Horrorszenario: Leseblockade!

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 1.732 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von JaneEyre.

  • Ach Leute, jetzt muss ich mich hier auch mal melden, seit einigen Wochen, eigentlich seit meinem großen Urlaub, lese ich so gut wie gar nicht mehr und ich finde dass sehr schade aber nicht beunruhigend. Es gibt immer wieder Dinge die mir dann in den Momenten wichtiger sind und das sind auch sehr schöne Dinge.
    So schiebe ich gerade lieber 25 Minuten Yoga ein, wenn es die Zeit zuläßt anstatt in dieser Zeit ein Buch zur Hand zunehmen. Auch bei meinen Walkingtouren im Wald lausche ich zur Zeit viel lieber den Geräuschen der Natur als einem Hörbuch.
    Nicht mal mein Leserundenbuch von Anfang Juni habe ich beendet :rollen:


    Ich denke das gibt sich schon wieder aber merkwürdig ist das Gefühl schon...


    Grüße
    schokotimmi

    Weltreise: 43/223 - 19,3%

  • Manchmal ist es einfach so, dass gerade andere Dinge wichtiger sind. Ist mir zwar mit Büchern so noch nie passiert, weil die immer irgendwie "reinrutschen", aber mit anderen Hobbys. Meistens kommt die Lust nach einiger Zeit wieder :smile:


    Und ... nutz es aus, wenn Du gerade mehr Bock auf Yoga hast, ich wünschte, mir passierte das auch ;)

    Be curious, be creative, be patient, be joyful.

    (Agnès Varda)


  • Manchmal ist es einfach so, dass gerade andere Dinge wichtiger sind. Ist mir zwar mit Büchern so noch nie passiert, weil die immer irgendwie "reinrutschen", aber mit anderen Hobbys. Meistens kommt die Lust nach einiger Zeit wieder :smile:


    Ja, das stimmt sicher. Bei mir hat sich mit der Geburt meiner Tochter vor mittlerweile über dreizehn Jahren viel verändert. Vorher habe ich Abend gelesen, wenn auch manchmal nur ein paar Seiten. Aber es wurde auf jeden Fall ein Buch in die Hand genommen. Als meine Maus dann zur Welt kam war ich oft so erschöpft und müde, dass das einfach nicht mehr ging. Da habe ich dann tagsüber gelesen - so es denn ging. So weit war das auch okay, aber als ich dann wieder arbeiten ging war die freie Zeit noch geringer und ich habe lange keine richtige Regelmäßigkeit mehr hinein bekommen.


    Ich habe zwar IMMER gelesen bzw. ein angefangenes Buch gehabt, aber es konnte zwischendurch auch mal eine Woche liegen. Mittlerweile habe ich einen neuen Rhythmus. Ich stehe morgens eine halbe Stunde früher auf und beginne von MO-DO den Tag mit einer Tasse grünen Tee und einer Zeitschrift: Montags starte ich mit dem Spiegel, wenn ich den irgendwann (meistens erst Mittwoch oder Donnerstag) durch habe lese ich Donna, Emotion, Barbara, usw.
    Freitag bis Sonntag morgen ist das Ritual zwar ähnlich, jedoch sind es mindestens zwei bis drei Tassen Tee und da gibt es nur Bücher. Keine Zeitschriften. Lange Zeit zwischendurch habe ich am Wochenende gerade so die abonnierten Zeitschriften "geschafft" und für die Bücher blieb keine Zeit mehr. Das ist jetzt so viel besser und zufrieden stellender. Außerdem hat es den Nebeneffekt, dass ich nicht mehr so gestresst am Arbeitsplatz ankomme.


    Momentan habe ich sowieso das Gefühl, wieder mehr schöne Sachen machen zu können...das liegt wohl zum großen Teil damit zusammen, dass meine Tochter jetzt größer ist. Ich kann sogar Samstag morgen die Sporttasche nehmen und einfach das Haus verlassen...eine Wahnsinnsfreiheit, die ich vor 3-4 Jahren noch nicht hatte. Wirklich toll. So steigt die Lust auf neue Geschichten und Inspiration und das Thema Leseblockade ist momentan für mich keines mehr :zwinker: .


  • Freitag bis Sonntag morgen ist das Ritual zwar ähnlich, jedoch sind es mindestens zwei bis drei Tassen Tee und da gibt es nur Bücher. Keine Zeitschriften. Lange Zeit zwischendurch habe ich am Wochenende gerade so die abonnierten Zeitschriften "geschafft" und für die Bücher blieb keine Zeit mehr.


    Das ist jetzt echt witzig, denn ich habe das eine Zeitlang genauso gemacht, dass ich am Wochenende Zeitschriften gelesen habe, und mir die Bücher liegengeblieben sind. Inzwischen lese ich meine Zeitschriften nur noch beim Frühstück, beim Fönen, auf dem Lokus oder mal unterwegs, und wenn ich länger Lesezeit habe, gehört sie ganz den Büchern.

    Be curious, be creative, be patient, be joyful.

    (Agnès Varda)

  • Schön was ihr schreibt, also angefangene Bücher habe ich auch diverse, und ich lese sie auch stückchenweise weiter, aber halt im Schneckentempo mal am WE, wenn wir nicht gerade anderweitig beschäftigt sind. Doch selbst an ruhigen freien Tagen beschäftige ich mich eher mit den Kids als zu lesen. Die Große kommt in die Schule, es geht echt so schnell und sie sind groß. Da genieße ich zur Zeit jede Möglichkeit die sich ergibt etwas kleines oder großes mit Ihnen zu unternehmen.


    Morgens komme ich nicht zum Lesen allerhöchstens zu 10 -15 Minuten Yoga, dann müssen die Kids fertig gemacht werden und ewig Zeit kann ich mir auch nicht lassen, denn ich muss ja auch nachmittags pünktlich abholen und an den Tagen wo es mein Mann übernimmt, nehme ich mir halt auch mal was vor oder arbeite länger...


    Aber hey, ich will ich nicht klagen und ich weiß auch, wenn die graue Zeit wieder losgeht, wird bestimmt automatisch mehr Lesezeit da sein, bestimmt.
    Zeitschriften lese ich nicht mehr...oder nur unregelmäßig, ach doch zusammen mit meiner Tochter die Geolino :breitgrins:


    Viele Grüße
    schokotimmi

    Weltreise: 43/223 - 19,3%

  • Ich habe seit Beginn meines Studiums (September 2015) ein paar Bücher angefangen, aber nie zu Ende gelesen. Jetzt, in der Klausurenphase des 2. Semesters habe ich innerhalb von 4 Tagen 6 Bücher gelesen. Meine Lesepause scheint vorbei zu sein. :breitgrins:
    Außerdem lese ich so ziemlich alle Zeitschriften, die ich irgendwie in die Finger bekomme, da kommt ein Buch schon mal zu kurz. :rollen:

    You can never read too much.

  • Mir geht es grade auch nicht so gut mit dem Thema Lesen. :sauer:


    Es hatte sich im letzten Monat schon angebahnt - mittlerweile bin ich schon wieder so weit das gesamte Lesen (Belletristik) total in Frage zu stellen.
    Ich lese zwar irgendwie genau so viel am Tag, aber eher Sachbücher.


    Ich hinterfrage das belletristische Lesen total. Es erscheint mir grade sehr sinnlos und ich frage mich, ob das massenhafte Lesen der letzten Zeit eben nur ein Flucht aus den Depressionen und Ängsten des letzen halben Jahres war.


    Kennt ihr das so oder ähnlich - zu was für einer Lösung kann man kommen ?
    Eigentlich geniesse ich doch Lesezeit - trotzdem fühlt es sich grade so flasch an... Hiiiilfe! :sauer:

    Viele Grüsse,

    Weratundrina

  • Ja. Das kenn ich auch. Vor allem wenn ich mal wieder viel Schrott hintereinander gelesen hab. Dann frag ich mich ob das nicht verschwendete Lebenszeit ist.


    Ich les dann in der zeit viele Sachbücher. Vor allem zu für mich wirklich wichtigen Themen. Klimawandel. Lebensmittel Verschwendung. Die Lage in anderen Regionen der Welt. Und irgendwann bekomm ich dann wieder Lust auf ein Buch. Sonst wird man ja voll depressiv wenn man sich nur damit beschäftigt.


    Und dann genieße ich den Schrott auch wieder. Weil ich ein Buch und den Luxus zu lesen wieder schätzen gelernt hab. Ganz egal wieviel Müll drinnen steht. Wieviele Millionen Menschen würden sich darüber freuen.

  • Es hatte sich im letzten Monat schon angebahnt - mittlerweile bin ich schon wieder so weit das gesamte Lesen (Belletristik) total in Frage zu stellen.
    Ich lese zwar irgendwie genau so viel am Tag, aber eher Sachbücher.


    Ich hinterfrage das belletristische Lesen total. Es erscheint mir grade sehr sinnlos und ich frage mich, ob das massenhafte Lesen der letzten Zeit eben nur ein Flucht aus den Depressionen und Ängsten des letzen halben Jahres war.


    Das Infragestellen des belletristischen Lesens kenne ich auch. Ich greife dann auch mal zu Sachbüchern, um der Sache Sinn zu geben. Insgesamt habe ich in den letzten Jahren, auch durch Yoga, viel daran gearbeitet, kleine Dinge und den Moment zu genießen. Mehr Wahrnehmung der Natur, mehr Achtsamkeit im Umgang mit mir. Und wenn das Lesen eines nicht tiefgründigen Buches mir Freude macht hat es doch einen Sinn, oder?


    Es klingt als hättest Du das richtigen "Lesedruck", das ist wirklich nicht so gut. Kann Dir vielleicht eine Mehrgewichtung auf ein anderes Hobby helfen, ihn zunreduzieren?


  • Ich hinterfrage das belletristische Lesen total. Es erscheint mir grade sehr sinnlos und ich frage mich, ob das massenhafte Lesen der letzten Zeit eben nur ein Flucht aus den Depressionen und Ängsten des letzen halben Jahres war.


    Meine Therapeutin würde jetzt sagen, wenn es dir in der Zeit genutzt hat und es dir dadurch besser gegangen ist, war es nicht sinnlos. Alles was nützt, auch wenn nur kurzfristig, ist gut. Aber ich verstehe, was du meinst. Vielleicht ist es auch die Depression, die dich das Lesen hinterfragen lässt. Und es ist bei mir ähnlich, nach einer sehr lese-intensiven Zeit folgt meistens eine Flaute. Versuch, dir keinen Druck zu machen und in dich hineinzuspüren, was du jetzt brauchst anstelle des Lesens. :knuddel:

    Liebe Grüsse Hanni 8)

  • Ich sehe es nur jetz so als vertan an.
    Waren aber auch sehr viele miese Bücher dabei in der letzten Zeit.


    Mein Hausarzt (nicht mein Therapeut) meinte neulich meine ganzen Hobbies seien im Grossen und Ganzen nur Realitätsflucht. Da muss ich jetzt dauernd drüber nachdenken und das ist in Punkto Depression nicht wirklich föderlich. :sauer: Und tatsächlich kann ich mich grade für nichts begeistern.


    Ich wünschte jetzt, ich könnte in einem Buch versinken, aber es geht nicht. Jetzt hab ich den ganzen Sonntag sinnlos im INternet rumgehangen und irgendwie gar nichts richtiges "gemacht". :sauer: :rollen:


    Mennoooo.... alles doof grad mal wieder...

    Viele Grüsse,

    Weratundrina

  • Finde ich auch! Und gerade, wenn Hobbys doch das sind, was Kraft und Spaß gibt! Ich finde sie sooo wichtig! Wenn alles doof ist, kann ich wenigstens bei einem meiner Hobbys entspannen, alles drumherum vergessen und danach wieder im regulären Alltag bestehen, weil ich etwas habe, von dem ich zehren kann. ..

  • Lesen, Rollenspiel, tabletop, Naturspiritualität, Filme... selbst meinen Musikgeschmack hat er in Frage gestellt (von wegen dazu "verkleidet" man sich ja)... ist schon alles irgendwie weg von der Realität - aber was wäre dann "normal" ... Golf spielen und Reisen... ? (wie bei ihm wahrscheinlich)

    Viele Grüsse,

    Weratundrina


  • Hobbys sind was schönes und tolles. Egal aus welchem Grund.


    Das eine ist ein Hobby, das andere Realitätsflucht und somit ein Krankheitsbild. Die Beurteilung, was bei Weratundrina vorliegt kann nur ein Fachmann treffen.


    Auch im Zusammenhang mit der geschilderten Depression kann hier aus meiner Sicht nicht von einer "normalen" Leseblockade gesprochen werden, hier scheint es ernstere Hintergründe zu geben.

  • Gehen denn nur Ärzte, die einem nach dem Maul reden?


    Natürlich nicht. Aber erstens scheint der Arzt die Patientin gar nicht ernst zu nehmen. Von wegen alle Hobbys sind Realitätsflucht. Und zweitens geht es den Arzt gar nix an welche Musik ich höre und ob ich mich dabei verkleide.


    Aber ich denke auch dass es hier gar nicht mehr nur ums lesen geht sondern die Probleme viel tiefer gehen. Da ist es wohl besser einen wirklichen Therapeuten hinzuzuziehen.