04 - Kapitel 25 bis Ende

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 27 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Mrs.MiaWallace.

  • Was hat dir besonders gefallen?


    Ich war auch froh, dass keiner sterben musste...


    Darüber war ich auch sehr froh und darum geht es mir auch nicht. Ein Buch wird nicht zwangsläufig spannender, je mehr Blut fließt oder je mehr Menschen sterben. Ganz im Gegenteil. Mich hat der Alkohol sehr gestört, denn so wurde alles auf den Alk geschoben und nicht auf die extreme Situation, in der sich alles befanden und in der Menschen, egal wie alt, zu extremem Verhalten neigen. Das war mir in dieser Geschichte nicht deutlich genug herausgearbeitet. Und am Ende musste dann alles ganz schnell gehen und dadurch hat die Geschichte für mich noch mehr verloren.

  • Buch beendet. Tja, und wie viele von Euch hat mich das Ende auch ein klein wenig enttäuscht. Es war ja wirklich recht unspektakulär. Ich war mir eigentlich sicher, dass Tim Ralf nichts getan hatte. Aber irgendwie hatte ich am Ende dann eine Riesen-Überraschung erwartet. Irgendetwas, womit man nicht hätte rechnen können.
    Dass Ralf bei diesem Sturm tatsächlich loszieht, um Hilfe zu holen, erscheint mir auch recht unwahrscheinlich, selbst wenn man Alkohol getrunken hat. Und dann mit seiner verletzten Hand. Da muss ihm doch klar gewesen sein, dass er nicht hätte klettern können damit.


    Am besten hat mir fast Denis gefallen. Wie er sich in der Hütte um Fabian gekümmert hat, fand ich toll. Und er hat sich nicht auf Tim eingeschossen, das hat mir auch gefallen.
    Julia habe ich nicht verstanden. Warum war sie so komisch?


    Am Ende war alles wieder gut. Die Entschuldigungen usw. haben mich jetzt nicht gestört. Das fand ich schon in Ordnung. Nach so einer Alptraum-Bergtour sind die Jugendlichen vielleicht alle etwas reifer geworden und haben hoffentlich daraus gelernt.

    Lesen aus Leidenschaft

  • Aber irgendwie hatte ich am Ende dann eine Riesen-Überraschung erwartet. Irgendetwas, womit man nicht hätte rechnen können.
    Dass Ralf bei diesem Sturm tatsächlich loszieht, um Hilfe zu holen, erscheint mir auch recht unwahrscheinlich, selbst wenn man Alkohol getrunken hat.


    Ich habe nicht damit gerechnet, dass dieser Ar... Ralf loszieht, um Hilfe zu holen. Für mich war das eine Riesenüberraschung ;)

    Liebe Grüße, Lilli


  • Der Spannungsaufbau war durchaus gelungen und als Leser konnte man fast jeden hier verdächtigen. Es war schon so, dass das enge Beieinander und die Äußerungen und das Verhalten der jungen Menschen hier viel Raum für Spekulationen geboten haben. Ich bin beispielsweise nicht davon ausgegangen, dass Ralf lediglich einen selbstverschuldeten Unfall hatte.



    Übrigens finde ich speziell die Auflösung am Ende des Buches, als klar wird, dass Ralf eben alles nur selbst schuld ist, für ein Jugendbuch sehr gut.
    Außerdem ist das doch auch ein Gedankenanstoss. Die Geschichte vermittelt den jungen Lesern, dass man nicht sofort verurteilen, sondern erst einmal viel mehr hinterfragen und beweisen sollte. Die Akteure im Buch stehen für etwas, was man eben gerade nicht tun sollte und das konsequent und in jeder Hinsicht bis zum Ende.


    Da stimme ich dir in allem voll und ganz zu.


    Ich finde es zwar auch nicht so gut, dass am Schluss alles totgeschwiegen werden soll, kann es aber auch irgendwie nachvollziehen, dass Tim kein großes Interesse daran hat, seinen "Makel" an die große Glocke zu hängen.

    Liebe Grüße, Lilli

    Einmal editiert, zuletzt von Lilli33 ()


  • Ich habe nicht damit gerechnet, dass dieser Ar... Ralf loszieht, um Hilfe zu holen. Für mich war das eine Riesenüberraschung ;)


    So gesehen hast Du recht! :breitgrins: Das war in der Tat eine Überraschung!

    Lesen aus Leidenschaft

  • Da ich ja unfreiwillig einige Zeit lang offline war, hier nun der Vollständigkeit halber - besser spät als nie - mein Eindruck zum letzten Abschnitt.


    Schon die letzten Abschnitte hatten mich ja nicht richtig gepackt, und das Ende der Geschichte wertet meinen bisherigen Eindruck leider auch nicht weiter auf.
    Im Gegenteil, das Ende hat mich dann noch einmal richtig enttäuscht.
    Hauptsächlich wohl wegen dem Prolog. Jetzt, da ich weiß, wie die Geschichte ausgeht, finde ich, daß der Prolog vollkommen falsche Erwartungen weckt bzw. Erwartungen weckt, die weder die Geschichte noch das Ende auch halten können.
    Der Prolog übertreibt, stapelt hoch. Tims Sorge um Lena, die suggeriert, mit Lena sei etwas schlimmes passiert, "Janik starrt wie in Trance vor sich hin", Menschen laufen aufgeregt hin und her, Tim hätte am liebsten geschrien sie sollen aufhören, Ralfs regloser Körper. Sicher, nichts davon ist falsch, aber die Darstellung der Situation finde ich sehr übertrieben. Sie weckt Spannung, hat aber bei mir im Laufe der Geschichte zu immer mehr Enttäuschung geführt, weil die anfänglichen Erwartungen, die der Prolog geweckt hatte, nicht erfüllt wurden.


    Das ist auch meine Hauptkritik am Buch.


    Aber auch die Situation vorher, noch in der Hütte.
    Wie Tim nach seinem "Geständnis" von den anderen behandelt wird, bis hin zu seinem Einsperren - das kam mir unrealistisch vor. Gruppendynamik ist nicht zu unterschätzen, aber die Schilderungen finde ich nicht nachvollziehbar.
    Überhaupt fand ich die Auflösung ein wenig konstruiert. Aber das wurde ja mittlerweile schon öfter angesprochen.


    Der letzte Abschnitt verstärkt meinen bisher weniger guten Eindruck von dem Buch noch und das Ende besiegelt leider das Prädikat "nicht weiter zu empfehlen".