Wolfgang Hohlbein - "Nemesis" Reihe

Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Meine Meinung zu „Die Zeit vor Mitternacht“ (erster Band der sechsteiligen Nemesis-Reihe)


    Frank reist aufgrund einer mysteriösen Erbschaftsangelegenheit ins kleine Crailsfelden am Ende der Welt. Dort erwarten ihn einige Überraschungen: Neben ihm gibt es noch fünf weitere Anwärter auf das Erbe eines weit entfernten Verwandten: Stefan, Ed, Maria, Judith und Ellen. Dann stirbt auch noch der Anwalt und die sechs werden in einem alten, baufälligen Kloster untergebracht, in dem es nicht mit rechten Dingen zuzugehen scheint.


    Ich habe selten einen interessanteren (und längeren ;) ) ersten Satz eines Buches gelesen:

    Zitat

    Der Tag hatte beschissen angefangen, war kontinuierlich und unaufhaltsam schlimmer geworden, und ich hatte schon gewusst, dass er ein wirklich böses Ende nehmen würde, noch bevor dem Kerl auf der anderen Seite des Tanzsaales der Schädel wegflog und ich beinahe von einem fünfhundert Jahre alten Fallgatter gepfählt worden wäre.

    Da weiß man direkt, dass noch so einiges auf den Protagonisten und den Leser zukommen wird.


    Ich-Erzähler Frank ist ein relativ bodenständiger, normaler Typ. Um Spannung in die Geschichte zu bringen, werden nur zwei der Personen das Erbe tatsächlich antreten und es gibt noch einige weitere Bedingungen. Selbstverständlich sind alle sehr verschieden und zusammen mit Frank lernt man die anderen schnell kennen und teilweise hassen. In diesem ersten Band haben mich die „übernatürlichen“ Beobachtungen Franks etwas verwirrt. Ich weiß noch nicht so genau, in welche Richtung sich die Geschichte weiterentwickeln wird. Von Grusel bis Humor ist von allem etwas mit drin. Und manchmal denkt man sich - so wie Frank - auch einfach nur:

    Zitat

    Ehrlich gesagt: Wenn ich diese Geschichte in einem Buch gelesen oder in einem Film gesehen hätte, dann hätte ich mich gefragt, ob der Autor einen an der Klatsche hat.

    Das Konzept ist auf jeden Fall interessant; der Schreibstil Hohlbein-typisch angenehm und ich bin gespannt, wie es weiter- und schließlich ausgehen wird. Das Buch endet mit einem Cliffhanger.

    3ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

  • Meine Meinung zu Band 2: Geisterstunde


    Da die Bände so eng verknüpft sind, dass man eigentlich von einem Gesamtwerk sprechen kann, möchte ich hier gar nicht so viel schreiben. Es fühlt sich sowieso immer nur wie ein Zwischenstand an.


    Ich finde die Reihe bisher nicht schlecht und kann die extrem negativen Meinungen hier nicht teilen. Da habe ich (auch von Hohlbein) schon deutlich schlechteres gelesen).


    In diesem zweiten Teil drehen alle irgendwie durch. Die Geschichte selbst kommt nicht wirklich voran. Und die aggressiven Fledermäuse lassen mich als Fledermausfreund nur den Kopf schütteln.


    3ratten

  • Meine Meinung zu Band 3: Alptraumzeit


    Ich merke, wie die Bände immer weiter ineinanderfließen und es für mich langsam schwierig wird, auseinanderzuhalten, was in welchem passiert ist. Das Ganze ist einfach eigentlich eine dicke Holbeingeschichte. Die Band da könnte man sowieso nicht einzeln lesen.


    in diesem Teil irren wir lange Zeit mit dem Protagonisten durch ein unterirdisches Kellerlabyrinth. Man erfährt bröckchenhaft immer mehr über die Hintergründe des mysteriösen Sänger-Internats und ich bin gespannt darauf, inwieweit das alles mit den Protagonisten zusammenhängt.


    Ratten werde ich erst wieder beim letzten Band für die gesamte Reihe vergeben.