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Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 40 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von SABO.

  • Hi Coco, ich gehe eher davon aus, dass Simon durch einen Unfall gestorben ist und nicht an Trisomie 21, denn damit kann man sehr gut alt werden.

    Huhu :winken:
    Uups, da hab ich mich ziemlich bescheiden ausgedrückt. Ich meinte natürlich nicht, dass er an Trisomie 21 starb, sondern evtl. an den Folgen einer anderen Krankheit (es wurde doch auf mehrere angesprochen?) Allerdings halte ich einen Unfall doch für wahrscheinlicher. Warum sollte Simon sonst Schuldgefühle haben?

  • Huhu :winken:
    Uups, da hab ich mich ziemlich bescheiden ausgedrückt. Ich meinte natürlich nicht, dass er an Trisomie 21 starb, sondern evtl. an den Folgen einer anderen Krankheit (es wurde doch auf mehrere angesprochen?) Allerdings halte ich einen Unfall doch für wahrscheinlicher. Warum sollte Simon sonst Schuldgefühle haben?



    Matthew hat Schuldgefühle - Simon lebt nicht mehr.


  • .. ich gehe eher davon aus, dass Simon durch einen Unfall gestorben ist


    Ich habe auch dauernd das Gefühl, das irgendetwas Schlimmes in ihren Kindertagen passiert ist, vielleicht hat Matthew eine Dummheit gemacht, die dann dazu führte.. wir kriegen es bestimmt noch raus..vielleicht hat es sogar etwas mit diesem Campingplatz-Erlebnis zu tun..

  • Ich lese parallel gerade „Der Tag, als wir begannen, die Wahrheit zu sagen“ und bin jetzt sehr positiv überrascht von „Nachruf auf den Mond“. Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Eine wirklich wunderbare Schreibweise, so viele nette kleine Details. Gefällt mir bis jetzt wirklich richtig gut.


    Neugierig gemacht hat mich schon der erste Satz: „Sie sollten wissen, dass ich kein netter Mensch bin.“ Wenn so etwas jemand sagt, kann er so schlimm schon mal gar nicht sein, oder?


    Ich finde es schön, dass der Leser immer wieder direkt angesprochen wird, obwohl es nicht immer sinnvoll klingt. Z.B. „Ich hätte ja lieber Turnschuhe getragen, aber Sie kennen ja meine Mutter.“ (S. 8) —> Nein, kenne ich nicht :breitgrins:


    Und schon bald gibt es eine Szene, die zeigt, dass Matthew eben doch nett ist. Er will ein ihm total fremdes Mädchen trösten. Ist das etwa nicht nett?


    Die Einführung des toten Simon fand ich auch klasse!


    Und der Buchtitel ist auch schon geklärt. Der Bruder hat ein Gesicht wie der Mond, und da er tot ist, ist das Buch ein Nachruf auf ihn. Dieser Titel hat mich vorher ganz wuschig gemacht, weil ich mir nichts darunter vorstellen konnte ;)


    Simon hatte wohl einen Unfall, und es könnte sein, dass Matthew etwas damit zu tun hatte, aber er kann sich nicht erinnern.


    Auch die Illustrationen und ab und zu die zerhackten Sätze wie auf S. 28 und 29 sind etwas Besonderes und vertiefen den Inhalt noch einmal.


    Sehr berührend fand ich, als Matthew sagt, er wird immer besser darin, sich Simon vorzustellen. Er hört den toten Bruder in seinem Zimmer.


    Jeder in dieser Familie geht anders mit dem Verlust von Simon um. Nachvollziehen kann ich alle Handlungsweisen, aber die der Mutter können wohl bei Matthew am meisten Schaden anrichten.

    Liebe Grüße, Lilli


  • Wie gefällt euch der Stil? Etwas gewöhnungsbedürftig für mich wie in der Handlung immer hin und her gesprungen wird.


    Ich finde diese Zeitsprünge eigentlich ganz gut, hatte aber anfangs auch leichte Eingewöhnungsprobleme, zu erkennen, ob es gerade um den 9- oder 19-jährigen Matthew geht ;)




    Hi Coco, ich gehe eher davon aus, dass Simon durch einen Unfall gestorben ist und nicht an Trisomie 21, denn damit kann man sehr gut alt werden.


    War nicht irgendwo die Rede von einem Unfall? Oder hab ich mir das zusammenfantasiert?
    Früher wurden Menschen mit Down-Syndrom nicht besonders alt, aber heutzutage sind die Behandlungsmethoden vor allem der Organfehlbildungen doch so gut, dass die Lebenserwartung auf 60 Jahre gestiegen ist.

    Liebe Grüße, Lilli


  • Eine wirklich wunderbare Schreibweise, so viele nette kleine Details. Gefällt mir bis jetzt wirklich richtig gut.


    „Sie sollten wissen, dass ich kein netter Mensch bin.“ Wenn so etwas jemand sagt, kann er so schlimm schon mal gar nicht sein, oder?


    Sag ich doch, wenn ich mit dem Buch fertig bin, habe ich es garantiert 5x gelesen, man kann so viel entdecken oder auch nachträglich vergleichen..
    --
    Ich finde jemand der das sagt, hat wahrscheinlich keine Lust mehr, sich picobello vor anderen Leuten darzustellen, also warnt er sie gleich, ihre Erwartungen nicht so hochzuschrauben..
    :smile:

  • Mir war Matthew gleich sympathisch, auch wenn sein Verhalten manchmal etwas merkwürdig scheint. Er hängt wohl sehr an seiner Mutter und seinen Vater, auch wenn die selbst etwas merkwürdig sind. Vielleicht hat sich das ja irgendwie vererbt.


    Gut fand ich auch, wie die Beerdigungsszene geschildert wurde und dass Matthew immer noch das Zimmer seines Bruders betritt. Ist eine würdige Art, zu trauern.


    Bei der Schilderung der Therapiestunden im Krankenhaus scheint es sich tatsächlich um den erwachsenen Matthew zu handeln.

  • Sicherlich ist es ein Stilmittel und sicherlich auch nicht falsch gewählt. Mir fiel der Einstieg nicht ganz so leicht wie euch, aber ich werde fleißig weiter lesen und hoffen, das ich noch einen Draht zum Buch finde. Und wenn nicht, dann halt nicht :zwinker:


    Ich gehe übrigens auch davon aus, das ein Unfall passiert sein muss. Aber das erfahren wir, hoffentlich, noch :smile:


  • Sicherlich ist es ein Stilmittel und sicherlich auch nicht falsch gewählt. Mir fiel der Einstieg nicht ganz so leicht wie euch, aber ich werde fleißig weiter lesen und hoffen, das ich noch einen Draht zum Buch finde. Und wenn nicht, dann halt nicht :zwinker:


    Geschmäcker sind einfach unterschiedlich und das muss ja auch so sein :) Ich wünsche dir trotzdem, dass du mit dem Buch noch warm wirst :)

  • Endlich bin ich auch hier in der Runde gelandet. Das Buch liest sich leicht und der Plauderton ist sehr angenehm. Man kommt sich vor, als wäre man ein Nachbar, dem der Junge hier alles erzählt.


    Ja an dieses Syndrom musste ich auch direkt denken. Ich finde auch, dass das Misshandlung ist und verstehe nicht warum der Hausarzt da mitgespielt hat. Diese Krankheit geht ja glaub ich so weit, dass Mütter ihre Kinder krank machen durch schlechtes Essen oder ähnliches, damit sie dann wirklich etwas haben, wenn es zum Arzt geht. Schlimm. :grmpf:


    Nach dem Besuch bei der Ersatzärztin hoffe ich doch sehr, dass die Mutter das zukünftig unterlässt. Sie hat ja nun irgendwelche Pillen, die sie nimmt.


    Ich habe das mit der Mutter ganz anders empfunden. Mir tat sie mindestens genauso leid wie ihr Sohn. Und ich dachte, sie wäre jetzt mit ihrem noch verbliebenen Kind übervorsichtig und würde wegen jedem kleinen Muttermal nachfragen, ob es auch ja nichts Schlimmes wäre. Und sie hat ihn zuhause behalten, damit sie ihn immer im Auge haben könnte - und damit sie nicht alleine wäre sicher auch. Ich fand es sehr traurig und sowohl der Arzt als auch der Vater haben wohl Mitleid mit der Mutter gehabt und nicht die Sorge, dass sie ihrem Sohn Schlechtes will.

    :lesen:






  • So, den ersten Abschnitt habe ich nun auch gelesen. Ich bin aber nicht so begeistert wie ihr, mir fehlen die Emotionen. Matthew rattert alles so vor sich her, mal in der Vergangenheit, mal in der Gegenwart. Stellenweise finde ich es sogar recht verwirrend und hätte mir mehr Ordnung gewünscht. Man erhält ein paar Antworten, aber es ergeben sich noch viel mehr Fragen, die hoffentlich im Laufe des Buches eine Antwort erhalten werden.


    Ich hoffe, ich werde noch besser in die Geschichte und auch Gefallen daran finden.


    Also begeistert ist für mein Empfinden auch das falsche Wort. Aber ohne Emotionen finde ich es gar nicht. Hier werden sie allerdings nicht namentlich benannt, sondern die Handlungen und Unterhaltungen der Menschen geschildert und man muss als Leser die Emotionen quasi rausfinden. Ich mag so etwas sehr gerne - viel lieber eigentlich als Bücher, wo einem alles vorgekaut wird. Irgendwie finde ich, es ist so lebensnah, weil ja die Menschen im wirklichen Leben auch selten sagen "ich fühle so und so", sondern man muss es selber rausfinden - und manchmal liege ich auch erst mal daneben. :zwinker:

    :lesen:





  • Also von Bestsellerlisten lasse ich mich nicht gerne beeinflussen. Da habe ich persönlich schon ganz schlechte Erfahrungen gemacht. Nicht jedes Buch, das hoch gelobt wird, muss mir unbedingt gefallen. Ich denke, dass beispielsweise auch Bücher für die sehr viel Marketing betrieben wird, es leichter haben. Auf etwas worauf der Mensch nicht aufmerksam gemacht wird, lässt er sich eben weniger schnell ein. Es kann aber viel besser sein, als das andere Buch, oder?


    Also Beststellerlisten sind für mich genauso aussagekräftig wie alle anderen Tipps auch. Es gibt Bücher, die mir gefallen und solche, die mir nicht gefallen. Es hat aber auch schon Bücher gegeben, die sehr guten Freundinnen super gefallen haben und die eigentlich meinen Geschmack haben und mit denen ich dann aber gar nichts anfangen konnte. Ich denke, man muss sich immer selber ein Urteil bilden. Deshalb mag ich Leseproben so gerne, da kann ich schon mal etwas reinschnuppern und feststellen, ob der Schreibstil etwas für mich ist.
    Es gibt ja auch den umgekehrten Fall, dass ich mir für manche Bücher wünsche, dass sie auf die Bestenlisten kommen. Allein schon, um dem Autor zu ermöglichen, weiterhin wundervolle Bücher zu schreiben und damit auch etwas zu verdienen. :smile:

    :lesen:






  • schlumeline :


    Beeinflussen lasse ich mich auch nicht oft. ( glaube ich :smile: )
    Bei diesem Buch habe ich erst davon erfahren, nachdem ich mich hier zum Mitlesen angemeldet hatte.Und es ist ja nicht nur ein kommerzieller Erfolg in Großbritannien sondern hat auch einige Buchpreise gewonnen!


    Irgend etwas bringt einen ja schon dazu, ein Buch zu kaufen. Gute Kritiken machen einen schon aufmerksam darauf. Zumindest einen Blick drauf zu werfen. Wenn ich nicht weiß, dass es das Buch gibt, kann ich es ja nicht finden. :zwinker: Und irgendwie ist das ja auch schon Beeinflussung. Und ganz anfällig bin ich für tolle Cover und schöne Titel. Und da ist dieses Buch ein gutes Beispiel. Denn die beiden Kriterien hat es sofort erfüllt und dann hat sich die Geschichte auch noch ungewöhnlich angehört und die Leseprobe war interessant.... :breitgrins:

    :lesen:





  • Hi Coco, ich gehe eher davon aus, dass Simon durch einen Unfall gestorben ist und nicht an Trisomie 21, denn damit kann man sehr gut alt werden.


    Er hatte ja neben dem Downsyndrom noch diverse andere Erkrankungen. An denen hätte er vielleicht in Summe schon sterben können. Die Überanstrengung durch das Tragen seines Bruders war ja schon sehr auffällig. Ich fand es sowieso erstaunlich, dass er ihn soweit geschleppt hat, denn drei Jahre Altersunterschied hatten meine Söhne auch und es war für den Älteren nicht einfach, den Kleinen länger zu tragen. So groß ist der Altersunterschied dann gar nicht.

    :lesen:






  • Vielleicht streut ja der Autor extra "Verwirrung" mit hinein, weil es bei Matthew um Schizophrenie geht, der hat auch keine Ordnung in seinem Leben, ganz sicher färbt das auf das Buch ab..
    --
    :smile:


    Das Gefühl hatte ich auch, dass Matthew beim Erzählen keine richtige Reihenfolge einhält und man aufpassen muss, damit man weiß, wo man gerade ist. Gegenwart oder Vergangenheit. Auch kommt er ja immer wieder zu Themen zurück, die er schon erwähnt hat und schmückt sie weiter aus oder verweist darauf. Es ist fast wie eine richtige Unterhaltung mit dem Leser.

    :lesen:






  • Matthew's Mutter ist sehr überfürsorglich. Ich kann sie gut verstehen. Wenn man bereits ein Kind verloren hat, wächst die Angst, auch noch das andere Kind zu verlieren. Für Matthew ist das natürlich eine schwierige Situation, weil er das Gefühl hat seiner Mutter immer zeigen zu müssen, wie sehr er sie braucht.


    Genau meine Empfindungen. :smile:

    :lesen:






  • Ich habe das mit der Mutter ganz anders empfunden. Mir tat sie mindestens genauso leid wie ihr Sohn. Und ich dachte, sie wäre jetzt mit ihrem noch verbliebenen Kind übervorsichtig und würde wegen jedem kleinen Muttermal nachfragen, ob es auch ja nichts Schlimmes wäre. Und sie hat ihn zuhause behalten, damit sie ihn immer im Auge haben könnte - und damit sie nicht alleine wäre sicher auch. Ich fand es sehr traurig und sowohl der Arzt als auch der Vater haben wohl Mitleid mit der Mutter gehabt und nicht die Sorge, dass sie ihrem Sohn Schlechtes will.


    Hm vielleicht kann man das nur nachvollziehen, wenn man selber Mutter ist. Ich bin keine und kenne solch "gluckenhaftes" Verhalten von meiner Mutter nicht. :redface: Nun ja und dann gibt es da wohl auch Unterschiede wie das so ist zwischen Müttern und Töchtern oder aber zwischen Müttern und ihren Söhnen.

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)

  • Hm vielleicht kann man das nur nachvollziehen, wenn man selber Mutter ist. Ich bin keine und kenne solch "gluckenhaftes" Verhalten von meiner Mutter nicht. :redface: Nun ja und dann gibt es da wohl auch Unterschiede wie das so ist zwischen Müttern und Töchtern oder aber zwischen Müttern und ihren Söhnen.


    Ich bin ja gar nicht gluckig :zwinker: aber ich könnte mir vorstellen, wenn ein Kind stirbt, dann wird man schnell dazu.

    :lesen:






  • Endlich bin ich auch hier in der Runde gelandet. Das Buch liest sich leicht und der Plauderton ist sehr angenehm. Man kommt sich vor, als wäre man ein Nachbar, dem der Junge hier alles erzählt.



    Ich habe das mit der Mutter ganz anders empfunden. Mir tat sie mindestens genauso leid wie ihr Sohn. Und ich dachte, sie wäre jetzt mit ihrem noch verbliebenen Kind übervorsichtig und würde wegen jedem kleinen Muttermal nachfragen, ob es auch ja nichts Schlimmes wäre. Und sie hat ihn zuhause behalten, damit sie ihn immer im Auge haben könnte - und damit sie nicht alleine wäre sicher auch. Ich fand es sehr traurig und sowohl der Arzt als auch der Vater haben wohl Mitleid mit der Mutter gehabt und nicht die Sorge, dass sie ihrem Sohn Schlechtes will.


    Wenn man Leseabschnitt 2 durch hat, dann kann man die Mutter eher verstehen. Ich fand es halt nur so schlimm, dass sie Matt nicht nur zum Arzt sondern auf dem Weg dahin auch noch an der Schule vorbei geschleift hat. Ich dachte erst sie macht das mit Absicht. Aber sie war ja selbst völlig neben sich. Das war sehr schlimm für Matt - aber sie hat wohl gar soweit denken können vor lauter Sorge.