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Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 40 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von SABO.

  • Hier startet die Leserunde zu "Nachruf auf den Mond" von Nathan Filer.


    Postet hier bitte erst, wenn Ihr mit der Lektüre begonnen habt und etwas zum Buch zu sagen oder zu fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag. Außerdem wäre schön, wenn Ihr darauf achtet, nicht einzeln zu sehr vorzupreschen, damit wir zusammen bleiben und damit auf einem ähnlichen Stand spekulieren und diskutieren können. Als Faustregel gilt, nicht mehr als ein Abschnitt pro Tag.


    Zum Abschluss: bitte denkt auch daran, dass ein wichtiger Teil der Leserunden Eure Rezensionen anschließend sind und stellt diese am Ende der Runde zeitnah hier im Forum und auf literaturschock.de direkt ein.
    Zahlreiche Rezensionen hier und die Streuung auf anderen Seiten steigern bei den Verlagen die Attraktivität von solchen Aktionen: Denkt daran, dass die Teilnahme an der Runde und die Rezensionen die "Gegenleistung" für die Freiexemplare sind.


    Hier könnt ihr über den Inhalt von Seite 7 bis 81 schreiben.
    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Abschnittseinteilung nicht vorgesehen.

    LG, Dani


    **kein Forums-Support per PN - bei Fragen/Problemen bitte im Hilfebereich melden**

  • Freut euch, das ist ein ganz tolles Buch..ich habe schon ca 60 Seiten gelesen und ich bin begeistert, es ist gar nicht so kauzig und schwarzhumorig wie ich dachte.
    Auszug aus dem Klappentext:
    »Ich werde Ihnen erzählen, was passiert ist, denn bei der Gelegenheit kann ich Ihnen meinen Bruder vorstellen. Er heißt Simon. Ich glaube, Sie werden ihn mögen. Wirklich. Doch in ein paar Seiten wird er tot sein. Danach war er nie mehr derselbe.«
    (hat für mich irgendwie einen Heinz Erhardt Touch - den ich sehr mag, aber im englischen Original Klappentext steht genau das Gleiche)
    Bis jetzt erzählt ein 9jähriger Matthew und ein 19jähriger Matthew.
    Der Bruder stirbt und alles im Familienleben gerät aus den Fugen, vor allem die Mutter bekommt eine richtige Verlustpsychose, sie nimmt Matthew aus der Schule - angeblich geht das in England ganz leicht - und unterrichtet ihn daheim, sie wollte in jungen Jahren mal Lehrerin werden.. Kurz heisst das, der Vater geht arbeiten, die Mutter verändert sich und Matthew wird aus der Schule genommen, obwohl es das beste für ihn gewesen wäre, bei seinen Freunden zu bleiben, er darf fast nicht mehr raus und wird dauernd zum Arzt geschleppt, der immer ein Rezept ausstellt, für was auch immer..erst die Vertretung gibt der Mutter den Anstoss, den Jungen wieder in die Schule zu geben..
    Das ist auch alles gar nicht so wichtig, ich denke, das ist nur eine von vielen Formen, wie eine Familie mit dem Verlust eines Kindes umgeht, meistens kann der Mann es besser verdrängen, möchte aber nicht darüber reden, was aber genau das Gegenteil ist, was die Frau will, denn ihr Mann ist der einzige auf dieser Welt, dem das Gleiche passiert ist, wie ihr. In diesem Fall kriegt Simons 3 Jahre jüngerer Bruder alles ab und er ist so ein rücksichtsvoller Schatz, wie er der Mutter zuliebe alles mitdurchmacht, das sind so die vielen kleinen Dinge, auf die man achten muss.
    Liest man das Buch langsam, entfalten sich alle von Matthews Gefühlen und der eine oder andere Leser erkennt darin, eine von vielen kleinen Wahrheiten, die eine Saite in ihm anklingen lassen..
    :lesewetter:
    Ich finde es jetzt schon wunderschön, es ist leicht und tief zugleich. Das Buch macht komische Sachen mit mir, verzeiht, wenn ich eben zu überschwänglich war.
    :redface:

  • Mir gefällt das Buch auch sehr sehr gut!
    Nicht umsonst ist es in UK auf der Bestsellerliste!


    Ganz spannend ist es, wie Matthew dem Leser nach und nach seine Geschichte aufblättert. Stück für Stück erfährt man mehr seiner Tragödie, die trotz aller Dramatik so leicht und ohne Bitterkeit erzählt wird.
    Matthew befindet sich in einem Krankenhaus oder Heim für psychisch Kranke und erinnert sich an seine Kindheit. Er darf den Computer benutzen und nutzt seine 40 Minuten Zeit daran, die man ihm täglich gewährt, um seine Geschichte aufzuschreiben.
    Als er 8 oder 9 Jahre alt war ist sein 3 Jahre älterer Bruder gestorben. Matt gibt sich die Schuld daran, noch weiß der Leser nicht, weshalb. Sein Bruder Simon litt wohl am Down Syndrom, das wird nicht direkt ausgesprochen, kann der Leser aber kombinieren.
    Matts Mutter möchte man wachrütteln und zur Vernunft bringen.
    Was macht sie da mit ihrem Kind, das ja auch leidet. Dass sie Matt ständig krank redet und ihn zum Arzt bringt grenzt ja schon fast an Kindesmisshandlung. Es gibt ja dieses Münchhausen Stellvertreter Syndrom - ich bin gespannt, wie sich die Situation in der Familie entwickelt. Der Vater scheint nichts zu merken?

  • Das ist auch alles gar nicht so wichtig, ich denke, das ist nur eine von vielen Formen, wie eine Familie mit dem Verlust eines Kindes umgeht, meistens kann der Mann es besser verdrängen, möchte aber nicht darüber reden, was aber genau das Gegenteil ist, was die Frau will, denn ihr Mann ist der einzige auf dieser Welt, dem das Gleiche passiert ist, wie ihr.


    Ich glaube auch, dass Matthews Vater eher verdrängt.
    Er scheint ja auch gar nicht merken, dass seine Frau in eine ganz schwere Verhaltensstörung schlittert, bzw. will es nicht merken.


  • Mir gefällt das Buch auch sehr sehr gut!
    Nicht umsonst ist es in UK auf der Bestsellerliste!


    Ganz spannend ist es, wie Matthew dem Leser nach und nach seine Geschichte aufblättert. Stück für Stück erfährt man mehr seiner Tragödie, die trotz aller Dramatik so leicht und ohne Bitterkeit erzählt wird.


    Der Autor hat damit auch viele renommierte Buchpreise gewonnen, das bestimmt zurecht.
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    Ich finde es auch ganz bemerkenswert, wie unbelastbar leicht seine Geschichte ist, das liegt vielleicht auch daran, das Nathan Filer Pfleger in einer psychiatrischen Klinik war und er deswegen einen großen "Einblick" hat und es gleichzeitig schafft, das Ganze nicht zu einem harten Brocken werden zu lassen, es unberührbar scheint..abgesehen davon liest es sich schon irgendwie autobiografisch, aber das muss es nicht, macht wohl auch die Kunst aus..
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    Zuerst wusste ich auch nicht an welcher Krankheit Simon leidet, aber es wurde ja dann Stück für Stück erwähnt.
    Eines fand ich witzig..als Matthew von Simons Mondgesicht erzählt, konnte ich sofort eine Verbindung zum Cover herstellen und auch die Ameisen haben ihre Berechtigung..


  • Dass Nathan Filer in einer Klinik für psychisch Kranke gearbeitet hat, das habe ich auch heute irgendwo im Netz gelesen.
    Ich denke auch, ohne Erfahrungen auf dem Gebiet ist es schwer, über das Thema Schizophrenie ( auch über Verhaltensstörungen, Psychosen etc, im allgemeinen ) zu schreiben. Ich bin jetzt mit dem Buch gerade ein paar Seiten über Leseabschnitt 1 hinaus und kann noch nicht abschätzen, wie "schwer" mir die Geschichte um Matt dann auf der Seele liegen wird. Matt klingt in seiner Erzählung so, als habe er sich mit der Situation ( die ihn ja offenbar in die Krankheit getrieben hat ) arangiert und abgeschlossen damit, gelernt damit zu leben. Für mich als Leser ist das aber schon hart - der Tod Simons, die unerträgliche Situation zuhause, die langsam aufkeimende psychische Krankheit Matts ...
    leicht geschrieben, schwer zu verdauen ...


    Mondgesicht -das passt irgendwie zu den Menschen mit Trisomie 21, die ich kennengelernt habe - kennenlernen durfte. ( in der Hauptsache Kinder, junge Erwachsene ) Das sind so lebensbejahende und mitfühlende Menschen - ich findeSimon ist mit ganz wenigen Worten so toll beschrieben! Und ja, sie haben oft ein rundes freundliches Gesicht.


    Cover - ja, der liebe Mond und Simons Traum von einer eigenen Ameisenfarm in seinem Kinderzimmer ...

  • Ich konnte nun heute wirklich nicht mehr an mich halten und musste mit dem Lesen beginnen. Ich hoffe, dass die fehlenden Bücher noch schnell eintrudeln.


    Hm also ich finde das Buch gut, aber es ist doch sehr speziell, vor allem weil einem der Ich- Erzähler Matthew direkt anspricht und man sich die ganze Zeit fragt was eigentlich mit ihm los ist. :confused:


    Er hatte einen älteren Bruder namens Simon, der an dem Downsyndrom litt. Nur warum ist der Junge gestorben? War es die Schuld von Matthew?


    Die Mutter hat leider durch den Tod ihres ältesten Sohnes einen Knacks bekommen und kümmert sich zu intensiv um ihren übrig gebliebenen Sohn, denn Matthew hätte ja auch weiterhin zur Schule gehen können, stattdessen unterrichtet sie ihn zu Hause, obwohl sie gar nicht so clever ist.


    Am schlimmsten fand ich eigentlich, dass sie dauernd mit ihm zum Arzt ist, obwohl er gar nichts hatte. Könnte das dieses Münchhausensyndrom sein? Warum hat der Kinderarzt da überhaupt mitgespielt?


    Ich bin wirklich sehr gespannt, was mit Matthew los ist und ob wir bald erfahren an was Simon nun eigentlich gestorben ist.


    Schön fand ich zumindest, dass es in der Familie offenbar sehr liebevoll zuging.


    Wie gefällt euch der Stil? Etwas gewöhnungsbedürftig für mich wie in der Handlung immer hin und her gesprungen wird.

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)


  • Matthew befindet sich in einem Krankenhaus oder Heim für psychisch Kranke und erinnert sich an seine Kindheit. Er darf den Computer benutzen und nutzt seine 40 Minuten Zeit daran, die man ihm täglich gewährt, um seine Geschichte aufzuschreiben.


    Ich war mir nicht sicher wo genau sich Matthew eigentlich befindet, aber du könntest Recht haben. Was glaubst du wie alt er jetzt ist? Könnte er der 19 jährige Matthew sein oder eher älter? Das verwirrt mich so ein wenig, dass ich ihn nicht einstufen kann.



    Was macht sie da mit ihrem Kind, das ja auch leidet. Dass sie Matt ständig krank redet und ihn zum Arzt bringt grenzt ja schon fast an Kindesmisshandlung. Es gibt ja dieses Münchhausen Stellvertreter Syndrom - ich bin gespannt, wie sich die Situation in der Familie entwickelt. Der Vater scheint nichts zu merken?


    Ja an dieses Syndrom musste ich auch direkt denken. Ich finde auch, dass das Misshandlung ist und verstehe nicht warum der Hausarzt da mitgespielt hat. Diese Krankheit geht ja glaub ich so weit, dass Mütter ihre Kinder krank machen durch schlechtes Essen oder ähnliches, damit sie dann wirklich etwas haben, wenn es zum Arzt geht. Schlimm. :grmpf:


    Nach dem Besuch bei der Ersatzärztin hoffe ich doch sehr, dass die Mutter das zukünftig unterlässt. Sie hat ja nun irgendwelche Pillen, die sie nimmt.

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)

  • Als Matthew wieder an der Schule ist, hat er einen hibbeligen Sitznachbarn, immer wieder tut er etwas, das die Aufmerksamkeit der Lehrer und Schüler auf sich zieht, auch auf Matthew, als ob der etwas dafür könnte.. Das hört sich zuerst sehr negativ an, bis zu dem Tag, an dem Matthew beschliesst, Jacob nach Hause zu folgen..warum hat Jacob eine Sondergenehmigung um in der Pause nach Hause zu gehen? Als Leser wittert man also schon irgendwelche familiären Probleme, aber auf diese Situation war ich nicht gefasst.Kein Wunder, das Jacob so unkonzentriert und zappelig ist, wenn er immer nur an seine schwer pflegebedürftige Mutter denkt, kaum aus der Schulzimmertür, rennt er los, um so schnell als möglich, einen Bett-Kran zu bedienen und die Laken zu wechseln - er sei für alle "Unaufmerksamkeiten" entschuldigt..
    Matthew beobachtet dies und schon hat er eines dieser "Simon-Déjà-vus", ich nehme an, die Behinderung der Frau löste dies aus.
    --
    Jetzt kommt der Teil, mit dem ich etwas hadere, warum das Zirkel-Attentat auf Jacob, warum gerade er, wo Matthew doch sehen konnte, was für ein guter Junge er ist, verständlich wäre es gewesen, wenn Matthew beobachtet hätte, wie Jacob der Frau etwas Böses angetan hätte..
    --
    Nachdem ich es jetzt zum 3 x gelesen habe, sehe ich auch den Zusammenhang..
    In Jacobs Heim:
    "Ihre drallen Arme hingen schlaff herunter"
    In Matthews Déjà-vu:
    "Ihre drallen Arme hängen schlaff herunter"
    Schmutz und Dreck spielen ebenfalls eine Rolle, die starren Augen..Matthew musste unweigerlich an die ausgegrabene Puppe denken und somit auch an Simon.. Matthew ist in Aufruhr, als dann im Schulzimmer alles dunkel wird und ein Video über das Wetter gezeigt wird, wahrscheinlich hat es geregnet, überträgt er es auf Jacob.



  • Mondgesicht -das passt irgendwie zu den Menschen mit Trisomie 21, die ich kennengelernt habe - kennenlernen durfte. ( in der Hauptsache Kinder, junge Erwachsene ) Das sind so lebensbejahende und mitfühlende Menschen - ich finde Simon ist mit ganz wenigen Worten so toll beschrieben! Und ja, sie haben oft ein rundes freundliches Gesicht.


    Das hast du schön gesagt und genauso ist es.. Ich habe einmal 4 Wochen Praktikum dort machen dürfen und ich musste/wollte machen, was alle anderen Angestellten tun mussten, als ich nach Hause kam, fühlte ich mich körperlich und geistigt so verausgabt, das ich es kaum schaffte zu essen, ich bin gleich eingeschlafen. Als meine Zeit um war, kamen alle und umarmten mich, legten ihre Köpfe an mich und strahlten mich bedauernd an, ein größeres Geschenk hätten sie mir nicht machen können..schnief..ich stand da und musste weinen..

    Einmal editiert, zuletzt von SABO ()

  • So, den ersten Abschnitt habe ich nun auch gelesen. Ich bin aber nicht so begeistert wie ihr, mir fehlen die Emotionen. Matthew rattert alles so vor sich her, mal in der Vergangenheit, mal in der Gegenwart. Stellenweise finde ich es sogar recht verwirrend und hätte mir mehr Ordnung gewünscht. Man erhält ein paar Antworten, aber es ergeben sich noch viel mehr Fragen, die hoffentlich im Laufe des Buches eine Antwort erhalten werden.


    Ich hoffe, ich werde noch besser in die Geschichte und auch Gefallen daran finden.


  • Ja, die vergrabene Puppe hat eine ganz besondere Bedeutung in der Geschichte. Matthew schreibt ja ganz zu Beginn, dass alls damit begann ... der Leser weiß ja noch so genau, was passiert ist an dem verhängnisvollen Tag von Simons Tod. Auf jeden Fall sind er und Simon am Abend noch mal los, um diese Puppe wieder auszugraben. Und Simon hatte wohl Angst davor ...
    Dass sich der Satz wiederholt, das ist mir auch erst beim wiederholten Lesen aufgefallen.


    Diese Sache mit der Attacke auf Jacob - also die aufkommenden, für ihn unkontrollierbaren Aggressionen sind sicherlich Vorboten Matthews Krankheit. Das Kapitel ist ja auch so benannt, oder? Ich habe dazu auch einmal gegoogelt -so habe ich gelesen, dass schwere Psychosen wie Schizophrenie oder Ich-Verlust realtiv gut behandelbar sind, wenn man die Vorboten deutet und erkennt. Leider sind Matts Eltern wohl nicht wirklich dazu in der Lage - die Mutter selbst krank, der Vater ein Verdränger vor dem Herrn.

  • Der Einstieg in das Buch ist für mich zunächst etwas verwirrend gewesen. Aber mittlerweile sehe ich schon vieles klarer. Mathew tut mir leid. Er musste einiges durchmachen. Zunächst einmal wird es schon schwer genug gewesen sein mit dem behinderten Bruder zu leben, denn ich denke in dieser Zeit stand Mathew viel im Hintergrund. Nach dessen Tod ändert sich das abrupt und alle Augen richten sich auf Mathew, der das gar nicht gewohnt ist. An dieser Stelle wird er auch ein großes Stück der Freiheit verloren haben, die er vorher geniessen konnte. Die Mutter mag es zwar gut meinen, aber sie sieht und hinterfragt nicht was sie tut, denn ein gesundes Kind ist anders als ein Kind wie Simon, der wohl als mongoloides Kind zur Welt kam.


    Eine Stelle über die ich mich sehr gewundert habe, war die, an der Mathew scheinbar seinen Freund Jacob mit dem Zirkel angreift. Das kann ich noch gar nicht einordnen. Was hat das zu bedeuten? Schließlich hat Jacob doch gar nichts getan, sondern sich lediglich gekümmert. Der Zusammenhang zu Simon oder Mathew und seinen Problemen wird mir hier nicht klar. Oder ist das einfach nur der Beginn von Mathews Erkrankung?


    Die Geschichte ist ja eigentlich sehr tiefgründig, aber sie liest sich bisher locker weg und das finde ich toll gemacht.

    Lesen ist meine Leidenschaft


  • Mir gefällt das Buch auch sehr sehr gut!
    Nicht umsonst ist es in UK auf der Bestsellerliste!


    Also von Bestsellerlisten lasse ich mich nicht gerne beeinflussen. Da habe ich persönlich schon ganz schlechte Erfahrungen gemacht. Nicht jedes Buch, das hoch gelobt wird, muss mir unbedingt gefallen. Ich denke, dass beispielsweise auch Bücher für die sehr viel Marketing betrieben wird, es leichter haben. Auf etwas worauf der Mensch nicht aufmerksam gemacht wird, lässt er sich eben weniger schnell ein. Es kann aber viel besser sein, als das andere Buch, oder?


    Das hast du schön gesagt und genauso ist es.. Ich habe einmal 4 Wochen Praktikum dort machen dürfen und ich musste/wollte machen, was alle anderen Angestellten tun mussten, als ich nach Hause kam, fühlte ich mich körperlich und geistig so verausgabt, das ich es kaum schaffte zu essen, ich bin gleich eingeschlafen. Als meine Zeit um war, kamen alle und umarmten mich, legten ihre Köpfe an mich und strahlten mich bedauernd an, ein größeres Geschenk hätten sie mir nicht machen können..schnief..ich stand da und musste weinen..
    :rudelknuddeln:


    Ja, diese "Mondgesicht"beschreibung passt perfekt. Und ich persönlich habe bisher solche Menschen auch immer nur als sehr positiv empfunden. Im Urlaub haben wir einmal die Bekanntschaft eines Paares mit mongoloidem Kind gemacht und unser Sohn und er haben sich angefreundet. Das war sehr schön. Und der Junge hatte eine solche Freude. Einfach herrlich anzusehen.

    Lesen ist meine Leidenschaft

  • schlumeline :


    Beeinflussen lasse ich mich auch nicht oft. ( glaube ich :smile: )
    Bei diesem Buch habe ich erst davon erfahren, nachdem ich mich hier zum Mitlesen angemeldet hatte.Und es ist ja nicht nur ein kommerzieller Erfolg in Großbritannien sondern hat auch einige Buchpreise gewonnen!


    Bisschen OT aber -
    Ich kann mich nicht davon ausnehmen, dass ich im Buchhandel schaue, was denn so meistgekauft wurde.
    In der Mayerschen bei uns in Aachen ist z.B. ein Regal aufgebaut mit den Bestsellern in Belletristik und Sachbuch etc. - daneben noch ein Regal mit empfohlenen Neuerscheinungen ( da schaue ich auch gern, die Buchhändler kleben manchmal kleine Zettel mit Minirezis ans Buch, das liebe ich ). Da stöbere ich dann doch mal ganz gerne - gebe ich zu -und ich habe auch schon gekauft, weil ein Buchtitel mich von dort aus angelacht hat ...

    Einmal editiert, zuletzt von irmi_bennet ()


  • So, den ersten Abschnitt habe ich nun auch gelesen. Ich bin aber nicht so begeistert wie ihr, mir fehlen die Emotionen. Matthew rattert alles so vor sich her, mal in der Vergangenheit, mal in der Gegenwart. Stellenweise finde ich es sogar recht verwirrend und hätte mir mehr Ordnung gewünscht. Man erhält ein paar Antworten, aber es ergeben sich noch viel mehr Fragen, die hoffentlich im Laufe des Buches eine Antwort erhalten werden.


    Ich hoffe, ich werde noch besser in die Geschichte und auch Gefallen daran finden.


    Och Johannisbeerchen, das Buch ist doch voller Gefühle, nicht wirklich heldenhaft-dramatisch, aber ganz bestimmt lieben-lesenswert, fang doch noch mal von vorne an, es ist doch in vielen Büchern so, das es mehrere Zeitstränge gibt, ich habe auch schon eine Stelle gefunden, wo ich nicht wusste "wann" ich bin, aber ich lasse es dann einfach auf mich zukommen, ich glaube, das ist die beste Art, dieses Buch zu lesen.
    --
    Vielleicht streut ja der Autor extra "Verwirrung" mit hinein, weil es bei Matthew um Schizophrenie geht, der hat auch keine Ordnung in seinem Leben, ganz sicher färbt das auf das Buch ab..
    --
    :smile:

  • Och Johannisbeerchen, das Buch ist doch voller Gefühle, nicht wirklich heldenhaft-dramatisch, aber ganz bestimmt lieben-lesenswert, fang doch noch mal von vorne an, es ist doch in vielen Büchern so, das es mehrere Zeitstränge gibt, ich habe auch schon eine Stelle gefunden, wo ich nicht wusste "wann" ich bin, aber ich lasse es dann einfach auf mich zukommen, ich glaube, das ist die beste Art, dieses Buch zu lesen.
    --
    Vielleicht streut ja der Autor extra "Verwirrung" mit hinein, weil es bei Matthew um Schizophrenie geht, der hat auch keine Ordnung in seinem Leben, ganz sicher färbt das auf das Buch ab..
    --
    :smile:


    Ich denke auch, das ist ein bewusstes ( sehr gut gewähltes! ) Stilmittel hier in diesem Buch!

  • Ich habe gestern den ersten Abschnitt beendet und bin bisher sehr begeistert.
    Der Erzählstil, die Sprache, die Charaktere...alles gefällt mir wirklich gut!


    Die Szene, in der Simon den verletzten Matthew trägt, fand ich zunächst total niedlich. Als ich dann von Simon's Muskelschwäche las, war ich sehr berührt. Es muss ihn unglaubliche Kraft gekostet haben, seinen kleinen Bruder zu tragen. Allgemein war Simon ein Kind mit vielen Krankheiten, aber auch eines, dass seine Eltern und seinen Bruder sehr glücklich machte. Wie schwer es für Eltern, aber auch die Geschwister sein muss, dass Kind / den Bruder zu verlieren, kann und will ich mir gar nicht vorstellen. Der Schmerz der Familie, vor allem den der Mutter, kann man beim Lesen spüren. Woran Simon starb erfuhren wir bisher nicht, oder? Ich vermute, dass er an seiner Krankheit starb.


    Ich halte nicht besonders viel von Hausunterricht durch einen Familienangehörigen. In der Schule geht es nicht nur um das schulische Wissen, dass vermittelt werden soll, sondern vor allem auch um soziale Kompetenzen. Gerade für Matthew wäre es, denke ich, gut gewesen, wenn er weiter zur Schule gegangen wäre.


    Matthew's Vater mag ich sehr gerne. Vor allem die Stelle, in der beschrieben wird, wie er sich immer von seinen beiden Jungs hat "erschrecken lassen" und das dies aufhörte als Simon starb, berührte mich sehr. Er kam trotzdem immer an Matthews Bett und bemühte sich, das beste aus der Situation zu machen.


    Matthew's Mutter ist sehr überfürsorglich. Ich kann sie gut verstehen. Wenn man bereits ein Kind verloren hat, wächst die Angst, auch noch das andere Kind zu verlieren. Für Matthew ist das natürlich eine schwierige Situation, weil er das Gefühl hat seiner Mutter immer zeigen zu müssen, wie sehr er sie braucht.


    Ich bin gespannt, ob Jacob und Matthew "richtige" Freunde werden. Auch er tat mir richtig leid. Wo ist Jacobs Vater? Wer kümmert sich noch um die kranke Mutter?


  • Matt gibt sich die Schuld daran, noch weiß der Leser nicht, weshalb.


    Das ist eine Frage, über die ich bereits immer wieder nachdachte.



    Matts Mutter möchte man wachrütteln und zur Vernunft bringen.
    Was macht sie da mit ihrem Kind, das ja auch leidet. Dass sie Matt ständig krank redet und ihn zum Arzt bringt grenzt ja schon fast an Kindesmisshandlung. Es gibt ja dieses Münchhausen Stellvertreter Syndrom - ich bin gespannt, wie sich die Situation in der Familie entwickelt. Der Vater scheint nichts zu merken?


    Es ist wirklich schlimm. Trotzdem kann ich auch sie gut verstehen. Für mich las es sich so, als würde sie sich bessern. Sie lässt Matt ja nun auch wieder auf eine normale Schule gehen. An die von dir genannte Erkrankung musste ich auch gleich denken. Allerdings verletzt hier ein Elternteil das Kind um Aufmerksamkeit zu bekommen. So weit geht es bei Matt's Mutter ja zum Glück nicht. Die Mutter rennt zwar wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt, was schlimm genug ist, verletzt Matt aber nicht.



    Zuerst wusste ich auch nicht an welcher Krankheit Simon leidet, aber es wurde ja dann Stück für Stück erwähnt.
    Eines fand ich witzig..als Matthew von Simons Mondgesicht erzählt, konnte ich sofort eine Verbindung zum Cover herstellen und auch die Ameisen haben ihre Berechtigung..

    Stimmt, das ist mir auch gleich aufgefallen. Passender hätte man das Cover wirklich nicht gestalten können.


  • Die Szene, in der Simon den verletzten Matthew trägt, fand ich zunächst total niedlich. Als ich dann von Simon's Muskelschwäche las, war ich sehr berührt. Es muss ihn unglaubliche Kraft gekostet haben, seinen kleinen Bruder zu tragen. Allgemein war Simon ein Kind mit vielen Krankheiten, aber auch eines, dass seine Eltern und seinen Bruder sehr glücklich machte. Wie schwer es für Eltern, aber auch die Geschwister sein muss, dass Kind / den Bruder zu verlieren, kann und will ich mir gar nicht vorstellen. Der Schmerz der Familie, vor allem den der Mutter, kann man beim Lesen spüren. Woran Simon starb erfuhren wir bisher nicht, oder? Ich vermute, dass er an seiner Krankheit starb.


    Hi Coco, ich gehe eher davon aus, dass Simon durch einen Unfall gestorben ist und nicht an Trisomie 21, denn damit kann man sehr gut alt werden.


    Die Szene mit dem Tragen fand ich auch total rührend. Trotz seiner Einschränkungen will Simon der große Bruder sein. Zudem finde ich die Familie toll, die Simon 30 Minuten länger aufbleiben lässt, weil er der Ältere ist, obwohl er von seinem Wesen ja mehr einem kleineren Kind ähnelt.




    Matthew's Vater mag ich sehr gerne. Vor allem die Stelle, in der beschrieben wird, wie er sich immer von seinen beiden Jungs hat "erschrecken lassen" und das dies aufhörte als Simon starb, berührte mich sehr. Er kam trotzdem immer an Matthews Bett und bemühte sich, das beste aus der Situation zu machen.


    Ich finde auch, dass der Vater sich sehr bemüht trotz Job und Verpflichtungen ein guter Dad zu sein.

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)