01 - Prolog bis Kapitel 7

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 40 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Rosenprinzessin.

  • Hallo ihr Lieben!


    hier treffen wir uns zur Leserunde zu dem Buch "Abgründig" von Arno Strobel. Schön, dass ihr dabei seid!


    Postet hier bitte erst, wenn ihr angefangen habt und etwas zu dem Buch zu sagen oder fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag.


    Es wäre schön, wenn ihr darauf achtet, nicht einzeln zu sehr vorauseilt, damit wir größtenteils zusammen bleiben können, also bitte nicht schneller als ein Abschnitt pro Tag.


    Bitte denkt auch daran, dass ein wichtiger Teil der Leserunden eure Rezensionen zum Buch sind und stellt diese am Ende der Runde hier im Forum und auch literaturschock.de direkt ein. Zahlreiche Rezensionen hier und die Streuung auf anderen Seiten steigern bei den Verlagen die Attraktivität von solchen Aktionen: Denkt daran, dass die Teilnahme an der Runde und die Rezensionen die "Gegenleistung" für die Freiexemplare sind.


    Ich wünsche nun allen viel Spaß beim Lesen und Diskutieren!


    Hier könnt Ihr über den Prolog bis Kapitel 7 schreiben (bis einschl. Seite 65).


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

    LG, Dani


    **kein Forums-Support per PN - bei Fragen/Problemen bitte im Hilfebereich melden**

  • Der filmisch gemachte Anfang, klasse. Man bekommt wie Tim nur mit halbem Bewusstsein mit, dass irgendwas geschehen sein muss, irgendwas, das nicht gut ist. Und bleibt erst mal in der Vermutung stecken. Schön.


    Eine Geschichte in einem Ferienlager! Ok, heute heißt's dann Bergcamp. (Sowas habe ich zuletzt als kleines Kind gern gelesen aber [zum Glück/ leider] nicht selbst erlebt.) Die ersten Seiten beschäftigen sich ja (traditionell) mit dem Kennenlernen der Akteure, wiewohl ich mich gefragt habe, wie man jemanden genau auf 28 bis 30 schätzen kann...
    Das Ganze könnte recht schön werden, aber genau das Kennenlernen ist schon der Ansatz zum Dunklen, der aufgeblasene Ralf und der undurchsichtige Denis, es wird mit Sicherheit Reibereien geben. Was mich an der Vorstellerei etwas irritiert hat, war die Betonung der Herkunft, ich komm aus Saarbrücken, und ich aus München... Ist das vorstellbar/ plausibel? Klar, damit wird festgestellt, dass die Jugendlichen sich nicht kennen, sich zusammenraufen werden/ wollen/ müssen, dass sie ganz unterschiedlich sind. Aber irgendwie wirkt das zu erwachsen. Hätten nur noch die üblichen Witze über irgendwelche Städte gefehlt. Oder seh ich das verkehrt?


    Ja, dann natürlich noch eine Liebesgeschichte. Noch so ein Konfliktansatz, zumal man natürlich gleich mit dem Saufen anfängt. (Ich war wirklich nie in einem Ferienlager, sonst wär mir das wahrscheinlich bekannt.)


    Ralf der Aufgeblasene macht den verhängnisvollen Vorschlag: eine Bergtour. Alles kein Problem, man braucht keine Ausrüstung, kaum Proviant, geht alles ganz einfach... Noch so ein Ansatz für die Katastrophe. Oh ja.


    Bis hierher finde ich es schön spannend, von der Sprache her gut, nicht besonders packend/ langweilig oder schnell/ störrisch geschrieben. Es ist ok, aber mit dem Daumen eher nach oben.

  • Ich habe ja nun schon einige Thriller von Arno Strobel gelesen und für gut befunden. Nun schreibt er also für Jugendliche, und auch das gefällt mir bisher gut.


    Der Prolog zeigt schon gleich, dass die Geschichte nicht gut ausgehen wird: Tim verletzt, Ralf reglos (tot?) und Lena? Tim kann sie nicht finden, die Sanitäter werfen sich seltsame Blicke zu…
    Und Tim wurde „Mörder“ genannt. Was ist da wohl geschehen?


    Dann geht es mit der Erzählung los. Eine Menge Jugendliche im Ferienlager respektive Bergcamp. Sehr viele verschiedene Charaktere.


    Tim ist natürlich ganz sympathisch, aber für meinen Geschmack etwas zu bieder. Höflich, nett, brav, Regeln befolgend, vernünftig —> eigentlich ein recht langweiliger Typ. Ich musste nur grinsen, weil er es hasst, Timmi genannt zu werden. Mein Sohn hasst das auch :breitgrins:
    Ach ja, Tim scheint Probleme mit hochprozentigem Alkohol zu haben. Was passiert, wenn er trinkt? Wird er gewalttätig, bekommt er einen epileptischen Anfall, muss er sich einfach übergeben?


    Dann haben wir Ralf, den Ältesten, Angeber vom Dienst, Bestimmer, Anführer. Ich fürchte, er überschätzt sich und auch die anderen ganz schön.


    Fabian gefällt mir bis jetzt am besten. Nie um eine Antwort verlegen, schlagfertig, dabei vernünftig, intelligent und nett.


    Denis ist sehr interessant. Was hat ihn ins Bergcamp verschlagen? Er scheint ja nicht ganz freiwillig da zu sein und hat absolut keinen Bock drauf. Irgendetwas macht ihm zu schaffen. Vielleicht Trennung der Eltern, und damit sie ihn aus dem Weg haben, haben sie ihn ins Bergcamp gesteckt.


    Von den Mädchen ragt eigentlich nur Lena heraus, und das auch nur, weil Tim sich sofort in sie verliebt (und umgekehrt anscheinend genauso).


    Sebastian, Lucas, Jenny und Julia sind bisher eher Mitläufer, Komparsen. ohne größere eigene Rolle.


    Dass die Bergtour der „abtrünnigen“ Jugendlichen nicht gutgehen wird, ist ja klar. Und da ist es sicher nicht von Vorteil, dass sie am Empfang gleich mal ihre Handys abgeben mussten. Und die Hütte, zu der Ralf die Gruppe führen will, kennt kaum jemand. Perfekte Voraussetzungen für den Autor, um ein Unglück geschehen zu lassen ;)

    Liebe Grüße, Lilli


  • Der filmisch gemachte Anfang, klasse. Man bekommt wie Tim nur mit halbem Bewusstsein mit, dass irgendwas geschehen sein muss, irgendwas, das nicht gut ist. Und bleibt erst mal in der Vermutung stecken. Schön.


    Stimmt, das hat etwas von einer Filmszene.


    Zitat

    wiewohl ich mich gefragt habe, wie man jemanden genau auf 28 bis 30 schätzen kann...


    Ich denke auch, diese punktgenaue Schätzung dürfte einem sehr schwer fallen, stört mich jetzt im Rahmen des Buches aber nicht.


    Zitat

    Was mich an der Vorstellerei etwas irritiert hat, war die Betonung der Herkunft, ich komm aus Saarbrücken, und ich aus München... Ist das vorstellbar/ plausibel? Klar, damit wird festgestellt, dass die Jugendlichen sich nicht kennen, sich zusammenraufen werden/ wollen/ müssen, dass sie ganz unterschiedlich sind. Aber irgendwie wirkt das zu erwachsen. Hätten nur noch die üblichen Witze über irgendwelche Städte gefehlt. Oder seh ich das verkehrt?


    Ich war in meiner Jugend mal auf einer Freizeit, da haben wir uns schon auch gegenseitig gefragt, wo wir herkommen.

    Liebe Grüße, Lilli


  • Tim ist natürlich ganz sympathisch, aber für meinen Geschmack etwas zu bieder. Höflich, nett, brav, Regeln befolgend, vernünftig —> eigentlich ein recht langweiliger Typ. Ich musste nur grinsen, weil er es hasst, Timmi genannt zu werden. Mein Sohn hasst das auch :breitgrins:
    Ach ja, Tim scheint Probleme mit hochprozentigem Alkohol zu haben. Was passiert, wenn er trinkt? Wird er gewalttätig, bekommt er einen epileptischen Anfall, muss er sich einfach übergeben?


    Ja. Das ist auch noch so eine interessante Sache. Also wirklich gut gesetzte Punkte, ja nicht zu viel unheilsschwangere Sachen, aber man beginnt schon mal zu "grübeln"...



    Dass die Bergtour der „abtrünnigen“ Jugendlichen nicht gutgehen wird, ist ja klar. Und da ist es sicher nicht von Vorteil, dass sie am Empfang gleich mal ihre Handys abgeben mussten. Und die Hütte, zu der Ralf die Gruppe führen will, kennt kaum jemand. Perfekte Voraussetzungen für den Autor, um ein Unglück geschehen zu lassen ;)


    Wobei ich mich da frage, ob die dort Empfang hätten? (Oder ist das jetzt auch eine Frage aus den 90ern...?)

  • Wobei ich mich da frage, ob die dort Empfang hätten? (Oder ist das jetzt auch eine Frage aus den 90ern...?)


    Nein, ich denke, dieses Frage ist durchaus berechtigt. Auch heutzutage hat man nicht überall Empfang.

    Liebe Grüße, Lilli

  • Ich habe mir heute Abend auch gleich mal den ersten Abschnitt vorgenommen.


    Mein erster Eindruck ist soweit ganz ok, aber wirklich gefangen hat mich die Geschichte bisher nicht. Strobels Schreibe ist wirklich gelungen, man kann leicht folgen und alle Personen sind zumindest vom Äußeren her schon mal passabel beschrieben, also passend zum Jugendbuchgenre. Mein Problem ist eigentlich eher: a) ich war nie in einem Ferienlager/ Camp (zum Glück) und b) hasse ich wandern, bergsteigen und ähnliches, da ich mit meinen Eltern immer in die Berge fahren musste (in meiner Kindheit), aber lieber am Meer gewesen wäre… Na ja so weit so gut.


    Keine Handys, das find ich klasse. Kann die Jugend von heute das überhaupt ohne diese Dinger aushalten?


    Tim ist eher so der blasse Charakter, Sorte Mitläufer. Ich weiß nicht so recht, was ich von ihm halten soll. Erst einmal ist er mir zu brav.


    Ralf ist hier die Großfresse vom Dienst, absolut unsympathisch und ja der Kerl überschätzt sich total. Warum hören bloß alle auf ihn?


    Fabian ist ne coole Sau, den mag ich auch wenn er der Jüngste ist.


    Denis ist ja ein ganz spezieller Charakter, er tut zwar blöde und gemein, aber ich denke mal, dass er doch irgendwo ein dufter Typ ist. Dennoch frage ich mich, was er in dem Camp zu suchen hat, wenn er da nicht sein will? Besserungsaufenthalt?


    Lucas ist hier echt das arme Würstchen, rote Haare, ein Dickerchen und Bewunderer von Ralf, tiefer kann man wohl nicht mehr sinken (bezogen auf das Ralf bewundern).


    Lena kann ich ganz schlecht einschätzen, ist ihr Benehmen echt oder spielt sie Tim was vor?


    Die anderen Mädchen bleiben ungemein flache Charaktere, scheinen wohl eher nur Seitenfüller zu sein, aber Arno konnte ja Lena nicht allein mit zig Jungs loswandern lassen, also nachvollziehbar.


    So und nun fange ich mal mit mutmaßen an, denn einige Stellen waren im ersten Abschnitt ja schon sehr verdächtig. Tim erwähnt auf Seite 35, dass er nicht trinkt, denn er weiß was dadurch passieren kann. Hatte er eine(n) große(n) Schwester/ Bruder, der/dem durch Trunkenheit am Steuer etwas passiert ist? Ich denke jetzt nicht, dass Tim selbst ausrastet, wenn er Alkohol getrunken hat (hallo der Junge ist 16), sondern eher dass jemanden aus seinem Bekanntenkreis etwas passiert ist aufgrund von Alkoholkonsum.


    Auf Seite 38 betrachtet Tim nach dem Aufwachen seine Füße und ist beruhigt, dass nichts geschehen ist. Hä wieso macht er denn bitte das? Was hat er geglaubt was passieren würde? Erst dachte ich, vielleicht ist er ein Bettnässer, aber dafür ist er ja nun echt zu alt und dann müsste er sich ja wohl kaum seine Füße angucken. Habt ihr eine Vermutung?


    Lena und Tim küssen sich, die Tour geht also weiter auch wenn es aus Kannen gießt und ohne Ausrüstung mega gefährlich ist. Wie gesagt Lena führt irgendwie was im Schilde, so richtig mag ich auch ihr nicht trauen. Ralf hat bei mir eh schon keinen Stein im Brett…

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)


  • Der Prolog zeigt schon gleich, dass die Geschichte nicht gut ausgehen wird: Tim verletzt, Ralf reglos (tot?) und Lena? Tim kann sie nicht finden, die Sanitäter werfen sich seltsame Blicke zu…
    Und Tim wurde „Mörder“ genannt. Was ist da wohl geschehen?


    Ja der Prolog hatte es wirklich gleich in sich. Bei Ralf habe ich mich auch gefragt, ob er tot ist. Tim ist schwer verletzt, Lena nirgendwo zu finden und Janik scheint der Einzige zu sein, dem es halbwegs gut geht (sitzt mit Decke umwickelt). Und ja wieso wurde Tim als Mörder bezeichnet? Alles sehr sehr komisch, nach dem seichten Anfang bin ich echt gespannt wie die Stimmung so extrem umschlagen kann.


    Ja sie haben sich von Anfang an gezofft, aber das es gleich so hart kommt.... Von Denis und den Mädchen ist ja gar nicht erst die Rede im Prolog...

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)

  • Ansonsten muss ich mal allgemein etwas los werden und wollte wissen, ob meine Mitleser das auch so sehen.


    Ich finde, dass der Klappentext erst einmal zu viel verspricht und nicht ganz den Tatsachen entspricht.


    Unsere Protagonisten lernen sich ja im Camp erst kennen und können somit keine Freunde sein, die eine flotte Bergtour unternehmen. Ich hatte erst einmal eine völlig andere Vorstellung davon, wie die Geschichte losgehen würde... Ich dachte da machen sich beste Freunde auf den Weg zu einer Knallertour und geraten sich wegen der Notlage, in die sie offensichtlich geraten werden, in die Haare. Hier ist es aber so, dass sie sich ja sofort in den Haaren haben, vor allem weil sie sich nicht kennen und so unterschiedliche Charaktere sind. Vielleicht bin ich da zu kleinlich, aber ich würde mich nie mit Wildfremden auf so eine Tour begeben...



    holger 2: Ich fand es auch irgendwie komisch, dass sie alle gesagt haben wo sie her kommen als ob das eine Rolle spielt. Interessieren würde mich so etwas nur, wenn die Teilnehmer aus anderen Ländern kämen, aber die einzelnen deutschen Städte explizit zu erwähnen fand ich ungewöhnlich. Na ja ich war nie in so einem Feriencamp, kann ja sein, dass man sich da so etwas erzählt...

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)

  • holger 2: Ich fand es auch irgendwie komisch, dass sie alle gesagt haben wo sie her kommen als ob das eine Rolle spielt. Interessieren würde mich so etwas nur, wenn die Teilnehmer aus anderen Ländern kämen, aber die einzelnen deutschen Städte explizit zu erwähnen fand ich ungewöhnlich. Na ja ich war nie in so einem Feriencamp, kann ja sein, dass man sich da so etwas erzählt...


    Also ich hab den Nachmittag durchaus überlegt, wie das verstanden sein soll. Mir geht's nicht um das Vorstellen allgemein, klar, ist es schon schön, wenn man weiß, der da kommt von dort und da. Aber in dem Alter? Da war mir das vollkommen egal.


    Ich glaub eher, dass ist so ein abgegucktes Verhalten von den Eltern her: woher kommst du, was bist du, wer bist du, wie ist dein Kontostand? Das ist bestimmt noch das Problem zwischen Ralf und Lucas. Wie kann sich der Sohn des Hausmeisters einen Bergcamp-Aufenthalt leisten, wenn der Großkotz von Arztsohn dahin fährt. Da vermute ich auch noch was. Mal sehen...


    Also das wirklich nur am Rande, mir kams komisch vor. Aber vielleicht ist das nur mein Empfinden und total nebensächlich. ;)

  • So, mit dem ersten Abschnitt bin ich nun auch durch und der Prolog war ja schon mal sehr interessant, bei dem Ausflug der Jugendlichen gab es Verletzte, aber wir wissen noch nicht, was sich zugetragen hat, aber es scheint offenbar einen Toten zu geben, denn wurde von den anderen als Mörder beschimpft, hat er wirklich einen der anderen umgebracht?


    Nach und nach lernen wir auch die anderen Personen im Bergcamp bzw. Ferienlager kennen, Ralf ist mir schon von Anfang an unsympathisch, seine aufdringliche Art passt mir nicht so recht und dann noch dieser Denis, er beteiligt sich an keiner Veranstaltung und so recht möchte er auch gar nicht im Lager sein, ich glaube, er wurde von seinen Eltern in dieses Ferienlager gedrängt, aber so genau weiß man das nicht.


    Zu Beginn mussten alle ihre Mobiltelefone abgeben, tja, für die meisten Kinder von Heute ist das ja fast schon ein kalter Entzug, aber ansich eine gute Entscheidung.


    Da Tim der brave Junge ist, der sich nur ungern über Verbote hinwegsetzt, scheint er einen Gegensatz zu Ralf zu bilden, obwoh er tritt sehr in den Vordergrund, so dass die anderen etwas hinten anstehen. Vielleicht soll Tim anfangs so nett wirken, damit seine Wandlung zum Mörder umso erschreckender wirkt.


    Ich war in meiner Jugend mal auf einer Freizeit, da haben wir uns schon auch gegenseitig gefragt, wo wir herkommen.


    Mich würde es zwar auch interessieren, aber im Rahmen der Handlung fand ich die Informationen als überflüssig. Gut, ich weiß zwar wer wo herkommt, aber interessiert mich jetzt am Ende des ersten Abschnitts schon nicht mehr.


    Also ich bin gespannt, wie sich alles weiterentwickelt.


  • Ich finde, dass der Klappentext erst einmal zu viel verspricht und nicht ganz den Tatsachen entspricht.


    Unsere Protagonisten lernen sich ja im Camp erst kennen und können somit keine Freunde sein, die eine flotte Bergtour unternehmen. Ich hatte erst einmal eine völlig andere Vorstellung davon, wie die Geschichte losgehen würde... Ich dachte da machen sich beste Freunde auf den Weg zu einer Knallertour und geraten sich wegen der Notlage, in die sie offensichtlich geraten werden, in die Haare. Hier ist es aber so, dass sie sich ja sofort in den Haaren haben, vor allem weil sie sich nicht kennen und so unterschiedliche Charaktere sind. Vielleicht bin ich da zu kleinlich, aber ich würde mich nie mit Wildfremden auf so eine Tour begeben...


    Ja, das hat mich auch etwas irritiert, vielleicht ist das Freunde deshalb in Ausfürhungszeichen gesetzt? Weil es keine richtigen Freunde im eigentliche Sinne sind?

  • Hallo miteinander und Guten Morgen!


    Ich fand den Prolog als Einstieg auch ganz schön spannend und Rätsel aufgebend. Einertseits erfährt man, dass es eine Katastrophe gegeben haben muss. Andererseits ist er doch sehr lückenhaft. Tims Rippenbrüche lassen vermuten, dass die Jugendlichen vielleicht abgestürzt sind. Allerdings stürzt man in der Regel nicht da ab, wo ein Rettungswagen ranfahren kann, und es ist zwar von der Bergrettung die Rede, nicht aber von einem Hubschrauber. Also gibt es für die Verletzungen vielleicht doch eine andere Erklärung.


    Die Liebesgeschichte wird auch gleich angedeutet und der seltsame Blick des Sanitäters soll den Leser wohl vermuten lassen, dass Lena tot ist? Oder weiterhin verschwunden? Na mal sehen.


    Die Sprache des Buches ist einfach, treffend, kurz und knapp und sicher für Jugendliche gut geeignet. Die Handlung kommt gut voran und es wird vieles gesagt, aber auch Ungesagtes/Angedeutetes bleibt zwischen den Zeilen.


    Die Personen sind mir bis auf Ralf eigentlich recht sympathisch, bis auf ihn scheinen sie alle einigermaßen in Ordnung zu sein. Selbst Denis, bei dem auch ich vermute, dass er nicht freiwillig im Camp ist, sondern als Strafe oder um irgendwem zuhause aus dem Weg zu sein. Tim, Fabian und Lena ragen heraus, die anderen sind eher farblos/unbestimmt bisher. Fabian mag ich besonders.
    Dieser Ralf ist ja widerlich, ein entsetzlicher Angeber, ein Großmaul mit nichts dahinter. Solche Leute sind bei mir sofort unten durch. Das ist sicher vom Autor auch so gewollt.


    Die ersten Kapitel waren für mich aus zwei Gründen gruslig. Erstens würde ich niemals in solch ein Camp fahren, wo ich niemanden kenne und nicht weiß, mit wem ich die nächsten Tage/Wochen im Sechserzimmer zusammengepfercht werde. Auch meiner jugendlichen Tochter würde ich das niemals zumuten, insbesondere, wenn ich die Betreuer nicht kenne!!! :entsetzt: (Aber vielleicht bin ich da überempfindlich. Ich musste zum Glück als Kind nie ins Ferienlager und begebe mich auch jetzt nicht gern viele Tage in unbekannte Gruppen.)


    Zweitens hatte ich beim Lesen die ganze Zeit ein unbehagliches Gefühl, weil ich dachte: Macht es nicht! Kehrt um! (Allerdings hätten wir dann jetzt kein Buch. :breitgrins:)


    Die Stelle auf S. 38, als Tim beim Aufwachen seine Füße begutachtet, ist mir auch aufgefallen. Ob er vielleicht Schlafwandler ist und manchmal mit dreckigen Füßen aufwacht? Oder mit Lebensmitteln im Bett, die er sich schlafwandelnd aus dem Kühlschrank geholt hat? :breitgrins: Allerdings, dann in so ein Lager zu fahren ist schon mutig.

    Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden (R. Luxemburg)

    Was A über B sagt, sagt mehr über A aus als über B.


  • Was mich an der Vorstellerei etwas irritiert hat, war die Betonung der Herkunft, ich komm aus Saarbrücken, und ich aus München... Ist das vorstellbar/ plausibel?


    Also dass sie sich erzählen, aus welchen Städten sie kommen, fand ich normal. Aber dass man extra erwähnen muss, dass Saarbrücken im Saarland liegt, hat mich doch etwas gewundert.



    wiewohl ich mich gefragt habe, wie man jemanden genau auf 28 bis 30 schätzen kann...


    oder auf 21 bis 22. Ja, das ist tatsächlich wohl eher nicht möglich, ohne dass man sich evtl. arg verschätzt. Ich wurde mit Ende 20 manchmal noch auf 18 geschätzt.



    Keine Handys, das find ich klasse. Kann die Jugend von heute das überhaupt ohne diese Dinger aushalten?


    Ja kann sie. Meine Tochter nimmt ihrs eher selten mit. Allerdings ist sie eher eine Ausnahme. Wenn sie irgendwo wäre, möchte ich allerdings, dass sie ein Handy hat und uns erreichen kann, daher finde ich diese Handyentzug nicht so prickelnd - allerdings war es ja in der Broschüre angekündigt und jeder wusste, worauf er sich einlässt. (Außer Ralf natürlich. :breitgrins:)
    Dennoch frage ich mich, wozu der Autor es nötig fand, die jungen Leute ohne Handy loszuschicken. In den Bergen hat man doch eh meistens keinen Empfang. Stelle ich beim Wandern immer wieder fest.



    Tim ist eher so der blasse Charakter, Sorte Mitläufer. Ich weiß nicht so recht, was ich von ihm halten soll. Erst einmal ist er mir zu brav.


    Tim ein Mitläufer, verwechlselst du ihn? Mitläufer sind für mich eher die anderen. Tim ist doch der einzige, der sich traut, Ralf auch mal zu widersprechen.
    Ich finde ihn auch weder brav noch bieder, sondern ganz normal und vernünftig. Er bildet sich eine eigene Meinung und denkt auch an andere.

    Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden (R. Luxemburg)

    Was A über B sagt, sagt mehr über A aus als über B.

  • Noch etwas ging mir beim Lesen durch den Kopf. Ralf gibt sich große Mühe, den anderen auszureden, irgendwelche Ausrüstungsgegenstände mitzunehmen, weil er sich ja so gut auskennt. Dass ihm das alle so glauben und sich von ihm derart beeinflussen lassen, mag man damit erklären, dass es junge beeinfllussbare Leute sind, ohne Bergerfahrung. Aber dass nicht ein einziger daran denkt, eine Wanderkarte mitzunehmen?? Niemals würde ich ohne eine Karte loswandern, meistens studiere ich die schon im Vorfeld einer Wanderung ausgiebig.


    Und den Zettel, den Ralf angeblich für die Betreuer geschrieben hat, gibt es ganz sicher auch nicht. Ich frage mich auch nach Ralfs Motivation. Warum bringt er die Gruppe in solch eine gefährliche Situation. Will er wirklich nur angeben und den Großkotz ausleben oder ist da noch etwas anderes?

    Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden (R. Luxemburg)

    Was A über B sagt, sagt mehr über A aus als über B.

  • Mein erster Eindruck ist soweit ganz ok, aber wirklich gefangen hat mich die Geschichte bisher nicht. Strobels Schreibe ist wirklich gelungen, man kann leicht folgen und alle Personen sind zumindest vom Äußeren her schon mal passabel beschrieben, also passend zum Jugendbuchgenre. Mein Problem ist eigentlich eher: a) ich war nie in einem Ferienlager/ Camp (zum Glück) und b) hasse ich wandern, bergsteigen und ähnliches, da ich mit meinen Eltern immer in die Berge fahren musste (in meiner Kindheit), aber lieber am Meer gewesen wäre… Na ja so weit so gut.


    Keine Handys, das find ich klasse. Kann die Jugend von heute das überhaupt ohne diese Dinger aushalten?


    Wenn es dich stört, dass das Buch in den Bergen spielt, kannst du das aber nicht dem Autor ankreiden ;) Das hättest du ja vorher wissen können.


    Die Jugendlichen von heute sind ganz unterschiedlich, auch was Handys angeht. Zwei meiner Kinder können nicht ohne, mein 16-Jähriger besitzt gar keins und will auch keins :)



    Zitat

    Ich denke jetzt nicht, dass Tim selbst ausrastet, wenn er Alkohol getrunken hat (hallo der Junge ist 16), sondern eher dass jemanden aus seinem Bekanntenkreis etwas passiert ist aufgrund von Alkoholkonsum.


    Mein Großer war mit 14 das erste (und einzige) Mal sturzbesoffen, manche trinken schon mit 12 regelmäßig. Von daher halte ich es nicht für abwegig, dass Tim mit 16 da schon Erfahrungen hat.



    Ansonsten muss ich mal allgemein etwas los werden und wollte wissen, ob meine Mitleser das auch so sehen.


    Ich finde, dass der Klappentext erst einmal zu viel verspricht und nicht ganz den Tatsachen entspricht.


    Unsere Protagonisten lernen sich ja im Camp erst kennen und können somit keine Freunde sein, die eine flotte Bergtour unternehmen. Ich hatte erst einmal eine völlig andere Vorstellung davon, wie die Geschichte losgehen würde... Ich dachte da machen sich beste Freunde auf den Weg zu einer Knallertour und geraten sich wegen der Notlage, in die sie offensichtlich geraten werden, in die Haare. Hier ist es aber so, dass sie sich ja sofort in den Haaren haben, vor allem weil sie sich nicht kennen und so unterschiedliche Charaktere sind. Vielleicht bin ich da zu kleinlich, aber ich würde mich nie mit Wildfremden auf so eine Tour begeben...


    Ich finde eigentlich schon, dass der Klappentext in Ordnung ist. Auf der Rückseite des Buches steht ja "Freunde" in Anführungszeichen, also keine echten Freunde. Und im Klappentext ist von einer Gruppe die Rede, nicht von Freunden. Und alles andere stimmt auch.

    Liebe Grüße, Lilli

    Einmal editiert, zuletzt von Lilli33 ()

  • Mich würde es zwar auch interessieren, aber im Rahmen der Handlung fand ich die Informationen als überflüssig. Gut, ich weiß zwar wer wo herkommt, aber interessiert mich jetzt am Ende des ersten Abschnitts schon nicht mehr.


    Vielleicht wollte Arno mit dieser Herkunftsgeschichte auch nur ganz deutlich machen, dass sich die Jugendlichen total fremd sind bzw. dass sich Ralf und Lucas kennen.



    Also dass sie sich erzählen, aus welchen Städten sie kommen, fand ich normal. Aber dass man extra erwähnen muss, dass Saarbrücken im Saarland liegt, hat mich doch etwas gewundert.


    Dass Saarbrücken im Saarland liegt, da musste ich grinsen ;)

    Liebe Grüße, Lilli

  • Die Stelle auf S. 38, als Tim beim Aufwachen seine Füße begutachtet, ist mir auch aufgefallen. Ob er vielleicht Schlafwandler ist und manchmal mit dreckigen Füßen aufwacht? Oder mit Lebensmitteln im Bett, die er sich schlafwandelnd aus dem Kühlschrank geholt hat? :breitgrins: Allerdings, dann in so ein Lager zu fahren ist schon mutig.


    Das mit den dreckigen Füßen nach eventuellem Schlafwandeln ist eine gute Idee. Ich habe auch gegrübelt, was es wohl mit den Füßen auf sich hat.



    Noch etwas ging mir beim Lesen durch den Kopf. Ralf gibt sich große Mühe, den anderen auszureden, irgendwelche Ausrüstungsgegenstände mitzunehmen, weil er sich ja so gut auskennt. Dass ihm das alle so glauben und sich von ihm derart beeinflussen lassen, mag man damit erklären, dass es junge beeinfllussbare Leute sind, ohne Bergerfahrung. Aber dass nicht ein einziger daran denkt, eine Wanderkarte mitzunehmen?? Niemals würde ich ohne eine Karte loswandern, meistens studiere ich die schon im Vorfeld einer Wanderung ausgiebig.


    Und den Zettel, den Ralf angeblich für die Betreuer geschrieben hat, gibt es ganz sicher auch nicht. Ich frage mich auch nach Ralfs Motivation. Warum bringt er die Gruppe in solch eine gefährliche Situation. Will er wirklich nur angeben und den Großkotz ausleben oder ist da noch etwas anderes?


    Eine Wanderkarte? Damit haben die Jugendlichen doch bestimmt keine Erfahrung. Bei denen geht doch alles nur noch mit GPS. Und dann vertrauen sie halt Ralf als dem Ältesten in gewisser Weise.


    Dass Ralf den Betreuern einen Zettel geschrieben hat, glaube ich auch nicht.

    Liebe Grüße, Lilli


  • Vielleicht wollte Arno mit dieser Herkunftsgeschichte auch nur ganz deutlich machen, dass sich die Jugendlichen total fremd sind bzw. dass sich Ralf und Lucas kennen.


    Stimmt, aber ich habe mir die einzelnen Orte tortzdem nicht gemerkt :zwinker:
    Aber wie Ralf Lucas runtergeputzt hat, das war doch schon sehr unverschämt, leider hat Lucas das einfach so übers ich ergehen lassen.