04 - Seite 230 bis Ende

Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

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  • Hier könnt ihr über den Inhalt von Seite 230 bis Ende schreiben.
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    LG, Dani


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  • Ich habe das Buch eben beendet. Hach, war das toll!
    Das Ende lies mich lächelnd zurück, denn ich hatte das Gefühl, dass Matt mit der Trauerfeier endlich einigermaßen abschließen konnte und seinen Frieden fand.


    Als Matt nach Ocean Cove fuhr, dachte ich, dass er sich jetzt das Leben nimmt. An dieser Stelle erfahren wir die ganze Geschichte um Simon's Tod. Da Matt an dem Tod von Simon beteiligt war, womit ich nicht sagen will, dass ihn auch nur die geringste Schuld trifft, kann ich auch gut verstehen, dass er Schuldgefühle hat. Das Wissen, dass Simon durch ihn eine riesen Angst hatte, muss diese Schuldgefühle verstärken. Wäre Simon beim Fangen spielen gestürzt und gestorben, wäre es sicherlich nicht ganz so schwer zu verarbeiten gewesen. Besonders schlimm finde ich, dass Simon nicht mal einen schlimmen Unfall hatte. Versteht mich nicht falsch, nicht dass ich mir das wünsche, aber sein Tod erscheint dadurch noch viel sinnloser und unfairer.


    Die Begegnung mit Annabelle, so unwahrscheinlich dies auch ist, hat mir zudem sehr gut gefallen! Wir erfahren, was es mit der Puppe auf sich hatte und lernen Annabelle genauer kennen.


    Das Ende war einfach toll, es ist alles rund und abgeschlossen und doch kann man sich als Leser Gedanken machen, wie es weiter geht.
    Besonders die Gedenkfeier hat mich sehr berührt. Zuerst die Briefe, die Matt an seine Verwandschaft schrieb. Wie er sich Mühe gab, jedem zu danken und eine Verbindung zu schaffen. Aber auch die Gedenkfeier ansich, das Austauschen der Erinnerungen, das Zusammenwachsen der Familie, hat mir sehr gut gefallen. Und dann ganz zum Schluss noch der Satz: "Es ist ein Anfang".

  • Diesen letzten Abschnitt fand ich nun sehr emotional. Ich konnte mir sogar ein paar Tränchen nicht verkneifen. Am Anfang des Abschnitts war ich allerdings wieder komplett verwirrt, was die zeitliche Einordnung angeht. Auf S. 236 ist Matt doch in der Tagesklinik, und da fragt er Denise, ob er den Computer auch weiterhin benutzen darf.


    Nach seinem Entkommen aus der Zahnarztpraxis wollte sich Matt umbringen, um „für immer mit Simon zu spielen.“ Dass ausgerechnet Annabelle ihn davor bewahrt hat, ist natürlich ein genialer Zufall. Denn so konnte Matt die Geschichte mit Simon noch einmal aufrollen und ein Stück weit verarbeiten. Durch Annabelles Geschichte mit ihrer Mum, deren Beerdigung sie bei der Puppenbeerdigung nachstellte, und der „Gedenkfeier“ für ihre Mum, die als Folge von Simons Tod zustande kam, kommt Matt auf die Idee, auch für Simon eine Gedenkfeier auszurichten. Ich denke, das hilft, einen Schlussstrich (ist vielleicht der falsche Ausdruck, ich hoffe, ihr wisst, was ich meine) unter die Schuldgefühle und Trauer zu ziehen.


    Die Einladungsbriefe haben mich total berührt, besonders der an Aaron und Jenny (oder Gemma), wo er schreibt: „Ich will mich nicht damit rausreden, aber ich bin nun mal schizophren.“ Das zeigt, dass er sich mit seiner Krankheit arrangiert hat.


    Es ist zwar schade, dass so viele der Eingeladenen nicht kommen, weil sie Wichtigeres zu tun haben, doch Matt nimmt es ihnen nicht übel. Die Feier wird schließlich doch zu einem Erfolg, die die schönen Erinnerungen an Simon aufleben lässt.


    Matts weiterer Weg ist ein Auf und Ab. Er pendelt zwischen Klinikaufenthalt und zu Hause. Das scheint mir sehr realistisch.


    S. 267 fand ich wieder toll, wie die Schrift passend zum Inhalt immer mehr verschwindet. (Oder ist das ein Fehldruck in meinem Exemplar? :breitgrins:)


    Alles in Allem ein wirklich berührendes und bewegendes Buch.

    Liebe Grüße, Lilli

  • Besonders schlimm finde ich, dass Simon nicht mal einen schlimmen Unfall hatte. Versteht mich nicht falsch, nicht dass ich mir das wünsche, aber sein Tod erscheint dadurch noch viel sinnloser und unfairer.


    Genau das habe ich beim Lesen auch gedacht.


    Zitat

    Die Begegnung mit Annabelle, so unwahrscheinlich dies auch ist, hat mir zudem sehr gut gefallen! Wir erfahren, was es mit der Puppe auf sich hatte und lernen Annabelle genauer kennen.


    So ganz unwahrscheinlich finde ich die Begegnung gar nicht, immerhin wohnt sie dort.


    Zitat

    Und dann ganz zum Schluss noch der Satz: "Es ist ein Anfang".


    Ja, das stimmt so richtig hoffnungsvoll :)

    Liebe Grüße, Lilli

  • Ich habe das Buch heute auch ausgelesen und ich hätte nie gedacht, dass mich das Buch so emotional mitnehmen würde.


    Die Gedenkfeier für Simon hat mich echt zu Tränen gerührt, ein würdiger Abschluss für die Geschichte.


    Glaubt ihr wirklich, dass Matt sich in Ocean Cove von der Klippe stürzen wollte. Ich hatte es eher so empfunden, dass er nur spüren wollte wie es Simon erging, aber niemals mit dem Leben abschließen wollte.


    Was Simon passiert ist war also wirklich ein Unfall, auch wenn man Matt durchaus ein wenig verantwortlich machen könnte. Aber eigentlich auch wieder nicht, denn er war schließlich noch ein Kind und konnte nicht ahnen, dass sein Bruder in der Nacht bei Regen stürzen könnte. Zumindest konnte ich mir gut vorstellen warum er Schuldgefühle hatte.


    Das Treffen mit Annabelle zum Schluss macht das Buch richtig rund, denn am Anfang sind wir ihr ja auch direkt begegnet.


    Habe ich das eigentlich richtig verstanden, dass Matt seinen Bruder nur sieht und hört, wenn er keine Medikamente nimmt? Das sind ja Wahnvorstellungen, die er da hat, richtig?`


    Cool fand ich, dass auf Seite 267 die Schrift immer blasser geworden ist.


    Das Buch hat mir gut gefallen und mich echt überrascht. :smile:

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)


  • Als Matt nach Ocean Cove fuhr, dachte ich, dass er sich jetzt das Leben nimmt. An dieser Stelle erfahren wir die ganze Geschichte um Simon's Tod. Da Matt an dem Tod von Simon beteiligt war, womit ich nicht sagen will, dass ihn auch nur die geringste Schuld trifft, kann ich auch gut verstehen, dass er Schuldgefühle hat. Das Wissen, dass Simon durch ihn eine riesen Angst hatte, muss diese Schuldgefühle verstärken. Wäre Simon beim Fangen spielen gestürzt und gestorben, wäre es sicherlich nicht ganz so schwer zu verarbeiten gewesen. Besonders schlimm finde ich, dass Simon nicht mal einen schlimmen Unfall hatte. Versteht mich nicht falsch, nicht dass ich mir das wünsche, aber sein Tod erscheint dadurch noch viel sinnloser und unfairer.


    Ich bin da vollends deiner Meinung. Simons Tod war einfach eine dumme und absolut unnötige Sache. Ich möchte Matt auch auf keinen Fall die Schuld geben, aber hätte er Simon nicht so erschreckt und sie hätten auf die Eltern gehört, dann wäre wohl nie etwas passiert. Krass, dass so ein Unfall das Leben so vieler Menschen negativ beeinflusst (Mutter, Vater, Matt und Co hatten ja alle an dem Tod zu knabbern).



    Die Begegnung mit Annabelle, so unwahrscheinlich dies auch ist, hat mir zudem sehr gut gefallen! Wir erfahren, was es mit der Puppe auf sich hatte und lernen Annabelle genauer kennen.


    Ich habe erst gedacht, dass sich Matt die Begegnung nur einbilden würde, aber dann ist es ja doch Annabelle. Mir hat gut gefallen, dass wir so noch die Möglichkeit bekommen haben etwas über sie zu erfahren.


    Das Einzige was ich schade fand: Es wird nicht aufgelöst was das für ein Spezialprojekt war, denn seine Bastelei hatte ja nun nichts mit der Gedenkfeier zu tun. Oder habe ich irgendwas überlesen?

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)


  • Nach seinem Entkommen aus der Zahnarztpraxis wollte sich Matt umbringen, um „für immer mit Simon zu spielen.“ Dass ausgerechnet Annabelle ihn davor bewahrt hat, ist natürlich ein genialer Zufall. Denn so konnte Matt die Geschichte mit Simon noch einmal aufrollen und ein Stück weit verarbeiten. Die Einladungsbriefe haben mich total berührt, besonders der an Aaron und Jenny (oder Gemma), wo er schreibt: „Ich will mich nicht damit rausreden, aber ich bin nun mal schizophren.“ Das zeigt, dass er sich mit seiner Krankheit arrangiert hat.


    Ich wahr mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob Matt sich wirklich umbringen wollte oder ob er durch diese Klippensache einfach nur die Nähe zu Simon gesucht hat. :gruebel:



    Die Einladungsbriefe haben mich total berührt, besonders der an Aaron und Jenny (oder Gemma), wo er schreibt: „Ich will mich nicht damit rausreden, aber ich bin nun mal schizophren.“ Das zeigt, dass er sich mit seiner Krankheit arrangiert hat.
    Es ist zwar schade, dass so viele der Eingeladenen nicht kommen, weil sie Wichtigeres zu tun haben, doch Matt nimmt es ihnen nicht übel. Die Feier wird schließlich doch zu einem Erfolg, die die schönen Erinnerungen an Simon aufleben lässt.


    Ja die Einladungen fand ich auch große Klasse. Dass nicht alle kommen war klar, es hat ja nicht jeder so große Gefühle für einen entfernten Verwandten, der vor 10 Jahren gestorben ist. Ich konnte es verstehen, bin selber kein großer Freund von so extrem emotionalen Events, wo man zu der jeweiligen Person gar nicht so einen intensiven Bezug hat.



    S. 267 fand ich wieder toll, wie die Schrift passend zum Inhalt immer mehr verschwindet. (Oder ist das ein Fehldruck in meinem Exemplar? :breitgrins:)


    Nee war bei mir auch so, aber ich habe im ersten Moment auch gedacht das sei ein Fehldruck. :breitgrins:

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)


  • Habe ich das eigentlich richtig verstanden, dass Matt seinen Bruder nur sieht und hört, wenn er keine Medikamente nimmt? Das sind ja Wahnvorstellungen, die er da hat, richtig?`


    Genau, das sind Wahnvorstellungen, und durch die Medikamente werden sie unterdrückt.

    Liebe Grüße, Lilli

  • Ich habe Nachruf auf den Mond nun auch beendet. Ich selbst habe zwar keine Erfahrungen mit Schizophrenie gemacht, aber so wie es Nathan Filer Matthews Erkrankung schildert, kann ich dies absolut nachvollziehen. Sehr bewegend fand ich auch zum Schluss wie Matthew die Trauerfeier für seinen Bruder empfindet.


    Vielleicht hat er kurz bei der Szene bei den Klippen daran gedacht, Selbstmord zu begehen, aber ich denke in erster Linie wollte er dadurch Simon nahe sein.


    Das, was Matthew in sich trägt, hat sich im positven Sinne auch auf mich übertragen. Als Leserin kam ich ihm so sehr nahe.Nathan Filer hat eine authenische Figur geschaffen, dessen Dreh- und Angelpunkt der Tod seines Bruders ist.


    Dass die Spannung bis zum Schluss gehalten wurde, was nun tatsächlich passiert ist, fand ich sehr gut und ein Pluspunkt finde ich auch das Interview mit Nathan Filer im Anhang, wie diese Geschichte entstanden ist.

  • Ich bin auch ( leider ) am Ende angelangt! Eines dieser Bücher, die ich so toll fand, dass ich irgendwo traurig bin, dass es schon vorbei ist. Aber das Buch lässt mich eigentlich - trotz seiner Traurigkeit - befriedigt zurück. Matt hat sich mit seiner Krankheit versöhnt.
    Dazu war seine Reise nach Ocean Cove notwendig, um herauszufinden, was er verdrängt und was mit Simon passiert ist. ( und natürlich war es auch das, was den Leser die ganze Zeit beschäftigt hat !!! )
    Mit der Begegnung mit Annabelle habe ich nun gar nicht gerechnet! Das war sehr schön und sie hat Matt sehr geholfen. Er ist nicht der Einzige, der Schuldgefühle hat.
    Dramatisch war ja die Erinnerung Matts an die Nacht, dass er es nicht übers Herz brachte, seine Eltern zu wecken. Todtraurig!


    Ich bin irgendwie ganz aufgewühlt von dieser Geschichte.
    Vor allem deshalb, weil sie so authentisch ist.
    Wieviele Matts in dieser Welt haben keine Eltern mit Verständnis, keine Nanny Noo und vegetieren in geschlossenen Abteilungen vor sich hin. Wieviele Matts werden nicht aufgefangen, von unserem Gesundheitssystem und fallen tief - denn, was uns in unserer Gesellschaft soziale Berufe wert sind, das sieht man ja an der Bezahlung selbst studierter Sozialarbeiter.


    :winken:


  • So ganz unwahrscheinlich finde ich die Begegnung gar nicht, immerhin wohnt sie dort.


    Ach herrje...stimmt ja :rollen:



    Cool fand ich, dass auf Seite 267 die Schrift immer blasser geworden ist.

    Das hat mir auch total gut gefallen. Allgemein fand ich es schön, wie mit den verschiedenen Schriftarten und den Zeichnungen "gespielt" wurde. Als Leser hatte man fast den Eindruck genau den Text, denn Matt verfasste, in der Hand zu halten.



    Dass die Spannung bis zum Schluss gehalten wurde, was nun tatsächlich passiert ist, fand ich sehr gut und ein Pluspunkt finde ich auch das Interview mit Nathan Filer im Anhang, wie diese Geschichte entstanden ist.

    Stimmt, das Interview war auch richtig klasse! Ich finde es sowieso immer sehr interessant, wie ein Buch entsteht.



    Ich bin irgendwie ganz aufgewühlt von dieser Geschichte.
    Vor allem deshalb, weil sie so authentisch ist.
    Wieviele Matts in dieser Welt haben keine Eltern mit Verständnis, keine Nanny Noo und vegetieren in geschlossenen Abteilungen vor sich hin. Wieviele Matts werden nicht aufgefangen, von unserem Gesundheitssystem und fallen tief - denn, was uns in unserer Gesellschaft soziale Berufe wert sind, das sieht man ja an der Bezahlung selbst studierter Sozialarbeiter.


    Genau diese Fragen beschäftigen mich nach wie vor! Die Geschichte war wirklich sehr authentisch und das regt einfach zum Nachdenken an.

  • Ich bin jetzt auch mit dem Buch fertig, ich konnte es auch gar nicht langsam lesen, die Worte klebten wie Pech an mir, das Buch habe ich mir wohl zu sehr zu Herzen genommen, aber ich wollte es unbedingt lesen und ich halte es für eine Bereicherung, auch wenn mir tatsächlich jetzt ein schwerer Stein auf der Brust liegt..
    Klopf Klopf.. Wer stört? KLOPF KLOPF
    Eben kommt mein Brüderchen und was drückt er mir in die Hand?? Pralinen..aber auf die kommt es nicht an, ich wette ich mag die Dinger noch nicht einmal, aber die Geste zur richtigen Zeit, ist unbezahlbar..ich war so..
    Matthew, der Symbolfinder, würde sagen: "Wow, das ist Simon, mit seinen dünnen Beinen und seinen dicken Schuhen, ein fröhliches Mondgesicht, Zähne, wie eine Leiter..sitzt auf einer nachtblauen Kiste mit Lilien obenauf..Zöpfchen wie Mrs Greening hat er auch.." Na Bravo..
    Ich muss euch das Bild schnell zeigen..und wisst ihr was, jetzt fühl ich mich schon viel besser..


    [img width=700 height=525]http://up.picr.de/21868117jk.jpg[/img]

    Einmal editiert, zuletzt von SABO ()


  • Bei der Gedenkfeier musste ich auch schmunzeln, bei Opas "Glück" mit dem "Töpfchen" laut lachen, es fiel ihnen zuerst ein bissl schwer, aber kaum war die erste Anekdote erzählt, waren alle sofort dabei und es ist doch eine wunderbare Feier mir schönen Erinnerungen geworden.
    --
    Ohja, es war sehr authentisch, ich habe mich ein ums andere Mal gefragt, wieviel davon.. Nathan Filer hat ja dieses Buch in einer Art Schreibkurs verfasst, ich glaube, er musste auch einiges loswerden.. DANKE an jeden, der so einen Job macht!
    --
    Interview und die Danksagungen, ich hab alles gelesen.. Ein ganz tolles Buch!
    :smile:

  • Er hat so lange geschrieben, bis das Farbband alle war..
    :smile:


    Fand ich auch klasse ... das lockert alles ein wenig, ebenso wie Zeichnungen und die veränderte Schrift.
    Ich frage mich, wie das erste Manuskript aussah, dass Nathan Filer dem Verlag geschickt hat. Hat er diese Dinge da schon eingebracht? Schade, dass wir ihn nicht fragen können! ;)

  • Zu Ende. Wenngleich ich zu Anfang nicht ganz schlüssig war, ob mich die Geschichte wirklich packen wird oder nicht, so bin ich nun befriedigt und glücklich es gelesen zu haben. Das Ende ist wirklich toll. Es hat mir gefallen, dass Matt auf Annabelle trifft und mit ihr noch einmal den Tag von Simons Tod wieder aufleben lässt. Diese Erinnerung und Annabelles eigene Empfindungen haben wohl viel dazu beigetragen, dass es letztlich für Matt ein relativ gutes Ende nimmt und er inneren Frieden findet, auch wenn die Krankheit ihn wohl sein ganzes Leben weiter begleiten wird.


    Fand ich auch klasse ... das lockert alles ein wenig, ebenso wie Zeichnungen und die veränderte Schrift.
    Ich frage mich, wie das erste Manuskript aussah, dass Nathan Filer dem Verlag geschickt hat. Hat er diese Dinge da schon eingebracht? Schade, dass wir ihn nicht fragen können! ;)


    Ja, diese ganzen Schriftbildveränderungen und Bilder und Skizzen lockern die Geschichte auf und runde sie auch ab. Es wäre schon interessant zu erfahren, ob das der Autor selbst gesteuert hat oder ob eine Verlagsidee dahintersteckt..

    Lesen ist meine Leidenschaft


  • Ich habe das Buch heute auch ausgelesen und ich hätte nie gedacht, dass mich das Buch so emotional mitnehmen würde.


    Cool fand ich, dass auf Seite 267 die Schrift immer blasser geworden ist.


    Das Buch hat mir gut gefallen und mich echt überrascht. :smile:


    Gerade im letzten Abschnitt war ich auch überrascht, wie sehr es mir unter die Haut geht. Mich hat noch mehr als der Krankheitsverlauf die Verarbeitung der Trauer beschäftigt. Diese Erinnerungen an Simon haben mich sehr an eigene Erlebnisse erinnert, wenn meine Familie und ich über meinen verstorbenen Vater sprechen. Der Trauerprozess wird im Buch meiner Meinung nach hervorragend beschrieben und man kann richtig spüren, wie die Protagonisten empfinden. Das ist die große Stärke dieses Buches, dass man mit Matt und seinen Eltern mitfühlt und deren Handlungen mehr über ihre Gefühle aussagen, als Worte es sagen könnten.


    Das verblassende Farbband ist wie der ganze Rest (Zeichnungen, veränderte Schrift usw.) eine tolle Idee, um das Buch dem Leser noch näher zu bringen. Ich musste über mich selber lachen, wie ich versucht habe, die verlassende Schrift möglichst lange lesen zu können. Und später bei dem Gespräch mit dem Autor habe ich wirklich geschmunzelt, wie er erklärt, dass sich lose Blätterhaufen so schlecht in der Buchhandlung stapeln lassen.


    Überhaupt, dieses Interview ist wirklich toll. Hochinteressant, ehrlich und so unterhaltsam, dass einem der Autor fast wie Matt gleich ans Herz wächst.

    :lesen:Das Labyrinth des Fauns - Cornelia Funke



  • Die Einladungsbriefe haben mich total berührt, besonders der an Aaron und Jenny (oder Gemma), wo er schreibt: „Ich will mich nicht damit rausreden, aber ich bin nun mal schizophren.“ Das zeigt, dass er sich mit seiner Krankheit arrangiert hat.


    Es ist zwar schade, dass so viele der Eingeladenen nicht kommen, weil sie Wichtigeres zu tun haben, doch Matt nimmt es ihnen nicht übel. Die Feier wird schließlich doch zu einem Erfolg, die die schönen Erinnerungen an Simon aufleben lässt.


    Matts weiterer Weg ist ein Auf und Ab. Er pendelt zwischen Klinikaufenthalt und zu Hause. Das scheint mir sehr realistisch.


    Auch mir haben die Einladungsbriefe gut gefallen. Ich fand es sogar gut, dass nicht alle gekommen sind. Auch das war für mich realistischer als dass jetzt plötzlich die ganze Familie geschlossen um Matt versammelt ist. Gerade das unkitschige, unsentimentale hat mich besonders an dieser Geschichte überzeugt.
    Wie auch der weitere Verlauf seines Lebens kein Honigschlecken ist. Ich finde, es kommt gut rüber, dass er jetzt seine Krankheit akzeptiert hat - das Wichtigste bei chronischen Erkrankungen jeder Art - und lernt, damit umzugehen und zu leben.

    :lesen:Das Labyrinth des Fauns - Cornelia Funke



  • @ gagamaus: Ja die Trauer ist hier im Buch sehr gut beschrieben. Jeder, der mal etwas ähnliches durchlebt hat, fühlt sich hier angesprochen und leidet mit den Protagonisten.


    Beim Nachwort habe ich auch schmunzeln müssen und ich habe versucht mir vorzustellen wie es aussieht, wenn in einer Buchhandlung ein Stapel loser Blätter liegt. Würden wir so etwas kaufen? :zwinker:

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)


  • Auch mir haben die Einladungsbriefe gut gefallen. Ich fand es sogar gut, dass nicht alle gekommen sind. Auch das war für mich realistischer als dass jetzt plötzlich die ganze Familie geschlossen um Matt versammelt ist. Gerade das unkitschige, unsentimentale hat mich besonders an dieser Geschichte überzeugt.


    Da stimme ich dir zu 100% zu!