Barbara Hall - Die Geigenlehrerin

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Pearl Swain ist (schätze ich mal) Anfang bis Mitte 40, hat immer von einer Karriere als Geigerin geträumt und es doch nur zur Geigenlehrerin gebracht. In dieser Funktion, wie auch als gelegentliche Verkäuferin, arbeitet sie in einem Instrumentenladen in L.A., kabbelt sich mit ihren Kollegen darüber, was nun das allerbeste Instrument ist und was überhaupt nicht geht, rätselt, welches Instrument ihr schweigsamer Kollege Patrick nun eigentlich spielt und versucht, über ihre Scheidung hinwegzukommen. Ihre Ehe mit Mark dümpelte sowieso nur noch vor sich hin, als der eine viel jüngere Studentin kennenlernte und Pearl sitzenließ,


    Eines Tages begegnet ihr die Schülerin, von der jeder Lehrer träumt. Hallie Bolaris ist 14, aufmüpfig, Waise ... und extrem begabt, auch wenn sei den Geigenunterricht nach eigener Aussage hauptsächlich wahrnimmt, um wenigstens für eine halbe Stunde weg zu sein aus dem Haus ihrer Tante, bei der sie jetzt aufwächst.


    Pearl gewinnt den Eindruck, dass Hallie etwas verbirgt, zumal sie einmal mit verdächtigen Blutergüssen in der Geigenstunde auftaucht, doch das Mädchen redet sich heraus und lässt Pearl nicht an sich heran.


    Furchtbar spannend klingt das, so zusammengefasst, jetzt gar nicht, aber mir gefällt das Buch (bin schon zu etwa 70% durch) ziemlich gut.

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.

    Leonard Cohen





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    Pearl Swain hat immer von einer Karriere als Violinistin geträumt, doch dafür, hat man ihr immer gesagt, hätte sie ein paar Jahre früher beginnen müssen, Unterricht zu nehmen.


    Jetzt ist sie vierzig, frisch geschieden, lebt in einem Wohnwagen in L.A. und verdient ihre Brötchen als Geigenlehrerin und Verkäuferin in einer Instrumentenhandlung. Freunde hat sie nur wenige, am ehesten könnte man noch ihre Kollegen als solche bezeichnen, auch wenn sie mit denen nicht viel mehr verbindet als die gemeinsame Leidenschaft für die Musik.


    Eines Tages bekommt sie die Art Schülerin, von der jeder Lehrer träumt. Hallie Bolaris ist 14, aufmüpfig, elternlos und musikalisch höchst begabt. Pearl hofft, aus ihr die glänzende Geigerin machen zu können, die sie selbst nie werden konnte, doch sie muss feststellen, dass das nicht so einfach ist. Hallie ist unzugänglich, launisch, wird immer schwieriger. Pearl vermutet, dass das tiefere Gründe hat und will Hallie helfen, aber sie merkt, dass gut gemeint nur zu oft das Gegenteil von gut gemacht ist.


    So zusammengefasst klingt das jetzt ziemlich unspannend und sozialromantisch, und so sehr viel mehr als das passiert auch gar nicht in dem Buch, abgesehen von Pearls dürftigem Liebesleben und ein paar Abstechern in ihre persönliche Vergangenheit, aber trotzdem habe ich sehr gerne gelesen, wie diese nicht mehr ganz junge Frau versucht, ihr Leben nach der Trennung wieder zu ordnen und neu in die Hand zu nehmen. Die Fürsorge für Hallie wirkt dabei ein bisschen wie eine Krücke, mit der sie sich aus ihrem Trott von Langeweile und Traurigkeit befreien will - nicht gänzlich uneigennützig, aber trotzdem authentisch.


    Pearls selbstironischer Erzähltonfall, die wichtige Rolle, die die Musik hier spielt und so manche Popkultur-Anspielung haben dafür gesorgt, dass mich das Buch ziemlich schnell in seinen Bann ziehen konnte. Ein unterhaltsamer und dabei nicht gänzlich anspruchsloser Roman, richtig schöne Zwischendurchlektüre.


    4ratten

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