Jane Austen - Emma

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Es gibt 43 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Zara.

  • Ich war ein paar Tage ohne Internet unterwegs, habe aber die Zeit genutzt, um "Emma" fertig zu lesen. Entgegen meiner Befürchtungen bin ich doch ganz gut in die Geschichte reingekommen und sogar mit Emma warmgeworden, was beim ersten Lesen nicht funktioniert hatte (ich hatte es dann ziemlich schnell abgebrochen).
    Dass Emma am Ende mit Mr. Knightley zusammenkommt, wusste ich aber, so dass es da für mich keine Überraschungen gab. Er war für mich ohnehin der vielversprechendste Junggeselle; ich hätte ihn auch genommen :zwinker:. Schon allein, dass er seinen Wohnsitz aufgibt und zu ihr (und ihrem Vater!!) zieht, gibt Höchstpunktzahl!
    Schön, dass sich auch Emma und Jane am Ende näherkommen. Selbstverständlich war das ja nicht.
    Schade fand ich nur, dass ich nicht ganz so mitfiebern konnte wie bei anderen Romanen von Jane Austen; irgendwie war mir klar, dass Mr.Knightley NICHT in Harriet verliebt ist. Bei "Überredung" und "Gefühl und Verstand" stand das Happy End doch auf deutlich wackligeren Beinen, was es auch wieder spannend gemacht hat.


  • Worauf aber im Nachwort nicht eingegangen wird und was ich etwas heikel finde:
    George ist 17 Jahre älter als Emma, und ab ihrem 13. Lebensjahr hat er bei ihrer Erziehung mitgewirkt. Und trotzdem verliebt er sich dann in die Heranwachsende. Irgendwie hinterlässt das bei mir einen unangenehmen Nachgeschmack.


    Es gibt eine Stelle, die nach heutigem Verständnis seltsam klingt und einen eigenartigen Nachgeschmack hinterlässt, da gebe ich dir recht.


    [quote=Jane Austen - Emma, Buch Drei, Kapitel Fünfzehn]"... Das Gute tat ich mir selbst an, indem ich Sie zum Gegenstand meiner zärtlichsten Zuneigung machte. Ich konnte nicht so viel an Sie denken, ohne von Ihnen zu schwärmen, trotz aller Fehler; und indem ich mir so viele Fehler einbildete, habe ich sie mindestens seit der Zeit geliebt, als sie dreizehn Jahre waren." (Mr. Knightley zu Emma)[/quote].


    Das sollte sicher eine romantische Liebeserklärung von Mr. Knightley an Emma sein. Wir sprechen von einer Zeit, als Mädchen mit sechzehn, siebzehn Jahren bereits als heiratsfähig galten, daher muss man diese Aussage sicher aus der Zeit heraus betrachten, in der sie entstand. Trotzdem bin ich auch erschrocken, als ich diese Zeile gelesen habe.



    Aber wann hört Knightley auf, ein "Miterzieher" zu sein und wird zum Geliebten? Oder hört er damit gar nicht auf?


    Diese Frage beantwortet Austen selbst, indem sie schreibt:


    [quote=author Jane Austen - Emma, Buch Drei, Kapitel Dreizehn]Auf seiner Seite hatte seit langem eine Eifersucht bestanden, die bis zur Ankunft Frank Churchills reichte oder sogar bis zu den Tagen, als man ihn erwartete. Seit etwas dieser Zeit hatte er Emma geliebt und war auf Frank Churchill eifersüchtig gewesen, wobei ihm wahrscheinlich das eine Gefühl Klarheit über das andere verschaffte.[/quote]


    Für mich ist das der Zeitpunkt, an dem Emma für ihn aufhörte ein Kind zu sein und er die Frau entdeckte.

  • Ich bin jetzt fertig und bin froh, es gelesen zu haben.


    Emma war mir anfangs sehr unsympathisch, aber ich finde sie hat sich im Laufe der Handlung geändert. Schön finde ich, dass sie Fehler eingesehen hat und bereut. Mrs. Elton hat für mich in diesem Buch den Vogel abgeschossen. Eine absolute Unperson.
    Ich hatte schon Angst, dass das Rätsel um Jane nicht aufgedeckt wird. Ich war wirklich überrascht. Damit hatte ich nicht gerechnet. Das Spiel von Frank Churchill, den ich oft sehr übertrieben fand, ist unglaublich frech. Wenigstens bereut er es :smile:


    Hach und den netten Mr. Knightley hätte ich auch genommen :flirt:

    Pessimisten stehen im Regen, Optimisten duschen unter den Wolken.

  • Es gibt eine Stelle, die nach heutigem Verständnis seltsam klingt und einen eigenartigen Nachgeschmack hinterlässt, da gebe ich dir recht.


    Zuerst dachte ich auch: Oha, da war er eigentlich eine Vaterfigur, der ihr Ratschläge gibt und dann verliebt er sich? Aber ich denke auch, man muss die Zeit berücksichtigen. Heutzutage wäre das undenkbar, damals aber sicher nicht unüblich.

    Pessimisten stehen im Regen, Optimisten duschen unter den Wolken.