Lesen? Immer nur lesen? Warum eigentlich?

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 279 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Dostoevskij.


  • Doris
    Ups entschuldige die sind mir schon so in Fleisch und Blut übergegangen das ich manchmal erst hinterher genau sehe das ich sie oft benutzt hab. Im Prinzip ist das für mich (also meine Interpretation *g*) ein Ersatz für einen Smiley oder wenn ich finde das hier keiner so richtig passt, ich aber ein Verschmitztes Lächeln oder Augenzwinkern doch ganz nett fände. Außerdem möchte ich auch in den Beiträgen nicht zu viele Smileys setzen.


    Die Smileys wären aber besser, weil diese einen hinterlegten Textcode haben, der von Software für Sehbehinderte gelesen werden kann. Mit Deinen Zeichen kann die nichts anfangen, siehe auch noch einmal diesen Thread.

  • Ich hatte während meiner Schullaufbahn ca. sieben Deutsch-Lehrer (und zehn Englisch-Lehrer, eine Spanischlehrerin, mit denen wir ja auch alle Bücher gelesen haben), an die ich mich jetzt auf Anhieb erinner und jeder davon hat mir eher die Lust am Lesen genommen, als sie zu fördern. So ist auch das beste Beispiel, dass ich eigentlich kaum eine Schullektüre wirklich beendet habe. Ziemlich traurig, für eine So-Viel-Leserin wie mich. Aber ich hatte einfach keinen Nerv dazu. Und Spaß sowieso nicht. Mein Lehrer hat sogar geschafft mir den Spaß an Goethes Faust zu nehmen - auch wenn ich das Buch mittlerweile ganz interessant fand, aber wirklich gut werde ich es wohl niemals finden.
    Meine Schwedisch-Dozentin allerdings geht sehr schön mit den Büchern, die wir lesen um. Insgesamt finde ich auch die Literaturbesprechungen in der Uni viel interessanter und gehaltvoller als in der Schule.


    Warum ich lese? Bei mir ist es definitiv eine Flucht aus dem Alltag. Je glücklicher ich bin, desto weniger lese ich. (Also immer stimmt das jetzt natürlich auch nicht. Wenn ich viel Uni-Stress hab, les ich natürlich auch weniger, was dann nicht unbedingt daran liegt, dass ich grad glücklich bin. ;) ) So kann ich die Welt um mich herum vergessen und in eine schönere (?) - aber vor allen Dingen mich nur zweitrangig betreffende Welt - abtauchen. :)


  • Insgesamt finde ich auch die Literaturbesprechungen in der Uni viel interessanter und gehaltvoller als in der Schule.


    Du studierst Germanistik?

  • Ich denke ebenso, dass eher in der Familie der Grundstein für Spaß am Lesen gelegt wird.


    Das war bei mir nicht so. Meine Eltern lesen überhaupt nicht bzw. liest meine Mutter jetzt erst. Also eher umgekehrt :zwinker:. Bei mir war es eine Freundin die es zum laufen brachte.


    Ich lese, weil ich das Kopfkino so sehr mag. Ich kann abschalten nach einem stressigen Tag, ich kann in andere Welten eintauchen, Orte sehen die ich vielleicht nie live sehen werde, ich kann längst vergangene Zeiten rauskramen.
    Das ist anders wie Filme gucken, viele Charaktere sehen für mich einfach anders aus.

    Kai Meyer ~ Lanze und Licht

  • Ich denke ebenso, dass eher in der Familie der Grundstein für Spaß am Lesen gelegt wird. Meine beiden Schwestern und ich lesen alle sehr gern, obwohl eine auf die Realschule ging und zwei aufs Gymnasium. Wenn überhaupt, kann vielleicht die Grundschule etwas bewirken, danach ist es in meinen Augen zu spät. Da muss dann das Interesse und der Impuls von einem selbst ausgehen.


    Grüße von Annabas :winken:


    Das mit der Grundschule trifft bei mir hundertprozentig zu. In der Zweiten Klasse hat meine Lehrerin meiner Mutter den Tipp gegeben, mich in einer Bücherei anzumelden.
    Das war einer der besten Dinge die meine Mutter gemacht hat. Seitdem war ich nur noch dort zu finden..


    In der Hauptschulzeit habe ich nicht soviel gelesen, da waren dann andere Dinge an erster Stelle, die Clique zum Beispiel.


    Ich denke auch dass die Schulbildung auf das Lesen an sich und auch welche Art von Lesen Einfluss nimmt.
    Ich war Hauptschülerin und es fällt mir heutzutage schwer, sehr anspruchsvolle Bücher zu lesen.
    Da bin ich dann schon mal froh, wenn ich es zwischendurch schaffe einen Klassiker wie "der Glöckner von Notre Dame" oder einen Poe dazwischen zu schieben.
    Ansonsten bin ich eher der Unterhaltungsleser.


    Die Familie spielt bestimmt auch eine wichtige Rolle.
    Mein Vater hat zwar gar nicht und meiner Mutter eher ganz einfache Sachen ( Groschenromane :rollen:) gelesen. Aber durch die Großeltern gab es Bücher in den Regalen (wo ich mich bis heute ärger, dass sie untergekommen sind, es bestimmt einige schöne Schätzchen dabei) und somit war "Lesen" kein Tabuthema bei uns.


    Ich persönlich könnte mir ein Leben ohne Bücher nicht oder nur sehr schwierig vorstellen, aber ich denke auch dass es wie bei anderen Dingen auch, wichtig ist, den Kontakt zur Außenwelt nicht zu verlieren.

    Lese fast alles-fast immer

  • Bei uns in der Volksschule gab es etwas, meiner Meinung nach, ganz tolles: Einer Bücherwettbewerb. Ich weiß nicht mehr genau, wie wir das damals genannt haben, aber es hat Spaß gemacht.


    Jeder hat eine Liste, in die eingetragen wurde, welches Buch man gelesen hat. Man musste auch der Lehrerin (in der Pause) kurz erzählen, worum es ging, was einem gefallen hat, sonst hätte man ja schummeln können. Nach 5 gelesen Büchern hat man einen Sticker bekommen, nach 10 einen Sticker und ein Geschenk nach Wahl aus einer Kiste. Man musste aber auch mal ein Buch vor der ganzen Klasse präsentieren. Ich weiß nicht mehr, wie alt wir waren, ich schätze 8-9.


    Ich habe das geliebt, und hatte innerhalb kürzester Zeit über 100 Bücher.


    Diejenigen, die ich aus dieser Klasse jetzt noch kenne, lesen eigentlich nach wie vor. Aber ich muss dazu sagen, dass das auch nur Leute sind, die nachher aufs Gymnasium gingen. Auch hat man bemerkt, dass bei den meisten "Viellesern laut Liste" die Eltern sehr dahinter steckten. Ein Kind ohne gute Deutschnote darf ja nicht ins Gymnasium. Einerseits natürlich sehr gezwungen, andererseits lesen diese Kinder wie gesagt heute noch gerne.

  • Die Rolle der Familie wird m.E. überschätzt. Während ich Vielleser bin, ist es mein Bruder nicht. Wir sind in einem bücherfreien HH aufgewachsen, haben aber immer sehr viele Bücher geschenkt bekommen, also wir Kinder hatten keinen Büchermangel und wir wurden auch zum Lesen angehalten. Ich denke, auch ein Kind entscheidet sich innerlich schon für oder gegen das Lesen. Da spielt die Familiensituation natürlich schon eine Rolle, aber da kann es auch noch andere Beweggründe geben.


    Gruß, Thomas

    Einmal editiert, zuletzt von Klassikfreund ()

  • klassikfreund:
    Da hast du sicher Recht. Mein Bruder liest überhaupt nicht, was verwunderlich ist, da sonst wirklich jeder in meiner Familie liest: Mama, Oma, Opa, Onkel, Tante...alle, nur er nicht. Er schaut lieber DVDs oder macht was am PC. Als Kind musste er auch immer Lesen, aber Spaß gemacht hat es ihm, glaube ich, nie wirklich. Wahrscheinlich wegen dem "Muss".


    Ich glaube, im Endeffekt kommt es auf die Persönlichkeit an. Das ist so wie mit dem Lernen. Da gibt es doch diese Einteilung in Lerntypen. Manche können rein lesend keine Informationen aufnehmen, sie müssen es hören und aufschreiben. Ich könnte mir vorstellen, dass solche Menschen auch weniger Spaß daran haben, ein Buch zu lesen. Nicht jeder hat so viel Vorstellungskraft und Fantasie um ein Kopfkino entstehen zu lassen.


    Was ich schade finde, ist, dass viele es gar nicht versuchen. Man hört immer nur, Bücher sind nichts für mich. In Wahrheit haben sie das letzte Buch in der Schule gelesen. Naja, wie soll man da beurteilen können, ob es einem gefällt?

  • Warum manche Menschen viel und gerne lesen und andere überhaupt nicht, das kann ich mir auch nicht erklären. :confused: Ich könnte mir nicht vorstellen nie mehr zu lesen, auch wenn ich ab und zu Phasen habe in denen ich weniger lese (das hängt dann immer vom Buch ab).
    Ich denke nicht schlechter über Menschen die Lesen nicht mögen. Es gibt da halt die einen und die anderen, viele meiner Freunde lesen überhaupt nicht, aber deswegen bilde ich mir keine schlechtere Meinung über sie. Aber als ich noch so um die zehn Jahre alt war hab ich Nichtleser immer verachtet. :breitgrins:

    "Von den Sternen kommen wir, zu den Sternen gehen wir. Das Leben ist nur eine Reise in die Fremde." - Walter Moers - Die Stadt der Träumenden Bücher

  • klassikfreund
    Das seh ich auch so.


    Mein Freund liest praktisch nie ein Buch, dieses Jahr gabs in der Hinsicht zwar eine richtige Überraschung - immerhin 800 Seiten innerhalb einer Woche, und das obwohl er tagsüber auf der Arbeit war - aber im allgemeinen rührt er bis auf seine Rollenspielbücher keine Romane oder sonstwas an, außer er muss ein Handbuch oder ähnliches für die Ausbildung lesen. Er akzepziert mich aber mit meinem Lesespleen :breitgrins: und ich lebe damit das er gerne World of Warcraft spielt. Dafür haben wir eben andre Gemeinsamkeiten. Außerdem lesen auch längst nicht alle meiner Freunde gerne und auch damit hab ich kein Problem, sie akzeptieren schließlich auch das ich zum Teil völlig andre Hobbys habe als sie.

  • Du studierst Germanistik?


    Ja, genau.


    Mit der Familie ist was dran. Meine Mutter liest auch total viel, meine Schwester hingegen weniger ... Ich denk mal, es liegt auch an einem selbst und was man mit lesen anfangen kann ...


  • Ich glaube, im Endeffekt kommt es auf die Persönlichkeit an. Das ist so wie mit dem Lernen. Da gibt es doch diese Einteilung in Lerntypen. Manche können rein lesend keine Informationen aufnehmen, sie müssen es hören und aufschreiben. Ich könnte mir vorstellen, dass solche Menschen auch weniger Spaß daran haben, ein Buch zu lesen. Nicht jeder hat so viel Vorstellungskraft und Fantasie um ein Kopfkino entstehen zu lassen.


    Also lernen nur durch lesen kann ich aber auch überhaupt gar nicht, weil ich mit den Gedanken immer abschweife. Bei einem Buch ist das was anderes, weil mich die Geschichte da ja (meistens) interessiert.


    Wenn ich zurückdenke bin ich immer der Meinung, ich habe immer schon gern gelesen, aber das stimmt eigentlich nicht wirklich. Ich hatte nämlich schon mehrere Bücher geschenkt bekommen, sobald ich lesen konnte, die mich aber alle nicht sonderlich interessiert haben. Wirklich angefangen Bücher zu lieben habe ich erst, nachdem ich eins in die Finger bekommen habe, dass mich wirklich begeistert hat.


    Was ich am Lesen so besonders schön finde ist, dass es herrlich entspannend ist. Abschalten kann man bei einem Film natürlich auch, aber wirklich richtig erholt fühle ich mich eher nach dem Lesen.
    Und natürlich Kopf-Kino. Vor allem weil ich da meine eigenen "Schauspieler" habe. Dann gibt es keine Fehlbesetzungen, die die Geschichte für mich ruinieren! :zwinker:

    :kaffee:

    Ella Danz - Eisige Weihnachten

  • Also ich konnte es schon als meine Eltern mir immer vorgelesen haben, nicht erwarten das selbst zu können. Ich glaub durch das vorlesen hat es auf jedenfall meine Neugier dafür geweckt. Zudem glaub ich das es bei mir auch ein bissl in den Genen liegt ;) - ich bin meinem Papa sehr ähnlich und er liest auch sehr sehr gern und hat als Kind und Jugendlicher auch alles verschlungen.


    Sookie
    Ja ich finde dieses Kino im Kopf hat wirklich seinen ganz besonderen Reiz.


  • Ja ich finde dieses Kino im Kopf hat wirklich seinen ganz besonderen Reiz.


    Ich glaube, dass Menschen die nicht gerne lesen oder überhaupt nicht lesen, nicht die Fähigkeit besitzen, Filme in ihrem Kopf entstehen zu lassen. Bzw. dass diese Fähigkeit unterentwickelt ist. Ein Buch wird doch erst richtig interessant, wenn man darin eintauchen kann. Wenn aber keine Bilder entstehen und man nicht völlig in diese Welt taucht, dann kann ich mir vorstellen, das Lesen langweilig und uninteressant ist.

    Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen, und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen.<br />Jean Anouilh

  • Arjuna
    Hm interessante These, sie klingt sehr logisch.
    Ich denke aber auch das es zum Teil ebenso mit der Konzentrationsfähigkeit über einen längeren Zeitraum hinweg zu tun hat. Fürs Lesen braucht man ja durchaus auch Konzentration, wenn die nicht gelingt kommt man ja auch nicht dazu am Text zu bleiben und sich auf ihn ein zu lassen.

  • Zwei weitere Aspekte sind natürlich a) Fantasie, braucht man denke ich ein bißchen um Welten im Kopf entstehen zu lassen und b) habe ich gelesen, dass das Textverständnis immer weiter abnimmt, also viele gar nicht mehr in der Lage sind, einen zusammenhängenden Text wirklich inhaltlich aufzunehmen, sehr traurig, aber auch sicher mit ein Grund.

    Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen, und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen.<br />Jean Anouilh

  • Ich glaube, dass Menschen die nicht gerne lesen oder überhaupt nicht lesen, nicht die Fähigkeit besitzen, Filme in ihrem Kopf entstehen zu lassen. Bzw. dass diese Fähigkeit unterentwickelt ist. Ein Buch wird doch erst richtig interessant, wenn man darin eintauchen kann. Wenn aber keine Bilder entstehen und man nicht völlig in diese Welt taucht, dann kann ich mir vorstellen, das Lesen langweilig und uninteressant ist.


    Das Thema hatten wir hier schon mal an anderer Stelle - nicht jeder Leser sieht alles bildlich vor sich. Das ist von Leser zu Leser verschieden. Ich sehe zum Beispiel meist keine Bilder - die Personen haben z. B. noch nicht einmal Gesichter oder ein festgelegtes konkretes Aussehen. Also - bitte nicht verallgemeinern :zwinker:

  • Das Thema hatten wir hier schon mal an anderer Stelle - nicht jeder Leser sieht alles bildlich vor sich. Das ist von Leser zu Leser verschieden. Ich sehe zum Beispiel meist keine Bilder - die Personen haben z. B. noch nicht einmal Gesichter oder ein festgelegtes konkretes Aussehen. Also - bitte nicht verallgemeinern :zwinker:


    Ist bei mir auch so :winken:

    "Vor ein paar Jahren hätte ich Ihnen geantwortet: Wir sind nicht die Weimarer Republik. Aber wenn ich mir die Entwicklungen in der letzten Zeit so ansehe, dann muss ich antworten: Ja, ich mache mir ernsthaft Sorgen um unsere Demokratie." (Ein Experte für Rechtsextremismus wird in der Dokumentation "Rechts. Deutsch. Radikal")


    1. Weltweite Ernteausfälle bei 2°C.
    2. Kollaps der Zivilisation bei 4°C.
    3. Unbewohnbare Erde bei 6°C.
    4. Wir riskieren 2°C in 2035.
    5. Wir riskieren 4°C in 2065.
    6. Wir riskieren 6°C in 2095.


  • Also - bitte nicht verallgemeinern :zwinker:


    Da musst du mich missverstanden haben, bzw. war das wohl falsch ausgedrückt mit dem Begriff "Bilder". Ich sehe z.B. keine Häuser von innen vor mir bzw. kann mir das nicht vorstellen, wenn die Räume beschrieben werden. Ich meinte lediglich, dass überhaupt nichts entsteht oder sehr wenig bei manchen Menschen und das Lesen somit auch keinen Sinn ergibt. Ich stelle mir das so vor, als würde ich eine Gebrauchsanweisung für irgendein Gerät lesen. So erscheinen für manche Menschen auch Bücher, einfach nur aneinandergereihte Wörter und Sätze. :winken:

    Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen, und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen.<br />Jean Anouilh