Ursula Poznanski - Die Verratenen

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Zitat:
    "Verräter müssen sterben, sagt das Gesetz; wer die Existenz der Sphären aufs Spiel setzt, hat sein Leben verwirkt. Der Bund ist uns Vater und Mutter zugleich, aber Abtrünnige dürfen nicht mit Nachsicht rechnen."
    (S.60)


    Inhalt:
    Der große Ausbruch hat die Menschheit geteilt. Einem Teil der Menschen ist es gelungen, in den Sphären ein neues Leben aufzubauen. Sie leben in geordnetetn Verhältnissen und alles ist in ausreichendem Maß vorhanden.
    Der andere Teil, die Prims, kämpft tagtäglich in der vorherrschenden Kälte um ihr Leben. Ihnen fehlt es an allem.
    Eleria, auch Ria genannt, lebt in einer der Sphären. Sie ist in der Reihung bereits weit nach vorn, auf die Nummer Sieben, gerückt. Ria besucht die Akademie und wird entsprechend ihrer Talente und Bestimmung trainiert.
    Zufällig wird sie Zeugin einer geheimen Besprechung. In der Sphäre soll es Verräter geben. Schockiert muss sie mit anhören, wie auch ihr Name dabei genannt wird. Daneben werden noch fünf weitere Namen als Verräter erwähnt. Alle sollen kurzfristig und ohne großes Aufsehen umgebracht werden.
    Doch nichts passiert in den darauffolgenden Tagen. Ria sucht nach Hinweisen, entdeckt jedoch nichts Auffälliges.
    Bei der nächsten Wochenversammlung wird verkündet, dass sechs Studenten die Ehre haben werden, den Präsidenten in der Sphäre "Zukunft" zu treffen. Doch die verkündeten Namen der Studenten lassen für Ria nur einen Schluss zu. Denn es handelt sich ausschließlich um Namen, die sie bei der geheimen Besprechung gehört hat. Alle Genannten stehen auf einer Todesliste! So will man also versuchen, die vermeintlichen Verräter still und heimlich aus dem Weg zu schaffen! Oder handelt es sich doch nur um einen großen Irrtum?
    Während der Fahrt mit der Magnetbahn zur Sphäre des Präsidenten kommt es tatsächlich zu einem Zwischenfall. Den sechs Jugendlichen gelingt die Flucht. Ab nun entwickelt sich ihr Leben zu einem wahren Albtraum. Aus Verrätern werden Verratene...


    Meinung:
    Als ich gehört habe, dass Ursula Poznanski eine Dystopie geschrieben hat, war mir von vornherein klar, dass ich diese unbedingt lesen muss. Immerhin gehört Frau Poznanski zu meinen Lieblingsautoren.
    Von "Die Verratenen" wurde ich auch definitiv nicht enttäuscht. Die Idee und die Umsetzung sind sehr gut gelungen. Die Sphärenwelt und ihre Bewohner an sich wurden nicht tiefergehend beschrieben; mit ihrem brillianten Schreibstil und dem perfekten Zusammenspiel der Protagonisten konnte ich darüber jedoch größtenteils hinwegsehen.


    Die Protagonisten weisen sich vor allen Dingen durch die von der Sphärengesellschaft vorgesehenen Charaktereigenschaften aus. Und diese verraten uns letztendlich nur die Stärken der handelnden Personen, lassen uns über das Gefühlsleben jedoch oftmals im Unklaren. Mit fortlaufender Geschichte erfahren wir aber dann doch noch die eine oder andere Kleinigkeit.
    Der Plot selbst ist, wie ich es aus den anderen Büchern der Autorin auch so kenne, stimmig, spannend aufgebaut und man wird von Highlight zu Highlight geführt. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass Frau Poznanski die dystopischen Elemente der Geschichte klasse mit den Stärken eines Thrillers verbunden und damit diesem Genre ein neue Richtung verliehen hat.


    Ria ist mir von Beginn an sympathisch gewesen. Ihre Stärke ist das gesprochene Wort. Durch geschicktes Training ihres Talents gelingt es ihr immer besser, Menschen in ihren Entscheidungen zu beeinflussen. Sie nutzt ihre Stärken später immer wieder dazu, der Gruppe zu helfen und den Zusammenhang zu stärken. Bis sie anfängt, an der Loyalität Einzelner zu zweifeln...
    Aureljo, Mitstudent und Rias Freund, ist der geborene und auch dafür vorgesehene Anführer und Beschützer. Nichts kann ihn in seinem Glauben und seiner Treue der Gesellschaft gegenüber erschüttern. Wirklich nichts?
    Die Prims sind in ihrem Denken und Handeln immer wieder undurchschaubar, aber wirklich sehr interessante Charaktere in der Geschichte. Nie kann man vorhersehen, wie sie als nächstes reagieren werden oder welches Ziel sie mit ihren Handlungen verfolgen. Der Gegensatz zwischen Außen- und Sphärenbewohnern könnte gar nicht größer sein.


    Alle, die einen bösen Cliffhanger erwarten, müssen hier keine Angst haben. Die Geschichte ist in sich selbst erst einmal gut abgeschlossen. Aber natürlich möchte man definitiv wissen, wie es mit den Protagonisten weitergeht.


    Alles in allem hat die Autorin mit diesem ersten Teil ihrer Trilogie einen vielversprechenden Anfang in einem für sie bisher unbekannten Terrain geschaffen. Ich hatte viel Spaß beim Lesen und war oftmals richtig gefesselt von der Geschichte.


    Urteil:
    Mit "Die Verratenen" hat Frau Poznanski wirklich einen sehr guten Einstieg in die geplante Trilogie gefunden. Trotz kleiner Kritikpunkte, die mich in meinem Lesefluss kaum gestört haben, kann man das Buch auf jeden Fall als Lesetipp bezeichnen. Für diese gut umgesetzte Idee vergebe ich deshalb an dieser Stelle 4 Ratten. Ich bin sicher, Frau Poznanski wird sich mit den weiteren Teilen der Trilogie nochmals steigern können. Ich werde definitiv die Folgebände lesen!


    Das Buch ist nicht nur eine Empfehlung für alle Fans von Frau Poznanski, sondern auch für alle Liebhaber spannungsreicher und gut durchdachter Dystopien mit einem Hauch Thriller, nennen wir es mal dystopischer Thriller.


    4ratten

    his-and-her-books.blogspot.de

  • Die Geschichte:
    Ria ist in einer Sphäre aufgewachsen, umgeben von Schnee und Eis, lebt sie geborgen in der Wärme. Sie zählt zu den Besten in ihrer Ausbildung und soll irgendwann eine tragene Rolle in der Regierung haben.
    Doch dann belauscht sie ein Gespräch und ohne zu wissen warum, wird sie mit fünf anderen des Verrates beschuldigt und Rias behütetes Leben ist vorbei...

    Die Geschichte spielt in einer dystopischen Welt in der es Menschen gibt, die in den sogenannten Sphären leben, umgeben von Glaskuppeln und Wärme, aber auch Menschen, die sich außerhalb durchschlagen müssen.
    Für eine Dystopie ist mir der Einstieg erstaunlich leicht gefallen, da es nur wenige unbekannte Begriffe gibt, die aber schnell erklärt werden. Bei vielen Dystopien hatte ich sonst immer erst das Gefühl von Begriffen und Eindrücken erschlagen zu werden, dass das hier nicht der Fall war, hat mir mehr als gut gefallen. Ich konnte mir durch detailreiche und anschauliche Beschreibungen sehr schnell ein Bild von der Welt machen, in der Ria lebt und bin sehr schnell völlig in das Buch versunken.
    Dabei kann ich mir solch ein Szenario und auch das System in dem Ria lebt sehr gut vorstellen. Alles ist logisch und völlig überzeugend. Zwar gibt es hier Parallelen zu anderen Dystopien, aber ich denke, dass das anders gar nicht möglich ist.
    Der ganze Plot ist ebenfalls sehr gut durchdacht und bietet viel Stoff zum Nachdenken. Es kommt beim Lesen nie Langeweile auf, da es stets spannend, atemberaubend und absolut fesselnd ist.
    Ich konnte mich immer nur sehr schwer von dem Buch lösen.
    Zum Schluss bleiben noch viele Fragen ungeklärt, die mich auf eine grandiose Fortsetzung hoffen lassen.

    Die Protagonisten:
    Ria ist mir von den ersten Seiten an sympathisch gewesen. Zu Beginn glaubt sie noch fest an das System und hat eine interessante Ausbildung genossen. Sie kann Menschen lesen wie Bücher und ist eine sehr erstaunliche Hauptprotagonistin, die schnell dazu lernt und nicht aufgibt.
    Aureljo ist Rias Freund. Er ist sehr hilfsbereit und mir etwas zu glatt. Ein paar Makel hätten ihm nicht geschadet. Er wurde als Anführer ausgebildet und ist einer der Verratenen.
    Ein paar Nebenprotagonisten bleiben zwar etwas blass beschrieben, aber das macht der Geschichte keinen Abbruch, weil die Hauptptotagonisten sehr gut und authentisch ausgearbeitet sind.

    Der Schreibstil:
    Der Schreibstil ist locker und leicht, dabei aber spannend und detailreich. Ursula Poznanski vermag es den Leser an das Buch zu fesseln und Emotionen zu übermitteln.
    Die Geschichte ist aus der Sicht von Ria erzählt (Ich-Perspektive), was ich hier als besonders ansprechend empfunden habe, da Ria aus der kleinsten Mimik alles lesen kann. Es war faszinierend, sich stets auf ihre Fähigkeit verlassen zu können, so dass man als Leser durch ihre Beschreibunegn sehr viel aus den Geschehnissen entnehmen konnte.

    Das Cover/der Buchtitel:
    Das Cover ist jetzt nicht so ganz mein Fall, aber es lässt sich sehr viel darin hinein interpretieren, wenn man das Buch gelesen hat. Somit bietet es Stoff zum Nachdenken und passt auf jeden Fall zu der Handlung.
    Der Titel passt ebenfalls sehr gut und hat mich direkt neugierig gemacht.

    Fazit:
    Für alle Dystopie-Anhänger ist das Buch ein absolutes Muss und auch Neulinge in dem Genre, sollten einen Blick riskieren. "Die Verratenen" ist eine grandiose Dystopie, mit einer tollen Hauptprotagonistin, einem logischen und gut durchdachten System und einem spannenden Plot.


    5ratten

  • Zum Inhalt:


    Die Geschichte spielt in der Zukunft. Die Welt, wie wir sie kennen, gibt es nicht mehr. Nach der "Langen Nacht" ist die Menschheit geteilt in zwei Lager: die Sphärenbewohner und die Außenweltbewohner.
    Die 18-jährige Ria lebt in einer Sphäre. Hier ist alles straff durchorganisiert. Sogar die Mahlzeiten werden vorgeschrieben.
    Ria ist eine der besten Studentinnen und liegt in der sogenannten "Reihung" schon sehr weit vorne.
    Eines Tages belauscht sie zufällig ein Gespräch, in dem ihr Name fällt. Sie kann es nicht fassen: Sie soll eine Verräterin sein! Und auf Verrat steht der Tod!
    Gemeinsam mit fünf anderen Studenten soll Ria eliminiert werden, doch ihnen gelingt die Flucht...


    Meine Meinung


    Eigentlich lese ich Dystopien ja nicht so gerne, aber hier musste ich einfach eine Ausnahme machen!
    Auf dieses Buch von Ursula Poznanski war ich sehr gespannt, und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht.
    Der Einstieg in Dystopien fällt mir immer ein wenig schwer, weil so vieles neu und unbekannt ist und ich eine Weile brauche, um mich einzulesen. Aber diesmal ging es erstaunlich schnell, und ich hatte auch keine Probleme, mich in dieser neuen Welt zurechtzufinden.
    Es war interessant, Ria zu begleiten. Ich kann nicht sagen, dass sie mir immer sympathisch war, aber ihre Gedanken waren doch nachfühlbar, und somit konnte ich auch ihre Handlungen nachvollziehen.
    Sowieso tauchen in diesem Buch viele interessante Figuren auf - sowohl in der Sphärenwelt als auch in der Außenwelt. Ich hoffe, dass viele von ihnen auch in den Folgebänden wieder auftauchen werden!
    Besonders gut hat mir als Buchliebhaber natürlich die Bibliothek von Quirin gefallen! Ich habe die Hoffnung, dass sie im zweiten Teil der Trilogie noch eine Rolle spielen wird!
    Insgesamt kann ich sagen, dass mir das Lesen dieses Buches sehr viel Spaß gemacht hat und ich mich nun auf den zweiten Teil freue!

    Lesen aus Leidenschaft

  • Wer meint er hat schon alles an Dystopien gelesen was in letzter Zeit auf den Markt gekommen ist wird von diesem Buch angenehm überrascht sein. Während die meisten sich stark auf die Liebesgeschichte zweier Protagonisten beschränken, liegt der Schwerpunkt dieser in den Spannenden Elementen.


    Ria lebt in einer Welt in der die Menscheit zersplittert ist! Sie lebt auf der Seite in der sie sich um viele Dinge keine Sorgen machen muss. Sie hat ein Dach über den Kopf, bekommt regelmäßige Mahlzeiten, eine sehr gute Schulbildung und ihre Zukunft sieht rosig aus da sie eine der besten Studentin in der Sphäre ist.
    Doch was befindet sich auf der anderen Seite der Medallie? Und ist wirklich alles so einfach und schön wie es auf dem ersten Blick erscheint?
    Natürlich nicht! Und die Autorin lässt einen auch nicht lange in der "ach so heilen Welt"! Schnell stellt sich heraus das vieles nicht so ist wie es den Anschein hat.


    Schnell habe ich mich in der Welt von Ursula Poznanski zurecht gefunden die sie sehr lebhaft und mit viel Liebe zum Detail beschrieben hat. So manches mal musste ich schmunzeln wenn alltägliche Gegenstände aus der heutigen Welt in der Zunkunft bestaunt wurden und nach deren Funktion gesucht wurde! Und ja, über Geschmack lässt sich streiten!


    Die Verratenen hat sich als ein richtiger Page-Turner erwiesen, denn ich konnte das Buch nicht lange aus der Hand legen die Neugier war einfach zu groß. Ich musste immerzu wissen wie es denn nun weiter geht!


    Leider war der erste Teil der Geschichte zu schnell zu Ende und da die Geschichte als Triologie verfasst worden ist werde ich bis zum Endgültigen Ende der Geschichte noch etwas warten müssen! Aber eins steht auf jeden Fall fest, sobald der zweite Teil erschienen ist werde ich diesen auf jeden Fall lesen!

  • Intelligent konstruierter dystopischer Thriller


    Irgendwann in der Zukunft, viele Jahre nach der „Langen Nacht“. Die Menschheit ist gespalten, die Privilegierten leben sicher in den Sphären, die Außenbewohner müssen täglich in der Kälte ums nackte Überleben kämpfen. Die Protagonistin Ria ist eine erfolgreiche Studentin einer Elite-Akademie. Sie wird vor allem darin ausgebildet, mit Reden ihr Gegenüber zu überzeugen und notfalls umzustimmen. Sie kann menschliche Gesichtszüge und Gesten lesen wie kein anderer. Als Leser bekommt man die Handlung aus ihrer Sicht präsentiert und ihre scharfsinnigen Analysen gleich dazu. Auf diese Weise erfährt man sehr viele Details über diese dystopische Welt und lernt auch die anderen Charaktere gut kennen. Ria war mir gleich sympathisch, es fiel mir leicht, mich mit ihr zu identifizieren.


    Eines Tages belauscht Ria zufällig ein Gespräch zwischen hochgestellten Persönlichkeiten. Es soll Verschwörer unter den Studenten geben, und Ria soll eine der sechs Verdächtigen sein! Es ist beschlossen, diese sechs ohne Prozess und ohne großes Aufheben zu töten. Für Ria bricht eine Welt zusammen, denn sie hat sich noch nie im Leben etwas zuschulden kommen lassen und war dem Regime immer treu ergeben. Aber schon bald muss sie sehen, dass nicht alles so ist, wie man es ihr beigebracht hat. Für sie beginnt ein Kampf ums Überleben, wobei sie keinem Menschen mehr vertrauen kann.


    Wie man es von Ursula Poznanski gewohnt ist, geht es auch in diesem Buch gleich spannend los. Der 1. Satz „Ich weiß, dass etwas Furchtbares passiert sein muss, als Tomma den Raum betritt.“ ließ bei mir gleich mal den Adrenalspiegel ansteigen. Und der sank erst wieder, als ich das Buch aus der Hand legte. Es ist durch und durch spannend geschrieben und vermag den Leser zu fesseln. Nach und nach kann man sich ein umfassendes Bild von der dargestellten Welt machen. Sie ist für mich schlüssig aufgebaut. Die Protagonisten handeln in aller Regel logisch und nachvollziehbar und sind mit ihren besonderen Eigenschaften interessant aufgestellt. Als wohltuend empfand ich, dass die Handlung nicht von einer schnulzigen Liebesgeschichte wie in vielen anderen dystopischen Romanen dominiert wird. Das Augenmerk liegt hier mehr auf den Thrillerelementen.


    Der erste Band einer Trilogie ist immer etwas schwer zu beurteilen, weil man sich ja noch kein Gesamtbild machen kann. Man sieht noch nicht, ob am Ende alles zusammenpasst und stimmig ist. Da mich dieses Buch mit zu vielen offenen Fragen und damit etwas unbefriedigt zurücklässt, gebe ich vorerst nur 4 von 5 Ratten.


    4ratten

  • Nach Jugendbüchern und einem Krimi entführt uns die Autorin nun in eine düstere Welt der Zukunft. Etwas ist passiert mit der Erde und die Menschen leben nun zum Teil geschützt unter Glaskuppeln, genannt Sphären und der Rest, die sogenannten Prims, kämpft draußen in einer eisigen Umgebung ums Überleben. Ria ist Schülerin an einer Elite-Akademie und wird auf spätere Führungsaufgaben in ihrer Welt vorbereitet. Doch eines Tages belauscht sie ein Gespräch, das ihre Welt auf den Kopf stellt. Es ist die Rede davon, dass sie und noch fünf weitere Studenten Verräter seien und eliminiert werden müssen. Ria ist geschockt, denn sie weiß, dass sie keine Verräterin ist und kann es sich auch bei den anderen, die sie kennt, nicht vorstellen. Doch was soll sie tun und wem kann sie jetzt noch vertrauen?


    Den sechs Studenten gelingt die Flucht und statt ihres bisherigen behüteten Lebens unter der Kuppel müssen sie sich nun in der Außenwelt durchschlagen, worauf ihre Ausbildung sie natürlich kaum vorbereitet hat. Gut, dass sie alle unterschiedliche Begabungen haben, die sich teilweise schnell als nützlich erweisen.


    Die Charaktere sind interessant, insbesondere Ria als Hauptfigur war für mich immer nachvollziehbar in ihren Handlungen und durchaus sympathisch. Bei den anderen weiß man oft nicht, was man denken soll, aber das ist für die Handlung natürlich so gewollt.


    Es handelt sich hier um den Auftakt einer Trilogie, dementsprechend werden anfangs die Figuren und die Welt erst einmal eingeführt. Allerdings bleibt weitgehend offen, was eigentlich geschehen ist, um die jetzige Gesellschaftsform entstehen zu lassen. Auch die Frage nach dem Warum der ganzen Verschwörung gegen die Jugendlichen ist am Ende natürlich unbeantwortet, die Auflösung dieses Geheimnisses bleibt den Folgebänden vorbehalten.


    "Die Verratenen" bietet nicht unbedingt etwas völlig Neues auf dem breiten Markt der Jugenddystopien, aber die Umsetzung ist gut gelungen und ich bin auf jeden Fall neugierig, wie die Geschichte weitergehen wird!


    4ratten

    LG, Dani


    **kein Forums-Support per PN - bei Fragen/Problemen bitte im Hilfebereich melden**

  • Also, ich war ja mehr als skeptisch und auch etwas enttäuscht, weil Poznanski bisher so unglaublich gute Standalones abgeliefert hat, die einfach mal ohne Fortsetzung ausgekommen sind. Von daher bin ich etwas genervt, dass sie nun auch ne Trilogie machen muss - auch wenn ich natürlich verstehe, warum das für sie supergut ist.
    Aber es liegt trotzdem auf dem Stapel und wird noch gelesen. Ich kann an ihr dann doch nicht einfach vorbeigehen :D

  • Zum Inhalt:
    In einer dystopischen Zukunft, in der die Welt von Sphären und Außenbewohnern (auch abfällig Prims genannt) bevölkert wird, lebt auch die Studentin Ria mit ihren Freunden und Kommilitonen einem straff durchorganisierten Alltag, alles ist auf Karrieredenken getrimmt. Aber eines Tages werden Ria und ihre Freunde als Verschwörer beschuldigt und aus einst guten Studenten werden Verratene und sie müssen ein Leben auf der Flucht leben und ausgerechnet unter denen leben, sie in den Sphären als Primitive gelten: unter den Außenbewohnern (den Prims).


    Meine Meinung:
    Der Schreibstil ist locker und flüssig und man kommt ganz gut ins Geschehen rein. Ich finde die Figuren sehr nachvollziehbar und ich finde auch die Hervorhebung von deren Eigenschaften gelungen, dass zeigt auch, dass jeder etwas kann und eine besondere Gabe besitzt.


    Die Geschichte wurde aus der Sicht Rias erzählt und somit kann der Leser einen tieferen Einblick in die Geschichte gewinnen und man steckt immer direkt in der Geschichte.


    Auch der Wandel der einzelnen Personen ist gut gelungen, man merkt, dass es ihnen anfangs schwer fällt, sich an die neuen Lebensumstände zu gewöhnen und dass es ihnen nicht leicht fällt, die Scherben ihres zerstörten Weltbildes wieder neu zusammenzufügen. Auch die Unterschiedlichkeit der Figuren ist gut gelungen. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen.


    Der Spannungsbogen ist Ursula Poznanski sehr gut gelungen, durch diesen ersten Band hat sie mich hungrig auf die Folgebände gemacht und auf weitere Bücher von ihr, denn es ist das erste Buch, das ich von ihr lese und ich wurde nicht enttäuscht.


    Fazit:
    Ein toller Beginn einer Trilogie, in der hoffentlich noch alle offenen Fragen geklärt werden. Dass es diese gibt, stört mich in diesem Falle eher weniger, denn so freue mich umso mehr auf den zweiten Teil.

  • Über die Autorin:
    Ursula Poznanski, geboren in Wien, studierte sich einmal quer durch das Angebot der dortigen Universität, bevor sie nach zehn Jahren die Hoffnung auf einen Abschluss begrub und sich als Medizinjournalistin dem Ernst des Lebens stellte. Nach der Geburt ihres Sohnes begann sie Kinderbücher zu schreiben. Aufgrund des Erfolges ihres ersten Jugendbuchs „Erebos", das in mehr als 26 Sprachen übersetzt und u. a. den Deutschen Jugendliteraturpreis (Jugendjury) gewann, wagte sie den Sprung ins hauptberufliche Autorenleben. Mit ihrer Familie lebt sie im Süden von Wien.
    (Quelle: Verlag)


    Inhalt:
    Sie sind 6.
    6 junge Studenten.
    6 hoch begabte Studenten in einer Zeit, in der Menschen in Sphären leben. Unter Glas. In einem System, dass mehr und mehr zu einem Alptraum mutiert.


    Menschen werden künstlich gezeugt. Die klassische Familie gilt als unwirksam, als nicht geeignet, Kinder aufzuziehen. Und es gibt die Welt draußen. Außerhalb der Sphären. Dort leben die „Prims“, sogenannte Primitive, die weniger gelten, als man sich vorstellen kann. Und die als Feinde von dem Großteil betrachtet werden und dieses Ansinnen wird gefördert. Durch Horrorgeschichten, die Prims töten die Sphärenbewohner bestialisch.


    Doch eines Tages sind 6 der Sphärenbewohner nicht mehr länger privilegiert. Sie gelten als Verräter und sollen ausgeschaltet werden. Doch das wissen sie noch nicht. Nur Ria, sie ist die Nummer 7 der Rangliste und Freundin der Nummer 1. Sie belauscht ein hoch brisantes Gespräch, aus dem hervorgeht, dass die 6 sterben müssen, weil sie die Sphären verraten hätten. Nur weiß Ria nichts davon und sie kann sich nicht vorstellen, dass die anderen, die lediglich als Nummern genannt werden, irgendetwas verräterisches getan haben. Doch was dahinter steckt, das müsste sie rausfinden, ansonsten ist für sie alles zu spät.


    Doch wer wird ihr glauben? Alle leben in einer durchstrukturierten Welt, das Essen wird zugeteilt, das Klima wird geregelt, alles ist genau abgestimmt, jeder wird seinen Talenten entsprechend gefördert und ein Mangel wird ausgeglichen. Ja, es werden sogar kosmetische Operationen vorgenommen, um den Perfektionismus eines für die Sphären Arbeitenden auf die sprichwörtliche Spitze zu treiben.


    Wer also sollte Ria glauben?


    Spätestens, als die 6 sich wirklich in einem Zug in eine andere Sphäre wieder finden, genau wie Ria es aus dem belauschten Gespräch erzählt hat, mitten auf der Strecke gehalten wird und sie sich nach einem blutigen Kampf in der Eiseskälte und auf der Flucht außerhalb der Sphären wieder finden, erst da glauben die anderen Ria.


    Nun sind die als Verräter Gebranntmarkten selbst die Verratenen und müssen sich einer Welt „draußen“ stellen, die sie heillos überfordert und die sie das Leben kosten könnte.


    Denn die Prims haben sie längst entdeckt...


    Meine Meinung:


    Klappe – Die Erste


    Ich habe dieses Buch im Rahmen einer Leserunde bei Lies + Lausch gelesen und genossen. Erwartungen hatte ich viele verschiedene. Immerhin ist es ein Poznanski-Buch! Und ja, sie wurden erfüllt und sogar auch übertroffen.


    Die Geschichte ist vielschichtig, hat viele Aspekte, die sich in einer Rezension gar nicht zusammenfassen lassen, ohne dass man zu viel verrät, was man sich selbst „erlesen“ sollte, um das Buch wirklich so ganz zu verstehen.


    Es handelt sich um eine Dystopie, das ist ja von vorne herein bekannt. Doch finde ich diese ganzen Visionen, die da verarbeitet wurden, zum Teil wirklich gruselig. Z.B. diese Sphären, ich habe sie vor mir gesehen, es gibt ja so was ähnliches heute schon, Biosphären, in denen Pflanzen und Tier gedeihen, in denen getestet wird, ob man so was auf anderen Planeten nutzen kann, um dort zu siedeln. Also ist das gar nicht so weit hergeholt, dass wir hier auf der Erde irgendwann auch unter riesigen Glaskuppeln mit gesteuertem, optimalem Klima leben. Vor allem, in der Welt im Buch hat es auch eine nicht näher bezeichnete Katastrophe gegeben, die dazu führte, dass die Menschheit oder zumindest ein Teil davon unter den Sphären lebt. Ein anderer Teil, diejenigen, die wahrscheinlich vorher auch schon arm waren, müssen sich in der harten, eiskalten Umwelt draußen durchschlagen. Genauso stell ich mir das vor. Leute, die es sich leisten können, werden mehr oder weniger gerettet und leben in Sicherheit, die andren müssen zusehen… Also auch gar nicht so fiktiv.


    Und so geht es weiter, es gibt vieles, wo man heute schon die ersten Vorboten davon erkennen kann. Auf jeden Fall handelt es sich um den Auftakt einer Trilogie, was uns, denen das Buch gefallen hat, auf eine harte Probe stellt. Denn nun heißt es warten, bis wir weiter erfahren, wie es den ehemaligen Sphärenbewohnern –von den Prims „Lieblinge“ genannt!- weiter ergeht. Das Ende des Buches markiert eine Art Aufbruch und beinhaltet schon eine zarte Hoffnung darauf, dass es doch besser werden könnte, für alle.


    Der Schreibstil ist sehr flüssig und leicht lesbar geschrieben, ich konnte der Geschichte vom ersten Moment an folgen, auch wenn ich mich erst einmal in der Zeit orientieren musste, in der das Buch spielt. Es waren viele futuristische Eindrücke, die da auf den Leser einstürzen, die aber so bildhaft beschrieben sind, dass man eigentlich recht flott ein gutes Bild vor Augen hat und dann ist das ganze Buch ein einziger, teilweise recht dramatischer Film fürs Kopfkino.


    Fazit:


    Literarische Science Fiction fürs Kopfkino vom Feinsten, nicht unbedingt als Dystopie ausschließlich für Jugendliche geeignet, da es doch sehr komplex und vielschichtig ist und von daher auch für uns Erwachsene ein feiner Leckerbissen, den man auch gut zweimal lesen kann, um wahrscheinlich alles wirklich zu erfassen.


    5ratten

    Liebste Grüße<br />die NiliBine<br /><br />Mein SuB Stand JETZT: 385<br /><br />Ich lese: Alexa Hennig von Lange &quot;Der Atem der Angst&quot;/Gabriela Gwisdek &quot;Nachts kommt die Angst&quot;/Aileen P. Roberts &quot;Elvancor 1&quot;

  • Ria ist eine Elitestudentin des Sphärenbundes. Ihre Zukunft scheint gut organisiert, denn als Nummer 7 der Rangliste erwartet sie nach dem Abschluss eine gehobene Anstellung. Das Leben unter den künstlichen Kuppeln verläuft geordnet nach strengen Regeln. Die Fähigkeiten der Studenten werden trainiert und gefördert, die Körperfunktionen ständig überwacht und das Essen nach persönlichem Bedarf im Automaten gemixt. Niemanden stört es, die Bewohner kennen diesen Alltag nicht anders. Außerdem sind sie stolz auf ihren künstlichen Lebensraum, denn außerhalb der Sphären gestaltet sich das Überleben nach Einbruch einer schrecklichen Kältewelle sehr viel schwieriger. Als Ria eines Tages ein geheimes Gespräch belauscht, in dem sie selbst und einige ihrer Mitstudenten als Verräter bezeichnet werden, lernen sie die Wildnis schneller kennen, als ihnen lieb ist.


    "Wenn ich nicht schlafen kann, sitze ich oft am Fenster [...] und suche am nächtlichen Himmel nach dem Mond. Perfekte Schönheit, nicht von Menschenhand gemacht, anders als alles, was mich sonst umgibt."


    Ein spannendes Anfangskapitel macht den Einstieg in diese Jugenddystopie sehr leicht. Direkt bekam ich Einblicke in die Welt der Sphären und die ersten Fragen tauchten auf. Natürlich stieg damit auch meine Neugier auf die Geschichte zwischen den Buchdeckeln. Obwohl die Story in den Kuppeln beginnt, reichten kleine Andeutungen auf die Wildnis, um mein wahres Interesse zu erkennen. Wie ist es wohl dort draussen? Stimmen die Berichte, die man sich zuflüstert? Bis ich als Leser Gewissheit bekommen sollte, litt ich mit Ria. Sie hatte plötzlich Kenntnis von Dingen, die die heile Fassade zum Einsturz bringen könnten. Nur wie geht man damit um, wenn man bisher nach Regeln lebte und an diese glaubte?


    Die Geschichte entwickelte sich rasant. Dieser gute Mix aus Dystopie, Thriller und vielfältiger Charaktere konnte mich überzeugen. Letztere sind ideal ausgewählt. Wirkten sie in den Sphären noch recht farblos, aber passend aufgrund der künstlichen Atmosphäre, blühten sie später auf - jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten.


    Der erste Band einer Trilogie schließt natürlich nicht vollständig ab, doch ein fieser Cliffhanger bleibt zum Glück aus. Ich freue mich schon auf neue Eindrücke und den Fortgang der Geschehnisse im nächsten Teil.


    4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

  • Zum Buch


    Die Welt im 22. Jahrhundert. Nach der "langen Nacht" ist die Umgebung von einer Eiszeit gefangen und teilt sich in die Außenbereiche und die Sphären auf.
    Ria lebt in einer dieser durch eine Kuppel geschützten Sphären und führt ein straff durchorganisiertes Leben. Mahlzeiten werden entsprechend den Bio-Werten individuell ermittelt, Gesichtszüge der Bewohner durch Operationen dem möglichst optimalen Ausdruck angepasst. Durch eine Reihung entsprechend einer "Bestenliste" und den individuellen Fähigkeiten werden besonders geeignete Jugendliche gefördert.
    Zufällig erfährt Ria, dass Sie und fünf weitere Jugendliche des Verrats beschuldigt werden und es geplant ist, alle auszuschalten. Ria und den anderen gelingt die Flucht und sie sehen sich der kargen Außenwelt und den Außenbewohnern, den "Prims" gegenüber.


    Meine Meinung


    Ursula Poznanski hat mit "Die Verratenen" einen gelungenen Auftakt zu einer auf drei Teile angelegten Dystropie geboten. Das Buch liest sich "weg wie nichts". Die Charaktere sind interessant, man findet sich sehr schnell in diese fremdartige Welt hinein. Spannend, wie sich die bisher behüteten Sphärenbewohner, denen bisher jede Entscheidung abgenommen wurde, nach dem Zusammentreffen mit den Außenbewohnern weiterentwickeln und das Leben in den Sphären hinterfragen, denn vieles ist nicht so wie es scheint.
    Obwohl es sich um den ersten Teil einer Trilogie handelt, kann man mit dem Ende des Bandes gut zurechtkommen. Es gibt keinen heftigen Cliffhanger, man freut sich einfach nur auf den zweiten Teil.


    Das Buch bekommt von mir 4ratten

    Das sind keine Stirnfalten. Das ist ein Sixpack vom Denken.

  • Die Welt wie wir sie kennen hat sich durch die "lange Nacht" erheblich verändert. Die Menschen haben sich in zwei Gruppen gespaltet, die Sphärenbewohner und die Aussenbewohner.
    In den Sphären leben die Menschen ein recht behütetes leben. Die Aussenweltler leben in Clans und müssen um ihr Überleben kämpfen.
    Ria ist eine Sphärenbewohnerin und studiert an einer Akademie. Dort ist sie auf Platz 7 und somit eine der besten. Ihr Leben scheint bis jetzt ruhig verlaufen zu sein, doch das ändert sich, als eine ihrer Freundinnen nicht mehr von einem Außeneinsatz zurückkehrt. Nun nehmen die Geschehnisse ihren Lauf. Durch einen Zufall belauscht Ria ein Gespräch in welchem sie erfährt, dass es eine Verschwörung geben soll. Die Verschwörer werden genannt und sie stellt mit entsetzten fest, dass sie und ein paar ihrer Freunde die Verschwörer sein sollen und schnellstmöglich eliminiert werden müssen.


    Als erster Teil einer dreiteiligen Dystopie packt "Die Verratenen" den Leser sofort und zieht diesen in das Geschehen hinein. Durch den Schreibstil von Ursula Poznanzki und der spannenden Geschichte fällt es schwer das Buch zur Seite zu legen. Das Buch ist in der Ich-Perspektive geschrieben. Eigentlich bin ich nicht der Fan von Ich-Perspektiven, aber mit Ria als Erzählerin kann ich sehr gut leben. Ich konnte ihre Gefühle, Überlegungen und Handlungen größtenteils nachvollziehen, auch wenn ich, an ihrer Stelle vielleicht anders gehandelt hätte. Auch die anderen Figuren wirken echt und es viel mir leicht eine Verbindung aufzubauen.
    Ich finde "Die Verratenen" ein unglaublich spannendes Buch, in dem nichts so ist, wie es im ersten Moment erscheint.
    Ich freue mich schon auf Band 2 der Trilogie!

  • Inhalt:
    Ria ist talentiert, beliebt und studiert an der Eliteakademie der Sphären. Außerhalb der Sphären leben die so genannten Prims, die sehr gefährlich sind. Ria hat eine große Zukunft vor sich und ihr Leben könnte nicht besser sein. Als sie durch Zufall ein Gespräch belauscht, gerät ihr Leben aus den Fugen. Sie und 5 andere Studenten sollen eine Verschwörung geplant haben und so schnell es geht aus dem Weg geräumt werden. Ria weiß nicht mehr was sie glauben soll. Als genau die 6 kurz darauf den Präsidenten der Sphären kennenlernen dürfen und die Sphären verlassen, werden sie angegriffen. Von nun an sind sie auf der Flucht – vor ihrem eigenen Zuhause.


    Meine Meinung:
    Ich habe schon sehr viel Gutes von den Büchern der Autorin gehört. Dies ist allerdings mein erstes Buch und es hat mich komplett überzeugt. Mit „Die Verratenen“ hat die Autorin ein Meisterwerk geschaffen, das so schnell niemand mehr vergisst. Das Buch war von Anfang bis Ende spannend und sehr gut und leicht zu lesen. Die Charaktere waren mir (so gut wie) alle sehr sympathisch. Sie haben alle etwas Besonderes an sich und wurden super dargestellt.


    Die Autorin hat das große Talent, sehr bildhaft zu schreiben. Ich konnte mir die Sphären und jede andere Umgebung sehr gut vorstellen.


    Fazit:
    „Die Verratenen“ ist der Auftakt einer sehr spannenden Trilogie. Die Idee des Buches ist sehr gut und die Umsetzung noch besser. Ich bin jetzt total auf den zweiten Teil gespannt und kann es gar nicht mehr erwarten, ihn zu lesen. Von mir gibt es auf jeden Fall fünf von fünf Sternen. Wenn es ginge noch mit Sternchen ;)

  • Meine Meinung:


    Titel: Wenn du keinem mehr trauen kannst, was dann?


    Dass Frau Poznanski in der Lage ist gute Jugendliteratur zu schreiben, hat sie bereits mit "Erebos" bewiesen, drum war ich auf den Start ihrer Dystopie Trilogie gespannt und ich wurde nicht enttäuscht, sondern regelrecht umgehauen.


    Die Ich- Erzählerin Ria nimmt uns mit in ihre Welt. Die Welt, wie wir sie kennen, gibt es nicht mehr. Es gibt nur noch die Sphärenmenschen, wie Ria eine ist und die anderen, die Prims. Diese Menschen leben in der Welt da draußen, ungeschützt vor Kälte und Umwelteinflüssen. Doch Ria und ihren Mitstudenten geht es gut, was soll sie sich um das Leid der primitiven Menschen da draußen sorgen, von denen sie immer mal wieder bedroht werden? Doch das ändert sich bald als sie heimlich ein Gespräch belauscht, in dem von ihrem Tod und dem ihrer Freunde die Rede ist. Was nun? Ist das was sie als Wirklichkeit kennt überhaupt wahr? Wem kann sie jetzt noch trauen? Auf der Flucht erleben sie einige Überraschungen, nur gute sind es keine...


    Die Autorin schafft es einen guten ersten Band abzuliefern, der eine erschütternd realistische zukünftige Welt dem Leser bietet, wie es sie hoffentlich nie geben wird. Menschen, die keine Familien haben, da sie im Reagenzglas gezeugt und vom System geführt wurden, wie erschreckend. Man kann sich trotz fremder Begriffe wie Salvator gut vorstellen, um was für technische Neuerungen es sich handeln könnte. Gut gefallen hat mir zudem wie sie die uns bekannte Welt aus den Augen des Zukunftsmenschen Ria beschreibt, die keine Straßen, Steingebäude oder ähnliches kennt. Für uns als Leser ist das alles selbstverständlich, für sie jedoch nicht.


    Die Charaktere sind für ein Jugendbuch gut gezeichnet, die Eigenschaften der Einzelnen sind interessant. Jede Person hat seine guten und negativen Eigenschaften. Ria wirkte auf mich zunächst sehr arrogant, was aber wohl eher dem Fall geschuldet ist, dass sie uns alles aus ihrer Sicht schildert und präsenter ist als die anderen. Auch die kreative Namenswahl der handelnden Personen gefiel mir.


    Mit Begeisterung habe ich Band eins gelesen und fast muss ich sagen, dass mir dieses Buch bald noch ein bisschen besser gefallen hat als "Erebos" und das fand ich schon super klasse.


    Fazit: Nun heißt es auf Band zwei warten. Ich kann nur meine absolute Leseempfehlung aussprechen, nicht nur etwas für Fantasyfans. Klasse!


    Bewertung: 5ratten und wie ich finde ein :tipp:

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)

  • Ria lebt in einer von Menschen geschaffenen, geschützten Welt unter Kuppeln. Sie ist privilegiert, hat ausreichend Nahrung, angenehmen Wohnraum und lernt an einer Akademie, die ihre Studenten in vielerlei Hinsicht formt. Ria selbst hat ein ausgesprochenes rhetorisches Talent und ist zudem in der Lage, andere sehr schnell und gut einzuschätzen und dementsprechend zu reagieren. Sie gehört zu den TopTen der Studenten und eine große Zukunft ist ihr gewiss. Von diesen Kuppelanlagen gibt es mehrere auf der Welt. Doch außerhalb dieser leben Menschen unter viel schlechteren Bedingungen. Ihnen stehen weder aureichend Ressourcen, noch Technik oder Wissenschaft zur Verfügung und sie sind ganzjährig den Elementen ausgesetzt. Immer wieder kommt es zu Zwischenfällen zwischen diesen beiden Parteien, wenn die Privilegierten ihren geschützten Bereich verlassen.


    Während Ria gerade mit ihrem Mentor eine überzeugende Rede einstudiert, erhält sie die Nachricht über den Tod einiger Expeditionsmitglieder, von denen eine ihr persönlich sehr am Herzen lag. Die Studenten trauern um ihre Kameraden und sind aufgebracht. Doch eine der Hauptlehren der Akademie ist die Übung in Verständnis und Mitgefühl für die Außenbewohner, deren Aufnahme in die Gemeinschaft in der Zukunft, in der die Ressourcen für alle reichen werden, geplant ist und so versuchen alle Betroffenen, ihre Emotionen wieder in den Griff zu bekommen. Abgelenkt werden sie durch das Erscheinen einiger Sentinels, unter denen sich ein wichtiger Mann zu befinden scheint. Während die meisten noch rätseln, was sein Erscheinen zu bedeuten hat, scheint einer der Studenten plötzlich von seiner Angst überwältigt zu werden. Weshalb ist dieser wichtige Mann hier? Und wer ist er? Und was ist wirklich bei dieser Expedition geschehen?


    Durch einen Zufall kann Ria ein Gespräch zwischen diesem Sentinel und dem Akademieleiter belauschen, indem sie und einige weitere Studenten - unter anderem ihr Freund und Ranglistenerster Aureljo - der Verschwörung beschuldigt werden und in naher Zukunft unbemerkt eliminiert werden sollen. Ria ist entsetzt, wähnte sie sich doch sicher in ihrer vermeintlich perfekten Gemeinschaft. Nachdem sie den ersten Schock überwunden hat, versucht sie vorsichtig die anderen Betroffenen zu kontaktieren, die ebenfalls Schwierigkeiten haben, diese Informationen zu akzeptieren. Doch die Hinweise, dass Ria sich nicht getäuscht hat, mehren sich und der Verrat an ihnen wird mit der Bekanntgabe einer gemeinsamen Reise zum Präsidenten, zu der zufälligerweise ausschließlich die sechs "Verschwörer" eingeladen werden, zur Gewissheit. Ängstlich besteigen die Studenten eine Magnetbahn in eine ungewisse Zukunft. Durch glückliche Umstände gelingt ihnen jedoch die Flucht, aber von nun an beginnt ihr Überlebenskampf in einer kalten, feindlichen Welt, in der sie nicht nur wilde Tiere und die erbarmungslose Witterung, sondern auch die Clans der Außenbewohner fürchten müssen. Zudem erfährt Ria während ihrer Flucht, dass einer von ihnen ein Verräter sein soll. Wem kann sie noch trauen? Werden sie es schaffen zu überleben? Und was zur Hölle wirft man ihnen überhaupt vor?


    Ich liebe Ursula Poznanski Schreibstil, da er sehr flüssig und ungeheuer anschaulich ist. Die spannende Atmosphäre des Buches hat sich gleich von Anfang an auf mich übertragen. Ich hatte das Gefühl, Teil dieser Geschichte, die aus Rias Sicht im Präsens erzählt wird, zu sein, so gefesselt war ich beim Lesen. Die Autorin baut die Handlung angenehm langsam auf, was sich jedoch in keinster Weise auf die stets vorhandene Spannung auswirkt. Dabei hat sie die sehr unterschiedlichen Charaktere sehr realistisch und detailreich gezeichnet.


    Ria ist eine der begabtesten Studenten in der Akademie. Hier werden alle stets enorm gefordert, damit sie die besten auf ihrem Gebiet werden. Rias Spezialgebiet ist es, aus der Physiognomie der Menschen zu lesen, um ihrerseits die in der jeweiligen Situation richtige und täuschend echte eigene Reaktion abzurufen. Als Ansporn für die Studenten gibt es ein regelmäßíg aktualisiertes Ranking, bei dem Ria derzeit den siebten Rang bekleidet. Je höher ein Student im Ranking kommt, desto mehr Privilegien und Förderung hat er. Hier leben nur die Allerbesten und die meisten von ihnen sind Invitros, die von klein auf zielsicher ausgebildet wurden. Auf ihrer Flucht aus den Sphären bekommt die Fassade von Rias Welt Risse, die nicht mehr zu kitten sind. Erst in der Außenwelt erkennt sie, wie es wirklich um diese bestellt ist und muss lernen, mit der Welle aus Hass, die ihr entgegenschlägt, umzugehen. Langsam, aber sicher stellt sie das ihr bekannte System und ihr bisheriges Leben komplett in Frage und wagt dabei vorsichtig eine Neuorientierung. Dabei ist sie stets sympathisch und erfüllt von einer inneren Stärke, für die ich sie einfach nur bewundern kann.


    Ich fand es anfangs sehr beängstigend, wie sehr das System Wert auf Perfektion legt. Das zeigt sich nicht nur gegenüber dem Lernverhalten und der ständigen Kontrolle der Studenten, sondern auch in merkwürdig anmutenden Details, wie zum Beispiel die chirurgische Gesichtsveränderungen ihres Freundes Aurelio, der es mit seinem Talent auf den Ranglistenplatz 1 geschafft hat. Sein ohnehin schon ansprechendes und freundliches Gesicht sollte durch die Veränderungen noch anziehender wirken. Welchen Zweck sollte dies erfüllen? Fürchtet das System so sehr, dass die Sphärenbewohner misstrauisch werden und Fragen stellen, so dass sie hoffen, dass ein bis zur Perfektion charismatischer Anführer keine Zweifel aufkommen lässt? Welche Pläne haben oder hatten sie mit Aurelio? Einige wenige Fragen sind in diesem ersten Band beantwortet worden; die meisten blieben jedoch offen. Ich bin bereits sehr neugierig, was im nächsten Band geschieht.


    Fazit:


    Ursula Poznanski ist für mich eine ganz besondere Autorin. Allein deswegen war ihr neues Buch für mich ein absolutes "Must have". Meine Erwartungen wurden auch diesmal nicht enttäuscht und, obwohl ich dieses Jahr bereits ziemlich viele Dystopien gelesen habe und sich zwangsläufig das ein oder andere Detail wiederholt, konnte mich der im Loewe Verlag erschienene Roman "Die Verratenen" vollauf fesseln, so dass ich gespannt auf den nächsten Band der Reihe warte. Freunden von Dystopien kann ich diesen Roman nur wärmstens ans Herz legen und uneingeschränkt empfehlen.


    5ratten

  • ===Die Einleitung:===
    „Die Verratenen“ habe ich im Rahmen einer Wanderbuchrunde gelesen.
    Es ist neben „Fünf“ das zweite Buch, welches ich von der Autorin Ursula Poznanski gelesen habe und ich muss sagen, ihr Schreibstil gefällt mir außerordentlich und ich bin sehr gespannt auf ihre anderen Werke.


    ===Die Autorin:===
    Ursula Poznanski wurde 1968 in Wien geboren, studierte sich einmal quer durch das Angebot der dortigen Universitäten und landete schließlich als Redakteurin bei einem medizinischen Fachverlag.
    Nach dem fulminanten Erfolg ihres Jugendromans "Erebos" widmet sie sich nun hauptsächlich dem Schreiben.
    Sie lebt mit ihrer Familie im Süden von Wien.
    Mehr zur Autorin : http://www.ursula-poznanski.at


    ===Fakten zum Buch:===
    „Die Verratenen“ ist der erste Teil einer Trilogie.
    Die gebundene Ausgabe des Buches erschien im Oktober 2012 beim Loewe-Verlag.
    Das Buch umfasst 460 Seiten und ist im Buchhandel für 18,95 Euro zu haben.
    Das Buch gibt es auch als Taschenbuch und als Hörbuch.


    ===Die Gestaltung des Buches:===
    Mein Exemplar des Buches kam ohne Schutzumschlag bei mir an.
    Die Besitzerin des Wanderbuches hat ihn entfernt, damit er nicht beschädigt wird.
    Der eigentliche Schutzumschlag des Buches ist zur Hälfte schwarz und zur Hälfte weiß.
    Auf der Oberseite sieht man eine graue Abbildung eines Blattes, welche wie eine Skizze von einem Teil eines Kastanienblattes aussieht.
    Darunter stehen auf weißem Hintergrund der Name der Autorin und der Buchtitel.
    Die Gestaltung des Schutzumschlages ist meiner Meinung recht unspektakulär, aber einprägsam und erinnert mich an verschiedene Charaktere aus dem Buch, die Pflanzen erforscht oder gezeichnet haben.
    Die Einteilung des Covers in die zwei Hälften könnte aber auch den krassen Gegensatz zwischen dem Leben in den Sphären und der Welt außerhalb darstellen.
    Der zweite Band der Trilogie hat ein ähnliches Cover, weshalb ich finde, dass die Gestaltung des Buches einen hohen Wiedererkennungswert hat.


    ===Der Verlag über das Buch:===
    Sie ist beliebt, privilegiert und talentiert.
    Sie ist Teil eines Systems, das sie schützt und versorgt.
    Und sie hat eine glänzende Zukunft vor sich.
    Rias Leben könnte nicht besser sein.
    Doch dann wendet sich das Blatt:
    Mit einem Mal sieht sich Ria einer ihr feindlich gesinnten Welt gegenüber und muss ums Überleben kämpfen.
    Es beginnt ein Versteckspiel und eine atemlose Flucht durch eine karge, verwaiste Landschaft.
    Verzweifelt sucht Ria nach einer Erklärung, warum ihre Existenz plötzlich in Trümmern liegt.
    Doch sie kann niemandem mehr vertrauen, sie ist ganz auf sich allein gestellt.
    „Die Verratenen“ ist der erste Band einer Trilogie.


    ===Die Geschichte und meine Meinung dazu:===
    Ohne Vorwarnung katapultiert mich eine Ich-Erzählerin mitten hinein in eine faszinierende Welt voller Gegensätze, die tausende von Jahren nach der Welt, die wir jetzt kennen existiert und mich nicht mehr los lässt.
    Das Buch ist aus der Sicht von Eleria, die von allen nur Ria genannt wird geschrieben worden.
    Ria lebt in einer hochtechnologischen Welt, in der es nur Kuppeln, die Sphären genannt werden und die Wildnis draußen gibt.
    Die junge Frau zählt zu den begabtesten Studenten der Borwin Akademie in der Sphäre Neu-Berlin.
    Alle Studenten werden dort je nach Begabung und Leistung auf einer großen Tafel aufgereiht.
    Ria ist die Nummer 7 in der Reihung und ihr Freund Aureljo ist die Nummer 1.
    Jeder in der Gemeinschaft der Spähren hat eine bestimmte Aufgabe.
    Rias Aufgabe ist die Rhetorik und ich finde, sie ist ziemlich gut darin.
    Von ihrem Mentor Grauko lernt sie verschiedene Techniken der Kommunikation und Überzeugung, sowie ihre Mimik und ihre Gefühle unter Kontrolle zu halten.
    Ihr Alltag ist ziemlich gut strukturiert und dient dem Wohl der Gemeinschaft.
    Zeit für sich selbst bleibt da wenig.
    Bisher ist Ria mit dem Leben was sie führt zufrieden.
    Sie hat Freunde, lebt an einem gut geschützten und harmonischen Ort, an dem es immer warm ist und hat einen tollen Freund.
    Ihre perfekte Welt bekommt Risse, als ihre Freundin Tomma die Nachricht überbringt, dass drei Sphärenbewohner bei einem Einsatz außerhalb der Sphären eines grausamen Todes gestorben sind.
    Der Verlust trifft Ria umso stärker, da es sich bei einer der Toten ihre Freundin Lu handelt, doch sie muss funktionieren und das Leben geht weiter.
    Sie hinterfragt den Tod der Freundin nicht, bis sie zufällig ein Gespräch zwischen einem Fremden und einer wichtigen Führungsperson innerhalb der Sphäre Neu-Berlin belauscht, in welchem von einer Verschwörung die Rede ist.
    Und ausgerechnet sie und fünf andere Studenten, darunter auch Aureljo sollen die Verschwörer sein, deren Tod zur Sicherheit der Sphären beschlossene Sache ist.
    Zuerst versucht sie eine logische Erklärung für all das zu finden und das Gehörte zu beschönigen.
    Dann knüpft sie Kontakt zu den anderen und weiht sie ein.
    Jeder der anderen geht auf seine eigene Weise mit dem Gehörten um.
    Doch nichts kann sie darauf vorbereiten, was dann passiert.
    Fernab der heilen, geschützten Welt der Sphären kämpft Ria in der Wildnis, die sie nie kennen gelernt hat mit den anderen fünf Studenten ums überleben.
    Während einer atemberaubenden Flucht vor den Sentineln der Sphären und den Clans der Prims, jenen unberechenbaren Bewohnern der Wildnis, ist sie nicht nur auf der Suche nach sich selbst, sondern muss mit eiskalter Gewissheit erkennen, dass sie niemandem außer sich selbst trauen kann.


    ===Mein Fazit:===
    „Die Verratenen“ ist meiner Meinung ein rundum gelungener Auftakt für eine vielversprechende Trilogie, mit welcher die Autorin Ursula Poznanski beweist, dass sie sich nicht auf ein Genre festlegen lässt.
    Am Anfang hatte ich etwas Schwierigkeiten, mich in der Welt von Ria zurecht zu finden, da die Geschichte einfach mitten drin begann.
    Das legte sich aber nach ein paar Seiten recht schnell.
    Die Ich-Erzählerin Ria zog mich mitten hinein in ihre Welt.
    Spannende Erzählungen von dem Leben in den Sphären und dem Alltag in der Akademie wechselten sich ab mit Gesprächen mit ihrem Mentor Grauko und Aureljo, der sich schwer überzeugen lies.
    Schon nach kurzer Zeit wurde ich aus dieser behüteten Normalität heraus gerissen.
    Es ging um eine Verschwörung und um einen scheinbar unabwendbaren Tod und ich fieberte mit Ria zu dem Moment hin, an dem die Katastrophe ihren Lauf nehmen sollte.
    Die selbstbewusste, prinzipientreue Ria war mir sehr sympathisch geworden und so lag mir ihr Schicksal natürlich sehr am Herzen.
    Ich verfolgte atemlos mit, wie sie sich in tödlicher Gefahr befand und um ihr Leben kämpfte.
    Es war unsagbar spannend zu lesen, wie die sechs Studenten sich plötzlich mit der Wildnis, in der die sogenannten „Prims“ leben auseinander setzen mussten.
    Sie kannten keine Kälte, keinen Hunger, keine Sonne, keinen Regen.
    Ihr bisheriges Leben fand fernab von der Natur, den Elementen, Naturkatastrophen und Pflanzen und Tieren statt.
    Vieles kannten sie nur aus Büchern und Zeichnungen, daher bedeutete es eine riesige Umstellung für sie, sich in der Welt außerhalb der Sphären zurechtzufinden und darin zu überleben.
    Wo würden sie Unterschlupf finden?
    Wie würden sie sich Nahrung und Kleidung suchen und wie sich um ihre Gesundheit kümmern?
    Bisher gab es da nur ein Med-Center und einen sogenannten „Salvator“, den jeder Spährenbewohner am Handgelenk trug.
    Dieses Gerät war mit dem Med-Center verbunden und machte genau Vorgaben, wie sich die Studenten verhalten und was sie essen sollten.
    Nun waren sie mit allem völlig auf sich selbst gestellt und mussten für sich selbst sorgen.
    Keinem konnten sie mehr trauen, auch wenn der Gedanke zurück zu kehren und alles richtig zu stellen oder in einer anderen Sphäre Zuflucht zu suchen manchmal ziemlich verlockend erschien.
    Schließlich kam es zum Kontakt mit den vermeintlichen Wilden, den „Prims“, den Bewohnern der Wildnis.
    Im Zusammentreffen mit ihnen sah sich Ria nun damit konfrontiert, dass alles, woran sie bisher geglaubt hatte, eine Lüge war.
    Die Sicherheit der Sphären war eine Täuschung und das ganze System dahinter nur eine grausame Lüge.
    Besonders der naiven Biologin Tomma fiel es schwer, damit klar zu kommen.
    Jeder der anderen Studenten verarbeitete die neuen Informationen anders und Ria ist verzweifelt auf der Suche nach Verbündeten.
    Die Handlung strotzt nur so vor Spannung und Tempo, der Schreibstil ist detailreich und lässt in meinem Kopf zahlreiche Bilder entstehen.
    Die Studenten müssen sich an die ihnen unbekannte Welt voller Gefahren und deren Bewohner anpassen, weiterleben, kämpfen, richtige Entscheidungen treffen und erkennen, dass die Welt die sie kannten nicht so ist wie sie dachten.
    Einer der Studenten ist ein Verräter und für Ria beginnt die nervenaufreibende Suche nach ihm.
    Ist es die naive Biologin Tomma, die mit der neuen Situation nur schwer zurecht kommt oder das verträumte Zeichentalent Dantorian?
    Ist es Flemming, der über hervorragende medizinische Kenntnisse verfügt oder der Technikfreak Tycho?
    Was, wenn es Aureljo ist?
    Ihr Freund, dem sie bisher in allen Lebenslagen vertraut hat und der ihr etwas zu verheimlichen scheint.
    Seite um Seite war ich mir nie sicher, wer Ria und die anderen verraten würde.
    So ziemlich jeder konnte es sein und jeder hätte ein Motiv gehabt.
    Ich litt und zweifelte mit Ria mit und stellte es mir furchtbar vor allein in einer fremden Welt zu sein, weil man nicht einmal den Seinen vertrauen kann.
    Die letztendliche Auflösung, wer der Verräter ist, hat mich ziemlich erstaunt und ich habe das Gefühl, dass er nicht der Einzige ist, der ein Geheimnis hat.
    Die Autorin hat ein großes Talent die Mimik und Gestik von Personen zu beschreiben.
    Dadurch konnte ich mich noch besser in die Handlung und die vielseitigen Charaktere, die sie geschaffen hat hineinversetzen.
    Rias Talente der Kommunikation, der Beherrschung von Mimik und Gestik sowie das Erkennen von Absichten und Emotionen anderer waren ihr im Kontakt mit den „Prims“ sehr nützlich.
    Die „Prims“ sind ein Volk, die mir sympathischer sind als die Sphärenbewohner, wobei ich zu deren Schutz sagen muss, dass sie es teilweise einfach nicht besser wussten oder kennengelernt haben.
    Der Kontrast zwischen der Welt der Prims und Sphärenbewohnern ist gigantisch.
    Die Sphärenbewohner leben in einer beschützten Welt, die sie nährt und fördert und sind im Besitz modernster Technologie.
    Jeder ihrer seltsamen Namen hat eine besondere Bedeutung und bleibt in Erinnerung.
    Die Bewohner der Sphären wurden entweder im Reagenzglas gezeugt oder als Findelkinder aufgenommen.
    Die Prims hingegen müssen sozusagen back to the roots.
    In einer kargen Umgebung voller Kälte, wilden Tieren, anderen plündernden und mordenden Clans versuchen sie die Welt wieder lebenswert und bewohnbar zu machen und kämpfen um das nackte Überleben.
    Bei ihnen gibt es noch Familien und einzelne Gruppen, die sich zu einer großen Gemeinschaft zusammenfügen.
    Ihre Zusammenkünfte und Gesellschaftsstrukturen erinnern mich an nordische Völker.
    Das Ende des Buches lässt vieles offen und ich kann es kaum erwarten, den zweiten Band der Trilogie zu lesen.
    Mit „Die Verratenen“ hat Ursula Poznanski eine faszinierende Dystopie in einer facettenreichen Welt geschaffen, in welcher ein sympathischer Charakter ums überleben kämpft und sich weiterentwickelt.
    Freundschaft, Liebe, Vertrauen und Verrat, gepaart mit dem nackten Überleben sind der Stoff für eine Geschichte, die man nicht aus der Hand legen kann und die ich euch wärmstens ans Herz legen möchte.


    Viel Spaß beim Lesen wünscht Aletheia

  • Inhalt:
    Ria hat alles, was sie braucht: Sie ist eine der besten Schülerinen der Borwin-Akademie, hat eine blühende Zukunft vor sich und ist in einem sicheren Umfeld aufgewachsen, nämlich in den sogenannten Sphären. Während alle Menschen in diesen Kuppelbauten ein behütetes Leben führen, müssen die, die draußen leben, die Prims, sich gegen den ewigen Schnee, HUnger und Krankheiten durchsetzen. Ria will diesen Leuten helfen, wenn sie ihre Ausbildung abgeschlossen hat, aber es kommt anders: Sie und ein paar andere Schüler der Akademie werden als Verräter abgestempelt, und auf einmal sind sie es, die bei den Prims Hilfe suchen müssen.


    Meine Meinung:
    Ohje, dieses Buch, wo soll ich da bloß anfangen? Ich muss sagen, ich bin voll und ganz überzeugt, und das hat ganz viele Gründe.
    Das war ja mein erstes Ursula-Poznanski-Buch, aber ich versteh jetzt wirklich, warum ihre Bücher so beliebt sind. Ihr Schreibstil ist super, da stört garnichts, und es wird ständig Spannung aufgebaut.
    Dann der Inhalt, ich will nicht zu viel verraten (was ziemlich schwer ist), aber es ist so toll zu lesen, wie sich die Ansicht der Studenten verändert und sie erkennen, wer Feind und wer Freund ist. Sie entdecken außerhalb ihrer gesicherten Kuppeln ja eine ganz andere Welt, und das ist meiner Meinung nach die Stärke dieser Dystopie. Es ist irgendwie traurig zu erfahren, was da mit der Welt passiert ist und dass es anscheinend eine neue Eiszeit gab, aber es ist dann auch wieder total interessant, dass die Charaktere in dem Buch nicht wissen, was die U-Bahn ist oder wie es sich anfühlt, auf Papier zu schreiben anstatt alles irgendwie digital zu versenden. Da kommt man schon leicht ins grübeln, ob sowas wirklich mal passieren könnte.
    Dann geht es in dem Buch ja noch um Verrat, und ich finde, dieses Thema garantiert sowieso immer Spannung!
    Bei den Figuren bin ich ein bisschen unschlüssig. Ria ist mir eigentlich ganz sympathisch, und ihre Fähigkeit, anderen die Gefühle vom Gesicht abzulesen, ist echt sehr cool. Auch die anderen Studenten haben tolle Fähigkeiten, besonders Tycho, einen Techniker, und Dantorian, einen Künstler, halte ich noch für tolle Charaktere. Die anderen waren mir nicht unbedingt immer sympathisch, aber sie waren alle sehr gut ausgearbeitet, das muss man sagen.


    Zum Cover kann ich nur sagen, dass es mir sehr gut gefällt. Es ist komplett anders als alle anderen Cover im Dystopie-Genre und dadurch wurde ich überhaupt erst neugierig. Das Blatt und dieses Bienenwabenmuster sehen sehr speziell und sehr cool aus, und wenn man das Buch dann gelesen hat, kann man in der Gestaltung vielleicht sogar einen Sinn erkennen.


    Aber ich fand das Buch nicht nur perfekt. Ich weiß zwar nicht, woran es lag, aber an Anfang hatte ich echte Probleme, mich in der Geschichte zurechtzufinden. Zum Glück ist das schnell verschwunden und hat der Begeisterung Platz gemacht. Außerdem gefiel mir der anfängliche Umgang der Studenten mit den Prims nicht, sie haben sie überhaupt nicht respektiert, aber das hat sich zum Glück auch geändert.


    Mein Fazit:
    "Die Verratenen" ist ohne Zweifel ein tolles Buch und eine Dystopie, die jeder Fan des Genres gelesen haben sollte. Es ist spannend, überraschend und etwas neues und ich freue mich schon auf den zweiten Teil!