Rückkehr nach Somerton Court - Leila Rasheed

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.
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    Inhalt: Im Jahre 1912 kehrt die Familie Averley nach Somerton Court nach Haus zurück. Sie kommen aus Indien, wo Lord Westlake bis vor kurzem noch gearbeitet hat. Die Familie besteht zunächst aus den Töchtern Ada und Georgiana. Doch kaum in England angekommen vermählt sich Lord Westlake mit der reichen Fiona und so halten auch ihre erwachsenen Kinder Einzug auf Somerton Court. Schnell machen Gerüchte über die Entlassung des Lords und über das Leben der gesamten Familie die Runden. Jeder hat irgendwie sein kleines Geheimnis.


    Meine Meinung: In einem leichten und flüssigen Schreibstil erzählt die Autorin hier von dem Leben Anfang des 20 Jahrhunderts in der Oberschicht Englands. Sie schildert ausführlich die Probleme der Reichen und Schönen dieser Zeit. Aber auch von der Stimmung die herrschte, da der erste Weltkrieg kurz bevorstand. Sie hat diese Stimmung gut eingefangen und wiedergegeben auch wenn mir so manche Szene einfach zu vorhersehbar war, jeden falls zu Beginn des Buches. Im Laufe der Handlung konnte ich mich aber immer mehr auf die Familie einlassen, was wohl vor allem daran lag, das Fr. Rasheed auch die Dienerschaft zu Wort kommen lässt. Mit der Protagonistin der Rose hat sie einen Charakter geschaffen, der sich in dieser reichen Welt zu Recht finden muss. Sie wird vom einfachen Dienstmädchen zur Zofe ernannt und schafft sich mit diesem Sprung nicht nur Freunde sondern auch einige Feinde. Von ihren Gefühlen und von ihrem Leben erzählt die Autorin. Sie schafft mit Rose eine wunderbare Verbindung zu der Tochter Lady Ada, dessen Zofe sie ist. Die beiden Mädchen kennen sich schon von Kindesbeinen an und werden langsam zu Freundinnen. Dieses sich annähern und neu kennenlernen, mit allen Fehlern die Jugendliche so machen hat mir gut gefallen.


    Überhaupt erzählt die Autorin auch von den Dingen im Leben der Reichen, die gern nicht erwähnt werden und somit für etwas Spannung sorgen. Die einzelnen Charaktere waren mir hier eigentlich noch zu blass, aber da es sich ja um eine Serie handelt, denke ich, werden die Protagonisten wohl in sich noch wachsen und intensiver werden. Genug Potenzial ist sicher vorhanden.


    Mein Fazit: „Rückkehr nach Somerton Court“ ist der Auftakt einer wundervollen Serie über den Adel Anfang des 19 Jahrhunderts in England. Er hält alles bereit was ein historischer Roman braucht. Eine unglückliche Liebe, ein drohendes Ereignis (der erste Weltkrieg steht kurz bevor) und vor allem Protagonisten die vor keiner Intrige zurück schrecken. Auch wenn ich es an manchen Stellen zu einfach und vorhersehbar fand habe ich mich gut unterhalten gefühlt und freue mich auf den nächsten Band.


    4ratten