als Kindskopf gesehen habe.


    Also ein kurzes Fazit: Jeder in dieser Geschichte hat irgendwie Dreck am Stecken gehabt oder eine bisher interessante Lebensgeschichte hinter sich, nach einigen Gesprächen löst sich die Geschichte also auf...ein einfallsreicher Schluss hätte mir sehr gut gefallen, vor allem da mir der Rest des Buches eigentlich ganz gut gefallen hat...


    Wo darf ich ab wann meine Rezi reinstellen? :)

  • Huhu :winken:


    Ich habe das Buch gestern Abend beendet und muss sagen, dass es mir wie Euch geht und ich schon etwas enttäuscht bin. Wo war der große Knall? Die große Üerraschung? Irgendwas, was die Spannung der letzten 500 Seiten gerechtfertigt hat?


    Tobi war also der Übeltäter, was wir ja auch schon vermutet hatten. Jules ist schwul, das hatte ich mir auch gedacht. Dass Maggie was mit Tobi hatte, finde ich ehrlich gesagt etwas komisch, da sie Jules doch so sehr liebt.... Und Jules...na ja, ich kann schon verstehen, dass er Angst hatte, vor den Reaktionen. Vor allem vor seiner Familie. Maggie gegenüber war es nicht fair, aber es war auch nicht fair, dass Simon nichts gesagt hat. Die sind doch keine zwölf mehr!


    Total bescheuert fand ich, dass Linna hören konnte, dass Luna krank ist und den Sommer nicht mehr überleben wird. :vogelzeigen:
    Was soll das denn? :rollen:
    Genauso, dass sie plötzlich spürt und Musik in ihrem Kopf hört und weiß, dass gleich etwas schreckliches passieren wird. :rollen:
    Das alles passt meiner Meinung nach gar nicht in die Geschichte und wertet sie auch nicht gerade auf.


    Die Szenen zwischen Falk und Linna hingegen fand ich ganz schön. Auch, dass sie endlich wieder riechen kann. Ich hätte Linna allerdings am Ende echt hauen können dafür, dass sie FAlk einfach ziehen lässt bzw. ihn in Australien nicht anspricht. Hallo? Was soll das wieder? Darüber hätte ich mich wieder aufregen können und mir ging es wie Holden, das letzte Kapitel hätte ich persönlich echt nicht gebraucht.


    Dass Tobi keinerlei Sanktionen fürchten muss, finde ich auch nicht gerade toll. Immerhin sind es keine Kleinigkeiten, die er sich da geleistet hat. Er hat sie ja extra alle hoch gelockt, auf die HÜtte. Hat Hilfe abgeblockt, Linna angefasst und ihr sogar K.O.Tropfen untergemischt. Letztlich hat er sie alle einer großen Gefahr ausgesetzt und er kommt einfach so davon?


    Ganz gut fand ich am Schluss, dass Maggie und Linna sich doch noch ein wenig annähern. Dass sie vielleicht das Kriegsbeil endlich begraben können. Und auch, dass das alte Gespann Jules und Linna scheinbar wieder zueinander gefunden hat.


    Insgesamt hab ich allerdings keine Ahnung, wie ich das Buch wirklich bewerten soll.
    Auch das Schreiben der Rezi wird mir vermutlich eher schwer fallen. Letztlich gehts mir wie Euch, während des Lesens stand ich irgendwie unter Strom, doch je mehr ich anschließend darüber nachgedacht habe, was passiert ist, desto weniger gefiel es mir. Es gab einfach zu viele Ungereimtheiten. Man konnte sich kaum in Linna hineinversetzen und so vieles war mir einfach zu überladen oder zu konstruiert. Außerdem habe ich das Gefühl, dass Frau Belitz unbedingt zeigen wollte, wie viel sie von Musik versteht, und meiner Meinung nach hat sie es damit auch sehr übertrieben.


    Alles in allem hatte ich mir was anders von diesem Buch versprochen und ja....Ich muss sagen, ich bin froh, dass ich es jetzt durch habe. ;)

    Mögest du dir die Zeit nehmen, die stillen Wunder zu feiern, die in der lauten Welt keine Bewunderer haben. ~ Altirischer Segenswunsch

  • Kiwi
    Deine Gedanken über die Musik hab ich an anderer Stelle ja ähnlich formuliert. Interessant finde ich ja hier das es wieder eine Runde ist die sich im allgemeinen bisher einer ähnlichen Meinung anschließt. Scheint bei Frau Belitz hier im Forum wohl üblich zu werden *gg*


    Ich muss sagen das ich nicht weiß ob ich einen nächsten Roman der Autorin im Regal stehen haben möchte. Ich werde bei ihr wohl in Zukunft sehr vorsichtig sein. Und ja, ich glaube ich hätte mich ein Bissl geärgert wenn ich den Roman gekauft hätte...

  • @Holden: Ja, wir scheinen uns alle ziemlich einig zu sein. Ich bin mal gespannt, ob es auch positiviere Meinungen gibt.


    Grundsätzlich würde ich auch weiterhin Bücher von Frau Belitz lesen. Aber wahrscheinlich schon skeptischer an die Sache herangehen. Dornenkuss und "Linna singt" waren jetzt nicht so meins. Und ich hätte mich wohl auch ein wenig geärgert, wenn ich mir das Buch gekuaft hätte.


    An Luzie und Leander möchte ich mich auch noch ranwagen, davon habe ich bislang aber auch nichts schlechtes gehört. ^^

    Mögest du dir die Zeit nehmen, die stillen Wunder zu feiern, die in der lauten Welt keine Bewunderer haben. ~ Altirischer Segenswunsch

  • Ja eben. Mich würde aber mal interessieren, ob es auch Leser gibt, die das Enden icht so gestört hat. ;)


    Man darf gespannt sein. :)

    Mögest du dir die Zeit nehmen, die stillen Wunder zu feiern, die in der lauten Welt keine Bewunderer haben. ~ Altirischer Segenswunsch

  • Das war’s. Das war’s???


    Ich mag es, wenn ich ein Buch mit einem zufriedenen Seufzen zuklappen kann. Geseufzt habe ich zwar, aber das war eher ein enttäuschtes Seufzen. Nach 450 (?) Seiten Hochspannung, plätscherte der Schluss einfach so vor sich hin. Tobi steckt hinter den meisten Vorfällen, wer hätte das gedacht? Und nun ist seine Strafe, dass sie ihn nicht mehr mit nach Speyer nehmen. Hä??? Der Knabe ist ein Psychopath mit K.o.-Tropfen, sexueller Belästigung, Körperverletzung (Haare abschneiden), von den Psychospielchen ganz abgesehen. Das kann man doch nicht einfach auf sich beruhen lassen!


    Dass Jules schwul ist, hatten wir uns ja auch schon gedacht. Okay, dass er ebenso wie Linna auch Falk liebt, hat mich überrascht. Das war’s dann aber auch schon.


    Das Verhalten der Freunde fand ich zum Teil ziemlich seltsam. Falk lässt Luna einfach bei Linna. Gibt man seinen geliebten Hund auf seine alten Tage einfach so weg? Und wenn Linna nun gar keinen Hund haben will?


    Maggie hat Jules‘ Homosexualität ja erstaunlich gelassen aufgenommen. Aber eigentlich hätte sie doch nicht sofort nach der Rückkehr ausziehen müssen. Sie liebt ihn doch, oder etwa doch nicht? Ich meine, das ist ja nun keine ansteckende Krankheit, dass sie sofort aus dem gemeinsamen Haus flüchten muss.


    Linna lässt Falk seine Freiheit und lässt ihn wieder ziehen. Kann man verstehen, muss man aber nicht. Und dann überwindet sie sich und fliegt nach Australien, stellt Falk Lunas Urne hin und dampft wieder ab. Was sollte das denn? Das Geld für das Flugticket hätte sie sich ja mal sparen können!


    Ich bin mir nicht sicher, ob irgendeiner von denen einschließlich Tobi bei der ganzen Geschichte irgendetwas dazugelernt hat.


    Zusammenfassend kann ich sagen: Abschnitt 1 war etwas nervig, aber als Einleitung okay, es entwickelte sich dann ja. Die Abschnitte 2-4 waren klasse, hochspannend, man hat langsam hinter die Kulissen schauen können. Abschnitt 5 war mir zu langatmig und Abschnitt 6 hat mich wirklich enttäuscht. Aber ich denke mal, 4 Ratten werde ich trotzdem geben. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und mich im Großen und Ganzen gut unterhalten gefühlt. Viele Ungereimtheiten fallen einem wahrscheinlich auch nur in einer Leserunde auf, allein würde man einfach drüber weg lesen und das Buch dann auch besser bewerten.

    Staubfänger 29/29 + 10/29 + 00/29 + 10/22 --> 49 Punkte

    Frischlinge 29/29 + 29/29 + 27/29 + 22/22 --> 107 Punkte

    SLW 25/40


    Liebe Grüße, Lilli


  • Maggie hat Jules‘ Homosexualität ja erstaunlich gelassen aufgenommen. Aber eigentlich hätte sie doch nicht sofort nach der Rückkehr ausziehen müssen. Sie liebt ihn doch, oder etwa doch nicht? Ich meine, das ist ja nun keine ansteckende Krankheit, dass sie sofort aus dem gemeinsamen Haus flüchten muss.


    Oh doch, das kann ich gut verstehen. Das ist doch eine Ehe unter völlig falschen Annahmen und Voraussetzungen. Da würde ich auch keinen Tag länger zusammen unter einem Dach bleiben wollen - gerade weil sie ihn liebt (oder geliebt hat). Wenn er ihr auch nicht so viel bedeuten würde, könnten sie sicher eine Zweckgemeinschaft weiterführen oder sogar Freundschaft aufbauen, aber so doch nicht.
    Ich hätte allerdings ihn rausgeschmissen :breitgrins:

    LG, Dani


    **kein Forums-Support per PN - bei Fragen/Problemen bitte im Hilfebereich melden**

  • Ich habe das Buch nun auch durch und muss mich eurer Meinung leider anschließen. Das Ende ist so dermaßen enttäuschend...


    Gut, dass Tobi der Täter ist, haben wir ja schon vermutet, aber sein Motiv dabei finde ich etwas fragwürdig. Es passt mir auch einfach nicht, dass er einen Selbstmordversuch vortäuscht und sich dann von Linna so abspeißen lässt und nichts anderes mehr unternimmt. Ich meine jemand, der so krank ist und K.O.-Tropfen zu verabreichen, Linna zu begrapschen und mega Psychoterror verursacht, gibt sich so einfach zu frieden? Das halte ich doch für sehr fragwürdig.
    Außerdem sollten rechtliche Schritte gegen ihn vorgenommen werden. So jemanden kann man doch nicht ungestraft davon kommen lassen. Oo


    Das Ende ist mir auch einfach zu unspektakulär, nach der ganzen Spannung und Dramatik des ganzen Buches.


    Jules ist schwul, das war ja auch schon so gut, wie klar. Allerdings finde ich es mega mies, dass Simon es wusste, aber nichts unternommen hat, dafür aber die blöde Botschaft an die Wand schreibt. Sind denn wirklich alle da gestört? Maggies Reaktion auf die Nachricht, dass ihr Mann schwul ist, kann ich schon verstehen, aber nicht, dass sie ihn betrogen hat. Immerhin ist er doch ihre große Liebe?


    Das Maggie und Linna sich wieder etwas näher kommen finde ich gut, aber auch einfach schlimm, dass Maggie ihr erst dann glaubt.


    Dann noch die Sache mit Linna und Falk... Ich finde es gut, dass die beiden zueinander gefunden haben, aber ich könnte mich so über das letzte Kapitel aufregen. 1. Es ist super schnulzig. 2. Wenn er doch ihre große Liebe ist, warum versucht sie nicht mal eine Beziehung einzugehen? Sie könnte ja auch auswandern oder sonst irgendeine Lösung finden. 3. Sie reist nach Australien um die Urne dahinzubringen??? Das hätte man auch anders lösen können.


    Dann noch, was auch erwähnt wurde, wieso hört sie den nahen Tod der Hündin??? Und das mit der Musik und der Hütte in der Jules überlegt sich umzubringen hat mich auch irritiert. Das passt doch einfach nicht, oder hat Linna jetzt übersinnliche Fähigkeiten?


    Ihr seht schon, ich bin so ziemlich euer Meinung und weiß echt noch nicht, wie ich die Rezension schreiben soll. Ich bin da echt zwiegespalten, weil ich einerseits beim Lesen dermaßen gefesselt und vertieft war und es echt spannend war, zum anderen aber die Handlungsweisen der Protagonisten nicht verstehen kann, vieles übertrieben ist und das Ende mich enttäuscht hat...

  • @Spatzi
    Ich glaub sie konnte da rein Gefühlsmäßig auch im Haus keine weitere Sekunde bleiben. Es war ja das Haus seiner Eltern und zu dem war sie darin so unglücklich. Ich kann verstehen das sie lieber selbst gegangen ist. Ich glaub sie wollte dann auch nicht mehr streiten sondern einfach nur noch weg.