Frances G. Hill - Drachenhaut

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Die Peri Banu, die Göttin der Feen und Der Naga, der Gott der Schlangen, einigen sich auf eine Wette. Der Naga verflucht Massinissa, den Kronprinzen des Reiches Mohor und Patensohn der Peri Banu. Wird sich der junge Mann von dem Fluch befreien und seinen Thron besteigen können oder ist sein Schicksal besiegelt und er wird als wildes Tier enden?


    Lilya wächst in einem sehr behüteten Umfeld als Enkelin eines mächtigen Magiers auf. Doch etwas an ihr unterscheidet sie schon immer von den anderen Frauen des Hauses. Sie hat furchtbare Träume, ihre Haut ist teilweise verätzt und sie hat ein „schlimmes Auge“, mit dem sie manchmal merkwürdige Dinge wahrnimmt. Doch die Zuneigung ihres Großvaters, des Begs, der sich um sie kümmert, sie Dinge lehrt und sie von allen Mädchen der Familie bevorzugt behandelt, lässt sie trotz allem recht sorglos aufwachsen. Nach einem Besuch im Basar ändert sich dies jedoch auf einmal dramatisch!


    Das Buch hat etwas von einem Märchen. Nicht nur die Figuren mit ihren vielen phantasievollen Eigenheiten, sondern auch die Beschreibungen sind so wunderbar detailliert und lebendig, dass man sich als Leser direkt hineinversetzt fühlt, egal ob es sich nun um einen orientalischen Basar oder eine von Leoparden bevölkerte Steppe handelt. Abwechslungsreich ist das Buch auf jeden Fall, der erste Teil spielt zwar in der Stadt, aber dann gibt es einen Szenenwechsel und völlig andere Seiten kommen zum Vorschein.


    Als Leser fiebert man natürlich insbesondere mit Lilya mit, deren Entwicklung vom verwöhnten hilflosen Mädchen zu einer selbstbewussten jungen Frau ganz toll dargestellt ist. Aber auch die Nebenfiguren sind mir richtig ans Herz gewachsen, so liebevoll werden sie geschildert. Die Entscheidung für einen Lieblingscharakter ist hier eigentlich unmöglich!


    Ein besonderes Highlight sind die Peri Banu und Der Naga – über die Dialoge zwischen den beiden Göttern musste ich immer wieder schmunzeln, die beiden sind einfach herrlich!


    Absoluter Lesetipp!


    :tipp:

    LG, Dani


    **kein Forums-Support per PN - bei Fragen/Problemen bitte im Hilfebereich melden**

  • Zum Buch:


    Die Geschichte beginnt mit einer Wette, die das Leben zweier Menschen verändern wird. Der Kronprinz wird vom Naga dem Gott der Schlangen mit einem Fluch belegt und von dem Augenblick ist dessen Leben eng mit Lilya verbunden. Lilya die als Enkelin eines mächtigen Magiers aufwächst ist seit ihrer Geburt anders als die anderen Menschen in dieser Stadt. Ihre äußere Erscheinung ist das auffälligste an ihr, denn ihr Gesicht ist auf einer Seite von Narben übersät...


    Meine Meinung:


    Wie diese beiden Schicksale miteinander verbunden sind müsst ihr beim lesen selbst herausfinden! Und glaubt mir dies ist eine Geschichte die einem beim lesen einfach in eine andere Welt entführt. Frances G. Hill (Susanne Gerdom) hat mich mit ihrem Schreibstil und der Geschichte sehr gefesselt! Sie findet bei den Beschreibungen der Umgebung, der Charaktere und der Gefühle der Propagandisten immer die richtigen Worte so das man das Gefühl bekommt man schlendert gerade selber über den Basar. Man leidet und freut sich mit den Charakteren und man fiebert bei den spannenden Szenen richtig mit. Die Charaktere sind liebevoll mit Leben gefüllt worden und keiner, auch nicht die Nebendarsteller, hat nur eine oberflächige Beschreibung bekommen.


    Die Geschichte hat ein abgeschlossenes Ende und man muss nicht, wie so oft, auf den nächsten Teil warten um zu wissen wie diese Geschichte ausgehen wird. Das Ende ist in sich schlüssig, nichts wirkt wie an den Haaren herbeigezogen. Es passt einfach alles zusammen!


    Alles in allem eine fantastische Geschichte die sich für alle Altersklassen eignet. Diese Geschichte ist für alle die fantastische und märchenhafte Geschichten mögen.

  • Der Inhalt
    Lilya wächst als Enkeltochter des großen Beg auf. Der ist ein mächtiger Mann im Königreich Gashtaham. Doch obwohl es Lilya an nichts fehlt, ist sie doch nicht glücklich. Der Großvater hat nur selten Zeit für sie, ihre Cousinen und Tanten hänseln sie, ihre Eltern sind tot, Geschwister hat sie keine. Sie hat nur ihr Kindermädchen Ajja. Ajja liebt sie aufrichtig. Und dann hat sie noch ihre seltsame vernarbte Haut, für die sie gehänselt wird, und die immer wiederkehrenden Albträume…
    Im Königspalast hat derweil der Kronprinz Massinissa ganz andere Sorgen. Als Kind wurde er vom Schlangengott verflucht und kann seitdem kein normales Leben mehr führen…


    Meine Meinung
    Die Geschichte liest sich wie ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht; wunderschön!
    Bei Fantasybüchern bin ich inzwischen vorsichtig geworden. Seit die „Vampir-Welle“ über den Buchmarkt geschwappt ist, habe ich leider schon viel zu oft schlechte Fantasy gelesen. Die Bücher sind oft gleich aufgebaut und haben alle das gleiche Ende. Da gibt es keine Überraschungen mehr.
    Das ist hier ganz anders! Dieses Buch hat mich sofort in seinen Bann ziehen können. Das mag daran liegen, dass die Geschichte einfach bezaubernd ist, aber auch daran, dass die Figuren wirklich sehr liebevoll ausgearbeitet wurden und – trotz fantastischer Elemente – sehr echt und lebendig wirken! Lilya zum Beispiel muss man einfach ins Herz schließen. Auch kann man besonders an ihr sehr gut sehen, dass die Figuren alle eine Entwicklung durchmachen. Lilya ist anfangs ein schüchternes, furchtsames Mädchen, das aber im Laufe der Geschichte immer mehr an Kraft, Stärke und Selbstsicherheit gewinnt. Es ist wirklich eine Freude, sie auf ihrem Weg begleiten zu können!
    Die Geschichte ist – wie ja schon gesagt – im wahrsten Sinne des Wortes einfach zauberhaft! Sie ist voller magischer Momente und entführt den Leser in eine fantastische Welt, in der nichts unmöglich scheint.
    Es gibt einige Charaktere, mit denen ich sehr mitgefiebert habe, und es gibt Charaktere, die ich am liebsten auf den Mond hätte schießen wollen! Das Buch hat mich wirklich berührt.
    Wer Fantasy mag, kann mit diesem Buch nichts falsch machen; es ist wirklich wunderbar und sehr lesenswert!


    :tipp:

    Lesen aus Leidenschaft

  • Meine Meinung:


    Der neue Fantasyroman von Frances G. Hill (Susanne Gerdom) mutet märchenhaft an, um nicht sogar zu sagen orientalisch-märchenhaft.


    Das beginnt schon bei dem außergewöhnlich schönen und stimmigen Cover. Ein Hingucker und eigentlich zu schade für das Bücherregal, es sei denn man stellt es mit dem Cover nach vorn deutlich sichtbar auf.


    Der gesamte Charakter des Buches, die Geschichte insgesamt behält das märchenhafte konstant bei. Die Protagonisten sind sehr facettenreich, so dass es einem schwer fällt, sie in bestimmte „Schubladen“ einzuordnen. Sie entwickeln sich aber während der gesamten Geschichte auch weiter, was das ganze glaubhaft macht. Und sie sind so gestrickt das man mit einem Teil der Charaktere mitfiebert, mitbangt und mitleidet – aber andere am liebsten ohne Rückfahrkarte zum Mond schießen möchte.


    Die Autorin schafft es auch wieder, Begebenheiten so zu schildern als ob man dabei wäre. Man spürt den Wüstensand, riecht die Gerüchte auf den Basaren. So detailliert und lebendig das man als Leser ein Teil der Geschichte wird.


    Was mir aber auch gefallen hat sind die ansprechenden, teilweise doch sehr lustigen „Wortgefechte“, die mich so manches mal zum schmunzeln gebracht haben.


    Insgesamt war die Geschichte spannend, mitreißend, ein klein wenig romantisch und über das ganze Buch hinweg mitreißend.


    Magisch und fantastisch ist die Geschichte, genauso magisch-fantastisch ist der Schreibstil von Frances G. Hill und ich hab mich gefreut, dass ich das Buch lesen durfte.


    Mittlerweile ist die Autorin – auch unter dem Namen Susanne Gerdom – für mich ein Garant für phantastische Fantasy-Romane geworden und ich gebe ihr sehr gern die Schuld daran, dass ich überhaupt zu so einem Genre greife.


    5ratten

  • Das neueste Jugendbuch von Frances G. Hill (Susanne Gerdom) führt die Leser in eine orientalisch anmutende Fantasiewelt. Hier gibt es Wüstenleute, Paläste, Drachen, Serails, Eunuchen …
    Bildgewaltig beschreibt die Autorin diese bunte Welt, so dass man das Gefühl hat den Basar wahrhaft riechen und die Hitze der Wüste spüren zu können. Die wunderbaren Beschreibungen bilden dabei nur einen Rahmen für eine ebenso wunderbare Geschichte.
    Es passiert so viel, dass einem als Leser unmöglich langweilig werden kann.


    Der Kronprinz des Landes wurde vom Schlangengott verflucht, während die junge Lilya geschützt und privilegiert in im Hause ihres Großvaters aufwächst. Aber nichts ist so wie es scheint und auf Lilya kommen große Probleme zu. Bald muss sie für sich selbst gerade stehen.
    Lilyas Entwicklung von einem schüchternen Mädchen zu einer selbstsicheren Frau zu verfolgen, macht viel Freude.
    Aber nicht nur Lilya entwickelt sich im Laufe der Handlung, sondern auch andere Charaktere.
    Und von denen wimmelt es nur so. Auch der kleinste Nebencharakter wird durch geschickt gestreute Details lebendig.
    Am Ende kann man sich gar nicht entscheiden, wer denn nun zum persönlichen Lieblingscharakter gekrönt werden soll.


    Eines ist am Ende aber klar: Dieses Buch wird man befriedigt zuschlagen und (fast) traurig sein, dass es sich um eine abgeschlossene Geschichte handelt, weil man nicht mit einer Fortsetzung in dieses märchenhafte Reich zurückkehren darf!


    4ratten + :marypipeshalbeprivatmaus: und eindeutig ein :tipp:

  • Märchenhaft, magisch, wunderbar


    Inhalt:
    Die Peri Banu, Fürstin der Feen, und Der Naga, Gott der Schlangen, schließen eine Wette ab. Der Naga verflucht das Patenkind der Peri Banu, den Kronprinz Massinissa, der ebenso wie sein Vater, der Shâya, der Drachenjagd nicht abgeneigt ist. Kann Massinissa dem Fluch entkommen oder wird er sein ganzes Leben als Panther und Zwerg verbringen müssen?


    Das Waisenmädchen Lilya, Enkelin des Beg Kobad, eines angesehenen und mächtigen Magiers, wächst in dessen Haus auf. Wegen ihrer dunklen Hautfarbe und ihrer entstellenden Brandnarben wird sie von den meisten ihrer Tanten und Cousinen gehänselt und gemieden. Doch von Kobad wird sie bevorzugt, und sein Interesse an ihr nimmt mit der Zeit immer mehr zu. Er kennt ihr größtes Geheimnis, von dem sie nicht einmal selbst etwas ahnt.


    Schon bald werden Massinissas und Lilyas Schicksal miteinander verknüpft …


    Meine Meinung:
    Mit ihrem neuen Roman „Drachenhaut“ entführt uns Frances G. Hill aka Susanne Gerdom in ein orientalisch angehauchtes Setting. Man fühlt sich beim Lesen wie in einem Märchen aus Tausendundeiner Nacht. Das liegt nicht nur an den Schauplätzen und den handelnden Personen, sondern auch an der dazu passenden Sprache, die bildhaft und gehoben, aber trotzdem einfach zu lesen ist. Die orientalischen Begriffe wie „Banu“ oder „Shâya“ sind ebenso wie die meisten Personen im Glossar aufgeführt, was vor allem jüngeren Lesern den Einstieg in das Buch erleichtern dürfte. An ausgewählten Stellen wurde die Handlung mit einigen Prisen Humor aufgelockert, was das Lesevergnügen noch steigert.


    Die Autorin hat sich eine spannende, wahnsinnig atmosphärische und fantasievolle Geschichte ausgedacht, in der es viel um Magie geht. Diese Magie wird durchweg schlüssig und logisch beschrieben, so dass man sich fragt, warum das eigentlich im richtigen Leben nicht so funktioniert. Aber auch die übrigen Beschreibungen, z.B. der Bibliothek oder des Basars sind absolut gelungen. Es wirkt alles so plastisch, man möchte direkt ein Buch aus dem Regal ziehen bzw. bekommt den Geruch der verschiedenen Gewürze nicht mehr aus der Nase. Man kann beim Lesen wirklich voll und ganz mit allen Sinnen in das Buch eintauchen.


    Die Charaktere sind ganz wunderbar ausgearbeitet, allen voran die Protagonistin Lilya, die eine riesige Entwicklung durchmacht und von einem einsamen, scheuen Mädchen zu einer selbstbewussten Frau mutiert, die ihre Kräfte kennt und einsetzen kann. Aber auch die Nebenfiguren wurden nicht vernachlässigt. Hier hat mir besonders gut Ajja, Lilyas Amme, gefallen, die Lilya mit den allerlieblichsten Kosenamen betitelt. Oder Yani, Udad, Aghilas … Es gibt wirklich keine Figur, an deren Auftreten ich etwas auszusetzen hätte.


    Sehr lustig sind die Geplänkel zwischen der Peri Banu und Dem Naga, die den Rahmen für die eigentliche Geschichte bilden.


    Fazit:
    Wer das etwas andere Buch mit viel Atmosphäre und viel Fantasie sucht, ist hier genau richtig. „Drachenhaut“ ist ein wundervoll märchenhaftes Jugendbuch, das aber auch Erwachsenen viel Spaß bereiten dürfte. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!


    5ratten:tipp:

  • Meine Meinung:

    Die Götter liegen im Wettstreit: der listige Naga fordert die anmutige Peri Banu zu einer Wette heraus. Ein Teil dieser Wette ist, dass er den Prinzen Massinissa, den Sohn des ebenso mächtigen wie grausamen Shâyas und gleichzeitig das Patenkind der Peri Banu, mit einem Fluch belegt. So fristet der Prinz die eine Hälfte des Monats in der Gestalt eines gefährlichen Werpanthers, die zweite Hälfte dagegen als verwachsener, kamelähnlicher Zwerg. Nur ein Tag im Monat bleibt ihm, an dem er ganz Mensch ist: Dunkelmond.


    Lilya wächst als Waise im Haushalt ihres Großvaters auf, dem mächtigen Beg und Magier Kobad. Von den meisten anderen Familienmitgliedern wird das Mädchen wegen ihrer dunklen Haut und ihrer rätselhaften Brandnarben gemieden und zudem werden üble Gerüchte über sie in Umlauf gebracht. Nur ihr Großvater Kobad kümmert sich um sie und gewährt ihr mehr von seiner kostbaren Zeit als jedem anderen Mitglied der Familie – was wiederum Neid auf Lilya heraufbeschwört. Und dann ist da noch ihre liebevolle Amme Ajja, die Lilya liebt wie eine Tochter. Dennoch fühlt sie sich sehr einsam und sie verlässt nur selten das Haus.


    Bis sie eines Tages bei einem Basarbesuch auf Den Naga und den Werpanther Amayyas trifft. Eine Begegnung, die ihr Leben in der folgenden Zeit ordentlich durcheinanderwirbelt. Bald weiß sie kaum mehr, wer sie ist und wo sie wirklich hingehört…


    Frances G. Hill (Susanne Gerdom) entführt ihre Leser diesmal in eine märchenhaft-orientalisch wirkende Welt, die sie bildhaft und lebensnah vor dem inneren Auge des Lesers entstehen lässt. Ihre Sprache und ihr Stil sind wie immer geschliffen und ausgefeilt, grazil und atmosphärisch und dennoch sehr schnell und angenehm zu lesen.


    Wir tauchen in eine Welt mit ausgefeiltem magischen System und vielen interessanten und faszinierenden Figuren ein, so dass es schwer fällt, das Buch wieder aus der Hand zu legen.
    Die Charaktere sind sehr tiefgründig, facettenreich und einfühlsam gezeichnet und laden den Leser ein mit ihnen zu leiden, um sie zu fürchten und sich mit ihnen zu freuen. Die Hauptfigur Lilya ist sehr interessant und voller Geheimnisse, wobei sich einige davon auch ihr selbst erst im Laufe der Geschichte enthüllen. Hier ist der Leser hautnah dabei und hat so Gelegenheit, eine sehr interessante Entwicklung zu verfolgen. Ein tragender Aspekt des Romans ist die Selbstfindung der Hauptfigur, das Finden einer eigenen Identität, da ihr das gewohnte Leben gründlich auf den Kopf gestellt wird.


    Auch die Entwicklung des Prinzen Massinissa kann sich durchaus sehen lassen. Seinen langen und tragischen Leidensweg durch den Fluch stellt die Autorin sehr eindringlich und gekonnt dar. Auch er hat nur eine richtige Bezugsperson, nämlich den Obersteunuchen Aspantaman, der ihn liebt wie einen Sohn. Die tiefe Verbundenheit zwischen den beiden hat mich sehr berührt.
    Daneben wartet das Buch mit zahlreichen weiteren liebenswerten, teilweise aber auch hassenswerten, Nebenfiguren auf, von denen jeder einen neuen interessanten Aspekt mit ins Buch bringt und die so manche Überraschung für den Leser bereithalten.


    Der Plot strotzt vor Einfallsreichtum und schönen Ideen, der Spannungsbogen bleibt konstant hoch und insbesondere Der Naga sorgt immer wieder für auflockernde, humorvolle Elemente in der Geschichte. In der Mitte des Buches kommt durch einen Standortwechsel Lilyas noch einmal so richtig Schwung in die Geschichte und der Leser lernt gemeinsam mit Lilya nochmals eine Reihe toller Charaktere kennen.
    Auch der Schluss ließ mich sehr zufrieden zurück, denn alle wichtigen Fragen und Konflikte wurden geschickt und zufriedenstellend aufgelöst.


    Fazit: „Drachenhaut“ ist ein fantasievoller und spannender Fantasy-Roman, den ich nur wärmstens weiterempfehlen kann.


    5ratten

    :lesen: Joe Navarro - Menschen lesen

  • Meine Meinung:
    Der Autorin ist mit "Drachenhaut" ein wirklich märchenhaftes Buch für Jugendliche und Erwachsene gelungen, das an 1001 Nacht erinnert. Die Handlung des Buches spielt im Orient und der Autorin gelingt es mühelos, all die beschriebenen Farben, Gerüche und Düfte lebendig werden zu lassen - bei der Beschreibung der leckeren süßen Köstlichkeiten lief mir desöfteren das Wasser im Mund zusammen. Daneben gibt es noch Gestaltswandler, Drachen und machtbesessene Magier.
    Ebenso lebendig empfand ich die Handlungsorte, egal, ob es sich um Beschreibungen der Wüste oder des düsteren Labyrinths im Basar handelte, man hatte das Gefühl, "dabei" zu sein.


    Zudem ist die Handlung kurzweilig und spannend, daß man das Buch gar nicht mehr weglegen möchte. Die Protagonisten waren mir sehr sympathisch und es fiel mir nicht schwer, mich mit ihnen zu freuen oder zu leiden. Ihre jeweilige Entwicklung während der Erzählung, die ich gut nachvollziehen konnte, hat mir sehr gut gefallen.


    Bei dem Geplänkel zwischen den beiden Göttern Der Naga und Peri Banu, welches den Rahmen um die ganze Erzählung bildet, mußte ich manches Mal schmunzeln. Und auch der Schluß ist der Autorin wunderbar gelungen und hat das Buch hervorragend abgerundet.


    4ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

    Liebe Grüße

    Karin

  • Zwei Götter, nämlich die Peri Banu - die Göttin der Feen und Der Naga - der Gott der Schlangen, vereinbaren einen Wettstreit. Im Zuge genau diesen Wettstreites verflucht Der Naga den Prinzen Amayyas. Der Prinz ist zukünftig bei zunehmendem Mond ein Panther und bei abnehmendem Mond ein Zwerg. Und nur einen Tag dazwischen ist er bei vollem menschlichen Verstand.


    Und auch Lilya wird die Folgen dieses Fluches spüren. Als Enkelin eines großen Magiers wächst sie in dessen Haushalt auf. Lilya ist anders, anders als ihre Verwandten und einsam. Zum einen ist ihre Haut viel dunkler als die Haut ihrer Cousins und Cousinen und dazu ist ein Arm von Spuren eines Feuers gezeichnet, genau wie eines ihrer Augen. Als eines Tages ihre Haut plötzlich makellos ist, versehen mit Kringeln und Schnörkeln, weckt das ein großes Interesse Ihres Großvaters.


    Meine Meinung:
    Die Geschichte startet wie ein Märchen und vereint fantastisches mit magischem. Sehr schnell war ich in ihren Bann gezogen. Vor allem Lilya ist mir schnell ans Herz gewachsen. War sie zunächst ein ruhiges und naives Mädchen, wurde sie im Laufe der Geschichte immer mutiger. Es war sehr spannend zu verfolgen, wie ihre Kräfte langsam erwachen und welche Möglichkeiten in ihr schlummerten.


    Aber auch viele andere Figuren sind toll gelungen. Lilyas Amme Ajja mit ihrer blumigen Sprache und ihren tollen Kosenamen für ihren Zögling. Oder der Küchenjunge Yani, der sich nach und nach zu einem guten Freund für Lilya entwickelt. Der Prinz Amayyas, dessen Leben durch den Fluch mehr als schwierig geworden ist und sein treuer Diener Aspantaman.


    Ganz toll ist es der Autorin gelungen, all die magischen und fantastischen Elemente einzubringen und auch zu erklären. Keine Frage ist am Ende offen geblieben und die Geschichte wurde absolut schlüssig zum Ende gebracht. Ich kann eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle Fans von Fantasybüchern aussprechen.

  • Ein Buch das zum Träumen verführt und es als "Märchen für Jugendliche und Erwachsene" erklären würde. Es entführt uns Leser in die Welt von 1001 Nacht und lässt auch genau die Figuren hier lebendig werden, die wir dort erwarten würden, Drachen, Gestaltswandler und Zauberer. Dabei ist es nicht einfach ein Abklatsch dieser alten Märchen, sondern durchaus eine eigenständige und junge Geschichte die durch ihre Sprache besticht. Es gibt viele Geheimnisse in diesem Buch, die die Geschichte außerdem richtig spannend macht und die eigene Phantasie anregt zum spekulieren und die Auflösung war für mich durchaus überraschend.


    5ratten

    Gruß Mascha

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    Frances G. Hill: Drachenhaut, München 2012, arsEdition, ISBN 978-3-7607-8453-3, Hardcover mit goldgeprägtem Schutzumschlag, 459 Seiten, Format: 21,4 x 15,8 x 5 cm, EUR 18,99.


    „Sie nickte resigniert. ‚Ich will kein Drache werden. Aber es bleibt mir nicht wirklich eine Wahl.’
    ‚Nein’, sagte er. Ein Hauch von Bedauern war in seinem Blick. ‚Nein, ich fürchte, die hast du nicht.’“
    (Seite 328)


    Hat man es nicht schon immer geahnt? Ewiges Leben bedeutet Langeweile. Und Langeweile bringt intelligente und kreative Wesen auf die hirnrissigsten Ideen. So geht es auch der Peri Banu, der Fürstin der Feen, und ihrem Lebenspartner, Dem Naga, dem listigen Gott der Schlangen.


    Zum Zeitvertreib wetten die beiden um ein wertloses Schmuckkästchen auf das Schicksal von Peri Banus Patensohn, Kronprinz Massinissa von Gashtaham. Der Naga will ihn mit einem Fluch belegen, den nur die „Dunkle Nacht“ wieder aufheben kann. Die Feenkönigin hält dagegen: „Mein Patensohn wird das Land nicht minder ruhmreich regieren als sein Vater.“ (Seite 13)


    Gesagt, getan – und für den hoffnungsvollen Thronfolger ist nichts mehr, wie es war. Aus dem attraktiven jungen Mann wird bei abnehmendem Mond der geistig behinderte, kleinwüchsige Massin und bei zunehmendem Mond der Panther Amyyas. Prinz Massinissa ist er nur noch wenige Stunden zwischen diesen beiden Zuständen.


    Bei Hof ist man verzweifelt. Was für ein astronomisches Phänomen die „Dunkle Nacht“ wohl sein mag, die diesen Zauber brechen kann? Niemand weiß es, und so versuchen die Hofzauberer und der zauberkundige Staatsbeamte Kobad Beg ihr Glück. Der Beg hat von allen noch am meisten Ahnung von Magie. Und je mehr er sich mit der Aufhebung des Fluchs beschäftigt, desto tiefer zieht er die junge Lilya mit hinein, die seit dem gewaltsamen Tod ihrer Eltern in seinem Haushalt lebt.


    Für Lilya ist der Beg ihr geliebter Großvater. Sich selbst hält sie für eine etwas dunkelhäutig geratene (und durch Brandnarben lebenslang entstellte) Angehörige des Volkstamms der Sardar, obwohl sich ihre Ähnlichkeit mit dem Wüstenvolk nicht verleugnen lässt. Aber Wüstenleute sind Nomaden oder Sklaven, das kann ja nicht sein!


    Ihre Alpträume, ihre eigenartigen Erinnerungen an einen „Seelenbruder“ und ihre wiederholten rätselhaften Begegnungen mit dem Schlangengott Der Naga hätten ihr eigentlich sagen müssen, dass sie keine gewöhnliche Bürgertochter sein kann. Und dass sie mit ihrem verletzten Auge verborgene magische Dinge wahrnehmen kann, ist auch nicht normal ...


    Nach einem aufregenden Besuch im Basar, bei dem Lilya dem Prinzen in seiner Panthergestalt über den Weg läuft, fällt sie für mehrere Tage in einen tiefen Schlaf. Als sie erwacht, sind ihre Brandnarben verschwunden und auf ihrer Haut erscheinen merkwürdige Zeichen, die an die Tätowierungen des Wüstenvolks erinnern. Ihre Dienerin Ajja ist entsetzt. Magische Kräfte sollen diese Zeichen besitzen und ihren Träger in höchste Gefahr bringen.


    Auch der Beg die Bedeutung der Zeichen zu kennen. Er zieht umgehend mit Lilya in den Palast des Königs und missbraucht das Mädchen für schreckliche magische Experimente. Als sie ihr Leben bedroht sieht, flieht sie mit Hilfe des Prinzen und seines Dieners aus dem Serail. Im Basar trifft sie auf den Wüstenmann Gwasila, der sie anhand der Zeichen auf ihrer Haut als Mädchen aus seinem Volk identifiziert. Er nimmt sie mit in sein Heimatdorf, und tatsächlich lernt Lilya dort ihre Tante, ihre Cousine und einige Zeit später ihren Bruder kennen.


    Spätestens nach der Begegnung mit ihrem leiblichen Großvater mütterlicherseits kann sie nicht mehr verdrängen, dass ihre Sippe nicht gerade zu den landesüblichen Durchschnittsfamilien gehört. Auf einmal ergeben ihre Träume, Erinnerungen und Fähigkeiten einen Sinn. Doch Lilya will das alles nicht wahr haben. Am liebsten wäre sie ein ganz normaler Mensch. Für das, was sie ist, gibt es ja noch nicht einmal eine Bezeichnung! Und die Mission, für die sie ausersehen wurde, macht ihr Angst: Sie soll den Kronprinzen von seinem Fluch erlösen. Doch sie traut sich nicht, ihre neu erwachten Kräfte einzusetzen und drückt sich vor ihrer Aufgabe. Das aber passt nicht in die Pläne Des Naga, der sich jetzt zügig was einfallen lassen muss. Dass diese nette kleine Wette mit der Feenkönigin dermaßen aus dem Ruder laufen würde, das hat doch nicht mal er als Gott ahnen können! Oder?


    Wie das wunderschön und aufwändig gestaltete Buchcover schon andeutet, führt uns Frances G. Hill mit dieser Geschichte in eine opulente, orientalisch anmutende Fantasy-Welt. Und ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass man intelligent geschriebene Jugendbücher auch als Erwachsener mit Spannung und Vergnügen lesen kann. Dieses hier wird mit seiner Protagonistin, die sich vom verwöhnten Bürgertöchterlein zur tatkräftigen, selbstbewussten, ja weisen Frau mausert, natürlich vorwiegend Leserinnen ansprechen. Heldinnen, wenn sie nicht gerade Lara Croft heißen, sind für männliche Leser von eher minderem Interesse.


    Die Sprache ist poetisch, die Geschichte recht komplex. Mit jeder überraschenden Wendung erfährt Lilya mehr über sich und ihr Umfeld. Und jedes Mal wird ihr bisheriges Weltbild aufs Neue erschüttert. Es wird dem jungen Mädchen auch einiges zugemutet: Götter und Feen, Werpanther und Drachen, Dämonen und enorme magische Kräfte. Und nicht zuletzt ihre eigene Familiengeschichte. Das ist ein ganz schöner Brocken für eine brave sardarische Beamten-Enkelin, die bislang allenfalls ein bisschen Küchenzauber aus dem Basar kannte. Im selben Maß, wie sich Lilyas Horizont erweitert, schrumpfen ihre Vorurteile. Wenn nichts ist, wie es bisher schien, muss man eben alles neu überdenken.


    Aus der Geschichte von Lilya und Amyyas hätte man vermutlich ein mehrbändiges Epos machen können, so viel Stoff bieten diese Welt und ihr exotisches Personal. Die Autorin hat das nicht geplant und erzählt die Geschichte am Schluss gewissermaßen im Zeitraffer zu Ende. Damit wissen wir alles, was es zu wissen gibt, doch bleibt das Gefühl zurück, dass uns auf diese Weise viele weitere faszinierende Abenteuer entgangen sind. So manches hätten wir lieber ganz ausführlich erzählt bekommen. Nur ungern verlassen wir die Personen und ihre phantastische Welt. Leser sind eben „Serientäter“. Wenn sie mal einen Roman-Kosmos für sich entdeckt haben, wollen sie immer wieder dort hin zurück.


    Erwachsene Leserinnen werden sich vermutlich fragen, ob das Buch nicht auch feministisch-pessimistische Züge trägt: Eine starke Frau bleibt am Schluss allein, weil sich kein geeignetes „Partnermaterial“ findet. Und ein Gott ist auch nur ein Kerl, dem es in aller Ewigkeit nicht gelingt (s)eine Frau zu verstehen Denn sonst hätte Der Naga ja wissen müssen, wie seine Peri Banu auf die Wette reagieren wird und wäre nicht so überrascht über den Fortgang der Geschichte gewesen.


    Männer!


    Die Autorin
    Susanne Gerdom, die auch unter dem Pseudonym Frances G. Hill schreibt, ist 1958 in Düsseldorf geboren und am Niederrhein aufgewachsen. Nach einer Lehre als Buchhändlerin beschäftigte sie sich mit dem Theater und verbrachte einige Jahre als Schauspielerin und Regisseurin in Düsseldorf. Später begann sie Fantasy und Science-Fiction zu schreiben. Sie lebt und arbeitet seit 2008 wieder am linken Niederrhein.