Stefan Bachmann - Die Seltsamen (The Peculiar)

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 23 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Firiath.

  • Inhalt:


    Bartholomew und seine Schwester Hettie sind anders, aussergewöhnlich. Halb Mensch, halb Elf sind sie Wesen, die niemand haben will. Weder die Menschen, noch die Elfen. Deshalb verbringen sie ihr Leben versteckt, werden sie entdeckt, droht ihnen der Tod.


    Aber bald schon wird das Leben der Geschwister auf den Kopf gestellt. Bereits wurden neun Kinder tot aufgefunden und Bartholomew realisiert bald, dass der Mörder bereits nach dem zehnten Halbling sucht. Entsetzt stellt der Junge fest: Kind Nummer Zehn, das ist er - oder seine Schwester Hettie...


    Meine Meinung:


    Wenn plötzlich überall von einem angeblichen Wunderkind aus Zürich die Rede ist - dann, ja dann muss ich das Buch, das dieses Wunderkind geschrieben haben soll, ja wohl lesen.


    Stefan Bachmann ist gerade mal neunzehn Jahre alt und hat mit "The Peculiar" sein erstes Buch veröffentlicht. Da Englisch seine Muttersprache ist, schrieb er es auf englisch und ist in Amerika innert kurzer Zeit zum Starautoren avanciert. Das Buch wird in mehrere Sprachen übersetzt - bloss nicht auf Deutsch, obwohl der Junge in der Schweiz (Zürich) lebt und dort das Konservatorium besucht.
    Leider ist es dazu noch nicht einmal leicht, das Buch hierzulande zu bekommen. Deshalb war ich umso glücklicher als ich das sagenumwobene Buch endlich in der Hand hielt.


    Jedoch dauerte es eine Weile bis ich wirklich in der Geschichte drin war. Es dauert seine Zeit, bis die Geschichte wirklich an Fahrt aufnimmt. Erst ab der Mitte, als Bart auf Mr. Jelliby trifft, geht es richtig los. Ab diesem Moment machte das Lesen ziemlich Spass.


    Man merkt jedoch, dass es sich um einen jungen Schriftsteller handelt, ab und an empfand die Sprache als etwas holperig, was jedoch auch daran liegen kann, dass ich das Buch auf Englisch gelesen habe.


    Auch erzählt Bachmann vor allem anfangs etwas zu viel herum. Beschreibt Dinge, die für den Fortgang der Geschichte eigentlich nicht wichtig sind und zögert so die eigentliche Handlung hinaus. Die Figuren wirken noch etwas fahl, deshalb konnte ich einige von ihnen nicht auseinander halten und verwechselte sie immer wieder.


    Doch mit der aufkommenden Freundschaft zwischen Bart und Mr. Jelliby rückt das alles etwas in den Hintergrund, nicht ganz und gar, aber doch genug, um endlich in die fantastische Steampunk-Welt des Stefan Bachmann abzutauchen.


    Er hat tatsächlich einige neue Ideen in die Fantasywelt gebracht und das Talent, das er hat, will ich ihm definitiv nicht absprechen. Auf der Seite http://www.thepeculiarbook.com kann man sich ein Lied anhören, das Bachmann für "The Peculiar" geschrieben hat und das ich gerade in Dauerschleife höre.


    Nach dem Ende, das so offen ist, dass es eigentlich gar kein Ende ist, bin ich gespannt, wie sich Bachmann weiterentwickelt hat, wenn nächsten Herbst Teil zwei der Reihe um Bart, Hetti und Arthur Jelliby erscheint.


    Fazit:


    Ein Buch mit einigen neuen Ideen, das noch ein paar Ecken und Kanten aufweist, jedoch Potential birgt. Jedoch sollte man nur mit fortgeschrittenen Englischkenntnissen an "The Peculiar" herangehen.


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    3ratten & :marypipeshalbeprivatmaus:


    Tippfehler im Titel korrigiert. LG, Valentine

    //Grösser ist doof//

    Einmal editiert, zuletzt von Valentine ()

  • Ich habe das Buch im Februar gelesen und mittlerweile ist die Erinnerung daran schon einigermassen verblasst, was auch schon etwas darüber aussagt, wie ich es fand – ganz ok, aber auch nicht mehr. Die Grundidee fand ich sehr interessant, aber der Autor schafft es meiner Ansicht nach nicht, langfristig Spannung aufzubauen. Den Anfang habe ich als sehr träge empfunden, ab ca. dem zweiten Drittel wird es dann zwischendurch zwar actionreicher, aber ich hatte nie dieses „ich will unbedingt wissen wie es weitergeht“-Gefühl. ;) Die rasanteren, handlungsreicheren Szenen waren mir ausserdem etwas zu überdramatisiert geschildert. Gefallen haben mir die detaillierten Ausschmückungen in den Beschreibungen, die von Bachmann konstruierte Welt erschien mir in sich stimmig und für einen so jungen Autor recht komplex und gut durchdacht.


    Alles in allem gebe ich dem Buch 3ratten



    Nach dem Ende, das so offen ist, dass es eigentlich gar kein Ende ist, bin ich gespannt, wie sich Bachmann weiterentwickelt hat, wenn nächsten Herbst Teil zwei der Reihe um Bart, Hetti und Arthur Jelliby erscheint.


    Wirst du den zweiten Teil lesen? Ich bin noch unschlüssig... :zwinker:

  • Ich denke schon, dass ich den zweiten Teil auch lesen werde. Vielleicht hat er sich ja weiterentwickelt? Mir ist momentan auch nicht mehr viel von der Geschichte präsent. Ganz nett, genau. Aber Übung macht den Meister :zwinker:

    //Grösser ist doof//

  • Dann warte ich erst mal deine Meinung zum zweiten Teil ab... :zwinker:

  • Stefan Bachmann- Die Seltsamen


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    Verlag: Diogenes
    Erstausgabe (D): 2014
    Seiten: 368
    Ausgabe: Gebundene Ausgabe
    Originaltitel: The Peculiar
    Originalausgabe: 2012


    Klapptentext:


    Bartholomew Kettle wäre gern ein ganz normaler Junge, aber er findet sich hässlich - fast so hässlich wie seine Schwester Hettie. Freunde hat er keine. Wie auch? Schließlich ist er ein Seltsamer, halb Mensch, halb Feenwesen, von beiden verachtet, vor beiden auf der Hut. Besonders seit Mischlinge wie er auf mysteriöse Weise verschwinden. Eines Tages taucht eine geheimnisvolle Dame in einem pflaumenfarbenen Kleid im Slum von Bath auf. Bartholomew beobachtet sie verstohlen durchs Fenster. Was will sie? Als plötzlich Federn aufwirbeln und die Dame mit einem weiteren Mischlingskind entschwindet, vergisst Barty jegliche Vorsicht - und wird bemerkt. Ein tolpatschiger junger Politiker, der alle Parlamentssitzungen verschläft, scheint der Einzige zu sein, der Barty helfen will. Barty ist überzeugt: Der Nächste in der Reihe bin ich.


    [hr]


    Anbei die Rezis die ich gepostet habe... :winken:


    Auftakt einer Welt die verzaubert!!!


    Bartholomew Kettle ist ein Mischlingsjunge, halb Mensch/ halb Fee und lebt mit seiner Schwester Hettie und seiner Mum in den Slums von Bath. Da Mischlingskinder verachtet werden sei es nun von den Menschen oder den Feen. Halten sich diese Kinder versteckt.


    Eines Tages beobachtet Bartholomew eine Dame in einem pflaumenfarbenen Kleid die gegenüber am Nachbarshaus steht und den Jungen der Familie mitnimmt.
    So schnell wie sie da war, war Sie auch wieder entschwunden und Bartholomew fragt sich warum Sie den Jungen mitnahm.


    Zur gleichen Zeit wird im Parlament das Verschwinden der Mischlingskinder besprochen, da Sie nicht nur verschwunden sind, sondern man Ihre leichen fand die Innen hohl waren.


    Mr. Jelliby ein junger Politiker findet die Angelegenheit schlimm, aber er will sich lieber aus allem raushalten und in Ruhe sein geordnetes Leben weiterführen. Aber nachdem er der Dame wo Bartholomew gesehen hat auf die Schliche kommt und die Ereignisse sich überschlagen befinden sich beide schon im kampf um Hettie, Bartholomews Schwester und um sehr viel mehr....


    Stefan Bachmann hat mit diesem Buch einen spannenden Auftakt erschaffen.
    Ein flüssiger Schreibstil und die Charaktere die einen mitnehmen in die Welt der Seltsamen begeistern von Anfang bis Ende und ich freue mich schon auf den zweiten.




    Rezis hier


    http://www.amazon.de/review/R2…m?ie=UTF8&ASIN=3257068883


    und bei Thalia


    und bei


    Literaturschock, aber ich sehe den Beitrag noch nicht...und zwar unter die Seltsamen


    http://www.lovelybooks.de/auto…4-w/rezension/1087351394/


    [size=7pt]Edit: Zusätzliche Buchinfos ergänzt. Lg nimue :winken:[/size]

    Einmal editiert, zuletzt von nimue ()

  • Hallo Solara300!


    Sehr schön. Auf eine Rezension zu diesem Buch bei uns Literaturschocklern hatte ich schon gewartet, aber könntest Du die vielleicht auch hier im Forum noch einmal richtig einstellen? Das wäre für alle angenehmer als nur die Links. Das ist hier nicht üblich.
    Natürlich kann (und sollte man sogar, denn es ist ja gut für die Autoren) die gleiche Rezension an mehreren Stellen veröffentlichen, aber hier bitte auch im Volltext.

  • [quote='Kiala','https://literaturschock.de/neuesforum/forum/index.php?thread/&postID=782253#post782253']
    Hallo Solara300!


    Sehr schön. Auf eine Rezension zu diesem Buch bei uns Literaturschocklern hatte ich schon gewartet, aber könntest Du die vielleicht auch hier im Forum noch einmal richtig einstellen? Das wäre für alle angenehmer als nur die Links. Das ist hier nicht üblich.
    Natürlich kann (und sollte man sogar, denn es ist ja gut für die Autoren) die gleiche Rezension an mehreren Stellen veröffentlichen, aber hier bitte auch im Volltext.
    [/quote


    Danke werde ich gleich nachholen! :winken:

  • Stefan Bachmann - "Die Seltsamen"
    Teil 1 Diogenes
    ------
    Zuerst war ich etwas überfordert durch den Tumult an Infos auf den ersten Seiten, aber plötzlich wendete es sich für mich um 180 Grad, ich hatte mein "Portal", meinen Zugang zu dem Buch gefunden.
    Nach wenigen Seiten gab es für mich eine magische Passage:
    "Und nach einer gewissen Zeit waren die Elfen zu einem ebenso festen Bestandteil von England geworden wie das Heidekraut in der trostlosen grauen Moorlandschaft, wie die Galgen auf den Hügelkämmen."
    Nachdem das Portal zwischen den Welten für die Elfen und alle magischen Wesen sich schloß, gab es für sie nur noch Leid, Armut und die Sehnsucht nach ihrer Heimat.
    Menschen und Elfenwesen vermischten sich und zeugten kleine Geheimnisse, die mutigen Mischlinge mussten versteckt werden, damit jeden Tag die Sonne für sie aufgehen konnte.
    Da haben wir Bartholomew und seine kleine Schwester Hettie, Zweige wachsen auf ihrem Kopf wie Haare und um sie herum verschwinden Kinder, auch ihr Freund der Dornenkopf.
    9 Kinder schwammen tot in der Themse und Hettie wird auch entführt.
    Hochelfen findet man in der Politik, wie zB der Justizminister Lickerish, er verfolgt einen grausamen Plan, er möchte das Portal zu seiner alten Welt wieder öffnen, egal ob ganz London dabei draufgehen wird, doch dazu braucht er ein bestimmtes Kind..
    Doch im Rat sitzt auch Gentleman Jelliby, er romantisiert das Leben und möchte gerne eine Lady in Not retten, eine sehr gefährliche Lady.
    Dadurch raufen sich Arthur und der kleine Batholomew zusammen und treten die größte Abenteuerreise ihres Lebens an.
    Wir treffen auf hinterhältige Hochelfen, Sylphen, Rattenfeen, Butler mit mechanischen Gesichtern, Feenegel, Gnome, pflaumenfarbene Damen, Grünhexen, Heuschrecken und Wolfsgespanne, jeder Winkel Londons versprüht Funken der Magie.
    Für mich, das Fantasy Ereignis des Jahres 2014, was eigentlich nur noch die Fortsetzung toppen könnte.
    Grandios und genial setzt Stefan Bachmann diesen Roman in Szene, ein All-Age-Pageturner, den ein mechanisches Vöglein mir zuzwitscherte.
    Begeistert und demütig verneige ich mich vor Stefan Bachmann und sage Danke an den Diogenes-Verlag!
    (ړײ)¸¸.•´¯`»★
    Mit einer Empfehlung an die Erde, liebe Grüße, SABO
    Autor: Stefan Bachmann
    :explodier:
    Großer Dank auch an Literaturschock und diese wundervolle Leserunde!
    :schmetterling:

    Einmal editiert, zuletzt von SABO ()

  • Inhalt


    Bartholomew Kettle, genannt Barthy, lebt mit seiner Mutter und seiner kleinen Schwester Hettie in den Slums von Bath. Die beiden Kinder sind Mischlinge, halb Mensch, halb Feenwesen. Von beiden werden die Halbblutkinder verabscheut und sogar getötet.

    Die Feenwesen, die durch ein Portal in die menschliche Welt eingedrungen waren, sind besiegt worden und nun, da sich das Portal geschlossen hatte, hier gefangen. Viele Jahre sind vergangen, so dass es scheint, als wären sie ein Teil dieser Welt geworden. Sie leben unter den Menschen und es wird verhindert, dass sie ihre Magie einsetzen können, doch das täuscht.

    Neun Seltsame, so werden diese Kinder genannt, trieben tot in der Themse, erfährt Arthur Jelliby bei der Sitzung des Staatsrates, an dem auch Justizminister Lickerish, ein Hochelf, anwesend ist. Jellibys Wege kreuzen sich innerhalb kurzer Zeit mehrmals mit denen Lickerishs, wodurch Jelliby Dinge erfährt, die nicht für ihn bestimmt sind, und er in den Verdacht der Spionage gerät. Denn Lickerish scheint mit dem Verschwinden der Seltsamen in Verbindung zu stehen.


    Barthy, der mitansehen musste, wie sein Mischlingsfreund von einer Dame in pflaumenblauen Kleid entführt wurde, fühlt sich seitdem sehr unwohl, da eine Fratze am Hinterkopf der Dame ihn gesehen hat. Während Barthy versucht einen Hausgeist anzulocken, führt das Schicksal seinen und Jellibys Weg zusammen. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche, der eine nach seiner Schwester, der andere nach der jungen Dame, die ihn um Hilfe bat.



    Meine Meinung


    Die Seltsamen ist der erste Teil um Bartholomew Kettle von Stefan Bachmann. Das Buch ist in rotes Kunstleder gebunden, mit einem mechanischen Vogel und mit eingeprägten gelber Schrift versehen. Dies ist vielleicht nicht gerade ein Hingucker, passt aber sehr gut zum Inhalt des Buches.


    Sehr schnell war ich von der Geschichte vereinnahmt. Man wird sofort zu Beginn voll in die kleine Welt von Barthy und seiner Schwester hineingezogen. Der Prolog, der erklärt in welcher Welt die beiden leben, ist wichtig für das weitere Verständnis.


    Schon die ersten Seiten bauen eine Spannung auf, die über die gesamte Länge des Roman gehalten werden kann. Die Figuren sind einprägsam beschrieben, unterschiedlich ausgeprägte Charaktere, wenn ich auch die Figur des Arthur Jelliby als überzeichnet empfinde.


    Zwei Welten treffen aufeinander, die menschliche und die magische. Warum dies geschah bleibt im Dunkeln. Die eine besiegte die andere und fortan müssen sich die Besiegten unterordnen, sich anpassen, ihre Wurzeln kappen. Wie schwierig dies bereits unter den Menschen ist, sehen wir Tag für Tag in unserer Welt. Wie schwierig muss es dann für so unterschiedliche Wesen wie Mensch und Feenwesen sein. Und es gelang auch nicht. Dieses Thema ist vordergründig, wenn es auch nicht allzu tief geht. Manche scheinen diesen Prozess gut bewältigt zu haben, wie beispielsweise Mr. Lickerish, der Justizminister. Aber ist das wirklich so? Schein und Sein gehen hier weit auseinander, wie Mr. Jelliby sehr zu seinem Leidwesen feststellen muss.


    Sehr unterschiedliche Feenwesen bevölkern die Menschenwelt. Dies war etwas gewöhnungsbedürftig, zumal die unterschiedlichen Formen nicht erklärt wurden. Etwas überfrachtet fand ich die Einbeziehung von Tieren wie Wölfen und anderen, beispielsweise als Zugtiere.


    Mit Spannung und leichtem Grusel verfolgt man den Werdegang der Geschichte, bei der nicht alle Fragen gelöst und noch kein strahlender Held am Ende wartet. Als Leser lechzt man nach den nächsten Teil, der für den Herbst angekündigt ist.



    4ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

  • Meine Meinung zum Buch:


    Titel: Das seltsame Buch über Seltsame…


    Zu diesem Buch habe ich gegriffen, weil mir dessen Gestaltung total gefiel und ich einfach mal ein Buch aus dem Genre Steampunk lesen wollte, um zu wissen was das eigentlich ist. Ich hatte keinerlei große Erwartungen an das Buch, ich wollte einfach nur gut unterhalten werden, aber das wurde ich leider nicht.


    Im Roman lernen wir den Jungen Barthy kennen, der zu der Gruppe der Seltsamen gehört, die halb Mensch und halb Fee sind und von niemanden gemocht werden, weshalb Barthy nur versteckt lebt. Ohne Freunde ist das Einzige was ihn glücklich macht seine kleine Schwester Hettie, die er beschützt und über alles liebt, aber diese ist plötzlich verschwunden. Sie wird doch wohl nicht das nächste Opfer des Mörders sein, der Seltsam- Kinder tötet?


    Ich habe schon extrem lange kein Buch mehr gelesen, bei dem mir das Lesen so extrem schwer fiel und bei dem ich absolut nicht in die Geschichte fand wie hier. Der junge Autor hat offensichtlich versucht jede Idee in seinem Buch zu verwirklichen. Die Ideen sind teilweise gar nicht so schlecht, nur ist der Roman in meinen Augen einfach zu sehr mit Inhalt überladen und einen roten Faden sucht man vergeblich.


    Die Geschichte wird hauptsächlich aus zwei Perspektiven geschildert, der von Bartholomew Kettle und der von Mr. Jelliby, was aber auch nur minimal für Spannung sorgte.


    Einzig interessant war es von Wesen aus Metall zu lesen und dass moderne Technik mit dem viktorianischen Zeitalter verknüpft wurde, was das Steampunk- Genre ja ausmacht.


    Weniger gelungen fand ich, dass es keine klare Unterscheidung zwischen den einzelnen Wesen gab, denn für mich ist nun mal eine Fee etwas anderes als eine Elfe, aber vielleicht liegt das ja auch an der Übersetzung.


    Bei "Die Seltsamen" handelt es sich um den ersten Band einer Reihe, was man auch an dem offenen Ende merkt. Eines ist für mich jedenfalls jetzt schon klar: Band 2 werde ich nicht lesen.


    Fazit: Der Ideenreichtum des Buches ist durchaus ansprechend, aber die Umsetzung konnte mich leider so gar nicht überzeugen. Für mich ein überschätztes und zu sehr gehyptes Debüt, das man nicht gelesen haben muss. Ich empfehle es nicht weiter.


    Bewertung: 2ratten


    Und leider in meinen Augen auch ein :flop: (Bitte :meckerziege: und nicht hauen)

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)

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    Inhalt:
    In einem England in dem nach dem "Heiteren Krieg", bei dem das Portal zur Feenwelt verschlossen wurde Menschen und Feenwesen miteinander leben (müssen) gibt es die sogenannten "Seltsamen"; Mischlinge, die von Feen und Menschen abstammen, jedoch zu keiner der beiden Gruppen gehören und ein einsames, verstecktes Leben führen müssen.
    Barthy und seine kleine Schwester Hettie sind solche Mischlinge, die mit ihrer Mutter in den Slums von Bath ein kärgliches Leben führen. Als Barthy eines Tages vom Fenster aus beobachtet, wie ein Nachbarsjunge mit einer mysteriösen Dame verschwindet, ahnt er noch nicht, welche Gefahr ihm droht, denn in London werden immer wieder tote Mischlinge in der Themse treibend gefunden.
    Auch Mr. Jelliby, lethargischer Parlamentsabgeordneter in London, muss sich mit diesem Vorfällen befassen. Durch Zufall kommt er an geheime Informationen, die den Justizminister Mr. Lickerish, einen Hochelf, belasten würden. Mr. Jelliby beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen, doch er muss bald feststellen, dass mit Mr. Lickerish nicht zu spaßen ist.


    Meine Meinung:
    Schon der Prolog mit der Beschreibung des Krieges zwischen Menschen und Feen hat mich sehr neugierig auf die Geschichte gemacht, da hier einiges angedeutet, aber nicht komplett aufgelöst wird.
    In der Folge wechseln sich Kapitel, die in Barthy´s Welt spielen mit denen, die Mr. Jelliby als Hauptfigur haben, ab, bis die beiden am Ende des ersten Bandes aufeinander treffen. Ich fand beide "Welten" gut beschrieben; während ich bei Barthy und seiner kleinen Schwester, die nie das Haus verlassen dürfen und keine Freunde haben, oft mal einen Kloß im Hals hatte, hat Mr. Jelliby und seine Art, in jedes Fettnäpfchen zu treten, mich schmunzeln lassen.
    Dazu gab es noch einige echt gruselige Momente und über allem natürlich die spannende Frage, was es mit den Morden an den Mischlingen auf sich hat.


    Für mich war dieses Buch ein sehr rundes Gesamtpaket. Ich habe mit den Figuren mitgelitten und mich sehr gut unterhalten gefühlt. Auch die Aufmachung, die der Diogenes-Verlag gewählt hat, hat mir sehr zugesagt und ich bin froh, dass er das quietschbunte Cover des Originals nicht übernommen hat (wobei das sicherlich Geschmackssache ist :zwinker:). Ich freue mich jetzt schon auf Teil zwei, den ich auf jeden Fall lesen werde.


    5ratten

    :lesen: Anthony Powell - The Kindly Ones <br /><br />Mein SUB<br />Meine [URL=https://literaturschock.de/literaturforum/forum/index.php?thread/32348.msg763362.html#msg763362]Listen

  • INHALT
    Bartholomew Kettle wäre gern ein ganz normaler Junge, aber er findet sich hässlich - fast so hässlich wie seine Schwester Hettie. Freunde hat er keine. Wie auch? Schließlich ist er ein Seltsamer, halb Mensch, halb Feenwesen, von beiden verachtet, vor beiden auf der Hut. Besonders seit Mischlinge wie er auf mysteriöse Weise verschwinden. Eines Tages taucht eine geheimnisvolle Dame in einem pflaumenfarbenen Kleid im Slum von Bath auf. Bartholomew beobachtet sie verstohlen durchs Fenster. Was will sie? Als plötzlich Federn aufwirbeln und die Dame mit einem weiteren Mischlingskind entschwindet, vergisst Barty jegliche Vorsicht - und wird bemerkt. Ein tollpatschiger junger Politiker, der alle Parlamentssitzungen verschläft, scheint der Einzige zu sein, der Barty helfen will. Barty ist überzeugt: Der Nächste in der Reihe bin ich.
    (TEXT DIOGENES-Verlag)


    MEINE MEINUNG
    Mit „Die Seltsamen“ ist dem jungen Debütautor Stefan Bachmann ein beeindruckender, unglaublich einfallsreicher Auftakt eines Fantasy-Zweiteilers gelungen, der bei seiner Ersterscheinung in Amerika auf Anhieb zu einem Bestseller wurde.
    Bachmann hat für seinen Roman, dessen Schauplätze wundervoll das Flair des viktorianischen England widerspiegeln, eine äußerst faszinierende und vielschichtige Fantasywelt voller Magie erschaffen, die angereichert ist vielen witzigen Steampunkelementen und höchst ungewöhnlichen Wesen wie Sídhe, Feen, Grünhexen und Kobolde.
    Stefan Bachmann hat einen wundervoll sprachgewaltigen und bildhaften Schreibstil, der sich flüssig und angenehm lesen lässt. So lässt er seine höchst eigenartige Welt mit den zahllosen fantasievollen Details, wie beispielsweise die mechanischen Aufziehvögel oder Kutschen und winzigen Lampenfeen in den Straßenlaternen, aber auch die vielgestaltigen Feenwesen, sehr schnell vor dem inneren Auge des Lesers lebendig werden. Einzig zum Aussehen der verschiedenen Wesen hätte ich mir etwas ausführlichere Beschreibungen gewünscht, um diese auch in meiner Vorstellung optisch voneinander unterscheiden zu können.
    Die auf verschiedenen Handlungsebenen spielende Geschichte wird abwechselnd aus Sicht der beiden Protagonisten Mr. Jelliby und des kleinen Mischlingsjungen Bartholomew erzählt. Unweigerlich zieht einen die etwas düster und beklemmend wirkende Atmosphäre dieser komplexen Welt in seinen Bann und stimmt einen zugleich nachdenklich, als sich allmählich die erschreckenden Zusammenhänge der dort herrschenden Gesellschaft offenbaren. Denn schon bald zeigt sich, dass das geschilderte Zusammenleben von Menschen und Feenwesen alles andere als harmonisch und vorurteilsfrei ist. Diskriminierung, Verelendung und Ausbeutung der Andersartigen sind an der Tagesordnung, und machen vor allem das Leben von Mischlingskindern, den sogenannten Seltsamen, wie Bartholomew und seiner kleinen Schwester Hettie in den Slums von Bath zur Hölle. Sehr einfühlsam und liebenswert sind die beiden mit ihren charakterlichen Eigenarten und Verletzlichkeiten beschrieben, so dass man sich gut in ihre desolate Situation hineinversetzen und ihre Handlungen verstehen kann. Auch Mr Jelliby, die andere sehr skurrile und anfangs wenig sympathische Hauptfigur, ist sehr liebevoll und vielschichtig dargestellt. Sehr amüsant und überzeugend hat Bachmann seine unfreiwillige Entwicklung vom phlegmatischen Politiker, der ein eher ruhiges, beschauliches Leben in London genießt, hin zu einem engagierten Menschen, der sich für das Wohl anderer einsetzt, herausgearbeitet.
    Ihnen hat der Autor den äußerst unsympathischen und durchtriebenen Sidhe Mr. Lickerish als skrupellosen Bösewicht entgegen gestellt, dessen unheimliche Machenschaften und wahren Absichten erst allmählich enthüllt werden.
    Sehr mitreißend wird erzählt, wie Bartholomew und Mr Jelliby über sich hinauswachsen und gemeinsam schwierige, gefahrenvolle Aufgaben meistern müssen. Sehr temporeich mit Verfolgungsjagden und raschen Szenenwechseln eilen wir auf das offene Ende zu. Es gelingt den beiden zwar in einem fesselnden Finale, die ernste Bedrohung für die gesamte Welt zunächst abzuwenden, doch zu einem unvorhersehbar hohen Preis, so dass hier sicher noch nicht das letzte Wort gesprochen zu sein scheint. Nach diesem Cliffhanger darf man sehr auf die Fortsetzung der Geschichte gespannt sein.


    FAZIT
    „Die Seltsamen“ ist ein rundum gelungener Fantasyauftakt eines Zweiteilers, der mit einer komplexen, ideenreichen und sehr atmosphärischen Geschichte, liebenswerten Charakteren und äußerst skurrilen Wesen überzeugen kann.
    Nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Erwachsene ist dieses mitreißende Fantasyabenteuer sehr empfehlenswert!


    4ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

  • Vor vielen, vielen Jahren öffnete sich ein Tor zur Elfenwelt und das alte England versank im Chaos. Ein Krieg brach aus, der eine ganze Stadt verschwinden ließ und eine Menge Opfer forderte. Seitdem ist einige Zeit vergangen und die Feenwesen leben unter den Menschen, eingeschränkt in ihren Fähigkeiten. Mischlinge - die sogenannten Seltsamen - haben es besonders schwer. Sie werden von beiden Seiten gehasst, stellenweise verfolgt und ermordet. Bartholomew Kettle ist einer von Ihnen. Mit seiner Schwester Hettie und der menschlichen Mutter leben Sie versteckt in den Feenslums. Eines Tages beobachtet Barthy, wie eine mysteriöse Dame den Nachbarsjungen mitnimmt und beide in einer Wolke aus schwarzen Flügeln verschwinden. Er hat Angst, denn die Dame hat ihn gesehen...


    "Federn fielen vom Himmel. Gleich schwarzem Schnee schwebten sie auf eine alte Stadt namens Bath herab, taumelten über Dächer und sammelten sich in den Ecken und Winkeln der Gassen, bis alles dunkel und still war wie ein Wintertag."


    Stefan Bachmann hat eine wunderbar düstere Fantasygeschichte im Steampunkgewand geschrieben. Englische Gentlemen und feine Damen, Feenwesen, Zauberei und mechanische Brieftauben... dazu eine angenehme Schreibweise, die mich sofort mit auf die Reise nahm. Im Mittelpunkt steht eine Serie an Mischlingsmorden, die Gesellschaft und Politik beschäftigt. Denn die Taten sind so grausam, dass sie nicht gänzlich ignoriert werden können. Dahinter steckt jedoch ein viel größerer Plan, der erneut Vernichtung bedeuten kann.


    Die Charaktere reichen von putzig, skurril bis hin zu furchteinflößenden Wesen. Hettie hat es mir besonders angetan. Das kleine, schmutzige Mischlingsmädchen mit ihren Asthaaren kann man einfach nur ins Herz schließen. Sie spielt wie Barthy auch eine tragende Rolle. Hinzu kommt der schrullige Mr. Jelliby, der plötzlich mitten die Geschichte schlittert. Was soll er nun auch anderes tun, als zu helfen. Irgendwann will er schließlich wieder in Ruhe und Tee trinkend vor seinem Kamin sitzen.


    Spannend bleibt es und die Kapitel bieten viele liebevolle Details neben den furchtbaren Geschehnissen. Ein bisschen zu undurchsichtig blieb mir aber die Sache mit Feen, Elfen, Sidhe... in welcher Ordnung stehen sie zueinander, welche Rolle nahmen sie in der Vergangenheit ein? Man nimmt es beim Lesen einfach hin, aber es fehlte.


    Bei den Spekulationen um die Dame, die Morde und die Hintergründe kann man die Fantasie wunderbar spielen lassen. Doch am Schluss konnte Bachmann überraschen, so muss das sein.
    Das Abenteuer ist hier zwar vorerst zu Ende, doch das Augenmerk wird bereits auf die Fortsetzung gelegt. Wenn man die Geschichte mochte, kann man sich unmöglich nur mit diesem Debut zufrieden geben, Teil 2 muss einfach gelesen werden. Ich freue mich auf den Herbst/Winter 2014.


    4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

  • Als erstes war mir das Cover aufgefallen. Rotes Kunstleder und der Titel in Prägedruck, ungewöhnlich für einen Verlag, der sonst im dezenten weiß daherkommt.
    Als dann hier noch eine Leserunde gab, bin ich schwach geworden.
    Das Buch gehört in die Kategorie Steampunk. Aha, hatte ich ehrlich gesagt vorher noch nie gehört. Nun gut, das mag meinem Alter geschuldet sein, auch wenn die Wurzeln des Steampunk bis zur der Lektüre von Jules Verne und H.G. Wells zurück führen.
    Steampunk fällt in den Bereich des sogenannten Retro-Futurismus, einer Sicht auf die Zukunft, wie sie in früheren Zeiten entstanden sein könnte.
    Und genau so ist die Geschichte in diesem Buch. Der Leser befindet sich einem England wieder, welches am ehesten viktorianisch geprägt scheint. Gleichsam sind nicht nur Menschen auf der Erde beheimatet, sondern ebenso Kobolde, Gnome und Feen, Elfen. Die Elfen sind jedoch nicht die ästhetischen Wesen, wie sie z.B. in "Der Herr der Ringe" zu Hause sind. Nein, sie sind ein wenig anders.


    Es gibt Beziehungen zwischen Menschen und Feen, Kinder aus diesen Beziehungen sind jedoch in beiden Welten unbeliebt. So wie auch Barholomew. Von der Mutter geschützt und verborgen vor den Anfeindungen seiner Umwelt fristet er, nur mit seiner kleinen Schwester Hettie als Spielkameradin, ein einsames und routiniertes Leben.
    Dann wird diese Routine plötzlich bedroht. Bartholomew wird Zeuge, wie der Junge aus dem Haus gegenüber an eine zweifelhafte Dame "abgegeben" wird, und das wo bereits 9 Mischlingskinder verschwunden sind. Ein Junge, der als einziger so etwas wie ein Freund für Bartholomew war. Doch damit nicht genug, wird auch noch seine Schwester Hettie entführt. Eine aufregende Jagd beginnt und ihr Leben zu retten. Hilfe erhält der Junge dabei ausgerechnet durch einen Parlamentsabgeordneten, Mr. Jelliby, dessen angenehmes Leben nun mehr als durcheinander gerät .


    Ein unglaublicher Einfallsreichtum präsentiert sich mit dieser Geschichte dem Leser, wobei man nicht außer Acht lassen darf, dass der Autor Stefan Bachmann 18 oder 19 Jahre alt war als das Buch erschien.
    Die Geschichte ist durchdacht, spannend, einfallsreich und sehr unterhaltsam.


    Natürlich endet die Lektüre mit einem Cliffhänger, so dass einem nichts andes übrigbleibt als auf die Fortsetzung zu warten, welche im Herbst 2014 erscheinen soll.
    Denn noch ist Barholomews Schwester nicht gerettet.


    4ratten

  • Stefan Bachmann - Die Seltsamen


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    Inhalt:
    Vor einigen Jahren öffnete sich ein Portal und die Elfen und Feenwesen betraten das alte England. Es kam zum "heiteren Krieg" den die Engländer letztendlich gewannen. Das Portal schloss sich und die Elfen waren gefangen in der Menschenwelt. Von nun an lebten sie mit den Menschen mehr oder weniger Seite an Seite. Einige Elfen bzw. Feenwesen führten ein akzeptables Leben, andere widerum hatten es nicht gerade leicht.


    Die Mischlingskinder - auch die Seltsamen genannt - traf es am Härtesten. Verachtet von den Menschen als auch von den Feenwesen, fristeten sie ihr Dasein im Geheimen. Denn wenn sie entdeckt wurden, bedeutete dies meist unausweichlich den Tod der Mischlingskinder.


    Bartholomew und seine Schwester Hettie sind Mischlingskinder. Sie leben zusammen mit ihrer Mutter in einem der Slums und führen ein mühseliges und einsames Leben, denn Freundschaften zu schließen ist genauso unmöglich wie vor die Tür zu gehen. Bartholomews Mutter ist sehr besorgt um ihre Kinder und behütet sie sehr. Vor allem, da in letzter Zeit viele Mischlingskinder tot und leer in der Themse aufgefunden wurden. Doch was es mit den grausamen Morden auf sich hat, weiß niemand so genau.


    Als Barthy eines Tages beobachtet, wie eine geheimnisvolle Lady in einem wunderhübschen, pflaumenfarbenen Kleid den Nachbarsjungen mitnimmt und Barthy von dieser Lady dann auch noch erwischt wird, beginnt sein größtes Abenteuer...


    Meine Meinung:
    Die Aufmachung des Buches ist sehr gelungen. Ich mag das schlichte rote Cover mit dem mechanischen Vogel, das der Diogenes-Verlag ausgewählt hat. Ein krasses Gegenteil zu dem Originalcover, dass sehr bunt daherkommt.


    Es hat ein wenig gedauert, bis ich so richtig mit der Geschichte warm wurde. Woran es genau gelegen hat, kann ich gar nicht so richtig beurteilen, auch wenn ich schon länger darüber nachdenke. Grundsätzlich schreibt Herr Bachmann sehr schön, doch hin und wieder fehlten mir einige Erklärungen, Erzählungen oder aber Dialoge. Ich hatte manchmal das Gefühl, dass der Autor ein wenig abschweift, manches war irgendwie verschleiert, nicht greifbar...


    Die Charaktere, die einem im Laufe der Geschichte begegnen sind bunt gemischt. Da gibt es Barthy, ein neugieriger und mutiger Mischlingsjunge, Hettie, seine kleine, zauberhafte Schwester, den tollpatschigen Mr. Jelliby, der gerne jedes Fettnäpfchen mitnimmt oder aber den ziemlich gruseligen Mr. Likerish...


    Diese Steampunk-Gesichte bietet fast alles, was das Leserherz begehrt. Spannung, Magie, Humor, Zauber und ein überraschendes und offenes Ende. So dass man auf die Fortsetzung wirklich gespannt sein darf.


    Ich kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen, auch wenn ich denke, dass Stefan Bachmann durchaus noch besser schreiben könnte. Doch wenn man bedenkt, dass der Autor gerade einmal 16 war, als er begann dieses Buch zu schreiben, dürfte klar sein, dass wir von ihm noch einiges zu Lesen bekommen werden.


    Für mich auf jeden Fall ein tolles Buch. Ich freue mich sehr auf den weiteren Teil. :klatschen:


    4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

    Mögest du dir die Zeit nehmen, die stillen Wunder zu feiern, die in der lauten Welt keine Bewunderer haben. ~ Altirischer Segenswunsch

  • Der Junge Bartholomew Kettle lebt in einer ganz besonderen Welt. Dort gibt es Menschen, Feenwesen und Mischlinge. Seit die Feenwesen den Weg durch ein Portal nach England gefunden haben ist einige Zeit vergangen, ein zerstörerischer Krieg ist beendet und die zerstörte Stadt Bath wurde unter dem neuen Namen New Bath zur Heimat der Feenwesen, denn die Rückkehr in ihre eigene Welt blieb ihnen versperrt.


    Bartholomew selbst ist ein Mischling, genau wie seine kleine Schwester Hettie. Die beiden Kinder leben mit ihrer Mutter in ärmlichen Verhältnissen und meiden den Kontakt zur Außenwelt, denn Mischlinge sind nicht gerne gesehen in dieser Welt, weder auf Seiten der Menschen noch auf Seiten der Feen. Dennoch ist Bartholomew ein normaler neugieriger Junge und so ist es nicht verwunderlich, dass er die Dame im pflaumenfarbenen Kleid beobachtet, die eines Tages auf der gegenüberliegenden Straßenseite auftaucht und scheinbar mit einem Jungen verschwindet. Da wird sein Entdeckergeist geweckt und er wagt sich in ein Abenteuer, erst recht als plötzlich seine kleine Schwester in Gefahr ist.


    Im London dieser Zeit lebt auch der Politiker Mr. Jelliby, der es eigentlich gemütlich und ruhig mag. Mr. Jelliby beschäftigen die Leichen der Mischlingskinder, die in letzter Zeit aus der Themse gefischt wurden und er hat Probleme mit dem Justizminister Mr. Lickerish, einem Hochelfen. Und dann läuft auch ihm die Dame im pflaumenfarbenen Kleid über den Weg und bittet ihn um Hilfe. Mr. Jelliby nimmt allen seinen Mut zusammen und versucht zu helfen und so kreuzt er auch den Weg von Bartholomew.


    „Die Seltsamen“ das sind in dieser Geschichte die Mischlinge um deren Leben und Schicksal es hier geht. Bartholomew, als einer von ihnen, ist auf Anhieb weder sympathisch noch unsympathisch. Sein Verhalten in dieser sonderbaren Welt, in der es mechanisch aufziehbare Vögel, Hausgeister, mechanische Kutschen und vieles mehr gibt, ist recht normal und absolut nachvollziehbar. Er ist und bleibt ein Kind. Mr. Jelliby hingegen durchlebt im Verlauf des Buches eine große Veränderung, er wächst über sich hinaus und wird zu einem richtigen Abenteurer. Ihn muss man einfach mögen.


    Stefan Bachmann beleuchtet in seinem Steampunk-Fantasyroman eine fantastische Welt, die man einfach so auf die menschliche Welt übertragen könnte. Hier geht es um Armut, Ausgrenzung, Politik und Machtspielereien. Einige Wenige stellen ihre Interessen über das Wohl der Allgemeinheit und riskieren damit viel auf Kosten anderer. So ist dieses Buch ein wundervoller Ausflug in eine nicht existente Welt, die Gefahren birgt, wie jede andere auch. Hier geht es spannend, abenteuerlich und fantasiereich zu und der Leser wird sich fasziniert fragen dürfen, wie ein solch junger Autor diese Geschichte erfinden konnte.


    Bereits im Herbst 2014 wird es weitergehen mit Bartholomew und der Welt der Menschen, Feen und Mischlinge. Das Buch findet zwar für sich gesehen einen guten Abschluss, aber die Geschichte ist eben auch noch nicht zu Ende erzählt.


    4ratten

    Lesen ist meine Leidenschaft

  • Nun ja - wenn das Steam-Punk ist, dann bin ich ein Zigarren-Punk.


    Im Ernst: Bachmanns Erstling ist nicht übel ausgefallen. Er studiert offenbar am Konservatorium Zürich Komposition, und das merkt man auch: Komponieren kann der junge Mann. Leider ist die Komposition ein bisschen allzu konventionell ausgefallen. Die richtig grossen Überraschungen fehlen. Bachmann weiss Spannung zu generieren, zu erhöhen - ja. Aber er kann nicht überraschen. Dass die Los Angeles Times ihn mit Dickens und Dostojevskij vergleicht, beweist nur, wie wenig die Amis von der europäischen Literatur wirklich wissen. Dostojevskijs Abgründe, die so offensichtlich sind, fehlen ebenso wie die hinterhältige Schlauheit des späten Dickens; ja, sogar die Sentimentalität des frühen und mittleren Dickens oder dessen Humor sucht man vergebens. Bachmann erzählt geradlinig, ohne Umschweife. Das ist gleichzeitig seine Stärke wie seine Schwäche.


    Da es eindeutig ein Jugendbuch ist, sucht man auch so etwas wie Liebe zwischen Männchen und Weibchen vergebens - Kinder sind die Protagonisten und von Kindern erwartet man solches auch nicht. Aber das ist auch gut so - mit 16 war Bachmann wohl sowieso zu jung, um etwas Relevantes zu diesem Thema schreiben zu können...


    Fazit: Nette Unterhaltung für einen sonnigen Nachmittag auf dem Balkon. Mit einer Zigarre, natürlich - irgendetwas muss ja rauchen, auch ausser den englischen Städten Bachmanns... :breitgrins:

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

  • PS. Den, der Bachmann vom ganzen Plot her so sehr beeinflusst hat, dass man schon fast von einer Kopie sprechen könnte, hat, glaube ich, hier noch niemand erwähnt: Philip Pullmans His Dark Materials ...

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)