Linus Geschke - Die Lichtung

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    Inhalt:
    Jan Römer ist Journalist und erhält den Auftrag, einen Artikel über einen Doppelmord aus dem Jahr 1986 zu schreiben. Was sein Chef nicht weiß, ist dass Jan damals vor Ort war und die beiden Ermorderten zu seinem Freundeskreis gehörten. Lara lernte er erst kurz davor kennen, Mike hingegen war jahrelang sein bester Freund. Bei den Recherchen stößt Jan an seine Grenzen, denn Anfangs ahnt er nicht, welche Konsequenzen seine Nachforschungen mit sich tragen.


    Meine Meinung:
    Der Titel des Buches ist meiner Meinung nach nicht besonders gut gewählt, da er mich persönlich nicht besonders anspricht und auch nicht sehr aussagekräftig ist. Der Klappentext hingegen verspricht schon viel mehr: Ich erhoffte mir sofort, einen Einblick in Jans Psyche zu bekommen, da es selten spurlos an einem vorbeigeht, wenn man die Vergangenheit wieder aufleben lässt - vor allem solch dramatische Ereignisse.
    Am ersten Lesetag konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es ist sehr spannend geschrieben und ich hatte lange keine Ahnung, was sich in der Mordnacht zugetragen hat. Eigentlich wusste ich es bis zum Schluss nicht. Allerdings ist ein Grund dafür auch, dass ich bei den vielen Namen der Freunde manchmal etwas durcheinanderkam. Aber das war nicht besonders schlimm und ich konnte das Buch wirklich genießen. Zu den Ermittlungen und der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit kamen weitere Aspekte wie die Auswirkungen auf seine Beziehung zu seiner Frau.
    Am Ende blieben doch noch ein paar kleine Fragen offen, jedoch denke ich, dass das hier genau richtig gelöst wurde. Jedes kleine Detail, wie zum Beispiel, wie es genau mit Jan weitergeht, wäre eventuell schon zu viel gewesen.
    Alles in allem ein sehr guter Kriminalroman, der mir sehr spannende Lesestunden bereitet hat.


    4ratten und :marypipeshalbeprivatmaus:

  • Jan Römer ist Journalist. Kurz vor der Sommerpause erhält er von seinem Chefredakteur den Auftrag, einen 27 Jahre alten Fall neu aufzurollen und zu beleuchten. Was sein Vorgesetzter nicht weiß: Jan war damals selbst unmittelbar mit dabei, es waren er und seine Clique, die im Sommer 1986 ein Wochenende im Bergischen Land verbrachten, welches für zwei von ihnen tödlich endete.
    Jan selbst hat die Erlebnisse von damals lange verdrängt, dennoch nimmt er den Auftrag an. Er fühlt sich verpflichtet, die Wahrheit über den nie aufgeklärten Doppelmord ans Licht zu bringen. Gemeinsam mit seiner ehemaligen Kollegin und Freundin Stefanie, genannt Mütze, macht er sich daran, die Vergangenheit aufzurollen.


    Es handelt sich hier um den ersten Kriminalroman des Journalisten Linus Geschke, was man aber wirklich nicht merkt. Sehr routiniert baut er die Spannung auf, spielt gekonnt mit verschiedenen Fährten und blendet immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit. Gerade diese Rückblenden haben mir sehr gut gefallen, das Feeling der 80er Jahre kommt hier hervorragend rüber, ich fühlte mich wunderbar in diese Zeit versetzt, auch wenn ich selbst damals noch zu jung war, um sie aktiv mitzuerleben. Aber auch ich weiß noch, dass Twix einmal Reider hieß und die Musik dieser Jahre ist natürlich sowieso bis heute unvergessen.


    In der Gegenwartshandlung hangelt sich Jan Römer von einem seiner ehemaligen Freunde zum nächsten und von Treffen zu Treffen schwankte mein Verdacht darüber, was damals wohl vorgefallen sein könnte und wer dafür verantwortlich war. Ein großes Lob an den Autor, dass ich bis zum Ende nicht sicher sein konnte!


    Die Handlung konnte mich also absolut überzeugen, die Figuren mit kleinen Abstrichen ebenso. Jan Römer ist ein glaubwürdiger und realistischer Protagonist. In vielen kleinen Szenen handelt er meiner Meinung nach sehr authentisch und gefiel mir damit besser als manch überzogen perfekt dargestellter Held. Die damalige Clique lernt man nach und nach kennen, so dass ihre Handlungen damals und ihre jeweilige Entwicklung mich ebenfalls überzeugen. Einzig Jans Freundin und Helferin Mütze blieb für mich etwas blass und konnte mich nicht wirklich für sich einnehmen.


    Insgesamt für mich aber ein spannender und super geschriebener deutscher Krimi, dessen Fortsetzung auf jeden Fall auf meinem Wunschzettel landen wird!


    4ratten

    LG, Dani


    **kein Forums-Support per PN - bei Fragen/Problemen bitte im Hilfebereich melden**

  • Spannung pur !


    Jan Römer, seines Zeichens Zeitungsredakteur für die Bereiche Reise und Sport beim Magazin „Die Reporter“, findet eines morgens auf seinem Schreibtisch Unterlagen zu einem Fall vor, über den er im nächsten Magazin einen Bericht schreiben soll. Eigentlich gehört das Thema ins Ressort „Zeitgeschichte“ aber da der Kollege der dafür zuständig ist einen Unfall hatte, wird sein Fachbereich auf die übrigen Kollegen verteilt.


    Nachdem Jan die Aufschrift auf der Mappe gelesen hat, erleidet er einen Schwächeanfall.


    Auf der Mappe mit den Unterlagen steht geschrieben:
    Ungeklärter Kriminalfall, Bergisches Land, 1986.


    Niemand in der Redaktion weiß, dass Jan damals ein Teil dieser Clique war für die an einem heißen Tag im Sommer 1986 die unbeschwerte Jugend von jetzt auf gleich zu Ende war und 2 der Jugendlichen tot sind.


    Fazit:


    Mit „Die Lichtung“ hat der Autor Linus Geschke seinen Debüt-Krimi geschrieben. Nach Auskunft auf seiner Homepage, die ich kürzlich besuche habe, hatte er vorher lediglich 2 Sachbücher geschrieben. Bis zu diesem Zeitpunkt an dem ich das las, dachte ich, dass der Autor ein alter Hase in diesem Genre sei. Nachdem ich das Buch beendet habe kann ich nur sagen „Chapeau“ – ein super gelungener Auftakt.


    Der Leser erfährt die ganze Wahrheit über das August-Wochenende in 2 Handlungssträngen. Im Gegenwart-Strang erzählt Jan wie es ihm jetzt und heute mit der Sache geht, wie er es angeht das Verbrechen zu durchleuchten und die Kontaktaufnahme zu den Freunden die heute noch leben. Der zweite Strang führt den Leser in den August 1986 zurück. Beide Stränge sind in der Ich-Form geschrieben und laufen zum Ende des Buches logisch ineinander.


    Am Anfang werden alle damaligen Freunde lediglich namentlich aufgeführt, nach und nach lernt der Leser jedoch alle Beteiligten ausführlich kennen. In jedem Kapitel gibt es Hinweise darauf, wer der Mörder gewesen sein könnte, wie sich alles zugetragen haben könnte – und im nächsten Kapitel wirf man seine Theorien wieder über den Haufen. Zumindest mir ist es so ergangen, dass ich bis zum Schluss völlig im Dunkeln tappte wer der Mörder war und die Auflösung hat mich tatsächlich überrascht. Die Spannung wird wirklich bis zum letzten Moment gehalten und das Buch hat „Lesenacht“-Character.


    Mir hat es Spass gemacht nach Köln ins Jahr 1986 zu reisen. Der ein oder andere erwähnte NDW-Song (Neue Deutsche Welle für jüngere Generationen :-D ) blieb mir wieder eine ganze Zeit lang im Gedächtnis. Der Haupt-Protagonist Jan ist für mich glaubhaft geschildert, seine langjährige (platonische) Freundin „Mütze“, die ihm bei der Recherche hilft, ist nicht ganz so präsent aber sie war ja auch nicht die Hauptperson. In Mützes Character steckt ganz sicher noch Potential drin und im Herbst 2015 erscheint der 2. Krimi mit Jan Römer – hoffentlich treffen wir Mütze dort wieder.


    So macht Krimi Spass !!

    Viele Grüße Babsi

  • Zum Inhalt:


    Im Sommer des Jahres 1986 wollen eine Gruppe Jugendlicher ein ausgelassenes Wochenende in einer Hütte im Bergischen Land verbringen, was als entspannter Ausflug voller Essen, Alkohohl und Liebe begann endet in einem Alptraum, an dem die Jugendlichen noch 27 Jahre später zu kauen haben: Zwei Jugendliche wurden getötet, für die pupertierenden Kinder von damals ist der Fall eindeutig, doch ist die offensichtliche Wahrheit immer die richtige Wahrheit? Denn 27 Jahre später wird Jan Römer mit der Aufklärung des Falls beauftragt und muss in eine dunkle Vergangenheit abtauchen, die auch in schmerzlich betrifft.


    Zum Buch:


    Die Geschichte wird aus der Sicht Jans erzählt, der in der Gegenwart als Journalist arbeitet, in Rückblenden erfahren wir, was sich damals zugetragen hat. Mir haben diese Einschübe sehr gut gefallen, so werden die Geschehnisse nicht nur aus Zusammenfassungen der Beteiligten ersichtlich, sondern der Leser bekommt einen umfassenden Blick auf die vergangen Ereignisse und kann sich so ein besseres Bild machen.


    Die Figuren waren auch soweit alle gut getroffen, nur Mütze wirkte alles in allem ein wenig blass, trotz dass sie im Roman eine wichtige Rolle zugeteilt bekam.
    Auch Jan, der Erzähler, ist gut getroffen und auch seine privaten Probleme lassen ihn authentisch wirken.


    Mir ging es sicher wie dem einen oder anderen, ich konnte mich bis zum Schluss auf den Täter festlegen, da die Fährten so geschickt gelegt wurden, dass es am Ende jeder
    gewesen sein könnte, zwar konnte man sich an der einen oder anderen Stelle auf einen Verdächtigen festlegen, wurde aber mehrere Seiten später wieder verworfen.


    Auch das Ende, also der große Showdown im Wald, war logisch und wirkte nicht übertrieben bzw. an den Haaren herbeigezogen.


    Die Spannung ging zu keiner Zeit flöten, ich hatte dadurch keine Probleme bis zum Ende durchzuhalten.

  • 1986 im Bergischen Land. Eine Clique feiert mit Bier, Ausflügen in den Baggersee und Flirtereien ausgelassen ein Wochenende in einer Hütte. Doch so schön das Wochenende begonnen hat, gefühlt einen Wimpernschlag später ist alles anders: zwei der Freunde sind tot.


    Jan Römer ist 43 Jahre alt und Sportredakteur bei einer Kölner Zeitung als er einen Fall auf den Tisch bekommt, der eigentlich gar nichts mit seinem Aufgabengebiet zu tun hat. Aufgrund eines Krankheitsfalls soll er nun einen alten, bislang nicht aufgeklärten Kriminalfall zugeteilt, der ihn aus den Socken haut: immerhin war er damals mehr involviert als sein Chef ahnt. Und Jan Römer erinnert sich sehr gut an die Zeit, an das Wochenende damals, als er 16 Jahre alt war und mit seinen Freunden zwei Tage feiern wollte... Nachdem er den ersten Schock überwunden hat, möchte er den Fall tatsächlich noch einmal aufgreifen und er setzt sich eine Frist - bis zu dem Zeitpunkt, wenn er seiner Familie in den Urlaub folgt, wird er sich mit seiner guten Freundin Stefanie, die von allen Mütze genannt wird, um die Geschehnisse von damals kümmern. Er ahnt nicht im Entferntesten, dass es sich auch so viele Jahre nach den Morden noch in große Gefahr begeben wird...


    Was für ein Debüt! Der Krimi von Linus Geschke hat mich auf Anhieb überzeugt, denn mir gefallen seine Figuren, die wirklich wie aus dem Leben gegriffen sind, so dass ich mich in sie hinein versetzen konnte. Natürlich ist 1986 etwas Schreckliches geschehen, dennoch wird das Leben der Jugendlichen so geschildert, dass ich das Gefühl hatte, mich selbst ein Stück in ihnen wieder zu finden. Obwohl ich Jahrgang 1980 bin - und somit etwas jünger als die Jungs und Mädels, um die es geht - konnte ich ihren Freiheitsdrang, ihre "Flucht" zu ihrem eigenen Platz und ihre Musikvorlieben sehr gut nachvollziehen. Nach und nach lernt man die Clique kennen und wechselt somit immer wieder in die Jetzt-Zeit, in der Jan mit Mütze "ermittelt". Durch diese gelungenen Zeitsprünge und einige wirklich clevere Wendungen bleibt die Spannung wirklich konstant hoch - komplett bis zum Ende. Außerdem muss ich sagen, dass mit Jan als Hauptfigur sehr gut gefällt, er ist so ambivalent wie jede/r von uns - nicht nur der perfekte Ermittler, der für sich in einer heilen Welt lebt. Im Grunde ist der einzige kleine Mangel der, dass Mütze als Einzige etwas blass bliebt. Aber da hoffe ich jetzt einfach mal auf die Fortsetzung!


    Fazit: Ein tolles Debüt, das mich durch einen gekonnten Spannungsbogen und authentische Figuren und besonders auch eine sympathische Hauptfigur überzeugt hat! Wenn Linus Geschke so weiter macht, dann landet er auf meiner Auto-Buy-Liste! Hoffentlich gibt es bald Nachschub.


    5ratten

    Liebe Grüße

    Tabea

  • Schön ist die Jugendzeit - sie kommt nicht mehr


    so heißt es in einem alten Lied und Jan, ein Kölner Journalist, ist eigentlich ganz froh darüber, gab es doch in seinen Jugendjahren ein Ereignis - den Tod zweier Altersgenossen - das er am liebsten für immer vergessen möchte. Der Verdrängungsmechanismus funktioniert erfolgreich: aber nur, bis sein Chef auf die Idee kommt, Jan zu genau diesem, inzwischen 27 Jahre zurückliegenden Fall recherchieren zu lassen. Er ist nämlich nie aufgeklärt worden.


    Wie damals ist gerade Hochsommer und Jan sollte eigentlich in Kürze seiner Familie an die Nordsee folgen. Doch zusammen mit Freundin Mütze - Recherchegenie und echter Kumpel in Zeiten der Not - legt er los. Sie waren damals eine ganze Clique, die in der Südstadt ihr (Un)Wesen trieb, eine Clique auf einem Ausflug ins Bergische Land, von dem zwei nicht lebend zurückkehrten. Die Folge - zerbrochene Freundschaften und Jugendlieben in Hülle und Fülle, denn nach diesem Wochenende konnte nichts mehr so sein wie zuvor. Daher ist der Aufwand, die alten Freunde wieder aufzutreiben, kein geringer.


    Schnell wird klar - nicht zu jedem war die Zeit gnädig, nein, wirklich nicht. Jan hat bei weitem nicht nur angenehme Erlebnisse beim Wiedertreffen der alten Freunde und zudem kehrt die Gewalt schnell wieder zurück...


    Ein spannendes Buch, das atmosphärisch in Köln und sein Umland eingebettet ist - man möchte wirklich Köln-Touristen raten, dieses Buch als Lektüre mitzunehmen und den Wegen in der Südstadt, in Ehrenfeld und in Sülz zu folgen - man würde so einiges "echt Kölsche" mitnehmen können.


    Leider sind die Charaktere nicht ganz so eindringlich geschildert wie die Stadt und bleiben zu einem großen Teil recht blass, was bei der spannenden inhaltlichen Ausrichtung und den durchaus eindrucksvollen Rückblenden ins Jahr 1986 doch recht schade ist. Auch einige besonders verheißungsvolle Erzählstränge verlaufen leider ins Nichts und so war das Buch trotz eines veritablen Showdowns für mich nicht ganz so spannend wie erhofft.


    Aber in Jan und seinem Umfeld steckt viel Potential und so freue ich mich schon von ganzem Herzen auf den in Aussicht gestellten 2. Band, der hoffentlich recht bald folgen wird!
    4ratten