Johann Wolfgang Goethe - Die Leiden des jungen Werther

Leserunde mit Tobias O. Meißner ab 06.09.2019: Evil Miss Universe [Gesellschaftskritische Romantic Comedy]
Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 48 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von kleinerHase.

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    Die Geschichte einer jungen Liebe – radikal, kompromißlos und leidenschaftlich bis in den Tod. Bis heute ist Goethes Werther der schönste Liebesroman der deutschen Literatur.



    Leserundenstart: 22. März 2013


    Teilnehmer:


    Bird
    kleiner Hase
    Tina

    Einmal editiert, zuletzt von Doris ()

  • Ich habe heute schon einmal kurz in das Buch hineingeschaut und ein paar Seiten gelesen. Was ich von Beginn an nett fand war so eine Art Vorwort. Ich gehe davon aus, dass es von Goethe stammt, bin mir aber nicht sicher, da es nicht explizit dabei steht.


    Was ich von der Geschichte des armen Werther nur habe auffinden können, habe ich mit Fleiß gesammelt und lege es euch hier vor und weiß, dass ihr's mir danken werdet. Ihr könnte seinem Geist und seinem Charakter eure Bewunderung und Liebe, seinem Schicksale eure Tränen nicht versagen. Und du gute Seele, die du eben den Drang fühlst wie er, schöpfe Trost aus seinem Leiden, und lass das Büchlein deinen Freund sein, wenn du aus Geschick oder eigner Schuld keinen näheren finden kannst.


    Bevor ich etwas zu dem eigentlichen Text schreibe, muss ich erst noch ein wenig weiter lesen, denn momentan bin ich etwas verwirrt. Mir ist nicht so ganz klar wer der Freund ist, an welchen der Brief gerichtet ist und Leonore muss ich auch erst einordnen können.


    Viele Grüße Tina

  • Dieser Absatz ist das einzige, was ich schon gelesen habe. Ich finde die alte Rechtschreibung total irritierend. Ich habe das Buch aus der Schulbibliothek ausgeliehen und am Rand stehen immer wieder Erklärungen zu einigen Wörtern, oder der Handlung im Buch.

  • Ich muss gestehen, dass ich mich auch etwas schwertue mit der Sprache Goethes. Dieses Problem habe ich komischerweise bei Shakespeare nicht, aber vielleicht brauche ich einfach ein wenig Zeit um mich "einzulesen".


    Ich habe den Monat Mai jetzt gelesen und möchte nun doch meine ersten Eindrücke loswerden.
    Das der ganze Roman in Briefform verfasst ist, lässt natürlich eine große Vertrautheit mit Werther entstehen, wenn er denn auch ehrlich ist, aber das glaube ich schon. So wie ich das verstanden habe, ist Werther aus seiner Heimatstadt weggezogen um zum einen etwas für seine Mutter zu erledigen, zum anderen aber wohl auch, da sich dort eine eher unglücklich Liebe abgespielt hat und er anscheinend einer Leonore das Herz gebrochen hat.


    Mich würde ja mal interessieren, was Werthers eigentlicher "Beruf" ist, wenn er denn einen hat. Er scheint Maler zu sein, aber ich glaube er kommt aus einem reichen Haus und hat es gar nicht nötig einem Beruf nachzugehen. Er scheint einfach so in den Tag hineinzuleben. Eigentlich ist mir sein gönnerhaftes Gebaren, dem einfachen Volk gegenüber ein wenig zuwider, aber ich mag seine Betrachtungen über die Natur. Vielleicht liegt die Abneigung aber auch an der Sprache Goethes, die mir oft sehr schwülstig erscheint.


    Ich werde mich jetzt erst einmal anderer Lektüre widmen und gegen Abend vielleicht noch ein wenig weiterlesen.


    Viele Grüße Tina


  • Mich würde ja mal interessieren, was Werthers eigentlicher "Beruf" ist, wenn er denn einen hat. Er scheint Maler zu sein, aber ich glaube er kommt aus einem reichen Haus und hat es gar nicht nötig einem Beruf nachzugehen. Er scheint einfach so in den Tag hineinzuleben. Eigentlich ist mir sein gönnerhaftes Gebaren, dem einfachen Volk gegenüber ein wenig zuwider, aber ich mag seine Betrachtungen über die Natur. Vielleicht liegt die Abneigung aber auch an der Sprache Goethes, die mir oft sehr schwülstig erscheint.


    Ich glaube, dass er "nur" als Künstler tätig ist.
    Es wird ja davon berichtet, dass er die Kinder malt und sich nur noch der Natur widmen will.


    Ansonsten stimme ich euch zu: Interessanterweise habe ich auch ein Problem mit der Sprache.

  • Ich habe heute erst mit dem Buch angefangen und habe bis jetzt auch nur bis Ende Mai gelesen. Die Briefe werden an Wilhelm gesendet soviel ich mitbekommen habe (am 22. Mai erscheint zum ersten Mal die Name Wilhelm) Die Sprache finde ich nicht schwierig, aber es gibt schon paar Wörter, wo ich doch kurz nachdenken muss was er wohl damit meint. Bis jetzt ist nicht viel passiert da es ziemlich lange her ist, dass ich das Buch gelesen habe kann ich mich an vieles nicht mehr Erinnern außer wie es endet.
    @ Tina und KleinerHase: Von Beruf her ist er wirklich ein Künstler :smile:


    Ich lese später vielleicht noch weiter... Von welchem Verlag sind eure Bücher ?


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    ISBN-10: 3-538-06320-6 ISBN-13: 978-3-538-06320-4
    Erschienen: 06.2006 Ist nicht mehr lieferbar.
    Aus der Reihe: «Artemis-Bibliothek»
    Einband: gebunden
    Sonstiges: 19,5 cm
    Seitenzahl: 168
    Gewicht: 224 g
    Erschienen bei: Artemis & Winkler Verlag

  • Ich habe es einmal als E-book und parallel als Anaconda-Ausgabe. Ich finde diese extrem häßlich, zumal das Cover aus einer Art Kunststoff ist, aber diese Bücher sind perfekt um reinzuschreiben und sich Stellen zu markieren, was ich ganz ordentlich auslebe. :breitgrins:

  • Nach meiner Ausgabe muss ich morgen mal sehen, das Buch liegt schön in einem anderen Raum. :breitgrins:
    Irgendwie komme ich mit dem Buch momentan auch nicht weiter, dabei hatte ich mich sehr auf die Leserunde gefreut. :rollen:
    Ich hoffe, dass meine Motivation bald nach Hause findet!

  • Habe habe heute bis ende Juni die paar Seiten gelesen und genau hier ist der Fehler. Wenn ich schon vorgewarnt bin dass die hübsch und verlobt ist etc und sie bei dem Tanz auch nochmal erwähnt genau da muss man doch von dem Person Abstand nehmen. Aber Menschen lieben es in der Liebe sich selbst zu verletzten.


    Wie weit habt ihr eigentlich gelesen ? Mich würde ehrlich gesagt auch interessieren wie Wilhelm immer auf die Briefe geantwortet hat und ob er es getan hat... Ein Brief wechseln zwischen 2 Freunden hätte ich noch interessante gefunden. :smile:

  • Ich habe ebenfalls den Monat Juni gelesen und habe nun auch Charlotte kennengelernt in welche sich Werther Hals über Kopf verliebt hat. Dass sie verlobt ist, dass hat er kurzerhand ausgeblendet und kenn wir das nicht von uns, dass wir gerne unangenehme Dinge, gerade was die Liebe anbelangt bewusst verdrängen. Also ich bin da ja auch so ein Meister, was das anbelangt.


    Aber Menschen lieben es in der Liebe sich selbst zu verletzten.


    Sehr schön und sehr treffend gesagt.


    Nett fand ich auch dass, was Werther über die Kinder sagte:


    Zitat

    Guter Gott von deinem Himmel, alte Kinder siehst du und junge Kinder und nichts weiter; und an welchen du mehr Freude hast, das hat dein Sohn schon lange verkündigt. Aber sie glauben an ihn und hören ihn nicht - das ist auch was Altes! - und bilden ihre Kinder nach sich und ...


    Getroffen fand ich die Passage in der er feststellt, dass die Menschen an Gott glauben ihn aber nicht hören, also nicht auf das hören was er eigentlich von ihnen erwartet. Genauso ist es ja immer noch. Es gibt so schlimme Menschen, die rennen jeden Sonntag in die Kirche, verhalten sich aber im alltäglichen Leben unmöglich ihren Mitmenschen gegenüber, weil so selbstgerecht sind.


    Wenn ich dazu komme, werde ich heute noch ein wenig weiterlesen.

  • Nun habe ich auch noch die Briefe des Monats Juli gelesen und das Drama scheint seine Bahnen zu finden.
    Ich muss gestehen, dass ich die Aktion mit dem Kind und dem abwaschen der Wange, ebenfalls für sehr übertrieben hielt und vor allem die dumme Behauptung, dass von dem Kuss ein Bart wachsen würde. Ich sehe es so, wie dieser Mann, dass man Kinder nicht mit solchen Ammenmärchen für dumm verkaufen sollte. Allerdings finde ich aber auch wieder schlimm, dass Werther immer die Kinder abküsst, ohne zu hinterfragen, ob diese das überhaupt möchten. Erst redet er so großspurig von den Rechten der Kinder, aber dann wieder ist er nicht in der Lage, diese zu achten.


    Werther wird mir immer unsympathischer. Er verursacht in mir sogar einen Groll. Vor allem diese permanenten Verniedlichungen der Worte, finde ich einfach nur lächerlich. Er lebt in einem Wolkenkuckucksheim und denkt er ist das Mass aller Dinge. Er ist so überzeugt von sich und seiner Rechtschaffenheit und seiner Güte, dass ich erbrechen könnte.
    Wenn ich ehrlich bin, dann muss ich sagen, dass ich froh bin, dass dieses Buch nur so dünn ist und ich es bald hinter mir habe. Zumindest habe ich dann eine Wissenslücke geschlossen und kann den Herrn Goethe ein für alle Mal sausen lassen.


    Vielleicht bin ich wirklich gemein, aber Werther ist mir so unsympathisch, dass ich keinerlei Mitleid hatte, als Albert auf einmal auftaucht. Ich dachte nur: "So, jetzt kannste dich an deinem Leid so richtig ergötzen, du Idiot."


    Ich weiß nicht, warum sich mir bei diesem Typ alle Nackenhaare aufstellen, aber ich kann einfach nicht anders. :teufel:

  • Ich habe die Briefe von Juli auch gelesen und da merkt man , aber auch das Werther mit sich kämpft. Er liebt sie will immer Lotte um sich herum haben und kann dennoch sich von ihr nicht entfernen.
    Dass mit den Kinder ist mir auch oft gefallen und habe wie du gedacht Tina.. Mich nervt es auch ab und an, dass er von sich so überzeugt ist und finde ihn arrogant.
    Groll habe ich aber noch nicht gegen Werther entwickelt :breitgrins:


    Wobei wenn ich im August so was lese ist er mir auch mal unsympathisch.

    Zitat

    Ein Glied der liebenswürdigen Familie auszumachen...und nun der ehrlichen Albert,der mich mit herzlicher Freundschaft umfasst...wenn wir spazieren gehen und uns einander von Lotten unterhalten....


    Dann sag er selber :

    Zitat

    es ist nichts lächerliches erfunden worden als dieses Verhältnis und doch kommen mir die Tränen oft in die Augen.

  • Ich habe schon ein schlechtes Gewissen, weil ich hinteher hänge... Ich werde nachher meinen Thriller beenden und dann morgen fleißig mitlesen!

  • @kleiner Hase:


    Mach Dir mal keinen Stress. Ich lese auch nicht sehr schnell und morgen werde ich nicht viel Zeit haben.

  • kleinerHase : Ach was schlechtes Gewissen brauchst du wirklich nicht zu haben. Ich habe ja auch erst am Sonntag angefangen zu lesen und lese absichtlich nicht viel immer Monatsabschnitte...zu mehr habe ich dann auch nicht wirklich lust um ehrlich zu sein :winken:



  • Tina :
    Ich nehme zwar nicht an der Leserunde teil, hoffe aber, dass ich trotzdem kurz meinen Senf dazugeben kann. Ich habe den Werther vor einem Jahr das erste Mal gelesen und wir haben ihn gerade in Literaturwissenschaft im Seminar "Erzähltheorie" durchgenommen. Das könnte vielleicht interessant für euch sein:
    Bei diesem Vorwort handelt es sich offensichtlich (soweit ist jedenfalls der Stand der Forschung im Moment) nicht um Goethe als Erzähler. Man nennt dieses spezielle Vorwort auch die "Herausgeberfiktion". Goethe hat demnach einen fiktiven Herausgeber geschaffen, der euch dort in diesem Vorwort anspricht. Wenn man sich die weitere Struktur des Buches ansieht, macht das auch durchaus Sinn.


    Dieser "andere" Erzähler ist jemand aus Werthers Umfeld, jemand der ihn oder seine Nächsten gekannt hat, da er ja irgendwie an die Briefe gekommen ist. Man kann also davon ausgehen, dass es sich um einen von Goethe erfundenen "Herausgeber" handelt.


    Ich hoffe ich habe niemanden gelangweilt, ich dachte nur, dass das vielleicht spannend sein könnte. :winken:

  • Noble Scarlet


    Nein, du hast mich nicht im geringsten gelangweilt. Im Gegenteil. Es war ja für mich auch ein Grund, dieses Buch in einer Leserunde zu lesen, weil ich eben zu dieser Lektüre auch die Gedanken und Meinungen der andern brauche um damit überhaupt zu Rande zu kommen. Deine Erklärung fand ich gut und interessant. Jeder ist hier herzlich Willkommen seinen Senf dazuzugeben. Je mehr desto besser.


  • Habe habe heute bis ende Juni die paar Seiten gelesen und genau hier ist der Fehler. Wenn ich schon vorgewarnt bin dass die hübsch und verlobt ist etc und sie bei dem Tanz auch nochmal erwähnt genau da muss man doch von dem Person Abstand nehmen. Aber Menschen lieben es in der Liebe sich selbst zu verletzten.


    Wie weit habt ihr eigentlich gelesen ? Mich würde ehrlich gesagt auch interessieren wie Wilhelm immer auf die Briefe geantwortet hat und ob er es getan hat... Ein Brief wechseln zwischen 2 Freunden hätte ich noch interessante gefunden. :smile:


    Ich habe es endlich geschafft, bis Anfang Juli zu lesen. :breitgrins:


    Natürlich wäre es besser gewesen, er hätte sich von ihr ferngehalten, aber ich stelle mir dies auch sehr schwer vor. Sie waren zusammen tanzen, hatten jede Menge Spaß und der Verlobte ist gerade auch nicht da. Dann ist die Möglichkeit, sich mit der Geliebten nochmals zu treffen, zu greifbar.


    Einen Briefwechsel hätte ich auch interessant gefunden. Vor allem um zu erfahren, ob Wilhelm ihm etwas ausreden wollte oder nicht.

  • Das hätte ich auch interessiert gefunden, aber ich denke, dass Wilhelm und somit auch seine Meinung zu der Sache völlig irrelevant sind. Es geht hier ganz alleine um Werther. Um seine Gefühle, seine Gedanken und über das von ihm erlebte.