Thomas Mann - Der Tod in Venedig

Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 71 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von holger2.

  • Tja, und im Haupt-Thread sehe ich gerade zufällig, dass Annabas sich abgemeldet hat. Davon habe ich nichts mitgekriegt. Schade. Steht irgendwo im Forum eine Klagemauer, wo wir Ehemaligen hinterherwinken und -weinen können?

    Wahnsinn ist bei niederer Lautstärke weniger störend.

    Dieter Nuhr

  • Kiba, ich kopiere deinen Gedankengang aus dem Buchthread mal hierher. Ist ja auch eine These, über die sich diskutieren lässt.



    Noch ein Gedanke zum Ende des Buches. Man könnte es durchaus so verstehen, dass auch Tadzio stirbt - erstickt, weil sein Freund ihm das Gesicht lange in den Stand drückt. Und Aschenbach folgt ihm quasi in den Tod. Endlich darf er dem Jüngling nachlaufen, sogar mit dessen Aufforderung.
    Wie seht ihr das?


    Betreffend Annabas wurde im Laberthread schon geschrieben. Eine Klagemauer gibt es nicht, da hätte ich auch schon die eine oder andere Träne hinterlassen. Man könnte höchstens in Annabas' Begrüßungsthread etwas schreiben, sofern sie einen hatte. Aber sie wird das nicht mehr lesen können.


  • Noch ein Gedanke zum Ende des Buches. Man könnte es durchaus so verstehen, dass auch Tadzio stirbt - erstickt, weil sein Freund ihm das Gesicht lange in den Stand drückt. Und Aschenbach folgt ihm quasi in den Tod. Endlich darf er dem Jüngling nachlaufen, sogar mit dessen Aufforderung.
    Wie seht ihr das?


    Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass Tadzio sterben wird, sterben muss. Seine Krankheit wurde ja immer wieder erwähnt. Wenn er sowieso schon Atemprobleme hatte könnte es gut sein, dass er die spielerische Attacke nicht überstanden hat. Er reagiert ja auch nicht mehr auf das Rufen des Freundes.

    //Grösser ist doof//

  • Siehe es als einfach völlig sinnfreie Bemerkung an. :rollen:


    Na ja. Ich hatte irgendwas mit Venedig, Tod, Mahler, dieser sehr schönen Toteninsel vor Venedig. vermurkst.
    Aber kein Problem. Ich wollte niemanden zu unnötigen Googelierungen verleiten.

  • Ich bin gestern mit dem Buch fertig geworden. Das Ende kam für mich ziemlich plötzlich, weil mein E-Book noch einige übrige Seiten anzeigte, die sich aber als ausführliche Lizenz des Gutenberg-Projektes entpuppten.




    Noch ein Gedanke zum Ende des Buches. Man könnte es durchaus so verstehen, dass auch Tadzio stirbt - erstickt, weil sein Freund ihm das Gesicht lange in den Stand drückt. Und Aschenbach folgt ihm quasi in den Tod. Endlich darf er dem Jüngling nachlaufen, sogar mit dessen Aufforderung.
    Wie seht ihr das?


    Das ist möglich. Aschenbach weiß ja, dass die Cholera in der Stadt wütet und verzichtet darauf, sich in Sicherheit zu bringen. Damit legt er sein Schicksal einer übergeordneten Macht in die Hände, weil er selbst außerstande ist, eine Entscheidung zu treffen. Ihm dürfte bewusst sein, dass er nie eine Beziehung zu Tadzio aufnehmen kann. Vielleicht hoffte er auf eine Vereinigung in einem Leben nach dem Tod, sofern er daran glaubt.



    Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass Tadzio sterben wird, sterben muss. Seine Krankheit wurde ja immer wieder erwähnt. Wenn er sowieso schon Atemprobleme hatte könnte es gut sein, dass er die spielerische Attacke nicht überstanden hat. Er reagiert ja auch nicht mehr auf das Rufen des Freundes.


    Im Sand ist Tadzio jedenfalls nicht erstickt, danach geht er ja noch ans Wasser bzw. watet darin herum. Sein letzter Blick, von dem wir erfahren, gilt Aschenbach, der am Strand sitzt und ihn beobachtet. Damit bleibt offen, was mit Tadzio tatsächlich passiert. Für mich war es immer Aschenbach, der sterben wird.


    Weiter oben habe ich schon geschrieben, dass ich eurer Vermutung, Aschenbach sei pädophil, nun zustimme. Es gab mehrere Hinweise darauf, die kaum einen anderen Rückschluss zulassen. Um sich interessant zu machen, hat Aschenbach versucht, sich äußerlich zu verjüngen. Tadzio war sich seiner Wirkung aber auch bewusst. Er erschien mir zunehmend weniger naiv und unschuldig, ein bisschen wie eine männliche Lolita.


    Habt ihr eigentlich die Botschaft von Aschenbachs Traum verstanden?


  • Wir haben für solche Leute sogar einen Smiley, aber meine Erziehung verbietet mit, ihn hier einzusetzen :breitgrins:.


    Diesen? :klatschen: Oder :wegrenn:
    Nö. Ich bleibe dem Forum hier wohl ein wenig erhalten. Manche Diskussion finde ich schon interessant.

  • Ich habe das Buch gestern ebenfalls beendet aber ich bin jetzt etwas verwirrt. Ich hatte es so verstanden, dass Aschenbach stirbt. Habe ich mich da so verlesen?
    Zuerst war ich zu Ende des Buches erleichtert, weil sich Gustav nicht an Tadzio vergangen hat, aber ich bin mir jetzt nicht mehr so sicher.
    Den Traum fand ich sehr merkwürdig und mir gingen an dieser Stelle die gleichen Gedanken durch den Kopf wie dir Kiba. Ich dachte in dem Moment auch an die Faschingsnacht mit von Clawdia und Hans. Allerdings hatte ich den Gedanken, dass dieser Traum vielleicht gar kein richtiger Traum war. Immerhin wurde ab einer gewissen Stelle das Wort "Liebhaber" verwendet, was mich dann ebenfalls etwas irritierte.


    Ansonsten kann ich mir nur Jari anschließen:

    Zitat

    Ich hab das Buch gerade ausgelesen und finde es... naja... nicht unbedingt berauschend. Ich glaube, hier verabschiede ich mich von Thomas Mann.


    Eine Rezi wird noch folgen, aber für diese benötige ich noch ein wenig Zeit.

  • Tina : Ja, Gustav stirbt stirbt an Cholera.


    Als er wusste die Seuche verbreitet sich hat er doch trotzdem die Erdbeeren gegessen... Ist das dann ein Selbstmord ?

  • Na zumindest hat er sich arg in Gefahr gebracht. An der Cholera stirbt man ja nicht zwangsläufig. Also: Erdbeeren essen ist heute gefährlicher ;)


  • I
    Im Sand ist Tadzio jedenfalls nicht erstickt, danach geht er ja noch ans Wasser bzw. watet darin herum. Sein letzter Blick, von dem wir erfahren, gilt Aschenbach, der am Strand sitzt und ihn beobachtet. Damit bleibt offen, was mit Tadzio tatsächlich passiert. Für mich war es immer Aschenbach, der sterben wird.


    Ich meine, es sterben vielleicht beide. Möglicherweise ist das, was aus dem Sand aufsteht, am Strand entlanggeht und Aschenbach quasi auffordert, ihm zu folgen, schon Tadzios Seele. Und Aschenbach, schon sehr angeschlagen von seiner Krankheit, sieht sie und folgt.


    So war meine mögliche Theorie zu dem Schluss. Aber vielleicht ist es auch zu weit hergeholt.

    Wahnsinn ist bei niederer Lautstärke weniger störend.

    Dieter Nuhr

  • Diesen? :klatschen: Oder :wegrenn:


    Wenn du es unbedingt wissen willst - ich meinte diesen: :klugscheisser:
    :zwinker:
    Beim nächsten Mal vielleicht vorher ein bisschen überlegen, bevor du jemanden auf eine völlig falsche Fährte führst. Es ist gerne gesehen, dass auch Leute in Leserunden mitdiskutieren, die das Buch gerade nicht lesen, aber dann sollten die Beiträge schon fundiert sein.



    Ich meine, es sterben vielleicht beide. Möglicherweise ist das, was aus dem Sand aufsteht, am Strand entlanggeht und Aschenbach quasi auffordert, ihm zu folgen, schon Tadzios Seele. Und Aschenbach, schon sehr angeschlagen von seiner Krankheit, sieht sie und folgt.


    Diese Vorstellung gefällt mir. Das ist ein schönes Ende, mit dem ich leben könnte.



    Den Traum fand ich sehr merkwürdig und mir gingen an dieser Stelle die gleichen Gedanken durch den Kopf wie dir Kiba. Ich dachte in dem Moment auch an die Faschingsnacht mit von Clawdia und Hans. Allerdings hatte ich den Gedanken, dass dieser Traum vielleicht gar kein richtiger Traum war. Immerhin wurde ab einer gewissen Stelle das Wort "Liebhaber" verwendet, was mich dann ebenfalls etwas irritierte.


    Leider kenne ich diese Szene aus dem Zauberberg nicht. Ich glaube, ich werde den Traum nochmal lesen. Vielleicht kann ich ihn jetzt besser deuten.


  • Wenn du es unbedingt wissen willst - ich meinte diesen: :klugscheisser:
    :zwinker:
    Beim nächsten Mal vielleicht vorher ein bisschen überlegen, bevor du jemanden auf eine völlig falsche Fährte führst. Es ist gerne gesehen, dass auch Leute in Leserunden mitdiskutieren, die das Buch gerade nicht lesen, aber dann sollten die Beiträge schon fundiert sein.


    Heftig, derb. In der Tat. Gedankt sei.