Zweiter Teil

Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 17 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Bücheraxt.

  • Hier könnt ihr zum zweiten Teil schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Abschnittbegrenzung nicht vorgesehen.

    Wer Bücher kauft, kauft Wertpapiere! - Erich Kästner<br /><br />SLW 2016 9/30

  • Ich habe den zweiten Teil nun beendet und nachdem im ersten die Familie vorgestellt wurde, hat man hier einen guten Eindruck über die einzelnen Familienmitglieder bekommen, vor allem über jene, die im weiteren Verlauf eine wichtige Rolle spielen werden.


    Konsul Buddenbrook, der das Geschäft nun geerbt hat, versucht, sowohl Geschäft als auch Familie "in Ordnung" zu halten.
    Thomas steigt als ältester Sohn mit ins Geschäft ein und entspricht auch ganz den Erwartungen des Vaters, brav und fleißig.
    Christian und Tony sind da eher Sorgenkinder. Christian, der sich nicht so auf die Schule konzentriert wie gewünscht, entdeckt seine Vorliebe fürs Theater; Tony ist dem Vater zu wild und wird zu Frau Weichbrodt in Pension geschickt.
    Die einzelnen, eher kurzen Episoden über die Familienmitglieder schaffen es, dass man die Personen vor sich sieht, dass man sie gleich einschätzen kann und ihre unterschiedlichen Charaktere sind gut erkennbar.


    Ich fand, dass es hier weniger Beschreibungen gab als im ersten Teil, vielleicht auch, weil eben nicht mehr alles dem Leser vorgestellt werden musste, sondern er das Haus und die Bewohner schon kannte. So gab es nun mehr Handlung, es vergehen ein paar Jahre und man kann die Entwicklung der Personen mitverfolgen.


    In diesem Teil sind mir auch schon Zitate und Wendungen begegnet, die mir noch gut in Erinnerung sind, sowohl von der ersten Lektüre als auch aus dem Theaterstück. So machte es gleich noch mehr Spaß, die Buddenbrooks mal wieder zu "besuchen" und ich freue mich weiter auf den Rest der Lektüre. :smile:

  • Ich fand, dass es hier weniger Beschreibungen gab als im ersten Teil, vielleicht auch, weil eben nicht mehr alles dem Leser vorgestellt werden musste, sondern er das Haus und die Bewohner schon kannte. So gab es nun mehr Handlung, es vergehen ein paar Jahre und man kann die Entwicklung der Personen mitverfolgen.


    Die zeitraffenden Elemente in den Buddenbrooks werden in von Teil zu Teil größer, das heißt die Handlung läuft immer schneller und schneller. Der Untertitel deutet ja auch schon auf den Verfall der Familie hin und Thomas Mann unterstützt den unaufhaltsamen Verfall und die sich schneller drehende Abwärtsspirale so auch sprachlich.


    Du hast schon die "Sorgenkinder" Tony und Christian erwähnt. Sie sind trotzdem meine Lieblingsfiguren.


    LG
    Claudi

  • Ich bin von Tony auch immer sehr angetan. Mag ihre wilde, ungestüme Art sehr :breitgrins:



    Die zeitraffenden Elemente in den Buddenbrooks werden in von Teil zu Teil größer, das heißt die Handlung läuft immer schneller und schneller. Der Untertitel deutet ja auch schon auf den Verfall der Familie hin und Thomas Mann unterstützt den unaufhaltsamen Verfall und die sich schneller drehende Abwärtsspirale so auch sprachlich.


    Das gefällt mir an dem Roman auch sehr, dass man wirklich eine ganze Familiengeschichte präsentiert bekommt.


    Ich habe nun die ersten beiden Kapitel in diesem Teil gelesen und fühle mich sehr wohl in diesem Hause.


    Katrin

  • Ich fand schon Tony beim ersten Teil schon sympathisch und habe mich gefreut die wilde kleine etwas besser kennengelernt zu haben.
    Man lernt alle drei Kinder im zweiten Teil besser, aber war eigentlich auch überrascht, dass die Großeltern so schnell sterben.
    Konsul Buddenbrooks nun das Geschäft geerbt hat, war ja zumindest seit dem Brief von ersten Teil klar.


    Ich freue mich die Familie etwas genauer kennenzulernen und bin gespannt was mich im 3. Teil erwartet.

  • Am Anfang des 2. Teils bekommt man einen Eindruck von der extremen Frömmigkeit des Konsuls. Das ist ja schon ziemlich heftig.

    Wahnsinn ist bei niederer Lautstärke weniger störend.

    Dieter Nuhr

  • Die zeitraffenden Elemente in den Buddenbrooks werden in von Teil zu Teil größer, das heißt die Handlung läuft immer schneller und schneller. Der Untertitel deutet ja auch schon auf den Verfall der Familie hin und Thomas Mann unterstützt den unaufhaltsamen Verfall und die sich schneller drehende Abwärtsspirale so auch sprachlich.


    Darauf bin ich sehr gespannt!


    Der zweite Teil hat mir nun auch bedeutend besser gefallen als der erste. Womöglich hängt es wirklich damit zusammen, dass nun etwas passiert und etwas ins Rollen kommt. Offensichtlich bin ich niemand, der sich allzu lange mit Details aufhalten lassen möchte.


    Tony gefällt mir auch sehr gut.
    Niedlich und etwas besorgniserrgend fand ich es ja, als die drei Mädchen über das Heiraten gesprochen haben und Tony verkündet, sie wolle einen reichen Kaufmann heiraten, weil sie das ihrer Familie und sich selbst schuldig sei.
    Eine interessante Einstellung für ein junges Mädchen. Andererseits dürfte sie von zu Hause aus einiges mitgenommen haben, was diese Einstellung fördern und befürworten dürte.

  • Mir ist Tony bisher nicht sympathisch. Als Kind erscheint sie grausam und eingebildet.

    Wahnsinn ist bei niederer Lautstärke weniger störend.

    Dieter Nuhr


  • Mir ist Tony bisher nicht sympathisch. Als Kind erscheint sie grausam und eingebildet.


    Ging mir beim ersten Lesen auch so. Aber je mehr ich sie kennen lernte desto mehr habe ich meine Meinung über sie revidiert. Vielleicht fällt mein Urteil beim zweiten Lesen daher ein bisschen milder aus.


    Katrin

  • Ich habe diesen Teil als sehr kurzweilig empfunden, weil hier mehr "passiert" als im ersten, aber ich kann nicht sagen, dass mir das jetzt besser gefällt. Thomas Mann führt seinen Leser so ganz gemächlich in die Protagonisten und ihre Eigenheiten ein und man hat das Gefühl, sie wirklich kennenzulernen, denn auch im wahren Leben treten so manche Charaktereigenschaften erst nach einiger Zeit zum Vorschein.
    Da nun die Großeltern gestorben sind, wird es auch von den Personen her schon ein wenig übersichtlicher.
    Auch mir geht es so wie Kiba, dass ich Tony nicht wirklich sympathisch finden kann, aber auch nicht unsympathisch. Sie ist noch ein Kind und muss erst ihren Platz im Leben finden und was sie so von sich gibt und auch erzählt, ist ja unter Umständen auch nicht selbst verschuldet, sondern bezieht sich auf ein Bild, welchem sie in ihrem Leben immer ausgesetzt war. Ich denke erst mit zunehmendem Alter kann man seine eigenen Prioritäten im Leben setzten und sich vor allem ein eigenes Weltbild aneignen, welches auch selbst gemachten Erfahrungen basiert.
    Tony lasse ich jetzt einfach mal auf mich zukommen und werde bewertungsfrei ihre Entwicklung beobachten. :breitgrins:

  • Ich habe diesen Teil nun auch beendet und ich muss gestehen dass ich mich an Tonys Kindheit überhaupt nicht mehr erinnern kann. Dass sie von ihren Eltern weg gegeben wurde habe ich anscheinend vollkommen verdrängt.


    Toll fand ich übrigens dieses Familienbuch ganz zu Anfang des zweiten Teils. Das muss ja schon toll sein wenn man Generationen an Aufzeichnungen besitzt. Und dass der Konsul so gläubig ist hat mich auch schon beim ersten Lesen irritiert.


    Katrin


  • Toll fand ich übrigens dieses Familienbuch ganz zu Anfang des zweiten Teils. Das muss ja schon toll sein wenn man Generationen an Aufzeichnungen besitzt. Und dass der Konsul so gläubig ist hat mich auch schon beim ersten Lesen irritiert.


    Katrin


    Das hat mir auch gut gefallen. Wenn man quasi die Gedanken der Familie über Generationen hinweg verfolgen kann, so erklärt das bestimmt auch so manche Entscheidungen aus der Vergangenheit, die man sonst nie hätte nachvollziehen können und man behält die Vorfahren in sehr persönlicher Erinnerung.

  • Das hat mir auch gut gefallen. Wenn man quasi die Gedanken der Familie über Generationen hinweg verfolgen kann, so erklärt das bestimmt auch so manche Entscheidungen aus der Vergangenheit, die man sonst nie hätte nachvollziehen können und man behält die Vorfahren in sehr persönlicher Erinnerung.


    Nicht nur in Erinnerung. Die Vorfahren setzen insbesondere Tony ja auch ganz schön unter Druck. Wenn man in einer solchen Chronik liest, fühlt man sich wahrscheinlich viel eher verpflichtet, seinen Beitrag zu leisten, als wenn man sich als eigenständige Person wahrnehmen kann.
    Nicht nur Tony, auch Thomas und irgendwie auch Christian, müssen ja den Anforderungen der Familie genügen bzw. sich daran messen lassen. Der Name Buddenbrook hat Gewicht - die Chronik belegt das schwarz auf weiß.

  • Ich bin ca. mit der Hälfte dieses Abschnitts durch.
    Die Abneigung, die ich gegenüber Gotthold im ersten Teil verspürt habe, hat sich hier bestätigt. Seine erste Frage, nachdem er vom Ableben seine Vaters hört, ist, ob das Testament noch einmal umgeschrieben wurde. Er erscheint dann ja später zur Beerdigung und behauptet, das mit dem Erbe sein zu lassen, aber so ganz traue ich dem Schein nicht. Der hat sich doch bestimmt was ganz gemeines ausgedacht.


  • Die Abneigung, die ich gegenüber Gotthold im ersten Teil verspürt habe, hat sich hier bestätigt. Seine erste Frage, nachdem er vom Ableben seine Vaters hört, ist, ob das Testament noch einmal umgeschrieben wurde. Er erscheint dann ja später zur Beerdigung und behauptet, das mit dem Erbe sein zu lassen, aber so ganz traue ich dem Schein nicht. Der hat sich doch bestimmt was ganz gemeines ausgedacht.


    Das fand ich auch unangebracht.
    Ich muss allerdings sagen, dass ich mir um Gotthold bisher wenige Gedanken gemacht habe. Tony hat die ganze Aufmerksamkeit auf sich gezogen. :breitgrins:

  • Ich hatte auch gedacht, die Sache mit Gotthold müsste noch ein übles Nachspiel haben. Na, wir werden sehen.

    Wahnsinn ist bei niederer Lautstärke weniger störend.

    Dieter Nuhr

  • Das fand ich auch unangebracht.
    Ich muss allerdings sagen, dass ich mir um Gotthold bisher wenige Gedanken gemacht habe. Tony hat die ganze Aufmerksamkeit auf sich gezogen. :breitgrins:


    So geht es mir auch. Ich bin ganz fasziniert von Tony. Ich finde ihre Art zwar total daneben, kann sie aber auch sehr gut verstehen.
    Die starke Gläubigkeit des Konsuls hat mich etwas irritiert. Er ist ja schon fanatisch.
    Ich bin gespannt, was wir noch so über Christian und Thomas erfahren werden, aber am meisten interessiert mich gerade Tony :smile:

    Pessimisten stehen im Regen, Optimisten duschen unter den Wolken.

  • Tony hatte mir im ersten Abschnitt ganz gut gefallen (obwohl sie da ja nur sehr am Rande vorgekommen ist), momentan bin ich ihr eher abgeneigt. Sie scheint mir sehr arrogant zu sein. Mal schauen, ob es im zweiten Teil noch mehr von ihr gibt.