Anni Bürkl - Göttinnensturz

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Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 8 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von TochterAlice.

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    Kurzbeschreibung
    Frühling im Ausseerland: In Berenikes Teesalon herrscht Hochbetrieb. Dann gibt es eine ermordete Dirndl-Schönheit im Wolfgangsee. Was geht im idyllischen Ausseerland vor, dass ausgerechnet die traditionellen Trachten als Mordwerkzeuge gebraucht werden? Mittendrin Berenikes Liebhaber, der Kriminalpolizist Jonas Lichtenegger, bei dem ein Burnout droht. Als weitere Todesopfer auftauchen und Jonas sich immer mehr von Berenike entfremdet, ermittelt sie auf eigene Faust …





    Ab dem 5. Juli lesen wir das Buch in einer autorenbegleiteten Leserunde - vielleicht mag sich ja noch jemand anschließen? Es gibt auch noch die Chance auf Freiexemplare :zwinker: und das Buch soll ohne Kenntnis der Vorgänger lesbar sein!

    LG, Dani


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  • Keiner mehr Lust auf einen Dirndl-Krimi?
    Ich bin auch von meinem ursprünglichen Wunsch nach Bewerbungsfotos in Tracht abgerückt :breitgrins:

    LG, Dani


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  • Im beschaulichen Ausseerland im Salzkammergut findet Berenike, die einen Tee- und Literatursalon betreibt, einen Tag nach dem Schützenfest eine weibliche Leiche im Wasser: erwürgt mit der eigenen Schürze des Dirndl, welches die Tote trägt. Außerdem hat der Mörder eine Tarotkarte bei der Toten abgelegt. Der Kriminalpolizist Jonas Lichtenegger, der Liebhaber von Berenike, ermittelt, ob der Tod der Frau in Zusammenhang mit einer Schlägerei während des Schützenfests in Zusammenhang steht. Kurz darauf taucht eine weitere Leiche auf, ebenfalls mit einem Teil der Tracht umgebracht. Jonas, der kurz vor einem Burnout steht, entfernt sich im Zuge der Ermittlungen immer weiter von Berenike, so daß diese auf eigene Faust ermittelt.


    Meine Meinung:
    „Göttinnensturz“ ist der vierte Roman um die Tee- und Literatursalonbesitzerin Berenike Roither, die eher unfreiwillig immer wieder als Privatermittlerin tätig wird. Ich habe bisher nur den ersten Band „Schwarztee“ der Reihe gelesen: für die Krimihandlung selbst ist es nicht notwendig, die vorherigen Bände gelesen zu haben, aber ich glaube, es erleichtert dem Leser, Berenike besser zu verstehen, wenn man mehr über ihre Vergangenheit weiß, welche im ersten Band eine zentrale Rolle spielt.


    Da es sich bei dem Buch um einen Regionalkrimi handelt, werden in dem Buch auch typische österreichische Dialektwörter verwendet, mit denen ich weniger Probleme hatte, da ich durch österreichische Kollegen einige der Wörter bereits kannte. Mir nicht bekannte Worte habe ich im Internet nachgeschlagen, was mich nicht störte, denn ich mag es lieber, wenn Regionalkrimis auch den sprachlichen Charakter der jeweiligen Gegend widerspiegeln. Ich hätte mir allerdings eine Karte mit den Handlungsorten gewünscht, weil ich dadurch die örtliche Orientierung innerhalb des Romans besser nachvollziehen kann. Außerdem wäre eine Karte auch für die Auflösung der Bedeutung der Tarotkarten sinnvoll gewesen.


    Ich hatte relativ früh einen Verdacht, um wen es sich bei dem Mörder handeln könnte; mit dem Verdacht lag ich auch nicht falsch, allerdings hat die Autorin es ausgerechnet am Schluß geschafft, meinen Verdacht gehörig ins Wanken zu bringen. Über das Motiv war ich mir allerdings bei meinem bevorzugten Verdächtigen lange nicht im Klaren, da die Autorin in der Handlung bewußt eine falsche Fährte gelegt hat.


    Ich finde, daß man das Buch gründlich lesen muß, da dem Leser sonst das eine oder andere Detail verloren gehen könnte. Zum Schluß werden nicht alle Fragen beantwortet: die wichtigsten Fragen werden aufgelöst, aber zu dem einen oder anderen Punkt hätte ich gerne noch eine Antwort gehabt. Die Auflösung der Bedeutung der Tarotkarten in den Mordfällen hätte ich mir gerne etwas detaillierter gewünscht, da ich diese als Tarot-Laie beim ersten Lesen nicht gleich verstanden habe.


    Berenike ist nicht die typische strahlende Heldin, sondern eher das Gegenteil: sie ist ein unsicherer Mensch, die sich seit 5 Jahren mit ihrem Teesalon im Salzkammergut ein neues Leben aufbaut. Ihre Unsicherheit hängt mit ihrer beruflichen (und unschönen) Vergangenheit als Eventmanagerin in Wien zusammen: wenn sie seither mit zu viel negativen Dingen konfrontiert wird, zieht sie sich gerne in die Esoterik (und zu einer guten Tasse Tee) zurück. Wobei sie im Gegensatz zum ersten Band schon etwas selbstbewußter geworden ist. Außerdem sehnt sie sich nach Geborgenheit, umso mehr trifft es sie, daß sich ihr Freund Jonas während der Ermittlungen immer mehr von ihr entfremdet. Wenn es allerdings hart auf hart kommt, dann behält sie einen klaren Kopf und geht den Schwierigkeiten nicht länger aus dem Weg.


    Mir hat der Krimi insgesamt gut gefallen und ich freue mich auf ein Wiedersehen in Berenikes Teesalon. Den zweiten und dritten Band werde ich in jedem Fall in Kürze ebenfalls lesen.


    3ratten

    Liebe Grüße

    Karin

  • In Österreich aus dem schönen Wolfgangsee wird eine Leiche geborgen. Die Tote ist Monika, die zuvor noch auf dem Schützenfest gefeiert hatte. Ein Unfall oder ein Mord? Nach der Obduktion ist klar, dass Monika getötet wurde, doch von wem? Berenike, die die Tote gefunden hat, hört sich ein bisschen um, und dann gibt es schon bald eine zweite Leiche....


    Mein Leseeindruck:


    Dieses Buch ist bereits der vierte Teil einer Reihe, in der die Hauptprotagonistin Berenike Mordfälle aufklärt. Ich habe die drei ersten Bände noch nicht gelesen, trotzdem hatte ich keine Schwierigkeiten, mich in die Geschichte einzufinden. Es gibt im gesamten Buch immer wieder kurze Andeutungen auf alte Fälle, die mich persönlich jetzt sehr neugierig gemacht haben, so dass ich die Bücher sicher noch lesen werde.
    Berenike ist eine sympathische Figur, und ihren Tee- und Literatursalon würde ich gerne mal besuchen.
    "Göttinnensturz" gehört für mich zu den eher ruhigen Krimis. Spannung ist zwar da, aber nicht in zu großem Ausmaß. Mir fiel es nicht schwer, das Buch mal für eine kurze Pause aus der Hand zu legen.
    Die Handlung ist dennoch fesselnd, und als Leser kann man auch gut miträtseln, wer der Mörder sein mag. Das gefällt mir an Krimis immer besonders gut.
    Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, auch wenn für mich ein paar Fragen am Ende noch offen blieben. Aber vielleicht werden diese im nächsten Band beantwortet!? Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen.

    Lesen aus Leidenschaft

  • Eigentlich wollte Berenike nur einen entspannten Spaziergang mit einer Freundin machen, doch dann entdecken sie im Wasser des Wolfgangsees eine Frauenleiche. Wie es aussieht, wurde Monika mit ihrer eigenen Tracht erwürgt und dann ins Wasser geworfen. Berenike ist der Fund äußerst unangenehm, hatte sie doch am Abend zuvor selbst eine kleine Auseinandersetzung mit dem Opfer. Und nun verpasst sie ständig den richtigen Zeitpunkt, dies ihrem Freund, dem Kriminalpolizisten Jonas, mitzuteilen. Und es bleibt nicht nur bei einer Leiche!


    Es handelt sich um den vierten Band der Reihe um die Teesalon-Besitzerin Berenike Roither. Man kann das Buch unabhängig von den Vorgängern lesen, ich habe dies zumindest getan. Allerdings hatte ich doch an einigen Stellen das Gefühl, dass mir ein bisschen Vorwissen fehlt, zum einen bei Berenikes Art und Einstellung zu manchen Dingen, hier ist es wahrscheinlich doch hilfreich, wenn man ihre Geschichte besser kennt. Zum anderen ihre Beziehung zu Jonas, aus dem Verhältnis zwischen den beiden bin ich nicht recht schlau geworden.


    So richtig warmgeworden bin ich mit Berenike und dem Buch leider nicht.


    Durch eine Art Tagebuch gibt es recht früh Hinweise auf den Täter, dennoch habe ich lange gerätselt, ob diese wirklich auf die richtige Person deuten oder den Leser auf eine falsche Spur führen sollen.
    Gegen Ende fehlten mir ein paar aufklärende Worte, speziell zur Thematik Tarot und auch ein bisschen zum Handeln mancher Figuren.
    Relativ schwergetan habe ich mich aber vor allem mit Berenike selbst und ihrer Einstellung zu einigen Dingen, vielleicht fehlt mir hier wirklich ihre Vorgeschichte, aber sie wurde mir leider einfach nicht sympathisch.


    Ob ich die Vorgänger oder weitere Bände noch lesen werde, kann ich daher momentan noch nicht so recht sagen.


    3ratten

    LG, Dani


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  • Inhalt
    Bei einem Spaziergang mit ihrer Freundin entdeckt Berenike voller Unbehagen die Leiche einer jungen Frau am Wolfgangsee, erwürgt mit ihrer Dirndlschürze. Ausgerechnet am Vorabend war sie mit der ermordeten Dirndl-Schönheit in eine handgreifliche Auseinandersetzung wegen des geplanten Trachtenfests geraten. Ihr Freund, der Kriminalpolizist Jonas Lichtenegger, übernimmt die Ermittlungen in dem Fall. Doch schon bald überschlagen sich die Geschehnisse und weitere Mordfälle ereignen sich. Besteht etwa eine Verbindung zum traditionellen Frühlingsfest? Berenike, die sich eigentlich aus allem raushalten wollte, beginnt schließlich doch auf eigene Faust zu ermitteln …


    Meine Meinung
    Bei „Göttinnensturz“ handelt sich um den mittlerweile vierten Band der Reihe um Berenike Roither, die im Ausserseeland einen florierenden Tee- und Literatursalon betreibt.
    Sehr schön stimmt das Cover mit dem Dirndl auf die Ausgangsthematik des Regional-Krimis ein, der im beschaulichen österreichischen Salzkammergut angesiedelt ist. Das alljährlich im Frühjahr stattfindende, traditionelle Narzissenfest steht vor der Tür, doch die schöne Idylle wird durch eine Gegendemonstration wegen der Einladung von Alt-Nazis als Ehrengäste des Trachtenfests getrübt. Sehr gelungen thematisiert die Autorin in ihrem Krimi, wie rasch konservatives Traditionsbewusstsein und rechtsradikale Tendenzen ineinanderfließen können. Ein brisantes Thema, das sogar unserer Hauptfigur recht unangenehme Probleme beschert.
    Berenike hat mir als Protagonistin mit ihrem lebendigen, eigenwilligen, aber durchaus sympathischen Charakter gut gefallen. Da ich die vorherigen Krimis nicht gelesen habe, war es manchmal etwas schwierig für mich, Berenikes sonderbares Verhalten nachzuvollziehen, das wohl auch in ihrer problematischen Vorgeschichte begründet liegt. Immer wieder findet man Querverweise auf ihre bisherigen Fälle, die für das Verständnis aber nicht notwendig sind, mich aber sehr neugierig gemacht haben. Zunehmend distanziert und voller Mißverständnisse gestaltet sich die momentan schwierige Beziehung zu ihrem Freund, dem Kriminalpolizisten Jonas Lichtenegger, der mit seinem Job und den Ermittlungen zu den Mordfällen überfordert zu sein scheint und einem Burnout-Syndrom sehr nahe ist. Berenike, die kurzfristig sogar selbst unter Tatverdacht gerät, mischt sich daher bald auf ihre ganz eigene Art in die Aufklärung der Mordfälle ein, um den Täter auf eigene Faust zu stellen.
    Die als „Mörderisches Logbuch“ gekennzeichneten Eintragungen stammen aus der Feder des scheinbar psychisch kranken Täters und lassen uns aus seiner Perspektive zeitversetzt an den Ereignissen und seinen Motiven teilhaben. Um wen es sich dabei handelt, habe ich leider bis auf vorübergehende Zweifel etwas zu früh erraten können. Dennoch hat mir das Miträtseln des vielschichtig angelegten Krimis mit den außergewöhnlichen Mordfällen und einigen unerwarteten Wendungen bis hin zum fesselnden Showdown Spaß gemacht. Die Auflösung ist in sich schlüssig und im Wesentlichen nachvollziehbar, auch wenn man bei einigen Details schon spezielle Kenntnisse zu Tarot mitbringen sollte und nicht alle aufgeworfenen Fragen völlig aufgeklärt werden.
    Die Beschreibungen der verschiedenen Schauplätze sind sehr stimmungsvoll und auch die eingestreuten österreichischen Ausdrücke tragen zum besonderen Flair dieses Regionalkrimis bei.
    Sehr hilfreich für die bessere Orientierung wäre übrigens noch ein Kartenausschnitt mit den unterschiedlichen Schauplätzen gewesen.


    Fazit
    Ein unterhaltsamer Regional-Krimi mit einer interessanten Protagonistin und sehr kuriosen Mordfällen, bei dem ich dem Täter allerdings sehr früh auf die Spur gekommen bin.


    3ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

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    Anni Bürkl: Göttinnensturz, Meßkirch 2013, Gmeiner Verlag, ISBN 978-3-8392-1419-0, Softcover, 282 Seiten, Format: 19,8 x 12 x 1,8 cm, EUR 9,99 (D), EUR 10,30 (A).


    Sie muss einmal ein wildes Leben geführt haben mit einem Superjob als Eventmanagerin in Wien und London, mit Geld, Partys und vielen unverbindlichen Beziehungen – bis die große Lebenskrise kam. Das Partyleben und die chaotische Familie blieben in Wien zurück, Berenike Roither, 39, zog nach Bad Aussee im Salzkammergut und eröffnete einen Salon für Tee und Literatur.


    Fünf Jahre ist sie jetzt schon da. Beschaulich ist ihr Leben trotzdem nicht geworden. Sie hat nämlich das Pech, immer wieder in Kriminalfälle verstrickt zu werden, was ihr den Ruf einer „Miss Marple des Salzkammerguts“ eingebracht hat – und einen Lebensgefährten, der Inspektor bei der Grazer Kriminalpolizei ist, Abteilung Leib und Leben. Jonas Lichtenegger ist der Seelenverwandte, der ihr so lange gefehlt hat. Er hat, wie sie, eine Zeit lang in Großbritannien gelebt und er hat, wie sie, jüdische Wurzeln.


    Alles kann Berenike ihrem Liebsten aber auch nicht anvertrauen. Als die PR-Fachfrau Monika Leitner tot aus dem Wolfgangsee gefischt wird, erdrosselt mit ihrer eigenen Dirndlschürze, behält sie für sich, dass sie am Vorabend noch heftig mit dem Opfer gestritten hat. Berenikes Heimlichtuerei bringt Spannungen in die Beziehung zu Inspektor Jonas Lichtenegger. Dass er mit der offenherzigen Mode-Designerin Franziska Liszt flirtet, bessert die Stimmung auch nicht gerade.


    Zunächst vermutet man das Mordmotiv in Monika Leitners turbulentem Privatleben. Dass sie eine einzelne Tarotkarte bei sich hatte, wird als Zufall betrachtet. Doch bei einem Toten bleibt es nicht. Ein Trachtenmodenschneider und ein Schuhmacher gehören zu den nächsten Opfern und werden jeweils mit einer Tarotkarte aus demselben Deck aufgefunden. Alle drei hatten etwas mit der Organisation des örtlichen Narzissenfests zu tun. Es lassen sich aber auch andere Zusammenhänge konstruieren. In einer überschaubaren Gemeinde gibt es eben viele Berührungspunkte.


    Die Polizei sucht nach Spuren und Hinweisen, Berenike sucht ihr verschwundenes Tarot-Deck und befürchtet, dass die Leichen mit ihren Karten markiert wurden. Und bald sucht die Gemeinde nach einer verschollenen Schriftstellerin und einem abgängigen Busunternehmer. Sind das die nächsten Opfer? Obwohl sie in keines der möglichen Muster passen? Als auch noch Jonas Lichtenegger unerreichbar ist, pfeift Berenike auf alle Theorien, Warnungen und Beziehungsstreitigkeiten und sucht den Menschen auf, mit dem Jonas zuletzt gesehen wurde. Ob das eine gute Idee ist …?


    Der Täter führt ein „mörderisches Logbuch“ in das der Leser im Verlauf der Geschichte immer wieder Einblick erhält. Als routinierter Krimileser hat man schon bald einen Verdacht, allerdings auch Zweifel. Noch interessanter als die Frage, wer es denn nun war, ist es ohnehin, Berenike bei ihren Ermittlungen über die Schulter zu sehen. Eigentlich hasst sie es, über Leichen zu stolpern und in Mordfälle verwickelt zu werden. Es passiert einfach. Und wenn sonst keiner die Ordnung wiederherstellt, ermittelt sie eben selbst, damit sie schnellstmöglich wieder in Ruhe und Frieden mit ihrem Lebensgefährten und den drei Katzen Marlowe, Dr. Watson und Miss Marple leben kann. Stress und Aufregung hatte sie in ihrem alten Leben genug.


    Die Handlung ist packend, das Ambiente angenehm und die Heldin interessant und sympathisch, wenn auch ein bisserl esoterisch angehaucht. In Bad Aussee kann gern weiterhin literarisch gemordet werden. Es hat allerdings nur knapp 5.000 Einwohner. Nicht, dass die uns noch ausgehen!


    GÖTTINNENSTURZ ist Anni Bürkls vierter Roman mit Teelady Berenike Roither. Wer die ersten drei nicht gelesen hat, braucht ein bisschen Geduld. Was man von der Vorgeschichte wissen muss, wird irgendwann erklärt. Die Wissenslücken eines Quereinsteigers kann man natürlich nicht per Infodumping gleich am Anfang schließen. Und so wundert sich der Neuling zunächst, warum sich Berenike und ihr Freund zwar mit „shalom“ begrüßen, darüber hinaus aber keinerlei Spuren ihres kulturellen Hintergrunds zu finden sind. Küche, Dekoration, Redensarten … irgendwas von daheim bleibt doch immer hängen, ganz egal, woher man kommt. Warum das hier anders ist, wird nicht restlos geklärt. Wer die Vorgeschichte der sympathischen Heldin vollständig ergründen möchte, hat jedoch die Möglichkeit, die Vorgängerbände SCHWARZTEE, AUSGETANZT und NARRENTANZ zu lesen.


    Nicht-Österreicher brauchen übrigens keine Verständnisprobleme zu befürchten. Auch wenn sprachlich unverkennbar ist, wo die Geschichte spielt, werden keine allzu exotischen Dialektbegriffe verwendet. Okay: Ein Greißler ist sowas wie ein Tante-Emma-Laden, die WEGA ist eine Sondereinheit der Polizei, ähnlich dem deutschen SEK, ein Feitel ist ein Messer und anlassig bedeutet zudringlich. Alles andere erklärt sich von selbst.


    Ein paar Erbsen wollen auch noch gezählt sein: Der Kater, der auf Seite 193 Amseln jagt, kann nicht Spade sein. Von dem wird auf Seite 51 berichtet, dass er im Herbst verstorben sei. Und wenn Berenike auf Seite 194 zu Fuß zum Hotel Seesturm geht, womit fährt sie dann auf Seite 199 wieder heim? Der wiederholte Wechsel der Zeitform vom Präteritum zum Präsens ist sicher Absicht und ein erprobtes Stilmittel, kann einen aber beim Lesen ein bisschen aus dem Konzept bringen. Was jedoch der guten Unterhaltung nicht wirklich schadet.


    Die Autorin
    Anni Bürkl, Jahrgang 1970, lebt und arbeitet als freie Journalistin, Autorin und Ghostwriter in Wien. 2003 wurde sie mit dem Theodor-Körner Förderungspreis ausgezeichnet, 2010 erhielt sie das Krimi-Stipendium der Stadt Wiesbaden. Ihre Internetseite: http://www.annibuerkl.at.

  • Göttinnensturz


    Schicksalskarten bunt gemischt


    Dieser Krimi ist teil einer Reihe, in deren Mitelpunkt die Teestubenbesitzerin Berenike steht. Sie scheint-wie in vielen klassischen Kriminalromanen- die Mordfälle anzuziehen. Im Roman wird klar, dass sie früher eine erfolgreiche Mnagerin war und nun als Aussteigerin im Salzkammergut die Teestube mit viel Liebe und gutem Management führt. Die Morde sind ihr aber gefolgt. Die erste Leiche bleibt nicht lange allein. Der zuständige Polizist reagiert ziemlich heftig auf die Einmischung von Jonas, Berenikes Freund, der als Kriminalist von dieser zu Hilfe gerufen wird.
    Eigentlich könnten die beiden gut zusammenarbeiten, aber das Verhältnis ist kompliziert und voller Mißverständnisse.hinweise zur Aufklärung der Morde bietet ein misteriöses Tagebuch und das Schicksal, denn der Mörder hinterläßt an jeder Leiche eine Tarotkarte.


    Ich habe die anderen Bücher der Reihe nicht gelesen, nach diesem Buch habe ich allerdings Lust, mehr über das Schicksal der Hauptpersonen zu erfahren. Diese erschienen mir auch sehr im Mittelpunkt zu stehen, sowie ein bestimmtes politisches Denken, welches in der Gegend, die den Hintergrund des Romans bildet, scheinbar eine große Rolle spielt. Von der Seite her fand ich die Ansätze des Romans sehr interessant.
    Die Teestube ist so liebevoll geschildert, dass wohl jeder dort gern Gast wäre. Obwohl das Salzkammergut ja eine wundervolle Gegend ist, konnte ich im Roman davon nichts merken. Die Schilderungen der Natur wurde letztlich von Tatorten oder Beziehungsproblemen überschattet. Das Lokalkolorit war mir etwas zu schwarz, aber vielleicht ist es so? (Tradition und Trachten sind für mich eher bunt. )
    Allerdings war es interessant einige Begriffe kennenzulernen, die scheinbar rein regional sind. Diese unbekannten Wörter haben den Lesefluss ab und zu aufgehalten, ich habe das aber nicht als störend empfunden.


    Besonders gut gemacht fand ich die Darstellung des Zusammenhangs der Morde durch die Art der Ermordung .Leider ist nicht alles konsequent durchgehalten worden.
    Die Handlung wäre noch spannender, wenn ich Ahnung vom Tarot hätte, denn hier half auch kein googeln. Es wäre vermutlich besser, wenn man für die nicht mystisch geschulten Leser irgendwo Hinweise auf Tarot finden könnte, damit man (und wenn es im Nachhinein ist) mitraten kann. Dafür hätten an anderer Stelle Hinweise weniger deutlich sein können.


    Nach dem Cover des Buches hätte ich nicht gedacht, dass sich dahinter ein Krimi verbirgt. Ich wäre normalerweise daran vorbei gegangen, wenn ich keine Empfehlung erhalten hätte. Nicht das ich etwas gegen Dirndl hätte, aber leider werden diese meist für Liebesromane auf der Alm genutzt. Nun, es ist optisch schön, und zumindest das Tatoo ist ungewöhnlich. Vielleicht doch eine Rehabilitation des Dirndls?


    Fazit:


    Für mich ein interessanter Krimi mit zwei liebenswerten Protagonisten. Er macht auf alle Fälle neugierig auf die anderen Fälle aus dieser Reihe.

  • Tee trinken, ihn verkaufen und Morde aufklären


    das tut die charismatische, übersinnlichen Themen nicht abgeneigte Exjournalistin Berenike im schönen Salzkammergut. Diesmal stößt die auf die erdrosselte Monika - Zufall oder Mord, das Band der Dirndlschürze hat sich um den Hals gewunden. Die Gute war zu Lebzeiten einerseits überaus lebenslustig, andererseits nationalsozialistischem Gedankengut nicht abgeneigt. Und es folgen weitere Leichen, die gewisse Rückschlüsse zulassen....


    Auch Berenikes Liebster, der hübsche Kommissar Jonas, taucht auf - und mit ihm Wolken am Horizont. Wird die bucklige, aber attraktive Franziska ihn ihr ausspannen? Lebenslust und heitere Liebesreigen durchzogen von dunkleren Wolken - wenn mal ein/e Dritte/r btrogen wird - das scheint das Markenzeichen des Salzkammerguts zu sein.


    Nun ja, wir alle wissen, dass man am Wolfgangsee gut lustig sein kann, dass sich dort aber auch jede Menge Leichen rumtreiben, das ist neu! Anni Bürkl schreibt durchaus atmosphärisch, lässt Lokalkolorit aufblitzen - manchmal wird es jedoch ein wenig fahrig oder gar wirr. Und der Schluss hinterlässt leider alles andere als Befriedigung. Schade - gerade bei einer so besonderen Protagonistin wie Berenike, die jede Menge Alleinstellungsmerkmale aufweist und somit eigentlich flink zu Österreichs Ermittlerin Nr. 1 aufsteigen könnte, hätte ich ein bisschen mehr erwartet. Nun, vielleicht dann in Berenikes fünftem Fall!
    3ratten