01 - Seite 7 bis 88

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 46 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Verena-Julia.

  • Hier startet morgen die Leserunde zu "Love Letters to the dead " von Ava Dellaira.


    Postet hier bitte erst, wenn Ihr mit der Lektüre begonnen habt und etwas zum Buch zu sagen oder zu fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag. Außerdem wäre schön, wenn Ihr darauf achtet, nicht einzeln zu sehr vorzupreschen, damit wir zusammen bleiben und damit auf einem ähnlichen Stand spekulieren und diskutieren können. Als Faustregel gilt, nicht mehr als ein Abschnitt pro Tag.


    Zum Abschluss: bitte denkt auch daran, dass ein wichtiger Teil der Leserunden Eure Rezensionen anschließend sind und stellt diese am Ende der Runde zeitnah hier im Forum und auf literaturschock.de direkt ein.
    Zahlreiche Rezensionen hier und die Streuung auf anderen Seiten steigern bei den Verlagen die Attraktivität von solchen Aktionen: Denkt daran, dass die Teilnahme an der Runde und die Rezensionen die "Gegenleistung" für die Freiexemplare sind.



    Hier könnt ihr über Seite 7 bis 88 schreiben.
    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Abschnittseinteilung nicht vorgesehen.

    LG, Dani


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  • Ich mach mal den Anfang, auch wenn ich den ersten Abschnitt noch nicht ganz geschafft habe :smile:


    Das Buch ist bisher ausschließlich in Briefform geschrieben. Ich denke, dass sich dies durch das ganze Buch ziehen wird und es mir gefällt mir bisher sehr gut.
    Die Briefe ähneln Tagebucheinträgen die Laurel an verschiedene, verstorbene Persönlichkeiten richtet. Hier muss ich gestehen, dass mir nicht alle ein Begriff waren, z.B. River Phoenix :redface:
    Aber das ist ja auch nicht weiter schlimm und auch nicht wichtig für das Verstehen der Handlung. Gegoogelt hab ich trotzdem ;)
    Den Schreibstil finde ich bisher leicht zu lesen, jedoch nicht besonders oder herausragend gut.


    Laurel finde ich interessant, auch wenn sie für ihr Alter sehr kindlich wirkt. Trotzdem mag ich sie bisher ganz gerne.
    Die Trauer um ihre Schwester May wird in dem Buch sehr gut dargestellt. Schon jetzt hat mich diese Trauer an verschiedenen Stellen sehr berührt.
    Wie May gestorben ist, weiß ich bisher noch nicht. Lediglich auf S. 12 befand sich der Hinweis, dass Blumen an einer Eisenbahnbrücke nieder gelegt wurden, was erste Vermutungen über den Unfall aufkommen lässt. Einen solchen Tod eines geliebten Menschen wünsche ich niemanden. Schon allein die Vorstellung...schrecklich.


    Sky, den Laurel ja so toll findet, mag ich momentan nicht besonders. Im Buch wird er als waaaaaaahnsinnig cool und unnahbar dargestellt. Ich hoffe daran ändert sich noch was.
    Was die "Freundschaft" zu Natalie und Hannah angeht bin ich momentan noch etwas zwiegespalten. Ich habe das Gefühl Laurel versucht zu sehr dazu zu gehören und verstellt sich, damit die beiden sie mögen. Allerdings ist dies ja auch erst der Anfang einer Freundschaft.


    Momentan bin ich auf S. 57 und sehr gespannt auf die folgenden Seiten :)

  • Hallo zusammen,


    ich bin auch noch nicht weit gekommen (bis Seite 46), aber ich kann zumindest schon sagen, dass mir der Stil gefällt.


    Als Laurel von ihrem ersten Tag in der Schule zu erzählen beginnt, hatte ich ein Déjà-vu. Man sollte nicht meinen, dass die Kleidung, die man am ersten Tag in der neuen Klasse trägt, so wichtig ist, aber ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen - es ist tatsächlich so. Mir ging es so, als ich zum Beginn der 10. Klasse die Schule wechseln musste und vorher auch überlegte, was ich anziehen soll. An der ersten Reaktion meiner neuen MitschülerInnen merkte ich, dass es das falsche war. Das Fatale daran ist, dass man das nicht mehr ändern kann. Der erste Eindruck ist nun mal der erste Eindruck. Man kann die Zeit nicht zurückdrehen und alles nochmal mit anderen Klamotten wiederholen.


    Immerhin hat Laurel keine Schwierigkeiten in der Klasse. Dass sie so alleine ist, liegt sicher vor allem an ihrer Zurückgezogenheit. Immerhin bekommt sie Kontakt zu Natalie und Hanna, und im Gegensatz zu dir, coco, habe ich nicht das Gefühl, sie würde sich verstellen. Es dauert eben noch, bis die Mauern um sich herum etwas abträgt und anderen erlaubt, in ihren innersten Bereich einzutreten. Manche Leute haben keine Hemmungen, nach Ereignissen zu fragen, die jemanden sehr traurig gemacht haben. Dann ist es einfacher, sie nicht zu nahe an sich heran zu lassen, um solchen Fragen aus dem Weg zu gehen.



    Das Buch ist bisher ausschließlich in Briefform geschrieben. Ich denke, dass sich dies durch das ganze Buch ziehen wird und es mir gefällt mir bisher sehr gut.


    Ich mag Briefromane sehr gern. Laurel schreibt allerdings teilweise auch so, als würde die jeweilige Aktion gerade stattfinden, wodurch eine gute Mischung entsteht.



    Die Briefe ähneln Tagebucheinträgen die Laurel an verschiedene, verstorbene Persönlichkeiten richtet. Hier muss ich gestehen, dass mir nicht alle ein Begriff waren, z.B. River Phoenix :redface:


    Namentlich sind mir bis jetzt alle außer Elizabeth Bishop geläufig. Laurel begründet immer, warum sie gerade an die jeweilige Person schreibt, sie greift also nicht beliebig irgendeinen Toten heraus. Bei Bishop fehlte das allerdings.


  • Was die "Freundschaft" zu Natalie und Hannah angeht bin ich momentan noch etwas zwiegespalten. Ich habe das Gefühl Laurel versucht zu sehr dazu zu gehören und verstellt sich, damit die beiden sie mögen. Allerdings ist dies ja auch erst der Anfang einer Freundschaft.


    Coco, ich habe gerade den Brief ab Seite 46 gelesen und kann jetzt deine Bedenken über diese Freundschaft verstehen. Ich finde immer noch, dass alles im Rahmen ist. Solche Mutproben und Erfahrungen machen viele Jugendliche, ohne dass man sich dabei gleich sorgen müsste.


    Wurde eigentlich geschrieben, wie alt Laurel ist?

  • Ich habe den ersten Abschnitt gestern noch beendet.



    Wurde eigentlich geschrieben, wie alt Laurel ist?


    Ich glaube nicht. Aber ich hab mal gegoogelt wie alt man ist, wenn man in den USA auf die High-School wechselt.
    Dort stand 14-15 Jahre. Das erklärt natürlich einiges ;)


    Laurel ist es sehr wichtig, dass alle sie mögen. In dem Abschnitt, in dem sie Tristan und Kristen kennenlernt, geht ihr nichts anderes durch den Kopf.
    Ich denke mit 14 / 15 Jahren ist das normal. Man hat sich selbst noch nicht so ganz gefunden und identifiziert sich am meisten über seine Freunde und die Menschen, die einen mögen. In Laurels Fall, die ja selbst schreibt, dass sie nicht weiß wer sie ist, ist dieser Wunsch also gleich mehrfach verständlich.



    Als Laurel von ihrem ersten Tag in der Schule zu erzählen beginnt, hatte ich ein Déjà-vu. Man sollte nicht meinen, dass die Kleidung, die man am ersten Tag in der neuen Klasse trägt, so wichtig ist, aber ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen - es ist tatsächlich so. Mir ging es so, als ich zum Beginn der 10. Klasse die Schule wechseln musste und vorher auch überlegte, was ich anziehen soll. An der ersten Reaktion meiner neuen MitschülerInnen merkte ich, dass es das falsche war. Das Fatale daran ist, dass man das nicht mehr ändern kann. Der erste Eindruck ist nun mal der erste Eindruck. Man kann die Zeit nicht zurückdrehen und alles nochmal mit anderen Klamotten wiederholen.


    Ich finde es so schlimm, solche Dinge zu lesen. Freunde haben mir ähnliche Erlebnisse erzählt.
    Da kann ich nur von Glück reden, dass auf meinen Schulen so etwas nicht (oder nur wenig) stattgefunden hat. Und schon gar nicht wegen Klamotten.
    Bei meinem damaligen "Modegeschmack" wär ich echt dran gewesen :redface:


    Gegen Ende des ersten Abschnittes schreibt Laurel immer wieder, dass sie Schuld an dem Tod von Amy ist.
    Wie furchtbar, dass sie in dem jungen Alter schon so eine Belastung mit sich rum trägt. Es wundert mich, dass sie scheinbar zu keiner Psychologin geht.
    Die Mutter ist weit weg, der Vater verkraftet den schweren Verlust selbst nicht, die Tante erbittet Gott um das Seelenheil eines Teenagers der auf tragische Weise ums Leben gekommen ist. Und Laurel...macht die Dinge mit sich selbst aus. Das geht doch nicht!


    May und Laurel scheinen ein sehr enges Verhältnis gehabt zu haben. Kurz vor May's Tod hat Laurel mehr mit ihr als mit ihrer damals besten Freundin Janey unternommen. Die Szene, wie Laurel Janey nach sechs Monaten Funkstille wieder trifft fand ich sehr traurig, aber ebenso verständlich. Laurel versucht einen Schlussstrich zu ziehen, will nicht ständig an den Tod ihrer Schwester denken und da ihr keiner hilft es zu verarbeiten, muss sie den Tod ihrer Schwester so gut es geht verdrängen.


    Der erste Abschnitt lässt mich mit folgenden Gedanken zurück:
    Laurel tut mir sooo leid. Schlimm genug, dass sie ihre Schwester verloren hat, aber sie erfährt keinerlei Unterstützung oder Hilfe in ihrer Familie.
    Außerdem frage ich mich, ob sie womöglich bei dem Unfall dabei war.


  • Ich finde es so schlimm, solche Dinge zu lesen. Freunde haben mir ähnliche Erlebnisse erzählt. [...] Bei meinem damaligen "Modegeschmack" wär ich echt dran gewesen :redface:


    Zum Glück hat sich das bei meiner Klasse zum größten Teil gegeben, als sie mich dann besser kannten. Aber es waren einige dabei, für die war und blieb ich abgeschrieben.



    Gegen Ende des ersten Abschnittes schreibt Laurel immer wieder, dass sie Schuld an dem Tod von Amy ist.
    Wie furchtbar, dass sie in dem jungen Alter schon so eine Belastung mit sich rum trägt. Es wundert mich, dass sie scheinbar zu keiner Psychologin geht.
    Die Mutter ist weit weg, der Vater verkraftet den schweren Verlust selbst nicht, die Tante erbittet Gott um das Seelenheil eines Teenagers der auf tragische Weise ums Leben gekommen ist. Und Laurel...macht die Dinge mit sich selbst aus. Das geht doch nicht!


    Ich glaube, den Eltern und der Tante ist das gar nicht so bewusst. Sie haben selbst mit Mays Tod zu kämpfen, dazu kommen die Eheprobleme. Und Laurel redet von sich aus nicht darüber, weil sie (noch) nicht dazu bereit ist. Vor allem, wenn sie glaubt, daran schuld zu sein. Deshalb geht sie ja auch Janey aus dem Weg. Jetzt mag es leichter sein, den Kopf in den Sand zu stecken, als sich Problemen zu stellen, aber irgendwann kommen diese Probleme an die Oberfläche. Ich finde nur erstaunlich, dass nicht von der Schule oder irgendeiner Behörde ein Offizieller gekommen ist und Hilfe angeboten hat.



    Im Brief an Judy Garland schreibt Laurel als letzten Absatz (Seite 57): "Irgendwo habe ich mal gelesen, dass du erzählt hast, deine erste bewusste Erinnerung hätte mit Musik zu tun, Judy. Musik, die das ganze Haus erfüllt. Aber du hättest Angst gehabt, dass sie durch ein Fenster entwischen könnte und du ihr für den Rest deines Lebens hinterherjagen müsstest, um sie wieder einzufangen."


    Trifft das nicht auch auf Laurel zu und die Erinnerungen, die sie an ihre Mutter und Schwester hat? Sie wurde von beiden verlassen und Erinnerungen sind alles, was sie noch hat. Und auch die verflüchtigen sich mit den Jahren, wenn man sie nicht irgendwie festhält.



    Bei Janis Joplin fühlt sich Laurel besonders aufgehoben. Auf Seite 61 ganz unten schreibt sie: Jeder von uns ist auf seine eigene Art ganz verrückt, aber sobald ein paar Verrückte zusammen sind, ist es wieder normal, verrückt zu sein." Wie wahr. Vielleicht will Laurel gar nicht verrückt sein, aber sie spürt, dass sie anders ist. Das strahlt sie auch aus, denn die anderen, die auch nicht ins Schema passen, Hannah und Natalie, Kristen und Tristan, sogar Sky, reagieren auf sie.


    Bei der Beziehung zwischen Natalie und Hannah bin ich schon gespannt, wie sie sich entwickelt.


    Mir gefällt das Buch inzwischen sehr gut. Ich muss jetzt noch etwas anderes parallel lesen, sonst bin ich zu schnell mit den Love Letters durch :smile:.

  • Ich hab ein paar Seiten gebraucht, um mich in dieses Brief-Buch reinzufinden. Eigentlich ist es ja eine Art Tagebuch, nur dass Laurel eben in Briefform schreibt.
    Zu Beginn war ich noch nicht so begeistert, ich konnte mit Nirvana und Kurt Cobain damals überhaupt nichts anfangen, ich fand die nur schmuddelig :breitgrins:


    Aber die Briefe gehen ja nicht nur an Kurt. Die Auswahl finde ich erstaunlich. Judy Garland, Janis Joplin? Hätte ich bei einem Mädchen in Laurels Alter nicht erwartet. Aber es gibt immer eine Erklärung dazu, wie sie auf diese Stars kommt. Die Stimme von Mr. Ed ist natürlich bisher der ausgefallenste "Brieffreund", aber auch hier gibts die Brücke über ihre Tante.


    Wie May wohl gestorben ist? Zwischendurch erwähnt Laurel mal, dass sie wahrscheinlich schuld war. Was ist da nur passiert? Andere scheinen ihr nicht die Schuld zu geben, die Mutter war schon vorher nicht mehr wirklich bei der Familie und das Verhältnis zum Vater ist noch gut.
    Das Arrangement mit der Tante und dem ständigen Wechsel finde ich etwas merkwürdig, bei ihr würde ich an Laurels Stelle nicht so gerne wohnen, aber sie scheint sie dennoch sehr zu mögen und bringt es nicht übers Herz, ihr auch nur die Sandwiches auszureden.


    Was mir in letzter Zeit in mehreren Jugendbüchern aufgefallen ist, wieviel die trinken :entsetzt: Mal ein Bier oder auch ein Cocktail, von mir aus, aber eine Flasche Jim Beam? Und dann noch klauen... ich weiß nicht, ob ihre neuen Freundinnen wirklich der richtige Umgang sind, auch wenn ich sie eigentlich beide sympathisch finde!

    LG, Dani


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  • Die Briefe ähneln Tagebucheinträgen die Laurel an verschiedene, verstorbene Persönlichkeiten richtet. Hier muss ich gestehen, dass mir nicht alle ein Begriff waren, z.B. River Phoenix :redface:


    Ja, den fand ich als Teenie auch total süß und war geschockt über seinen frühen Tod.



    Namentlich sind mir bis jetzt alle außer Elizabeth Bishop geläufig. Laurel begründet immer, warum sie gerade an die jeweilige Person schreibt, sie greift also nicht beliebig irgendeinen Toten heraus. Bei Bishop fehlte das allerdings.


    Sie haben doch im Unterricht ein Gedicht von ihr durchgenommen und Laurel hat dazu das erste Mal was im Unterricht gesagt. Mir hat das als Begründung gereicht.

    LG, Dani


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  • Sie haben doch im Unterricht ein Gedicht von ihr durchgenommen und Laurel hat dazu das erste Mal was im Unterricht gesagt. Mir hat das als Begründung gereicht.


    Das hatte ich schon vergessen :redface:. Inzwischen hat mich Wikipedia schlau gemacht.



    Was mir in letzter Zeit in mehreren Jugendbüchern aufgefallen ist, wieviel die trinken :entsetzt: Mal ein Bier oder auch ein Cocktail, von mir aus, aber eine Flasche Jim Beam? Und dann noch klauen... ich weiß nicht, ob ihre neuen Freundinnen wirklich der richtige Umgang sind, auch wenn ich sie eigentlich beide sympathisch finde!


    Den Whisky hatte doch dieser Rocker ausgesucht, den Hannah bezirzt hatte, damit er ihnen den Alkohol kauft. Das mit dem Klauen ist natürlich eine andere Sache. Natalie und Hannah sind sicher nicht der Umgang, den sich eine Mutter für ihre Tochter wünscht, aber so schlimm finde ich sie gar nicht. Sie machen dieselben Experimente wie die meisten Jugendlichen, die dann trotzdem nicht auf die schiefe Bahn geraten. Ich mag die beiden.


  • Das Arrangement mit der Tante und dem ständigen Wechsel finde ich etwas merkwürdig, bei ihr würde ich an Laurels Stelle nicht so gerne wohnen, aber sie scheint sie dennoch sehr zu mögen und bringt es nicht übers Herz, ihr auch nur die Sandwiches auszureden.


    Für mich wäre das auch nichts. Zum einen stell ich es mir total stressig vor, wöchentlich das zuhause zu wechseln, aber auch die Tante würde mich wohl zur Weißglut treiben ;) Wobei sie schon nett zu sein scheint. Ich finde es nur sehr befremdlich vor einer 14/15 Jährigen um das Seelenheil der verstorbenen großen Schwester zu beten. Als ob der Tod nicht grausam genug ist. Laurel muss sich auch noch mit den Befürchtungen ihrer Tante auseinander setzen, May könnte in der Hölle gelandet sein. :rollen:



    Was mir in letzter Zeit in mehreren Jugendbüchern aufgefallen ist, wieviel die trinken :entsetzt: Mal ein Bier oder auch ein Cocktail, von mir aus, aber eine Flasche Jim Beam? Und dann noch klauen... ich weiß nicht, ob ihre neuen Freundinnen wirklich der richtige Umgang sind, auch wenn ich sie eigentlich beide sympathisch finde!


    Das ist mir auch schon aufgefallen. Ich war selbst sicherlich nicht die Unschuld vom Lande, aber mit 15 habe ich weder eine Flasche Jim Beam getrunken noch Busenblitzer gespielt ;)


    Ja, den fand ich als Teenie auch total süß und war geschockt über seinen frühen Tod.


    Ich könnte ihn nur aus dem Indiana Jones Film kennen. Aber ich war an seinem Todestag auch erst 3 Jahre alt *g*


  • Das ist mir auch schon aufgefallen. Ich war selbst sicherlich nicht die Unschuld vom Lande, aber mit 15 habe ich weder eine Flasche Jim Beam getrunken noch Busenblitzer gespielt ;)


    Ich weiß zwar nicht, wie alt du bist, aber früher war doch alles anders :zwinker:. Wenn ich sehe, was Jugendliche heutzutage alles machen, war ich das reinste Waisenkind dagegen.


    Im zweiten Teil wird erwähnt, dass Hannah und Natalie Anfang des Jahres 15 geworden sind. Erwähnt wird das um Halloween herum, also sind sie fast 16.

  • Ich war mir anfangs auch nicht ganz sicher, ob mir dieser Briefroman gefallen wird, aber eigentlich ist es ja wirklich mehr ein Tagebuch, was Laurel da verfasst und zu ihren Einträgen passt das mit den Briefen an verstorbene Promis als Aufhänger ja ganz gut.


    Ich habe mich übrigens gefragt, ob ihre Lehrerin das ganz bewusst gemacht hat, ihnen diese Aufgabe mit den Briefen zu stellen, weil sie Laurel irgendwie helfen wollte, den Tod ihrer Schwester May zu verarbeiten.
    Andererseits kann sich die Lehrerin doch denken, dass sie darin solch persönliche Dinge geschrieben hat, dass sie das nicht mehr abgeben will, wenn andere es lesen! :rollen:


    Ich bin sehr gespannt, die Hintergründe hinter Mays Unfalltod zu erfahren – ich befürchte da steckt eine ganz schreckliche Geschichte hinter.
    Ob sie vielleicht sogar dabei war, weil sie sich so schuldig fühlt.
    Ganz heftig finde ich ja, dass die Mutter in dieser Situation ihre Tochter so im Stich lässt und wegzieht.
    So ein Verhalten kann ich echt nicht nachvollziehen, gerade in dem Alter und nach so einem Verlust braucht Laurel doch eine Vertrauensperson.
    Diese Regelung 2 Wochen beim Vater und 2 Wochen bei der streng gläubigen Tante zu wohnen, finde ich auch sehr seltsam.
    War es notwendig, damit Laurel auf eine andere Highschool gehen kann?
    Ich kann schon verstehen, dass sie nicht ständig von allen möglichen Fremden angeredet werden will, was ihre Schwester für ein tolles Mädchen war und wie tragisch ihr Tod...
    Das ist ja alles nicht bös gemeint, aber für die Betroffenen unerträglich.


    Laurel tut mir jedenfalls sehr leid, sie ist extrem einsam, unsicher und nicht gerade kontaktfreudig.
    Mit einem Schlag wurde sie von zwei der wichtigsten Menschen in ihrem Leben verlassen.
    Wie soll sie damit so schnell allein fertig werden? Auf Dauer kann ihr Schweigen nicht gut gehen.


    Zum Glück hat sie dann doch bald Kontakt gefunden – auch wenn Natalie und Hannah aber auch Kristen und Tristan schon echt schräge Vögel sind, aber irgendwie tun sie Laurel mit ihrer überdrehten Art gut und nehmen sie einfach so, wie sie ist.


    Seltsam finde ich ja auch die Sache mit Sky, ob sich Laurel da mal nicht in etwas rein steigert.
    Ich kann ihn momentan noch gar nicht einschätzen. Warum Laurel seine unnahbare Art wohl so anziehend findet?

  • Hallo zusammen,


    Ich habe mich schon sehr lange auf diese Leserunde gefreut. Der Titel sowie die kurze Inhaltsangabe fand ich einfach genial und konnte es daher kaum erwarten, endlich mit dem Lesen beginnen zu können.
    Bisher wurde ich auch nicht enttäuscht. Mir gefällt das Buch bisher extrem gut. Die Idee, das Buch tagebuchähnlich zu schreiben, finde ich auch toll. Was Ava Dellaira vor allem sehr gut gelingt, ist der Zusammenhang der einzelnen Briefe. Man müsste meinen, das wenn ich Kurt Cobain einen Brief schreibe und dann 2 oder 3 Tage später Janis Joplin einen Brief, dass diese nicht aufeinander abgestimmt sind. Aber die Autorin hat das sehr gut gemacht. Die Briefe sind so aufeinander abgestimmt, dass man sie durchaus einzeln an Persönlichkeiten schicken kann, sie geben aber auch als ganzes (alle zusammen) eine Geschichte wieder. Der Leser muss daher also nicht aus vielen Stücken eine Geschichte zusammen denke, sondern kann der Geschichte durch das Lesen der Briefe sehr gut folgen.


    Die Geschichte als solches finde ich sehr traurig, aber sehr gut erzählt. Die Gefühle (vorallem der Hauptperson) sind so beschrieben, dass ich Laurel gut verstehen kann.
    Vor allem der Tot ihrer Schwester sorgt für Spannung im Buch. Ich bin schon sehr gespannt, warum Laurel denkt, dass sie am Tot Schuld ist beziehungsweise eine Mitschuld trägt.


    Auch nimmt es mich wunder, ob Laurel am Schuss der Lehrerin noch einen solchen Brief abgeben wird (wäre ja die Hausaufgabe) oder ob sie es sein lässt.



    Das Buch gefällt mir bisher aber sehr gut und ich freue mich auf Abschnitt 2 :)


  • Die Trauer um ihre Schwester May wird in dem Buch sehr gut dargestellt. Schon jetzt hat mich diese Trauer an verschiedenen Stellen sehr berührt.


    Das geht mir auch so. Es ist sehr berührend geschrieben.



    Coco, ich habe gerade den Brief ab Seite 46 gelesen und kann jetzt deine Bedenken über diese Freundschaft verstehen. Ich finde immer noch, dass alles im Rahmen ist. Solche Mutproben und Erfahrungen machen viele Jugendliche, ohne dass man sich dabei gleich sorgen müsste.


    Ich habe bisher auch keine Bedenken, was die Freundschaft der dreien angeht.


  • Was mir in letzter Zeit in mehreren Jugendbüchern aufgefallen ist, wieviel die trinken :entsetzt: Mal ein Bier oder auch ein Cocktail, von mir aus, aber eine Flasche Jim Beam? Und dann noch klauen... ich weiß nicht, ob ihre neuen Freundinnen wirklich der richtige Umgang sind, auch wenn ich sie eigentlich beide sympathisch finde!


    Naja, das ist heute eben leider immer verbreiterter bei den Jugendlichen. Daher passt es hier sehr gut, denn es macht die Szenen noch authentischer.
    Ich finde die beiden auch sympathisch, hoffe aber, dass sie keinen allzu schlechten Einfluss haben auf Laurel.

  • Oh man dieses Buch erinnert mich total an meine eigene Jugend, denn ich habe jahrelang Tagebuch geschrieben und auch an eine berühmte Person. Für mich war das Anne Frank (bitte nicht lachen). Ich war damals so sehr von ihr fasziniert, dass ich mit ihr alles geteilt habe.


    Der Stil des Buches gefiel mir daher auf Anhieb.


    Laurels Schwester May ist also durch einen Unfall gestorben und ich habe so ein wenig die Befürchtung, dass sie damit irgendwas zu tun hat oder sich vielleicht die Schuld daran gibt. Hier bin ich wirklich gespannt, was wir dazu erfahren werden.


    Ich frage mich die ganze Zeit, warum Laurels Wohnsituation so komisch ist? Die bräuchte doch einen festen Bezugspunkt und der wäre ja wohl so, dass sie nur an einem Ort lebt und nicht mal bei ihrem Vater und mal bei ihrer Tante. Das finde ich total schlimm für sie. Und dass die Mutter einfach vor der Situation flieht und ihre Tochter so im Stich lässt, das geht in meinen Augen gar nicht.


    Ansonsten konnte ich mich sehr gut in Laurel hineinversetzen, denn in ihrem Alter habe ich mich auch oft einsam gefühlt. Meine Schule war 3 Orte weiter, hat 40 Minuten bis dahin mit dem Bus gedauert und aus meinem Wohnort ist da sonst keiner hin gegangen und die letzten Busse fuhren 19 Uhr nach Hause. Das war echt blöd.


    Ich mag das Buch jedenfalls und bin gespannt, was uns im 2. Abschnitt erwartet.

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)


  • Zu Beginn war ich noch nicht so begeistert, ich konnte mit Nirvana und Kurt Cobain damals überhaupt nichts anfangen, ich fand die nur schmuddelig :breitgrins:


    Ich fand die damals total genial, aber als ich auf Nirvana gekommen bin, da war Kurt Cobain schon längst tot. Der Kerl hat mich fasziniert.


    Auf River Phoenix stand meine Schwester total, aber ich war da noch zu klein/ jung als dass ich den "live" mitbekommen habe.

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)

  • Naja, das ist heute eben leider immer verbreiterter bei den Jugendlichen. Daher passt es hier sehr gut, denn es macht die Szenen noch authentischer.
    Ich finde die beiden auch sympathisch, hoffe aber, dass sie keinen allzu schlechten Einfluss haben auf Laurel.


    Ich finde, dass gerade solche Schilderungen das Buch sehr authentisch wirken lassen, denn genauso ist es doch heute auch, oder? Aber auch früher wurde Alkohol konsumiert und das auch nicht zu knapp. Was mein Vater immer so über seine Jugend erzählt (er wird 60), da bekomme selbst ich große Augen, aber für mich war Alkohol nie ein Thema, da ich nur sehr wenig vertrage und diesen daher nahezu ganz meide.


    Ansonsten will man ja einfach dazu gehören, da tut man manchmal Dinge, die nicht in Ordnung sind. Solange keiner zu Schaden kommt ist das ok, denn auch Jugendliche testen ihre Grenzen aus.

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)

  • Och, wir haben auch ordentlich gebechert. Aber Jim Beam verbinde ich irgendwie schon mit "Berufstrinkern" :breitgrins:, nicht mit Jugendlichen, die mal ausprobieren wollen. Aber ok, ich hab die Szene auch nicht so gelesen, dass der Typ ihnen ungefragt eben diese Sorte Alk mitgebracht hat.

    LG, Dani


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  • Ich muss sagen, ich war zu Beginn etwas skeptisch, wie das mit der Briefform sein würde und ob es stimmig wäre. Aber ich bin begeistert bisher. Es ist sehr berührend und traurig an manchen stellen und es erlaubt einen recht tiefen Blick in Laurels Gefühlswelt.
    Dass sie versucht neue Freunde zu finden und dazu zu gehören ist meiner Meinung nach absolut nachvollziehbar. Auch ihr Wunsch, nicht mit jedem über Mays Tod reden zu müssen. Es interessiert mich sehr, was mit May passiert ist. Die gesamte Familie scheint ja daran zerbrochen zu sein. Die Regelung mit der Tante finde ich auch merkwürdig, aber sie hat dem wahrscheinlich zugestimmt damit sie auf die andere Schule gehen kann. Die Tante finde ich von der Beschreibung auch etwas seltsam, sie scheint sehr gläubig zu sein und aus irgendeinem Grund auch sehr besorgt um Mays Seele. An der Stelle habe ich mich gefragt, ob May wirklich das glückliche Mädchen war, wie Laurel sie beschreibt. Oder ob das nicht vielleicht Fassade war und der Unfall in Wirklichkeit Selbstmord war. Ich hoffe es nicht, ich denke das fände ich noch tragischer.
    Ihre beiden neuen Freundinnen kann ich noch nicht gut einschätzen. Aber dass sie wirklich ein schlechter Einfluss sind denke ich nicht. Sie wollen wahrscheinlich nur Dinge ausprobieren. Das kann ich gut verstehen, das war bei mir damals auch so. Ich finde auch, dass das Buch dadurch authentischer wirkt. Gerade das nachts aus dem Haus schleichen oder sich Alkohol besorgen sind Dinge die sehr viele in dem Alter machen.
    Sky kann ich noch gar nicht einschätzen. Was sie an ihm findet, weiß ich auch noch nicht wirklich.