Tad Williams - Der Blumenkrieg / The War of the Flowers

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 35 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Valentine.

  • Gedacht habe ich mir, dass ich richtig liege, aber sicher war ich mir dann doch nicht.


    Das Buch hat mich fasziniert, vielleicht lege ich es mir ja zu, (oh je, meine Vereinbarung mit meinem Schatz kommt immer mehr ins Schwanken :breitgrins: )


    Katrin

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    Nach Osten Ard und Otherland war Der Blumenkrieg mein drittes Werk von Tad Williams und wieder handelt es sich um ein Buch, das mit den anderen nicht zu vergleichen ist. Das gefällt mir an Tad Williams: er bleibt mit seinen Büchern nicht im gewohnten, erfolgreichen Fahrwasser, sondern probiert einfach mal etwas Neues aus. Man braucht für den Blumenkrieg anfangs schon ein bisschen Geduld. Die Geschichte kommt ein bisschen schwer in Gang, allerdings gibt es viele komische Elemente, die für den lahmen Beginn entschädigen. Da werden hemmungslos Klischees alter Hollywood-Filme verwurstet, wie z.B. die Zugfahrt. Reiche, gelangweilte Tochter aus bestem Haus rettet den Helden im Zug aus einer mehr als misslichen Situation und verliebt sich in ihn, usw. Man sieht direkt Veronica Lake durch den Zug stöckeln. :smile: Nach ca. 200 - 300 Seiten beginnt man durchzublicken und die Geschichte wird spannend. Inzwischen hat man viele Figuren lieb gewonnen und hofft, dass sie das Ende des Buches erleben. Püppchen, die Ogerin, die mir am Anfang so gut gefiel, hatte leider keine besonders große Rolle. Dafür gab es aber viele andere.
    Ich finde die Idee, das Elfenreich einmal ganz anders als märchenhaft zu zeigen, gut und auch gut umgesetzt. Bei Williams fasziniert mich immer der Detailreichtum. Weil Theo staunend durch diese fremde Elfenwelt stolpert und Dinge bemerkt, die ein Einwohner als völlig normal gar nicht erwähnen würde, werden viele Dinge ausführlich und sehr anschaulich beschrieben. Neben der spannenden Handlung haben mir diese Beschreibungen am meisten Freude gemacht.


    Der Blumenkrieg ist wirklich gut, deshalb vergebe ich 4ratten .

    Einmal editiert, zuletzt von qantaqa ()

  • Hallo,


    qantaqas Rezi kann ich voll und ganz unterschreiben! Mir hat das Buch auch sehr gut gefallen. Ich finde es faszinierend wie Tad Williams es versteht immer wieder neue Welten entstehen zu lassen und einen da hinein zu ziehen. Seine Elfenwelt, wie er sie beschrieben hat, ist einfach ganz anders. Er überrascht immer wieder. Wo nimmt er nur seine Fantasie her?


    Liebe Grüße
    Heimfinderin

  • Hi!


    Der Blumenkrieg hat mir auch sehr, sehr gut gefallen, obwohl ich (wie schon mal in diesem Thread bemerkt) lange Zeit einfach nicht aus der Geschichte schlau wurde und fast schon ein bisschen gefrustet war. Mir hat sich der Sinn hinter allem oder worauf es hinauslaufen würde, lange Zeit nicht erschlossen. Trotzdem habe ich begeistert weitergelesen, weil die Welt, die Williams erschaffen hat, einerseits so völlig anders war als das was man sich unter der Elfenwelt gerne vorstellt, und gleichzeitig so erschreckende Paralellen zu unserer Welt aufwies.
    Außerdem war mir Theo vom Anfang bis zum Schluss absolut sympathisch, ein Held zum gernhaben, weil er eben nicht nur heldenhaft ist.


    Ein tolles Buch!


    Grüße
    Sandra


  • Mir hat sich der Sinn hinter allem oder worauf es hinauslaufen würde, lange Zeit nicht erschlossen.


    Das ist wohl so eine Eigenheit von Tad Williams. Mir gings sowohl bei Otherland als auch bei der Osten Ard Saga genauso. Wobei ich bei letzterm sicher bin, dass ich erst einen Bruchteil des Ganzen verstehe. :rollen: Aber irgendwie will man ja doch wissen, wie's weitergeht. Und beim Blumenkrieg, der bei mir noch subbt, habe ich wenigstens die Sicherheit, dass innerhalb eines Buches alles rauskommt - bei Otherland hat man ja erst nach guten 1000 Seiten überhaupt erahnen können, was eigentlich los war.

    Jahresziel: 2/52<br />SLW 2018: 1/10<br />Mein Blog

  • Wendy
    Wäre gut möglich, dass das so ist :smile:
    Bist du schon über das erste Buch der Osten Ard Saga hinaus? Also ich kann dich zumindest dahingegen beruhigen, dass es nicht 1000 Seiten lang dauert... aber was du im anderen Thread darüber geschrieben hast, stimmt schon. Die Anlaufphase ist laaaaaang. Aber man wird entschädigt.


    So wie auch beim Blumenkrieg.
    Also im Nachhinein betrachtet ist das ein Buch, das ich sicher mal wieder lesen werde, einfach weil es mich so fasziniert hat.


    Grüße
    Sandra

  • Zu dem Buch wurde ja schon einiges geschrieben.
    Im Zuge des SUB-Listen Wettbewerbs gibt es nun auch eine Meinung von mir :smile:


    Tad Williams - Der Blumenkrieg


    Tad Williams lädt uns ein zu einer Reise in das magische Land Elfien.
    Die Magie ist allerdings das einzige zauberhafte in dieser Welt. Elfien ist ein Vielvölkerstaat in welchen Klassenkämpfe, Intrigen und Machtkämpfe vorherrschen.
    Eben sehr menschlich, wie auch Theo, die Hauptfigur in diesem Roman, immer wieder feststellt.


    Die Geschichte beginnt zäh und ich habe mich die ersten 200 Seiten etwas gequält, verbunden mit der Frage was das alles eigentlich soll.


    Wer jedoch genügend Geduld mitbringt wird reichlich belohnt.


    Geschickt verknüpft Tad Williams alle Geschehnisse in dem Buch miteinander und die anfangs gestellte Frage „Was soll das alles?“ beantwortet sich nach und nach von selbst.
    Wir lernen fantastische Wesen, von herzensgut bis abgrundtief schlecht, kennen. Es gibt Elfe aller Rassen, von sehr klein bis "normal" groß und noch einige Figuren mehr.
    Es ist eine ungewohnte, ja untypische Elfenwelt. Ein Vergleich mit Tolkien, wie er bei Elfenbüchern gerne gemacht wird, ist hier zum Glück mehr als fehl am Platze.


    Die Geschichte gewinnt ab der Mitte wirklich an Fahrt und es wird sehr spannend.
    Zum Ende hin hätte das Buch sogar noch dicker sein können, dann hätte ich als Leserin noch erleben können wie es z.B. Theos Freund Johnny in Elfien gefällt.



    4ratten

  • Freut mich, dass es Dir dann doch noch gefallen hat. Mir ging es übrigens ähnlich: 200 Seiten Schulterzucken und dann geht die Post ab!

  • Tja, da habe ich wohl zu schnell aufgegeben.
    Ich hatte das Buch aber auch aus der Bibliothek und musste es letztendlich zurückgeben.
    Irgendwann werde ich es mir bestimmt kaufen, und dann nochmal mit viel Geduld ans Werk gehen :zwinker:

  • Hallo,


    das Buch war mein erster Roman von Williams. Ich hatte es mir schon lange wegen des Plots vorgemerkt, weil mich diese schräge, zum Teil böse Elfenwelt interessierte. Als es nun als Taschenbuch erschien, habe ich mich darüber hergemacht.
    Es war recht spannend, wie ihr schriebt, nachdem man sich durch die ersten 200 Seiten etwas durchquälte. Den Hype um Williams kann ich allerdings nicht ganz nachvollziehen.


    HG
    finsbury

  • Hi,


    habe "Der Blumenkrieg" vor einigen Jahre mal gelesen, weswegen ich mich nicht mehr an alles erinnere. Weiß aber noch, dass ich lange brauchte, um reinzukommen, was aber zumindest bei mir typisch für Tad Williams ist, bei der Osten-Ard-Sage brauchte ich auch ne Weile. Wenn man aber durchhält, dann wird die Geschichte immer besser und spannender. Also, ein richtiges Lesevergnügen, so dass man bedauert, wenn das Buch zu Ende ist.

    Was wäre mein Leben ohne Bücher? Einfach nur leer. <br /><br />Zu viele Bücher, die ich lesen möchte und zu wenig Zeit, sie alle zu lesen.

  • Meine Rezension
    Mit seinen 30 Jahren hat Theo noch nicht allzu viel auf die Reihe bekommen. Er hat einen lausigen Job, hängt mit mehr oder minder erfolgreichen Musikern rum und hat lediglich einen wirklich guten Freund. Sein Leben dümpelt so vor sich hin – bis seine Freundin ihn nach einer Fehlgeburt verlässt und seine Mutter unheilbar an Krebs erkrankt.
    Als es eigentlich nicht schlimmer kommen kann, steht plötzlich ein mordlüsternes, zombieähnliches Wesen vor Theo und nur die aus dem Nichts erscheinende Fee Apfelgriebs kann Theo noch retten, indem sie ihn nach Elfien befördert, eine Parallelwelt, die von den sechs großen – nach Blumen bekannten – Elfenfamilien regiert wird.
    Doch auch in Elfien findet Theo keine Ruhe. Im Gegenteil. Dort geht das Abenteuer erst richtig los. Denn obwohl er keine Ahnung hat, warum, steht Theo plötzlich im Mittelpunkt des Interesses und gerät zwischen die Fronten der elfischen Machthaber, deren Intrigen und Ränkespiele letztlich im nächsten großen Blumenkrieg enden werden. Ein Kampf, der auch vor der Welt der Menschen nicht halt macht…


    Gleich vorweg ist anzumerken: Wer seine Freude an dem Buch haben möchte, muss ein wenig Geduld mitbringen. Mit knapp 960 klein bedruckten Seiten ist es ein richtig dicker Schmöker, der sich dank der angenehmen Schreibweise des Autors zwar zügig lesen lässt, aber trotzdem etwas Anlaufzeit braucht, bis er in Fahrt kommt. So dauert es schon mal 160 Seiten, bis Theo überhaupt nach Elfien reist.
    Dort angekommen bietet sich dem Leser dafür eine eher untypische Fantasy-Welt, die unserer ziemlich ähnlich ist, auch wenn sie von Elfen, Doonies, Ogern, Goblins, Nixen und anderen ungewöhnlichen Kreaturen bevölkert wird. Dennoch erkennt man deutliche Parallelen zur Welt der Menschen, sei es anhand der auch in Elfien fahrenden Autos, die dort Kutschen genannt werden oder der Sprechmuscheln, die nichts anderes sind als elfische Mobiltelefone. So hätte sich Theo das Märchenland jedenfalls nicht vorgestellt.


    Lust hat er auf den Ausflug in diese Welt aber ohnehin nicht. Gerade das ist es, was den Roman für mich zu etwas Besonderem gemacht hat. Theo ist ein richtiger Anti-Held. Seine selbstironischen, angepissten Gedanken sind äußerst erheiternd und auch wenn ich mich manches Mal gefragt habe, wann er denn endlich mal den Hintern hoch kriegt, macht ihn seine konsequente Schicksalsergebenheit einfach unglaublich authentisch. Selbst in meinen Träumen habe ich versucht, ihn zu ein bisschen mehr Action zu animieren. Ohne großen Erfolg.
    Zum Glück hat er dafür aber Apfelgrieps, die ihm in ihrer herrlich direkten Art ein ums andere Mal den Kopf wäscht und aus der Patsche hilft. Wenn sie ihn nicht gerade u.a. als ‚Badehosenduscher’ bezeichnet. Diese kleine, vorlaute Fee ist mir dermaßen ans Herz gewachsen, dass ich sie am liebsten adoptiert hätte.


    Zwischenzeitlich war ich auch fest davon überzeugt, dass am Ende die Höchstbewertung für das Buch herausspringen würde. Daran scheitert es allerdings aus folgenden Gründen: Trotz einer gewissen Komplexität hatte ich den Plot ziemlich schnell durchschaut. Außerdem nimmt es der Autor mit den Beschreibungen manchmal etwas zu genau und seitenweise Ausführungen etwa über Theos göttlichen Gesang waren auf Dauer doch etwas ermüdend.
    Hinzu kommt, dass die Figuren zuweilen etwas sprunghaft agieren. Im einen Moment wollen sie etwas um jeden Preis, um sich im nächsten Satz dann wieder anders zu entscheiden. Ihre Beweggründe waren da leider nicht immer ganz nachvollziehbar.


    Abgesehen davon ist ‚Der Blumenkrieg’ ein ungemein fantasievoller, unterhaltsamer Roman, der sich auf jeden Fall zu lesen lohnt und dessen Figuren einem auch nach Beendigung der Lektüre noch eine Weile im Kopf herumschwirren.


    Meine Wertung: 4ratten

  • Danke für eure Rezensionen. Ich habe das Buch schon ewig in meinem Regal stehen (hab's mir nach langer Überlegung als Hardcover geleistet und kurz darauf kam die Taschenbuchversion raus *grummel*) und habe jetzt richtig Lust bekommen, es zu lesen. Ich liebe Tad Williams' Schreibweise. In seinen Büchern kann ich immer richtig versinken und alles um mich herum vergessen ... *schwärm*

    &quot;The difference between fiction and reality? Fiction has to make sense.&quot;<br />Tom Clancy

  • Nach Osten-Ard habe ich es nun mit dem Blumenkrieg versucht. Für meine Verhältnisse schreibt Williams mir etwas zu ausufernd. Klar, es macht Spaß es zu lesen, aber manchmal sind es mir doch zu viele Details. Das ist mir schon bei Osten-Ard aufgefallen.


    Sprachlich und durch die Handlung war sofort klar: Das ist Fantasy für Erwachsene. Nur waren die ersten 100 Seiten so gar nicht das, was ich erwartet hatte. Von Fantasy erstmal keine Spur. Dann wurde ich auch noch vom Klappentext ziemlich irre geleitet. Dort wurde ich informiert, dass Theo "ein notorischer Pechvogel" ist. Was ich aber dann bekam, war ein vom Schicksal gebeutelter Mann, der einen Schicksalsschlag nach dem anderen hinnehmen musste.


    Zum Glück habe ich durchgehalten, denn ab dem Zeitpunkt, wo es in Elfien weiterging, wurde ich für den Anfang entschädigt. Eine tolle Elfenwelt mit neuen Charaktern und endlich einmal nicht ein typisches "alle Elfen sind umwerfend" Buch. Von böse über zwielichtig bis nett. Manche konnte ich gar nicht einschätzen. Es hat richtig Spaß gemacht, Tad Williams hat einen Ideenreichtum, das ist wirklich wahnsinn.


    Wegen dem - für mich - nicht so gelungenen Anfang, vergebe ich: 3ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

    Pessimisten stehen im Regen, Optimisten duschen unter den Wolken.

  • Bei Theo Vilmos klappt eigentlich gar nichts. Seine Leidenschaft gehört der Musik, doch seine aktuelle Band dümpelt im Mittelmaß herum und wird es schätzungsweise nie nach ganz oben schaffen. Seine Beziehung läuft genausowenig gut und zerbricht schließlich komplett an einem tragischen Ereignis. Und dann ereilt ihn auch noch die Hiobsbotschaft, dass seine Mutter schwer krank ist. Obwohl die Beziehung zwischen ihnen nie besonders warm und liebevoll war, begleitet er sie bis zu ihrem Lebensende und zieht sich dann erschöpft in eine abgelegene Hütte zurück, wo er wieder zu sich finden will.


    Kaum dort angekommen, entdeckt er zunächst, dass das Notizbuch des Großonkels, den er nie kennengelernt hat, phantastische Welten beschreibt, aber nicht wie ein Romanentwurf, sondern eher wie Tagebuchaufzeichnungen. Und noch bevor er weiß, was er von den merkwürdigen Einträgen halten soll, taucht plötzlich eine winzige geflügelte Frau in seiner Wohnung auf. Gerade rechtzeitig, um ihn vor einer grässlichen Bedrohung zu retten - indem sie ein Tor zu einer Parallelwelt aufstößt, die der menschlichen ähnelt und doch auch wieder ganz anders ist.


    Das liebreizende Flügelwesen ist eine wahrhaftige Fee namens Apfelgriebs und wird Theos erste Fremdenführerin in einer Welt namens Elfien, in der sich Stadtbezirke willkürlich neu anordnen können, Energie auf gelinde gesagt ungewöhnlichem Wege gewonnen wird und alle möglichen Fabelwesen Wirklichkeit sind. Eine Welt in Umbruch und Aufruhr, in der das alte Königspaar schon lange gestürzt wurde und sich nun neues Unheil anbahnt, weil eine Handvoll mächtiger Familien die Macht an sich reißen will und zur Erreichung dieses Zieles nicht einmal davor zurückschreckt, einen Krieg anzuzetteln. Ein großer Streitpunkt ist der Umgang mit Menschen - während die eine Partei friedliche Koexistenz anstrebt, will die andere mit menschlichen Wesen nichts zu tun haben und sie gnadenlos aus der Welt vertreiben.


    Theo selbst stolpert zunächst einmal von einem Fettnäpfchen ins andere, bis ihm irgendwann klar wird, dass er wohl nicht ganz zufällig auf die andere Seite geraten ist ...


    Williams ist ein ziemlich einfallsreicher Mensch und versteht es ausgezeichnet, Atmosphäre zu schaffen, verschiedenste Figurentypen einzuführen und dabei einen gewissen schwarzhumorigen Grundton nicht zu vergessen. Die Elfen, mächtigste Bewohner dieser anderen Welt, tragen allesamt Pflanzennamen (wobei ich es nicht immer ganz gelungen fand, wie die deutsche Übertragung der Namen klingt), was auch den Titel des Buches erklärt. Nicht Blumen als solche sind es, die gegeneinander kämpfen, sondern Elfengeschlechter mit blumigen Namen.


    Das Worldbuilding begreift man erst nach und nach, es braucht also etwas Geduld, bis sämtliche Fragen, die man sich zu Beginn stellt, beantwortet werden - aber es gibt Antworten. Die Fülle an Figuren, Orten und Gegebenheiten verwirrt zunächst etwas, so dass das Glossar am Ende ziemlich hilfreich sein kann.


    Überkomplex sind die meisten Charaktere nicht, die Grenzen zwischen Gut und Böse sind mit wenigen interessanten Ausnahmen ziemlich klar. Aber die Hauptfiguren fand ich dennoch gut gezeichnet, wobei die entzückende kleine Fee mit dem klingenden Namen Apfelgriebs und dem losen Mundwerk mir ganz besonders ans Herz gewachsen ist.


    Theo selbst ist ein liebenswerter Loser, ein Musiknerd und Fantasy-/Science-fiction-Fan, dessen Gedankengänge viele Anspielungen auf bekannte Werke dieser Genres enthalten und mich damit öfter zum Schmunzeln gebracht haben. Diese augenzwinkernden Hommagen fand ich sehr hübsch.


    Der Grundgedanke des Buches ist wahrlich kein neuer, letztendlich ist es mal wieder eine Weltenrettungsmission durch einen Underdog, aber über weite Strecken habe ich mich gut unterhalten und hatte vor allem Spaß an schlagfertigen Dialogen und Momenten, in denen Williams Genreklischees genüsslich gegen den Strich bürstet. Und ich mochte die Schilderungen der Gegebenheiten in Elfien. Ich lese mich einfach gerne in fremde Welten ein. Die Kampfszenen, die vor allem zum Ende des Buches hin einigen Raum einnehmen, empfand ich hingegen oft als etwas länglich, was aber meiner persönlichen Abneigung gegen ausgewalzte Kämpfe entspringen mag.


    4ratten

    Be curious, be creative, be patient, be joyful.

    (Agnès Varda)