02 - Seite 89 bis 175

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    LG, Dani


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  • Den zweiten Abschnitt habe ich gestern beendet. Ich bin nur noch nicht zum posten gekommen ;)


    Sky spricht Laurel zu Beginn des ersten Abschnitts auf May an. Fragt, ob die beiden Schwestern waren. Mir ist kurz das Herz stehen geblieben, weil ich dachte, dass wir mehr erfahren.
    Nach der Halloweenparty werden die beiden ein Paar. Aus Angst, was er sagen wird, fragt sie ihn nicht, woher er May kennt. Erst am Ende des Abschnitts kommt raus, dass die beiden auf die selbe Schule gingen. Ich stell mir jetzt vor allem die Frage, wie das Verhältnis von May und Sky zueinander war! Was weiß er?


    Als Laurel & Sky zusammen kamen, dachte ich zunächst "Huch, jetzt schon?" Hier musste ich mir in Erinnerung rufen, dass wir Tagebucheinträge lesen und nun mal nicht live dabei sind. Wir sind nicht "mitten im Geschehen", da die Ereignisse uns nachträglich berichtet werden und die Gefühle eben nicht live und bis ins kleinste Detail widergegeben werden. Allerdings liebe ich diese Tagebuchform. Nach dem ersten Abschnitt, fand ich das Buch gut. Aber jetzt merke ich, wie ich es immer besser finde. Vor allem den zarten und zerbrechlichen Schreibstil, die Ausflüge in Laurels Gedanken zurück in die Zeit in der May noch lebte, die tollen Gedichte. Das Buch ist nach wie vor eher ruhig und ich kann mich auch nicht vorstellen, dass es später wilder zu gehen wird. Das mag zum einen an den Tagebucheinträgen, zum anderen an der Handlung selbst liegen. Und ich finde es überhaupt nicht schlimm ;)


    Die Teenager in diesem Roman haben alle ihr Päckchen zu tragen.
    Hannah hat früh ihre Eltern verloren, lebt bei ihren Großeltern, die jedoch schon zu alt und zu krank sind um sich ausreichend um sie zu kümmern. Der Bruder rastet wohl ziemlich schnell aus. Und so flüchtet sich Hannah in verschiedene Beziehungen zu unterschiedlichen Jungs. Und Natalie, die offensichtlich in Hannah verliebt ist muss zu sehen. Auf S. 167 entschuldigt sich Hannah jedoch bei Natalie und gesteht ihr ihre Liebe. Ob sich an nun etwas ändert?
    Sky hat eine "Mutter der etwas anderen Art". Ansich ist das nichts schlimmes, aber die Szene, wie sie den verwelkten Ringelblumen vorsingt, spricht schon für eine psychische Erkrankung. Dazu kommt, dass er allein mit seiner Mutter ist. Der Vater ist abgehauen, ebenso wie Laurels Mutter. Mir tun die Charaktere alle total leid und einmal mehr wird mir bewusst, was für ein großes Glück ich hatte.


    Wie die Englischlehrerin Laurel auf May ansprach, empfand ich als unpassend. Sie wolle nicht, dass Laurel den gleichen Weg einschlage?
    Gut, wir wissen nicht, was alles direkt vor May's Tod passiert ist, aber eine 15-Jährige wegen einer Hausaufgabe auf diese Art anzusprechen...hmm. Als ob man wegen einer nicht gemachten Hausaufgabe auf die schiefe Bahn gerät. Vor allem wenn man sonst top Noten hat. Vielleicht bin ich da aber auch einfach zu sensibel *g*


    Wir haben ja bereits vermutet, dass Laurel bei dem Unfall dabei war. Jetzt wissen wir es sicher. Sie war die Einzige, die den Tod von May mit angesehen hat. Und dieses "Kind" wechselt wöchentlich das zuhause, ohne psychologischer Beratung und einem starken Erwachsenen der ihr zur Seite steht. Unfassbar.
    Dass Laurel dieses ständige Hin und Her nicht passt, wird in diesem Abschnitt deutlich. Sie hat keine Lust ständig umzuziehen. Ihr passt es auch nicht, dass ihre Mutter abgehauen ist. Sie bittet ihren Vater darum, ihrer Mutter zu sagen, dass sie zurück kommen soll. Schlimm genug, dass sie darum bitten muss.


    Laurel ist mit der Situation komplett überfordert. Ich finde ihre Gedanken teilweise auch gefährlich.
    So schreibt sie auf S. 160 z.B. "Er muss es nicht erfahren. Ich kann jemand ganz Neues sein. Ich werde May sein." Ich glaube zu diesen drei Sätzen muss gar nichts mehr gesagt werden.


  • Sky spricht Laurel zu Beginn des ersten Abschnitts auf May an. Fragt, ob die beiden Schwestern waren. Mir ist kurz das Herz stehen geblieben, weil ich dachte, dass wir mehr erfahren.
    Nach der Halloweenparty werden die beiden ein Paar. Aus Angst, was er sagen wird, fragt sie ihn nicht, woher er May kennt. Erst am Ende des Abschnitts kommt raus, dass die beiden auf die selbe Schule gingen. Ich stell mir jetzt vor allem die Frage, wie das Verhältnis von May und Sky zueinander war! Was weiß er?


    Über das Verhältnis zwischen May und Sky habe ich mir auch schon einige Gedanken gemacht. Ob Sky in May verliebt oder sogar mit ihr zusammen war? Möglich wäre es. Vielleicht hat May zuhause nicht alles erzählt, was sie gemacht hat. Sky machte die Bemerkung, dass Laurel ihrer Schwester sehr ähnlich sah. Es könnte sein, dass er schmerzhafte Erinnerungen an May hat und nun in Laurel eigentlich May sucht.


    Und Laurel ist zum ersten Mal richtig verliebt. Auch wenn Sky ein Halunke ist - was ich nicht glaube - bei ihr verhält er sich anständig. Das alleine zählt. Die erste große Liebe ist wichtig; wenn das kein schönes Erlebnis ist, fehlt etwas im Leben.



    Hannah hat früh ihre Eltern verloren, lebt bei ihren Großeltern, die jedoch schon zu alt und zu krank sind um sich ausreichend um sie zu kümmern. Der Bruder rastet wohl ziemlich schnell aus. Und so flüchtet sich Hannah in verschiedene Beziehungen zu unterschiedlichen Jungs. Und Natalie, die offensichtlich in Hannah verliebt ist muss zu sehen. Auf S. 167 entschuldigt sich Hannah jedoch bei Natalie und gesteht ihr ihre Liebe. Ob sich an nun etwas ändert?


    Hannah weiß noch nicht, was sie will, oder sie will es sich nicht eingestehen. Sie hat gleich zwei Freunde auf einmal - vielleicht um zu demonstrieren, dass sie absolut hetero ist und ihr einer alleine nicht reicht, nur damit niemand auf die Idee kommt, sie könnte lesbisch sein. Hoffentlich erkennt Natalie das. Sie weiß zumindest, dass sie nur Hannah haben will und akzeptiert aus Liebe alle ihre Affären.



    Laurel ist mit der Situation komplett überfordert. Ich finde ihre Gedanken teilweise auch gefährlich.
    So schreibt sie auf S. 160 z.B. "Er muss es nicht erfahren. Ich kann jemand ganz Neues sein. Ich werde May sein." Ich glaube zu diesen drei Sätzen muss gar nichts mehr gesagt werden.


    Diese Einstellung ist gefährlich. Sie will versuchen, in Mays Fußstapfen zu treten, was eigentlich nur schief gehen kann. Sie ist Laurel und keine andere. Sie muss sich selbst eine eigene Identität zugestehen, sonst stellt sie sich Erwartungen von Seiten anderer, die sie nicht erfüllen kann.

  • Ich bin nun auch mit diesem Teil durch… Dass Sky May kannte ist nicht so ungewöhnlich. Vielleicht waren sie wirklich auf der gleichen Schule oder hatte sogar einige Fächer zusammen. Ich kann aber seine Beziehung zu May auch noch nicht einschätzen. Ich denke sie waren mehr als nur flüchtige Bekannte.

    Zitat

    Ob Sky in May verliebt oder sogar mit ihr zusammen war?


    Das habe ich mir auch schon überlegt. Ich fände es aber schon sehr seltsam, wenn er zuvor mit May zusammen war und nun mit ihrer Schwester?! Ich hoffe nicht, dass es so war.

    Zitat

    Es könnte sein, dass er schmerzhafte Erinnerungen an May hat und nun in Laurel eigentlich May sucht.


    Auch das täte mir für Laurel enorm Leid. Sie ist total verliebt. Und wenn er nur Interesse an ihr hat, weil sie Mays Schwester ist… Das wäre bestimmt sehr schwer für sie. Ich fände es ganz furchtbar.



    Hannah tut mir eigentlich sehr Leid. Auch wenn sie nach außen hin immer sehr selbstbewusst und fröhlich auftritt, denke ich dass das eine Fassade ist. Sie hat offensichtlich Angst vor ihrem Bruder, der sehr aggressiv sein kann. Auch ihre Liebe zu Natalie will sie sich nicht wirklich eingestehen.

    Zitat

    Hannah weiß noch nicht, was sie will, oder sie will es sich nicht eingestehen. Sie hat gleich zwei Freunde auf einmal - vielleicht um zu demonstrieren, dass sie absolut hetero ist und ihr einer alleine nicht reicht, nur damit niemand auf die Idee kommt, sie könnte lesbisch sein.


    Ich denke Hannah ist in Wirklichkeit sehr unsicher und hat wenig Selbstbewusstsein. Dass sie mehrere „Freunde“ gleichzeitig hat, finde ich, zeigt das auch nochmal. Es wirkt auf mich, als wenn sie durch ihre „Freunde/Affären“ Bestätigung sucht oder Nähe erfahren will. Dies bekommt sie dort aber nicht wirklich. Aber weil sie sich danach sehnt und unsicher ist, lässt sie sich auf Dinge ein, die sie vielleicht gar nicht so möchte. Der Moment, in dem sie aus dem Haus kommt und sich bei Natalie entschuldigt verdeutlicht das. Sie fand es im Haus mit dem Jungen furchtbar, wahrscheinlich weil sie gemerkt hat, dass sie es so nicht will. Sie sucht Liebe und Nähe und findet bei ihren „Freunden“ eben dies nicht. Das zeigt wieder nur, dass man Liebe und Sex nicht verwechseln sollte… Ich denke in dem Moment ist Hannah das auch klar geworden. Aber ob sich dauerhaft etwas ändern wird, bezweifle ich noch. Ich denke Hannah ist noch nicht bereit wirklich zu ihren Gefühlen zu Natalie zu stehen.



    Zitat

    Laurel ist mit der Situation komplett überfordert. Ich finde ihre Gedanken teilweise auch gefährlich.
    So schreibt sie auf S. 160 z.B. "Er muss es nicht erfahren. Ich kann jemand ganz Neues sein. Ich werde May sein." Ich glaube zu diesen drei Sätzen muss gar nichts mehr gesagt werden.


    Es ist wirklich so, dass solche Sätze natürlich gefährlich sind. Jeder muss seine eigene Persönlichkeit entwickeln und nicht versuchen jemand anderes zu sein. Das ist aber sicherlich gerade für Laurel in dem Moment nicht leicht. Sie hat Schuldgefühle, wegen Mays Tod, warum erfährt man leider noch nicht, da man die näheren Umstände ihres Todes nicht kennt. Dass sie gerne (ein wenig) wie May wäre, verstehe ich schon irgendwie. Sie hat ihre Schwester sehr geliebt und bewundert, von klein auf. Sie war also schon immer ihr Vorbild. Ich denke auch nach ihrem Tod hat sie May in doch positiverer Erinnerung, als es tatsächlich war.
    Mir ist auch aufgefallen, dass Laurel viel über Ihre Kindheit mit May redet und wie schön es war. Aber nur sehr wenig über die Zeit als die Eltern schon getrennt waren und May zur Highschool ging. Vielleicht hat May sich von ihr entfernt? War May auch da noch wirklich das glückliche Mädchen wie zuvor? Oder hat die Trennung der Eltern etwas in May verändert? Ich habe das Gefühl über die letzten Jahre von May erfährt man nicht allzu viel, außer dass Laurel sie immer noch bewundert hat und gerne wieder mehr ein Teil von Mays Welt gewesen wäre.



    Natalie, Kristen und Tristan finde ich bisher eher blass. Über die drei erfährt man nicht allzu viel, sie sind eher Randfiguren für mich.

  • Puh in diesem zweiten Abschnitt ist ganz schön viel passiert – aber den tragischen Umständen zu Mays Tod sind wir immer noch nicht näher gekommen.
    Irgendwie habe ich gar kein gutes Gefühl, so wie sich Laurel verhält könnte man immer mehr meine sie will unbedingt in Mays Fußstapfen treten – so muss ihre große Schwester ja sehr angehimmelt haben.


    Das mit Sky ging ja auch ziemlich schnell – ich werde aber den Verdacht nicht los, dass er und May sich sehr gut gekannt haben. Hat Sky sie deshalb am Anfang immer so angestarrt, weil er in ihr eine Kopie ihrer Schwester gesehen hat. Immerhin trägt sie ja auch immer wieder ihre Klamotten …
    Das wäre echt übel, wo Laurel gerade so überglücklich ist!


    Erst am Ende des Abschnitts kommt raus, dass die beiden auf die selbe Schule gingen. Ich stell mir jetzt vor allem die Frage, wie das Verhältnis von May und Sky zueinander war! Was weiß er?


    Mich würde ja nicht wundern, wenn noch mehr von Mays tragischen Unfall wüssten und alle aber nichts sagen, weil sie Laurel nicht belasten wollen.
    Schade eigentlich, dass sie zu ihren Freunden immer noch so wenig Vertrauen hat. Es würde ihr doch sicher helfen, sich endlich mal auszusprechen.



    Als Laurel & Sky zusammen kamen, dachte ich zunächst "Huch, jetzt schon?"


    Das ging mir auch so!
    Die Zeitsprünge zwischen den Briefen fallen einem beim Lesen erst gar nicht so auf.



    Vor allem den zarten und zerbrechlichen Schreibstil, die Ausflüge in Laurels Gedanken zurück in die Zeit in der May noch lebte, die tollen Gedichte.


    Mir gefällt der Schreibstil auch sehr gut und man ist durch die Briefe wirklich sehr nah bei Laurel und lernt sie und ihre Probleme nach und nach immer besser kennen.
    Durch das ruhige Voranschreiten der Handlung steigt die Spannung immer mehr, denn schließlich erwarte ich ja, dass sie irgendwann die „Bombe“ um Mays Tod platzen lässt.
    Es stimmt schon traurig, wie sie den Tod ihrer Schwester so allein verarbeiten muss – zumal sie ja wirklich dabei war.
    Warum hilft man ihr nur so wenig? Das Verhalten der Eltern kann ich gar nicht nachvollziehen, warum bekommt sie nur so wenig Unterstützung oder Hilfe aus ihrer Familie?
    Ist ihnen Laurel etwa egal, weil May immer die Nummer eins war?


    Ihre Lehrerin zeigt sich zwar besorgt um sie, aber ihre Herangehensweise finde ich sehr seltsam.
    Warum diese Ermahnungen?
    So wird sich Laurel sicher nicht mit ihren Problemen an sie wenden … :rollen:
    Ich finde es sehr unsensibel von ihr so auf der Abgabe des Briefs rumzureiten … warum versucht sie nicht mal die Hintergründe für Laurels Weigerung zu verstehen?


    Meine Güte – ihre Freunde kommen aber auch aus ziemlich schwierigen Familienverhältnissen, kein Wunder, dass sie alle etwas schräg drauf sind. Mir scheint es sie balancieren die ganze Zeit am Abgrund!
    Hannah beispielsweise sucht fast schon zwanghaft in ihren ständig wechselnden Männerbekanntschaften nach irgendeinem Halt, Sicherheit und Geborgenheit – sie wirkt so unendlich verloren auf mich.
    Der Bruder neigt zu Gewaltexzessen … hmm nicht auszuschließen, dass er auch gegen sie schon tätlich geworden ist.
    Und die ärmste Natalie ist total verknallt in sie und muss mit ansehen, wie Hannah von allen nur ausgenutzt wird.
    Schlimm!
    Auch Skys Familienverhältnisse scheinen völlig zerrüttet zu sein und er fühlt sich nun verantwortlich für seine psychisch kranke Mutter! Wobei ihre nächtliche Pflanzengießaktion ja sicher noch harmlos und irgendwie niedlich ist …
    Auch er hat es also nicht gerade leicht!


    Ich bin sehr gespannt, wie es mit Laurels Geschichte weitergehen wird.


  • Es stimmt schon traurig, wie sie den Tod ihrer Schwester so allein verarbeiten muss – zumal sie ja wirklich dabei war.
    Warum hilft man ihr nur so wenig? Das Verhalten der Eltern kann ich gar nicht nachvollziehen, warum bekommt sie nur so wenig Unterstützung oder Hilfe aus ihrer Familie?
    Ist ihnen Laurel etwa egal, weil May immer die Nummer eins war?


    Mich macht das sogar so langsam richtig wütend. Das May die Nummer 1 war, glaube ich nicht.
    Aber ich denke, dass May aufgrund ihres Charakters mehr Aufmerksamkeit bekommen hat.
    Aber egal wie. Ich finde es einfach nur daneben, dass Laurel sich selbst überlassen wird.
    Klar, die Eltern trauern auch und es muss furchtbar sein, ein Kind zu verlieren. Keine Frage. Aber das andere Kind dann "vergessen"?


    Meine beste Freundin war mit 14 in einer ähnlichen Situation. An sie muss ich beim Lesen immer denken.
    Kurz vor ihrem 15. Geburtstag hat sich ihr Bruder das Leben genommen, 3 Monate später ihr Vater. Im Abschiedsbrief stand, dass er ohne seinen Sohn nicht leben kann.
    Was für ein Schlag ins Gesicht ist das für das Kind, das zurück bleibt? Ihre Mutter ist dann 6 Wochen in Kur gefahren. Ich kann das sehr gut verstehen, ich mag ihre Mutter und kann mir nicht vorstellen wie man so etwas überleben kann. Allerdings hat sie meine Freundin zurück gelassen. Sie hat 6 Wochen bei uns gelebt. Ohne das einzige Familienmitglied das ihr geblieben ist.
    Vielleicht reagiere ich auch deshalb so sensibel auf Laurels Situation.

  • Mir gefällt das Buch zwar weiterhin. Aber ich muss auch zugeben, daß ich stellenweise auch etwas langweilig finde. Ich weiß nicht, vielleicht liegt das bei mir ein wenig an der doch noch recht jungen Protagonistin.
    Skye bleibt für mich bei den Erzählungen von Laurel sehr blass. Ich habe immer noch keine genaue Vorstellung von ihm und finde ihn.....so charakterlos. Auch bin ich ihm gegenüber etwas skeptisch, daß er May wohl gekannt hat. Ob er mit ihr befreundet war und Laurel vielleicht nur als Ersatz nimmt?
    Schade finde ich es auch, daß scheinbar keine Person in Laurels Umfeld scheinbar ein "normales" Leben hat. Sky hat eine scheinbar psyhisch kranke Mutter. Und ihre Freundinnen haben auch mit diversen Problemn zu kämpfen. Ich weiß, es finden häufig Menschen mit ähnlichen Problemen zueinander. Aber das ist mir dann doch irgendwie zu geballt.



    Sky spricht Laurel zu Beginn des ersten Abschnitts auf May an. Fragt, ob die beiden Schwestern waren. Mir ist kurz das Herz stehen geblieben, weil ich dachte, dass wir mehr erfahren.
    Nach der Halloweenparty werden die beiden ein Paar. Aus Angst, was er sagen wird, fragt sie ihn nicht, woher er May kennt. Erst am Ende des Abschnitts kommt raus, dass die beiden auf die selbe Schule gingen. Ich stell mir jetzt vor allem die Frage, wie das Verhältnis von May und Sky zueinander war! Was weiß er?


    Exakt das frage ich mich auch. War vielleicht mehr zwischen den Beiden. Irgendwie fände ich es sehr schade, wenn herauskommen würde, daß Sky mit ihr eng befreundet war und dies Laurel nun nicht sagt.



    Als Laurel & Sky zusammen kamen, dachte ich zunächst "Huch, jetzt schon?" Hier musste ich mir in Erinnerung rufen, dass wir Tagebucheinträge lesen und nun mal nicht live dabei sind. Wir sind nicht "mitten im Geschehen", da die Ereignisse uns nachträglich berichtet werden und die Gefühle eben nicht live und bis ins kleinste Detail widergegeben werden. Allerdings liebe ich diese Tagebuchform. Nach dem ersten Abschnitt, fand ich das Buch gut. Aber jetzt merke ich, wie ich es immer besser finde. Vor allem den zarten und zerbrechlichen Schreibstil, die Ausflüge in Laurels Gedanken zurück in die Zeit in der May noch lebte, die tollen Gedichte. Das Buch ist nach wie vor eher ruhig und ich kann mich auch nicht vorstellen, dass es später wilder zu gehen wird. Das mag zum einen an den Tagebucheinträgen, zum anderen an der Handlung selbst liegen. Und ich finde es überhaupt nicht schlimm ;)


    Komisch finde ich es trotzdem, daß die Beiden so schnell zusammen kommen. Denn mehr scheint zwischen ihnen auch bisher nicht passiert zu sein, so wie ich das verstanden habe.



    Über das Verhältnis zwischen May und Sky habe ich mir auch schon einige Gedanken gemacht. Ob Sky in May verliebt oder sogar mit ihr zusammen war? Möglich wäre es. Vielleicht hat May zuhause nicht alles erzählt, was sie gemacht hat. Sky machte die Bemerkung, dass Laurel ihrer Schwester sehr ähnlich sah. Es könnte sein, dass er schmerzhafte Erinnerungen an May hat und nun in Laurel eigentlich May sucht.


    Exakt in die Richtung gehen auch meine Gedanken. Was würde das aber für eine Enttäuschung für Laurel bedeuten.



    Und Laurel ist zum ersten Mal richtig verliebt. Auch wenn Sky ein Halunke ist - was ich nicht glaube - bei ihr verhält er sich anständig. Das alleine zählt. Die erste große Liebe ist wichtig; wenn das kein schönes Erlebnis ist, fehlt etwas im Leben.


    Ich finde über ihn weiß man einfach zu wenig um zu sagen, was für ein Mensch er ist.



    Hannah weiß noch nicht, was sie will, oder sie will es sich nicht eingestehen. Sie hat gleich zwei Freunde auf einmal - vielleicht um zu demonstrieren, dass sie absolut hetero ist und ihr einer alleine nicht reicht, nur damit niemand auf die Idee kommt, sie könnte lesbisch sein. Hoffentlich erkennt Natalie das. Sie weiß zumindest, dass sie nur Hannah haben will und akzeptiert aus Liebe alle ihre Affären.


    Ich habe bei ihr eher das Gefühl, daß sie verzweifelt Liebe sucht und das vielleicht nicht etwas damit zu tun hat, welches Geschlecht sie bevorzugt.




    Diese Einstellung ist gefährlich. Sie will versuchen, in Mays Fußstapfen zu treten, was eigentlich nur schief gehen kann. Sie ist Laurel und keine andere. Sie muss sich selbst eine eigene Identität zugestehen, sonst stellt sie sich Erwartungen von Seiten anderer, die sie nicht erfüllen kann.


    Vor allem hat sie dann auch kein eigenes Leben und spielt sich und Anderen nur etwas vor.



    Hannah tut mir eigentlich sehr Leid. Auch wenn sie nach außen hin immer sehr selbstbewusst und fröhlich auftritt, denke ich dass das eine Fassade ist. Sie hat offensichtlich Angst vor ihrem Bruder, der sehr aggressiv sein kann. Auch ihre Liebe zu Natalie will sie sich nicht wirklich eingestehen.


    Ein Teil von mir kann schon verstehen, daß ihr Bruder sauer ist. Ich denke er hat zu allem auch einfach Angst um seine Schwester.



    Mir ist auch aufgefallen, dass Laurel viel über Ihre Kindheit mit May redet und wie schön es war. Aber nur sehr wenig über die Zeit als die Eltern schon getrennt waren und May zur Highschool ging. Vielleicht hat May sich von ihr entfernt? War May auch da noch wirklich das glückliche Mädchen wie zuvor? Oder hat die Trennung der Eltern etwas in May verändert? Ich habe das Gefühl über die letzten Jahre von May erfährt man nicht allzu viel, außer dass Laurel sie immer noch bewundert hat und gerne wieder mehr ein Teil von Mays Welt gewesen wäre.


    Was ich i.ü. unglaublich finde, was für eine Fantasy May entwickelt um ihre Schwester teilweise zu beruhigen. Die Sache mit der Fee und den Flügel fand ich einfach nur total knuffig.


  • Mir gefällt das Buch zwar weiterhin. Aber ich muss auch zugeben, daß ich stellenweise auch etwas langweilig finde. Ich weiß nicht, vielleicht liegt das bei mir ein wenig an der doch noch recht jungen Protagonistin.
    Skye bleibt für mich bei den Erzählungen von Laurel sehr blass. Ich habe immer noch keine genaue Vorstellung von ihm und finde ihn.....so charakterlos.


    Echt? Gelangweilt habe ich mich noch auf keiner Seite, aber das ist natürlich (wie immer) Geschmackssache :smile:
    Was Sky angeht gebe ich dir voll und ganz recht. Er bleibt blass, sowohl charakterlich als auch optisch.
    Allgemein muss ich sagen, dass ich mir die wenigsten Charaktere bildlich vorstellen kann. Mir fehlen ein wenig die Beschreibungen, oder wenigstens kurze Hinweise auf die Optik, da ich ganz gerne ein Bild von den Charakteren habe.



    Was ich i.ü. unglaublich finde, was für eine Fantasy May entwickelt um ihre Schwester teilweise zu beruhigen. Die Sache mit der Fee und den Flügel fand ich einfach nur total knuffig.


    Ich mag die Erzählungen über Feen auch sehr gerne. Zum einen, weil ich mir die beiden Schwestern bei ihren Gesprächen über Feen und Flügel richtig gut vorstellen kann, zum anderen aber auch, weil es zeigt wie besonders (im neutralen Sinn) May war. Sie war eine Träumerin mit viel Fantasie.


  • Ein Teil von mir kann schon verstehen, daß ihr Bruder sauer ist. Ich denke er hat zu allem auch einfach Angst um seine Schwester.


    Es könnte auch sein, dass ihr Bruder Homosexualität total ablehnt und sie deshalb vorgibt, mit Jungs zusammen zu sein, nur um jeglichen Verdacht auf eine Beziehung mit Hannah auszuräumen. Wobei mich dann ganz nebenbei interessieren würde, was er davon hält, dass seine Schwester gleich mit zwei Jungs zusammen ist. Offensichtlich hält Hannah das für weniger gefährlich als ein Mädchen als Freundin.

  • Ich habe gestern Nachmittag hier dann auch weiter gelesen.


    Mich hat hier am meisten bedrückt, dass irgendwie alle Charaktere schwere Lasten zu tragen haben, denn bisher war ich davon ausgegangen, dass nur Laurel so leiden muss. Sky, mit dem Laurel für meine Begriffe recht schnell zusammen kam, seine Mutter z. B. scheint doch schon irgendwie eine psychische Erkrankung oder so zu haben. Zumindest bewegt sie sich nicht normal für mein Empfinden. Und Hannah hat gleich gar keine Eltern mehr und sucht Zuneigung bei haufenweise Jungs, weil ihre Großeltern ihr diese nicht geben können.


    Bei Sky habe ich übrigens ein komisches Gefühl, das mir irgendwie sagt, dass Sky vielleicht in May verliebt war oder sogar zusammen und nun als Ersatz Laurel nimmt. Das wäre natürlich fatal.


    Bei Natalie bin ich mir nicht sicher, ob sie wirklich lesbisch ist oder jetzt einfach nur in Hannah verknallt ist. Was meint ihr? So etwas soll es ja geben, dass man sich zu einer Person ganz besonders hingezogen fühlt.


    Ansonsten gefällt mir sehr gut, dass die Geschichte so etwas Gemächliches hat und wir so intensiv in die Gedankenwelt von Laurel abtauchen können.


    So langsam möchte ich dann aber schon wissen, was mit May passiert ist…


    Achso fast hätte ich es vergessen: Ich bin absolut kein Gedichte- Fan. :rollen:

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)


  • Laurel ist mit der Situation komplett überfordert. Ich finde ihre Gedanken teilweise auch gefährlich.
    So schreibt sie auf S. 160 z.B. "Er muss es nicht erfahren. Ich kann jemand ganz Neues sein. Ich werde May sein." Ich glaube zu diesen drei Sätzen muss gar nichts mehr gesagt werden.


    Ja bei diesem Satz habe ich auch total Bauchweh bekommen. Sie ist sie und sollte nicht ihre Schwester werden wollen.

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)


  • Über das Verhältnis zwischen May und Sky habe ich mir auch schon einige Gedanken gemacht. Ob Sky in May verliebt oder sogar mit ihr zusammen war? Möglich wäre es. Vielleicht hat May zuhause nicht alles erzählt, was sie gemacht hat. Sky machte die Bemerkung, dass Laurel ihrer Schwester sehr ähnlich sah. Es könnte sein, dass er schmerzhafte Erinnerungen an May hat und nun in Laurel eigentlich May sucht.


    Ja genau denselben Gedanken hatte ich auch schon. Allein seine Starrerei am Anfang, das empfand ich als komisch. Ihn verbindet definitiv mehr mit May als nur Freundschaft.

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)

  • Ich habe auch den zweiten Abschnitt beendet. Normal mag ich Briefromane nicht so sehr, mir geht das immer irgendwann auf die Nerven. Aber die Briefe hier sind so schön abwechslungsreich und eigentlich ist der Stil ja über weite Strecken wie in einer "normalen" Erzählung. Die Brief-Weise wird hier für mich nicht konsequent durchgezogen, aber das stört mich nicht, im Gegenteil.


    Laurel ist zwar nun mit Sky zusammen, aber irgendwie habe ich kein gutes Gefühl. Er kannte May, war er vielleicht sogar mit ihr zusammen oder in sie verliebt? Dann wäre es doch irgendwie komisch, da hätte ich als Laurel nun irgendwie das Gefühl, ich wäre nur Ersatz.


    Aber Laurel nimmt ja in so vielen Dingen ihre Schwester an. Erst ihre normalen Klamotten für die Schule, dann das Ballkleid... Ich finde das irgendwie ein bisschen besorgniserregend und frage mich, wie Laurel so ihre eigene Identität entwickeln soll, wenn sie immer im Schatten (die Schatten erwähnt sie ja auch selbst mehrfach) ihrer tollen, aber toten Schwester steht.


    Natalie tut mir sehr leid. Dass Hannah sich noch nicht sicher ist, in welche Richtung ihre Vorlieben gehen, ist das eine und ja völlig ok. Aber dass sie dann immer so demonstrativ Typen abschleppt und Natalie so wehtut, ist nicht in Ordnung.

    LG, Dani


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  • Diese Einstellung ist gefährlich. Sie will versuchen, in Mays Fußstapfen zu treten, was eigentlich nur schief gehen kann. Sie ist Laurel und keine andere. Sie muss sich selbst eine eigene Identität zugestehen, sonst stellt sie sich Erwartungen von Seiten anderer, die sie nicht erfüllen kann.


    Ah, ich sehe, ich bin nicht die Einzige, die das besorgniserregend findet, wir denken da alle ähnlich.

    LG, Dani


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  • Mich hat hier am meisten bedrückt, dass irgendwie alle Charaktere schwere Lasten zu tragen haben, denn bisher war ich davon ausgegangen, dass nur Laurel so leiden muss.


    Laurel fühlt sich wohl unbewusst zu solchen Leuten hingezogen, bei denen das Leben nicht so verläuft, wie man es sich wünscht. Man fühlt sich dann besser verstanden. Irgendwann taucht ja auch ihre alte Freundin Janey (?) auf, die sie aus guten Tagen von ihrer alten Schule her kennt, und sie kann so gar nichts mehr mit ihr anfangen.



    Bei Natalie bin ich mir nicht sicher, ob sie wirklich lesbisch ist oder jetzt einfach nur in Hannah verknallt ist. Was meint ihr? So etwas soll es ja geben, dass man sich zu einer Person ganz besonders hingezogen fühlt.


    Ich glaube schon, dass sie lesbisch ist und ihr das auch bewusst ist. Auch wenn man gleichgeschlechtliche Beziehungen inzwischen als normal empfindet, lässt man sich als Jugendliche doch nicht so schnell darauf ein, weil man Angst vor den Reaktionen der Mitschüler hat, wenn es herauskommt. Kinder können da ganz schön grausam sein. Natalie nimmt das in Kauf, dann ist es mehr als nur verknallt sein.



    Ich habe auch den zweiten Abschnitt beendet. Normal mag ich Briefromane nicht so sehr, mir geht das immer irgendwann auf die Nerven. Aber die Briefe hier sind so schön abwechslungsreich und eigentlich ist der Stil ja über weite Strecken wie in einer "normalen" Erzählung. Die Brief-Weise wird hier für mich nicht konsequent durchgezogen, aber das stört mich nicht, im Gegenteil.


    Ja, so ein waschechter Briefroman ist das nicht. Aber es kommt genug davon rüber und in Kombination mit der Erzählweise, in die Laurel meist wechselt, ist es eine gute Mischung.


  • Laurel fühlt sich wohl unbewusst zu solchen Leuten hingezogen, bei denen das Leben nicht so verläuft, wie man es sich wünscht. Man fühlt sich dann besser verstanden. Irgendwann taucht ja auch ihre alte Freundin Janey (?) auf, die sie aus guten Tagen von ihrer alten Schule her kennt, und sie kann so gar nichts mehr mit ihr anfangen.


    Ja das ist natürlich möglich. Für mich als Leser wirkte es im ersten Moment nur so als wenn die Autorin zeigen will, dass es hier in dieser Geschichte jedem schlecht geht und es keinen gibt, dem es mal nicht so mies geht. Wäre ja durchaus ein spannender Gegenpart.



    Ich glaube schon, dass sie lesbisch ist und ihr das auch bewusst ist. Auch wenn man gleichgeschlechtliche Beziehungen inzwischen als normal empfindet, lässt man sich als Jugendliche doch nicht so schnell darauf ein, weil man Angst vor den Reaktionen der Mitschüler hat, wenn es herauskommt. Kinder können da ganz schön grausam sein. Natalie nimmt das in Kauf, dann ist es mehr als nur verknallt sein.


    Nun ja ich sehe die Phase der Pubertät ja immer noch als Orientierungsstufe, wo man Entscheidungen trifft und sich ausprobiert. Daher meine Vermutung, dass sich Nathalie vielleicht nicht sicher ist. Ansonsten ist absolut klar, dass sie wohl Hänselein ausgesetzt ist, wenn das raus kommt. :rollen: Leider ist das immer noch so. Aber in der Schule wird ja eh alles aufgepickt, womit man jemanden hänseln kann, schlimm...

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)

  • Über das Verhältnis zwischen May und Sky habe ich mir auch schon einige Gedanken gemacht. Ob Sky in May verliebt oder sogar mit ihr zusammen war? Möglich wäre es. Vielleicht hat May zuhause nicht alles erzählt, was sie gemacht hat. Sky machte die Bemerkung, dass Laurel ihrer Schwester sehr ähnlich sah. Es könnte sein, dass er schmerzhafte Erinnerungen an May hat und nun in Laurel eigentlich May sucht.


    Und Laurel ist zum ersten Mal richtig verliebt. Auch wenn Sky ein Halunke ist - was ich nicht glaube - bei ihr verhält er sich anständig. Das alleine zählt. Die erste große Liebe ist wichtig; wenn das kein schönes Erlebnis ist, fehlt etwas im Leben.


    Ja, das ist eine gute Frage, er hat sie jedenfalls, als er sie in der Schule das erste mal sah, nicht umsonst so lange angestarrt, er hat die Ähnlichkeit gesehen, und ich glaube Sky und Laurel versuchen an irgendetwas festzuhalten, was May darstellte..



  • Sky hat eine "Mutter der etwas anderen Art". Ansich ist das nichts schlimmes, aber die Szene, wie sie den verwelkten Ringelblumen vorsingt, spricht schon für eine psychische Erkrankung. Dazu kommt, dass er allein mit seiner Mutter ist. Der Vater ist abgehauen, ebenso wie Laurels Mutter. Mir tun die Charaktere alle total leid und einmal mehr wird mir bewusst, was für ein großes Glück ich hatte.


    Da habe ich mich im ersten Abschnitt schon gewundert, sie goss ihre Blumen in der Nacht..
    Ich glaube nicht, das uns die Charaktere leidtun müssen, für mich hört es sich an, wie der normale Alltag eines amerikanischen Teenagers, nur die privilegierten teenies machen sich "Luxus-Sorgen"..Viele von denen haben nur ein Elternteil, das selbst ein großes Sorgenpäckchen hat, sie müssen die Fehler ihrer Eltern ja nicht übernehmen, sie können ihr Glück selber versuchen, wenn sie alt genug sind, die meisten Teenies wurschteln sich irgendwie durch, viele sind auf sich gestellt, arbeiten in Diners, obwohl sie eigentlich ihr Homework machen müssten oder einfach eine unbeschwerte Jugend geniessen könnten um sich gut zu entwickeln.
    Ich finde die Charaktere und ihre Sorgen sind recht gut getroffen in diesem Buch.
    :smile:

  • Auch nach dem zweiten Abschnitt mag ich das Buch noch immer sehr. Obwohl wir noch immer keinen einzigen Schritt näher dran sind, den Tod von May aufzuklären, beziehungsweise zu erfahren, was sich damals schreckliches abgespielt hat, hat das Buch viele tolle (und auch schockierende) Momente parat.


    Zu den schockierenden Momenten gehören sicher jene, in denen Laurel versuch, wie May zu sein. Wenn man Laurels Briefe an all die berühmte Persönlichkeiten liest, wird einem zwar klar, dass May eine Art Vorbild für Laurel war (oder noch immer ist), aber es sollte dennoch nicht das Ziel von Laurel sein, wie May zu werden. Laurel ist Laurel und May war May. Dies sollte eigentlich jemand Laurel sagen. Allerdings sehe ich hier keine Person, welche wirklich eine Ahnung habe könnte, was wirklich in Laurel vorgeht und wie sie sich fühlt. Mit Ausnahme von Sky. Da Laurel in seiner Gegenwart ihren echten Gefühlen freien Lauf lässt, müsste ihm auffallen, dass Laurel Probleme hat. Die Frage ist nun aber, wie er damit umgehen wird. Denn einerseits ist es nicht einfach, jemandem in einer solchen Situation beizustehen und andererseits glaube ich auch, dass Sky May kannte. Daher könnte eventuell auch er selber noch mit dem Abschied zu kämpfen haben und selber noch in einer schwierigen Phase sein.
    Leider wird weder Nathalie noch Hannah (sie wohl erst recht nicht) Laurel helfen können, da ich nicht denke, dass die beiden die Gefühle Laurels mitbekommen. Sie haben beide selber genügend schwere Lasten zu tragen und haben beide ein Privatleben, dass sie auf Trab hält.


    Die schönen Momente sind sicher all jene, in welchen Laurel komplett frei und unbeschwert ist. Zumindest für einen Augenblick. Zum Beispiel dort, wo sie die Arme ausbreitet und einfach einen oder zwei Blocks weit "fliegt" und dann wieder zurück kommt. Es sind zwar nur kurze Momente, in denen diese Unbeschwertheit anhält, aber es ist dennoch schön zu sehen, dass es solche Momente gibt.


    Insgesamt gefält mir die Briefform des Buches sehr sehr gut. Die Briefe sind sehr toll geschriben und auch die Zusammenhänge untereinander sind stets vorhanden. Auch toll finde ich, dass Laurel immer einen Grund angibt, warum sie gerade wieder an diese Persönlichkeit schreibt. Sie schreibt nie einfach nur so an eine Person, sondern immer aus einem bestimmte Grund. Sei es weil das Lied im Radio lief, oder sonst ein Grund. Das finde ich sehr schön gemacht.


  • Wie die Englischlehrerin Laurel auf May ansprach, empfand ich als unpassend. Sie wolle nicht, dass Laurel den gleichen Weg einschlage?
    Gut, wir wissen nicht, was alles direkt vor May's Tod passiert ist, aber eine 15-Jährige wegen einer Hausaufgabe auf diese Art anzusprechen...hmm. Als ob man wegen einer nicht gemachten Hausaufgabe auf die schiefe Bahn gerät. Vor allem wenn man sonst top Noten hat. Vielleicht bin ich da aber auch einfach zu sensibel *g*


    Da gebe ich dir Recht. Ich fand (aber nicht nur hier, sondern allgemein), dass die Lehrerin die ganze Sache falsch anging mit Laurel. Klar, die Lehrerin versucht ins Gespräch zu kommen, da sie weiss, dass Laurel eine schwere Zeit durch macht, aber irgendwann muss man als Lehrperson doch auch einsehen, dass das Kind nicht mit einem sprechen möchte und sollte dies akzeptieren.
    Die Anspielung war dann völlig daneben!