04 - Seite 242 bis Ende

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 19 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von SABO.

  • Hier könnt ihr über Seite 242 bis Ende schreiben.
    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Abschnittseinteilung nicht vorgesehen.


    Der Abschnitt beginnt mit: Sulis
    "Das Zimmer war dunkel. So gefiel es ihr."

    LG, Dani


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  • Ich habe das Buch gestern zu Ende gelesen, es war einfach zu spannend, als dass ich hätte aufhören können. Vor lauter Lesen fiel mir gar nicht mehr auf, wie kalt es am Bahnhof eigentlich war :lachen:


    Das Ende hat für mich die anfängliche Skepsis wett gemacht. Fisher hat hier viel Fingerspitzengefühl bewiesen und alles grossartig aufgelöst. Die Fragen sind auch beantwortet und das Buch in sich abgeschlossen.


    Richtig toll fand ich es, dass Sulis es endlich wagt, sich ihren Ängsten zu stellen. Josh hat ihr dabei sehr geholfen. Es freut mich, dass er sich nicht als Feind entpuppt hat, sondern sie wirklich mag.


    Zac ist zwar immer noch ein klein wenig Pfau, aber er hat sich auch sehr entwickelt. Meistens merkt man erst, wie sehr einem etwas am Herzen liegt, wenn es nicht mehr da ist. Als das mit den Plänen auskam, blieb mir erst wirklich das Herz stehen. Zum Glück ist der Circus dann doch noch entstanden!

    //Grösser ist doof//

  • Ein spannendes und irgendwie unerwartetes Ende, finde ich, weil die Ereignisse der 3 Zeitebenen eigentlich nicht viel miteinander zu tun haben und dennoch miteinander verwoben sind. Dabei sind die Ereignisse der Gegenwart aber kein Abklatsch der Zac-Kapitel, es gibt lediglich Paralellen oder eher noch Ähnlichkeiten, die wiederum die Verbindungen darstellen. Du liebes bisschen, das hört sich ziemlich wirr an :spinnen: Der Zettel, den Sylvia in der Quelle in der Kammer findet, ist doch der Zettel, den Sulis in die Quelle geworfen hat, oder nicht?


    Zacs Plan, seinen Schuldschein zurückzubekommen, geht tatsächlich auf, aber daß er bei Sylvias Mißstimmung nicht mißtrauisch wird, ist ja wieder typisch. Forrest wurde tatsächlich heimlich in der Kammer vergraben - SABO fragte im zweiten Abschnitt noch danach, was es mit dem 13. Stein auf sich hat, das ist nun auch geklärt.
    Klar ist es traurig, daß Zac erst nach Forrests Tod versteht, was ihm sein Meister bedeutete, aber besser spät als nie. Hauptsache, Comptom kam nicht mehr zum Zug.


    Sulis und Sylvia ähneln sich nicht nur äußerlich, sowohl Sulis als auch Sylvia leben mit einer vermeintlichen Schuld, und von Beiden erfahren wir bis zum Schluß nicht ihre wahren Namen. Josh hat mit seiner Annahme, daß es nie einen Unbekannten gab, ins Schwarze getroffen.


    Doch, mir hat das Buch sehr gut gefallen.

    Liebe Grüße

    Karin

  • Ich fand es sehr spannend, die drei Ebenen zu beobachten und zu rätseln, wie sie nun zusammenhängen. Dass nicht alles 1:1 übereinstimmt, finde ich sogar richtig gut. Fisher hat sich eigentlich bekannter Elemente bedient, diese aber neu zurechtgestutzt und sowas gefällt mir auch immer. Zac als Anti-Held fand ich zum Beispiel auch klasse. Er ist definitiv kein Sympathieträger und hebt sich dadurch von den typischen Helden ab, die immer gut sind, immer richtig handeln und praktisch perfekt sind.



    Der Zettel, den Sylvia in der Quelle in der Kammer findet, ist doch der Zettel, den Sulis in die Quelle geworfen hat, oder nicht?


    Dann wäre der Zettel in die Vergangenheit gereist? Interessante These.

    //Grösser ist doof//


  • Ich fand es sehr spannend, die drei Ebenen zu beobachten und zu rätseln, wie sie nun zusammenhängen. Dass nicht alles 1:1 übereinstimmt, finde ich sogar richtig gut. Fisher hat sich eigentlich bekannter Elemente bedient, diese aber neu zurechtgestutzt und sowas gefällt mir auch immer. Zac als Anti-Held fand ich zum Beispiel auch klasse. Er ist definitiv kein Sympathieträger und hebt sich dadurch von den typischen Helden ab, die immer gut sind, immer richtig handeln und praktisch perfekt sind.


    Ja, das fand ich auch gut gemacht, weil die einzelnen Ebenen nicht nur eine Kopie waren, sondern doch eigenständig.

    Liebe Grüße

    Karin

  • Gestern Abend hatte ich nun auch den letzten Abschnitt beendet.


    Ich hatte schon die Beführchtung Sulis könnte vom Dach stürzen, glücklicherweise war dem nicht so, sondern es kam noch zu einem guten Ende. Im letzten Abschnitt stellt sie sich endlich ihren Ängsten und spricht mit ihrem vermeintlichen Verfolger, doch der entpuppte sich, wie schon im Abschnitt zuvor vermutet, als reine Einbildung, die zwar als Täter herhalten musste, aber ihr am Ende vielleicht sogar half, sich den Erinnerungen zu stellen und alles wieder an die Oberfläche zu bringen. Ihre neuen oder besser gesagt wiedergewonnenen Erkenntnisse offenbart sie auch Josh.


    Auch in der Vergangenheit kommt es zu einigen Erkenntnissen, Sylvia sollte wirklich für Compton die Pläne besorgen, manipuliert dann den Plan mit den gefälschten Plänen und überreicht Compton die Originale. Leider kommt ihre Reue etwas zu spät, zwar versucht sie sich das Leben zu nehmen, provozierte aber den tödlichen Asthmaanfall Forrests. Der wiederrum lässt Zac erkennen, wie sehr er seinen Meister eigentlich mag, setzt sogar das Projekt mit seinem Sohn fort.


    Ich fand es interessant, dass sich die drei Zeitebenen in einigen Punkten ähneln, und es gibt auch eine Verbindung, denn alle spielen sich in Steinkreisen ab, Abschnitte "Zac" und "Sulis" im Kings Circus und zum Teil in Stanton Drew und Bladud ist ja mit der Errrichtung eines Steinkreises beschäftigt, den Forrest später vermessen wird.


    Sogar das Geheimnis um die verschlossene Kammer wird gelüftet, es handelt sich dabei tatsächlich um die Grabkammer von Forrest. In diesem Zusammenhang finde ich den Titel "Die vergessene Kammer" leicht verwirrend, denn auf eine Art war sie sicher vergessen, aber außer den wenigen Vertrauten von Forrest kannte sie ja niemand und so sollte es ja auch bleiben, denn niemand sollte von diesem Raum erfahren, also ist es mehr eine geheime Kammer als eine vergessene Kammer.

  • Dann wäre der Zettel in die Vergangenheit gereist? Interessante These.


    Diesen Zettel hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm, aber das wäre wirklich ein interessanter Gedanke.


  • Ich hatte schon die Beführchtung Sulis könnte vom Dach stürzen, glücklicherweise war dem nicht so, sondern es kam noch zu einem guten Ende.


    An der Stelle habe ich auch kurz die Luft angehalten.



    Diesen Zettel hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm, aber das wäre wirklich ein interessanter Gedanke.


    Ich habe eben nochmal nachgesehen: der letzte Satz, den Sulis auf den Zettel schrieb lautet: "ich möchte, dass du den Schatten von meinem Leben nimmst". Das ist tatsächlich der Satz, der auf dem Stück Papier steht.

    Liebe Grüße

    Karin


  • Ich habe eben nochmal nachgesehen: der letzte Satz, den Sulis auf den Zettel schrieb lautet: "ich möchte, dass du den Schatten von meinem Leben nimmst". Das ist tatsächlich der Satz, der auf dem Stück Papier steht.


    Das ist mir ja gar nicht aufgefallen (ich geb der Kälte die Schuld). Dann ist es tatäschlich derselbe Zettel. Wie genial!

    //Grösser ist doof//


  • Das ist mir ja gar nicht aufgefallen (ich geb der Kälte die Schuld). Dann ist es tatäschlich derselbe Zettel. Wie genial!


    Ich wollte auch nochmal sicher gehen, nicht daß mir meine Phantasie einen Streich gespielt hätte :breitgrins:

    Liebe Grüße

    Karin

  • So, jetzt aber. Hab es schon gestern versucht, aber da hat irgendwie das Internet gestreikt, und wollte mir meinen Kommentar nicht abschicken.


    Es kommt endlich raus, dass Sulis sich den Mann nur eingebildet hat. Ich habe aber dennoch das Gefühl gehabt, dass er Bladud sehr ähnelte. Dass Caitlin eigentlich eine kleine Tyrannin war, hat mich gar nicht überrascht. Der Eindruck ist durch ihr herrisches Verhalten ja recht schnell entstanden. Aber was Sulis armer Kindergeist daraus gemacht hat...theoretisch hat Caitlin ihre ganze Kindheit und Jugend ruiniert.


    Zum Glück hat sich Josh ja als wahrer Freund erwiesen und hat ihr geholfen, sich ihrer Vergangenheit zu stellen, indem er sie immer wieder darauf gestoßen hat, dass der Fremde womöglich gar nicht existiert.


    Super fand ich, dass sich auch der Telefonanruf vom Dach noch aufgeklärt hat.


    Als Sylvie mit der Ledertasche aus dem Büro kam, hatte ich gleich ein schlechtes Gefühl. Zac tat mir richtig Leid, als Forrest erfahren hat, was er getan hat, vor allem, weil es diesmal ja wirklich nicht seine Schuld war.


    Die Auflösung bei Zac, Sylvie und Forrest hat mich ehrlich gesagt etwas unbefriedigt zurück gelassen, denn ich hatte das Gefühl, dass für mich nicht alles geklärt wurde. Außerdem war ich traurig, dass Forrest gestorben ist. Gab es die Oroboros wirklich, oder waren sie nur eine Einbildung von Forrest? Wenn ja, wer waren dann die Reiter in dem Dorf? Und wusste Forrest tatsächlich, dass der Circus sein letztes Bauwerk sein würde?


    Schön fand ich allerdings, dass durch den Zettel in der Quelle der Kreis zu Sulis Geschichte geschlossen wurde.


  • Gab es die Oroboros wirklich, oder waren sie nur eine Einbildung von Forrest? Wenn ja, wer waren dann die Reiter in dem Dorf? Und wusste Forrest tatsächlich, dass der Circus sein letztes Bauwerk sein würde?


    Und welche Rolle Jack bei den Oroboros nun spielt, da er den Ring mit der Schlange am Finger hatte. Wirklich nur ein Vermächtnis seines Vaters oder ist er auch Mitglied dort?

    Liebe Grüße

    Karin

  • Ende gut, alles gut, überall und in jeder Hinsicht.
    Die Auflösung der Handlungsstränge gelingt perfekt. Verbindungen werden sichtbar, aber die Geschichten überlappen sich nicht. Sie hängen nur an sehr dünnen Fäden miteinander zusammen. Das gefällt mir total gut.


    Mir hat vor allen Dingen der Aspekt der Architektur in der Geschichte sehr gut gefallen. Auch Sulis als Person finde ich sehr schön gezeichnet. Ihre Verdrängung hat ja perfekt funktioniert. Das halte ich auch für durchaus wahrscheinlich nach einem solchen Erlebnis.


    Übrigens finde ich es auch interessant, dass das Buch in der Originalausgabe "Crown of Acorns" heißt. Hier wird der Schwerpunkt des Titels also auf eine ganz andere Thematik im Buches gelegt, der aber auch etwas Fantastisches zugrundeliegt. Die Eichen und Eicheln sind ja auch ein großes Thema in der Geschichte.

    Lesen ist meine Leidenschaft

  • Seltsam, der Meister traut seinem Assistenten nicht mehr, auf die Frage, was unter dem Gepflasterten sei, sagt Forrest, da wäre nichts, er war doch sonst immer so vertrauensvoll, was ist passiert? Zac weiß, das sein Meister lügt, er hat ein ungutes Gefühl dabei, er muß es herausfinden..

  • Ach was war das doch für ein schönes Buch, für mich hätte es ruhig etwas dicker sein können..
    Ich hatte im letzten Abschnitt Angst, es würde noch ein großes Unglück geschehen, aber alles hat sich so gefügt, wie es sollte. Forrest ein Mann voller Visionen hat auch an seine eigene Grabstätte gedacht , die vergessene Kammer. Alle sind sich einig, das es eine Ehre war Forrest gekannt haben zu dürfen. Auf manche Menschen trifft dies tatsächlich zu, man ist froh, ein Teil ihres Lebens gewesen zu sein, sie sind so einzigartig und perfekt, das sich ihr Leben schon früh erfüllt hat.
    Genial, dass das "Votiv" mit Sulis´ Wunsch hervorkam: "Nimm den Schatten von mir!" Das war so ein Gänsehautmoment..
    Forrest hat an alle gedacht, seine Großherzigkeit ging über seinen Tod hinaus, er hat auch gewusst, das die beiden es wert waren, ihnen eine zweite Chance zu geben, Forrests Sohn liebte und verehrte seinen Vater so sehr, das auch er sich ihnen annahm.
    --
    Sulis kennt jetzt die Wahrheit, ihr Schatten ist weg, alles wird gut, die Familie bleibt zusammen und Josh kann studieren.
    --
    Ich bin dankbar, für so ein tolles Buch, mit so einem wunderbar harmonischen Ende.
    Ich hoffe man wird mehr von Cathrine Fisher hören, danke an Literaturschock und den Blanvatet Verlag!
    5/5
    Liebe Grüße, SABO


  • Forrest hat an alle gedacht, seine Großherzigkeit ging über seinen Tod hinaus, er hat auch gewusst, das die beiden es wert waren, ihnen eine zweite Chance zu geben, Forrests Sohn liebte und verehrte seinen Vater so sehr, das auch er sich ihnen annahm.


    Das hat mir auch gut gefallen, daß Forrest noch über seinen Tod an Sylvia und Zac geglaubt hat.

    Liebe Grüße

    Karin

  • Das hat mir auch gut gefallen, daß Forrest noch über seinen Tod an Sylvia und Zac geglaubt hat.


    Ja, und vor allem, das sich sein Sohn daran gehalten hat, hätte er ja nicht tun müssen.. Ich glaube, die Autorin ist etwas harmoniesüchtig, aber damit kann ich sehr gut leben.. :-)


  • Ja, und vor allem, das sich sein Sohn daran gehalten hat, hätte er ja nicht tun müssen.. Ich glaube, die Autorin ist etwas harmoniesüchtig, aber damit kann ich sehr gut leben.. :-)


    Damit kann ich auch gut leben, ich hätte es vielmehr schade gefunden, wenn der Sohn die Arbeiten seines Vaters nicht so in Ehren gehalten hätte.

    Liebe Grüße

    Karin

  • Sooo.... ich hatte das Buch schon letzte Woche fertig gelesen, aber habe es bisher nicht geschafft noch einen abschließenden Kommentar zu schreiben.
    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Dass am Ende jede Geschichte ihr schlüssiges Ende findet, hat mich sehr gefreut. Das mit dem Zettel war mir im ersten Moment garnicht aufgefallen. Aber es ist umso besser, dass es Sulis Zettel war. Da entsteht noch einmal mehr die Verbindung zwischen beiden Geschichten.
    Ich hatte vor lesebeginn auch etwas andere Erwartungen, aber trotzdem hat mich das Buch überzeugt. Ich fand es sehr schade, dass Forrest gestorben ist. Aber es wurde, rückblickend betrachtet, auch vorher angekündigt. Denn er hat den Circus ja mal als sein "Grabmal" bezeichnet. Ob er aus irgendeinem Grund wusste, dass es so kommen wird?

    "Erst die Möglichkeit einen Traum zu verwirklichen, macht unser Leben lebenswert." Paulo Coelho

  • Diesen Zettel hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm, aber das wäre wirklich ein interessanter Gedanke.


    Ich habe es als Kreislauf, geschlossenen Kreis angesehen, das mit dem Votiv Zettelchen war wirklich so ein zusätzlicher Kick, so ein kleines Sahnehäubchen. :-)