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Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 37 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Rhea.

  • Ich fand das normal. Ich glaube dieser Polizist hat mehr getan als er müßte, er hat sich emotional in den Fall eingelassen und ist vermutlich die einzige Stütze der Mutter gewesen, denn der Vater scheint für sich die Lösung in Verdrängung zu finden. Die Nähe, die dabei entsteht, dass beide nicht aufgeben und immer weiter suchen, finde ich ziemlich natürlich.
    Auf alle Fälle viel natürlicher als der Gedanke, dass das neue Baby ein Ersatz für die verschwunden Tochter sein könnte. Diesen Gedanken konnte ich gar nicht nachvollziehen. Eine schwere Zeit schweißt meist mehr zusammen als der Alltag. Dass dann Trost auch in der sexuellen Nähe gesucht wird, finde ich auch normal. sie fragt ja gar nicht, ob das Kind ein Wunschkind war oder einfach passiert ist. Und selbst wenn, es hätte genauso ein Wunschkind sein können, wenn die große Tochter noch da war oder sind wir schon bei der Einkindfamilie?


    Der Polizist hat vermutlich wirklich einfach seinen Job "zu gut" gemacht und sich emotional auf die Geschichte eingelassen. Ich glaube aber nicht, dass er eine Affäre mit der Mutter hat, sie sind einfach sehr gute Freunde geworden, weil, wie Rhea schreibt, der Vater lieber verdrängen wollte.


    Allerdings wundere ich mich schon irgendwie, dass die Eltern noch zusammen sind. Es wäre wahrscheinlich realistischer (obwohl jeder damit anders umgeht), wenn sie sich getrennt; die Mutter mit dem Polizisten etwas angefangen und der Vater sich eine neue Familie gesucht hätte. Warum? Weil die zwei so unterschiedlich mit der Situation umgehen, dass der Vater irgendwann vermutlich nichts mehr über seine Tochter hören möchte und die Mutter jedoch das Bedürfnis hat, darüber zu sprechen... und dann lebt man sich auseinander.
    Es kann natülich auch zusammenschweißen, aber bei den beiden habe ich da nicht den Eindruck.



    Ich persönlich fände es unglaublich erschreckend zum einen diese Black Out zu erleben und zu wissen, bei mir drinnen "wohnt" noch jemand. Ich hoffe dieses Thema wird im weiteren Verlauf der Geschichte nicht irgendwie platt abgehandelt.


    Da mache ich mir gar keine Gedanken. Der Einstieg war schon so gut geschrieben und überzeugend, dass ich nicht glaube, dass die Autorin in Oberflächlichkeiten abdriften wird. Es ist eben noch etwas lockerer geschrieben, weil es trotz des Themas ein Jugendbuch sein soll.



    Was mich i.ü. ein wenig stört, ist die Reaktion der Eltern. Ich hätte mir mehr erwartet, wenn mein Kind nach drei Jahren auf einmal wieder auftaucht und ich gedacht habe sie wäre tod. Ich würde sie glaube ich immer wieder anfassen und ansehen wollen um zu sehen, ob es wirklich ist. Oder ob ich es nur träume.


    Da hast du Recht, die sind für einen solch besonderen Fall schon fast zu kühl - selbst die Mutter.



    Wieso kommst Du darauf, daß er sie frei gelassen hat?


    Ich habe auch irgendwie die Vermutung, dass er sie freigelassen haben könnte. Warum? Vielleicht, weil sie zu alt geworden ist und ihre Pflicht getan hat? Vielleicht weil er sie auf seine Art liebt und sie ihn irgendwann überzeugen konnte, sie gehen zu lassen? Bei einem Psychopaten kann man nichts ausschließen :zwinker:


  • Der Polizist hat vermutlich wirklich einfach seinen Job "zu gut" gemacht und sich emotional auf die Geschichte eingelassen. Ich glaube aber nicht, dass er eine Affäre mit der Mutter hat, sie sind einfach sehr gute Freunde geworden, weil, wie Rhea schreibt, der Vater lieber verdrängen wollte.


    Das glaube ich auch nicht. Wobei ich irgendwie das Gefühl habe, daß ihre Eltern ihr irgendetwas immer noch verheimlichen. Ich denke genau wie Du, daß bei so einem emotionalem Fall schnell irgendwelche Abstandsgrenzen verschwimmen und man nicht mehr Polizist und Eltern ist, sondern auch schnell Freunde oder Vertraute.



    Allerdings wundere ich mich schon irgendwie, dass die Eltern noch zusammen sind. Es wäre wahrscheinlich realistischer (obwohl jeder damit anders umgeht), wenn sie sich getrennt; die Mutter mit dem Polizisten etwas angefangen und der Vater sich eine neue Familie gesucht hätte. Warum? Weil die zwei so unterschiedlich mit der Situation umgehen, dass der Vater irgendwann vermutlich nichts mehr über seine Tochter hören möchte und die Mutter jedoch das Bedürfnis hat, darüber zu sprechen... und dann lebt man sich auseinander.
    Es kann natülich auch zusammenschweißen, aber bei den beiden habe ich da nicht den Eindruck.


    Aber vielleicht gerade deshalb. Vielleicht haben sie die letzten Jahre auch einfach traumatisiert nebeneinander her gelebt und waren genau wie Angie "wo anderst".

  • Da ich auf meiner gestrigen Reise nicht so viele Bücher mitnehmen konnte, habe ich erst heute mit diesem Buch begonnen und ich bin geschockt, hatte ich die Geschichte doch nicht ganz so schlimm erwartet.


    Ich mag mir gar nicht vorstellen wie es ist 3 Jahre seines Lebens komplett verloren zu haben und wenn das noch in so einem zarten Alter passiert, dann ist das in meinen Augen gleich noch viel schlimmer.


    Ich hatte ja beim Lesen des Klappentextes zwar gewusst, dass es um Entführung etc. geht, aber eben nicht darum, dass hier auch Missbrauch von statten gegangen ist.


    Die Reaktion der Eltern war für mich absolut nachvollziehbar und ich fand es spannend zu lesen wie unterschiedlich sie auch reagieren.



    Das mit den verschiedenen Persönlichkeiten fand ich beeindruckend und erschreckend zugleich und ich bin gespannt wie die Psychologin da vorgehen wird. Ich habe mal ein Jugendbuch gelesen in dem es auch darum ging, dass jemand mehrere Persönlichkeiten entwickelt hat, aber ich kann mich nicht an den Titel erinnern und das Lesen des Buches muss schon 10 Jahre mindestens zurückliegen.


    Das Buch fesselt mich jedenfalls sehr und ich bin gespannt was uns noch so erwartet...

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)


  • Ich vermute, dass er sich vielleicht tatsächlich irgendwie damit abgefunden hat, dass seine Tochter nicht mehr zurück kommt. Und dadurch hat er im Laufe der Zeit eine Mauer in sich aufgebaut, um die Gefühle zurückzudrängen. Dadurch, dass Angie jetzt wieder da ist, wird das alles wieder aufgewirbelt. Und vielleicht fühlt er sich auch irgendwie schuldig, dass er sie aufgegeben hat.


    Ich denke, dass der Vater nicht mehr wirklich daran geglaubt hat, dass er seine Tochter jemals wiedersehen wird. Und die Situation überfordert ihn total, da er wahrscheinlich gar nicht richtig weiß, was er eigentlich fühlen soll. Ich glaube, dass er erst ein wenig auftauen muss, um das alles verstehen zu können. Frauen reagieren ja doch eher emotional als Männer und bei ihm sitzt der Schock offenbar noch sehr tief.

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)


  • Das Verhalten des Vaters ist seltsam. Die Schwangerschaft der Mutter kann ich nachvollziehen, aber ich verstehe auch, dass das für Angie ein Schlag ins Gesicht sein muss. Wie wird sie nun mit ihrem Leben umgehen? Wie werden die Freunde reagieren? Ich bin gespannt!


    Ich bin wirklich am meisten gespannt wie die Freunde reagieren werden.


    Das Verhalten des Vaters empfand ich als normal. Mit so einer Situation muss man erst einmal umgehen können. Ich denke Frauen sind was Gefühle angeht deutlich offener als Männer.


    Zur Schwangerschaft der Mutter: Auch wenn es hart klingt, aber das Leben geht weiter und da kann man auch schon mal schwanger werden...

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)

  • Zitat

    Ich denke, dass der Vater nicht mehr wirklich daran geglaubt hat, dass er seine Tochter jemals wiedersehen wird. Und die Situation überfordert ihn total, da er wahrscheinlich gar nicht richtig weiß, was er eigentlich fühlen soll. Ich glaube, dass er erst ein wenig auftauen muss, um das alles verstehen zu können.


    Ich hoffe, dass der Vater nach und nach besser mit der Situation zurecht kommt. So Situationen, wo er ein Niesen vorgetäuscht hat, damit Angie ihn nicht berührt, sind für alle Beteiligten ziemlich unangenehm.

  • Das Thema des Buches ist wirklich sehr interessant und die Geschichte derart packend, dass ich das Buch gestern gar nicht mehr aus den Händen legen konnte.
    Der Schreibstil ist wirklich sehr ansprechend und ich habe das Gefühl, dass dies ein ganz besonderes vielschichtig angelegtes, wenn auch thematisch schwieriges Jugendbuch ist.
    Der Titel "Scherbenmädchen" gefällt mir übrigens sehr gut und passt hervorragend – ich hoffe nur, dass es Angie mit der Psychologin gelingen wird sich wieder zu einem Ganzen zusammensetzen und ihr Leben meistern zu können.


    Das Schicksal von Angie geht einem sehr nahe – unfassbar als 13-jähriges Mädchen einfach von einem Unbekannten verschleppt und gefangen gehalten zu werden.
    Die Tragweite der zurückliegenden Geschehnisse erfährt man stückchenweise erst durch die medizinische Untersuchung und später dann durch die Psychologin.
    Welche Torturen muss dieses Mädchen die 3 Jahre durchlebt haben? Grausig was der Arzt bei der Untersuchung festgestellt hat...


    Ganz zu Anfang hatte ich noch vermutet, dass Angie eventuell Drogen verabreicht bekommen und deshalb eine retrograde Amnesie hat – Blut zu Untersuchung wurde ihr glaube ich nicht abgenommen oder?
    Erst am Ende des Abschnitts ist mir dann aber erst richtig klar geworden, dass Angies gespaltene Persönlichkeit offenbar bereits vorher angelegt war, denn schon bei der Entführung wird sie ja eingeladen sich aus dem Jetzt zu flüchten.
    Hat sie zuvor etwa auch schon traumatische Erlebnisse gehabt und sich schon viel eher in multiple Persönlichkeiten aufgespalten, die sie als Ausweg vor schlimmen Erlebnissen haben flüchten lassen?


    Ganz schön heftig sich mental als 13-Jährigezu fühlen aber sich bereits im Körper einer 16-Jährigen zu befinden und 3 Jahres seiner Jugend verloren zu haben.
    Wie es Angie wohl gelingen wird, sich in den Alltag wieder einzufinden und zugleich ihre Traumata aufzuarbeiten.
    Ganz unproblematisch ist der Umgang mit den Eltern ja nicht - vor allem der Vater hat mich mit seinem abweisenden Verhalten sehr irritiert.
    Ich habe aber das Gefühl, dass sie bei der Psychologin in guten, kompetenten Händen ist.


    Sehr gruselig finde ich auch diese Klingenkonstruktion, die Angie in den Plastiktüte mit ihren Habseligkeiten mitgebracht hat.
    Ich glaube kaum, dass der Mann sie freiwillig hat gehen lassen, sondern gehe davon aus, dass da etwas sehr Dramatisches vorgefallen sein muss.
    Ob sie ihn schwer verletzen konnte oder sogar getötet hat um flüchten zu können?


    Den Ring mit der Gravur finde ich auch sehr schockierend – dieser gestörte Mann hat Angie quasi als seine kleine Ehefrau in Sklaverei gehalten?
    Mit dem Ring blitzen zumindest einige Erinnerungen auf, mal sehen was da die nächste Zeit noch alles hochkommen wird.
    Im bin sehr gespannt auf die Enthüllungen im nächsten Abschnitt ...


  • Bei diesem Zitat hatte ich eher das Gefühl, daß sie so etwas Ähnliches schon einmal erlebt hat.


    Den Eindruck hatte ich allerdings auch - sie ahnt bereits was ein Mann mit dem "fast vertrauten Hunger" in den Augen von ihr will.


    Einen kurzen Moment lang habe ich ja auch an den Vater als möglichen Täter gedacht, weil er sich so sonderbar verhält, aber das müsste bestimmt schnell ans Licht kommen, weil ihn ja dann alle Persönlichkeiten kennen. Oder nicht? In jedem Fall glaube ich, dass sich der Täter im nahen Umfeld des ehemals dreizehnjährigen Mädchens finden wird.


    Ah ich lese gerade, dass es nicht nur mir so gegangen ist.
    Kurz hatte auch ich den Verdacht, dass sie von ihrem Vater in ihrer Kindheit missbraucht worden ist, weil er sich so seltsam benommen hat.
    Aber ich denke auch, dass da sicher auch noch viele andere in ihrem Umfeld infrage kommen, die die Gelegenheit hatten sich an ihr zu vergreifen, wobei dies sicher über lange Zeit so gegangen ist, sonst hätte sich diese Persönlichkeits-Aufspaltung zu ihrem Schutz ja nicht entwickelt.



    Mein erster Gedanke war auch, daß sie ihn umgebracht hat. Aber hätte sie dann nicht irgendwo Blut an sich haben müssen, oder hätte dann nicht zumindest ihr gebasteltes Messer irgendwo Blut haben müssen.


    Da hast du auch wieder recht - es ist ja eher unwahrscheinlich, dass sie sich nach solch einer Tat nach in Ruhe umgezogen hat und das Messer gereinigt hat.
    Ich bin sehr gespannt, wie ihr die Flucht gelungen ist, denn offenbar war sie ja fast immer irgendwie angekettet.


    Zitat

    Wahrscheinlich hat eine Persönlichkeit sogar so etwas wie "Liebe" für ihren Peiniger empfunden und deswegen legt sie den Ring nicht ab.


    Daran habe ich auch schon gedacht, dass bestimmt eine ihrer Persönlichkeiten einen engeren Bezug zu ihm hatte, da sie sonst ihr Martyrium ja nicht durchgestanden hätte. Dies war dann sicher ihre angepasste Hausmütterchen-Rolle, die sie zu spielen hatte.



    Wieso kommst Du darauf, daß er sie frei gelassen hat?


    Zu Anfang hatte ich dies auch gedacht. Aber das beruht eher auf der Anfangsszene mit der männlichen Stimme, die "Geh jetzt zurück" sagt und die man ohne Vorwissen ja noch nicht so recht einordnen kann.
    Ich bin mir mittlerweile auch recht sicher, dass sie eine männliche Beschützerfigur unter den verschiedenen Persönlichkeiten hatte, die sie nun darin bestätigt wieder als Angie ins Leben zurückzukehren.


  • Bei diesem Zitat hatte ich eher das Gefühl, daß sie so etwas Ähnliches schon einmal erlebt hat.


    Da diese Frage hier von vielen gestellt wurde und ich so unbewußt noch was anders als die hungrigen Augen für das aufkommen dieser Vermutung verantwortlich machte, habe ich nochmal nachgelesen. Es gibt da noch die Aussage: ...hörtest du die helle Stimme eines kleinen Mädchens rufen: "Schnell, versteck dich!" Die Erinnerung kommt also scheinbar aus ihrer Zeit als Kind. Wenn es den Vater betrifft (hoffentlich nicht!) dann würde das viel erklären.

  • Wow, an den Vater hatte ich bisher ja überhaupt nicht gedacht. Das wäre wirklich... sehr schlimm!


  • Puh, gruselige Vorstellung, dass einem einfach 3 Jahre fehlen. Und das als Teenager, wo diese Jahre ja so entscheidend sind, man sich so massiv entwickelt! Das ist ja was anderes, als wenn man nun 38 statt 35 wäre :zwinker:


    Das stimmt! Ansich ist Angie ja nach wie vor eine 13 Jährige, da ihre Persönlickeit für drei Jahre pausiert hat. Also eine 13-Jährige in dem Körper einer 16-Jährigen.


    Er scheint sich sehr in den Fall reingehängt zu haben und damit hatten sie sicher viel miteinander zu tun. Aber mir ist zwischen ihm und der Mutter doch fast ein bisschen viel Nähe.


    Den Gedanken hatte ich auch schon.



    Wieso kommst Du darauf, daß er sie frei gelassen hat?


    Das war, bevor ich geschnallt habe, dass nicht er, sondern eine der anderen Persönlichkeiten zu Angie gesprochen hat :redface:

  • So nach den krassen Stürmen der letzten Tage komme ich endlich zum Posten. Ich habe viel gelesen, aber das Internet wollte irgendwie nie so wie ich. Das Forum hat sich bei mir nie geladen :heul: Dabei hätte ich schon zu den Abschnitten was posten wollen! Nunja, dafür geht es nun jetzt ja endlich :) Und dafür kann ich ja eure Beiträge jetzt lesen :)


    Ich finde die Thematik der multiplen Persönlichkeiten sehr interessant. Ich glaube, ich habe bisher noch kein Werk mit diesem Thema gelesen :) Umso gespannter war ich natürlich. Der Titel "Scherbenmädchen" ist dann natürlich gerade in diesem Zusammenhang gesehen sehr passend! Das gefällt mir sehr sehr gut.


    Ich glaube aber auch, dass wir hier eine sehr heftige Geschichte vor uns haben. Einerseits hat Angie ja 3 Jahre ihres Lebens verloren/vergessen und diese Entführung ist ja nicht nur eine Entführung, Missbrauch spielt da auch eine Rolle. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass Angie so leiden muss und solche Konsequenzen trägt.


  • Ich musste mich gestern abend wirklich zügeln, daß Buch nicht in einem Rutsch durchzulesen. So fesselnt, spannend und berührend war es beim Lesen. Mir fällt es immer schwer, bei solchen Büchern zu sagen, daß es mir gut gefällt. Da das Thema als solches nicht unbedingt ein gefällt mir Thema ist. Ich finde es auf alle Fälle vom Thema her gut geschrieben.


    Ich verstehe was du meinst :) Einerseits glaube ich ja auch, dass ich das Buch mögen könnte, aber andererseits bin ich noch etwas skeptisch. Es könnte sein, dass es mir irgendwann alles zu psychologisch wird und mir dann die Action/Spannung fehlt. Aber das wird sich noch herausstellen :)



    Erst am Ende des Abschnitts ist mir dann aber erst richtig klar geworden, dass Angies gespaltene Persönlichkeit offenbar bereits vorher angelegt war, denn schon bei der Entführung wird sie ja eingeladen sich aus dem Jetzt zu flüchten.
    Hat sie zuvor etwa auch schon traumatische Erlebnisse gehabt und sich schon viel eher in multiple Persönlichkeiten aufgespalten, die sie als Ausweg vor schlimmen Erlebnissen haben flüchten lassen?


    Ahh jetzt wo du das so schreibst verstehe ich das auch endlich (ich bin ein Spätzünder wie mir scheint :D)! Ich hab mich schon gewundert was das bei der Entführung genau bedeutet hat und was damit gemeint gewesen ist. Aber du hast recht, es kann gut sein, dass sie dort schon seelisch zerrüttet war!



    Wie es Angie wohl gelingen wird, sich in den Alltag wieder einzufinden und zugleich ihre Traumata aufzuarbeiten.


    Da muss ich ja auch oftmals sehr an Natascha Kampusch denken. Sie hat ja auch mit Hilfe ihrer Psychologen die ganzen Ereignisse verarbeitet und scheint ja nun ihr Leben irgendwie zu meistern (obwohl wir ja nie wirklich wissen können, wie es da nun genau aussieht).


  • Ich verstehe was du meinst :) Einerseits glaube ich ja auch, dass ich das Buch mögen könnte, aber andererseits bin ich noch etwas skeptisch. Es könnte sein, dass es mir irgendwann alles zu psychologisch wird und mir dann die Action/Spannung fehlt. Aber das wird sich noch herausstellen :)


    Ich kann jetzt nur von mir reden, aber ich fand es absolut nicht zu psychologisch und es hat sich trotzdem wie nix weggelesen. Einfach, weil ich unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte endet.

  • Mir hätte ein wenig mehr Psychologie tatsächlich gut gefallen, muss ich gestehen. :winken:


  • Mir hätte ein wenig mehr Psychologie tatsächlich gut gefallen, muss ich gestehen. :winken:


    Wirklich? :) Ich weiß immer nicht so recht, ob mir das dann nicht zu belastend wird oder gar zu trocken. Einerseits ist es ja spannend mehr über die Psyche zu erfahren, aber andererseits kommt es natürlich auch darauf an, wie es berichtet/erzählt wird. Wenn es gut verständlich ist, dann gerne ;) :D

  • Skyline :


    Es müssen ja nicht alle Gehirnareale und alle Neuronen benannt werden, aber ein paar grobe psychologische Fakten hätten dem Buch nicht geschadet, denke ich.
    Man kann die Psychologie auch alltagsnahe und nicht langweilig rüberbringen. Die Vorlesungsunterlagen meines Mitbewohners sind wirklich öde, aber angewendet auf konkrete Beispiele ist das etwas ganz Anderes und sehr spannend.

  • Mir hätte es schon gereicht, wenn nichts Falsches geschrieben worden wäre. Dramatik hin oder her, es entsteht ein falscher Eindruck und das finde ich gerade bei Jugendlichen nicht schön.
    Ansonsten wäre mehr Psychologie sicher nicht schlecht. Wenn ich an die Bücher von Andrea Jolander denke, wo es nur um Psychologie geht und die so viel Witz und Unterhaltungswert haben, ohne falsche Dramatik, dann weiß ich, dass es ginge.