Nele Neuhaus - Die Lebenden und die Toten

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 2 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Kirsten.

  • Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Mojoreads
    Buch24.de
    LChoice (lokal)

    * Werbe/Affiliate-Links


    Titel: Die Lebenden und die Toten
    Autorin: Nele Neuhaus


    Allgemein:
    560 S., Ullstein Hardcover; 2014


    Inhalt:
    Eigentlich möchte Pia Kirchhoff in die langersehnten Flitterwochen fliegen und springt nur kurz an einem Tatort für ihren Chef ein. Doch was zunächst nach einer Einzeltat an einer älteren Frau aussieht, erweist sich bereits in den nächsten Tagen als Mordserie. Vor den Augen ihrer Enkelin wird eine weitere Frau erschossen. Doch noch findet sich einfach kein Motiv. Was haben die Opfer nur gemeinsam?
    Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff (die ihren Urlaub abgesagt hat) geraten immer stärker unter Zeitdruck. Die Panik in der Bevölkerung wächst, scheint der Täter seine Opfer recht willkürlich ausgesucht zu haben. Doch nach und nach ergibt sich ein ganz anderes Bild und die beiden Ermittler stellen fest das hinter den Taten eine menschliche Tragödie steckt, die auch auf die Opfer kein gutes Licht wirft, wenn auch dies völlig anders,als erwartet...


    Meine Meinung:
    Nach dem ich mit den letzten beiden Bänden nicht sehr glücklich war (Böser Wolf, Wer Wind sät) hat es die Autorin zumindest teilweise geschafft mich doch wieder auf den nächsten Krimi von ihr zu freuen. Denn eines ist "Die Lebenden und die Toten": fesselnd und sehr spannend. Außerdem ist es angenehm das sich das Privatleben der beiden Ermittler recht dezent im Hintergrund bewegt. Das war mir vorher manchmal etwas zu viel.
    Genervt war ich allerdings von den Klischees die sie einmal mehr in die Handlung einbaut - allen voran ein Fallanalytiker der so inkompetent beschrieben wird, das es unlogisch erscheint, das er überhaupt empfohlen wurde. Das hätte die Geschichte einfach nicht gebraucht, sollte vielleicht etwas auflockernd wirken, ich fand es anstrengend und unnötig. Zu Mal demgegenüber Pias Schwester Kim als Göttin daherkommt, die selbstverständlich die Kompetenz in Person ist. Schade das Neuhaus ihren Figuren langsam aber sicher keine Ecken und Kanten mehr zugesteht. Das war zu Beginn der Reihe anders.


    Aber nun zum Mordfall, der mir wirklich gut gefallen hat. Gerade auch die Thematik die sensible Fragen aufwirft und auch die Haltung des Lesers dazu, das war für meinen Geschmack sehr gelungen. Vor allem auch weil dadurch einiges ganz anders erscheint, als es im ersten Moment aussieht.


    Am Ende etwas über dramatisch, aber das hatte ich schon erwartet. Insofern kann ich das einfach mal verzeihen. ;) Leider gab es dann noch ein paar Längen. Hi und da etwas straffer erzählt, hätte mir "Die Lebenden und die Toten" noch besser gefallen,. Ich habe es als künstlich in die Länge gezogen empfunden. Geglückt fand ich allerdings die Einbeziehung der verschiedenen Figuren, die im weiteren Verlauf des Falles wichtige Rollen spielen würden. Erst nach und nach wird aufgedeckt wie sie tatsächlich zueinander in Beziehung stehen. Das war wirklich schön konzipiert und auch logisch. Vor allem dann wenn man sich fragt, weshalb man nicht gleich zu Beginn schon einiges hätte erkennen können.


    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

  • Endlich haben sich Pia Kirchhoff und Christoph Sander getraut. Still und heimlich haben sie den Bund fürs Leben geschlossen. Über Weihnachten und Silvester wollen sie ihre Hochzeitsreise nah Equador und auf die Galapagos-Inseln starten. Doch mal wieder kann sich Pia nicht von ihrem Job los reißen. Durch Grippe ist das Team der K1 stark dezimiert und Oliver von Bodenstein ist erleichtert, als Pia sich an ihrem letzten Tag vor der Abreise anbietet, bei einem Mordfall zu helfen. Eine Frau wurde auf dem Spazier-gang mit ihrem Hund erschossen.


    Und wahrhaftig schickt Pia ihren Mann allein auf Reisen...


    Wieder hat sich Nele Neuhaus einen Fall um ein brisantes Thema herum einfallen lassen: Organspende. Was ich hier lese, macht mich wütend, traurig und sehr nachdenklich und regt mich zum recherchieren und zum lesen weiterer Artikel zu diesem Thema an.


    Die Geschichte zieht mich von Anfang an in sich rein und ich bin voll bei den Ermittlungen dabei. Da ich einige der Protagonisten schon kenne, freue ich mich, Weiteres aus ihrem Privatleben, das auch nicht zu kurz kommt, zu erfahren. Ein absoluter Nervling ist dem Team zugeteilt worden: Fallanalytiker Andreas Neff aus Wiesbaden, genannt Napoleon. Und auch Pias Schwester Kim ist mit ihrem Rat gefragt. Diese Beiden finde ich einfach etwas zu viel des Guten, tragen sie doch nicht zur Lösung des Falles bei. Insgesamt finde ich einige Handlungsstränge einfach zu konstruiert und zu viel, was auch der Spannung nicht gut tut. Hier wäre etwas weniger vielleicht viel besser.


    Trotz allem hat mich das Buch gut unterhalten und auch zum Nachdenken angeregt.


    Ich freue mich trotz der kleinen Kritikpunkte schon auf den nächsten Fall von Pia Sander (Kirchhoff).
    :smile: :smile: :smile: :smile:

  • Nach dem ich mit den letzten beiden Bänden nicht sehr glücklich war (Böser Wolf, Wer Wind sät)

    ... oha, den Bösen Wolf lese ich gerade. Mal sehen, wie glücklich er mich macht.


    Meine Meinung

    Ich kannte die Geschichte grob von der Verfilmung. Trotzdem konnte ich mich z.B. nicht mehr an den Täter erinnern. Das passiert mir bei den meisten Krimis, denn ich sehe sie als leichte Unterhaltung zwischendurch und so hat mich das nicht gestört.


    Was mich aber ein bisschen gestört hat, war dass sich zu viele Leute in die Ermittlungen eingemischt haben, die nicht zum Ermittlerteam gehört haben. So erzählt Pia gleich zu Anfang einer Freundin vom aktuellen Fall. Die wird auch später in die Ermittlungen einbezogen, genauso wie Pias Schwester. Das kann ich mir bei realen Fällen nicht vorstellen.


    Trotz der dinge, die mich gestört haben: bei Nele Neuhaus gefällt mir das Gesamtpaket, deshalb sehe ich vielleicht ein bisschen großzügiger hinweg, als ich das bei anderen Krimis tue. Deshalb gibt es wohlwollende

    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

    I'm young enough to still see the passionate girl that I sued to be. But I'm old enough to say I got a good look at the other side.