Abschnitt 10 - Kapitel 68 bis Ende

Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 6 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von tigi86.

  • Hallo liebe Mitleser,


    hier könnt ihr euch über die Kapitel 68 bis zum Ende auslassen.


    Auf Spoilermarkierungen muss aufgrund der Abschnittseinteilung nicht geachtet werden.


    Viele Grüße


    tigi86

    Einmal editiert, zuletzt von tigi86 ()

  • Geschafft! :jumpies: Nie wieder Tellkamp! :jakka:


    Jedoch muss ich zugeben, dass ich dem Schluss keine allzu grosse Aufmerksamkeit gewidmet habe. Die meiste Zeit habe ich damit verbracht, auszurechnen, wie viele Seiten ich noch lesen muss :redface:


    Unterdessen fragen sich Christian und Pfannkuchen (ich glaube, ihm ist es zu verdanken, dass ich andauernd Lust auf Süsses habe, wenn ich das Buch lese :gruebel:) ob Burre ein Spitzel war. Armer Junge. Er tut mir noch immer Leid. Pfannkuchen dagegen mag ich irgendwie. Er lässt sich von nichts unterkriegen und nimmt alles so, wie es kommt.


    Der plötzliche Kälteeinbruch bringt das ganze Land durcheinander. Das muss ja schrecklich sein :entsetzt: Alles gefroren! Und die Leute können gar nichts machen. Klar, dass da alles Kopf steht.


    Mit der Zeit merkt man dann auch, dass das Volk unruhig ist und sich etwas anbahnt. Den Abschluss hat Tellkamp gut gestaltet, richtig emotional. Es ist vorbei. Sie wollen keinen besseren Sozialismus, sie wollen gar keinen Sozialismus.


    Und ich will keinen Tellkamp mehr :hexe: :banane:

    //Grösser ist doof//

  • Huhu,


    VORBEI, VORBEI! :pompom: :pompom: :pompom:


    Unglaublich, ich habe es tatsächlich geschafft das Buch zu beenden und Jari mir ging es genauso wie dir: Ich habe auch nur noch die Seiten gezählt und mich immer wieder gefragt, wie lange das denn noch gehen kann!


    Ganz ehrlich: Die letzten Kapitel fand ich wieder total schrecklich! Ja, Hr. Tellkamp wollte auf eindrucksvolle Weise das Ende der DDR beschreiben, aber ganz ehrlich, wenn man nicht weiß, was sich da am Ende abgespielt hat, weiß man es nach diesem Buch auch nicht, oder? Also ich konnte nicht heraus lesen, dass die Leute da ja auf die Straße gegangen sind und "Wir sind das Volk" skandiert haben. Ja, ich weiß, dass die DDR schließlich vorbei war und einige weiteren Umstände dazu, aber dieses Buch hilft einem dabei gar nicht.


    Furchtbar, wie am Ende irgendwie die Erinnerungen vom Alten vom Berge an seine Zeit als Soldat gemischt werden, mit den Aufmärschen, mitten drin Anne von Polizisten geknüppelt wird und Christian mal wieder austickt... Ganz besonders nervig die Schallplatteneinschübe von Niklas und nicht zu vergessen die höchst informativen Tagebuchaufzeichnungen von Meno! Also ganz ehrlich, dass der Autor für dieses Buch einen Preis bekommen hat, empfinde ich echt als Frechheit und kann über das Buch nur den Kopf schütteln. Ich finde das Thema total interessant und finde es sehr gut, dass die ganzen Dingen nicht in Vergessenheit geraten, aber warum muss ich das denn so schreiben, dass das auch ja keiner verstehen kann, außer denen, die es wahrscheinlich selber erlebt haben?


    Ne, gab es mittendrin noch Abschnitte, die sich echt gut lesen ließen, fand ich es jetzt gegen Ende nur noch immer schlimmer! :rollen:



    Und ich will keinen Tellkamp mehr :hexe: :banane:


    :five:


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:

    &WCF_AMPERSAND"Jeder der sich die Fähigkeit erhält, Schönheit zu erkennen, wird nie alt werden.&WCF_AMPERSAND" (Franz Kafka)

  • Herzlichen Glückwunsch, Tammy!! :klatschen: :laola:
    Und ich kann mich wirklich an fast gar nix mehr aus dem Buch erinnern, deshalb kann ich so schlecht auf deine Berichte eingehen (spricht wohl für das Buch) :hexe:

    //Grösser ist doof//

  • Auch fertig! :klatschen: :klatschen:
    Ich fand das Buch jetzt nicht schlecht, aber es hätte durchaus einige Kürzungen vertragen können.


    Burre soll also ein Spitzel gewesen sein... wenn dem so ist, dann erklärt das auch Pfannkuchens Verhalten ihm gegenüber. Denn an sich scheint Pfannkuchen ja ganz in Ordnung zu sein, auch wenn er wohl so einiges auf dem Kerbholz hat. Und wenigstens hat Christian mit ihm einen Freund in der Armee gehabt, das ist ja auch einiges wert. Burre tut mir aber trotzdem immer noch leid.


    Zum Schluss sind die Zustände überhaupt immer schlimmer geworden. Bei Christian waren sie 60 Mann in einem Zimmer und zu essen hatten sie auch nichts, da wird der Wehrdienst ja noch unerträglicher also sowieso schon. Den Einbruch bei Schanett fand ich dann recht amüsant, zumal sie ihnen ja sogar noch Bienenstich mitgibt. Aber krass, dass Christian wirklich überlegt hat, sie anzugreifen, falls sie die Polizei gerufen hätte.


    Die Kinder der Stahls tun mir so leid, ins Heim zu kommen, nur weil die Eltern fliehen wollten. Zum Glück war das schon kurz vor dem Ende der DDR, so dass dieser Zustand nicht lange angehalten hat.
    Und Richard hat mir fast ein wenig leid getan, dass sie sein geliebtes Auto zerstört haben. Wer das wohl war - etwa die Stasi? Das kann durchaus sein, dass sie ihn immer noch bespitzelt haben und das so etwas wie ein Warnschuss war.


    Der Schluss war dann recht durchwachsen, Menos Tagebucheinträge waren teils wieder vollkommen verworren und ich habe sie eher überflogen denn gelesen. Auch Altbergs Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg waren eher anstrengend, die wirkten irgendwie fehl am Platze, an dieser Stelle. Die Szenen auf dem Bahnhof haben mir wiederum ganz gut gefallen, die waren wieder recht eindringlich geschrieben, zumal sich Meno hier endlich einmal mutiger und abenteuerlustiger als sonst zeigt und so die Gene seiner Mutter offenbart. Furchtbar, wie die Polizei und die Soldaten mit vereinten Kräften auf das Volk einprügeln. Gut, dass Pfannkuchen Christian zurückgehalten hat, als Anne zusammengeschlagen wurde. Wer weiß, zu was er sich wieder hätte hinreißen lassen. So ist das Ganze noch glimpflich ausgegangen und er hat sogar Urlaub bekommen. Den er wohl wirklich dringend gebraucht hat. Fünf Jahre in der NVA, da muss er ja irgendwann verrückt werden. Ich konnte dann auch nicht umhin, mich für ihn über seine Entlassung zu freuen.



    Furchtbar, wie am Ende irgendwie die Erinnerungen vom Alten vom Berge an seine Zeit als Soldat gemischt werden, mit den Aufmärschen, mitten drin Anne von Polizisten geknüppelt wird und Christian mal wieder austickt... Ganz besonders nervig die Schallplatteneinschübe von Niklas und nicht zu vergessen die höchst informativen Tagebuchaufzeichnungen von Meno! Also ganz ehrlich, dass der Autor für dieses Buch einen Preis bekommen hat, empfinde ich echt als Frechheit und kann über das Buch nur den Kopf schütteln. Ich finde das Thema total interessant und finde es sehr gut, dass die ganzen Dingen nicht in Vergessenheit geraten, aber warum muss ich das denn so schreiben, dass das auch ja keiner verstehen kann, außer denen, die es wahrscheinlich selber erlebt haben?


    So in etwa habe ich auch empfunden. Eine etwas klarere Sprache und eine anschaulichere Darstellung der Wiedervereinigung hätte mir persönlich eher zugesagt. Das Thema finde ich sehr interessant und ich habe auch ein wenig Vorwissen, weil ich mal in der Schule Seminararbeit über ein ähnliches Buch (vom Thema her) geschrieben habe. Erich Loest hat in "Nikolaikirche" einen ähnlichen Stoff übrigens meiner Meinung nach viel besser verarbeitet als Tellkamp hier.
    Mir fiel es oft schwer, Tellkamps Ausführungen zu folgen. Diese vielen Andeutungen und Details erforderten höchste Aufmerksamkeit. Gestört hat mich auch, dass so viele Fäden zum Schluss einfach fallen gelassen werden. Zum Beispiel erfährt man nicht mehr, was jetzt mit Reina und Richard oder Reina und Christian ist.
    Extrem mühsam zu lesen waren vor allem die Gedankenspiralen der Charaktere, besonders Meno. Wenn Tellkamp aber mal auf Stilmittel wie Schachtelsätze oder allzu abenteuerliche Metaphorik verzichtet, kann er auch richtig eindringlich und packend schreiben. Meiner Meinung nach waren zwar gute Ansätze da, aber der Autor hat das Buch zu sehr mit überflüssigem Sprachballast zugestopft, so dass die eigentlich sehr interessante Geschichte ein wenig untergegangen ist.


    Im Nachhinein bin ich aber froh, das Buch gelesen zu haben, wobei meiner Meinung nach der Film zum Buch die Geschichte besser erzählt als das Buch selbst. Eben weil er die Essenz, die eigentliche Geschichte, herauszieht.
    So viel zu meinem Eindruck, und jetzt freue ich mich einfach nur darüber, das Buch fertig gelesen zu haben! :smile:

    :lesen: Joe Navarro - Menschen lesen

  • Erendis : Herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen beenden des Buches! :klatschen: :breitgrins:



    Im Nachhinein bin ich aber froh, das Buch gelesen zu haben, wobei meiner Meinung nach der Film zum Buch die Geschichte besser erzählt als das Buch selbst. Eben weil er die Essenz, die eigentliche Geschichte, herauszieht.
    So viel zu meinem Eindruck, und jetzt freue ich mich einfach nur darüber, das Buch fertig gelesen zu haben! :smile:


    Ich habe den Film nicht gesehen, sondern nur die Inhaltsangabe auf der DVD gelesen und war schon begeistert, wie gut da eine Geschichte dargestellt wurde. Habe jetzt zwar nicht so unbedingt vor, mir den Film noch anzusehen, aber ich habe auch das Gefühl, dass der Film es gut geschafft hat das wichigste zu extrahieren und Tellkamps Abschweifungen wegzulassen.


    Ja, mir ging es am Ende auch nur so: Hauptsache fertig! :rollen:


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:

    &WCF_AMPERSAND"Jeder der sich die Fähigkeit erhält, Schönheit zu erkennen, wird nie alt werden.&WCF_AMPERSAND" (Franz Kafka)

  • Puhh, endlich durch, obwohl das Buch sehr interessant war, werde ich in den nächster Zeit einen Bogen um Tellkamp machen, sein Schreibstil war mir dann doch teilweise zu ausufernd, detailverliebt und zu verschachtelt.


    Anscheinend ging es nicht nur mir so, dass ich brennend darauf gewartet habe, dass das Buch endlich zuende ist.


    Zum Ende hin,wollte uns der Autor wieder mal beweisen, wie toll er er sich in Beschreibungen, Einschüben und Andeutungen verlieren kann und uns in Verwirrung zurück lassen kann.
    Ich hätte mir gewünscht, er hätte sich mehr auf das Wesenentliche konzentriert, also auf das Ende der DDR und ich hätte gern auch mehr von den Demonstrationen gelesen, was mich doch sehr interessiert, aber leider verliert sich der Autor etwas in seinem Auswüchsen literarischer Schreibkunst.