Jess Walter - "Die finanziellen Abenteuer des talentierten Poeten"

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
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  • •Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
    •Verlag: Karl Blessing Verlag (26. Mai 2014)
    •Sprache: Deutsch
    •ISBN-10: 3896675184
    •ISBN-13: 978-3896675187


    Inhaltsangabe:


    Matt Prior hat alles, was der amerikanische Durchschnittsbürger sich wünscht: ein Haus in einer Vorortsiedlung, eine hübsche Frau, zwei Kinder. Doch sein Plan, sich als Lyriker zu etablieren, scheitert.
    Und als er auch noch seinen Job als Wirtschaftsjournalist verliert, weiß er plötzlich nicht mehr, wie er seine Schulden bezahlen soll. Seine Gläubiger aber sind ungeduldig, und er muss innerhalb kürzester Zeit 30.000 Dollar auftreiben, um nicht seine gesamte Existenz zu verlieren. Dann trifft er nachts beim Milchholen im Supermarkt um die Ecke auf zwei jugendliche Kiffer, raucht seinen ersten Joint seit Jahren, geht auf eine Party, und plötzlich kommt ihm eine folgenschwere Idee, wie er seine Geldprobleme lösen kann.


    Autoreninfo:


    Jess Walter arbeitete als Journalist, bevor er Buchautor wurde. Für eine seiner journalistischen Arbeiten war er für den Pulitzer-Preis nominiert, für seine Kriminalromane für mehrere Buchpreise, 2005 erhielt er den Edgar Allan Poe Award. Jess Walter lebt mit seiner Familie in Spokane, Washington.


    Meine Meinung:


    Titel: Was tun, wenn das Leben dir übel mitgespielt hat?


    Matt ist Mitte 40, verheiratet, zwei Kinder, ein riesiges Haus, das bezahlt werden muss, aber er hat keinen Job mehr. Bisher hat er als Wirtschaftsjournalist gutes Geld verdient, aber bei der nächsten Entlassungswelle war er dabei, was nun? Als er abends beim Milchholen auf zwei Kiffer trifft, kommt ihm die Idee: Drogen an seine Mittelklassefreunde verkaufen. Ob das gut geht?


    Jess Walter hat mich zu Beginn dieses Gesellschaftsromans wirklich fesseln können, denn seine Gesellschaftskritik und die entsprechende Wortwahl kamen bei mir gut an. Als Leser spürt man immer mehr den Verfall des gebeutelten Hauptcharakters, der es eigentlich nur gut meint, sich mit seinem Tun aber immer mehr in den Sumpf des Verlierens katapultiert.


    Bis zur Hälfte des Buches war ich vollends begeistert von der Lektüre, aber danach war ich einfach nur noch genervt vom Protagonisten Matt. Sein Handeln ist irgendwann nicht mehr nachvollziehbar und man möchte ihn einfach nur noch schütteln und wach rütteln. Zudem bekommt man extrem schlechte Gedichte um die Ohren gehauen.


    Leider konnte der Autor das hohe Unterhaltungsniveau nicht bis zum Ende durchhalten, so dass ich nur bedingt mit der Lektüre zufrieden war. Ich hatte eine coole und taffe Hauptfigur erwartet, bekam jedoch einen Verlierer und Versager geliefert.


    Fazit: Gesellschaftskritik ja, Niveau vielleicht?! Ich kann das Buch nur bedingt weiterempfehlen!


    Bewertung: 3ratten


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  • Ich konnte mich leider auch nicht wirklich für das Buch begeistern ...


    Der untalentierte Poet?


    Ich bin ein großer Fan der Serie Breaking Bad und das war der Grund für mich, dieses Buch lesen zu wollen. Das geniale Cover, ein vielversprechender Klappentext und eine Leseprobe, die mich mit schwarzem Humor überzeugt hat, all das versprach mir ein Buch ganz nach meinem Geschmack.


    Anfangs war ich auch ziemlich begeistert von der skurrilen Geschichte. Matt Prior wirkte auf mich sympathisch verpeilt und so schön schräg. Und trotzdem kümmert er sich geduldig um seinen dementen Vater und seine beiden Kinder. Aber schon nach wenigen Kapiteln kam die Ernüchterung. Mein Bild von Matt veränderte sich. Ich finde ihn immer noch ziemlich verpeilt, aber nachdem ich ein paar Hintergründe erfahren habe, die er sehr ausführlich erzählt, sehe ich ihn eher als eine ziemlich verkrachte Existenz, leichtgläubig und zu allem Überfluss ist er auch noch ein ziemlicher Feigling. Er zerfließt in Selbstmitleid, bespitzelt seine Ehefrau und trifft Entscheidungen, die ich einfach nicht nachvollziehen kann. Da blieb leider nicht mehr viel Sympathie übrig und es fiel mir immer schwerer, ihn und seine Geschichte zu mögen.


    Jess Walter lässt Matt selbst erzählen. Die Ich-Form in Verbindung mit dem Präsens kann einem schon mal zu nah kommen. Obwohl Matt nicht ständig kifft, jagt ein „Laberflash“ das andere und er philosophiert über alles mögliche. Manches kann ich nachvollziehen, manches ist einfach nur abgedreht und manches … hat mich so sehr genervt und gelangweilt. Matt hält sich für einen Poeten, seine Gedichte, die er jedem Kapitel voranstellt, fand ich persönlich so schlecht, dass ich sie nur noch überflogen habe. Die eigentliche Geschichte rückt immer wieder in den Hintergrund und irgendwann rutscht auch das, was ich anfangs spannend und interessant fand, ins Absurde ab. Ich weiß gar nicht, wie oft ich beim Lesen den Kopf geschüttelt oder mit den Augen gerollt habe.


    Nick Hornby lobt auf der Rückseite: „Der witzigste Roman des Jahres“. Dem kann ich leider nicht zustimmen. Natürlich gibt es sehr witzige Momente, aber so oft blieb mir das Grinsen im Hals stecken und richtig lachen musste ich gar nicht. Aber Humor ist ja so eine Sache, die jeder anders sieht. Trotz aller Kritikpunkte hat das Buch auch seine Highlights und einiges regt zum Nachdenken an. Aber über solche Ausdrücke wie „Die Arroganz der Erwerbstätigen“ und diese ständigen Rechtfertigungen, warum gerade er keinen Job hat, habe ich mich einfach nur geärgert. Und trotz einiger guter Passagen war ich dann froh, als ich das Buch endlich zuklappen konnte.


    Fazit: Eine skurrile Geschichte über den sozialen Abstieg im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.


    3ratten

  • Anbei meine Rezi!
    leider hat mich dieses Buch nicht wirklich überzeugt!
    Trotzdem Danke das ich dabei sein durfte! :winken:



    Ein Mann der Alles riskiert!!!


    Kurzbeschreibung
    Matt Prior könnte eigentlich recht zufrieden sein mit seinem Leben.
    Er hat ein Haus, zwei Kinder und eine wunderhübsche Frau und einen Job wo ihm Spass machen würde.
    Wenn das Wörtchen wenn nicht wäre...
    Denn Matt ist nicht nur total überschuldet und soll seinen Gläubiger sehr schnell ihr Geld wieder geben, sondern hat auch den Verdacht das seine Frau ihm fremdgeht und sein Familienleben nicht gerade rund läuft.
    Von seinem Job nicht zu reden, den er ist arbeitslos und wie es kommen muss, lenkt er den Blick in eine Richtung die für ihn Hoffnung bedeutet.....



    Cover
    Das Cover macht neugierig auf die Lebensgeschichte von Matt Prior, der einige Probleme und Situationen bewältigen muss.
    Ich finde das Cover passt sehr gut zu der Geschichte die darin enthalten ist.



    Schreibstil
    Der Autor Jess Walter hat hier eine Geschichte erschaffen die von den finanziellen Abgründen unserer Gesellschaft erzählen und man folgt dem Lebensweg von Matt Prior.
    Der Schreibstil liest sich soweit flüssig und man kehrt ein in die fianziellen und bewegenden Abgründe die Matt zu bewältigen versucht auf seine eigene skurille und sehr tollpatschige Weise.



    Meinung
    Matt Prior ist ein verheirateter Mann und könnte mit seiner kleinen Familie die auch aus zwei Kindern besteht soweit ganz glücklich sein, bis auf den Punkt das er sehr hoch verschuldet ist und innerhalb kürzester Zeit 30 000 Dollar auftreiben soll.


    Von Geldproblemen geplagt bekommt er bei seinem täglichen Gang zum Supermarkt eine Idee das er ja ins Drogengeschäfft einsteigen könnte.


    Denn der erste Joint hat er ja bei seinem Besuch am Supermarkt schon mit zwei Kiffern.


    Was dann beginnt ist ein spießrutenlauf mit seinem eigenen Charakter und der Problembewältigung seiner Ehe und seines Lebens.


    Denn Matts Ehefrau ist alles andere als glücklich und flirtet lieber fremd.
    Aber das scheint nicht Matts einziges Problem.
    Er versucht sich als Dealer und erlebt das ein oder andere Chaos auf seinem Weg......



    Fazit
    Ich muss sagen das ich es, in unserer heutigen Zeit eine Geschichte finde, die zum Nachdenken anregt!
    Und auch ein Bild der sozialen Zerstörung im Umfeld eines Mannes hin beschreibt.
    Und Ihn bis zum Abgrund führt. Wobei ich selbst sagen muss das mir das Thema zwar gut vorkam aber bei einem gewissen Punkt zu überspitzt beschrieben war, deshalb gibt es Punkteabzug, wobei das wirklich nur meinem Geschmack entspricht.



    3ratten



    Glg Susanne

  • INHALT
    Matt Prior hat alles, was der amerikanische Durchschnittsbürger sich wünscht: ein Haus in einer Vorortsiedlung, eine hübsche Frau, zwei Kinder. Doch sein Plan, sich als Lyriker zu etablieren, scheitert.
    Und als er auch noch seinen Job als Wirtschaftsjournalist verliert, weiß er plötzlich nicht mehr, wie er seine Schulden bezahlen soll. Seine Gläubiger aber sind ungeduldig, und er muss innerhalb kürzester Zeit 30.000 Dollar auftreiben, um nicht seine gesamte Existenz zu verlieren. Dann trifft er nachts beim Milchholen im Supermarkt um die Ecke auf zwei jugendliche Kiffer, raucht seinen ersten Joint seit Jahren, geht auf eine Party, und plötzlich kommt ihm eine folgenschwere Idee, wie er seine Geldprobleme lösen kann. (Blessing Verlag)


    MEINE MEINUNG
    In seinem neuen Roman „Die finanziellen Abenteuer des talentierten Poeten“ stellt der amerikanischen Autor Jess Walter einen Mann in einer existenziellen Krise in den Mittelpunkt seiner skurrilen Geschichte und führt dem Leser auf unterhaltsame und recht sarkastisch-amüsante Weise vor Augen, wie schnell der viel gepriesene Amerikanische Traum zum wahren Albtraum für den Einzelnen werden kann.
    Aus der Perspektive des Ich-Erzählers Matt Prior als typisch amerikanischen Mustermann erleben wir, wie sein komfortables Mittelschichtsleben durch akute Finanznöte in eine gefährliche Schieflage gerät, sich zunehmend zu einem unaufhaltsamen sozialen Abstieg entwickelt, an dem sogar seine gesamte Familie zu zerbrechen droht.
    Matt, ein arbeitsloser Wirtschaftsjournalist, befindet sich in einer derart prekären finanziellen Situation, so dass man eigentlich nur noch Mitleid mit dieser recht schrulligen, völlig chaotischen und herrlich schrägen Hauptfigur haben muss.
    Er hat derart hohe Schulden angehäuft, dass er sein schönes Eigenheim, sein Auto, seine Altersvorsorge und vielleicht sogar seine Ehefrau zu verlieren droht, wenn es ihm nicht gelingt, innerhalb kürzester Zeit 30.000 Dollar aufzutreiben.
    Doch je mehr ich von ihm darüber erfuhr, wie er mit einer äußerst windigen Geschäftsidee von poetfolio.com in dieses finanzielle Desaster hineingeraten ist und tieferen Einblick in seinen wirklichen Charakter und seine persönliche Einstellung zu vielen Dingen bekommen, desto unsympathischer wurde die Figur und seine skurrile Persönlichkeit für mich. Zum Beweis für Matts fehlendes poetisches Talent und seine unfassbare Überheblichkeit lässt Jess Walter seine Kapitel mit Matts haarsträubend schlechten Gedichten beginnen – für den Leser übrigens zunehmend eine Qual.
    Sehr gekonnt lässt der Autor Matt mit seinem trockenen, sarkastischen Humor seine Lage analysieren und erstaunlich schonungslos und treffend bittere Wahrheiten formulieren. Doch andererseits philosophiert er mal überheblich mal voller Selbstmitleid endlos über „Gott und die Welt“, so dass man als Leser über soviel Geschwafel nur noch verständnislos den Kopf schütteln kann.
    Insgesamt viel zu überdreht und überzogen hat der Autor für meinen Geschmack seine Hauptfigur gezeichnet, so dass ich den Loser Matt trotz einiger weniger sehr warmherziger und liebenswerter Seiten schließlich mit seiner grenzenlosen Naivität, Plan- und Sorglosigkeit nicht mehr ernst nehmen und bedauern konnte.
    Aus der zunächst noch nachdenklich stimmenden Ausgangssituation entwickelt sich schnell eine äußerst verrückte und abenteuerliche Geschichte, die zwar sehr unterhaltsam ist, aber immer mehr ins Absurde abzugleiten droht. Um dem Abwärtsstrudel zu entkommen und die vage Chance zu nutzen, mit etwas Geld alles wieder ins Reine zu bringen, kommt Matt auf die wahnwitzige Idee, mit Haschisch zu dealen. So trifft er weiterhin irrationale (Fehl-)Entscheidungen und beschleunigt so noch seine Misere.
    Grandios geschrieben sind gegen Ende dann die Episoden mit der gelungenen Gesellschaftskritik, die unser geläuterter Antiheld Matt nach seinem gnadenlosen sozialen Absturz übt. Hier wirkt sein schonungsloser, zynischer Rückblick auf sein verkorkstes Lebensmodell und dem Amerikanischen Wohlstandswahn sehr authentisch und stimmt den Leser zum Abschluss sehr nachdenklich.


    FAZIT
    Eine quirlige, unterhaltsame Geschichte über einen Anti-Helden in einer existenziellen Krise mit viel schwarzem Humor und einer ziemlich abgedrehten Handlung.
    Trotz vieler gelungener Passagen ist Jess Walters Gesellschaftssatire für meinen Geschmack leider insgesamt etwas zu überzeichnet und skurril geraten und konnte mich nicht völlig überzeugen.


    3ratten

  • Matt hatte alles was man sich nur wünschen kann: einen Job, eine Frau die ihn liebt, ein großes Haus. Nun ist der Job weg, seine Frau flirtet fremd und wenn er es nicht schafft in sieben Tagen 30 000 Dollar aufzutreiben wird die Bank sein Haus pfänden.
    Beim Milch holen lernt er die Kiffer Jamie und Skeet kennen und raucht den ersten Joint seit Jahren. Und mit seinem zugedröhnten Hirn überlegt er sich ob es nicht voll dufte wäre, wenn er sich mal als Drogendealer versucht.


    Jess Walter hat hier einen wunderbaren, aber verrückten Roman geschrieben.
    Der Leser begleitet einen Mann der es bis fast nach ganz oben geschafft hatte, der es aber irgendwie hinbekommen hat wieder ganz unten zu landen. Wie, wird natürlich ausführlich beschrieben.
    Matt ist durch und durch zynisch. Er hat einen wunderbar schwarzen Humor und es ist ihm fast jedes Mittel recht um an das viele Geld heran zu kommen. Er hat viele Probleme, aber er schafft es sich in kürzester Zeit noch größere einzuhandeln. Und das erzählt uns der Autor auf sehr witzige aber auch sehr ernste Weise.
    Matt ist auch sehr sensibel. Er liebt seine Kinder und seine Frau und seinen senilen Vater der immer die gleichen Fragen stellt.
    Matt ist der klassische Antiheld den man zwar sofort mag, den man aber liebend gern einen Arschtritt verpassen möchte und den man anbrüllen möchte, damit er sich endlich mal zusammen reißt.
    Das Buch regt auch zum nachdenken an. Wie schnell man in der heutigen Welt alles verlieren kann wenn man nicht aufpasst. Was man bereit wäre zu tun wenn man nicht weiter weiß.
    Zugegeben, diese Geschichte ist manchmal richtig schräg, genau wie Matts Gedichte die immer mal wieder eingestreut werden. Aber ich habe das Buch richtig genossen und kann es echt nur weiter empfehlen.


    5ratten:tipp:

    Lesen ist die schönste Brücke zu meinen Wunschträumen.

    Einmal editiert, zuletzt von nanu?! ()

  • Meine Meinung nach der gemeinsamen Leserunde:


    Erst mal find ich das Buch optisch echt toll - hab mich schon beim Auspacken gefreut.
    Und es war ein echter Hingucker. Da ich mein aktuelles Buch ja meist mit mir rumschleppe, wunderte ich mich etwas - weil sonst werde ich nicht so häufig auf ein Buch angesprochen. Da haben wohl doch mehr brave Deutsche schon Kontakt mit dem fingrigen Blatt gemacht. Dann ein Blick auf das Autorenfoto - hey - super sympathischer Typ. Das waren schon mal gute Voraussetzungen für Lesevergnügen.


    Die Serie 'Braking Bad' haben wir inzwischen auch ganz angeschaut. Leider war sie nicht annähernd so gut wie das Buch. Ich hab vor dem Buch nur den Pilotfilm gesehen und der Serie dann nach dem tollen Buch nochmal eine Chance gegeben, aber das war ja so gar nicht meins. Kann nur sagen - ein Glück ist Matt nicht so ein Arsch wie Walter White!


    Denn Matt liebt seine (meiner Meinung nach dumme) Frau und seine Kinder und auch seinen Vater. Was immer wieder in wirklich poetischen Nebensätzen heraus kommt. Denn die "Poesie" die Matt schreibt und die dem Buch den Titel gibt ist gar nicht die eigentliche Poesie. Die ist Gaudi. Nein - die wirkliche Poesie ist in der eigentlichen Belletristik.


    Besonders lustig fand ich das Buch letztendlich nicht, ich fand es sehr aufwühlend und bewegend. Eine wunderschön verpackte Kritik an der verkommenen (amerikanischen) Gesellschaft. Während des Lesens kreisen die Gedanken immer wieder um die eigene Rolle als Rad in dieser schrecklichen Maschinerie und darum wie leicht man auf einmal ganz am Boden derselben ankommen kann, wenn ein Rädchen rausspringt.
    Mit der Frau und ihrem Liebhaber bekommt man auch richtig hassenswerte Gegenspieler des unglücklichen Antihelden. Ich hätte mir für Matt inhaltlich ein anderes Ende gewünscht, aber dennoch war es literarisch genau richtig.
    Die Handschuhe! :herz:


    Für mich auch ein absoluter Buchtipp!
    5ratten :tipp:

    Viele Grüsse,

    Weratundrina

  • Dann hat der damalige Neuling diesen Thread verpasst..
    :redface:
    Pünktlich zum 6.Juli auf der Hauptseite gepostet:
    http://www.literaturschock.de/…scussions/review/id:6838/
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    Der arme Wirtschaftspoet


    Zur falschen Zeit am falschen Ort - oder doch Perfect Timing?
    Einst wollte Matt mit Wirtschaftspoesie ein Geschäft aufbauen, das, bevor es richtig anfing, schon den Bach hinunterging, er weiß nicht mehr weiter und greift nach dem letzten Strohhalm.
    Matt trifft beim Einkaufen auf redselige Experimentier-Botaniker in Baggy Jeans..irgendwie schlittert er da so rein..die Meister der K´wumm suchen eine Mitfahrgelegenheit, sie sind zu "unfähig" um selber ein Gefährt zu lenken, bieten aber im selben Augenblick dem Fahrer eine Kostprobe an, die er zuerst dankend ablehnt, dann aber aus Neugier annimmt, mal sehn was die Kidz von heute so drauf haben..nur aus Neugier halt..
    Die Gang der Galgenvögel findet in Matt ein neues Opfer.
    Sein Kleinhirn entwickelt auf der Umlaufbahn der Erde eine verrückte Idee, irgendwie müssen alle Schulden beglichen werden, sonst ist man Haus und Wertsachen los, samt Frau und Kinder.
    Ehefrau Lisa weiß natürlich nichts davon und füllt lieber die Garage mit Ebay-Sonderverkäufen.
    Der arme Wirtschaftspoet sieht sich in die Enge gedrängt und trifft eine Entscheidung, die nicht lange gutgehen kann..
    Ironie trieft in Sarkasmus, der in Metaphern versinkt, slapstickartig.
    Eine schwarzhumorige Geschichte, die sicher ihre Fans finden wird.
    :smile:
    3ratten plus :marypipeshalbeprivatmaus:

    Einmal editiert, zuletzt von SABO ()