Alan Isler - Der Prinz der West End Avenue

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Klappentext:
    In dem jüdischen Nobel-Altersheim Emma Lazarus in Manhattan probt man Shakespeares Hamlet. Doch der »Geist« Otto Korner ist abgelenkt: Die Heimleitung hat eine Krankengymnastin eingestellt, die aussieht wie seine große unglückliche Liebe aus den zwanziger Jahren, die schöne Magda, der Stern der Züricher Dada-Clique. Magda endete wie Körners Familie in Auschwitz. Körner selbst emigrierte nach New York, im Gefühl, schwere Schuld auf sich geladen zu haben. Unterdessen werden im Emma Lazarus einige Insassen jäh dahingerafft, und plötzlich hat Korner die Hauptrolle des dänischen Prinzen inne.


    Ich habe jetzt die ersten Kapitel gelesen und ich weiß schon jetzt, dass mir das Buch sehr gefallen wird. Schon auf den ersten Seiten habe ich mich köstlich amüsiert. Der Ich-Erzähler Otto beschreibt in einer sehr lakonischen, aber auch sehr humorvollen Art und Weise das Leben mitsamt den kleinen und großen Sorgen und Nöten im Altersheim. ES gibt Stellen, da musste ich laut lachen und prompt blieb mir im nächsten Satz genau dieses Lachen im Halse stecken. Trotzdem hat der Autor eine sehr gelungene Mischung aus Ernst und Humor gefunden. Hinter vielen witzigen Sätzen stecken sehr viele ernste Wahrheiten, aber genau durch diese humorvolle Schreibweise, wird dennoch das Thema Leben, Alter und Tod erträglich.
    Trotz dieser teilweisen sehr ernsten Themen, ist das Buch aber vor allem eine sehr vergnügliche Lektüre.

  • Es geht genauso kurzweilig weiter, wie es begann. Die Schauspielertruppe gerät in Streit, wegen dem Ausspruch in dem Stück Hamlet, der sich auf ein christliches Begräbnis bezieht. Da es sich hier um ein jüdisches Altersheim handelt, haben manche Angst, man könne es falsch auslegen und so wird Hamlet umgeändert und ihm ein äußerst jüdischer Touch verliehen. :breitgrins: Ich habe mich köstlich amüsiert.

  • Ich habe jetzt etwas die Hälfte des Buches gelesen und es gefällt mir sehr gut. Die Szenen im Altenheim sind witzig und skurril. Dann wiederum kommen immer wieder Rückblenden, aus Ottos leben und die sind traurig, bewegend und sehr interessant. Es passiert auch eigentlich gar nicht so viel, mehr sogar noch in den Rückblenden, aber das Buch hat seinen besonderen Charme, durch die witzigen Dialoge der älteren Herren.
    Kurz um, eine gelungene Mischung.

  • Das scheint ja ein echtes Kleinod zu sein?
    Vom Titel her würde mich das eigentlich nicht interessieren aber Deine Berichte klingen dafür zu begeistert um es zu ignorieren. Das Buch wandert daher ganz nach oben auf meine Wunschliste. :breitgrins:


    Welcher Anteil überwiegt jetzt in dem Buch - die ernsten Themen oder die komische Seite?

  • Es gibt keinen überwiegenden Anteil und das macht es ja aus. Es ist traurig und lustig und manchmal auch nachdenklich. Eben die perfekte Mischung ohne überwiegende Anteile. :breitgrins:

  • Ich habe nun das Ende des Buches gelesen und in den letzten Kapiteln, ändert sich dann doch der Tenor des Buches. Je mehr Otto in die Vergangenheit zurückblickt und den Leser daran teilhaben lässt, desto ernster, dramatischer und bedrückender wird er Inhalt. Zum Glück aber lässt uns Otto immer wieder im Jetzt herzhaft lachen und nimmt uns so die Schwermütigkeit von der Seele.

  • Alan Isler – Der Prinz der West End Avenue

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    OT: The Prince of West End Avenue
    OA: 1994
    315 Seiten
    ISBN:978-3423125239


    Inhalt:
    In dem jüdischen Nobel-Altersheim Emma Lazarus in Manhattan probt man Shakespeares Hamlet . Doch der »Geist« Otto Korner ist abgelenkt: Die Heimleitung hat eine Krankengymnastin eingestellt, die aussieht wie seine große unglückliche Liebe aus den zwanziger Jahren, die schöne Magda, der Stern der Züricher Dada-Clique. Magda endete wie Körners Familie in Auschwitz. Körner selbst emigrierte nach New York, im Gefühl, schwere Schuld auf sich geladen zu haben.


    Eigene Meinung:
    Was wir hier lesen können, ist eine gelungene Mischung. Die Mischung, die ein kurzweiliges, gutes Buch ausmacht.
    Auf sehr humorvolle Art und Weise berichtet der Ich-Erzähler Otto von seinem Leben im jüdischen Altersheim Emma Lazarus. Es gibt hier, wie überall auf der Welt große und kleine Sorgen, aber auch den immer wieder kehrenden Alltag. Abgewechselt werden die humorvollen Beschreibungen des Jetzt durch Rückblicke in die Vergangenheit Ottos. Bei diesen Rückblenden wechselt die Stimmung. Sie wird ernst, wehmütig, nachdenklich und sehr bewegend. Je weiter Otto erzählt, desto tiefer taucht er ab in die Vergangenheit und der Leser erfährt bedrückende Wahrheiten. Es geht hier um Schuld, Ignoranz und Verdrängung.
    Isler ist es jedoch gelungen, dass der Leser, trotz der dramatischen Vergangenheit Ottos, nicht mit einem leeren und deprimierten Gefühl zurückbleibt. Zum Glück aber lässt uns Otto immer wieder im Jetzt herzhaft lächeln und nimmt uns so die Schwermütigkeit von der Seele. Dafür sorgen schon die skurrilen Bewohner von Emma Lazarus, die mich sehr oft zum lachen brachten und auf wunderschöne Art und Weise zeigen, wie sehr alte Menschen noch immer ihren wertvollen Beitrag zu unserer Gesellschaft leisten und die sich in ihren Emotionen von der jungen Generation nicht unterscheiden.
    Ich bin sehr froh, dieses Buch gelesen zu haben.


    4ratten