Robert Corvus - Schattenkult

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Klappentext:


    Ein dunkler Kult. Und eine einzige Nacht, die über das Schicksal der Welt entscheidet.


    Der Kult dient seinen unsterblichen Herren mit Hingabe und unvorstellbarer Grausamkeit - wer den Schatten trotzt, den erwartet Schlimmeres als der Tod. Doch auch das Leben seiner eigenen Anwärter schätzt der Kult gering. Dies erfährt die junge Tynay gleich bei ihrer ersten Mission, als sie im Gefolge der unsterblichen Baroness Bentora reist. Um das Orakel zu überzeugen, muss Bentora den Sohn des Stiergottes übertreffen. Dafür wird sie über Leichen gehen. Und bald begreift Tynay, dass ihr Leben auf der Waage von Sieg und Niederlage kein Gewicht hat ...
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    Am 27. Juni startet eine autorenbegleitete Leserunde zu diesem Buch - mag sich noch jemand anschließen?

    LG, Dani


    **kein Forums-Support per PN - bei Fragen/Problemen bitte im Hilfebereich melden**

  • Die Götter gegen die Schatten – und mittendrin drei böse Mädchen


    Es ist die Nacht des dreifachen Neumonds. Zur Feier dieser Nacht treffen neun Gesandtschaften im Regenbogenpalast ein, um dem Orakel ihre Gaben darzubringen. Darunter ist auch eine Gesandtschaft aus Ondrien. Diejenige Gesandtschaft, deren Gabe das Orakel am meisten erfreut, bekommt am Ende der Nacht die Möglichkeit, eine Weissagung des Orakels zu erhalten. Die Fronten sind schnell klar: auf der einen Seite stehen die Göttertreuen unter der Führung des Halbgottes Gûndûr, auf der anderen Seite die Ondrier mit der unsterblichen Baroness Bentora an ihrer Spitze. Die junge Adepta Tynay, die seit 2 Jahren dem Kult dient, soll am Abend der Feierlichkeiten geopfert werden, überlebt aber durch Zufall und erkennt, daß sie die Nacht nur weiterhin überleben wird, wenn sie tief nach der Finsternis in sich sucht – tiefer als je zuvor.


    Auch wenn „Schattenkult“ erneut im Land Eloy spielt und der Machtkampf zwischen den Göttern und den Schatten Ondriens wiederum eine Rolle spielt, ist dieses Buch kein Abklatsch der Schattenherren-Trilogie. Im Gegenteil: ich empfand das Buch überraschend anders, was sicherlich auch daran liegt, das der Zeitrahmen lediglich eine Nacht umfasst, und die Handlung sich nur an einem Ort, dem Regenbogenpalast, abspielt.


    Zudem läßt der Autor mit den geheimnisvollen Æsol dem Leser bisher unbekannte Wesen die Bühne betreten. In der Stadt Æterna, die als einzige Stadt der geflügelten Æsol nicht im Himmel schwebt, steht der Regenbogenpalast, der Sitz des Orakels, welcher von den Æsol bewacht wird. Eine Skizze des Regenbogenpalastes am Anfang des Buches erleichtert dem Leser die Orientierung.


    Der Fokus der Geschichte liegt auf mehreren Charakteren: neben der Schattenbaroness Bentora spielt ihr Kontrahent Gûndûr, dessen Vater der Stiergott Terron ist und von einer menschlichen Frau geboren wurde, eine große Rolle. Wer wird der Stärkere von den Beiden sein? Können die Götter in dieser Nacht über die Schatten siegen?
    Die spannendsten Figuren sind allerdings die junge Tynay, die eine Tochter der Wüste ist. Und Iotana, eine Tänzerin der Efeya, die unsterblich in Tennato, den Bibliothekar ihrer Heimatbaronie, verliebt ist.


    Gegensätzlicher können die Auffassungen der beiden Frauen nicht sein, als sie sich das erste Mal begegnen: während Iotana fest an die selbstlose Macht der Liebe glaubt, ist Tynay davon überzeugt, daß Liebe nur eine Schwäche ist und die wahre Macht in der Zerstörung liegt. Dennoch läßt weder Tynay noch Iotana ihr gemeinsames Gespräch los, ihre Gedanken kreisen immer wieder um die Worte der Anderen.


    Wie auch bei den Schattenherren, schafft es der Autor wieder, daß die Handlung für mich völlig unerwartete Wendungen nimmt, so daß sich die Nacht des Neumonds in eine Richtung entwickelt, mit der zu Beginn niemand gerechnet hätte, am wenigsten die Beteiligten selbst.


    Die Handlung schreitet schnell voran, was daran liegt, daß sämtliche Entwicklungen innerhalb dieser einen besonderen Nacht vollzogen werden. Die Kapitel umfassen daher jeweils die einzelnen Nachtstunden.


    Der Schreibstil ist gewohnt düster und schockierend – und damit nichts für schwache Nerven. Und wer die Nacht überleben wird, ist, wie immer, offen. Ein tolles Buch, daß unabhängig von der Schattenherren-Trilogie gelesen werden kann, aber andererseits auch eine tolle Ergänzung ist.


    5ratten

    Liebe Grüße

    Karin

  • Inhalt
    Die Welt der Schatten ist finster und gnadenlos. Wer dem Schattenkult dient, verliert sich tief in der Finsternis oder sucht direkt den Weg dorthin. Diese Erfahrung macht die Adepta Tynay, die mit ihrer Schattenherrin Bentora und deren Gefolge zu einer besonderen Nacht, nämlich der Nacht des dreifachen Neumonds, den Regenbogenpalast erreicht. Dort treffen neun Gesandtschaften aufeinander, neben den Ondriern und ihrer Schattenherrin auch Göttergetreue in Begleitung des Halbgottes Gûndûr. Damit ist es nicht mehr nur ein Wettbewerb um das beste Geschenk für das Orakel (wer das Orakel am meisten erfreut, darf ihm persönlich eine Frage stellen), sondern auch ein Kampf zwischen Göttern und Schatten. Denn nicht nur die Adepta Tynay erfährt am eigenen Leib, wie tödlich es sein kann, dem Kult zu dienen, sondern auch die göttergetreue Tänzerin Iotana wird in den Strudel der Finsternis gezogen, obwohl es die Liebe ist, die sie in dieser besonderen Nacht gefunden hat. Die beiden Mädchen erkennen, dass es nur einen Weg gibt, diese Nacht zu überleben: den Weg ganz tief in die Finsternis hinein...


    Meine Meinung
    Der Roman kann als Einzelroman gelesen werden, auch wenn er in der Welt der Schattenherren-Trilogie spielt. „Schattenkult“ spielt hier zu einer anderen Zeit und an einem anderen Ort, als die Buchreihe. Eine Gesandtschaft Ondrier zieht nämlich aus ihrer Heimat im Norden gen Süden in die Wüste der Arriek, wo der Regenbogenpalast der Aesol steht und neutralen Grund bietet für die verschiedenen Gesandtschaften. Und damit zieht die Finsternis ein, nicht nur in die Räume des Palastes, sondern auch in die Herzen einiger Protagonisten. Die Nacht des Orakels wird zu einer grausamen Machtprobe zwischen den Anhängern der Götter und der Schatten, einem Kampf zwischen Halbgott und Schattenherrin und einem Überlebenskampf für die jungen Frauen im Gefolge.


    Die Geschichte ist aber nicht einfach eine Aneinanderreihung von Grausamkeiten und Kämpfen, sondern bietet einen tieferen Einblick in die Gedanken und Emotionen einiger Beteiligter und zeigt so verschiedene Schicksale und deren Wege in die Schatten. Es ist nicht immer nur einfach Faszination am Grauen, was die Anhänger in den Schattenkult treibt, sondern die Wege sind vielschichtig. Es kann schon früh in der Kindheit der Samen dazu gesät werden, aber genauso gut kann eine einzige Nacht der Auslöser sein, sich den Schatten anzuschließen. Durch den Fokus auf einzelne Personen bekommt man als Leser durch Rückblicke, Gespräche und Gedanken eine besondere Nähe zu einzelnen Figuren und entwickelt dabei sogar Sympathien oder zumindest Verständnis. So ist die Tänzerin Iotana voller Glück und Lebensfreude, weil sie ihre große Liebe im Palast ansprechen will, wofür die Adepta Tynay, die seit zwei Jahren dem Schattenkult huldigt, kein Verständnis hat, ist doch Liebe eine Schwäche. Nur Zerstörung bietet Macht. Die sich entwickelnde Freundschaft dieser beiden Frauen erscheint daher auf den ersten Blick unverständlich. Aber nur auf den ersten Blick.


    Wobei ich aber auch gemerkt habe, dass gerade die Gespräche und Gedanken z. T. auch mal fast zu lang waren und damit die Geschichte ein bisschen ausgebremst haben. Wäre es dann nicht gerade noch rechtzeitig wieder gekippt und wieder etwas "passiert", hätte ich anfangen können, die ein oder andere Länge zu spüren. Das empfand ich als grenzwertig. Denn auch wenn der Fokus auf den Figuren liegt, was mir insgesamt ja gut gefallen hat, sollte der Handlung damit nicht zu sehr das Tempo und damit auch die Spannung genommen werden.


    Für mich hat der Autor aber immer noch recht gut die Kurve gekriegt und insgesamt war es spannend zu lesen, wie die Nacht von Stunde zu Stunde „schwärzer“ wird und auf den Höhepunkt, nämlich die Übergabe des Geschenks an das Orakel, zutreibt. Der Autor geht dabei wieder nicht gerade zimperlich mit seinen Figuren um und einige schockierende Handlungen sind nicht unbedingt etwas für ein schwaches Nervenkostüm. Im Gegenteil: man sollte sich früh wappnen, denn Gnade ist ein Wort, das die Schatten nicht unbedingt in ihrem Wortschatz haben. Etwas irritierend ist es dabei allerdings, dass man mit Anhängern der Schatten mitfiebern kann, denen man im echten Leben doch möglichst aus dem Weg gehen sollte. :entsetzt::zwinker:


    4ratten

  • Mitten in der Wüste der Arriek erhebt sich der Regenbogenpalast. In diesem eindrucksvollen Gebäude lebt ein Orakel, welches durch die geflügelten Aesol immer wieder Weissagungen verlauten lässt. In der dreifachen Neumondnacht ist etwas Besonderes geplant. Hierfür wurden Anhänger der Götter sowie des Schattenkultes als Gesandtschaften geladen. Weiter heisst es, dass diejenigen mit dem würdigsten Geschenk für das Orakel mit ihm persönlich sprechen dürfen. Eine direkte Weissagung ist für alle ein Anreiz, aber die Nacht mit Freunden und Feinden unter einem Dach gerät etwas aus den Fugen...


    "Liebe ist Schwäche. Schwäche ist verachtenswert."


    Der neue Roman von Robert Corvus spielt in der Welt der Schattenherren-Trilogie. Von dieser Geschichte ist er jedoch völlig unabhängig und kann als Einzelband gelesen werden. Für mich war die Reise sehr spannend, habe ich doch schon die besagte Trilogie sehr gern gemocht. In einer anderen Gegend von Eloy, zu einer anderen Zeit befinden wir uns nun in den schwebenden Himmelsstädten der Aesol. Es werden die Geschehnisse aus nur einer Nacht erzählt: skurril, makaber und herrlich düster wie gewohnt.


    Mit dem Auftauchen der Osadroi war die Faszination wieder da. Der Autor führt neue Charaktere ein und geizt auch nicht mit den ersten Opfern. Die Figuren werden durch die Mangel gedreht und hinterher entweder total verkorkst, innerlich gereift oder in Finsternis versunken wieder ausgespuckt. Man kann sich als Leser nicht festlegen und wird gezwungen, Sympathien oft zu überdenken. So ein Gefühlschaos ist durchaus bereichernd. Gut finde ich auch, dass alles direkt beschrieben wird. Freundliches "um den heißen Brei Gerede" hat in der Welt der Schatten keinen Platz.


    Im Laufe der Geschichte kann man sich an einigen Rätseln und Spekulationen den Kopf zerbrechen. Das dicke, unverhoffte Ende kommt aber doch und kann überraschen. Schade, dass es nun vorbei ist. Ich würde Romane aus der Schattenwelt jederzeit gern wieder lesen.


    4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

  • Klappentext:
    Wer erfüllt ist von Hass, wer die Götter verlacht, wer die Schwachen versklavt, wer den Weg der dunklen Magie beschreitet, dem huldigt man in den Tempeln des Schattenkults ... Der Kult dient seinen unsterblichen Herren mit Hingabe und unvorstellbarer Grausamkeit - wer den Schatten trotzt, den erwartet Schlimmeres als der Tod. Doch auch das Leben seiner eigenen Anwärter schätzt der Kult gering. Dies erfährt die junge Tynay gleich bei ihrer ersten Mission, als sie im Gefolge der unsterblichen Baroness Bentora reist. Um das Orakel zu überzeugen, muss Bentora den Sohn des Stiergottes übertreffen. Dafür wird sie über Leichen gehen. Und bald begreift Tynay, dass ihr Leben auf der Waage von Sieg und Niederlage kein Gewicht hat ...


    Seit seiner Schattenherren-Trilogie zählt Robert Corvus mich zu seinen Fans. Da war es natürlich klar, dass ich auch sein neues Werk, "Schattenkult", lesen muss. Robert Corvus' einzigartigen Schreibstil bin ich schon gewohnt, und ich habe mich sehr gefreut, mit wieder von diesem Schreibstil in eine andere Welt führen zu lassen. Dass es wieder dunkel wird, war mir dabei klar. Aber genau das macht den Reiz von "Schattenkult" aus. Es ist dunkel, es ist spannend.
    Besonders gut gefallen hat mir auch, dass man das Buch ganz getrennt von den vorherigen Büchern lesen kann, es jedoch auch genauso gut vor oder nach der Schattenherren-Trilogie genießen kann. Man erhält viele Informationen, die beim Verständnis der Trilogie helfen könnten, man kann das Buch auch aber ganz alleinstehend lesen. Spannend ist es so oder so. Und genau das gefällt mir so gut daran.


    "Schattenkult" erhält von mir volle 5 von 5 möglichen Sternen. Wer sich gerne gruselt, in dunkle Welten abtaucht und ohne Spannung nicht leben kann, der sollte hier auf jeden Fall zugreifen.

  • In der Nacht des dreifachen Neumondes werden neun Gesandtschaften in den Regenbogenpalast geladen. Jene Gesandtschaft, welche das würdigste Geschenk übergibt, erhält die einzigartige Möglichkeit dem Orakel selbst eine Frage zu stellen. Angezogen von dieser Gelegenheit treibt es Priester der verschiedenen Götter, aber auch Diener des Schattenkultes in den Regenbogenpalast. Der Schattenkult, der Macht der Götter trotzend, huldigt der Finsternis und herrscht durch die Verbreitung von Leid und Zerstörung. Auf engem Raum werden die neun Gesandtschaften die Nacht im Regenbogenpalast verbringen.


    Der Roman handelt in der selben Welt wie die Trilogie „Die Schattenherren“, ist jedoch losgelöst und lässt sich unabhängig davon lesen.
    Robert Corvus zieht mit seinem Roman „Schattenkult“ den Leser tief in die Finsternis und öffnet den Blick für Hass und Zerstörung. Dabei wird der Leser nicht unbedacht hineingestoßen, es entsteht viel eher ein Sog, der ihn mit sich in die dunklen und tiefen Abgründe, die der Kult zu bieten hat zieht.
    Aus Sicht der jungen Adepta Tynay, eine Dienerin des Schattenkultes, und der Tänzerin Iotana verfolgt der Leser die Geschehnisse der Nacht.
    Die Protagonisten des Romans werden eingängig beschrieben, der Leser erhält tiefe Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Auf diese Weise werden die Entwicklungen der Nacht für Leser nachfühlbar. Diese langen Passagen in gedankliche Einblicke erscheinen möglicherweise langatmig, sind aber tragend in Hinblick darauf, dass das Buch insbesondere durch die Gefühle der Protagonisten lebt.


    Dem Autor gelingt eine düstere Atmosphäre, wie bereits in der Trilogie „Die Schattenherren“. Der Roman ist nicht für zarte Gemüter geeignet, wer jedoch den Reiz der Finsternis und die tiefen Abgründe des Kultes erkunden möchte findet in „Schattenkult“ einen mitreißenden Roman.


    4ratten