Petra Durst- Benning - Solang die Welt noch schläft

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 4 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Avila.

  • Inhaltsangabe:

    Berlin, um 1890. Eine Gesellschaft, in der Männer die Zukunft bestimmen und Frauen gefälligst die Pedale einer Nähmaschine und nicht die eines Fahrrads zu treten haben. Doch der Jahrhundertwind fegt durch die Straßen und flüstert verheißungsvoll von Aufbruch und Abenteuer. Drei Freundinnen, die unterschiedlicher nicht sein können: Josefine, die Tochter eines Hufschmieds bricht in die Männerdomäne des Radfahrens ein und wird bitter dafür bestraft. Die brave Apothekertochter Clara will endlich frei sein von der Tyrannei ihrer Eltern. Und die Fabrikantentochter Isabelle sehnt sich nach der großen Liebe. Die Konventionen der Kaiserzeit, Standesdünkel und Vorurteile machen den jungen Frauen das Leben schwer. Doch der Wunsch nach Selbstbestimmung und Freiheit ist unbezähmbar. Mutig macht sich das Freundinnentrio auf seinen Weg in eine neue, bessere Zukunft.

    Autoreninfo:

    Petra Durst-Benning ist eine der erfolgreichsten und profiliertesten deutschen Autorinnen. Seit über 15 Jahren laden ihre historischen Romane die Leserinnen ein, mit mutigen Frauenfiguren Abenteuer und große Gefühle zu erleben. Auch im Ausland und im TV feiern ihre Romane große Erfolge. Petra Durst-Benning lebt mit ihrem Mann bei Stuttgart.


    Meine Meinung:

    Titel: Frei wie ein Vogel...


    Dieses zauberhafte Buch ist der Auftakt zu einer Trilogie, der Jahrhundertwind- Trilogie.


    Wir schreiben das Jahr 1890, befinden uns in Berlin und lernen drei Freundinnen kennen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und die trotzdem durch eins vereint sind, dem Radfahren. Da haben wir die Fabrikantentochter Isabelle aus der gehobenen Gesellschaft, die Apothekertochter Clara aus dem Mittelstand und die junge Josefine, aus der Unterschicht kommend und Tochter des örtlichen Hufschmieds. Jedes der Mädchen hat mit ihren Problemen zu kämpfen, besondere Schicksalsschläge zu meistern und dennoch vereint sie etwas: sie wollen mehr als Frauen erreichen und gleichberechtigt sein. Die Mädchen werden zu Frauen und entdecken ihre Rolle in der Gesellschaft. Natürlich kommt bei allem die Liebe nicht zu kurz.


    Die Aufbruchsstimmung und der Wandel der Zeit werden ideal am Beispiel des Radfahrens dem Leser näher gebracht, denn diesen tollen Sport durften zur damaligen Zeit nur Männer frönen, für Frauen sei dies unschicklich und zudem ungesund. Man erfährt viel über diese Zeit und die Velozipeds (was für ein toller Begriff).


    Die Autorin hat so eine fesselnde Art zu schreiben, dass man die Zeit und alles um sich herum völlig vergisst.


    Aufgepeppt wird das hübsche Buch durch Zeitungsartikel, Karikaturen und Bilder aus der damaligen Zeit.


    Das Hauptaugenmerk in diesem Teil liegt auf der jungen Hufschmiedtochter Josefine. In Band zwei ("Die Champagnerkönigin"/ erschienen am 13.09.13) wird es dann hauptsächlich um Isabelle gehen.


    Fazit: Eine Zeitreise, die es sich lohnt zu machen. Ich bin froh, dass ich als Frau in der heutigen Zeit lebe. Lesenswert!


    Bewertung: 5ratten:tipp:


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  • Ich habe schon einige positive Meinungen zu dem Buch in den Leserunden zur Fotografin-Reihe gehört, vor allem da ein paar der Personen in der Fotografin-Reihe auftreten. Das war insofern ein wenig schade, weil ich dadurch schon ein wenig gespoilert war, aber auf der anderen Seite sind diese Art der Bücher vom Handlungsplot ja eher vorhersehbar und es geht mehr ums Feeling und den Weg dorthin. Das war auch gewohnt gut, wie man es bei Petra Durst-Benning erwartet. Also einige schöne Lesestunden gab es und ich bin gespannt auf die nächsten beiden Bände! Band 2 liegt auch schon bereit!

  • Zwei der 3 Bücher aus der Jahrhundertwind-Trilogie habe ich gelesen (dieses hier vor ca. 2 - 3 Jahren). "Solang die Welt noch schläft" hat mir besonders gut gefallen, da ich auch einen engen Bezug zum Radfahren habe... - ich mag die älteren Bücher der Autorin sehr viel lieber als die aus den letzten Jahren....

    "Die Champagnerkönigin" fehlt hier noch in meiner Jahrhundertwind-Sammlung ;)

    "Bücher sind meine Leuchttürme" (Dorothy E. Stevenson)

  • upps, doch schon fast 5 Jahre her, aber ich wusste, dass ich es rezensiert habe. Hier der Link von der Histo-Couch:

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    Der Roman erschien im List Verlag (2012, HC) und das Cover der gebundenen Ausgabe gefällt mir wesentlich besser als das hier abgebildete (TB), da es etwas romantisierend eine junge Frau, die sich an den Baum lehnt, ein Velo neben sich stehen hat....


    "Berlin, um 1890. Josefine entdeckt für sich die gefährliche, für Frauen geradezu skandalöse Leidenschaft des Radfahrens. Dafür riskiert sie alles. Und sie verliert alles - ihre Familie, ihre Freundinnen und fast sich selbst. Aber Josefines Kämpferherz ist groß! Und die Liebe eines Mannes ermutigt sie, ihren Lebenstraum zu verwirklichen. Bei einem strapaziösen Radrennen will sie beweisen, was in ihr steckt. Entschlossen tritt Josefine an - und trägt einen ganz eigenen Sieg davon." (Quelle: Buchrückentext)


    Die Trilogie des "Jahrhundertwindes", in der es um die Emanzipation der Frauen geht, die der Autorin in all ihren Romanen sehr am Herzen liegt, beleuchtet die Schicksale und Charaktere von Josefine, Isabelle und Clara, die zwar (in dieser Zeit sehr von Bedeutung) nicht aus demselben gesellschaftlichen Milieu stammen, aber von Kindesbeinen an befreundet sind. Josefine entstammt einer Hufschmied-Familie, Clara ist die Tochter eines Apothekers und Isabelle die eines sehr wohlhabenden Fabrikanten.


    In diesem Band nun schildert die Autorin auf sehr unterhaltsame, auch warmherzige, flüssig und gut zu lesende Weise das Schicksal Josefines. Dabei gelingt es Frau Durst-Benning wie immer sehr gut, atmosphärisch dicht zu schreiben, so dass man als Leser direkt in das Geschehen - hier dem Leben und den gesellschaftlichen Konventionen vor 100 Jahren, die für Frauen bestanden - eintauchen kann. Der Erzählstil ist sehr unterhaltsam-erzählerisch, die Dialoge spielen eine große Rolle und erscheinen mir zuweilen etwas betulich, beschaulich und moralisierend, allerdings bewegt es sich auf einer Ebene stilistisch, die nicht allzusehr in die Trivialität abgleitet.


    Die Unterthemen sind Liebe und Freundschaft sowie voranstehend die Emanzipation der Frauen, die mit unglaublichen Vorurteilen aus der Männerwelt, besonders der Mediziner, zu kämpfen hatten, wollten sie auf ein Veloziped steigen! Diese gesellschaftliche Realität wurde sehr gut eingefangen und die Hürden und Hindernisse dargestellt, die Frauen überwinden mussten - und überwunden haben! - um ebenso wie der Mann diese "Maschine" bedienen zu können: Josefine hat zudem technisches Verständnis und stößt auf Mauern, als sie sich um eine Stelle im mechanischen Bereich bewirbt, da diese der Männerwelt vor 100 Jahren vorbehalten waren. Die Autorin bringt in diesen Beispielen eben jene Zurücksetzung der weiblichen Fähigkeiten sehr gut zum Ausdruck, was mir ausnehmend gut gefallen hat.

    Ich fühlte mich durch diese unterhaltsame und warmherzig geschriebene "Reise in die Geschichte des Velos und des Frauenradsports" sehr gut unterhalten und hatte viele informative und auch interessante "Schmökerstunden": Die Anmerkungen der Autoren geben der Geschichte auch ein Mehr an Authentizität, was mir ebenfalls sehr gefiel. Achtung: Der Roman hat die Auswirkung, zum Radfahren zu animieren und das vom Rost befreite Rad sofort aus dem Keller zu holen und - loszufahren! ;) Auch die Fotos von Hochrad und den PionierInnen des Radfahrens sind sehr schön anzusehen!


    Fazit:

    Band 1 der Jahrhundertwind-Trilogie kann ich sehr empfehlen und finde den Roman lesenswert, da er schöne Lesestunden beschert und informativ über die Geschichte des Velozipeds und des Radsports für Frauen Aufschluss gibt. Natürlich verbirgt sich auch eine Liebesgeschichte darin, die jedoch nicht zu trivial wirkt und mir auch gefallen hat: (Unter anderem ;) Für Frauen und velobegeisterte LeserInnen empfehlenswert! Ich vergebe gerne 4 Sterne und 92° auf der "Histo-Couch".


    4ratten

    "Bücher sind meine Leuchttürme" (Dorothy E. Stevenson)

  • Valentine

    Hat den Titel des Themas von „Petra Durst- Benning - "Solang die Welt noch schläft"“ zu „Petra Durst- Benning - Solang die Welt noch schläft“ geändert.
  • Zwei der 3 Bücher aus der Jahrhundertwind-Trilogie habe ich gelesen (dieses hier vor ca. 2 - 3 Jahren). "Solang die Welt noch schläft" hat mir besonders gut gefallen, da ich auch einen engen Bezug zum Radfahren habe... - ich mag die älteren Bücher der Autorin sehr viel lieber als die aus den letzten Jahren....

    "Die Champagnerkönigin" fehlt hier noch in meiner Jahrhundertwind-Sammlung ;)

    Ach witzig, dann hast du Bd. 1 + 3 gelesen, aber den Mittelteil nicht? Aber das geht wahrscheinlich auch ganz gut, weil die Geschichten ja in sich abgeschlossen sind.