Lucy Clarke - Der Sommer, in dem es zu schneien begann

Bitte achtet auf euch und eure Lieben! Lasst euch warnen von der Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes - bleibt gesund!

Aber wer jetzt hier weiter Panik verbreitet, bekommt eine Zwangs-Forenpause verordnet!

Es gibt 22 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Valentine.

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    Evas Liebesgeschichte gleicht einem Märchen. Sie begegnet Jackson auf einem Flug. Sie unterhalten sich, verabreden sich, verlieben sich und heiraten kurz darauf. Alles scheint perfekt. Doch dann wird Jackson eines Morgens beim Angeln von einer Welle ins Meer gespült und taucht nicht mehr auf. In Eva bricht eine Welt zusammen. Tiefe Trauer hüllt sie ein. So beschließt sie in die Heimat ihres Mannes nach Tasmanien zu reisen um dort dessen Familie und Freunde kennenzulernen und mehr über seine Vergangenheit zu erfahren. Bislang hatte Eva lediglich Kontakt zu Dirk, Jacksons Vater. Eva hofft auf Nähe und Mitgefühl, doch vor Ort trifft sie auf eine Mauer des Schweigens und abweisende Menschen. Aber Eva bleibt hartnäckig und erfährt Stück für Stück Dinge, die sie niemals für möglich gehalten hätte. Jackson war ihr Mann, aber es scheint als habe sie einen anderen Mann gekannt als den, der er in seiner Heimat gewesen zu sein scheint.


    Lucy Clarke hat hier eine Geschichte zu Papier gebracht, die zu begeistern versteht. Keine Seite ist hier überflüssig und der Leser darf hautnah alle emotionalen Hochs und Tiefs miterleben, die Eva durchlebt. Immer wieder geht es ihr besser und dann auch wieder schlechter, denn die Vergangenheit Jacksons öffnet sich ihr nur häppchenweise und verdrängt jedes Mal aufs Neue alle die schönen Dinge, die Eva dennoch in Tasmanien und auf einer kleinen zugehörigen Insel erlebt. Dabei lernt man ganz nebenbei auch die Schönheit des Landes kennen und darf gemeinsam mit Eva eintauchen in das Meer und dort die verschiedensten Fische und Lebewesen beobachten und so bis zum nächsten Auftauchen einfach alles vergessen. Aber dann drängt die Realität sich mit aller Gewalt zurück in die Gedanken.


    „Der Sommer, in dem es zu schneien begann“ ist der Auslöser für Jacksons Verhalten und die Grundlage für eine fantastische Geschichte voller großer Emotionen und Naturbeschreibungen. Während des Lesens hatte ich das Gefühl in Tasmanien zu weilen, das Meer zu riechen, die Wellen zu spüren und die Unterwasserwelt mit eigenen Augen zu sehen. Ein Buch über die Liebe, die Trauer und das Vergessen und über die Möglichkeit eines Neuanfangs. Ich kann dieses Buch wirklich nur wärmstens empfehlen.


    5ratten

    Lesen ist meine Leidenschaft

  • Meine Meinung zum Buch:


    Titel: Schmerz auf Zeit...


    Die Autorin konnte mich vor einigen Jahren bereits mit ihrem Roman „Die Landkarte der Liebe“ begeistern und so war ich immens gespannt wie denn nun ihr neuer Roman sein würde. Meine Erwartungen waren sehr hoch, wurden aber auch mehr als erfüllt.


    Ein beobachtender Erzähler, der Überblick über alle handelnden Personen und Ereignisse hat, leitet uns durch die Geschichte.


    Hier lernen wir Eva kennen, die in Jackson die Liebe ihres Lebens findet. Mit der Hochzeit ist das Glück perfekt, doch dann verliert Eva ihren Liebsten durch einen Unfall auf See und nichts ist mehr wie es war. Kann sie ihre Trauer überwinden und einen Neuanfang wagen? Und vor allem was steckt hinter dem komischen Verhalten seiner Familie?


    Lucy Clarke hat so einen zauberhaften Schreibstil, dass man kurzerhand alles um sich herum vergisst und für den Leser nur noch die Geschichte zählt. Hierbei geht sie sehr gefühlvoll mit den Protagonisten und dem Leser um.


    Eva nimmt einen als Charakter sofort gefangen. Da ich selbst noch nicht solange verheiratet bin, konnte ich mich sehr gut in sie einfühlen und mir annähernd vorstellen wie schlimm das sein muss und wie sie sich fühlt. Als Leser nimmt man Anteil an dem Gefühlschaos der Protagonistin und ergründet mit ihr gemeinsam welches Geheimnis hinter Jacksons Familie steckt.


    Mir hat besonders gefallen, dass man sich die Landschaft Tasmaniens und das ganze Drumherum richtig gut vorstellen konnte. Der Geruch nach Fisch und das Salz des Meeres haben mir förmlich in der Nase gekitzelt.


    Fazit: Ein unglaublich intensives Buch, das ich sehr gern weiterempfehle. Sehr emotional und berührend.


    Bewertung: 5ratten und :tipp:

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)

  • Lucy Clarke - "Der Sommer in dem es zu scheien begann" - PIPER Paperback


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    Liebe auf den ersten Blick im Flugzeug:
    Auf der Heimreise nach London, lernt Eva den coolen Jackson Bowe kennen. Ihr netter Sitznachbar hat sich ihr schneller vorgestellt, als das er ihre Hand schütteln kann, loslassen will er sie auch nicht mehr. Es ist als würden sie sich schon seit ewigen Zeiten kennen. Mit "Ewigkeiten" kennt sich Jackson gut aus, er ist Meeresbiologe. Eva zeigt dem charmanten Mann ihr London und seitdem sind die beiden ein Herz und eine Seele, wer will sie trennen, denn nicht der Tod..er geht angeln und kehrt nicht mehr zurück, das Meer gibt ihn nicht mehr her. Eva verliert sich in ihrer Trauer und reisst die Tage ab, wie ein Kalenderblatt.
    ---
    Nach einem Monat beschliesst Eva, die ihr unbekannte Familie ihres Mannes aufzusuchen, eine Insel im Südpazifik, Tasmanien. Eva mietet sich in einem kleinem Hotel ein und geht ein paar Wege, die sie bestimmt zusammen gegangen wären, fast greift sie nach seiner unsichtbaren Hand.. Sie sieht die Schönheit der Natur, aber sie erschliesst sich ihr nicht. Wie in Trance steht sie
    irgendwann vor ihres Schwiegervaters Haustür, sie hat sich nicht angekündigt, sie wird nicht erwartet, was ihr in dem Moment klar wird, als sich die Tür öffnet..Der Witwer plaudert ein wenig in Whiskey-Laune, verschweigt aber mehr. Jacksons Bruder Saul zu besuchen, soll sie sich aus dem Kopf schlagen, sie nimmt natürlich trotzdem die Fähre zu der kleinen Insel und lernt den mysteriösen und wortkargen Saul kennen, er sieht aus wie Jackson.. 4 Jahre war Funkstille zwischen den Brüdern. Warum nur, fragt sich Eva und zieht in eine kleine Strandhütte, brechende Wellen reflektieren ihre Sehnsucht..


    Auch wenn ihr Mann in England den Tod fand, und nichts mehr zusammenpasste, hier stimmt etwas ganz und gar nicht, jeder Yard den sie abläuft, flüstert ihr ein Geheimnis zu - in einer ihr unbekannten Sprache.
    Sie hat soviele Fragen, soll aber keine stellen. Warum soll sie mit keinem sprechen? Wer ist der Mann, den sie geheiratet hat? Was geschah in dem Sommer, in dem es zu schneien begann?
    Lucy Clarke hat eine starke Poesie - leicht wie Luft, wunderschön, natur-romantisch und spannend! Definitiv ein Buchtipp 2015!


    Danke an Literaturschock und an Piper Paperback, ich habe es sehr gerne gelesen und kann es guten Gewissens weiterempfehlen!
    Liebe Grüße, SABO


    5ratten

    Einmal editiert, zuletzt von SABO ()

  • INHALT
    Abrupter kann das Schicksal kaum zuschlagen: Als Eva nur wenige Monate nach der Hochzeit ihren Mann durch einen Unfall auf See verliert, erstarrt sie vor Schmerz. Ihr gerade erst begonnenes Leben als glückliche Ehefrau soll schon zu Ende sein? Eva fühlt sich völlig allein in ihrer Trauer und reist nach Tasmanien, um Trost bei Jacksons Angehörigen zu finden. Doch so bezaubernd die australische Insel ist, so abweisend verhält sich Jacksons Familie. Warum nur wollen sein Vater und sein Bruder partout nicht über ihn sprechen? Auf Eva warten schockierende Wahrheiten, die sie zu einem schicksalhaften Sommer in der Vergangenheit führen - dem Sommer, in dem es zu schneien begann.
    (Quelle Piper Verlag)


    MEINE MEINUNG
    Nach ihrem äußerst erfolgreichen Debütroman „Die Landkarte der Liebe“ ist der englischen Autorin Lucy Clarke mit „Der Sommer, in dem es zu schneien begann“ erneut ein sehr bewegender und vielschichtiger Roman gelungen. In ihrer emotional aufwühlenden und sehr spannungsvollen Geschichte rund um die junge Witwe Eva und ihrer schmerzlichen Spurensuche nach den Wurzeln ihres Ehemanns Jackson hat Clarke die Themen Liebe, Freundschaft, Vertrauen, Verlust und Verrat sehr geschickt miteinander verwoben. So weist der Roman zudem eine gewisse Tiefe auf und regt den Leser zum Nachdenken an.
    Lucy Clarkes Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm zu lesend. Der Roman wurde in der dritten Person geschrieben und erzählt aus unterschiedlichen, sich abwechselnden Perspektiven. Eingestreut in sind zudem kursiv gedruckte Passagen, die aus der Sicht des verstorbenen Ehemanns von Eva verfasst wurden und Details enthalten, die große Rätsel aufgeben und sich nur schwer einordnen lassen.
    Sehr lebendig, lebensnah und facettenreich hat die Autorin ihre sympathische Hauptfigur Eva mit ihrem liebenswerten Charakter gezeichnet. Clarke beschreibt sehr realistisch und glaubwürdig, wie Evas Leben durch Jacksons tragischen Ertrinkungstod nur acht Monate nach ihrer Hochzeit völlig aus den Fugen gerät und sie durch den plötzlichen Verlust ihrer großen Liebe am Boden zerstört ist. Durch ihren bildhaften, einfühlsamen und mitreißenden Erzählstil gewährt die Autorin dem Leser Einblicke in die Gefühlswelt der Protagonistin, wodurch man sich gut in Eva hineinversetzen und ihr Handeln nachvollziehen kann. Sehr stimmungsvoll hat die Autorin Evas wundervoll entspannenden Momente am Meer und beim Tauchen beschrieben, die sie zur Ruhe kommen lassen und dazu bringen, sich über ihr zurückliegendes Leben mit ihrem Mann Gedanken zu machen und ihre kurze gemeinsame Zeit zu beleuchten.
    Hervorragend ausgearbeitet sind auch viele der Nebencharaktere, wie der anfangs so unnahbare und sehr undurchsichtige Saul, Jacksons abweisender Vater Dirk aber auch Evas beste Freundin, die quirlige Callie, die das Herz am rechten Fleck hat und Eva in der schweren Zeit beisteht.
    Was diesen Roman in besonderem Maße spannend macht, ist, dass neben der bewegenden Handlung um Jacksons Tod und Evas tiefer Trauer sich mit der Häufung unerklärlicher Vorgänge allmählich ein packender Thriller zu entwickeln beginnt. So wird der Roman zunehmend zu einem temporeichen Page-Turner, den man nicht mehr aus der Hand legen kann, da man unbedingt erfahren möchte, was als nächstes geschieht und was hinter all den seltsamen Geschehnissen und verstörenden Enthüllungen zu Jacksons Vorleben steckt. Somit gelingt es der Autorin die Spannung von der ersten bis zur letzten Seite immer mehr zu steigern. Schließlich überschlagen sich die Ereignisse, bis das große Geheimnis um Jacksons Tod gelüftet wird.
    Gekonnt entführt die Autorin den Leser zu einer spannenden, abenteuerlichen Reise ins faszinierend exotische Tasmanien und die wilde Schönheit dieser Insel. Die detaillierten Landschaftsbeschreibungen sowie Evas Erlebnisse beim Tauchen in der atemberaubenden Unterwasserwelt Tasmaniens stellen eine Bereicherung der Geschichte dar und vermitteln ein wundervolles Urlaubsfeeling.


    FAZIT
    Ein wundervoll geschriebener, bewegender und vielschichtiger Roman.
    Eine sehr empfehlenswerte Lektüre, die bis zur letzten Seite äußerst fesselnd und unvorhersehbar bleibt.


    5ratten

  • War diese Ehe auf Lügen aufgebaut?


    Eva und ihr Mann Jackson sind anlässlich ihres Geburtstages zu Besuch bei Evas Mutter in Dorset. Der Morgen ist stürmisch und das Meer schlägt hohe Wellen, trotzdem nimmt Jackson sein Angelzeug und verlässt das warme Bett und seine Ehefrau um sich auf die
    Klippen zu stellen und zu angeln. Wenig später gilt Jackson als vermisst – er ist auf den Klippen ausgerutscht und eine Welle hat ihn ins Meer gespült. Bei den aktuell herrschenden Wassertemperaturen ist das der sichere Tod.


    Eva und Jackson sind gerade mal 2 Jahre verheiratet und sie hatten noch so viele Pläne für ihr weiteres Leben. Unter anderem wollten sie Jacksons Heimat Tasmanien besuchen. Nun macht sich Eva alleine auf den weiten Weg, aber bei Jacksons Vater Dirk und seinem Bruder Saul stößt sich nicht auf große Sympathien. Beide gehen ihr aus dem Weg und meiden das Gespräch über Jackson.


    Welches Geheimnis versuchen sie vor Eva zu verbergen?


    Meine Meinung:


    Über eine Vorablesen-Aktion bei http://www.literaturschock.de kam ich in den Genuss dieses Buch schon vor Erscheinungstermin lesen zu dürfen. Ich empfinde das noch immer als großes Privileg; Ein Buch zu lesen, das es noch gar nicht gibt. Vielen Dank dafür!!


    Im Prolog lernen wir Jackson kennen und der Leser begibt sich gemeinsam mit ihm zu den Klippen um zu angeln. Jacksons Handy klingelt und er geht davon aus, dass es seine Frau Eva ist, die ihn dazu auffordern möchte wieder zurück ins warme Bett zu kommen. Als er das Gespräch entgegen nimmt ist es jedoch nicht seine Frau. Ist der/die Anrufer/in der Grund warum Jackson unachtsam wird und auf den Klippen ausrutscht??


    Dann schwenkt die Geschichte um zu Eva.
    Sie erfährt vom Tod ihres Mannes und versucht das irgendwie zu verarbeiten. Gott sei Dank hat sie ihre Mutter und beste Freundin Callie, aber Trauerarbeit muss man nun mal alleine leisten, da kann einem nicht wirklich jemand dabei helfen. So entschließt Eva sich nach Tasmanien zu fliegen um die Familie ihres Mannes kennen zu lernen und zu sehen wo Jackson geboren und aufgewachsen ist.


    Die Geschichte wird aus Sicht einer dritten Person erzählt aber hin und wieder gibt es am Ende eines Kapitels Einblendungen der Gedanken von Jackson in der Ich-Form – und auf Seite 38 bekommt der Leser einen kleinen Einblick darin, dass Jackson seiner Eva gegenüber nicht immer ehrlich war. Aber warum?


    „Ich hätte Dir gerne jeden einzelnen Winkel von Tasmanien gezeigt, weil ich weiß, dass du dich in die kleine Insel im Meer sofort verliebt hättest. Die Wahrheit ist aber, Eva, dass ich nie die Absicht hatte, mit dir dorthin zu fahren. Wie könnte ich?“


    Von dieser Seite an hat es mich brennend interessiert zu erfahren was Jackson tatsächlich passiert ist und wie Eva das herausfinden wird. Ich hab das Buch nicht mehr aus der Hand gelegt, bis zum Schluss.


    Bei Jacksons Vater Dirk und seinem Bruder Saul wird Eva nicht mit offenen Armen empfangen, im Gegenteil. Sie stößt auf ziemliche Ablehnung. Eva hat permanent das Gefühl, dass die beiden etwas vor ihr verheimlichen und obwohl sie durch ihren gerade erlebten Verlust sehr empfindlich und verwundbar ist, besitzt sie jede Menge Beharrlichkeit um zu erfahren was sie erfahren muss. Dirk und Saul würden Eva gerne früher als später im Flugzeug sitzen sehen, zurück nach England, aber Eva lässt sich nicht abwimmeln.


    Nach und nach findet sie die schockierende Wahrheit heraus und am Ende hat sie ein ganz klares Bild davon, wie ihr Leben in Zukunft weitergehen soll.


    Ein sehr schönes, aber auch bewegendes Buch, mit sehr schön ausgearbeiteten Charakteren. Alle entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter. Dirk, Saul und Eva finden irgendwie einen Zugang zueinander, die Freundschaft zwischen Eva und Callie bekommt zwischendurch auch mal einen Knacks, so wie im richtigen Leben, und die Handlungen der Personen sind für mich nachvollziehbar.


    Die Geschichte ist nicht rasend spannend aber alleine durch die Tatsache, dass ich wissen wollte wie sich alles aufklärt, war das Buch für mich so etwas wie ein Magnet – ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen bis ich auf der letzten Seite angekommen war.

    Viele Grüße Babsi

  • Inhalt
    Die 29-jährige Eva ist seit 10 Monaten mit ihrem Mann verheiratet, den sie vor zwei Jahren kennengelernt hat. Er ist die Liebe ihres Lebens.
    Doch bei einem gemeinsamen Wochenende am Meer kehrt Jackson von einem morgendlichen Angelausflug nicht zurück. Er ist von den Felsen gestürzt und wurde von den eisigen Fluten und den stürmischen Wellen verschlungen.
    Der Verlust ihres geliebten Mannes reißt ein tiefes Loch in Evas Leben. Sie vermisst ihn jeden Moment und möchte ihre Trauer mit den Menschen teilen, die ihm nahe standen. Deshalb reist sie nach Tasmanien um seine Familie kennenzulernen, die sie bis dahin noch nie gesehen hat. Doch statt auf Mitgefühl stößt sie auf Ablehnung und eine Mauer des Schweigens.
    Warum ist sie nicht willkommen und warum hat Jackson seit Jahren kein Wort mit seinem Bruder gewechselt?


    Meine Eindrücke
    Die Autorin beschreibt eindrücklich Stimmungen und Landschaften, sodass ich direkt in die Handlung eingetaucht bin und mitgefühlt habe. Sie erzählt ausführlich wie es Eva geht und man bekommt einen Eindruck davon, wie es für sie ist einen geliebten Menschen zu verlieren.
    Zitat: Das hatte sie über die Trauer mittlerweile gelernt: Es gibt kein verlässliches Muster, und es wird auch nicht schrittweise besser. Die Trauer verändert sich vollkommen willkürlich. Sie wächst und schrumpft in Wellen und überfällt einen ständig aus dem Hinterhalt.


    Als Gegenstück zu Evas Gefühlen und Erlebnissen kommt ab und zu Jackson am Ende eines Kapitels zu Wort so als würde er ein Gespräch mit Eva führen. Dadurch bleibt seine Figur lebendig und präsent.


    Als Eva in Tasmanien auf der Insel Wattleboon ankommt, wo Jacksons Bruder Saul lebt, wird sie von folgendem Schild begrüßt:
    Bitte legen Sie Ihre Uhr ab und entfernen Sie den Akku aus Ihrem Handy!Sie sind jetzt auf Wattleboon!
    Hier kommt Eva zur Ruhe. Sie lernt Tiefseetauchen und lässt dabei alles hinter sich, vergisst alles um sich herum, taucht sprichwörtlich ab. So ging es mir auch mit dem Buch. Ich bin erst wieder aufgetaucht, als ich es verschlungen hatte.


    Doch immer wieder wird diese Ruhe von Puzzlestücken aus Jacksons Vergangenheit erschüttert und Eva weiß bald nicht mehr was sie glauben soll, wodurch die Handlung immer spannender und fesselnder wird.


    Das Meer spielt immer wieder eine Rolle. Man merkt, dass die Autorin es liebt und bekommt eine Vorstellung davon wie schön und faszinierend dieses Element sein kann, wenn man sich darauf einlässt.


    Die Wellen des Meeres finden sich auf dem schönen Cover wieder. Es ist ein echter Blickfang und fällt sicher vielen Lesern ins Auge.


    Fazit: Ein gefühlvoller Roman, den man kaum aus der Hand legen mag.


    5ratten


    LG, Aurian

    Einmal editiert, zuletzt von Aurian ()

  • Inhalt:


    Nach nur einem Jahr Ehe stirbt Evas Mann bei einem Unfall. Die junge Frau braucht Abstand von ihrem Alltag und beschließt nach Tasmanien zu reisen, um die Familie ihres verstorbenen Mannes endlich kennenzulernen und um zu erfahren, wie Jackson aufgewachsen ist. Doch schon bald merkt sie, dass sie bei Jacksons Familie nicht willkommen ist und spürt, dass hier irgendetwas nicht stimmt.


    Meine Meinung:


    Ich habe das Buch in nur einer Nacht verschlungen. Während der ersten paar Seiten war ich noch gar nicht so überzeugt, aber bald war ich begeistert und wollte/konnte das Buch nicht mehr zur Seite legen.


    Die Geschichte fand ich nicht überdurchschnittlich spannend. Eigentlich weiß man als Leser sehr früh, was passieren wird und man wird hier auch nicht enttäuscht. Das tat dem Lesespaß dennoch keinen Abbruch. Ich konnte mich so gut in die Charaktere einfühlen, weil sie sehr gut dargestellt werden, dass ich alles um mich herum vergessen konnte. Es hat mich nicht so sehr interessiert, wie die Geschichte weitergeht, ich wollte nur einfach in dieser Welt bleiben.


    Tasmanien wird in einer Art beschrieben, dass ich sofort dachte, ich wäre selbst dort. Ich konnte mir alles sehr gut und detailliert vorstellen. Die Beschreibungen der ruhigen und einsamen Orte hatten tatsächlich eine unglaublich beruhigende und entspannende Wirkung auf mich – fast wie ein kleiner Kurzurlaub. Dabei wird das Land nur nebenbei beschrieben. Es gibt keine langatmigen Landschaftsbeschreibungen und Tasmanien spielt keine vordergründige Rolle. Nachdem ich das Buch zur Seite gelegt hatte, fühlte ich mich einerseits so entspannt als wäre ich gerade am Meer gewesen, andererseits hatte ich aber auch große Sehnsucht nach Urlaub und Erholung.


    Das Design des Buches sollte auch noch erwähnt werden, denn es ist wunderschön. Das Cover alleine trifft schon sehr meinen Geschmack, der blaue Druck am Buchschnitt macht es jedoch noch besonderer. Ob der Titel eine gute Wahl ist, sei dahin gestellt. Man erfährt im Laufe der Zeit, was es damit auf sich hat, jedoch finde ich dass der Titel ohne Hintergrundgeschichte anderes vermuten lässt. Ich denke dabei an ein romantisches Buch mit leichtem Fantasytouch. Aber das ist ja nur meine persönlich Assoziation.


    Ich kann leider keine 5 Punkte geben, weil dafür ein paar Überraschungsmomente gefehlt haben. Dennoch verdient das Buch 4,5 Punkte.

  • Lucy Clarke - Der Sommer, in dem es zu schneien begann
    (Piper Verlag, 13.04.2015)
    400 Seiten; € 14.99 (Klappenbroschur)
    ISBN 978-3-492-06012-7
    Originaltitel: A Single Breath



    Eva und und Jackson lernen sich auf einem Flug kennen. Es ist Liebe auf den ersten Blick - als hätten sich die beiden schon ewig gesucht und endlich gefunden. So heiraten die beiden schon bald und ihr Glück scheint perfekt.
    Doch dann wird mit einem Schlag alles anders: bei einem gemeinsamen Wochenendausflug nach Dorset geht Jackson morgens angeln, verunglückt und kehrt nicht wieder zurück. Für Eva stürzt eine Welt zusammen und sie droht an ihrer Trauer zu zerbrechen. So beschließt sie, in die Heimat Jacksons, Tasmanien, zu reisen, seine Familie kennenzulernen und ihm so wieder nahe zu sein... Doch es wird alles anders als erwartet, denn Eva wird nicht - wie erhofft - mit offenen Armen empfangen, im Gegenteil. Besonders vor der traumhaften Kulisse der tasmanischen Insel wirkt die Reaktion von Dirk, ihrem Schwiegervater, und Saul, Jacksons Bruder eigenartig schroff und abweisend.


    Die Autorin Lucy Clarke schafft es mit sehr einfühlsamen Sätzen einen Blick in die Gefühlswelt der Hauptfigur Eva zu gewähren. Eine junge Frau, die auf der Suche ist - auf der Suche nach der Vergangenheit ihrer großen Liebe Jackson, eine Suche nach dem, was hätte sein können und danach, wie das Leben nun weitergehen kann. Doch nicht nur die ruhige Art, mit der Lucy Clarke von der Reaktion einer Person auf den Verlust eines geliebten Menschen berichtet, hat mich wirklich gefangen genommen, sondern auch die Spannung, die sich nach und nach aufbaut, denn Eva begreift bald, dass Jackson nicht immer so ehrlich war wie sie angenommen hatte. Doch wer beantwortet nun all ihre Fragen? Wer erklärt ihr, wer Jackson war und was er ihr verschwiegen hat? Hier wird das Buch wirklich packend und ich habe wie gebannt gelesen und dabei fiel es mir unheimlich schwer, es zwischendurch aus der Hand zu legen.
    Lucy Clarke hat ein tolles Gespür für ihre Figuren, die sie allesamt so glaubhaft und mit Tiefgang gezeichnet hat. Mich hat vor allem Evas Trauer sehr berührt: ich konnte mit ihr mitfühlen und habe mich gefreut, als sie endlich wieder ein wenig zur Ruhe kommt. Vor allem da es mir selbst ein bisschen so ging, denn ich war in der Beschreibung des Meeres und der teilweise sehr einsamen Orte Tasmaniens sehr vertieft. Ebenso konnte ich ihren Drang, der Vergangenheit Jacksons auf den Grund zu gehen, verstehen, denn ich stelle es mir sehr schwierig vor, nach dem Tod des eigenen Mannes zu erfahren, dass man als seine Partnerin lange nicht alles wusste. Stellt sich da nicht alles auf den Kopf? Stellt man dann nicht plötzlich alles in Frage?
    "Der Sommer, in dem es zu schneien begann" besticht nicht durch eine rasante und 'laute' Erzählweise, sondern durch einen gefühlvollen Blick auf seine Figuren und die großartigen Beschreibungen von Landschaft und Meer Tasmaniens, die irgendwie beruhigend und entschleunigend wirken. Das Wort Trauerarbeit finde ich meist sehr schwierig, aber hier begleitet man Eva eben auch beim Versuch, mit ihrer Trauer zu leben, den Verlust zu begreifen und den verlorenen Menschen zu verstehen. Dabei entsteht langsam eine Möglichkeit für einen Neuanfang, die mich bewegt hat.


    Fazit: Eine einfühlsame Geschichte über Trauer, verbunden mit großartigen Landschaftsbeschreibungen, die mich an vielen Stellen beinahe das Meer haben riechen haben lassen... Die Autorin Lucy Clarke versteht es, ein schwieriges Thema gekonnt zu 'verpacken': spannend, atmosphärisch und einfach klug und durchweg liebevoll erzählt. Eine absolute Leseempfehlung!


    5ratten und ein glasklarer :tipp:

    Liebe Grüße

    Tabea

  • Das fällt sonst gar nicht in mein Beuteschema, aber ihr habt mich so neugierig gemacht, dass ich es mir heute zugelegt habe. :breitgrins:

  • Mich reizt es nach all den guten Rezis auch sehr.

    The west-winds blow, and, singing low,
    I hear the glad streams run;
    The windows of my soul I throw
    Wide open to the sun.

    (John Greenleaf Whittier)




  • Ich bin noch nicht weit (< 100 Seiten), aber es liest sich überaus angenehm. Bisher kommt mir die Handlung noch sehr seicht vor, aber ich hoffe, das ändert sich schnell.

  • Zum Inhalt habt ihr in euren schönen Rezis schon genügend geschrieben, daher nur kurz mein Eindruck:


    Endlich mal wieder ein richtiger Pageturner! Innerhalb eines Abends habe ich den Großteil des Buches verschlungen, denn die wundervolle Atmosphäre, die Lucy Clarke hier schafft, nimmt einen von der ersten Seite an gefangen und lässt einen bis zum Ende nicht mehr los. Auf sehr gefühlvolle, aber niemals weinerliche oder kitschige Weise schildert die Autorin das schwere Schicksal von Eva, deren Mann Jackson beim Angeln von einer Welle erfasst und auf den Atlantik hinausgetrieben wird. Seine Leiche wird nie gefunden, was Evas Trauerarbeit noch erschwert. Jacksons Familie hat sie nie kennen gelernt, also macht sie sich auf den Weg in deren Heimat Tasmanien. Kaum dort angekommen, wird sie kühl empfangen, und schon bald erfährt sie erste Ungereimtheiten, die Jacksons Vergangenheit betreffen. Hat sie ihren Mann gar nicht richtig gekannt? Schritt für Schritt versucht sie, mehr herauszufinden, und gerät dabei in einen erschreckenden Sumpf aus Lügen. Ich konnte mich gut in die sympathische Eva hineinversetzen, und auch die Charakterzeichnung der anderen Personen fand ich schlüssig und gut. Als Einschübe lesen wir zwischendurch immer wieder Jacksons Gedanken, und nach und nach setzt sich das Puzzle zusammen. Vorhersehbar fand ich die Handlung in gewisser Weise schon, doch letztendlich ist die Entwicklung nur folgerichtig und logisch,


    Gut gefiel mir dann die Entwicklung der Handlung, nachdem das große Geheimnis gelüftet ist, und auch die letzten Zeilen haben mich dann wieder milde gestimmt - ein unkitschiges Ende, zum Glück.


    Zur Gestaltung des Buches: das blaue Wellendesign am Buchschnitt hätte in meinen Augen nicht Not getan. Es hat mich beim Lesen ziemlich irritiert.


    Insgesamt vergebe ich aufgrund der starken Atmosphäre und der Sogwirkung des Buches


    4ratten

  • England: Eva und Jackson sind noch kein ganzes Jahr verheiratet, als Jackson beim Angeln verunglückt und ertrinkt. Eva ist am Boden zerstört. Sie reist nach Tasmanien, um dort Jacksons Familie zu treffen, die sie bisher noch nicht kennengelernt hat. Doch das Kennenlernen gestaltet sich anders als erwartet, und Eva stößt auf eine Wand der Geheimnisse.

    Mein Leseeindruck:

    Da ich über „Die Landkarte der Liebe“ bereits viel Gutes gehört habe, war ich sehr neugierig darauf, das neue Buch von Lucy Clarke zu lesen. Und ich muss sagen, dass mich die Geschichte von Eva und Jackson sehr berührt hat. Auch hat mich das Buch sehr überrascht, denn es gibt in dieser Geschichte so viele Wendungen und unvorhersehbare Ereignisse, dass es wirklich von Anfang bis Ende fesselnd ist. Mit Eva habe ich mich sehr verbunden gefühlt; ihre Geschichte ist mir wirklich nahegegangen.

    Lucy Clarke hat einen sehr schönen und angenehmen Schreibstil. Das Buch lässt sich flüssig lesen; die Geschichte ist gleichzeitig tieftraurig und doch auch romantisch, einfach sehr bewegend und fesselnd. Auch ist die Geschichte so, dass sie länger im Gedächtnis bleibt, auch nachdem man die letzte Seite gelesen hat.
    Für mich steht auf jeden Fall fest, dass ich weitere Bücher der Autorin lesen möchte, denn mit dem vorliegenden Buch hat sich mich auf jeden Fall überzeugen können!


    5ratten

    Lesen aus Leidenschaft

  • Lucy Clarke - Der Sommer, in dem es zu schneien begann


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    Heute Morgen mit dem Lesen begonnen und bis Seite 80 durchgehalten, dann brauchte ich erstmal eine Pause. So viele Theatralik und Drama auf so wenigen Seiten hält man kaum aus.
    Das junge Ehepaar Eva und Jackson liegt schlafend im Bett. Jackson wacht früh auf, küsst Eva auf die nackte Schulter, atmet noch einmal den vertrauten Geruch ein und geht im Nebel und bei Kälte raus, um zu angeln.
    Später wacht Eva auf, beschließt ihrem Mann eine Thermoskanne mit heißem Kaffee zu bringen. Statt ihrem Mann jedoch findet sie einen Suchtrupp und Augenzeugen bei der Angelstelle am Meer vor, die berichten ein junger Mann sei beim Ertrinken gesehen worden.


    Wie schon im Debüt "Die Landkarte der Liebe" fliegt die Hauptfigur (in diesem Fall Eva) irgendwo Richtung Australien (dieses Mal Tasmanien), um die Vergangenheit (dieses Mal Familiengeschichte) der verstorbenen, verwandten Person (der Ehemann) zu erforschen.
    Und wieder trifft die Hauptfigur auf jemanden, dem man vorher kaum Bedeutung zugesprochen hatte (dieses Mal Vater und Bruder).
    Bei "Landkarte der Liebe" waren es Bali, Reise- und Liebesabenteuer, Schwester und unbekannter Vater. Austauschbares Setting, aber vielleicht kriegt Lucy Clarke ja noch die Kurve.


    Besonders ätzend ist die Übersetzung der Titel. Während aus dem himmlischen Titel "Sea Sisters" eine "Landkarte der Liebe" wurde (obwohl im ganzen Buch keine Landkarte vorkommt), wurde "Der Sommer, in dem es zu schneien begann" aus "A Single Breath". Bisher war noch kein Sommer: Zwar ist es in Tasmanien warm, aber zum Todeszeitpunkt Jacksons in England ist es Winter. Geschneit hat es in der Geschichte auch noch nicht, nur Wiederholungen durch die Autorin.


    Also, bisher bin ich mäßig begeistert. "Sea Sisters" fand ich einfach großartig, wenn auch Cover und Titelübersetzung grausam sind. Dass "A single Breath" nun so dermaßen ähnlich anmutet finde ich einfach schade.

  • Ich sollte eigentlich langsam gelernt haben, mich nicht über dämliche deutsche Titel aufzuregen, aber ich schaffe es nie :rollen:

    The west-winds blow, and, singing low,
    I hear the glad streams run;
    The windows of my soul I throw
    Wide open to the sun.

    (John Greenleaf Whittier)




  • Einem späten Kaffee sei Dank. Ich konnte nicht einschlafen und habe bis Seite 150 gelesen.


    Da ich oben immer eine Seitenzahlangabe hinterlasse, markere ich meinen Text nicht als Spoiler. Ich spoilere aber im Folgenden so ziemlich das gesamte Buch. Wer es also noch lesen will, sollte diesen Thread einfach übergehen :zwinker:


    Lucy Clarke lässt momentan keine Möglichkeit aus, auf die Tränendrüse zu drücken.
    Eva ist schwanger. So hat sie wenigstens etwas von ihrer großen Liebe bei sich behalten und fühlt sich stärker und unverletzlicher als die Wochen zuvor. Sie beginnt zu sich zu kommen.
    Evas beste Freundin kommt nach Tasmanien auf die fiktive Insel und beide finden merkwürdige Dinge heraus. So scheint der verstorbene Jackson seine Ehefrau über seine berufliche Ausbildung und eine Fernreise nach Südamerika belogen zu haben.
    Aber wieder zur Tränendrüse: Evas beste Freundin landet in Australien und besucht sie in Tasmanien. Sie fahren zusammen durch den Wald, bis Eva völlig orientierungslos ist. Es ist Evas Hochzeitstag und die Hochzeit fand zwei Jahre zuvor in der Nähe von einem Leuchtturm statt. Man fährt im Geländewagen weiter durch den Wald, bis sich das Dickicht auftut und sie zu einem wundervollen Leuchtturm kommen.
    Gerade noch hat die beste Freundin erraten, dass Eva schwanger ist und eine romantische Rede auf die Möglichkeiten einer besten Freundin gehalten (die war wirklich nett), schon feiern beide den Hochzeitstag. Melancholisch und glücklich blättert man weiter.
    Endlich scheint das Glück Einzug zu halten in Lucy Clarkes Roman.
    An einem strahlend schönen Tag traut sich Eva auf einer kleinen Yacht raus aufs Wasser. Sie überwindet alle ihre Ängste und geht sogar schwimmen - und bekommt eine Fehlgeburt.
    Tagelange Traurigkeit und folgen auf den Krankenhausaufenthalt.
    Bis Saul, Jacksons Bruder aus Tasmanien, den man inzwischen gut kennengelernt hat und der gleichermaßen gutaussehend wie mysteriös ist, beschließt Eva tauchen beizubringen.
    Nun denkt man als kritische Leserin, dass eine Hauptfigur, die erst ihren Mann und dann das gemeinsame Baby im Meer verloren hat, die aber trotzdem die ganze Zeit am Meer bleibt und die Schönheit der tasmanischen Sandstrände genießt, vielleicht keine Lust haben könnte tauchen zu lernen. Vor allem wenn es sich um "freitauchen" handelt, also dem Tauchen ohne Sauerstoff und ohne Tiefenmessgeräte.
    Irgendwie schafft es Saul aber seine Schwägerin mit zum Tauchen zu nehmen und sie erlebt wahre Glücksgefühle. Spätestens hier finde ich das Buch ein kleines bisschen übertrieben.
    Weniger übertrieben, dafür anstrengend ist das Telefonat mit Evas Mutter, in dem sie ihr berichtet, dass sie eine Fehlgeburt hatte. Die Mutter macht einen kleinen Seelenstriptease und erzählt von einer eigenen Fehlgeburt, woraufhin sich beide gleich viel verbundener fühlen. Ich möchte nicht gefühllos erscheinen, aber die Geschichte trieft vor Gefühlen und ich freue mich schon auf die allerletzte Seite.


  • Ich sollte eigentlich langsam gelernt haben, mich nicht über dämliche deutsche Titel aufzuregen, aber ich schaffe es nie :rollen:


    So geht es mir auch. Manchmal frage ich mich, ob die Übersetzer die Titel würfeln :rollen:

    Man muss mutig sein, damit du die Angst überwindest, das Unmögliche möglich zu machen.

  • Nach all den guten Rezis bin ich dann mal wieder der Grinch :breitgrins:


    Eva und Jackson sind noch kein Jahr verheiratet, als Jackson beim Angeln von den Klippen ins Meer gespült wird und man die Suche nach ihm ohne Erfolg einstellen muss. Eva ist am Boden zerstört und weiß nicht, wie sie ohne ihn weiterleben soll, ihren witzigen, charmanten Ehemann, mit dem gemeinsam sie noch so viel vorhatte.


    Nachdem sie die erste heftige Trauerphase durchgestanden hat, kann sie nicht ohne weiteres zur Tagesordnung übergehen und beschließt, Jacksons Vater und Bruder in Tasmanien zu besuchen, um endlich ihren Schwiegervater und Schwager kennenzulernen.


    Zu Evas Erstaunen sind beide weder sonderlich begeistert von ihrem Auftauchen noch besonders gesprächig, wenn es um Jackson geht. Nach und nach entlockt Eva ihrem Schwager doch einige Informationen und muss feststellen, dass sie ihren Ehemann wohl weit weniger gut gekannt hat, als sie dachte, denn er hat sie offenbar mehr als einmal belogen, und je mehr sie erfährt, umso deprimierender stellt sich die Sache dar, bis sie das Gefühl hat, nicht nur ihre Zukunft mit Jackson, sondern auch ihre gemeinsame Vergangenheit verloren zu haben.


    Wie gut kann man einen Menschen wirklich kennen? Und kann man jemals wieder vertrauen, nachdem man zutiefst enttäuscht worden ist?


    Hundertprozentig hinter die Fassade blicken kann man natürlich nie, doch was Eva nach dem Tod ihres Mannes alles herausfinden muss, würde wohl jedem den Boden unter den Füßen wegziehen und an allem und jedem zweifeln lassen. Spannende Fragen also, die Lucy Clarke hier aufwirft.


    Dumm nur, dass aufmerksamen bzw. erfahrenen Lesern schon sehr früh klar ist, wohin die Reise ungefähr gehen wird. Jacksons wahre Geschichte war für mich nur in sehr geringem Umfang überraschend, die Motivation zum Weiterlesen kam größtenteils dann auch eher daher, dass ich wissen wollte, ob ich mit meinen Vermutungen recht habe, als durch echte, gut gemachte Spannung.


    Das mögen andere Leser anders empfinden ... dafür, dass ich schon viele Krimis und Beziehungsdramen gelesen habe, kann die Autorin natürlich nichts. Aber ich fand auch die Figuren eher eindimensional gestrickt. So manches Gefühl wirkte aufgesetzt und viele Entwicklungen etwas seifenopernhaft. Und auch sprachlich hat es mich nicht umgehauen (was ich aber in weiten Teilen auf die Übersetzung schiebe).


    Am besten gefielen mir an dem Buch die faszinierende tasmanische Landschaft zwischen Busch und Ozean, die Schilderungen der Tauchgänge, die Eva und ihr Schwager Saul unternehmen, und die sehr hübsche Gestaltung des Taschenbuchs mit den blauen Wellen vom Titel, die sich auf dem seitlichen Buchschnitt fortsetzen.


    3ratten

    The west-winds blow, and, singing low,
    I hear the glad streams run;
    The windows of my soul I throw
    Wide open to the sun.

    (John Greenleaf Whittier)