Horrorszenario: Leseblockade!

Bitte achtet auf euch und eure Lieben! Bleibt gesund!

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Es gibt 1.746 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von KillerKiwi.


  • Kritty
    Ich habe wärend meines bisherigen Studiums, mal eine Dozentin aus der Germanistik gehabt, die selbst zu Hause nicht mehr privat gelesen hat. Sie meinte ihr hätte das Studium das Lesen verleidet. Sie hatte sogar Angst das es mit dem Theater, für das sie eine noch größre Leidenschaft hatte, ebenso ergehen könnte...


    Kann es nicht einfach sein, dass man zum Entspannen etwas anderes tun möchte als bei der Arbeit?
    Der Musiker wird selten als Hobby ein weiteres Instrument haben, der Sportler nicht zur Entspannung joggen gehen, der Koch wohl kaum am Wochenende exzessiv zu Hause kochen.


    Man mag ja in seinem Beruf aufgehen, aber man braucht doch meistens auch noch etwas zum Ausgleich, wie es so schön heißt, und Ausgleich bedeutet nun mal, dass die Entspannung in eine andere Richtung geht als die Arbeit. Irgendwann möchte man abschalten und etwas ganz anderes machen. Zu viel vom gleichen brennt vtl. schnell/er aus.
    Daher finde ich es verständlich, dass man als Literaturwissenschaftlerin privat nicht (nur) liest, sondern eher Sport treibt, musiziert, kocht. :zwinker:


    In der Biografie "Music of the heart" kamen auch die Söhne der Musiklehrerin Robert Guaspari zu Wort. Einer ihrer Söhne wurde Cellist. Der sagte, dass er privat nur Jazz oder Nachrichtensendungen höre.
    Sobald er etwas mit seinen bekannten Instrumenten hört, ginge er in den Arbeitsmodus und würde die Stücke analysieren bis hin zu der Frage bei Cellomusik, was der Musiker jetzt wie und warum für den Effekt getan hat und wie er persönlich das umsetzen könne. Um abzuschalten müsse er sich aber weit von dieser Haltung entfernen und hat darum diese Gefahr gebannt, indem er privat außer Jazz im Radio gar keine Musik hört.



    LG von
    Keshia

    Ich sammele Kochbücher, Foodfotos und Zitate.


    <3 Aktuelle Lieblingsbücher: "The good people" von Hannah Kent, "Plate to pixel" von Hélène Dujardin und "The elegance of the hedgehog" von Muriel Barbery.

    Einmal editiert, zuletzt von Keshia ()

  • Keshia
    Hm ich glaube es geht schon auch um mehr. Denn für die "Arbeit" liest man ja ganz anders als privat. Ihr Argument war das sie beim privaten Lesen auch anfing zu analysieren und dieser Punkt ihr das Lesen verleidet hat.
    Ich persönlich habe z.B als ich noch Germanistik studiert habe, auch privat immer noch genauso viel gelesen wie vorher. Andererseits kenne Ich aber einige Studenten die unabhängig vom Studiengang, durch das studieren einer Kulturwissenschaft (früher Geisteswissenschaft) nicht mehr so viel lesen, weil sie im Studium so viele Texte lesen müssen. Das ist also eher unabhängig vom Studiengang so. Insofern ist dein Argument natürlich nicht zwingend von der Hand zu weisen.

  • Ich musste auf der Uni auch viel wissenschaftliches Zeug lesen. Zuhause hab ich dann eher zum seichten Ausgleich gelesen. Und das in Massen :breitgrins:
    Ein Klassiker war da nie dabei. Im Gegensatz zu heute.

  • Jaqui
    Ich lese während der Studienzeit auch anders. Zum Beispiel versuche englische Lektüre zu meiden, weil ich im Studium schon die ganze Zeit so viele englische Texte lese. In der Vorlesungsfreien Zeit verändert sich meine Lektüre immer etwas.


    Zur Zeit bin ich zum Glück weit entfernt von einer Blockade. Da ich jetzt Vorlesungsfrei habe, würde es mich aber auch ziemlich ärgern. Soviel Lesezeit die dann ungenutzt verstreichen würde ;)


  • Jup Fanfictions sind wirklich interessant. Wir haben uns in einem Seminar über Rezeptionsforschung auch schon darüber unterhalten. Ich sag nur shipping :err:


    Haha, ja...Shipping :breitgrins: :breitgrins: :breitgrins:


    Wobei man vorsichtig sein muss, bei der wissenschaftlichen Herangehensweise an Fanfiction...man kann viel falsch verstehen undes zu sehr trivialisieren. Und manches auch zu ernst nehmen. Ich glaube für Außenstehende ist das wirklich...nun ja. Etwas... :breitgrins:



    Keshia: Das kann auch sein...allerdings ist ja auch jeder Mensch unterschiedlich... :) Ich habe meine Bachelor in Germanistik, Anglistik & Amerikanistik gemacht...in Letzterem hatte ich absolut keine Probleme, was das Lesen anging. Was Ersteres anging...da fing ich dann auch privat an, irgendwelche Bücher zu analysieren. Hat einerseits Spaß gemacht, andererseits gestört. Da hab ich dann angefangen weniger zu lesen (und wie gesagt, Fanfiktion war schon immer ein Faktor). Hast also in der Tat nicht Unrecht, aber Leute sind schon sehr unterschiedlich...


    -> Die Klassiker hole ich jetzt allllle nach *g*

  • Valentine
    Ups- immer diese Insider ;) . Shipping ist in Fancfictionkreisen, wenn man aus Figuren ein Pärchen macht welche im Original keine sind. Gerne auch zwischen Figuren die sich nicht leiden können *g* in manchen Kreisen werden bevorzug männliche Figuren geschippt^^

  • :pling:


    Wieder was gelernt, danke!

    The west-winds blow, and, singing low,
    I hear the glad streams run;
    The windows of my soul I throw
    Wide open to the sun.

    (John Greenleaf Whittier)




  • Mehr dazu kann man hier (engl) nachlesen, und hier (engl) uuund hier (dt.)


    :breitgrins:

  • Ich hatte das mit der Leseblockade auch eine Zeit lang. Was ich aber total nachvollziehen konnte.
    Ich habe so viel gearbeitet geistig, dass ich in meiner Freizeit nach ein paar Seiten schon Kopfschmerzen bekommen habe.
    Das war nicht schön.
    Jetzt geht es wieder. Aber manchmal habe ich nicht wirklich Lust, obwohl das Buch echt gut ist. Ich komme mir manchmal so gehetzt vor.

    :leser:

  • Das mit den Kopfschmerzen kenne ich, Sine! Und manchmal tun meine Augen so schnell weh...hin und wieder ist es auch so schlimm, dass ich mich auf die Worte nicht gut konzentrieren kann und diese verschwimmen. Da greife ich dann lieber zu Comics, in solchen Phasen.


    Du kommst dir gehetzt vor? Das habe ich nur bei Uni-Literatur, aber da habe ich in gewisser Weise ja auch Deadlines.
    Das ist aber schade, bestimmt kein angenehmes Gefühl, bei Freizeitliteratur :-/

  • Ja, das kenne ich auch mit Schrift kann man nicht mehr ordentlich lesen usw.
    Aber meine liebste Freizeitbeschäftigung ist nun mal lesen und das mache ich fast immer, wenn ich Zeit habe und kein fernsehe.


    Ich habe schon immer gerne gelesen, schon seit ich klein bin. Seit ich aber im Internet angemeldet bin und bei gewissen Challenges mitmache, komme ich mir gehetzt vor. Erstens mein Ziel zu schaffen und auch viele Bücher zu lesen um sich mit anderen auszutauschen.
    Ich weiss leider nicht, wie ich das wieder loswerden kann.

    :leser:


  • Seit ich aber im Internet angemeldet bin und bei gewissen Challenges mitmache, komme ich mir gehetzt vor. Erstens mein Ziel zu schaffen und auch viele Bücher zu lesen um sich mit anderen auszutauschen.
    Ich weiss leider nicht, wie ich das wieder loswerden kann.


    Wenn es Dir zuviel wird, fange doch einmal an eine Challenge zu streichen. Das sind ja von Dir gesetzte Ziele und keine Aufgaben, deren Ziel Du zwingend erreichen musst. Sobald etwas zum Druck wird, sollte man - zumindest wie bei einer so schönen Beschäftigung wie dem Lesen - etwas ändern :smile:

    Pessimisten stehen im Regen, Optimisten duschen unter den Wolken.

  • Danke für die netten Antworten :)
    Ich werde mir das mal zu Herzen nehmen und versuchen da was zu ändern.
    Und es ist auch nur eine Challenge, die mich drängt, alle anderen würde ich so nebenbei schaffen.
    Bei der Challenge geht es auch darum, sehr viele Bücher zu lesen. Hmm das sollte ich wohl mal nicht so als Ziel sehen.

    :leser:

  • Ich hatte auch oft das Ziel so viel wie möglich zu lesen. Was dazu geführt hat dass ich ende des Jahres erstaunt auf meine Liste geschaut habe und nicht mehr wusste dass ich dieses oder jenes überhaupt gelesen habe. Das gab mir zu denken und seitdem jage ich keiner Zahl mehr nach.


    Jetzt lese ich mit Genuss und wenn es 30 Bücher im Jahr sind ist das auch okay. Es müssen nicht mehr 100 wie früher sein. Dazu hätte ich aber nicht mal mehr die Zeit :breitgrins:


  • Ich hatte auch oft das Ziel so viel wie möglich zu lesen. Was dazu geführt hat dass ich ende des Jahres erstaunt auf meine Liste geschaut habe und nicht mehr wusste dass ich dieses oder jenes überhaupt gelesen habe. Das gab mir zu denken und seitdem jage ich keiner Zahl mehr nach.


    Jetzt lese ich mit Genuss und wenn es 30 Bücher im Jahr sind ist das auch okay. Es müssen nicht mehr 100 wie früher sein. Dazu hätte ich aber nicht mal mehr die Zeit :breitgrins:


    Das ist natürlich auch das Problem. Masse statt Klasse sozusagen...
    Aber bei den erinnern habe ich eher das Problem, dass ich ein schlechtes Gedächtnis habe, da kommt sowas eher mal vor...

    :leser:

  • Das Problem der Leseblockade wegen einer Challenge hatte ich im letzten Jahr auch. Da war aber nicht das Problem, dass besonders viele Bücher gelesen werden sollten, sondern dass mir quasi vorgeschrieben wurde, welches Buch ich wann zu lesen hatte (ein bestimmtes gelostes Buch sowie zusätzliche Bücher nach bestimmten Kriterien). Nach ein paar Monaten habe ich da einen Schlussstrich drunter gezogen, jetzt lese ich wieder viel freier. Und die anderen Challenges, an denen ich trotzdem noch teilnehme, lassen mir da sehr viel mehr Freiheiten, sind dabei trotzdem noch Herausforderung genug.


    Bisher hat es bei mir gegen Leseblockaden auch oft geholfen, dass ich einfach einen Re-Read gestartet habe. Ein Buch, das mich beim ersten Lesen verzaubert hat, wird es möglicherweise auch schaffen, mich beim zweiten Lesen noch zu überzeugen, und die Vorfreude auf bestimmte Dinge, an die ich mich noch erinnern kann, führt dann oft dazu, dass ich danach auch wieder mehr Spaß am Lesen allgemein habe.


  • Bisher hat es bei mir gegen Leseblockaden auch oft geholfen, dass ich einfach einen Re-Read gestartet habe. Ein Buch, das mich beim ersten Lesen verzaubert hat, wird es möglicherweise auch schaffen, mich beim zweiten Lesen noch zu überzeugen, und die Vorfreude auf bestimmte Dinge, an die ich mich noch erinnern kann, führt dann oft dazu, dass ich danach auch wieder mehr Spaß am Lesen allgemein habe.


    Vielleicht sollte ich es damit auch versuchen mit meinen absoluten Lieblingsbuch :breitgrins:

    :leser: