Carl Huter - Grundlagen der Menschenkenntnis

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Es gibt 54 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von sandhofer.

  • [size=9px]Edit: Diese Diskussion hatte ihren Start im Thread Hermann Hesse - Siddhartha. Eine indische Dichtung. LG nimue[/size]


    Zitat von "Valentine"

    Fragt sich natürlich, wie man Grautöne definiert. Ich verstehe darunter nicht eine Fähnchen-im-Wind-Mentalität, sondern eher, dass man ein stückweit auch die Argumentation oder die Beweggründe des anderen verstehen kann, dass man nicht simpel Gut und Böse unterscheidet, sondern auch die Abstufungen dazwischen erkennt.


    Stimmt, hierzu bedarf es Erklärung.
    Meine Grautöne halte ich streng nach C. Huter: Menschen ohne jegliche Energieströme, die sich einfach treiben lassen. Alles andere spielt sich im Licht ab und erhält Farbtöne.
    D.h. Argumente und Bewegungsgründe sind Energien, und liegen außerhalb von grau.

  • :pling:


    Also unterscheidest Du Schwarzweiß, Farbe und Grau! Gefällt mir irgendwie...

    Weekends don't count unless you spend them doing something completely pointless.

    Calvin & Hobbes

  • Hallo Valentine


    Schön :smile:


    Weiß ist Carl Huter die absolute Harmonie, der Dalai Lama zeigt fast ein solches Antlitz; und eben schwarz die Disharmonie.
    Und dann wären wir wieder bei "Siddhartha", der Weg der Erleuchtung, ist nach Weiß ...


    (Ich bin z. B. ein Gelb-Typ, und ich hoffe, wenn ich mal sterbe, ist es ein helles, leuchtendes Gelb ohne graue Flecke. :breitgrins: )

  • Zitat von "Heidi Hof"

    (Ich bin z. B. ein Gelb-Typ, und ich hoffe, wenn ich mal sterbe, ist es ein helles, leuchtendes Gelb ohne graue Flecke. :breitgrins: )


    Gehst Du von der Lieblingsfarbe aus oder gibt es da irgendwelche Einschätzungskriterien? *neugierigbin*

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  • Hallo Valentine


    Gelb = Empfindungsnaturell
    Rot = Bewegungsnaturell
    Blau = Ernährungsnaturell


    Wenn du du dich dafür interessierst, das Buch heißt:


    "Grundlagen der Menschenkenntnis" von Carl Huter


    C. Huter hat die Arbeit von Lavater übernommen, auf der sich auch die Antlitzdiagnostik Goethes bezieht. Ich habe bei Frau Irmgard Wenzel Seminare belegt, die wiederum die Arbeit von Huter weiterführt.


    Das ist ein spannendes Thema! Nur leider gibt es, so glaube ich, die Bücher von Huter nicht mehr. Du kannst ja mal nach gebrauchten Büchern schauen.

  • Dann tippe ich bei mir auch mal auf Gelb :smile:


    Mal sehen, vielleicht finde ich das Buch mal in der Bibliothek. Hört sich auf jeden Fall recht interessant an.

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  • Die Physiognomik fußt auf Voraussetzungen, die heute als vollkommen unwissenschaftlich gelten, nämlich auf einem behaupteten direkten Zusammenhang zwischen äußerer Gestalt und dem "Inneren" eines Menschen; mal ist dies "Innere" die "Seele", mal sind es auch die "intellektuellen Fähigkeiten" einer ganzen Menschengruppe - kein Wunder, dass die Physiognomik auf relativ direktem Weg Einzug die Rassentheorien des 19. Jahrhunderts und der Nazizeit gehalten hat.


    Man sollte die Physiognomik also keinesfalls in unkritischer Weise für bare Münze nehmen. Das nur als Fußnote.


    Herzlich, B.

  • Bartlebooth, beruhige dich wieder :bussi:


    Mir ist das sehr wohl bekannt.
    Ob unwissenschaftlich hin oder her, darüber möchte ich an dieser Stelle hier nicht mit dir streiten, auf jedem Fall sehr stimmig.
    Die Gefahr liegt gewiss im Missbrauch, aber für medizinische Zwecke sehr nützlich. Du wärst verblüfft, wenn Frau Irmgard Wenzel dich unbekannter Weise behandeln würde.

  • Zitat von "Heidi Hof"

    Bartlebooth, beruhige dich wieder


    Hab ich mich aufgeregt?

    Zitat

    Mir ist das sehr wohl bekannt.


    Das war aus den Einträgen nicht ersichtlich und anderen ist es ja vielleicht nicht bekannt. Da kann eine Anmerkung nicht schaden.


    Ich kenne weder Carl Huter noch Irmgard Wenzel, weiß daher auch nicht, was sie aus Lavater gemacht haben. Dass aber die Physiognomik Lavaters Unsinn ist, daran besteht kein Zweifel.


    B.

  • Zitat von "Bartlebooth"

    Dass aber die Physiognomik Lavaters Unsinn ist, daran besteht kein Zweifel.
    B.


    Wie selbst Goethe irgendwann feststellte, der sich nach seiner anfänglichen Mitarbeit an Lavaters "Forschung" ausdrücklich davon distanziert hat.

    Viele Grüße aus dem Zwielicht<br />[size=9px]Rihla.info | blooks - Rezensionen und mehr<br />[b][url=http://www.librarythi

  • Zitat

    Dass aber die Physiognomik Lavaters Unsinn ist, daran besteht kein Zweifel.


    *grins* Woher nehmt ihr eure Urteilskraft :breitgrins:


    (Das ist so typisch, mir fällt dazu wirklich nicht mehr ein, als dass ich mich köstlich ablachen kann.)

  • Hallo zusammen!


    Zitat von "Heidi Hof"


    *grins* Woher nehmt ihr eure Urteilskraft :breitgrins:


    Hmm ... Aus der Lektüre der Physiognomischen Fragmente Lavaters?


    Grüsse


    Sandhofer

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

  • Hallo Sandhofer


    Selbst wenn sie diese Lektüre gelesen haben sollten, ist dies ein Fach wo es der praktischen Übung, Statistik usw. braucht.
    Physiognomik kann man sich nicht anlesen, dazu bedarf es mehr!


    Und soviel ich weiß, hat Goethe dieses Studium genau wie ich, es aus folgenden Grund abgebrochen: Es macht gar keinen Spaß mehr fremden Menschen zu begegnen, wenn man nur noch an große Ohre, lange Nasen und tiefe Stirn denkt. Die Überraschung schwindet, man packt Menschen in Schubladen. Aber die Antlitzdiagnostik ist stimmig.

  • Hallo Heidi,


    deine Strategie ist stets dieselbe: Du behauptest irgendetwas und wenn man begründet widerspricht, behauptest du einfach, man wisse nicht genug (wenigstens immer weniger als du, soviel ist klar), um sich ein Urteil erlauben zu können. Die "Physiognomischen Fragmente" gelten seit 200 Jahren als unwissenschaftlich, weil die Viersäftelehre ebenso widerlegt ist (das wirst du jetzt bitte nicht abstreiten) wie Gesichtswinkelmessungen zur Feststellung bestimmter Charaktereigenschaften bzw. zur Feststellung der Intelligenz (da gab es allerdings die unrühmliche Zeit, in der das wieder als wissenschaftlich galt, an die wir aber hoffentlich nicht anknüpfen wollen). Ich habe mir in Zürich viele Skizzen und Erläuterungen Lavaters im Original angesehen, ich habe gesehen, dass es natürlich für ihn einen Unterschied machte, wer da analysiert wurde. Wenn ein Mensch mit großem Gesichtswinkel ein berühmter Gelehrter war, konnte er das nicht wegdiskutieren und griff zu haarsträubenden Hilfskonstruktionen. Trotzdem beharrte er natürlich immer auf der angeblichen Objektivität seiner Methode.


    Ein behaupteter direkter Zusammenhang zwischen physischer äußerer Erscheinung und dem "Inneren" ist übrigens keineswegs eine statistische Frage, sondern entweder immer zutreffend (was sie nicht ist, wie man bereits im 18. Jahrhundert sehen konnte) oder unwissenschaftliche Spekulation.


    Aber da ich es als vergebliche Liebesmüh betrachte mit jemandem zu diskutieren, der die Diskussion systematisch mit albernen Zwischenbemerkungen ("*grins*") torpediert, werde ich mich aus diesem Ordner nun zurückziehen.


    Ich rege mich übrigens immer noch nicht auf.


    B.

  • Hallo Bartlebooth


    Nein, so ist das nicht. Denn ich behaupte nicht einfach irgendwas! Auf diesem Gebiet habe ich drei Jahre intensive Arbeit gelegt. Und auch wenn der Ansatz von Lavater als unwissenschaftlich eingestuft wird (Du musst allerdings auch beachten warum er gerne als unwissenschaftlich abgetan wird. Das hat ja einen ganz simplen Grund. 1. Möchte man, das es Unsinn ist, weil 2. eine Gefahr davon ausgeht.), habe ich mich davon überzeugt, dass es stimmig ist. Mir läuft heute noch eine Gänsehaut über den Körper, wenn ich daran zurückdenke, wie korekt und stimmig Frau Wenzel und Frau Marquardt völlig fremde Personen analysieren.
    Ich zweifle weder an deine Intelligenz oder Bildung, bestimmt hast du mir einiges voraus (in Sprache und Literatur allemal). Aus diesem Grund habe ich auch unsere letzte Auseinandersetzung abgebrochen, denn ich lese noch gar nicht so lange. In Sachen Literatur bin ich Anfänger.
    Aber auf diesem Gebiet, denke ich mal, nicht. Denn es ist kein rein theoretisches Gebiet, hier braucht es Praxis. Das kann man anhand der Skizzen und Erläuterungen nicht erlernen.


    Lavater war auch nur der Begründer, verfeinert hat das C. Huter, und die zwei Damen haben das in die Praxis umgesetzt, wovon ich absolut überzeugt bin.
    Das ist wie bei Einstein, seine Relativitätstheorie war auch nicht direkt stimmig ...

  • Hallo Barthlebooth!


    Zitat von "Bartlebooth"

    [...] wenn man begründet widerspricht, behauptest du einfach, man wisse nicht genug (wenigstens immer weniger als du, soviel ist klar), um sich ein Urteil erlauben zu können.


    Da ist natürlich ein Grundmerkmal jeder Esoterik. Als "verborgenes Wissen" ist es per definitionem nur dem "inneren Zirkel" zugänglich. Damit wird esoterisches Wissen zugleich selbstbestätigend - wer es nämlich anzweifelt, gehört nicht zum inneren Kreis und kann es also gar nicht beurteilen.


    Dass - um hier einen Kreis zu schliessen, den die Abtrennung vom Original-Thread unterbrochen hat - Hesse in seinen Werken esoterisches Wesen als positiv und erstrebenswert hinstellt (mit Ausnahme vielleicht von seinem Glasperlenspiel) ist nicht zuletzt ein Grund, warum ich diesen Autor nicht mehr wirklich geniessen kann.


    Grüsse


    Sandhofer


    PS. Gehörte ein solches Thema nicht eher in den Marktplatz (wie das EVP)? Der Untertitel von "Sach- und Fachbücher" heisst "Auftauchen in die reale Welt" ... Oder allenfalls unter "Fantasy & Phantastik" (Untertitel: "Taucht ein in die Welt der Phantasie ... ") ...

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

  • Zitat von "sandhofer"

    PS. Gehörte ein solches Thema nicht eher in den Marktplatz (wie das EVP)? Der Untertitel von "Sach- und Fachbücher" heisst "Auftauchen in die reale Welt" ... Oder allenfalls unter "Fantasy & Phantastik" (Untertitel: "Taucht ein in die Welt der Phantasie ... ") ...


    Da in dem Buch des Beitragstitels keine Zwerge und Hexen vorkommen, es sich aber dennoch um ein Buch handelt, bleibt das auch hübsch hier ;-)


    Und ihr beiden Männer: Bedenkt bitte bei der Diskussion, dass auch der Homöopathie von der Wissenschaft alle Wirkungskraft abgesprochen wird. Dass es aber dennoch viele Ärzte (und sogar Tierärzte) gibt, die Homöopathische Mittel empfehlen und dass es viele Patienten gibt, die an die Wirkungskraft glauben. Schon alleine deshalb hat die Homöopathie ihre Daseinsberechtigung. Es ist völlig egal, ob ihr _nicht_ daran glaubt, solange es Menschen gibt, die es tun ;-) Und darüber kann man meiner Meinung nach auch nicht diskutieren - es sei denn, ihr wollt den anderen ihren Glauben nehmen.

    "Vor ein paar Jahren hätte ich Ihnen geantwortet: Wir sind nicht die Weimarer Republik. Aber wenn ich mir die Entwicklungen in der letzten Zeit so ansehe, dann muss ich antworten: Ja, ich mache mir ernsthaft Sorgen um unsere Demokratie." (Ein Experte für Rechtsextremismus wird in der Dokumentation "Rechts. Deutsch. Radikal")

  • Hallo nimue


    Das hatte ich vergessen zu sagen, ich fand es gut, dass du den Thread gekappt hast. Denn es gehörte wirklich nicht mehr zu Hesse.

  • Hi nimue!


    Es ist ja nett, dass Du dich Heidi Hofs annimmst – ich hatte allerdings durchaus den Eindruck, dass sie sich selber wehren kann. Keine Angst, ich versuche nicht, ihr oder Dir oder sonst jemandem den Glauben wegzunehmen – ganz einfach, weil ich weiss, dass das sinnlos wäre. Und ich bin der erste, der dafür stimmt, dass jeder seine Meinung oder seinen Glauben frei äussern darf. Allerdings ich auch ...


    Solange jemand Physiognomik verwenden würde, um mehr über sich selber zu erfahren, könnte ich das auch noch akzeptieren. Wenn aber

    Zitat

    korekt und stimmig Frau Wenzel und Frau Marquardt völlig fremde Personen analysieren

    dann läuft auch auch eine Gänsehaut über den Körper. Wenn auch aus völlig andern Gründen.


    Auf das Nebengeleise der Homöopathie lasse ich mich nicht lenken. Und mein primärer Vorwurf an die Physiognomik ist auch nicht, dass sie wissenschaftlichen Massstäben nicht standhält. Es ist der Grund, warum sie wissenschaftlichen Massstäben nicht standhält, der mich beunruhigt.


    Lavaters Physiognomik hat einen pietistischen Hintergrund. Nun sind die protestantischen Strömungen immer schwierig einzuschätzen, aber der Pietismus vertrat im allgemeinen die calvinistische Anschauung, dass der Mensch sich nicht selber das Himmelreich verdienen könne, sondern es Gottes Gnadenwahl anheim gestellt sei, wer denn nun in den Himmel, wer in die Hölle komme. Sehr rasch entsprang bei den pietistisch-puritanischen Gemeinden der Wunsch der Gemeindeschäfchen, doch ein bisschen sicherer zu sein, wer denn nun gerettet sei. Gottes mehr oder weniger verborgene Zeichen wurden nun gesucht. Diesen Hintergrund (die „Guten“, „Geretteten“ zu unterscheiden von den „Bösen“, „Verlorenen“) hatte auch Lavaters Physiognomik. Und wenn eine pietistische Dame von Adel sagen konnte: „Ich müsste meinen Bruder hassen, wenn ich wüsste, dass er nicht zu den Auserwählten gehört!“, so darf man die Konsequenzen dieses Denkens nicht verharmlosen.


    Dies – von Äusserlichkeiten auf die innere Qualität und letztlich Existenzberechtigung (jenseitige oder diesseitige!) eines Menschen zu schliessen – lässt sich dann auch bei Weiterentwicklungen eines Gall oder Lombroso blicken. Interessanterweise waren diese Leute immer wieder auf der rechten und ultrarechten Seite des politischen Spektrums beliebt. Es ist halt sehr einfach, vom Äussern aufs Innere und eventuell gar auf dessen Daseinsberechtigung (und sein es nur als Abteilungsleiter, da die Physiognomiker ihre Dienste auch als Personalberater anbieten!) schliessen zu können. Ab welchem Punkt sprechen wir einer solchen Haltung ihre Daseinsberechtigung ab?


    A propos „Wissenschaftlichkeit“ bzw. „Vernunft“: Pater Brown hat soeben einen Verbrecher entlarvt, der sich als Priester verkleidet hatte. Die beiden hatten lange konversiert, und zuletzt konnte ihm Pater Brown auf den Kopf zusagen, dass er kein Priester sei. Nicht etwa aufgrund von dessen Physiognomie, sondern aufgrund des Gesprächs.

    Zitat von "G. K. Chesterton

    ”You attacked reason,” said Father Brown, “It’s bad theology.”


    Grüsse


    Sandhofer

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

  • Zitat von "nimue"

    Und ihr beiden Männer: [...] Es ist völlig egal, ob ihr _nicht_ daran glaubt, solange es Menschen gibt, die es tun ;-) Und darüber kann man meiner Meinung nach auch nicht diskutieren - es sei denn, ihr wollt den anderen ihren Glauben nehmen.


    Übertragen auf die Physiognomik (denn auch ich sehe hier einen kategorialen Unterschied zur Homöopathie) bedeutet dies, wenn jemand glauben will, dass physische Gegebenheiten eines Menschen (Stellung der Augen, Form der Nase, Gesichtswinkel, dh ob die Stirn flach oder steil verläuft usw.) unmittelbare Rückschlüsse auf die Intelligenz bzw. den (moralischen) Charakter zulassen, ist dies in diesem Forum gefälligst unwidersprochen hinzunehmen? Weil genau das eine Frage des Glaubens ist?


    Einigermaßen fassungslos,
    B.