Die Zukunft des e-books - ein Blick in die Presse

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Es gibt 47 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Keshia.

  • Hallo,


    bisher haben wir noch keinen Thread, in dem man allgemein über die Zukunft des Buches und e-books diskutieren kann. In der Presse gibt es immer wieder interessante Artikel dazu.


    Der Verlag Franz Cornelsen kündigt einen Strategiewechsel an und will sich zukünftig aufs digitale Schulbuch konzentrieren. Im Rahmen der Umstrukturierung fallen auch Stellen in Mannheim des zugehörigen Bibliografischen Institutes weg (-> Duden). Hier die Meldung:


    http://www.buchreport.de/nachr…aed040d0a3968c099979d8210


    Interessant ist folgende Aussage:
    "Das Geld aus den Verkäufen [der Verlage] soll in den Ausbau des digitalen Geschäftes und in den Bildungsbereich fließen: Ein neuer Unternehmensbereich „Digital“ soll sich ab 2013 an Internet-Bildungsunternehmen beteiligen."


    Hier wird - für mich erstmals sichtbar - eine deutliche Umstrukturierung (mit Inkaufnahme von Arbeitslosigkeit) durchgeführt, um sich dem digitalen Zeitalter zu stellen.


    Gruß, Thomas

  • Der Verlag Franz Cornelsen kündigt einen Strategiewechsel an und will sich zukünftig aufs digitale Schulbuch konzentrieren.


    Das heißt für mich im Umkehrschluss, dass die Schulkinder bald alle einen Reader brauchen. Zumindest wir hatten damals die Englisch-Bücher dieses Verlags, ich weiß nicht, ob jede Schule damit arbeitet.*
    Ich merke immer mehr, dass ich bald - wenn sich meine Einstellung nicht ändert - an dem Punkt stehe, an dem meine Eltern damals waren, als wir unseren ersten Gameboy und später einen PC bekamen. Das war auch Neuland für diese Generation (Anfang 50er Jahre). Wenn man jetzt nicht langsam mitzieht bei all den Innovationen und technischen Neuigkeiten, verliert man den Anschluss und steht später vor seinem Kind als "oh-man-Mama-Du-hast-ja-gar-keine-Ahnung!" da. Das möchte ich auch nicht.


    Hier wird - für mich erstmals sichtbar - eine deutliche Umstrukturierung (mit Inkaufnahme von Arbeitslosigkeit) durchgeführt, um sich dem digitalen Zeitalter zu stellen.


    Oh ja, und da wird es nicht aufhören. Immer mehr ältere Arbeitslose, die sich umstellen müssen, wenn sie einen neuen Job suchen, die mehr Qualifikationen in Bezug auf technisches/digitales Verständnis mitbringen müssen... Spannend, in jeder Hinsicht.


    * Da ist wieder die Kostenfrage: Wird der Reader von den Schulen gestellt? Was machen finanziell schwache Familien? Vielleicht ist das ein wenig zu voreilig von mir gedacht, aber solche Gedanken kommen dann, wenn ich soetwas lese.

    "Verzicht bedeutet für Frauen die kurze Pause zwischen zwei Wünschen."

    ~ Mario Adorf


  • * Da ist wieder die Kostenfrage: Wird der Reader von den Schulen gestellt? Was machen finanziell schwache Familien? Vielleicht ist das ein wenig zu voreilig von mir gedacht, aber solche Gedanken kommen dann, wenn ich soetwas lese.


    Meine Schwester ging in eine der ersten Laptop-Klassen an ihrer Schule. Das ist rund 10 Jahre her. Die Eltern wurden vorher gefragt ob sie sich das leisten können ihrem Kind einen Laptop zu kaufen und wenn das nicht der Fall war, musste sie in eine andere Klasse wechseln. Dafür kamen andere Kinder der selben Schulstufe in ihre Klasse, deren Eltern sich das leisten konnten.
    Mittlerweile ist es die Norm an der Schule, dass alle Schularbeiten und sonstiges auf dem Laptop geschrieben werden. Und die Eltern fragt keiner mehr ob sie sich das leisten können, denn sie wissen bei der Anmeldung, dass das verlangt wird. Zuschuss gab es übrigens keinen.


    So wird es bei den Readern auch irgendwann sein. Einige fangen an und bald haben es alle.


    Katrin

  • So wird es bei den Readern auch irgendwann sein. Einige fangen an und bald haben es alle.


    In D ist es anders. Dort gibt es in einigen Bundesländern Lernmittelfreiheit. D.h. kostenlos gestellte Schulbücher.


    Gruß, Thomas

  • Aber nicht in Rheinland-Pfalz- da müssen die Schulbücher (noch) gekauft werden. Dafür kostet der Kindergartenplatz nichts. Ich befürchte, dass es auch weiterhin in den Bundesländern unterschiedliche Regelungen geben wird.

    Es kommt darauf an, wie du dein Leben mit Leben füllst.

  • Bei Schulbüchern ist es gar nicht so dumm (wenn man eine vernünftige Regelung mit dem Zugang dazu hinbekommt). Ich hatte in der Schule Englischbücher, die älter waren als ich selbst und in anderen Fächern war es nicht viel besser. Ich weiß nicht, wie es heute ist, aber damals gab es in NRW einen Teil von den Schulen als Leihe und einen Teil, meist ein bis zwei Bücher, musste man selbst kaufen. Die standen dann hinterher doof rum und man konnte nichts mehr damit anfangen, mit Ausnahme der Englisch-Grammatik. Sehr toll war auch, dass alle in der elften Klasse das Mathe-Grundkursbuch kaufen mussten, da hatte man als Leistungskursler so viel von :grmpf:


    Mit Ebooks stelle ich es mir leichter vor, aktuelle Bücher zu haben und auch Fehlerkorrekturen in neueren Auflagen mitzubekommen. Außerdem sind es dann wirklich die Bücher, die man braucht. Ähnlich wie bei den Universitätsbibliotheken müsste es dann so etwas wie Schulbuchportale geben, die dann abonniert werden, damit man dann Zugriff auf einen ganzen Fundus von Büchern und Artikeln hat. Wenn man dann noch eine vernünftige Leasingvariante findet, damit immer aktuelle und funktionsfähige Reader zu einem vernünftigen Beitrag da sind, hätte ich mit Ebook-Schulbüchern kein Problem und würde es sogar begrüßen, obwohl ich privat "echte" Bücher bevorzuge.

    :lesen: Naomi Novik - Uprooted


  • Aber nicht in Rheinland-Pfalz- da müssen die Schulbücher (noch) gekauft werden.


    Das ist für die e-book-Hersteller wohl die "komfortablere" Situation. Die Bücher müssen gekauft werden und so wird man die Eltern auch den Reader kaufen lassen. Interessanter ist es in den anderen Bundesländern. Dort werden die Bücher wohl umsonst sein, es könnte aber einen Aufschrei beim Reader geben. Und die öffentlichen Kassen können den wohl kaum finanzieren.


    Gruß, Thomas

  • Das Schlagwort Lernmittelfreiheit ist ein Witz, das wird hier von den Schulen immer wieder umgangen.


    Problematisch finde ich wohl eher die "sensible" Technik in Kinderhände zu geben. Da geht schnell mal was kaputt. Ob Eigentum oder Leihgerät - dann ist wohl ein neues Teil fällig. Ich bezweifle ja, dass viele Eltern diese Kosten so einfach aufbringen können.


    Klar ist natürlich der Vorteil der Aktualität und es ist sicher besser, wenn der Nachwuchs nicht mit einem 20-Kilo-Rucksack zur Schule muss, um dann festzustellen, dass das 500-Hochglanzseiten-Biologiebuch nichts taugt, weil der zu behandelnde Stoff in einem anderen Buch steht.

  • Hm also in Baden Würrtemberg hab ich bisher die Erfahrung gemacht das die Lehrmittelfreiheit nicht nur auf dem Papier gilt. Aber gut das kommt wohl auch noch mal auf die Gemeinden im Einzelnen an.
    Was die Reader angeht.. ich denke in den nächsten Jahren ist das wohl eher noch Zukunftsmusik. Denn das Ganze muss eben finanzierbar bleiben und momentan sieht das nicht so aus. Selbst Eltern mit einem normalen Gehalt werden da nicht mitspielen. Und die Schulen müssten ja auch das Geld dafür bekommen sollten sie Reader anschaffen sollen. Und das muss ja erstmal genehmigt werden bzw. überhaupt vorhanden sein.

  • Hier in BW werden selbst nicht wiederverwendbare Arbeitshefte den Schülern gestellt. Das finde ich schon großzügig und hätte man auch anders handhaben können.


    Gruß, Thomas

  • Ich persönlich finde elektronische Geräte in Händen von Grundschülern eher bedenklich (man kann von kleinen Kindern einfach nicht genug Sorgfalt mit empfindlichen Geräten erwarten, außerdem sollte das manuelle Erlernen zunächst im Vordergrund stehen), bei Oberschülern aber unumgänglich in Hinblick auf die Zukunft. Sie müssen die Bedienung von Computern und Co einfach vernünftig lernen. Umso besser, wenn es ihnen durch elektronische Medien dann schon ganz selbstverständlich wird.


    Tatsächlich scheint heutzutage die Bedienung von Readern zu kompliziert zu sein, denn jeder Dritte nutzte seinen Reader nur einmal. Der Hauptgrund dafür war, dass die meisten Nutzer es nicht geschafft hatten ein Buch auf den Reader zu laden.
    Das glaube ich gerne. Und hier ging es um den Kindle, der es dem Nutzer ja noch einfach macht. Wenn man erst einmal mit dem Adobe-Mist kämpfen muss, wird es ja noch komplizierter. Da habe ich mich anfangs auch verflixt überfordert gefühlt.
    Also müssen entweder die Schüler lernen komplizierte Geräte zu bedienen, damit so etwas zukünftig kein Hinderungsgrund mehr ist oder die Bedienung muss heute schon einfacher werden. Was natürlich das Beste wäre. Das kann sie nur, wenn das DRM wegfällt.


    Etliche meiner Bekannten haben sich ja noch überhaupt nicht mit Readern beschäftigt. Sie wissen nicht einmal, dass es sich hier um eine gänzlich andere Display-Technologie handelt. Denn Lesen an einem normalen Bildschirm wollen sie nicht, aber sind dann enttäuscht, wenn man ihnen sagt, dass Reader momentan nur schwarz/weiß und nicht bunt sind. Als wäre ein normaler Roman anders. :rollen:
    Im nächsten Jahr bringt aber Pocketbook einen Farbreader heraus. Wenn sich das durchsetzt, werden vielleicht noch mehr Zweifler überzeugt.


  • Im nächsten Jahr bringt aber Pocketbook einen Farbreader heraus. Wenn sich das durchsetzt, werden vielleicht noch mehr Zweifler überzeugt.


    Ich glaube nicht mehr dran, dass sich diese Farb-Reader durchsetzen können. Die Tablets werden diesen Kampf gewinnen, sie sind erheblich flexibler und werden nun ja auch in Zwischengrößen angeboten.


    Gruß, Thomas

  • Ich glaube nicht mehr dran, dass sich diese Farb-Reader durchsetzen können. Die Tablets werden diesen Kampf gewinnen, sie sind erheblich flexibler und werden nun ja auch in Zwischengrößen angeboten.


    Gruß, Thomas


    Hm, ich hab jetzt noch keine der Presseartikel gelesen, aber ich selbst glaube an den Reader und ein Farb-Reader wäre für mich wirklich was, aber da ich Kindle-Fan bin, warte ich aber auf Amazon. :redface:
    Ich selbst habe ein Tablet und einen Reader und ich könnte mir nicht vorstellen ständig mit zersterem zu lesen. Gut, vllt. liegt es auch an mir, aber das Tablet ist teilweise echt nervig.


    Ich finde die Idee eines Readers für Schüler eigentlich sehr gut, wenn sich die ebooks und damit auch e-schoolbooks dann mal etabliert haben und die Sache mit dem DRM geklärt wird, sollte es für Eltern auch nicht teurer werden als jetzt Schulbücher zu kaufen. Ich erinnere mich da nur an mein Abi, das erste mit Graphik-Taschenrechner. Da hat auch keiner gefragt ob man sich die 100DM+ Geräte leisten kann, wollte man das Abi machen, brauchte man so ein Teil.



    Der Vorteil daran wäre aber ein wesentlich leichterer Schulranzen.


    Und das ist nicht zu unterschätzen, wenn ich hier manchmal die Grundschüler sehe, wird es mir echt Angst was die schleppen.


    Grüße
    schokotimmi

    Weltreise: 43/223 - 19,3%

  • Ich könnte mir gut vorstellen, sollten sich die Reader irgendwann durchsetzen, das es dann auch Hersteller gibt die extra für Schüler produzieren und bis dahin ist so ein Reader vielleiht auch nicht mehr eine so ganz teurere Anschaffung.

  • @Holden: der unkaputtbare Reader quasi :breitgrins: Bei Kameras gibt es das schon- wir haben uns eine Kamera gekauft, die man eigentlich nur mit dem Hammer kaputt bekommt. Ideal für uns Outdoormenschen eben. Leider merkt man die Sicherheit im Preis, aber das war es uns wert. Ob es das aber den Schulen wert ist, bleibt abzuwarten.

    Es kommt darauf an, wie du dein Leben mit Leben füllst.


  • nur an mein Abi, das erste mit Graphik-Taschenrechner. Da hat auch keiner gefragt ob man sich die 100DM+ Geräte leisten kann, wollte man das Abi machen, brauchte man so ein Teil.


    Der Unterschied zum Taschenrechner ist, dass es bei elektronischen Geräten wie Tablet oder Reader erhebliche Widerstände geben könnte. Der Bestseller von Spitzer wird so einige Eltern alarmieren und man wird gegen die "digitale Verdummung" kämpfen.


    Gruß, Thomas

  • In der heutigen ZEIT geht es im Dossier ebenfalls um die Zukunft des Buches. Der Perlentaucher fasst zusammen:


    Zitat


    Juli Zeh unterhält sich im Dossier mit Hanser-Geschäftsführer Michael Krüger und Verleger Helge Malchow (Kiepenheuer & Witsch) über Internet, Digitalisierung und die Zukunft des Buches. Insgesamt überwiegen die kritischen Töne, wenn Krüger und Malchow etwa klagen, dass sie nach dem Erfolg von "Fifty Shades of Grey" lauter Nachahmer-Manuskripte geschickt bekommen. Von der neuen Vielfalt, die das Internet angeblich bietet, hat Michael Krüger noch nichts bemerkt: "Dauernd wird irgendetwas neu erfunden, aber das Einzige, was bis jetzt nicht geändert werden kann, ist, dass sich unser Gehirn für eine Seite zwei Minuten Zeit nimmt. Mehr kann es nicht leisten. Wenn ich daneben noch Musik habe und ein Ballett auf dem Bildschirm sehe und möglicherweise eine Amazon-Empfehlung in bewegten Bildern, dann sind das alles nur Lügenmärchen von einer behaupteten Vielfalt. (...) Es hat sich keine Netzkultur entwickelt, eher eine Netzunkultur."


    Zitat Ende


    Gruß, Thomas