Oliver Plaschka - Das Licht hinter den Wolken

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Klappentext:
    Die Magie scheint die Welt verlassen zu haben. Ein neuer Kaiser sitzt auf dem Thron und jagt die letzten Überlebenden der alten Völker bis an die Grenzen der Welt. Auch die junge April und der Söldner Janner sind auf der Flucht und treffen dabei auf den uralten Zauberer Sarik.
    Seit ihrer Kindheit träumt die junge April von einem fernen, magieverheißenden Licht, das sie in die Welt hinauslockt. Doch kaum ist sie ihrem Heimatdorf und der Tyrannei ihres Vaters entkommen, gerät sie an den Fealv Janner. Der junge Söldner ist auf der Suche nach seinen Wurzeln und steckt bis über beide Ohren in Schwierigkeiten. Nachdem die beiden in Notwehr einen einflussreichen Mann getötet haben, werden sie endgültig zu Gesetzlosen und geben sich die Namen ihrer Schwerter. Bald schon sind sie für ihre Taten berüchtigt. Ihre Wege kreuzen sich mit denen Sariks, eines verbannten Zauberers, der sich dem Verebben der Magie entgegenstellt. Keiner von den dreien ahnt, dass sie den Lauf der Welt für immer verändern werden ... ganz, wie es das Licht hinter den Wolken will.


    Der neue Roman von Oliver Plaschka erscheint Mitte März. Passend dazu bieten wir ab 29. März auf Leserunden.de eine Leserunde mit Begleitung des Autors an. Weitere Mitleser sind herzlich willkommen. :smile:


    LG Kati :winken:

    Einmal editiert, zuletzt von Kati ()

  • In den östlichen Provinzen liegt das kleine Dorf Gabors Furt. Hier lebt April, ein blasses und unheimliches Mädchen, denn sie sieht die zweite Sonne. Ihre Kindheit ist nicht sehr behütet. Die Mutter im Kindbett gestorben, der Vater gewalttätig und kaum genug Geld zum leben. Eines Tages begegnet April einem Fremden. Er behauptet ein Zauberer zu sein und schenkt ihr nach einem kurzen Gespräch einen Regenbogen. Dieser Moment verändert so vieles, denn Magie - bis dahin längst vergessen in der Welt - war wieder spürbar.


    Kurz darauf verlässt April ihre Heimat. Von der bevorstehenden großen Aufgabe ahnt sie nichts. Ihr Schicksal teilt sie jedoch mit dem Söldner Janner, der Kriegerin Cassiopeia sowie den Wundern und Legenden des Kaiserreichs.


    "Ihr Name ist Schneeklinge", sagt er leise. "Und ihre Geschichte ist eine traurige, die schon lange nicht mehr erzählt worden ist…"


    Auf mein erstes Buch von Oliver Plaschka war ich schon sehr gespannt. Fantasy aus dem Hause Klett-Cotta verspricht anspruchsvolle und gut durchdachte Geschichten. Der Roman kommt als schickes Hardcover daher, die Umschlaggestaltung ist wunderschön und passt zum Inhalt. Innen fällt direkt eine große Landkarte ins Auge, die detailliert gestaltet ist und zu ersten Entdeckungstouren einlädt.


    Der Einstieg in die Story selbst ist mir sehr leicht gefallen. Ich mag die leisen, aber ausdrucksstarken Worte, mit denen die Geschichte direkt mein kleines Leserherz erreicht. Das war also meine Ankunft in einer Fantasywelt Ende des 16. Jahrhunderts, die mich für knapp 700 Seiten beschäftigen wird. Schnell war das erste Kopfkino geboren und die wilden Spekulationen begannen. Was hat es mit dem verwirrten Zauberer auf sich und wohin ist die Magie verschwunden?


    Der Autor bedient mehrere Handlungsstränge und arbeitet mit Rückblenden. Hier geht es aber nicht nur um die Vergangenheit der Charaktere sondern auch um integrierte Mythen und Überlieferungen aus der alten Zeit. Wie ein großes Puzzle setzt sich die Geschichte zusammen und man muss schon sehr aufmerksam lesen, um alle Einzelheiten zu behalten. Der Spannungsbogen wächst und in einem großen Showdown endet das Abenteuer von April, Janner, Zauberer Sarik und Cassiopeia. Die Rätsel um Feinde und Freunde werden gelöst, neue Legenden geboren und ein Neuanfang ist möglich.


    Fazit: komplexe Geschichte, die einen Regenbogen wert ist!


    4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

  • Meine Meinung:


    Es fällt mir etwas schwer "Das Licht hinter den Wolken" zu bewerten. Das liegt daran das es Kapitel und Erzählwendungen gibt die ich nicht so mochte, aber auch ganze Erzählstränge und Figuren die ich wunderbar fand. Es liegt aber auch daran, das ich meine Schwierigkeiten mit einer gewissen Art von Fantasy habe. Im Grunde hätte ich diesen Roman wohl eher nicht gelesen, wenn er nicht von Oliver Plaschka geschrieben worden wäre. Was meinen Geschmack angeht, kenne ich mich schon sehr gut *g* und musste wieder einmal feststellen, das ich doch auch zum Teil Recht damit hatte.
    Die Rolle der Magie und welche sie hier im Roman spielt gefiel mir aber sehr gut. Nur Sarik als Zauberer war zum großen Teil nicht ganz mein Fall, auch wenn er nach und nach immer mehr an Tiefe gewinnt und seine Figur interessanter wird, je weiter die Handlung fortschreitet.
    Die anderen Figuren waren alle sperrig, einer der Gründe sie alle interessant zu finden. Wirklich mögen… eigentlich mochte ich nur die Senatorentochter so richtig gerne. Ihr Erzählstrang hat mich richtig begeistert und ihr Schicksal hat mich auch am meisten getroffen. Mit ihr gab es eine entscheidende Szene, die für mich die beste des ganzen Romans war. Gänsehaut pur!

    Zu Janner hatte ich zu Beginn ein gutes Gefühl, leider hat es sich nach und nach gewandelt und ich mochte ihn immer weniger. Seine Art sich selbst immer wieder zu erfinden und nie sein wirkliches Ich aus zu leben habe ich ihm übel genommen. Natürlich leben viele Menschen die Lüge ihres Lebens… aber irgendwie hätte ich mir hier mehr Wandlung gewünscht.
    April blieb mir an manchen Stellen einfach zu passiv. Auch dann wenn sie Möglichkeiten gehabt hätte die Konfrontation zu suchen vor allem auch was Janner angeht. Es ist nicht so das sie stehen bleibt, aber ich gestehe das mir ihre Entwicklung trotzdem nicht so gefallen hat. Allerdings mochte ich sie am Ende lieber als noch zu Beginn der Handlung.


    Aber was wiederum toll war, war die Tatsache das keine von den Figuren wirklich einseitig ist. Jede der Figuren hat eine Seite die fragwürdig ist. Moralisches Handeln wird hier von jeder Seite beleuchtet, ohne den Zeigefinger zu heben. Ich bin in dieser Hinsicht sehr empfindlich und daher war ich doch sehr angetan, das es Oliver Plaschka gelungen ist hier die richtigen Worte zu finden. Jeder Standpunkt war für mich logisch – ob ich das dann immer gut finde ist natürlich eine eigene Frage *g*


    Manches hätte ich mir vielleicht anders gewünscht, vielleicht manchmal dramatischer, vielleicht manchmal etwas weniger passiv was April angeht. Trotzdem fand ich Roman im Grunde nicht schlecht. Der Stil gefiel mir sehr gut und ich konnte Zeitweise auch richtig in die Handlung eintauchen. Es gab Momente in denen es mir dann schwer fiel wieder zurück in die Wirklichkeit zu finden –das ist für mich ein Zeichen, das mir ein Roman gut gefällt. Leider wurden diese Momente nach und nach immer seltener, wobei ich nicht genau weiß, ob es auch daran lag, das ich den Roman in einer Leserunde gelesen hatte. Ich lese relativ schnell und musste mein Tempo doch sehr drosseln. Das hat mich zum Teil sehr aus der Handlung gerissen, weil ich extra lange Lesepausen eingelegt habe, um der Runde nicht davon zu lesen. Einerseits weiß ich dadurch, dass ich einfach nicht der Typ für so eine Runde bin, andererseits weiß ich so wirklich nicht genau, ob mir das auch passiert wäre, wenn ich den Roman alleine und nur für mich gelesen hätte.


    Es gab da aber eben auch diese magischen Momente in der Handlung. Diese kribbeln im Bauch wenn einem eine Szene wirklich gefällt. Es gibt Romane die ich aufgrund einer einzigen Szene trotzdem irgendwie toll finde – hier geht es mir ähnlich. Und das Ende, vor allem das allerletzte Kapitel hat den Roman wunderbar abgerundet und konnte mich sehr überzeugen.
    Wenn ich so darüber nachdenke hält sich das, was mir weniger gut gefallen hat mit dem. was mir gefallen hat die Waage. Ich persönlich bin nicht ganz die Zielgruppe des Romans, finde aber das es eben stark vom eigenen Geschmack abhängt ob man den Roman gut oder schlecht findet. Vor allem dann, wenn man mit Fantasy etwas speziell ist und die anderen Romane des Autors vor allem deshalb gelesen hat, weil sie eben nicht so reine erwartbare Fantasy waren (oder was man eben sonst so spontan damit verbindet), sollte man vielleicht vorsichtig damit sein. Andererseits könnte es gerade deshalb ,auch einfach total spannend sein zu sehen welche Richtung der Autor hier einschlägt (Übrigens meine Lesemotivation). Es gibt doch nichts Langweiligeres, als einen Autor, der immer wieder die gleiche Geschichte erzählt -oder? ;)


    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

  • Inhalt:
    In der Welt des Strahlenden Reiches versiegt allmählich die Magie, an die immer weniger Menschen glauben. In dieser Zeit werden die Geschichten von drei Menschen erzählt: die junge April, die zeitweise über seherische Fähigkeiten verfügt und einer zweiten Sonne, die nur sie sieht, folgt.
    Cassiopeia, eine Senatorentochter, die den Mörder ihres Vaters sucht.
    Und Sarik, ein Magier, der aus einem sehr langen Schlaf erwacht und sich nicht mehr an seine Vergangenheit erinnern kann.
    Das Schicksal dieser drei Menschen und die Rückkehr der Magie hängen in einer Weise zusammen, die nur wenigen bekannt ist.


    Meine Meinung:
    Der Roman erzählt eine wunderschöne und phantastische Geschichte ohne dabei allzu blutrünstig zu sein bzw. ohne seitenlange Erzählungen von Kampfgeschehnissen. Da ich bei Fantasy-Romanen gerne dicke Bücher bevorzuge, habe ich mich gefreut, daß dieses Buch über 600 Seiten umfasst; für mich gab es keine Längen in dem Buch, im Gegenteil, meinetwegen hätte die eine oder andere Geschichte sogar noch ausführlicher sein dürfen.


    Die Handlung teilt sich in drei Erzählstränge auf, deren Zusammenhang lange Zeit nicht ersichtlich ist, sich dann aber wunderbar ineinanderfügen. Allerdings muß man sehr aufmerksam lesen, da am Anfang viele Details angeführt und Andeutungen gemacht werden, die man zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht verstehen kann und dadurch leicht in Vergessenheit geraten können. Dann kann die Handlung stellenweise verwirrend werden.
    Sehr gut gefallen haben mir die vielen Geschichten in der Geschichte, so was mag ich sehr gerne.


    Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat, sind die unterschiedlichen Handlungsorte, die man so teilweise nicht in einer phantastischen Bücherwelt erwarten würde und damit erfrischend anders waren.


    Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet und zeichnen sich dadurch aus, daß sie nicht nur einfach in Gut und Böse eingeteilt werden, sondern die Grenzen hier teilweise verschwimmen. Die Entwicklung der Personen hat mir ebenfalls sehr gut gefallen und konnte ich gut nachvollziehen. Das Ende des Buches fand ich gelungen, auch wenn ich mir einen Aspekt etwas anders gewünscht hätte, so passte es doch gut zur vorherigen Handlung.


    „Das Licht hinter den Wolken“ ist mein erstes Buch von Oliver Plaschka – es wird aber nicht das Letzte bleiben.


    4ratten

    Liebe Grüße

    Karin

  • Inhalt:
    Ein Zauberer, zwei junge Frauen, ein Fealv und zwei Schwerter: Banneisen und Schneeklinge - Das Schicksal dieser vier (+2) führt sie zueinander.
    Eine Zeit im Umbruch, instabil und ohne Ordnung, in der Sarik, April, Cassiopeia als auch Janner sich selbst, ihren Weg und eine fast verlorene Zukunft finden müssen. Es gibt viele Abenteuer und Gefahren zu bestehen, viele Veränderungen, die die Geschichte zwingen, immer wieder umgeschrieben zu werden.
    Und wer ist eigentlich Tausenddorn?



    Meine Meinung:
    Diese Geschichte wird dem High-Fantasy zugeordnet. Eine Geschichte, in einer eigenen Welt. Es hat mir großen Spass gemacht, das "Zwei-Ringe-Land" zu entdecken, die Bewohner - Mensch als auch Magiewesen - kennenzulernen.
    Oliver Plaschka hat eine sehr interessante Welt samt ihrer Figuren erfunden. Um sie zu entdecken ist dabei besonders die Karte vorteilhaft, jeweils im Buchdeckel als auch -rücken, auf der man die Reise und die Ziele begleiten kann. Stets ist es möglich sich zu orientieren. Je nachdem, wo man sich in der Geschichte befinden, kann man so praktischer weise entweder vorne oder hinten nachschauen. Am Ende findet der Leser auch eine Zeittafel, die als Hilfestellung dient, damit der Überblick nicht verlorengeht. Mit schöner Sprache erzählt der Autor die Geschichte der Protagonisten, Sagen des "Zwei-Ringe-Landes" und warum dort so langsam die Magie verloren geht.
    Die Hauptcharaktere sind interessant und dreidimensional. Sie haben Stärken und Schwächen, handeln mal logisch aber auch emotional. So wirken sie "echt" und überzeugend, auch wenn ich nicht alle gleichermaßen mochte.
    Auffallend schön sind auch die tollen Zeichnungen, die man vor jedem großen Kapitel findet.


    Doch leider war ich mit dieser großen Erzählung etwas überfordert. Die vielen Handlungsstränge sind ineinander verwoben, doch ich wusste nicht mehr so richtig, wo die "echte" Welt anfängt und ihre Sagen enden. Die Trennung ist sehr zart, sodass sie für mich nicht eindeutig genug war. So verwechselte ich einige Figuren, die es eigentlich so nicht wirklich gab.
    Viele Wesen waren neu für mich und ich musste sie erst kennenlernen. Es dauerte eine kleine Weile, bis ich mir ein Bild von den Fealv, den Eolyn und den Timei gemacht hatte. Ich bin sehr froh, dass ich dieses Buch in einer Leserunde gelesen habe, denn so konnte mir doch vieles erklärt werden, das ich nicht sofort verstanden habe, wie z.B. die Krankheit der Eolyn.


    Ich gestehe, dieses Buch hat mich überfordert. Vielleicht, weil es angelehnt ist, an die Idee von Rollenspielen, mit denen ich bisher noch keine Erfahrungen gemacht habe. Dies ist auf jeden Fall kein Buch für zwischendurch. Es fordert den Leser in höchstem Maße und bedingt ein Lesen mit möglichst wenigen Unterbrechungen.


    Auch wenn es nicht ganz das Richtige für mich war, obwohl ich Fantasy liebe, spreche ich eine Leseempfehlung für Fantasy-Liebhaber aus. Denn wer es nicht versucht, kann nachher auch nicht sagen, ob er der Geschichte hätte besser folgen können als ich! :zwinker:


    3ratten+ :marypipeshalbeprivatmaus:

    Ein Tag ohne Buch ist kein guter Tag!<br />______________________________<br /> :lesen: &quot;Der Tod und die Diebin&quot; - Swantje Berndt<br /> :lesen: &quot;Elyson&quot; - Thomas Elbel<br /> :lesen: &quot;Der Märchenerzähler&quot; - Antonia Michaelis<br /><br />TAMKA 2/4&nbsp; März 2/3&nbsp; Mai 1/2

  • Eine Welt, die anscheinend von der Magie verlassen wurde. Ein Zauberer, dem somit nur noch wenige Kräfte geblieben sind. Ein Mädchen, das ein magisches Artefakt wahrnimmt, das sie finden muss. Eine andere junge Frau, die nach einem Überfall auf ihr Heim zur Kriegerin wird. Ein junger Fealv-Mann, der sich auf die Suche nach seinem berühmten Vater macht. Aus diesen und noch einigen weiteren Handlungssträngen setzt sich die komplexe Fantasy-Geschichte zusammen.


    Zu Beginn der Geschichte konzentriert sich viel auf April, das Mädchen aus Gabors Furt, dem sein Schicksal bereits in die Wiege gelegt wurde. Dann gibt es noch Janner, einen jungen Fealv, dem April auf ihrer Suche begegnet und mit dem sich ihr Leben daraufhin verknüpft. Als Banneisen und Schneeklinge bereisen sie in den nächsten Jahren das Land und schlagen viele Schlachten und Kämpfe. Parallel dazu erfahren wir von Cassiopeia und ihrer harten Ausbildung zur Kriegerin, die sie auf sich nimmt, um den Tod ihres Vaters zu rächen. Eine weitere wichtige Rolle spielt der Zauberer Sarik, der nach vielen hundert Jahren des Schlafes nun wieder in der Welt unterwegs ist und der seinerseits eine Aufgabe zu erfüllen hat, die ihn mit April und den anderen zusammenbringt.


    Denn die Magie stirbt aus auf der Welt. Die Gründe und Zusammenhänge hierfür kommen erst nach und nach ans Licht und enthüllen eine äußerst komplexe Geschichte, deren Anfänge weit in die Vergangenheit zurückreichen und vom Aufstieg und Fall von Magiern, Göttern und anderen Wesen erzählen.


    Es war mein erstes Buch von Oliver Plaschka, aber sicherlich nicht mein letztes. Sprachlich hat es mir ausgezeichnet gefallen, es gelingt dem Autor, mit Worten Bilder zu malen und Geschichten entstehen zu lassen. Die Personen waren alle höchst interessant und durchaus ambivalent dargestellt, eine klare Trennung in Gut und Böse wird man vergeblich suchen, das machte für mich aber auch einen Teil des Reizes aus. Die Handlung selbst ist allerdings nicht immer ganz einfach zu verstehen, mehr als eine Stelle habe ich mehrfach gelesen und dennoch bleibt am Ende auch einiges Auslegungssache. Es ist kein Buch, das man nebenbei lesen kann, denn man muss sich auf die Geschichte einlassen und sich beim Lesen auch konzentrieren, um die vielen kleinen Bruchstücke an Informationen richtig zusammenzusetzen und so am Ende das große Bild sehen zu können. Wem das gelingt, der hat ein wirklich phantastisches Leseerlebnis vor sich!


    4ratten

    LG, Dani


    **kein Forums-Support per PN - bei Fragen/Problemen bitte im Hilfebereich melden**

  • April wächst ohne Mutter und von ihrem Vater ungeliebt in einem kleinen Dorf auf. Nur das Licht, das sie in ihren Träumen sieht, gibt ihr etwas Hoffnung. Mit 17 Jahren gelingt ihr endlich die Flucht. Nach kurzer Zeit trifft sie auf den Fealva Janner, mit dem sie in Schwierigkeiten gerät, woraufhin beide fliehen müssen. Auf ihrer Flucht begegnen sie dem verwirrten Zauberer Sarik. Gemeinsam versuchen sie herauszufinden, warum die Magie auf der Welt immer weniger wird.


    Der Autor entwirft eine komplexe Geschichte, die dem Leser einiges an Aufmerksamkeit abverlangt. Man muss die einzelnen Handlungsstränge konzentriert verfolgen, ansonsten stellt sich schnell Verwirrung ein. Dafür wird man mit einer spannenden und vielschichtigen Erzählung abseits des Fantasymainstreams belohnt. Natürlich gibt es auch in diesem Roman bekannte Elemente aus dem Genre, diese wurden jedoch auf eigene Weise verarbeitet.


    Ein großer Pluspunkt ist die zauberhafte Sprache, die das Lesen zum Genuss machte. Manche Formulierungen habe ich mir gerne zweimal durchgelesen und einige Episoden kann ich noch jetzt bildhaft vor mir sehen. Unterstützt wird dies durch die schönen und stimmungsvollen Zeichnungen am Anfang jedes Abschnittes.


    Die Charaktere sind allesamt vielschichtig angelegt, auch wenn ich mit einigen mehr anfangen konnte als mit anderen. Besonders sympathisch waren mir die Senatorentochter Cassiopeia und der Zauberer Sarik. Mit April und Janner wurde ich nicht wirklich warm. Vor allem die Beziehung der beiden zueinander fand ich nicht sehr glaubwürdig.


    Das Ende der Geschichte war für mich dagegen sehr befriedigend, so dass ich das Buch mit einem guten Gefühl zuklappen konnte. Allerdings nicht das letzte Mal, denn "Das Licht hinter den Wolken" werde ich mit Sicherheit noch ein weiteres Mal lesen.


    4ratten

  • Das Zwei-Ringe-Land befindet sich im Wandel, die Magie scheint diese Welt verlassen zu haben und der neue Kaiser sorgt für Unruhen im Reich. Die Geschichte beginnt mit der Begegnung der fast siebenjährigen April, die sich fragt warum sie die Einzige in ihrem Dorf ist, die die Magie so hell wie eine Sonne in der Nacht sehen kann, und dem Zauberer Sarik, der aus langem Schlaf erwacht ist und seinen Weg verloren hat. Ihre Schicksale verbinden sich mit denen weiterer Figuren wie etwa dem des Fealvs Janner, der eigentlich auf der Suche nach seinem Vater ist, dabei aber von einem Schlamassel ins nächste stolpert.


    Bereits nach dem ersten Kapitel hatte mich das Buch “am Haken”, neben der fesselnden Atmosphäre und dem wunderbar poetischem Schreibstil lag das auch an meinem direkten Zugang zu April und Sarik. Ich hatte also nicht nur von der ersten Seite an Kopfkino, sondern war auch gleich emotional angekommen.
    Die vielen kleinen und größeren sich verknüpfenden Geschichten, die da vor uns ausgebreitet werden, sind sicherlich nicht etwas für jeden, aber mir hat die dadurch entstehende Tiefe sehr gefallen. “Das Licht hinter den Wolken” ist – glücklicherweise – wieder ein Roman für aufmerksame Leser, die Freude daran haben, auch etwas gefordert zu werden.


    Es gibt nicht nur mehrere Handlungsstränge, sondern auch damit verbundene alte Erzählungen und Aufzeichnungen. Gut gefallen hat mir dabei auch, wie sehr sich der Erzählstil den Figuren/Handlungen anpasst. Es gibt Szenen, bei denen ich mich in einen guten Western versetzt fühlte. Rätselhafte Szenen, die zum wilden Spekulieren verleiten. Bedrückende, tragische, liebevolle Szenen, die mein Herz berührt haben. Unheimliche Szenen, die mich trotzdem faszinierten. Und poetische Szenen, die mich an alte Sagen erinnert haben.


    Ich hatte zu allen Figuren einen guten Zugang, allerdings habe ich ein paar von ihnen ganz besonders ins Herz geschlossen. Da sind natürlich April und Sarik, aber auch noch andere, über die ich hier gar nicht viel erzählen möchte, um nicht zuviel zu verraten.
    Sehr fasziniert haben mich auch einige der Hintergrundgeschichten, weil sie oft noch eine zusätzliche Ebene erschaffen haben und ich zu gerne noch etwas dort geblieben wäre. Die Magie reizt mich da natürlich besonders, aber auch eine Nebenfigur und die verschiedenen Völker. Es gibt also viele Dinge, die mich da noch nicht loslassen.


    Dazu gehören auch die Hauptfiguren, ihre Entscheidungen und Entwicklungen. Der Gedanke, was es bedeutet, sich – aus welchen Gründen auch immer – starr auf ein Ziel zu fixieren und diesem alles zu opfern. Was passiert, wenn man nicht von diesem Weg abweicht? Und was, wenn man offen für das Leben bleibt und seine Ziele anpasst?


    “Das Licht hinter den Wolken” war für mich eine abwechslungsreiche und wunderbar tiefe Geschichte mit überraschenden Entwicklungen, die bei mir sehr viele intensive Eindrücke und Bilder hinterlässt. Ein emotionaler und einfach “runder” Roman, auch was die Schicksale der Figuren betrifft. Dazu ein mit dem Anfang verbundenes Ende, das bei mir den Wunsch weckt, die Geschichte gleich noch einmal zu lesen …


    5ratten

  • Hallo zusammen,


    ich befinde mich gerade im Bann des Buches und "muss" ein paar Zwischenberichte loswerden. ;) 107 Seiten habe ich bisher gelesen.


    Oliver hat es mit seinen drei vorhergehenden Büchern geschafft, zu einem meiner „Muss-ich-lesen“-Autoren zu werden. Jetzt also klassische High Fantasy, ich bin gespannt. Sprachlich hat er mich sofort gepackt, das habe ich nicht anders erwartet. Für das Buch nehme ich mir bewusst Zeit und ich glaube, ich lese sogar langsamer. Aber Olivers Umgang mit Sprache, seinen Einsatz von Zeitformen – das muss man einfach genießen.


    Auch wenn Das Licht in einer Fantasy-Welt spielt, begegnet dem Leser sehr viel Normalität, wodurch die Charaktere sofort „greifbarer“ werden. Die bisher aufgetretenen Protagonisten begleite ich gerne auf vielen weiteren hundert Seiten. Besonders April und die Senatorentochter haben durch ihre Geschichten und ihre bisherigen Handlungen schon sehr konkrete Konturen für mich angenommen. Sarik bleibt mysteriöser, ihm stehe ich distanzierter, aber nicht weniger interessiert gegenüber. Ich mag seine weltfremde, verwirrt wirkende Art und ich vermute, dass für ihn als Zauberer die Welt und vielleicht auch die Zeit einfach anders erscheinen und verlaufen.


    Noch fehlt mir der Blick für‘s große Ganze, auch wenn ich meine Vermutungen habe. Die Bilder in meinem Kopf sind teils noch etwas verschwommen und unscharf, aber das kenne und mag ich eigentlich an Olivers Geschichten. ;)


    Apropos Bilder, haben euch manche Szenen auch an andere Werke/ Filme erinnert?


    Schöne Grüße
    Breña

    &quot;Natürlich kann man sein ohne zu lesen, ohne Bücher, aber ich nicht, ich nicht.&quot;&nbsp; J. L. Borges

  • Es gibt Bücher, bei denen ich mich ausgesprochen schwer damit tue, meine Meinung schriftlich festzuhalten. Ich befürchte dann, dem Buch nicht gerecht zu werden und zahlreiche Aspekte nicht zu beachten. Eine Rezi schiebe ich ewig vor mir her, so dass irgendwann meine Notizen für mich selbst zu kryptischen Aufzeichnungen werden, was die Angelegenheit natürlich nicht leichter macht. Wenn dann auch noch viele andere Rezis zu diesem Buch existieren, mache ich es mir noch schwerer, schließlich will ich nichts wiederholen. Das Licht hinter den Wolken ist eines dieser Bücher …


    Oliver Plaschka gehört zu meinen „Muss-ich-lesen“-Autoren. Seine ersten drei Bücher bewiesen mir, dass ich bei ihm eine gut durchdachte Geschichte, vielschichtige Protagonisten und einen wunderbaren Stil erwarten kann – und nicht enttäuscht werde. So war es auch bei seinem „Ausflug“ in klassische High Fantasy, die er mit einem frechen Augenzwinkern aufgepeppt hat. Außerdem erwartet er von seinen Lesern Aufmerksamkeit, im Gegenzug wird man mit einer Komplexität belohnt, die zum Mitdenken auffordert.


    Von Anfang an war ich im Bann der Geschichte, die sich mit Ruhe entwickelt, aber zu gegebener Zeit auch Tempo aufnimmt. Die Normalität des Alltags hat genau so einen Platz in der Erzählung wie die Elemente, die sie erzählenswert machen. Die Protagonisten nehmen schnell konkrete Konturen an und bleiben durchweg interessant, in anderen Bereichen bleibt es lange bei Andeutungen, die sich erst nach und nach zu einem großen Ganzen zusammenfügen. Auch hierin liegt für mich ein Reiz in Olivers Geschichten.


    Neben all den neuen Ideen gibt es immer wieder Anspielungen auf andere Werke, sei es aus der Literatur oder aus Filmen. Erstaunlicher Weise wirkt dies nie abgekupfert, sondern erscheint als Verbeugung vor dem Urheber bzw. als Verweis von einem Fan zum anderen.


    Für das ein odere andere kleine Störgefühl während des Lesens gibt es nicht die volle Punktzahl, es bleibt aber die Gewissheit, dass ich auch das nächste Buch von Oliver unbedingt lesen muss.


    4ratten und ein Mäuschen


    Schöne Grüße
    Breña

    &quot;Natürlich kann man sein ohne zu lesen, ohne Bücher, aber ich nicht, ich nicht.&quot;&nbsp; J. L. Borges