Welche "ältere" Fantasy ist heute noch lesbar?

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 58 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Ramazottl.

  • Ich gehe in unbestimmten Abständen immer mal wieder meine Regale durch und sortiere Bücher aus, von denen ich denke, dass ich sie nicht (mehr) lesen werde. Darunter sind auch häufig bisher von mir ungelesene Exemplare.
    Eine Frage habe ich mir dabei schon einige Male gestellt:


    Welche Romane bzw. Storysammlungen dieses Genres können mich heute eigentlich noch begeistern?


    Mit den Jahren habe ich viel gelesen - das geht jetzt seit knapp 40 Jahren so ;-) und vieles kann mich nicht mehr überraschen - nicht mehr hinter dem Ofen vorlocken. Aber nicht nur der Lesegeschmack ändert sich, auch habe ich heute einen anderen Anspruch an ein Buch - in diesem Fall an einen Fantasy-Roman.
    Eine tolkieninspirierte Quest ohne viele eigene Ideen und flache Charaktere hat es bei mir sehr schwer. Shannara von Terry Brooks oder Das Rad der Zeit von Robert Jordan sind so Zyklen, mit denen ich nichts mehr anfangen kann.


    Nun habe ich mich gefragt, ob es anderen ebenso geht wie mir. Und würde hier gerne locker sammeln, welche Fantasy aus den Jahren 1960 bis ca. 1990 wir denn auch heute noch für lesenswert halten. So etwas wie eine Vintage-Fantasy-Perlentaucher-Liste :-)


    Spontan fallen mir ein


    Alle Werke Tolkiens
    Pern-Saga von Anne McCaffrey (ist eher SF, passt aber auch hier rein)



    Gleiches gilt auch für die Science Fiction, weshalb ich dort auch einen äquivalenten Thread aufmachen möchte - jetzt muss ich aber erst einmal zur Arbeit :winken:

  • Michael Endes "Unendliche Geschichte" und "Momo" sind für mich auch heute noch lesenswert. Terry Pratchett ältere Scheibenweltromane genauso :winken:

  • Mich verwirren jetzt ein wenig die Jahresangaben, denn Tolkien hat weit vor 1960 geschrieben. Verstehe ich das richtig, dass ältere Werke auf alle Fälle zu der Gruppe gehören?


  • Mich verwirren jetzt ein wenig die Jahresangaben, denn Tolkien hat weit vor 1960 geschrieben. Verstehe ich das richtig, dass ältere Werke auf alle Fälle zu der Gruppe gehören?


    Nun ja. Der Hobbit entstand zwar schon 1937, wurde aber erst Ende der Fünfziger ins Deutsche übersetzt. Der Herr der Ringe (1954/1955) kam sogar erst 1969/1970 hier bei uns an. So weit ist das also von Ingroschas Zeitangabe nicht entfernt.


    Die Frage selber finde ich aber interessant. Man sollte mehr Rereads der ganz alten Sachen machen.
    Anne McCaffrey lese ich auch heute immer wieder gerne.
    Der letzte Roman von Marion Zimmer Bradley ist aber eine Weile her. Und das war ein Reread von "Trapez", also kein Fantasy-Roman.
    Fragt sich eh, wie objektiv man sein kann bei einer Bewertung eines Buchs, wenn einen gleichzeitig nostalgische Gefühle ablenken (allgemeines Problem), ebenso wie die schlechte Presse über MZB im letzten Jahr (sehr spezielles Problem).


    Die Alanna-Reihe von Tamora Pierce in jedem Fall. Immer noch schöne Jugendfantasy.

  • Ich hab's selbst leider immer noch nicht gelesen: Tad Williams - Traumjäger und Goldpfote
    Ich kenne nur positive Stimmen über dieses Buch :smile:


    Gelesen habe ich: Ursula K. Le Guin - Erdsee-Zyklus
    Ich muss gleich mal schauen, ob ich wirklich alle Teile gelesen habe.

    Pessimisten stehen im Regen, Optimisten duschen unter den Wolken.


  • Das letzte Einhorn von P.S.Beagel finde ich.


    Ja!!! Das darf auf keinen Fall fehlen! :klatschen:
    Joan Aiken hat tolle Fantasyromane für Kinder und Jugendliche geschrieben, z.B. "Der flüsternde Berg". Und wer sich für König Artus interessiert, kommt an T.H.White kaum vorbei.

  • Mit White konnte ich ja nach anfänglicher Begeisterung nur wenig anfangen, mir war das Ganze irgendwie zuuu klamaukig. Aber vielleicht habe ich auch einfach nur zu viele Anspielungen auf die Originalsage nicht kapiert.


    An Tad Williams und "Otherland" hab ich auch gedacht, aber das ist ja eigentlich eher SF als Fantasy.

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.

    Leonard Cohen





  • Wenn älter als 1950 und auch Kinder- und Jugendbücher: George MacDonald - alles, was ich von ihm kenne...

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)


  • An Tad Williams und "Otherland" hab ich auch gedacht, aber das ist ja eigentlich eher SF als Fantasy.


    Also die Osten Ard Reihe hat er zumindest vor 1990 angefangen und das ist ja definitiv Fantasy. :breitgrins:

  • Ich wusste doch, dass es noch eine zweite Reihe von ihm gibt, aber mir fiel der Titel ums Verrecken nicht mehr ein.

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.

    Leonard Cohen






  • Mich verwirren jetzt ein wenig die Jahresangaben, denn Tolkien hat weit vor 1960 geschrieben. Verstehe ich das richtig, dass ältere Werke auf alle Fälle zu der Gruppe gehören?


    Entschuldige den Fehler. Ich wollte nur deutlich machen, dass ich Romane/Storys bis 1990 (circa) meine. Ich ändere es oben.


    Und danke für eure Beiträge - da ist einiges dabei, was auch in meinen Regalen geblieben ist (White, Le Guin, Beagle).


    Wie sieht es mit den etwas weniger bekannten Sachen aus? Wie beispielsweise Bannsänger (Foster), Deryni (Kurtz) und was euch sonst noch so einfällt? Und zwar ohne Einbezug nostalgischer Gefühle, wie Kiala so treffend gesagt hat?


    Ich frage mich z. B. wie "Die Welt der tausend Ebenen" heute auf mich wirken würde. So richtig rangetraut habe ich mich noch nicht wieder.

  • Ich lese wenig Fantasy und früher fast gar nicht, aber ich habe hier im Regal einige Romane von Marion Zimmer Bradley stehen über Avalon, da hatte ich letztes noch gedacht, dass würde ich gerne wieder lesen. Allerdings weiß ich nicht, wie es mir heute gefällt. Damals fand ich es toll und war hin und weg. Mein Anspruch an Bücher hat sich jedoch im Laufe der Zeit sehr geändert und ebenso mein Geschmack. Ich hatte vor einiger Zeit ein Buch nochmals gelesen, welches mir vor 20 Jahren sehr gut gefiel und ich konnte beim jetzigen lesen nicht mehr verstehen, warum ich eine so hohe Meinung von ihm gehabt hatte.

  • Ich habe jetzt recht lange überlegt, ob ich etwas sagen soll, da ich tippmässig nichts beitragen kann. Ich kenne fast nur neuere Fantasy und die alten Sachen, die mir gefallen, wurden schon genannt.


    Aber ich glaube, dass man das gar nicht allgemein sagen kann. Was man "heute noch" lesen kann hängt doch vor allem davon ab, wie viel Erfahrung man als Leser hat, wie viele vergleichbare Sachen man schon gelesen hat und was man für Ansprüche stellt.


    Erdsee fand ich z.B. beinahe unlesbar, aus zwei Gründen. Erstens ging mir der für mein Empfinden oberflächliche Erzählstil auf den Geist, aber darum geht es nicht. Zweitens hatte ich das Gefühl, das Buch besteht nur aus Klischees. Es mag sein, dass Le Guin diese Klischees erfunden hat. Aber ich habe so viele andere Bücher mit diesen Motiven gelesen, dass mir das nur noch langweilig war. Ich glaube, das hängt sehr stark vom eigenen Empfinden ab.


    Die Dark Materials-Reihe von Philipp Pullman war nach 1990, sonst würde ich die noch in den Topf werfen. Ist auch eher altmodisch.


  • Erdsee fand ich z.B. beinahe unlesbar

    Ging mir genauso. Ich habe es da nie über die ersten hundert Seiten geschafft. Mit dem Schreibstil konnte ich persönlich irgendwie nicht viel anfangen.



    Es mag sein, dass Le Guin diese Klischees erfunden hat. Aber ich habe so viele andere Bücher mit diesen Motiven gelesen, dass mir das nur noch langweilig war.

    Auf irgendwas beruhen die Klischees ja immer.
    Das erinnert mich daran, dass ich mal vor einiger Zeit mit jemanden über "Herr der Ringe" geredet habe. Er fand die Geschichte ganz schrecklich, weil "Elben und all das Zeug ja so klischeehaft wären und doch in jeder Fantasy vorkommen würden" und er hätte keine Lust "noch so einen blöden Film" zu sehen. (Tja, schon doof, wenn man so gar keine Ahnung hat, weder dass die Filme auf einer Buchvorlage basieren, gescheige denn etwas über das Buch selber...
    Andererseits werden die armen Elben ja zugegebenermaßen schon wirklich ziemlich verbraten...)
    Oder ein Student in einem Praktikum, der meinte Gandalf wäre doch ganz dreist von Dumbledore abgekupfert... :rollen: :breitgrins:


    Grrh! Ich zerbreche mir seit Tagen den Kopf für weitere Beispiele, aber alle, die mir eingefallen sind, haben ihre Werke nach 1990 geschrieben.
    Und bei den anderen ist ein Reread zu lange her, als dass ich da eine richtige Aussage machen könnte.