Nein, ich mag das e-book nicht ...

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Es gibt 505 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von sandhofer.

  • Warum, habe ich hier zu beschreiben versucht ... :winken:


    Ach was, ich kopier' den Text mal rüber:


    Das sog. e-book treibt ja die Gemüter der Lesenden schon länger herum. Ich selber besitze keine Lesegerät, verspüre auch nicht den Wunsch, mir eines zuzulegen. Natürlich gibt es gewisse Texte – ältere Philosophen z.B.-, die nur elektronisch einfach zugänglich sind. Und das Lesen mit diesen Lesegeräten soll tatsächlich angenehmer sein als das Lesen an einem Computerbildschirm. Ich will auch keinen Fortschritt nicht aufhalten; und ob das e-book nun über das Papierbuch siegen wird oder schon gesiegt hat, wage ich nicht zu bestimmen.


    Technisch ist das e-book sicher ein Fortschritt, aber in der Art und Weise, wie es momentan gehandhabt wird, kann ich nur einen Rückschritt ins finstere Mittelalter feststellen. Gutenberg hat mit seiner Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Metall-Lettern das Lesen demokratisiert. Mit der Einführung des Taschenbuchs war es praktisch für jeden, der wollte, möglich, sich ein Buch zu kaufen. Wer nicht kaufen konnte oder wollte, trat einem Lesezirkel bei oder einer öffentlichen Bibliothek. Oder man graste die Brockenhäuser ab, und die Antiquariate, wo selbst neueste Literatur meist sehr schnell und in neuwertigen Exemplaren für lau auftauchte. Selbst der keineswegs aus reichem Hause stammende kleine Gymnasiast sandhofer konnte sich, wenn er sich den Django im Kino verkniff, mal ein neues Reclam-Heftchen oder zwei leisten.


    Das e-book schliesst den gerade erst geöffneten Kreis wieder. Lesen wird wieder zur Sache von Initiierten. So, wie im Mittelalter nur Mönche Zugriff auf Bücher hatten und Bücher kopieren durften bzw. konnten, ist es fürs e-book unumgänglich, dass ich mich im Orden der Kindleaner oder der Koboisten oder was auch immer einkaufe. Sprich: Als erstes brauche ich ein elektronisches Gerät. Dann muss ich dieses Gerät mit Dateien füttern. Da ist es dann so, dass keineswegs jedes Gerät jede Datei akzeptiert. Das Ganze erinnert arg an die Streitigkeiten an der Sorbonne zwischen Benediktinern und Franziskanern. Wenn deine Datei die Endung “.franz” trug, war sie unter Garantie inkompatibel mit einem Lehrstuhl, der nur “.ben” verarbeiten wollte. Du konntest sie, so du den Aufwand nicht scheutest und die nötigen Kenntnisse hattest, natürlich anpassen. Damit bist du allerdings bei deinen franziskanischen Oberen schlecht angekommen. Ein Ausschluss aus dem Orden, wenn nicht sogar aus der Christenheit, war dir sicher. Damit war auch dein Zugriff auf die franziskanische Bibliothek futsch. Die Benediktiner hatten zwar auch eine, aber da standen andere Bücher drin. Unter Umständen andere eben, als du lesen wolltest. Für den Ausschluss waren die Oberen dir, nebenbei gesagt, keinerlei Erklärung schuldig, sie gingen im Gegenteil davon aus, dass du schon wusstest, warum sie so handelten. Im genau gleichen Stil kann eine DRM-geschützte Datei jederzeit von deinem Lesegerät gelöscht werden und dein Zugang selbst zu bereits gekaufen und bezahlten Dateien gesperrt. Und solche Dinge geschehen auch – im 21. Jahrhundert.


    Ich habe bei der Internetsuche nach dem Erscheinungsjahr meiner Ausgabe von Augustins Bekenntnissen feststellen müssen, dass zumindest die über KVK abrufbaren deutschen und österreichischen Bibliotheken kein einziges Exemplar meiner Edition führen, und vermute daher, dass hier nationalsozialistische Säuberungen stattgefunden haben. Man stelle sich vor, der Nationalsozialimus hätte bereits die Möglichkeiten gehabt, die Vertrieb und Kontrolle DRM-geschützter Dateien heute bieten! Nicht nur in öffentlichen, nein auch in privaten Bibliotheken hätte die Heiligen-Übersetzung eines Juden gelöscht werden können. Sogar in Ländern, die im Grunde genommen einer ganz andern Jurisdiktion unterworfen sind, hätte die Säuberung stattfinden können. (Heute finde ich nach wie vor Exemplare der Poritzky-Übersetzung in Schweizer Bibliotheken.)


    Meine Ausgabe der Bekenntnisse ist auf Umwegen über einen Erbgang zu mir gekommen. Der Erbe konnte mit der kleinen Bibliothek seines Vaters nicht viel anfangen, und so bin ich zufälligerweise an ein paar Klassikerausgaben aus den 10er und 20er Jahren des 20. Jahrhunderts gekommen. Was halt so in einer bildungsbürgerlich orientierten Hausbibliothek stand. Ein e-book mit DRM könnte ich niemand vermachen. Ich habe dafür zwar nicht viel weniger bezahlt als für ein normales Buch, aber ich erhalte ja nur sog. “Nutzungsrechte”. So lange das Lesegerät noch funktioniert, auf dem die Datei gespeichert ist, mögen auch meine Erben das Buch noch lesen können. Aber Lesegeräte werden wohl eine ähnlich lange (bzw. eben kurze) Lebensdauer haben wie alle elektronischen Geräte. Und wenn der Lehrstuhlinhaber gestorben ist, wird sein Nachfolger, auch wenn er offiziell immer noch “.franz” unterstützt wie sein Vorgänger, die alten Texte u.U. nicht mehr akzeptieren.


    Warum viele Lesegeräte, von denen ich höre, dann doch wieder das Papierbuch imitieren, indem sie den Text auf Seiten formatieren und dann sogar das Geräusch des Umblätterns imitieren, wenn das e-book doch etwas ganz anderes sein soll, verstehe ich ebenfalls nicht. (Abgesehen davon, dass dieses Geräusch des Umblätterns, das auch in Filmen gerne vorkommt, in der Wirklichkeit kaum existiert. Es braucht dazu nämlich sehr grosse Seiten, also Folianten, wie sie die wenigstens von uns zu Hause haben. Und eine gewisse Achtlosigkeit, ja Brutalität, beim Umblättern, die sehr rasch dazu führt, dass die Seiten einreissen, weshalb diese Methode bei Bibliothekaren und Antiquaren gar nicht gern gesehen ist.)


    Last but not least: Angenommen, ich habe einen 15-jährigen Neffen, von dem ich mir wünsche, dass er etwas mehr läse. Noch kann ich in eine Buchhandlung gehen, mich dort beraten lassen (doch, doch, das funktioniert in den meisten Fällen auch heute noch!), auf das Schmutzblatt des ausgewählten Buchs dann noch eine Widmung schreiben (“Meinem Neffen – Weihnacht 2012 – Dein Dich liebender Onkel”), das nette Personal der Buchhandlung wickelt ein Geschenkpapier drum, und an Weihnachten wird das Buch unterm Tannenbaum des Neffen liegen. (Er wird deswegen nicht mehr lesen, aber ich hab’s wenigstens versucht.) Mit dem e-book wird das anders. Eine Widmung bringe ich vielleicht noch hin – die meisten Lesegeräte haben ja die Möglichkeit einer Kommentarfunktion, so viel ich weiss. Geschenkpapier wird schon schwieriger. Von meinem Lesegerät auf das des Neffen transferieren: Zuerst muss der Neffe mal eines haben (dann liest er aber wahrscheinlich sowieso schon). Dann muss sein Gerät meine Dateiform akzeptieren. Und selbst dann werde ich DRM-geschützte Dateien wohl nicht transferieren können.


    Ich lasse mich gern eines besseren belehren. Aber aktuell ist das e-book für mich keine valable Alternative zum guten alten Buch auf Papier.

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

    Einmal editiert, zuletzt von sandhofer ()

  • Mir geht es in Teilen ähnlich. Ich habe kein Problem mit dem Konzept eBook, hatte mir bereits vor 2 Jahren einen Reader zum Arbeiten zugelegt, aber schnell gemerkt, dass ich ihn privat nicht nutzen möchte.


    Das eBook ist nicht schlecht, was schlecht ist, ist wie es derzeit gehandhabt wird: DRM, Formatewirrwarr und nein, ich möchte meine Bücher nicht in der Cloud von irgendjemandem (Amzon) speichern, der nicht nur mein Leseverhalten auswerten, sondern auch Kontrolle über das von mir Gekaufte behält. Solange das so ist, bleibe ich beim Papierbuch. Und wenn es sich nicht vermeiden lässt, weil es kein Papierbuch gibt, dann ist das erste, was ich mache den Kopierschutz entfernen und die Datei auf einen Reader laden, der keine Internetverbindung hat.

  • Hallo!


    Auch wenn du in vielen Punkten Recht hast, Sandhofer - Verschenken, Verkaufen, oder schlicht das längerfristige Behalten von ebooks ist nicht vergleichbar mit Papierbüchern. Aber mir kommt das alles sehr schwarzmalerisch vor. Es gibt immer noch Papierbücher und - meiner Meinung nach - wird es sie auch noch laaaange geben. Selbst wenn dein Neffe einen Reader hat, kannst du ihm ja trotzdem ein Taschenbuch schenken. Ein Papierbuch mit Widmung ist schließlich immer etwas Schönes und das stellt man sich auch gerne ins Regal (ich zumindest).


    Sicher befindet sich das elektronische Lesen noch auf Kindesbeinen. Rein technisch gesehen sind die meisten Geräte, die es gibt, top (von dem Umblätter-Geräusch höre ich zum ersten Mal... so ein Quatsch, wer braucht denn sowas?). Dass es rechtlich und software-technisch noch einige Ungereimtheiten gibt, ist bekannt. Und sicher - elektronische Geräte gehen irgendwann kaputt - um den Verlust von ganzen Bibliotheken zu vermeiden, gibt es aber genug Möglichkeiten.


    Die Aussage, die ich aus deinem Posting herauslese ist identisch mit dem Titel. Du magst das e-book nicht.
    Das ist doch völlig in Ordnung. Niemand ist gezwungen, auf die eReader-Welle zu springen und nur noch elektronisch zu lesen. Ich persönlich habe noch kein ebook gekauft, das es nicht auch in Papierform geben würde. Ich lese natürlich auch keine antiquarischen Werke, die seit Ewigkeiten nicht mehr gedruckt werden. Was du beschreibst - dass die österreichsichen und deutschen Bibliotheken kein Exemplar deines Buches haben - hat aber für mich nichts mit dem elektronischen Lesen zu tun. Ich verstehe also nicht so ganz, was du damit sagen willst (außer, dass wir über den Nationalsozialismus immer noch nicht hinweg sind).


    Dass ich von DRM weniger als nichts halte, ist kein Geheimnis. Dieser "Erwerb des Nutzungsrechts" ist mir auch zuwider. Aber viele Verlage und online-Verkäufer entscheiden sich bereits für DRM-freie Bücher. So kann ich mein Buch z.B. auch an Herrn Wendy oder meine Schwester weitergeben. Ich glaube, es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich das einbürgert. Meine Daumen sind gedrückt.


    Pandora: Die Punkte, die du ansprichst waren für mich der Grund, keinen Kindle zu kaufen. Diese "Cloud"-Geschichte finde ich auch extrem störend. Und erst kürzlich wurde einer Frau der Zugriff auf ihre Amazon-Cloud gesperrt, weil offenbar jemand anderer ihren Account gehackt hat - nun kann sie ihre gekauften Bücher nicht mehr lesen. :rollen: Bei allen anderen Readern, die ich kenne, bekommt man eine Datei, die dann auch wirklich auf dem eigenen PC liegt (ob mit oder ohne DRM ist eine andere Frage). Es sind vielleicht nur Einsen und Nullen, aber da habe ich das Gefühl, dass ich für mein Geld auch ein Produkt bekomme.


    Liebe Grüße,
    Wendy

    Jahresziel: 2/52<br />SLW 2018: 1/10<br />Mein Blog

  • Du musst es ja nicht mögen! Zum Glück kann das jeder selbst entscheiden. :winken:


    Deine Bedenken kann ich jedenfalls gut verstehen!
    Gerade die Sachen mit dem DRM, den Formaten und der tollen Leselizenz sind wirklich noch große Probleme.
    Da gibt es immer noch großen Diskussions- und vorallem Verbesserungsbedarf.
    Besonders die Tatsache, dass man rechtlich gesehen nur eine Lizenz in der Hand hält und kein Produkt finde ich auch sehr bedenklich.
    Das Formatproblem ist für jeden Interessierten allerdings leicht lösbar. Das ist zwar nicht ganz legal (wenigstens was DRM-Bücher angeht), ist aber auch nicht verboten.


    Die Vorstellung, dass im Nationalsozialismus nur ein Klick notwendig gewesen wäre, damit plötzlich unerwünschte Bücher für immer verschwinden (wenn damals schon eine Umstellung auf E-Books erfolgt wäre), ist wirklich grauselig. Ganz so einfach wäre es aber auch mit heutigen Mitteln nicht. Genau, wie viele Bücher im Privatbesitz vor den Bücherverbrennungen gerettet wurden, würden auch Dateien in den privaten Sicherheitskopien gerettet werden können.
    Abgesehen davon, glaube ich wie Wendy nicht, dass das gedruckte Buch wirklich aussterben wird (zumindest nicht in nächster Zeit).


    Gerade im Kinderbuchbereich sehe ich das erst recht so, zumindest bis äußerst robuste Geräte entwickelt werden. Ich weiß zwar, dass es Bestrebungen gibt im Schulalltag Reader für Schüler einzuführen, halte das aber Gerade in der Grundschule für Unsinn, der sich sicher bald von alleine erledigt. Man kann von kleinen Kindern einfach nicht den notwendig sorgfältigen Umgang mit zerbrechlicher Technologie verlangen.
    Einem Buch macht es hingegen nicht so viel aus, mal ruppig behandelt zu werden. Im Notfall gibt es eben eine Delle oder eingerissene(ausgerissene Seiten, aber das Buch an sich ist dennoch immer noch lesbar.
    Ich halte es für nicht sehr realistisch, dass sich E-Books im Kinderbuchbereich durchsetzen.
    Bei Jugendlichen sieht das schon anders aus. Für die ist ein hübsch eingepacktes, greifbares Geschenk aber auch nicht mehr wichtig, sondern die freuen sich sicher besonders über alles Digitale.
    Problematischer ist eher, dass man heutzutage E-Book immer noch nicht als Geschenk kaufen kann. Selbst, wenn du wolltest, könntest du deinem Neffen keines schenken. Da besteht in meinen Augen wirklich viel Nachholbedarf.


    Ich denke aber, du siehst insgesamt etwas zu schwarz.
    Ich hoffe, dass sich viele Probleme in der Zukunft von ganz alleine lösen. Auch die Musikindustrie ist größtenteils von ihrem strikten DRM-Managment abgegangen. Viele Verlage lösen sich auch jetzt schon davon, wie Bastei-Lübbe und es gibt Shops, die nur DRM-freie Bücher anbieten (z.B. Beam).
    Warten wir also erst mal ab.


    Insgesamt finde ich für mich aber keine Gründe einer neuen Technologie deswegen keine Chance zu geben, weil es zu Beginn etwas holprig läuft und es in der Zukunft eventuelle Probleme geben könnte.
    Letztlich glaube ich auch eher, dass der digitale Vertrieb von Büchern mehr Menschen Zugang zum Buch ermöglicht als das Papier. Natürlich braucht man in irgendeiner Form ein Lesegerät. Aber man muss auch erst mal an ein Buch kommen. Logistische Hindernisse kann es so oder so geben.
    Unkenrufe erinnern mich persönlich immer eher an die alten Geschichten, denn die gab es immer, wenn eine technische Neuerung an stand. Der Untergang des Bücherabendlandes wurde schon bei Gutenberg prophezeit.
    Was? Keine hochwertigen, wunderschönen Handschriften mehr, sondern minderwertige Massenware? Jeder soll plötzlich zu erschwinglichen Preisen lesen dürfen und auch noch publizieren? Das ist doch gefährlich! Und die armen Mönche verlieren doch dann alle ihre Jobs! :zwinker:
    Oder bei der Einführung des Taschenbuchs: Da gab es doch ähnliche Diskussionen und ganz sicher auch bei der Umstellung von Schriftrollen auf Bücher.


    Hm. Keiner behauptet außerdem, dass elektronische Bücher etwas ganz anderes wären als gedruckte Bücher. Ich jedenfalls nicht.
    Es sind Bücher in einer neuen Form, an die ich aber natürlich die alten Anforderungen stelle, erweitert um neue Vorteile. So wie Bücher nun einmal praktischer zu handhaben sind als Schriftrollen, aber ein Theaterstück von Euripides in beiden Formen natürlich den gleichen Inhalt hat.
    Insofern verstehe ich dein Argument zu Formatierung und Blättergeäuschen nicht wirklich. Abgesehen davon, dass ich ebenfalls noch nie von einem Reader Blättergeräusch gehört habe (aber wer es mag...), ist Formatierung hingegen wichtig um eine gute Lesbarkeit zu gewährleisten. Es geht ja nicht darum, dass man das Papierbuch nicht mag oder schätzt, sondern darum, dass elektronisch Lesen eben auch viele Vorteile hat.
    Mein Reader nicht mal einen Zentimeter dick, aber enthält über 500 Bücher. Und seine Kapazität ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft! Wieviele Regalmeter bräuchte ich dafür? (Wenn ich noch Platz hätte...)
    Abgesehen davon könnte ich dieses riesige Regal nie ständig in meiner Handtasche mit mir herum schleppen. :breitgrins:
    Zudem ist der Reader wunderbar leicht, man muss kein schweres Buch halten und ist mir die Schrift zu klein, kann ich die Größe schnell ändern. Bei einem gedruckten Buch bleibt mir da nur fluchen und aufgeben oder quälen.
    Wenn man alles in einem Paket bekommen kann, warum nicht? Wer Blättergeräusche vermisst, soll sie ruhig haben.
    E-Book-Leser sind ja keine Bücherhasser. Im Gegenteil!


    Fazit: Bei digitalen Büchern gibt es wirklich noch viele Probleme, aber man sollte sich davon nicht unbedingt verschrecken lassen. Auch jetzt schon bieten E-Books mindestens so viele Vorteile, wie Nachteile.

  • Ich finde auch, dass das zu schwarzmalerisch ist. Es ist ja nicht entweder-oder. Ich finde es eine tolle Ergänzung/Erweiterung, die ich ungemein praktisch finde! Und ehrlich gesagt, ist mir diese ganz Vergeudung von Papier für Geschenkpapier schon immer ein Dorn im Auge gewesen! :zwinker:

    Gruß suray


  • Problematischer ist eher, dass man heutzutage E-Book immer noch nicht als Geschenk kaufen kann. Selbst, wenn du wolltest, könntest du deinem Neffen keines schenken. Da besteht in meinen Augen wirklich viel Nachholbedarf.


    Das stimmt nicht ganz. Man kann sehr wohl e-books schenken - es ist halt nicht so traditionell, wenn einem eine Datei auf den Reader geschickt wird.


    Aber ich glaube, dass da sehr leicht mehr herauszuholen ist. Wenn man den Reader etwa synchronisiert, könnte das Bild eines Geschenkes erscheinen und man klickt drauf und sieht dann das geschenkte Buch oder so. Technisch dürfte das kaum ein Aufwand sein und dann hätte man zumindest ein bisschen das Gefühl, ein echtes Geschenk auszupacken (obwohl mir das Zerfleddern von Geschenkpapier immer noch kindisch Freude bereitet - und die Katze darf dann die Bänder haben). :breitgrins:

    Jahresziel: 2/52<br />SLW 2018: 1/10<br />Mein Blog


  • Das stimmt nicht ganz. Man kann sehr wohl e-books schenken - es ist halt nicht so traditionell, wenn einem eine Datei auf den Reader geschickt wird.

    Wirklich? Bei welchem Anbieter denn?
    Das wäre ja ganz toll, wenn das endlich mal gehen würde!
    Aber nicht einmal Amazon bietet das an. Da muss man einen Gutschein kaufen. :sauer:
    Oder man geht natürlich den Umweg darüber, dass man den eigenen Account jemanden mitteilt, der seine Kontodaten einträgt, etwas kauft und die Daten dann wieder umstellt. Praktikabel ist das aber nicht.
    Macht Kobo das anders?



    Aber ich glaube, dass da sehr leicht mehr herauszuholen ist. Wenn man den Reader etwa synchronisiert, könnte das Bild eines Geschenkes erscheinen und man klickt drauf und sieht dann das geschenkte Buch oder so. Technisch dürfte das kaum ein Aufwand sein und dann hätte man zumindest ein bisschen das Gefühl, ein echtes Geschenk auszupacken

    Ich denke auch, dass das technisch kein so großes Problem sein kann. Weder die Sache überhaupt mit den geschenkten E-Books, noch so kleine Gimmicks wie das Bild eines Geschenks. Es müssste sich nur mal jemand bemühen...

  • Mir auch!
    Ich verstehe den hochstilisierten Kampf von digitalen oder gedruckten Buch eh nicht so recht, vorallem die entweder/oder-Mentalität. Der letzte Satz trifft es für mich ebenfalls genau. :smile:

  • Mir ist das Statement auch zu einseitig. Es mag schon sein, dass die Technik des e-books noch unausgereift ist, dennoch gibt es Situationen in denen es bereits seine Vorteile entfaltet. So kann man die Tageszeitung jetzt schon am späten Abend des Vortages lesen, sie steht unmittelbar zur Verfügung, mein Kollege macht eine Kreuzfahrt und kann mit dem E-book nun jederzeit ein Buch seiner Wahl ordern und hat es sofort zur Verfügung. Das schwere Gepäck entfällt zudem. Es mag sein, dass dir dies alles nicht wichtig ist, das e-book hat jedoch diese grundsätzlichen Vorteile. Aus deinem Posting lese ich eine gehörige Portion Misstrauen gegenüber den Content-Anbietern heraus. Ob dieses Misstrauen gerechtfertigt ist oder nicht, lässt sich schwer sagen. Ich bin nicht ganz so skeptisch (auch wenn ich das genauso wenig belegen kann). Inhalte werden in der Cloud für alle Zeiten gespeichert und sie werden von einem Anbieter wie Amazon dir lebenlang zur Verfügung gestellt. Auch ich frage mich, was im Falle des Todes passiert und ob diese Inhalte vererbbar sind. Eine solche Cloud ermöglicht zumindest riesige Bibliotheken für jedermann, ohne dass zugleich riesige Wohnungen damit einhergehen müssen.


    Ich kenne auch keinen e-Reader, der das Papierbuch imitiert, in dem er Geräusche von sich gibt. Ja, die Seiten werden noch nachgebildet, das kann man aber dem e-book nicht negativ anlasten, es ist eine Art Orientierung, die ich als Leser durchaus wünsche. Wenn sich das Verhalten der Leser ändert, wird sich auch das zugehörige Buch entsprechend ändern.


    Das Argument mit dem Neffen ist deine persönliche Sicht, aber es spricht nicht gegen das e-book, solange es auch noch das normale Buch gibt. In der Zukunft mag das anders aussehen, Buchhandlungen werden u.U. irgendwann verschwinden. Gut, auch anderes wandelt sich, wer weiß, ob man in Zeiten der (aufkommenden) Energiekrise sich noch persönlich besuchen wird, oder ohnehin nur per Videotelefonat Weihnachten feiert und sich dann halt Dateien übersendet.


    Gruß, Thomas

  • Moin, Moin!


    Das e-book schliesst den gerade erst geöffneten Kreis wieder. Lesen wird wieder zur Sache von Initiierten.


    Auf Arbeit habe ich rumgefragt, niemand erwägt, sich einen E-Reader zuzulegen. Dieser Gedanke ist abwegig. Wenn ich meinen Kindle vorzeige, ist das zwar interessant, aber niemand bringt das mit sich in Verbindung. Bleibe ich also auf den ganzen Nackenbeißern, die ich meinen Kolleginnen zuschanzen könnte, sitzen. :zwinker:


  • In der c't ist ein witziger Artikel zu dem Kampf zwischen Buch und Buch samt DRM-Problem. Nicht wirklich inhaltsreich, aber unterhaltsam.


    In der Tat:

    Zitat

    Fortschrittsverweigerer erzählen diese Geschichte ihren Kindern abends auf der Bettkante, mit einer Taschenlampe unter dem Kinn.


    :lachen:
    Dazu gehören dann wohl wir.


    Ihbücher haben sicherlich all die genannten Vorteile, doch ich bin bisher noch nie in einer solchen Situation gewesen. Wir haben massenhaft Platz in der Wohnung und ich nehme nie Bücher mit in den Urlaub (wenn ich denn mal fahre; das letzte Mal ist über ein Jahr her und Zeit zum lesen hätte ich sowieso nicht gehabt), so dass das Gepäck nicht in Mitleidenschaft gezogen werden kann.
    Für mich kommen nur echte Bücher zum Anfassen und dran-schnuppern in Frage. (Ich habe ja noch nichtmal ein Smartphone, und das wird wahrscheinlich eher der Fall sein, als dass ich ein eBook bzw. eReader besitze. Auch da bin ich nach wie vor der Meinung, solche Dinger braucht kein Mensch.)

    "Verzicht bedeutet für Frauen die kurze Pause zwischen zwei Wünschen."

    ~ Mario Adorf

    Einmal editiert, zuletzt von Schokomaus ()

  • Moin, Moin!


    Vom E-Book bin ich seit 1999 fasziniert, als das Rocket eBook herauskam und ich verfolgte, wie Giesbert Damaschke sich damit <a href="http://www.damaschke.de/notizen/index.php/rocket-e-book/">abmühte</a>. Da es mir grundsätzlich nie auf das Medium Buch ankam, sondern auf dessen Inhalt, habe ich ziemlich leichtfüßig die Seiten gewechselt. Mit dem Kindle in der einen habe ich immer die andere Hand frei. Daß ich gerade bei der Lektüre von Edgar Hilsenraths "Nacht" alle beiden Hände brauche, um den Klotz (Bertelsmann-Kilogramm-Ausgabe) nicht fallen zu lassen, empfinde ich als Rückschritt.


  • Auch da bin ich nach wie vor der Meinung, solche Dinger braucht kein Mensch.


    Was braucht kein Mensch? Das Smartphone? Was spricht dagegen, unterwegs ein wenig zu spielen, Musik zu hören oder im Internet zu surfen? Mag sein, dass du das nicht brauchst, aber das es kein Mensch braucht, finde ich als Urteil schon vermessen.


    Gruß, Thomas

  • Ja, da bin ich immer etwas straight-forward, meine Urteile fallen oft nicht rational sondern eher emotional aus. Das wurde mir schon oft vor Augen geführt (aber so bin ich nunmal :redface: ).
    Ich will nicht vermessen erscheinen, das tut mir leid, wenn das so rüberkommt.


    Was ich damit sagen will, ist, dass wir vor ein paar Jahren auch noch sehr gut ohne diese Dinger ausgekommen sind. Und wenn man noch weiter zurückdenkt, dann haben wir damals unsere Freunde einfach so besucht, ohne vorher eine SMS schreiben zu können. Ich lese gerade das Buch Ich weiß nicht, was ich wollen soll von Bas Kast, und ich finde mich in fast jedem Satz dort wieder bzw. kann seine Theorie so gut nachvollziehen. Mit dem Fortschritt der Technik und des Wohlstandes wachsen auch Druck und Unzufriedenheit.


    Natürlich spricht nichts dagegen, unterwegs Musik zu hören etc. Das Bild, das ich immernoch mit Smartphones verbinde, ist leider das der vielen Jugendlichen, die sich nicht mehr miteinander unterhalten können, sondern nur noch über "What'sApp" kommunizieren.
    Klar gibt es auch Vorteile, der Freund meiner Schwester ist Student und nutzt die App der Deutschen Bahn, die ihm schon viele böse Überraschungen erspart hat. Dafür lobe ich die Dinger wieder.
    Ich glaube, für das Thema könnte man auch einen eigenen Thread eröffnen. Wollte gar nicht so abschweifen, nur einen spontanen, zugegebenermaßen nicht perfekt durchdachten Vergleich ziehen.

    "Verzicht bedeutet für Frauen die kurze Pause zwischen zwei Wünschen."

    ~ Mario Adorf

  • Man kommt ohne all das aus und kann auch leben. Ohne Internet, ohne Auto, ohne Fleisch, ohne Sex, ohne Flüge, ohne E-book. Keine Frage. Das Leben ist nur manches Mal etwas schöner mit all dem.


    Schöne Grüße,
    Thomas


  • Bleibe ich also auf den ganzen Nackenbeißern, die ich meinen Kolleginnen zuschanzen könnte, sitzen. :zwinker:

    Wobei ich gerade in der neusten LoveLetter-Ausgabe gelesen habe, dass gerade Leserinnen aus dem Liebesromanbereich besonders aufgeschlossen gegenüber Readern sind. Hier beträgt der Marktanteil schon 10% (mit weiter steigender Tendenz), während er in anderen Genres noch bei unter 2% dümpelt.
    Also warte mal ab und du kannst bald munter tauschen! :breitgrins: :zwinker:


    Letztlich glaube ich aber immer noch, dass Reader besonders etwas für Vielleser (und dazu gehören eben auch passionierte Liebesromanleserinnen) sind. Gelegenheitsleser brauchen ihn in meinen Augen einfach nicht. Wer nur ein bis zwei Bücher im Jahr liest, der kann auf die Vorteile von digitalen Büchern, wie schnelle Verfügbarkeit, wenig Platzbedarf (sowohl in der Wohnung, wie in der Handtasche) etc. verzichten.
    Mich würde mal ein Vergleich der Reader-Anteile zwischen diesen beiden Gruppen interessieren.




    Wir haben massenhaft Platz in der Wohnung


    Das ist aber ein Luxus, den wahrlich nicht jeder hat. Selbst ich stoße in meinen Haus inzwischen auf großen Platzmangel. Mehr als ein paar taußend Bücher gehen einfach nicht, außer man hat sehr viel Geld um sich eine wirklich große Wohnung oder ein sehr großes Haus zu leisten. Und wer hat das schon?
    Schließlich muss ja auch noch andere Dinge, wie Kleidung, Geschirr, Haushaltsgeräte etc. unterbringen.



    ich nehme nie Bücher mit in den Urlaub (wenn ich denn mal fahre; das letzte Mal ist über ein Jahr her und Zeit zum lesen hätte ich sowieso nicht gehabt), so dass das Gepäck nicht in Mitleidenschaft gezogen werden kann

    Aber man kann ja nicht davon ausgehen, dass alle so Urlaub machen. oder, dass Du immer so Urlaub machen wirst.
    Viele machen Strandurlaub und da ist Lektüre schon sinnvoll. Ich persönlich mache gerne Studienreisen, aber selbst da kann für eine lange Busfahrt oder einen Flug ein Reader sinnvoller sein, als zwei drei Bücher im Gepäck.
    Abgesehen davon find ich es toll, dass ich jederzeit 600 Bücher in meiner Handtasche rumtragen kann. Egal ob ich nun in öffentlichen Verkehrsmitteln, im Auto bei Stau oder beim Arzt sitze.


    Natürlich fehlt das haptische Vergnugen etwas. Besonders, wenn der Einband schön gesaltet ist und eine gute Papierqualität verwendet wurde. So besonders seidig-weiches Papier oder ein geprägtes Cover sind schon toll!
    Aber mal im Ernst. Wer von betascht erst mal glücklich sein Buch und riecht hingebungsvoll daran, bevor ich es aufschlage. Das mache ich höchstens einmal bei einer besonderen Neuerwerbung und dann lese ich aber einfach.
    Zumindest ich bin grundsätzlich vom Inhalt so gefangen, dass ich eh nichts anderes mehr mitbekomme.
    Wie Dostoevskij kommt es mir bei einem Buch, zumindest bei einem Roman oder Sachbuch vorallem auf den Inhalt an.

  • Moin, Moin!


    Letztlich glaube ich aber immer noch, dass Reader besonders etwas für Vielleser (und dazu gehören eben auch passionierte Liebesromanleserinnen) sind. Gelegenheitsleser brauchen ihn in meinen Augen einfach nicht. Wer nur ein bis zwei Bücher im Jahr liest, der kann auf die Vorteile von digitalen Büchern, wie schnelle Verfügbarkeit, wenig Platzbedarf (sowohl in der Wohnung, wie in der Handtasche) etc. verzichten.


    Eine Jahre könnte ich noch Bücher kaufen, bevor ich ans Aussortieren gehen müßte. Dadurch daß ich in den letzten Jahren Bibliotheksnutzer gewesen war, besitze ich von einigen meiner favorisierten Autoren nicht alle Bücher und überlege, diese nachzukaufen und dafür andere, die ich mit Sicherheit nie zweitlesen werden, auszumustern.