Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 37 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von bird.


  • Im 2. Kapitel nimmt es für meinen Geschmack mit den Fremwörtern überhand. Soll das Angeberei sein?


    Ja :breitgrins:
    Ich mag Thomas Manns Erzählstil unheimlich gerne. Allerdings ist er mir als Person äußerst unsympathisch. Thomas Mann hat sich als ein zweiter Goethe gesehen und war beleidigt, als er den Literaturnobelpreis für die Buddenbrooks bekam. Beleidigt, weil dieser Preis nicht sein gesamtes Werk honorierte.
    Von daher: Durch seine Art zu schreiben, wollte er schon demonstrieren, wie gebildet er war. Allerdings ist der Roman auch 100 Jahre alt. "Unterhaltungsliteratur" von heute ist schon etwas anderes. Damals schrieb man tatsächlich nicht für die breite Masse, sondern Lesen und Romane waren eher für die gebildete Oberschicht, die weniger Probleme mit Fremdworten und Französisch hatte.


    Die Beschreibung der KLeider und ellenlange Beschreibungen dienen auch der Intention des Autors, ein Zeitporträt zu schaffen. Er wollte möglichst genau die Lebensumstände 1900 festhalten. Weil ihm das so gut gelingt, lesen wir u.a. die Buddenbrooks ja auch heute noch in der Schule.


    LG
    Claudi

  • Endlich habe ich ebenfalls begonnen zu lesen. Ich kam erst heute morgen dazu, da ich in den letzten Tagen kaum Zeit hatte. Ich kann schon nach diesem ersten Teil sagen, dass mir dieses Buch wesentlich besser gefällt als der Zauberberg. Die Familie erscheint mir sympathisch und obwohl sie reich sind, scheinen sie auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben.
    Die vielen Namen verwirren mich allerdings auch sehr, aber meist kann man aus dem gesagten, dann doch schließen um wen es sich handelt und die Erinnerung kommt zurück.
    Die detaillierten Beschreibungen Manns dagegen mag ich ja sehr. Sie machen das ganz wesentlich lebhafter vor dem eigenen inneren Auge.
    Ich denke, dass der Eklat zwischen dem alten Buddenbrook und seinem ersten Sohn noch zu einigen kurzweiligen Ereignissen führen wird.


    Nur die Sache mit dem Zollverein habe ich nicht so recht verstanden. Zumindest nicht, worin seine Aufgabe besteht.

  • Ich bin ebenfalls nun mit dem Ersten Teil durch und immer noch sehr begeistert. Die Beschreibungen sind zwar lang und detailliert, stören mich allerdings nicht die über die Maßen. Ich finde besonders schön, dass die Kapitel relativ kurz gehalten sind. So schafft man zwischendurch ein Kapitelchen, wenn man eigentlich nicht so viel Zeit hat, und so komme ich persönlich schneller voran, weil ich leider nicht allzu viel am Stück lese.


    Gottholds Brief ist eine Frechheit, und ich hoffe, dass sein Vater sich nicht darauf einlässt. Er hat doch schon ein nettes Sümmchen bekommen.


  • Gottholds Brief ist eine Frechheit, und ich hoffe, dass sein Vater sich nicht darauf einlässt. Er hat doch schon ein nettes Sümmchen bekommen.


    Das empfinde ich auch so. Wie kann ich etwas erwarten, für dass ich nicht gearbeitet habe. Es ist doch der Verdienst des Vaters, dass er reich ist und nicht des Sohnes. Da fehlt mir auch heute noch das Verständnis, wenn ich sehe, wie sich Familien auf Grund einer Erbschaft streiten.


  • . Ich finde besonders schön, dass die Kapitel relativ kurz gehalten sind. So schafft man zwischendurch ein Kapitelchen, wenn man eigentlich nicht so viel Zeit hat...


    So geht es mir auch.

    Wahnsinn ist bei niederer Lautstärke weniger störend.

    Dieter Nuhr

  • Puh, ich bin auch durch mit dem ersten Teil.
    Bisher finde ich das Buch okay, aber wirklich mitgerissen hat es mich bisher noch nicht.


    Leider muss ich gestehen, vor einigen Jahren den Kinofilm zu den Buddenbrooks gesehen zu haben. Dieser hatte mir sehr gut gefallen, aber nun erwarte ich ständig, dass irgendwas passiert, damit es mich ebenso fesseln kann.
    Mal abwarten, ob das noch geschieht.


    Das empfinde ich auch so. Wie kann ich etwas erwarten, für dass ich nicht gearbeitet habe. Es ist doch der Verdienst des Vaters, dass er reich ist und nicht des Sohnes. Da fehlt mir auch heute noch das Verständnis, wenn ich sehe, wie sich Familien auf Grund einer Erbschaft streiten.


    Da kann ich euch beiden nur zustimmen.
    Ich hätte wohl ähnlich reagiert wie der Vater und hätte abgelehnt.


  • Leider muss ich gestehen, vor einigen Jahren den Kinofilm zu den Buddenbrooks gesehen zu haben. Dieser hatte mir sehr gut gefallen, aber nun erwarte ich ständig, dass irgendwas passiert, damit es mich ebenso fesseln kann.


    Die neueste Verfilmung? Ich muss dann gestehen, dass ich mir die nicht mal bis zum Ende angesehen habe, weil ich die so furchtbar fand. Die war mir irgendwie zu "bunt", hat für mich nicht die Stimmung des Buches wiedergegeben und hat mich schnell genervt. :redface:
    Allerdings mag ich den Zweiteiler von 1959 mit Lilo Pulver als Tony und Hansjörg Felmy als Thomas sehr!
    Und dann gibt es ja noch die Serie von 1979, die habe ich zwar auch auf DVD, aber noch nicht gesehen.

  • Das ist lustig. Über Verfilmungen kann ich gar nichts sagen, denn ich kenne keine aber ich würde mir einen Film über diese Familie eher in zarten Tönen vorstellen zumindest was ich bis zum 3. Teil gelesen habe.

  • Die neueste Verfilmung? Ich muss dann gestehen, dass ich mir die nicht mal bis zum Ende angesehen habe, weil ich die so furchtbar fand. Die war mir irgendwie zu "bunt", hat für mich nicht die Stimmung des Buches wiedergegeben und hat mich schnell genervt. :redface:
    Allerdings mag ich den Zweiteiler von 1959 mit Lilo Pulver als Tony und Hansjörg Felmy als Thomas sehr!
    Und dann gibt es ja noch die Serie von 1979, die habe ich zwar auch auf DVD, aber noch nicht gesehen.


    Da fragst du mich nun was. :redface:
    Ich erinnere mich nicht genau daran, aber es kann gut sein, dass es die neueste Verfilmung war. Viel kann ich dazu sowieso nicht sagen. Es ist eher ein Gefühl, dass ich den Film nicht furchtbar fand.

  • Ich habe die Verfilmung aus dem Jahr 2008 mit Armin Müller-Stahl als Konsul Jean Buddenbrock zu Hause, aber sie noch nicht gesehen. Das werde ich aber nun nachholen.


    Katrin

  • Den ersten Teil habe ich jetzt gelesen. Puh, ich bin... nicht ganz sicher, ob das Buch etwas für mich ist.


    Erstmal die französischen Sätze... ich kann kein französisch. Dann auch noch Plattdeutsch, wovon ich auch nichts verstanden habe. Erst wollte ich googeln, dann dachte ich mir, was soll's. Das ist so viel zum nachschlagen, da hoffe ich einfach mal, dass mir nichts wichtiges entgeht :redface: Beim Lesen hat mich das aber schon ziemlich gestört.


    Anfangs war ich auch ziemlich erschlagen von den detaillierten Beschreibungen. Irgendwie finde ich das jetzt aber ganz gut. Es ist zwar langatmig, aber ich konnte mir alles sehr genau alles vorstellen. Zumindest bis meine Aufmerksamkeit abdriftet... ich kann das Buch wirklich nur in kleinen Abschnitten lesen.


    Ich versuche mich mal am zweiten Teil und entscheide dann, ob ich noch durchhalte.

    Pessimisten stehen im Regen, Optimisten duschen unter den Wolken.

  • Erstmal die französischen Sätze... ich kann kein französisch. Dann auch noch Plattdeutsch, wovon ich auch nichts verstanden habe. Erst wollte ich googeln, dann dachte ich mir, was soll's.


    Dann sei froh, dass du nicht den Zauberberg gelesen hast. Da gab es seitenweise französisch und ich kann nur sagen, dass dies das erste Fach war, was ich in der 11. abgegeben habe. Also, was ich damit sagen will. Das ist hier wirklich harmlos und man kann es lesen, wenn man die Sätze nicht versteht. in meiner Ausgabe vom Zauberberg waren übrigens die Passagen im Anhang übersetzt. Hast du da schon einmal nachgeschaut?


    Plattdeutsch kann ich auch nicht, aber meist verstehe ich es, wenn ich es laut lese, denn dann hört man auf einmal Worte, die man einordnen kann und es ergibt urplötzlich einen Sinn. :breitgrins: Bei mir zumindest funktioniert der Trick. :breitgrins:

  • Ich habe gestern Abend noch ein bißchen in den zweiten Teil reingelesen und ich fand ihn um einiges leichter zu lesen. Komisch, wie kann man denn nur einen Anfang des Buches nur so abschreckend schreiben. Also vielleicht finde ich jetzt doch noch rein.

    Pessimisten stehen im Regen, Optimisten duschen unter den Wolken.

  • Da bin ich froh, dass ich zumindest Plattdeutsch kann und auch ein Brocken Französisch. Die reichen zumindest dafür aus, den groben Sinn der Sätze zu verstehen :breitgrins:
    Die ellenlangen Beschreibungen der Szenen empfand ich teilweise als sehr ermüdend und ich konnte den ersten Abschnitt auch nur in kleinen Dosierungen genießen :rollen: . Jedoch ist es faszinierend, wie kleinlich Mann einzelne Szenen beschreibt. Manchmal habe ich nicht den Sinn darin verstanden, aber vielleicht stoße ich im Verlaufe der Erzählung auf den Sinn dahinter :zwinker:

    Wer Bücher kauft, kauft Wertpapiere! - Erich Kästner<br /><br />SLW 2016 9/30


  • Ich habe gestern Abend noch ein bißchen in den zweiten Teil reingelesen und ich fand ihn um einiges leichter zu lesen. Komisch, wie kann man denn nur einen Anfang des Buches nur so abschreckend schreiben. Also vielleicht finde ich jetzt doch noch rein.


    Da kann ich dir nur zustimmen!
    Nach den ersten zehn Seiten hatte ich es fast bereut, das Buch angefangen zu haben.

  • Bloß nicht aufgeben und weiter lesen. Es lohnt sich. :smile: Zumindest kann ich versprechen, dass die nächsten Kapitel kaum bis gar nicht französisch gesprochen wird und Plattdeutsch auch nur klein wenig. :winken: