Jasper Fforde - Die letzte Drachentöterin

Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 24 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von odenwaldcollies.

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    Jasper FForde - Die letzte Drachentöterin


    Der letzte Drache wird sterben


    Die 15-jährige Jennifer Strange ist Leiterin von KAZAM, einer schlecht laufenden Vermittlungsagentur für Magier. Die Magie befindet sich schon seit einiger Zeit auf dem absteigenden Ast. Dann erschüttert die Vorhersage, daß der letzte Drache Maltcassion in nächster Zeit sterben soll, das Königreich und die Magierwelt, wird doch in KAZAM eine Verbindung zwischen der schwindenden Magie und dem Rückgang der Drachen vermutet. Und ausgerechnet Jennifer soll die letzte Drachentöterin sein! Das passt Jenny überhaupt nicht, viel lieber würde sie sich mal in Ruhe mit Maltcassion unterhalten.


    Mein erstes Buch des Autors entpuppte sich als Feuerwerk eines ironischen und schrägen Humors, der mich einige Male zum Lachen gebracht hat. Selbst, wenn nicht viel geschieht, der besondere Wortwitz des Autors ist allgegenwärtig. Dennoch gibt es auch ernste Töne, wenn der alte Drache Maltcassion den Menschen den Spiegel vorhält. Gelungen fand ich auch die überspitzte Darstellung bestimmter menschlicher Schwächen, wie der Autor unsere Spezies hier aufs Korn nimmt.


    Gelungen war das Ende des Buches, das eine völlig überraschende Wendung angenommen hat und einige Fragen, die ich mir zu Beginn zu den Drachen gestellt habe, beantwortet. Allerdings gibt es einen Punkt am Ende, der mir gar nicht gefallen hat, da hätte ich mir eine andere Lösung gewünscht. Das Buch ist in sich abgeschlossen, auch wenn es zwei weitere Bände gibt.


    Die Figuren sind schräg, sympathisch oder auch nicht, und in einigen Fällen sehr überraschend. Jennifer hat mir gut gefallen, da sie sich durch den allgemeinen Hype um den bevorstehenden Tod des letzten Drachen – und der damit verbundenen Vorteile für die Menschen – nicht hat beeinflussen lassen, sondern ihre eigene Meinung bilden will. Dumm allerdings, daß scheinbar schon seit langem beschlossen wurde, daß sie diejenige sein wird, die Maltcassion tötet - oder vielleicht doch nicht so dumm?


    Und dann natürlich das Quarktier, das treu zu Jennifer steht, auch wenn die anderen Menschen bei seinem Anblick in Angststarre verfallen. Das Quarktier war neben Jennifer mein heimlicher Held.


    Mir hat dieses Buch gut gefallen und ich freue mich nun auf den zweiten Teil.


    4ratten

    Liebe Grüße

    Karin

    Einmal editiert, zuletzt von Valentine ()

  • Das liest sich gut. Ich habe von Jasper Fforde schon ein Buch auf dem SUB und setze das hier mal auf die Wunschliste.

    Das Leben ist das schönste Märchen. Hans Christian Andersen

  • Die letzte Drachentöterin Gebundene Ausgabe von Jasper Fforde


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    Dieses Buch war schon quasi meins, auf Grund des Titels. Das es dann auch noch von Jasper Fforde war, ist einfach das Sahnehäupchen auf der ganzen Sache.
    Gewohnt lustig, skuril, am Anfang etwas verwirrend und genial ist auch diese Geschichte zu lesen. Die Person die mir in diesem Buch am besten gefallen hat ist auf alle Fälle das Quarktier, aber ich bin auch schon ein Fan von Jasper Ffords Dodo in der Thrusday Next Reihe.
    Die Geschichte hat vielleicht nicht viel Handung und plätschert vor sich hin, aber mit seiner humorvollen Art eine neue Welt zu erschaffen, gelingt es dem Autor keine Langeweile beim Lesen entstehen zu lassen.
    Zum Ende des Buches wird noch einmal die ganze Geschichte durcheinander gewirbelt und der Autor präsentiert dem Leser ein Ende mit dem man nicht gerechnet hat.


    4ratten

  • Meine Meinung zum Buch:


    Titel: Solider Auftaktband der Drachen- Trilogie


    Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich nicht nur um das Jugendbuchdebüt des Kultautors, sondern auch um das erste Buch, welches ich von ihm gelesen habe.


    In der Geschichte geht es um die 15 jährige Jennifer Strange, einstiges Findelkind und derzeit Leiterin der Magieragentur Kazam. Die Zauberer und anderen magischen Figuren unter Kontrolle zu halten, ist gar nicht so leicht, aber im Waisenhaus war das Leben auch kein Zuckerschlecken. Doch dann geht plötzlich das Gerücht um, dass der letzte Drache sterben wird und das ausgerechnet durch Jennifers Hand, dabei will sie den Drachen gar nicht töten. Was soll sie bloß tun?


    Der Autor strotzt vor Ideenreichtum, weshalb ich zu Beginn des Lesens etwas überrumpelt war von der Menge an Informationen, aber das legte sich dann im Verlauf der Geschichte.


    Das Hauptaugenmerk liegt ganz klar auf Jennifer als Drachentöterin. Wir erfahren viel über ihre derzeitigen Probleme und Sorgen, aber über ihre Vergangenheit erfahren wir leider erst einmal recht wenig. Zumindest war sie mir als Charakter sehr sympathisch und ihr Handeln ließ sich immer nachvollziehen.


    Bei der Handlung hat man trotz der magischen Anteile das Gefühl, dass diese aus dem realen Leben, welches wir als Leser ebenfalls führen, entnommen wurde. Das wurde mir vor allem klar als über die Medien und die Wirtschaft berichtet wurde.


    Da es sich hier um den Startband einer Trilogie handelt, gehe ich mal davon aus, dass dieser nur zur Einführung in die Geschichte dienen sollte, denn allzu viel passiert nicht, vielmehr wird man in Jennifers Welt eingeführt.


    Gut gefallen hat mir, dass man als Leser öfter mal überrascht wird und den ein oder anderen Protagonisten falsch einschätzt.


    Mein persönliches Highlight war das Quarktier, das hätte ich auch gerne.


    Das Ende kam mit einer Wendung daher, die ich absolut nicht erwartet hatte. Das bietet natürlich jede Menge Möglichkeiten, um die Geschichte weiter zu spinnen.


    Fazit: Ein guter Einstieg, der Appetit auf mehr macht. Durchaus lesenswert!


    Bewertung: 3ratten

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)

  • Zum Buch


    Die 15-jährige Jennifer Strange hat nicht nur den verantwortungsvollen Posten der Leitung einer Magieagentur, plötzlich ist sie auch diejenige, die den letzten noch lebenden Drachen töten soll und das laut einer Vorhersage schon am nächsten Wochenende. Aber hat der Drache Maltcassion wirkich gegen der geltenden Vertrag verstossen oder wollen möglicherweise nur Andere von seinem Tod profitieren?


    Meine Meinung


    Die Magie in der heutigen Zeit hat sich stark gewandelt. Die 15-jährige Jennifer Strange vermittelt als Leiterin der Magieragentur Kazam Magier für ganz alltägliche Dinge. Das Austauschen einer Hausverkabelung gelingt nun z.B. nur mit Magie ganz ohne Schmutz und lange Arbeitszeiten und Pizzas werden mit ungewöhnlichen Fortbewegungsmitteln geliefert.


    Jasper Fforde ist sich mit seinem ersten Jugendbuch treu geblieben und versammelt, wie auch in der "Thursday-Next-Reihe", surrile Gestalten und eigentümliche Wesen mit ganz speziellen Vorlieben, Eigenschaften und Fähigkeiten aneinander. Sein Wortwitz und seine Ideen zur Geschichte sind wahnsinnig unterhaltsam, komisch und durchaus nachvollziehbar. Anfangs fühlt man sich etwas erschlagen von so vielen Informationen, das legt sich aber sehr schnell und man ist mitten in der Geschichte.


    Beim Spekulieren um der Hintergründe der Vorhersage zum Schicksal des letzten Drachen legt der Autor gerne falsche Fährten, das Ende des Buches überrascht, ist aber durchaus nachvollziehbar. Nur bei einer Sache hätte ich mir ein anderes Ende gewünscht.


    Von den ganzen Charakteren und Wesen ist mir besonders das Quarktier ans' Herz gewachsen. Es gibt im ganzen Buch nicht viele Worte von sich, ist aber mein eigentlicher Held der Geschichte.


    Mir hat das Buch sehr gut gefallen, ich stehe total auf den Schreibstil von Jasper Fforde und die super Ideen, die er hat, ich freue mich schon auf den zweiten Teil.


    4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

    Das sind keine Stirnfalten. Das ist ein Sixpack vom Denken.

  • Meine Meinung:


    Von Jasper Fforde hatte ich bisher noch nichts gelesen und insofern war "Die letzte Drachentöterin" für mich vor allem dazu gedacht, den Autor mal anzutesten. Dabei wird es nun nicht bleiben, ich habe richtig Lust auf weitere Bände aus dieser Reihe bekommen und werde mich auch mal mit Thursday Next befassen, soviel ist sicher.


    Wie kommts? Ich hatte eigentlich von der ersten Seite weg sehr viel Spaß mit dem Buch. Jasper Ffordes abgedrehtes Universum sprüht nur so vor skurillen Figuren, phantastischen Ideen und irren Geschichten. Es gibt keine Längen, sondern eine Szenen jagt die nächste und auf die Art und Weise lernt der Leser vornehmlich im ersten Drittel das Personal und seine Eigenheiten kennen.


    Damit hätte es auch ruhig bis zum Ende weiter gehen können, aber dann überraschte mich der Autor mit sehr tiefgründigen Dialogen und ein wenig "Drachenphilosophie"; diese ruhigeren, nachdenklichen Abschnitte gefielen mir sehr gut und bildeten einen guten Kontrast zu den vorangegangenen slapstickartigen Kapiteln.


    Außerdem überzeugte mich die Szenen, in denen der Autor der Welt einen Spiegel vorhält und in einer zwar überspitzten, aber nicht ganz unrealistischen Art und Weise die Natur des Menschen skizziert. Das fand ich großartig ausgearbeitet, und trotzdem bleibt der Roman bei seiner spritzigen Leichtigkeit.


    Das magische Konzept erschien mir logisch und durchdacht; nur leider gab es am Ende ein, zwei Dinge bei der Auflösung, die mich nicht ganz überzeugen konnten. Der Überraschungseffekt ist trotzdem geglückt und ich habe das Buch zufrieden zugeklappt. Naja, fast zufrieden. Eine Sache ist einfach unverzeihlich... aber lest selbst.


    Mit dem Sprachstil von Jasper Fforde kam ich gut zurecht; er bedient sich einer einfach gestrickten, lakonischen Jugendsprache, die beim Zielpublikum sicher gut ankommt und sich flott weglesen lest. Seine Wortkreationen machen mir sehr viel Vergnügen, und ich denke, die Übersetzer haben hier einiges geleistet, dass manches Wortspiel nicht untergeht.


    Insgesamt gesehen kann ich "Die letzte Drachentöterin" allen Fantasylesern empfehlen, die es gerne ein wenig abgedreht mögen; der Roman hat einen hohen Spaßfaktor, aber auch Tiefgang, gelungene Figuren und eine ordentlich ausgearbeitete Handlung. Gerne mehr davon!


    4ratten

    :lesen: Patrick Rothfuss - Die Furcht des Weisen

  • Jasper Fforde - "Die letzte Drachentöterin" - ONE
    UK. Menschenland/Drachenland
    Die 16jährige Jennifer Strange übernimmt die Leitung der Zauber-Agentur Kazam, sie ist Buchhalterin, Organisatorin und Schriftführerin und jongliert nebenbei mit einem Haufen verrückter Zauberer. Jenni vermittelt Magie auf Bestellung, das kann eine komplette Stromverkabelung eines ganzen Hauses sein, aber auch eine Pizzalieferung auf dem fliegenden Teppich. Die Glanzzeit der Zauberer ist lange her, doch plötzlich haben die Magier ungaubliche Wallungen und sind selbst erstaunt über die Kräfte, die sie dabei entwickeln.
    20 Meilen entfernt sammelt sich große Magie im Zentrum des Drachenlandes, der letzte Drache bereitet sich auf seinen Tod vor, der letzte Drachentöter ist eine mutige junge Dame, deren Schicksal sich wegen ihrer Besonderheit sich schon vor 400 Jahren entschied. Sie selbst weiß nicht, was an ihr, einem Findling, so außergewöhnlich sein soll, vor 16 Jahren fand man sie vor den Toren der Schwesternschaft. Treu und immer zum Schutz an ihrer Seite ein "Quarktier", zum Teil Labrador zum Teil offene Messerschublade, Quark frisst sein Futter samt Dose und hat zartlila Augen, ein Haustier und Wächter zum Verlieben.
    Dieses Buch ist ein "Must Read", der Autor hat mich mehr als überzeugt, ich werde alle Bücher von ihm nachlesen, mit mir hat er einen Fan mehr. :-)
    Ein Roman für die schlaue Jugend und alle die Fantasy lieben, spannend, warmherzig, witzig, mit traumhaft schönen Drachenerlebnissen. Ich bin begeistert!
    5ratten
    Vielen Dank, für dieses zauberhafte Abenteuer, "Quark" war mein Liebling! "Mit zartlila Augen sah er zu ihr auf."
    Danke an Literaturschock und den ONE-Verlag

  • Verrückt und Strange von vorne bis hinten!


    Klappentext
    „Jennifer Strange ist fünfzehn Jahre alt, Findelkind und aktuell die Leiterin von Kazam, einer Agentur, die Zauberer vermittelt. Die Zeiten, als die Zauberer noch vor Magie strotzten, sind längst vorbei. Wer einst ganze Berge versetzte, liefert heute auf seinem fliegenden Teppich Pizza aus. Die Geschäfte von Kazam laufen dementsprechend schlecht, und die Magier müssen um ihre Jobs fürchten. Als wäre das nicht genug, macht auch noch die Vorhersage die Runde, dass der letzte Drache sterben wird – und zwar durch die Hand von niemand Geringerem als Jennifer. Schnell wird ihr klar, dass nicht nur ihr Leben, sondern die Geschicke aller Bürger in den Ununited Kingdoms auf den Kopf gestellt werden …“


    Gestaltung
    Das Cover sagt mir sehr zu, da es mehrere Bezüge zur Handlung vorweist: zum einen wäre da das orangene Auto, in dem die Protagonistin Jennifer die Zauberer zu ihren Aufträgen fährt und zum anderen sehen wir den Drachenschwanz, der auf den Drachen verweist. Durch das sanfte Hellblau des Hintergrundes werden diese beiden Dinge sogar noch betont und stechen sofort ins Auge.


    Meine Meinung
    Jennifer Strange ist die Protagonistin von Jasper FFordes neuem Reihenauftakt „Die letzte Drachentöterin“. In diesem Roman ist Jennifers Nachname Programm! Denn wenn „Die letzte Drachentöterin“ eines ist, dann strange! Von der ersten bis zur letzten Seite. Zauberer, die Stromleitungen neu verlegen, Fliegende Teppiche als Lieferdienste oder Magie, die die Kanalisation reinigt. Alles ist dabei.


    Der Autor watet hier mit so vielen verrückten Ideen auf, dass man als Leser einfach nur staunen kann und sich fragt, wie ein Mensch auf solche Verrücktheiten kommen kann. Ich fand es jedenfalls total kreativ und irgendwie witzig. Es war amüsant zu lesen, was Jasper FForde sich alles ausgedacht hat und zudem hat er trotz dieser lustige Atmosphäre, die durch die ganzen Seltsamkeiten aufkam, geschafft, auch gewisse Tiefen zu erzeugen. Las man zwischen den Zeilen, so konnte man als Leser durchaus den ein oder anderen Sachverhalt auf tiefgründigere Themen übertragen.


    Was ich allerdings als störend empfunden habe war, dass manche Begrifflichkeiten, die der Autor sich eigens für diese Geschichte ausgedacht hatte, einfach so verwendet werden, als müsste der Leser sie kennen (was er aber eigentlich nicht tat). Dann musste der Leser sie sich selber aus dem Kontext erschließen, was zwar teilweise nicht schwer war, aber dennoch den Lesefluss gestört hat. Sich jedes neue seltsame „Zauberwort“ oder jede Beschreibung, die nur für diese Welt eigen ist, herzuleiten und beim ersten Mal, wenn das Wort fällt, zu stocken und sich zu fragen, was genau es bedeutet, trägt nicht gerade dazu bei, dass man die Geschichte in Ruhe lesen kann. Zumal die Anzahl solcher kuriosen Worte gerade zu Beginn sehr hoch ist und man sie sich auch alle merken muss.


    Und was auch im Zuge des nicht Erklärt-werdens auffällig war: die Welt, in der Jennifers Geschichte spielt, blieb die ganze Zeit über sehr schwammig. Man weiß, dass Jennifer die Managerin der Zaubererorganisation KAZAM ist. Ihr Chef ist verschwunden und darum leitet sie die Agentur und organisiert die Zauberer. Man erfährt wie Jennifer alles organisiert, man lernt die Figuren kennen, man erlebt ihr Abenteuer. Alles spielt in England unter einem gewissen König Sniggs. Aber das war es dann auch schon. Gibt es nur in England Magie? Was ist mit den anderen Ländern? Wie ist alles aufgebaut? Ist das überhaupt unsere Welt oder eine Parallele? Es bleibt alles sehr unklar und verschwommen. Wenn man Glück hat, bekommt man ein paar Andeutungen vorgesetzt, aber das war’s dann auch.


    Jennifer war mir dafür sehr sympathisch. Sie ist ein sehr reifer, verantwortungsbewusster Teenager und KAZAM sowie alle Zauberer dort liegen ihr sehr am Herzen. Sie ist zudem sehr taff und lässt sich die Wurst nicht vom Brot nehmen. Das Quarktier, das von einem großen Zauberer erschaffen wurde, war mir allerdings die liebste Figur. Ein hässliches, gefährliches Äußeres mit einem weichen, liebenswerten Kern. Jennifers Lehrling Tiger ist ein frecher kleiner Junge, von dem ich zu Beginn der Handlung nicht recht wusste, wo ich ihn einordnen sollte, aber im Handlungsverlauf wurde er mir durchaus sympathisch.


    Fazit
    Ein neuer Reihenauftakt, der für kurzweilige Unterhaltung gesorgt hat. Die verrückten Ideen und die Magie sowie Zauberer haben mich oftmals an meine Kindheit mit Harry Potter erinnert, sodass mir ganz warm ums Herz wurde. Allerdings blieb vieles schwammig und unklar. Vor allem der Weltentwurf hätte meiner Meinung nach genauer beleuchtet werden können. Auch die vielen Begriffe, die nur innerhalb des „Die letzte Drachentöterin“-Universums auftauchen, wurden nicht erklärt, sodass der Leser sie sich aus dem Kontext erschließen musste. Dies störte manchmal den Lesefluss.
    Sehr gute 3 von 5 Sternen!
    3ratten


    Reihen-Infos
    1. Die letzte Drachentöterin
    2. The Song of the Quarkbeast (bereits auf engl. Erschienen)
    3. The Eye of Zoltar (bereits auf engl. Erschienen)
    4. ??? (engl. 2015)

  • „Der letzte Drache wird sterben.“


    INHALT
    Diese Weissagung erschüttert die ohnehin gebeutelte Magierszene der Ununited Kingdoms. Allen voran die 15-jährige Jennifer Strange, Leiterin von KAZAM, einer schlecht laufenden Vermittlungsagentur für Zauberer. Als Jennifer zu allem Unglück erfährt, dass ausgerechnet sie den Drachen töten wird, steht ihre Welt Kopf. Und so macht sie sich auf, um mit dem Drachen zu reden …
    (Quelle one Verlag)


    MEINE MEINUNG
    „Die letzte Drachentöterin“ ist der gelungene Auftakt des neuen „Drachen“-Vierteilers aus der Feder des britischen Kultautors Jasper Fforde und zugleich sein erstes Jugendbuch. In der wundervoll amüsant geschriebenen und ziemlich abgedrehten Fantasygeschichte voll irrwitziger Ideen und skurriler Figuren geht es um die 15jährige Jennifer Strange, die nach dem Verschwinden ihres Chefs die schlecht laufende Job-Agentur KAZAM leitet, welche Zauber als Arbeitskräfte für Kleinreparaturen und Lieferdienste vermittelt. Als eine Vorhersage bekannt wird, dass der letzte lebende Drache durch Jennys Hand getötet werden soll, gerät ihr Leben völlig aus den Fugen.
    Schon ab der ersten Seite ziehen das exzentrische Setting, die vielen außergewöhnlichen Charaktere und liebenswerten Kreaturen, wie beispielsweise das Quarktier, und die äußerst fantasievolle, vielschichtige Handlung den Leser unweigerlich in ihren Bann. So begleiten wir die sympathische Hauptfigur Jenny auf ihren aufregenden, sehr unterhaltsamen und wendungsreichen Abenteuern durch eine faszinierende Welt des Ununited Kingdoms, die neben Menschen mit magischen und phantastischen Gestalten wie Trollen, Berserkern, Magiern und Drachen bevölkert ist. Sehr geschickt führt der Autor seine Leser allmählich in seine recht komplizierte und vielen liebevollen Details angereicherte Fantasiewelt ein, und lässt ihn die Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten dieser seltsamen Gesellschaft mit ihren zahllosen Spitzfindigkeiten allmählich kennenlernen.
    Sehr gelungen ist auch der angenehm zu lesende Schreibstil von Fforde, der mit so vielen humorvollen und äußerst amüsanten Momenten angereichert ist, dass man einfach schmunzeln muss und sich bestens unterhalten fühlt. Vor allem die witzigen, schrägen Dialoge und seine überspitzten, bitterbösen Anspielungen auf die Medien, unfähige Herrscher und die Geldgier der Menschheit sind sehr vergnüglich und genau auf den Punkt gebracht.
    Ffordes wundervolle Charaktere, insbesondere seine weibliche Hauptfigur Jennifer mit ihrem knuffigen Monster, dem Quarktier, sind äußerst fantasiereich und liebevoll ausgearbeitet, und sind ein echtes Highlight des Buchs. Die clevere Jennifer wirkt mit ihren 15 Jahren schon sehr reif, verantwortungsbewusst und resolut. Unerschrocken zeigt sie ihren Widersachern die Stirn, kämpft für ihre Überzeugungen und sucht verzweifelt einen Weg, ihrem vorhergesagten Schicksal als letzte Drachentöterin zu entgehen– eine tolle Heldin, mit der sich bestens mitfiebern lässt.
    Das Buch endet nach einem packenden Showdown mit einem gelungenen Ausklang der Drachen-Geschichte und kann mit seinem äußerst überraschenden, aber sehr stimmigen und in sich abgeschlossenen Ende überzeugen. Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung und neue spannende Abenteuer mit Jenny und ihren Freunden von KAZAM.


    FAZIT
    „Die letzte Drachentöterin“ ist ein gelungener, äußerst unterhaltsamer Auftakt des viel versprechenden „Drachen“-Vierteilers von Jasper Fforde für junge Leser – eine wundervoll amüsante, ziemlich abgedrehte Fantasygeschichte voll irrwitziger Ideen und skurriler Figuren!


    4ratten

  • Jennifer Strange ist 15 und Managerin der Zaubereiagentur KAZAM. Sprich, sie schmeißt den Laden komplett alleine, was das Organisatorische anbelangt, hat dafür aber kein Fünkchen Magie im Leib. Die Agentur ist auch schon mal besser gelaufen, aber seit die Zauberei im Ununited Kingdom dermaßen reglementiert ist, sind die Zeiten für Magier ganz einfach schwierig.


    Eine Prophezeiung sorgt für Furore im gesamten Land: in weniger als einer Woche soll der letzte noch lebende Drache getötet werden! Als ob das nicht schon erschütternd genug wäre, erfährt Jennifer auch noch, dass sie selbst die Drachentöterin sein soll. Von da an geht für die toughe Teenagerin alles drunter und drüber. Nur gut, dass sie ihren brandneuen Azubi Tiger Prawns und ihren treuen Begleiter, das spitzzähnige, furchterregend aussehende, aber herzensgute Quarktier, an ihrer Seite weiß.


    Wer Fforde kennt, weiß, dass das kein genreüblicher Kampf von Gut gegen Böse/David gegen Goliath/Mensch gegen Monster sein wird. Es dauert ein bisschen, bis die Handlung richtig Fahrt aufnimmt, aber bis dahin habe ich mich königlich über Ffordes Weltentwurf amüsiert. Seine Zauberer sind keine überirdischen Wesen voller Weisheit und Würde, sondern (beinahe) Leute wie du und ich, die sich aufgrund der miserablen Geschäftssituation von KAZAM im wesentlichen mit Pizzalieferungen per fliegendem Teppich und magischen Klempnerarbeiten ihre Brötchen verdienen. Überhaupt ist das Ununited Kingdom bevölkert von aufdringlichen Reportern, geldgeilen Unternehmern, schrulligen Nonnen und einer riesigen Fülle anderer schräger Vögel (und Normalos) nebst diversen magischen Kreaturen, und allein schon, über den Alltag in diesem großbritannienähnlichen Land zu lesen, ist ein Heidenspaß voller Situationskomik und Seitenhiebe auf das "echte" Leben.


    Auch die Handlung rund um den zu tötenden Drachen wartet mit einer Menge Überraschungen auf, wobei Fforde perfekt die Balance zwischen Humor und Ernsthaftigkeit hält und das eine oder andere Genreklischee hübsch gegen den Strich bürstet. Wunderbar, wie er bei aller Komplexität der Welt, die er erschafft, stets eine gewisse Leichtigkeit bewahrt.


    Ich liebe auch seine herrlichen Wortspielereien (vor allem natürlich in der Originalversion) und ulkigen Anspielungen. Sehr, sehr witzig, manchmal auch richtig albern, aber trotzdem sind seine Gags nie billig und immer originell.


    Ein rundum gelungener Auftakt zu einer mehrteiligen Serie um Jenny und ihre Agentur, den ich auch allen wärmstens empfehlen möchte, denen die Thursday-Next-Reihe vielleicht zu abgefahren war.


    4ratten

    Be curious, be creative, be patient, be joyful.

    (Agnès Varda)

    Einmal editiert, zuletzt von Valentine ()

  • Willkommen in Ununited Kingdoms, in einem Königreich, in dem die einst mächtige Magie immer weiter schrumpft und die ehemals hochangesehenen Zauberer nun zu Überlebenszwecken nur noch einfache Dienstleistungen verrichten. Sie haben sich in Agenturen zusammengeschlossen und eine davon ist KAZAM. Diese Vermittlungsagentur wird nach dem Verschwinden des großen Mr. Zambini von der 15-jährigen Jennifer Strange als Geschäftsführerin geleitet. Jennifer hat es dabei nicht leicht, denn die einst so berühmten Zauberer machen ihr das Leben schwer, wenn sie nicht mit genügend Respekt behandelt werden. Andersherum muss Jennifer um jeden Auftrag froh sein, denn das Überleben in dieser neuen, wenig magischen Welt ist nicht leicht und kostet eben Geld. Um das zu verdienen tauschen die Zauberer Leitungen in Häusern aus, liefern lebenswichtige Organe per Teppichkurier und nehmen auch andere außergewöhnliche Aufträge an. Doch dann wird Jennifers Leben plötzlich völlig auf den Kopf gestellt, denn laut einer Weissagung soll in Kürze der letzte lebende Drache getötet werden und zwar von der letzten lebenden Drachentöterin. Diese Drachentöterin wiederum soll niemand anders sein als Jennifer selbst. Jennifer zweifelt, doch schon bald wird sie im Mittelpunkt des Königreichs stehen.


    „Die letzte Drachentöterin“ ist der erste Band einer Reihe und das Jugendbuchdebüt des Autors Jasper Fforde. In dieser Geschichte ist vieles schräg aber auch vieles sehr realistisch. Der Autor verknüpft eine magisch verrückte Erzählung mit kleinen Gesellschaftskritiken, die auch auf unsere Gesellschaft zutreffen und von den jugendlichen Lesern durchaus verstanden und wahrgenommen werden dürfen und können. So geht es beispielweise um Profitgier, Egoismus und große wirtschaftliche Interessen.


    Fforde vermag durch seinen skurrilen Wortwitz zu begeistern und schafft in seinem Buch eine vom Aussterben bedrohte magische Welt mit eventuellen Entwicklungschancen. Wer weiß das schon…? Vielleicht ist aber alles auch einfach nur Quark!


    4ratten

    Lesen ist meine Leidenschaft

  • Ich kann mich den vielen positiven Meinungen nur anschließen.


    Zuvor kannte ich von Jasper Fforde nur die ersten Bände der Thursday-Next-Reihe, aber die gefielen mir schon gut (so gut, dass noch ein paar mehr im Regal warten, wie auch The Big Over Easy...).
    "The Last Dragonslayer" kaufte ich als Mängelexemplar, weil ich eben wusste, dass mir die Bücher des Autors durchaus gefallen und weil der Titel so interessant klang.
    Und, tja, ich wurde natürlich nicht enttäuscht.


    Jennifer, die Phrophezeiung, die dadurch resultierenden Abenteuer und Ereignisse, das machte eine Menge Spaß beim Lesen. Nicht nur, weil es spannend und aufregend war (und nicht zu spannend und zu aufregend für mich), sondern weil es gleichzeitig auch lustig und tiefgründig war.
    Eine sehr gute Mischung, daher kann ich dieses Buch nur empfehlen!


    4ratten


    Und zu Beginn der Lektüre wusste ich noch nicht, dass es noch weitere Bände gibt - aber das freute mich natürlich, als ich es herausfand! :breitgrins:


  • Ich kann mich den vielen positiven Meinungen nur anschließen.


    Ich auch! :winken:


    Dies war mein erstes Buch von Jasper Fforde und diesen Autor werde ich mir merken. Die Mischung aus phantastischen und humoristischen Elementen gefiel mir sehr gut. Auch der Schreibstil aus der Sicht der aufgeweckten, klugen, aufrechten und unbestechlichen 15jährigen Jennifer (einer guten Identifikationsfigur für jugendliche Leser) war erfrischend. Anfangs fühlte ich mich zwar etwas verwirrt von der Menge an Details, die man über die Parallelwelt in den Ununited Kingdoms, die Zauberei usw. aufzunehmen und in Erinnerung zu behalten hat. Doch der Lesespaß und der Spaß daran, wie unsere menschliche Gesellschaft im Hier und Jetzt ironisch aufs Korn genommen wird, werden dadurch nicht getrübt. Nicht zuletzt gab es auch Spannung und überraschende Wendungen, vor allem am Schluß, wobei mir hier insgesamt ein wenig an Tiefe und Hintergrund in Jasper Ffordes erdachtem Parallel-Großbritannien fehlte - aber das ist auch mein einziger Kritikpunkt.


    Wie die meisten von euch ist mein Highlight das Quarktier, das treu an Jennifers Seite steht :herz: (hier gibt es eine Entwicklung, die ich dem Autor ein wenig übelnehme :sauer:), aber auch der transitorische Elch hat es mir sehr angetan. :breitgrins:


    Fazit: witzig und unterhaltsam für Leute ab 14 Jahren. Ich will unbedingt die Folgebände lesen.


    4ratten

    Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden (R. Luxemburg)

    Was A über B sagt, sagt mehr über A aus als über B.

  • Hach, klasse! Ich wusste doch, dass Dir das gefallen würde :klatschen:


    Ffordes Bücher sind immer anfangs etwas verwirrend, aber auch immer ziemlich genial. Neben der schrägen Thursday-Next-Reihe hat mir auch sein "Shades of Grey" gut gefallen (das vor der unseligen gleichnamigen Erotikschmalzreihe auf den Markt kam).

    Be curious, be creative, be patient, be joyful.

    (Agnès Varda)

  • "Die letzte Drachentöterin" war auch mein erstes Buch von Fforde (wie spricht man den eigentlich aus??), und ich fand es total kurzweilig.


    Die meisten Dialoge sind sehr pointiert aufgebaut, und so musste ich fast ständig kichern. Alle Dinge und Personen im Buch werden als gegeben und bekannt vorausgesetzt, und das macht es so lustig.
    Es gibt einen Transitorischen Elch, das Quarktier (auch mein heimlicher Held und seeeeehr liebgewonnenes Tierchen), Marzipanabhängige Junkies und selbstreinigende Zimmer. (Davon träume ich gerne weiter.)


    Auf nur wenigen Seiten (knapp über 200) kreiert Fforde eine skurrile und doch witzige Welt, in der die Magie abhängig von der Existenz der Drachen ist.
    Und ausgerechnet der letzte seiner Art soll Sonntag mittag um Punkt 12 Uhr sterben! Das will Jennifer Strange natürlich verhindern. Leider ohne die Hilfe Mr. Zambinis, des großen Magiers, der die Zambini Towers gegründet hat und in denen Jennifer als Leitung von KAZAM nun das Sagen hat - denn Zambini ist verschwunden.


    Ich freue mich schon auf den zweiten Teil "Das Lied des Quarktiers", und hoffe, dass es genau so unterhaltsam weitergeht.


    4ratten

    "Verzicht bedeutet für Frauen die kurze Pause zwischen zwei Wünschen."

    ~ Mario Adorf

  • hach ja.. das Quarktier ..., ein bisschen wie der Dodo, aber doch von ganz anderem Charakter .


    Ich hab "Die letzte Drachentöterin" auch sehr gern lesen, hat auf jeden Fall Spaß gemacht, war aber dennoch nicht ganz so völlig begeistert davon wie von der "Thursday Next-Reihe" und "Grau" (ob da jemals eine Fortsetzung kommt?). Aber es waren trotzdem wieder viele schöne, skurile und lustige Ideen und schrullige Charaktere dabei und vor allem zum Ende hin ein paar sehr interessante Wendungen. Weiterlesen wollte ich eigentlich auf jeden Fall. Danke für die Erinnerung :smile:

    “There is a crack in everything, that’s how the light gets in.” (Leonard Cohen)

  • Fforde spricht man "Ford" aus, soweit ich weiß.


    Auf die Fortsetzung von "Grey" warte ich auch schon ewig ...

    Be curious, be creative, be patient, be joyful.

    (Agnès Varda)


  • Fforde spricht man "Ford" aus, soweit ich weiß.


    Das würde passen, in Swindon wird ja auch regelmäßig eine "Fforde Fiesta" veranstaltet. :breitgrins:


    Die letzte Drachentöterin hat mir übrigens auch gut gefallen, allerdings merkt man hier schon dass es sich "nur" um ein Jugendbuch handelt im Vergleich zu Ffordes anderen Büchern. (*mag auch eine Fortsetzung von Grau haben*)