Rebecca Michéle - Im Schatten der Vergeltung

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    Klappentext:
    Maureen, schottischer Abstammung, verheiratet mit einem einflussreichen englischen Landadligen und Mutter einer sechzehnjährigen Tochter, erfährt, dass ihre Mutter nach der Schlacht von Culloden (in Schottland) von drei englischen Offizieren vergewaltigt worden ist. Sie ist das Produkt dieser Gewalttat. Das erklärt Maureens freudlose Kindheit und Jugend, denn ihre Mutter konnte nie Liebe für sie empfinden.


    Maureens Ehemann fürchtet einen Skandal, wenn dies bekannt wird. Deshalb verstößt er Maureen und sagt der Tochter, die Mutter wäre gestorben. Um nicht zu zerbrechen, beschließt Maureen, die drei ehemaligen Offiziere zu finden.


    Der historische Roman spielt im England und Schottland um 1780 – 1782. Er behandelt die Auswirkungen der Niederschlagung des 2. Jakobitenaufstandes in Schottland nach der Schlacht von Culloden.
    ____________________


    Zu diesem Buch startet am 8. August eine autorenbegleitete Leserunde - wir haben noch reichlich Platz im Lostopf, der bis Ende dieser Woche geöffnet ist :winken:

    LG, Dani


    **kein Forums-Support per PN - bei Fragen/Problemen bitte im Hilfebereich melden**

  • •Broschiert: 421 Seiten
    •Verlag: edition oberkassel; Auflage: 1., Auflage (15. Juli 2014)
    •Sprache: Deutsch
    •ISBN-10: 3943121526
    •ISBN-13: 978-3943121520


    Inhaltsangabe:


    Maureen, schottischer Abstammung, verheiratet mit einem einflussreichen englischen Landadligen und Mutter einer sechzehnjährigen Tochter, erfährt, dass ihre Mutter nach der Schlacht von Culloden (in Schottland) von drei englischen Offizieren vergewaltigt worden ist. Sie ist das Produkt dieser Gewalttat. Das erklärt Maureens freudlose Kindheit und Jugend, denn ihre Mutter konnte nie Liebe für sie empfinden. Maureens Ehemann fürchtet einen Skandal, wenn dies bekannt wird. Deshalb verstößt er Maureen und sagt der Tochter, die Mutter wäre gestorben. Um nicht zu zerbrechen, beschließt Maureen, die drei ehemaligen Offiziere zu finden. Der historische Roman spielt im England und Schottland um 1780 - 1782. Er behandelt die Auswirkungen der Niederschlagung des 2. Jakobitenaufstandes in Schottland nach der Schlacht von Culloden.


    Autoreninfo:


    Rebecca Michéle: geboren 1963 in Süddeutschland, lebt mit Mann und zwei Kater in der Nähe von Stuttgart. Seit dem Jahr 2000 widmet sie sich ausschließlich dem Schreiben und hat bereits mehrere historische Romane veröffentlicht – auch unter den Pseudonymen Ricarda Martin und Michelle Ross. Großbritannien, insbesondere Cornwall und Schottland, fasziniert sie seit ihrer Jugend. Mindestens einmal im Jahr reist sie auf die britische Insel und recherchiert Schauplätze und Hintergründe ihrer Romane und ist regelmäßig als Reiseleiterin für verschiedene Organisationen in Großbritannien unterwegs.


    Meine Meinung:


    Titel: Auf dem Rachefeldzug...


    Da ich großes Interesse an historischen Romanen habe, probiere ich regelmäßig neue Autoren für mich aus und so kam ich zu Rebecca Michéle mit ihrem Buch "Im Schatten der Vergeltung". Man darf sich keineswegs vom kitschigen Cover ablenken lassen, denn kitschig ist die Geschichte ganz und gar nicht.


    Als Leser begeben wir uns in das Jahr 1780 und begleiten Maureen, die Ehefrau eines englischen Landadeligen. Sie erfährt von ihrer Mutter, zu der sie seit Jahren keinen Kontakt hatte, dass sie die Frucht einer Vergewaltigung ist und diese Offenbarung zerstört Maureens bisheriges Leben. Sie sinnt nach Rache und begibt sich auf die Suche nach den Peinigern ihrer Mutter. Doch wird sie diese finden? Und wenn ja, was soll sie dann bloß tun?


    Der Roman besticht vor allem durch sehr viel geschichtliches Hintergrundwissen, was ich sehr ansprechend fand. Ich erfuhr viel über Schottland und England der damaligen Zeit.


    Die Handlung wird uns aus der Perspektive der dritten Person näher gebracht und ist ungemein temporeich. Zahlreiche Wendungen sorgen dafür, dass man als Leser ins Staunen gerät.


    Der Nebencharakter Frederica, die Tochter von Maureen, gefiel mir außerordentlich gut, denn ihr Handeln konnte ich immer nachvollziehen und sie war mir sofort sympathisch. Die Hauptprotagonistin Maureen machte es mir jedoch sehr schwer sie zu mögen, da ihre Gedanken für mich oft sehr naiv waren und ihr Handeln stets wankelmütig und völlig überstürzt war. Personen, die eigentlich etwas Gutes tun wollen, aber mit ihrem Handeln mehr Schaden anrichten als alles andere, sind bei mir leider keine Sympathieträger.


    Die Autorin beschreibt alles sehr ausführlich, manchmal zu detailliert, denn wenn angeführte Informationen die Geschichte nicht vorantreiben, dann haben sie für mich stets den Charakter eines Seitenfüllers.


    Unangenehm aufgefallen ist mir (dafür kann die Autorin jedoch nichts), dass sich bei meiner Printausgabe einige Fehler eingeschlichen haben, mal ist ein Wort zu viel, mal fehlt ein Buchstabe, Satzzeichen oder ähnliches, was mir das Lesen doch etwas vergällt hat. Die Schriftgröße war mir persönlich zu klein. Der Klappentext verrät für mein Empfinden auch viel zu viel, denn um das alles zu erfahren, muss man die ersten 100 Seiten gelesen haben.


    Alles in allem hat mich die Geschichte zwar nicht enttäuscht, aber wirklich überzeugen konnte sie mich leider auch nicht. Es passieren einfach viel zu viele Zufälle, die die Geschichte unglaubwürdig erscheinen lassen. Nun gut und wahrscheinlich liegt es auch daran, dass ich mich in die Hauptperson nicht einfühlen konnte.


    Fazit: Wer historische Schmöker liebt, der wird hier auf seine Kosten kommen. Mir hat das Buch leider nur eingeschränkt gefallen, da mir unter anderem einige Passagen zu grausam waren. Geschmackssache und daher nur bedingt zu empfehlen!


    Bewertung: gut gemeinte 3ratten

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)

  • Der Rachefeldzug einer Frau


    Die Schottin Maureen, verheiratet mit dem englischen Lord Trenance, reist 1780 mit ihrer Familie nach Edinburgh, um ihrer kranken Mutter Laura beizustehen, auch wenn Laura nichts mehr von ihrer Tochter wissen möchte, seit sie einen Engländer geheiratet hat. Dort erfährt Maureen von dem schockierenden Geheimnis ihrer Mutter, welches ihren Hass auf die Engländer erklärt. Als Maureen das Liebste genommen wird, beschließt sie, Rache an den Menschen zu nehmen, die für das Leid ihrer Mutter und schlußendlich ihrer Familie verantwortlich sind.


    Ich muß gestehen, daß das Cover mir nicht besonders gefallen hat – wenn ich nicht bereits ein tolles Buch der Autorin gelesen hätte, hätte ich eher nicht zu diesem Buch gegriffen. Und das wäre sehr schade gewesen, denn dann hätte ich die spannende Geschichte um Maureen und ihrer Rache verpasst. Gespickt wird die Handlung durch zahlreiche historische Fakten, die die Handlung abrunden. Zudem bekommt der Leser einen guten Einblick in das damalige Gesellschaftsleben.


    Maureen Trenance hat es nicht nur aufgrund ihrer schottischen Abstammung in Cornwall schwer, sondern sie stammt dazu noch aus einfachen Verhältnissen: ihre Heirat mit Philipp war eine Liebesheirat, bei der sich ihr Mann über sämtliche Konventionen hinweggesetzt hat. Sie liebt ihre neue Heimat, hat aber Probleme damit, sich immer und immer wieder der Etikette unterzuordnen. Besonders ihre Nachbarin Lady Esther, die sie bei ihrer Ankunft auf Trenance Cover damals unter ihre Fittiche genommen hat, läßt Maureen immer wieder ihren Stand in der Gesellschaft spüren.
    Maureen ist sehr starrsinnig, und wenn man ihre Mutter Laura kennenlernt, weiß man, vom wem sie diese Eigenschaft geerbt hat. Als sich Maureen vornimmt, die Vergewaltiger ihrer Mutter zur Rechenschaft zu ziehen, wird sie blind vor Rache und übersieht beinahe, daß auch Unschuldige unter ihrem Tun leiden.


    Maureens Ehe mit Philipp hat in den letzten Jahren unter dem Standesdünkel und dem Druck von außen gelitten: sie sind sich nicht mehr so nahe wie zu Beginn ihrer Beziehung. Dennoch hilft Philipp Maureen bei der Pflege ihrer todkranken Mutter. Als er jedoch von Maureens wahrer Herkunft erfährt, befürchtet er einen Skandal.


    Frederica, die 16-jährige Tochter der Trenance, ist eine lebenslustige junge Frau, die unsterblich in den Sohn von Lady Esther verliebt ist. Sie macht in meinen Augen die bemerkenswerteste Entwicklung in diesem Buch durch und spielt am Ende dieses Buches eine wichtige Rolle.


    Schön finde ich, daß die Charaktere nicht nur einseitig dargestellt werden, ebenso ist es spannend, wie die Täter von damals auf ihre Umgebung und Maureen wirken.


    4ratten

    Liebe Grüße

    Karin

  • Wie Rache einen Menschen verändern kann


    Schottland übt von jeher eine außerordentliche Faszination auf mich aus und so konnte ich nicht widerstehen, als mir das Buch angeboten wurde. Trotz des Covers, das mich so gar nicht anspricht. Im Buchladen wäre ich bestimmt daran vorbei gelaufen. Aber das sind ja nur Äußerlichkeiten.


    Dies ist mein erstes Buch von Rebecca Michele und das war ein weiterer Grund, denn ich lerne sehr gerne neue Autoren kennen. Der Schreibstil ist überaus angenehm, aber teilweise war er mir etwas zu modern. Kam einem jungen Mädchen zur damaligen Zeit ein trotziges „Bla bla bla“ über die Lippen? Ich erwarte keine historisch absolut korrekte Sprache, aber junge Menschen haben damals einfach anders geredet als heute. Zum Glück gab es nur sehr wenige dieser Ausrutscher.


    Hauptthema ist der Rachefeldzug von Maureen und er nimmt erstaunliche Ausmaße an. Damit hat Rebecca Michele mich absolut überrascht. Ich hätte Maureen, so wie ich sie anfangs in der Geschichte kennen gelernt habe, nicht so viel Gerissenheit und auch Kälte zugetraut. Sie macht eine eindrucksvolle Wandlung durch, aber dass sie so ihren Charakter verändern kann, hätte ich nicht gedacht. Aber Hass ist etwas, das einen Menschen sehr verändern kann. Und so werde ich Zeuge, wie sie die Peiniger ihrer Mutter nacheinander jagt und keine Gnade walten lässt. Und zwar so heftig, dass sie streckenweise etwas befremdlich auf mich wirkte und ich schon fast Mitleid mit den „bösen Jungs“ hatte.


    Die Personen sind allesamt sehr vielschichtig, das ist für mich ein großer Pluspunkt. Sie verändern sich zwar nicht so sehr wie Maureen, machen die Geschichte aber recht interessant. Die Schauplätze sind gut gewählt und der historische Hintergrund dient nicht nur als Kulisse. Aber ich hätte mir mehr schottisches Flair gewünscht. Der Konflikt zwischen den Schotten und den Engländern wurde sehr gut dargestellt und auch die Schlacht von Culloden spielte eine wichtige Rolle. Und dennoch fehlte mir etwas, um die Geschichte zu einem wirklichen Highlight werden zu lassen. Einige Längen zwischendurch und das irgendwann vorhersehbare Ende schmälerten meinen Lesegenuss ein wenig.


    3ratten

  • Maureen, Frau eines englischen Lords, stammt aus einfachen Verhältnissen und kommt aus Schottland. Nach der Schlacht von Culloden ist der Hass der Schotten auf die Engländer noch größer geworden und so ist es kein Wunder, dass Maureens Eltern gegen die Verbindung zu einem englischen Soldaten sind. Es kommt zum Bruch mit der Familie und sie folgt Philipp nach Cornwall. Nach vielen Jahren ohne Kontakt erhält sie plötzlich einen Brief ihrer Mutter, da der Vater im Sterben liegt. Sie reist nach Schottland. Ihr Vater ist bereits verstorben und auch ihre Mutter ist sterbenskrank. Sie übernimmt die Pflege der Mutter, kommt ihr mit der Zeit näher und erfährt, dass ihr Vater sich ihrer Mutter angenommen hat, nachdem sie von drei englischen Soldaten missbraucht und geschwängert wurde. Sie versteht, warum ihre Mutter immer so kühl und abweisend war und schwört Rache.
    Maureen ist eine willensstarke und wissbegierige Frau. Obwohl sie nicht standesgemäß war, wird sie inzwischen toleriert. Aus Liebe zu ihrem Mann passt sie sich den gesellschaftlichen Gepflogenheiten an, aber immer wieder eckt sie an, da sie sich nicht vollends unterordnen kann. Obwohl Philipp dagegen ist, will sie ihre Mutter pflegen. Sie entwickelt eine Bindung zu ihrer Mutter, die ihr zeitlebens fehlte. Als sie die Geschichte der Mutter erfährt, ist sie entsetzt und schwört Rache. Dabei verliert ihre verhärtete Seele dann aber das rechte Maß.
    Auch Philipp ist entsetzt, aber bei ihm ist das Ansehen und die gesellschaftliche Akzeptanz wichtiger. Auch fürchtet er, die Tochter Frederica nicht mehr standesgemäß verheiraten zu können. Seine Konsequenzen sind entsprechend hart und aus heutiger Sicht nicht nachvollziehbar.
    Frederica ist in ihrem Wesen der Mutter sehr ähnlich. Sie ist verliebt in den Nachbarssohn George, muss aber feststellen, dass die Linnleys sie als nicht standesgemäß empfinden.
    Ich habe zunächst sehr viel Sympathie für Maureen gehabt, aber im Laufe der Geschichte konnte ich ihren Rachefeldzug nicht mehr akzeptieren, da sie skrupellos und ohne Rücksicht auf Kollateralschäden vorgeht. Immer wieder kommt ihr der Zufall zu Hilfe. Dass sie zum Ende dann doch noch ein wenig nachsichtiger und weniger hart agiert, sorgt für eine schlüssige Abrundung der Geschichte.
    Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten. Der historische Hintergrund wurde ebenso gut vermittelt wie die gesellschaftlichen Gepflogenheiten jener Zeit.
    Das Cover finde ich absolut unpassend und nicht ansprechend, es kommt mir vor wie das Titelbild eines Groschenromans. Auch die Schrift im Buch hätte ruhig etwas größer sein können.
    Eine unterhaltsame und spannende historische Geschichte, die mir gut gefallen hat.