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Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 23 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Christine.

  • Hier startet die Leserunde zu "Das Labyrinth" von Sigge Eklund.


    Postet hier bitte erst, wenn Ihr mit der Lektüre begonnen habt und etwas zum Buch zu sagen oder zu fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag. Außerdem wäre schön, wenn Ihr darauf achtet, nicht einzeln zu sehr vorzupreschen, damit wir zusammen bleiben und damit auf einem ähnlichen Stand spekulieren und diskutieren können. Als Faustregel gilt, nicht mehr als ein Abschnitt pro Tag.


    Zum Abschluss: bitte denkt auch daran, dass ein wichtiger Teil der Leserunden eure abschließenden Rezensionen sind und stellt diese am Ende der Runde zeitnah hier im Forum und auf literaturschock.de direkt ein.
    Zahlreiche Rezensionen hier und die Streuung auf anderen Seiten steigern bei den Verlagen die Attraktivität von solchen Aktionen: Denkt daran, dass die Teilnahme an der Runde und die Rezensionen die "Gegenleistung" für die Freiexemplare sind.


    Hier könnt ihr über den Inhalt von Seite 5 bis 104 schreiben.
    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Abschnittseinteilung nicht vorgesehen.

    LG, Dani


    **kein Forums-Support per PN - bei Fragen/Problemen bitte im Hilfebereich melden**

  • Ich mache mal den Anfang und hoffe, dass bald alle mit dem Buch versorgt sind ... :breitgrins:


    Die Idee, die Geschichte um das mysteriöse Verschwinden der elfjährigen Magda aus verschiedenen Perspektiven zu erzählen, gefällt mir gut.
    Das liefert wieder viel Stoff für Spekulationen, denn jeder präsentiert hier seine eigene Wahrheit.
    Ich bin gespannt, was sie so alles voreinander zu verbergen haben.


    Als erstes kommt Asa also zu Wort – sehr nachvollziehbar, dass sie von einer Entführung ihrer Tochter ausgeht und nicht glauben will, dass sie eventuell schon tot ist.
    Eine Erpressung scheint jedenfalls nicht erfolgt zu sein …aber was könnte sonst dahinter stecken?
    Es muss entsetzlich sein, dass nach den Tagen der verzweifelten Suche nach dem Kind das Interesse an dem Fall nachlässt und die Polizei immer inaktiver wird.
    Ihr Drang irgendetwas unternehmen zu müssen, da sie ihr Kind noch in Händen des Entführers sieht, kann ich verstehen!


    Sehr sympathisch ist sie mir allerdings nicht, und ihr Verhalten finde ich teilweise schon seltsam.
    Man sagt Psychologen ja nach, dass sie dieses Studienfach belegt haben, um sich vorrangig mit ihren eigenen psychischen Problemen auseinanderzusetzen und dieses Gefühl habe ich tatsächlich sehr stark bei ihr.
    Irgendwie scheint sie ja den Drang zu verspüren, in die Rolle des Täters schlüpfen zu wollen, um mehr über Tathergang an jenem verhängnisvollen Abend zu erfahren bzw zu erspüren oder eine mögliche Spur zu finden.
    Aber dafür nachts in dem Waldstück herumzuschleichen und ihr Haus zu beobachten ... seltsam, hofft sie eine Eingebung/Visionen oder ähnliches zu bekommen? :zwinker:


    Später ist sie dann geradezu besessen von der Vorstellung, einer ihrer ehemaligen Patienten könne der Täter sein und erschleicht sich dann äußerst clever die Patientendaten …
    Immerhin schon möglich, dass dies eine heiße Spur sein könnte.
    Viel erfahren wir ja auch über ihre Ehe und ihr Familienleben – sehr glücklich und harmonisch wirkt das Ganze nicht auf mich.
    Asa und Martin haben sich längst auseinandergelebt und ihre massiven Eheprobleme sind zumindest nach Magdas Verschwinden mehr als deutlich.
    Am meisten frage ich mich aber, welche Beziehung sie zu ihrer Tochter hatte – ich habe fast den Eindruck, dass diese in letzter Zeit nicht gerade liebevoll war und Magda sich einsam und vernachlässigt fühlte.
    Wäre sie älter, könnte sie am ehesten weggelaufen sein …


    Magda haben sie an jenem tragischen Abend einfach allein zuhause gelassen, um Essen zu gehen. Was sich aber wirklich abgespielt haben könnte, ist rätselhaft – vor allem nachdem wir von Tom erfahren haben, dass Martin nicht für den kompletten Tag ein Alibi hat und die Lücke am Nachmittag nicht erklären kann.
    Ob das alle Beweise sind , die der Polizei vorliegen?
    Ob Asa nicht auch Martin im Verdacht hat? So richtig kommt es bisher nicht raus …


    Toms Perspektive ist auch sehr interessant – sie ist zeitlich etwa zum Zeitpunkt von Magdas Verschwinden angesiedelt.
    Sein Verhalten als Martins Mitarbeiter ist extrem merkwürdig, so wie er Martin anhimmelt, könnte man fast meinen, er ist in ihn verliebt. :breitgrins:
    Alles an Martin scheint er zu idealisieren, ja ihn geradezu zu vergöttern und noch schlimmer, er beginnt ihn und sein ganzes Wesen zu imitieren, fast so als wolle er in seine Haut schlüpfen.


    Tom hat Martin sicher viel zu verdanken, denn er hat ihm erst zu seiner Position im Verlag verholfen.
    So richtig Chef-mäßig verhält sich Martin ihm gegenüber auch nicht – seltsam, dass er sich gerade Tom so öffnet, denn im Verlag scheint ihn keiner wirklich als Privat-Mensch zu kennen.
    Etwas gewundert habe ich mich über die abrupte Trennung seiner Freundin Katja von ihm genau zum Zeitpunkt von Magdas Verschwinden – Zufall oder steckt da mehr dahinter?


    Tom scheint es sich ja zur heimlichen Aufgabe zu machen, den von der Polizei verdächtigten Martin reinzuwaschen.
    Hmm - die Sache mit dem Labyrinth ist ja extrem seltsam.
    Habe ich das richtig verstanden, dass sich Martin schon Wochen vor Magdas Verschwinden bei der Autorin darüber erkundigt hat?


    Ich bin gespannt, wie es weiter geht - vor allem auf Martins Perspektive. :zwinker:

  • Ah, gut, Action. :breitgrins:


    Das Buch ist sehr spannend. Der Schreibstil gefällt mir gut, von daher gehe ich mal davon aus, dass die Übersetzung gut ist.


    Bislang haben wir zwei Perspektiven kennengelernt: die von Asa, der Mutter des verschwundenen Mädchens, und die von Tom, einem Mitarbeiter des Vaters des Mädchens.


    Im Grunde bin ich mir noch nicht im Klaren über die genauen Abläufe: es sieht so aus, als ob die Mutter direkt von der Arbeit aus ins Restaurant gegangen ist?


    Sie scheint ganz schön gestört zu sein. Irgendwo habe ich mal gelesen, das Psychologen, Psychiater und Lehrer die schlimmsten Eltern sind. Dem Buch zufolge trifft das zumindest auf Asa zu. Was für eine furchtbare Mutter! Anscheinend hat sie aber selbst einen Knacks weg durch ihre Erziehung.


    Meiner Meinung nach war sie schon vor der Tat hochgradig gestört.


    Dann ist da Tom, der Martin total bewundert und deswegen der Polizei Informationen vorenthält, um Tom zu schützen.


    Das alleine ist ja schon bedenklich, aber nicht unverständlich. Dann ist da noch die Rede von einem Geheimnis.
    Was das wohl sein kann? Ist Tom bisexuell? Es fühlt sich eigentlich so an, aber da kann auch etwas ganz anderes dahinter stecken.



    Ich mache mal den Anfang und hoffe, dass bald alle mit dem Buch versorgt sind ... :breitgrins:


    Die Idee, die Geschichte um das mysteriöse Verschwinden der elfjährigen Magda aus verschiedenen Perspektiven zu erzählen, gefällt mir gut.
    Das liefert wieder viel Stoff für Spekulationen, denn jeder präsentiert hier seine eigene Wahrheit.
    Ich bin gespannt, was sie so alles voreinander zu verbergen haben.


    Ja, das gefällt mir auch gut. Auch, dass nicht so viele Personen auf einmal eingeführt werden, und es nicht dauernd hin- und her springt.


    [quote author=bookstars]Als erstes kommt Asa also zu Wort – sehr nachvollziehbar, dass sie von einer Entführung ihrer Tochter ausgeht und nicht glauben will, dass sie eventuell schon tot ist.
    Eine Erpressung scheint jedenfalls nicht erfolgt zu sein …aber was könnte sonst dahinter stecken?
    Es muss entsetzlich sein, dass nach den Tagen der verzweifelten Suche nach dem Kind das Interesse an dem Fall nachlässt und die Polizei immer inaktiver wird.
    Ihr Drang irgendetwas unternehmen zu müssen, da sie ihr Kind noch in Händen des Entführers sieht, kann ich verstehen![/quote]


    Ich weiß nicht, ob Asa das eventuell selbst war, sie scheint ja Aussetzer zu haben.


    [quote author=bookstars]Sehr sympathisch ist sie mir allerdings nicht, und ihr Verhalten finde ich teilweise schon seltsam.
    Man sagt Psychologen ja nach, dass sie dieses Studienfach belegt haben, um sich vorrangig mit ihren eigenen psychischen Problemen auseinanderzusetzen und dieses Gefühl habe ich tatsächlich sehr stark bei ihr.
    Irgendwie scheint sie ja den Drang zu verspüren, in die Rolle des Täters schlüpfen zu wollen, um mehr über Tathergang an jenem verhängnisvollen Abend zu erfahren bzw zu erspüren oder eine mögliche Spur zu finden.
    Aber dafür nachts in dem Waldstück herumzuschleichen und ihr Haus zu beobachten ... seltsam, hofft sie eine Eingebung/Visionen oder ähnliches zu bekommen? :zwinker:[/quote]


    Sie verhält sich sehr seltsam und hat ihre Kindheit nicht aufgearbeitet, auch wenn sie das glaubt.


    [quote author=bookstars]Am meisten frage ich mich aber, welche Beziehung sie zu ihrer Tochter hatte – ich habe fast den Eindruck, dass diese in letzter Zeit nicht gerade liebevoll war und Magda sich einsam und vernachlässigt fühlte.
    Wäre sie älter, könnte sie am ehesten weggelaufen sein …[/quote]
    Viele Kinder in dem Alter laufen weg, und ich halte das auch nicht für ausgeschlossen -- aber warum sollte sie mitten in der Nacht (na ja, im Dunkeln) weglaufen, noch dazu im Winter? Und ohne Sachen mitzunehmen?


    [quote author=bookstars]Magda haben sie an jenem tragischen Abend einfach allein zuhause gelassen, um Essen zu gehen. Was sich aber wirklich abgespielt haben könnte, ist rätselhaft – vor allem nachdem wir von Tom erfahren haben, dass Martin nicht für den kompletten Tag ein Alibi hat und die Lücke am Nachmittag nicht erklären kann.
    Ob das alle Beweise sind , die der Polizei vorliegen?
    Ob Asa nicht auch Martin im Verdacht hat? So richtig kommt es bisher nicht raus …[/quote]


    Diese Lücken vom Nachmittag scheinen ja täglich gewesen zu sein, das wissen wir von Tom.

    Was ist wertvoller, Wissen oder Fantasie? Es ist die Fantasie, denn das Wissen hat Grenzen.  - Albert Einstein

  • Ja, es ist eigenartig, dass Magda weg ist und es keine Nachricht o.ä. gab. Leider deutet das aus meiner Sicht sehr stark darauf hin, dass sie nicht mehr lebt.


    Von den Ehepartnern scheint Martin der Hysterische zu sein, der Tobsuchtsanfälle etc. bekommt, auch wenn er nach außen ganz anders wirkt. Mich hat sehr überrascht, dass er ein erfolgreicher Verleger zu sein scheint, so hätte ich ihn ganz und gar nicht eingeschätzt. Er wirkt auf mich nicht wie ein Mensch, der sich gut in der Gesellschaft bewegt, im öffentlichen Leben zu Hause ist.


    Asa scheint die Beherrschtere zu sein, aber wenn das hier wirklich die Antwort auf "Gone Girl" ist, dann müsste sich noch einiges hinter ihrem ruhigen Charakter verbergen. Mal sehen! Ein paar Anzeichen gibt es ja schon, bspw. auf S. 42 "Eines war zumindest sicher, er war in ihrer Beziehung glücklicher als sie gewesen." Das deutet ja schon auf ein mögliche Trennungsabsichten Asas hin. Martin wirkt unglaublich launisch, fast manisch.


    Wo hat Asa ihn kennengelernt - war er möglicherweise ihr Patient? Hier könnte gut sein, dass ich was überlesen habe, denn ich muss zugeben, dass ich mich mit dem Buch ein wenig schwer tue - so richtig packt es mich nicht und es ist nicht immer leicht, am Ball zu bleiben.


    Das hat sich ein wenig geändert, als Toms Perspektive dargestellt wurde, denn hier wurde einiges aus der Vergangenheit dargestellt, die Dinge wurden ein bisschen klarer, ich "schwamm" nicht mehr ganz so doll - die Umstände von Magdas Verschwinden wurden etwas aufgedröselt.


    Gewissermaßen hat Tom Martin in der Hand. Er könnte einiges über ihn ausplaudern, was er aber nicht tut - bisher. Ist/bleibt er wirklich so loyal, wie es scheint? Ich glaube, eher nicht!


    Und was ist mit Katja, sie war doch auch Schulschwester an Magdas Schule. Irgendwie hängt das alles miteinander zusammen!


  • Sie scheint ganz schön gestört zu sein. Irgendwo habe ich mal gelesen, das Psychologen, Psychiater und Lehrer die schlimmsten Eltern sind. Dem Buch zufolge trifft das zumindest auf Asa zu. Was für eine furchtbare Mutter! Anscheinend hat sie aber selbst einen Knacks weg durch ihre Erziehung.


    Meiner Meinung nach war sie schon vor der Tat hochgradig gestört.


    Ich empfinde bisher Martin als wesentlich gestörter.

  • Unbeherrscht, aber noch empfinde ich martin nicht als gestört. Das kann ja noch kommen. ;)


    Irgendwo steht, wie sich Asa und Martin kennengelernt haben, er war kein Patient von ihr.


    Ah, gefunden auf S. 40: er hat Fakten für einen Krimi überprüft an der Grundschule wo Asa Schulpsychologin war.

    Was ist wertvoller, Wissen oder Fantasie? Es ist die Fantasie, denn das Wissen hat Grenzen.  - Albert Einstein


  • Im Grunde bin ich mir noch nicht im Klaren über die genauen Abläufe: es sieht so aus, als ob die Mutter direkt von der Arbeit aus ins Restaurant gegangen ist?


    Ja so habe ich das auch verstanden. Es könnte also durchaus möglich sein, dass Martin gar nicht mehr gemeinsam mit seiner Tochter nach Hause gekommen ist.

    Zitat

    Ich weiß nicht, ob Asa das eventuell selbst war, sie scheint ja Aussetzer zu haben.


    Puh das wäre aber echt heftig. Aber auszuschließen ist es tatsächlich nicht, dass sie sich ihre eigene Wahrheit zusammengebastelt hat.
    Bisher habe ich sie zwar für gestört aber unschuldig gehalten.


    Zitat

    [quote author=bookstars]Am meisten frage ich mich aber, welche Beziehung sie zu ihrer Tochter hatte – ich habe fast den Eindruck, dass diese in letzter Zeit nicht gerade liebevoll war und Magda sich einsam und vernachlässigt fühlte.
    Wäre sie älter, könnte sie am ehesten weggelaufen sein …


    Viele Kinder in dem Alter laufen weg, und ich halte das auch nicht für ausgeschlossen -- aber warum sollte sie mitten in der Nacht (na ja, im Dunkeln) weglaufen, noch dazu im Winter? Und ohne Sachen mitzunehmen?[/quote]
    Nur wird es jüngeren Jugendlichen wohl nicht gelingen für so lange Zeit unterzutauchen.


    Zitat

    Diese Lücken vom Nachmittag scheinen ja täglich gewesen zu sein, das wissen wir von Tom.


    Ich habe ja bei Martin den Verdacht, dass er in der Zeit fremdgegangen ist.
    Nur an dem Tag, an dem Magda verschwindet, war es ja den ganzen Tag unterwegs und wird sie also nicht zu seiner Geliebten mitgenommen haben - oder vielleicht doch, weil sie eine gemeinsam Bekannte ist?



    Ja, es ist eigenartig, dass Magda weg ist und es keine Nachricht o.ä. gab. Leider deutet das aus meiner Sicht sehr stark darauf hin, dass sie nicht mehr lebt.


    Das befürchte ich leider auch.

    Zitat

    Von den Ehepartnern scheint Martin der Hysterische zu sein, der Tobsuchtsanfälle etc. bekommt, auch wenn er nach außen ganz anders wirkt.


    Bei Martin habe ich ein sehr ungutes Gefühl ... an einer Stelle wird auch mal angedeutet, dass er etwas "noch Schlimmeres" getan hat (ich finde die Stelle leider nicht mehr).
    Daher könnte ich mir auch vorstellen, dass er Asa und seine Tochter bei seinen Ausrastern schon geschlagen hat.

    Zitat

    Und was ist mit Katja, sie war doch auch Schulschwester an Magdas Schule. Irgendwie hängt das alles miteinander zusammen!


    Ich bin auch schon sehr neugierig zu erfahren, wie Katja hier ins Spiel kommt.

  • Eine sehr interessante Geschichte. Besonders gefällt mir, dass der Leser verschiedene Sichtweisen ( 4 verschiedene Personen und auch andere zeitliche Erzählperspektiven ) erhält.
    Zunächst also die Mutter, Asa. Mich erstaunt, dass sie so gefasst ist. Ihre Tochter ist vor einigen Monaten verschwunden und sie scheint mir relativ überlegt zu handeln. Sie denkt nach und sucht nach Hinweisen, indem sie - zumindest örtlich -in die Rolle des Täters schlüpft und von einem nahegelegenen Waldstück ihr Haus beobachtet. Dort könnte er gestanden haben ... an dem Tag ... Obwohl Asa ja Psychologin ist, finde ich, sie hat damit eine zu distanzierte Beziehung zu der Sache. Zu Beginn des Erzählabschnitts in Kapitel 1 ist sie wieder einmal in dem Waldstück in der Nähe des Hauses und Restaurants, von wo aus ihre Tochter verschwand.
    Ein wenig erinnert mich das Geschehen an den realen Vermisstenfall um Maddie McCann, auch hier waren ja die Eltern in einem Restaurant und das Kind verschwand aus dem Ferienappartement. Martha ist in dem Fall allerdings schon elf Jahre alt gewesen ...
    Die Beziehung der Eltern zueinander ist angespannt, ich würde es schon als Ehekrise bezeichnen, die sicherlich schon vor dem Verschwinden von Magda ihren Ursprung hat. Dass ein Kind in dem Alter von zuhause wegläuft, das halte ich für unwahrscheinlich.
    Asa will unbedingt ihre alten Patientenakten einsehen - hier frage ich mich: Was sucht sie da? Welche Vermutung hat sie? Dass einer ihrer früheren Fälle etwas mit Magdas Verschwinden zu tun hat?


    Im zweiten Kapitel kommt Tom zu Wort, Martins "loyaler" Arbeitskollege. Der Zeitrahmen dieses Erzählstrangs ist direkt nach Magdas Verschwinden angesetzt. Tom ist ebenfalls ein merkwürdiger Charakter. Gerade von seiner Freundin verlassen erfährt er nun vom Schicksal seines Chefs Martin. Den scheint er ja geradezu auf eine ungesunde Art zu vergöttern. Nun gut, sein Job hängt auch an Martins Arbeit im Verlag. Aber er hat Martin schon von Beginn an bewundert und wünschte sich ein Leben gleicher Art - und auch Kinder ...
    Es wird klar, dass Martin etwas verheimlicht - dass am Tag von Magdas Verschwinden Lücken im Tagesablauf klaffen - 2 Stunden fehlen, wo war Martin? Tom weiß darum und auch sonst könnte er der Polizei bei seinem Verhör mehr über Martin erzählen. Seine Wutausbrüche, sein merkwürdiges Verhalten an dem Tag, an dem Magda verschwand. Er tut es aber nicht. Will er Martin schützen?


    Auch die Polizei verdächtigt Martin und Asa bzw. ermittelt auch in diese Richtung. Beide scheinen sehr gefasst zu sein, nicht nur bei dem Interview fürs Fernsehen.


    Tom durchsucht Martins Büro und findet Zeichnungen Magdas. Es sind vier Blätter mit Labyrinthen, er meint, es sei für ein Kind in diesem Alter merkwürdig,so etwas zu zeichnen. ( finde ich jetzt nicht ... aber dennoch- ein Hinweis ? )


    Alles sehr mysteriös.


    Mir gefällt das Buch bisher ausnehmend gut. Ich habe keine Ahnung, in welche Richtung ich geführt werde. Toller Schreibstil, vielschichtig und spannend!

    Einmal editiert, zuletzt von irmi_bennet ()

  • Dann ist da Tom, der Martin total bewundert und deswegen der Polizei Informationen vorenthält, um Tom zu schützen.


    Das alleine ist ja schon bedenklich, aber nicht unverständlich. Dann ist da noch die Rede von einem Geheimnis.
    Was das wohl sein kann? Ist Tom bisexuell? Es fühlt sich eigentlich so an, aber da kann auch etwas ganz anderes dahinter stecken.


    ;) Meinst Du, weil Tom einmal erwähnt, dass er Martins Geruch liebt? Das fand ich auch schon grenzwertig ...

  • Es scheint so einiges darauf hin zu deuten, dass Toms Verhältnis zu Martin merkwürdig ist. Beinahe obsessiv.
    Ich frage mich, was dahinter steckt. Und warum hat Martin Tom eingestellt? Wie ist er auf ihn gestoßen?


    Kommt da Katja ins Spiel?


    Es gibt zwar so junge Ausreißer, aber die packen normalerweise Klamotten und Kram ein bevor sie abhauen. magda scheint das nicht gemacht zu haben.


    Sie scheint aber auch ein merkwürdiges Kind zu sein.

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  • Tom beginnt dann auch richtig zu "ermitteln" - er befragt 2 Kinder, die mit Magda zur Schule gingen und spielten.
    "Sie spielt immer allein" ( ja, Magda ist wohl etwas anders )
    Daraufhin führen sie Tom ja zu dem Labyrinth im Wald, hierher hat sich Magda immer zurückgezogen.
    Tom kontaktiert die Künstlerin, die dieses Labyrinth aus Kieseln in den 80ern erschaffen hat, um zu erfahren ob es noch weitere Kunstwerke dieser Art in der Nähe gibt. Magda war offenbar richtig besessen von Labyrinthen.
    Hier erfährt er, dass auch Martin mit ihr gesprochen hat.
    Er wolle ein Buch über Labyrinthe schreiben ...


    Ich fand das schon sehr spannend. Hat Martin nur die gleichen "Ermittlungsansätze" wie Tom, oder hat er sich wirklich mit derTheamtik "Irrgarten" auseinander gesetzt?


  • Ich fand das schon sehr spannend. Hat Martin nur die gleichen "Ermittlungsansätze" wie Tom, oder hat er sich wirklich mit derTheamtik "Irrgarten" auseinander gesetzt?


    Gute Frage. Ich könnte mir beides vorstellen. Vielleicht hat einer seiner Autoren das zum Thema und er forscht nach?

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  • Es scheint so einiges darauf hin zu deuten, dass Toms Verhältnis zu Martin merkwürdig ist. Beinahe obsessiv.
    Ich frage mich, was dahinter steckt. Und warum hat Martin Tom eingestellt? Wie ist er auf ihn gestoßen?


    Dass Katja neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit als Schulschwester an Magdas Schule arbeitet, wird bisher noch nicht erwähnt, das findet man bisher nur im Klappentext. Da müssen wir uns noch etwas gedulden ...
    Wir wissen nur, dass sie ganztags als Schulkrankenschwester tätig ist.
    Tom hatte mal ein Praktikum bei dem Verlag gemacht, offenbar aber noch zu seiner Abiturzeit.
    Martin behauptet ja, ihm habe der Blog gefallen und das, was Tom dort schrieb ... keine Ahnung.
    Mal sehen, ob Martin irgendeine Verbindung zu Katja hat.
    Könnte ja sein ...


  • Ah, den Klappentext habe ich nicht gelesen (das mache ich nur einmal, um zu entscheiden ob mich ein Buch interessiert, und dann nicht wieder wenn ich das Buch habe).


    Ich hatte mich nur auf die Posts hier im Thread bezogen, ich dachte, ich hätte das irgendwie übersehen. :err:


    Das mit Toms Praktikum war mir bewusst, aber hat Martin ihn damals tatsächlich registriert? Ich glaube nicht.
    Das mit dem Blog könnte schon eher sein, zumal der wohl sehr bekannt war. Aber trotzdem, es mutet merkwürdig an.

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  • irgendwie hat mich die Geschichte auch nach 100 Seiten noch nicht gepackt. :gruebel:


    Wie Asa reagiert, ist ja sehr diffus. Was will sie damit erreichen, wenn sie versucht, sich in den Entführer der Tochter hinein zu versetzen? Gut, als Psychologin analysiert man bestimmt vieles und auch tiefgründig, aber ich käme trotzdem nicht auf die Idee, nachts durch die Gegend zu laufen und zu versuchen, mich in das Denken des Täters hinein zu versetzen.
    Auch ist doch gar nicht heraus, ob Magda wirklich entführt wurde. Es gab doch nie eine Meldung oder einen Erpresserbrief oder Anruf diesbezüglich. Erklärt auch mit, warum die Polizei von Mord ausgeht durch den Vater. Wobei ich das ja nicht glaube.


    Schlimm finde ich, dass sie Martin die Schuld gibt. Ich nehme mal an, es geht dabei darum, dass er, als er nach ihr sehen sollte, nicht ins Haus gegangen ist und sich persönlich davon überzeugt hat, dass es Magda gut geht. Aber hätte das einen großen Unterschied gemacht, ob sie jetzt oder erst in einer Stunde entdecken, dass Magda weg ist?


    Bei ihrer Erzählweise ist es ja schon 11 Monate her, als Magda verschwand.
    Bei der Erzählweise von Tom erst ein paar Tage.


    Ist er wirklich mehr als nur ein Mitarbeiter von Martin oder würde ER das nur sehr gerne sehen?
    Irgendwie komisch, dass ein Mann einen anderen Mann so nachäfft. Und seinen Geruch gut findet.
    Na, wer weiß, was hier die wahren Gründe sind. Auf alle Fälle ist er ja von der Unschuld von Martin überzeugt und versucht, diese auch zu verteidigen bzw. sucht nach der Wahrheit, um ihn zu entlasten.
    Trotzdem ist irgendwie komisch.
    Ich bin mal gespannt, wie Martins Sicht der Dinge ist.



    Magda ist schon etwas anders als andere Mädchen in ihrem Alter. Ich dachte da gleich an eine leichte Form von Autismus oder Asperger Syndrom bei ihr. So ohne soziale Kontakte suchend und immer alleine spielen wollend. Das Zeichnen von Labyrinthen finde ich jetzt nicht so auffällig. Der eine zeichnet Mangas ohne Ende und sie malt eben Labyrinthe.


    Allerdings scheint sie sich ja von dem Platz im Wald magisch angezogen zu fühlen. Sie spielen dann wohl doch eine größere Rolle in ihrem Leben und umsonst heißt das Buch ja auch nicht so.

    Liebe Grüße Yvonne<br /><br /><br />Lesen heißt&nbsp; durch fremde Hand träumen ( Fernando Pessoa )<br /><br />Mein Buchblog <br />Ein Anfang und kein Ende

    Einmal editiert, zuletzt von Idefix ()

  • Das mit Toms Praktikum war mir bewusst, aber hat Martin ihn damals tatsächlich registriert? Ich glaube nicht.
    Das mit dem Blog könnte schon eher sein, zumal der wohl sehr bekannt war. Aber trotzdem, es mutet merkwürdig an.


    Ich denke das auch, dass Martin Tom damals nicht wirklich wahr genommen hat. Was hat er getan, um sich so in Erinnerung zu behalten bei Martin?


    Aber merkwürdig und ein wenig viel Zufall ist es trotzdem, dass ausgerechnet Martin Tom zum Vorstellungsgespräch bittet - hätte umgedreht eher eine Logik ergeben und wäre nachvollziehbar gewesen.

    Liebe Grüße Yvonne<br /><br /><br />Lesen heißt&nbsp; durch fremde Hand träumen ( Fernando Pessoa )<br /><br />Mein Buchblog <br />Ein Anfang und kein Ende


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    Schlimm finde ich, dass sie Martin die Schuld gibt. Ich nehme mal an, es geht dabei darum, dass er, als er nach ihr sehen sollte, nicht ins Haus gegangen ist und sich persönlich davon überzeugt hat, dass es Magda gut geht. Aber hätte das einen großen Unterschied gemacht, ob sie jetzt oder erst in einer Stunde entdecken, dass Magda weg ist?


    Stand da nicht, er wäre ins Haus gegangen, aber nicht ins Zimmer? Und gibt Asa ihm die Schuld? den Eindruck hatte ich eigentlich nicht.

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  • Sorry, dass ich erst so spät einsteige, ich hatte zwei Tage Workshop und der hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Ich gebe allerdings auch zu, dass mich das Buch noch nicht so richtig fesselt.


    Ich finde es auch gut, dass die Geschichte aus vier Perspektiven beleuchtet wird und auch zeitlich versetzt ist. Die Wahrnehmungen sind dadurch total subjektiv und im Prinzip kann man ständig zweifeln, da ja jeder anders interpretiert, empfindet und einordnet.


    So geht es mir nämlich auch mit Asa und Tom und der vorherrschenden Meinung hierzu.
    Ich fange mal in umgekehrter Reihenfolge an: Tom. Für mich zeigt er das Verhalten von einem Stalker. Man darf hier eben nicht vergessen, dass es seine Sicht ist. Er kommt sich besonders vor, weil er zu Asa und Martin eingeladen wurde, aber woher wissen wir denn, dass Martin das nicht mit allen neuen Kollegen oder zumindest mal ab und zu mit anderen Kollegen macht? Tom ist ja schließlich erst zwei Monate dabei. Und woher weiß man, ob Tom tatsächlich der einzige Vertraute von Martin ist? Martin kann in seinem Büro ja noch ganz anderen Leuten Vertrauen geschenkt haben. Vor allem, wenn man eine Aussage von Asa mit einbezieht (der man natürlich auch nicht 100% trauen kann), dass Martin sich gerne hervor tut und bewundert werden möchte - da ziehe ich mir doch den jungen, unerfahrenen Kollegen her, beeindrucke ihn ein bisschen und hab mir jemand geschaffen, der mir hechelnd hinterher läuft.
    Ganz klar ist, dass Tom total egal ist, was mit Magda passiert ist - es geht ihm nur darum, dass Martin ihn bemerkt, wie auch immer.
    Ich weiß ja nicht, wie verquer sein Selbstbild ist, aber ich könnte ihn mir gut vorstellen, als Magdas Entführer/Mörder, weil sie ihm in seiner wie auch immer gearteten Beziehung zu Tom im Weg steht. Ich weiß allerdings eben nicht genau, ob er das so aus seinen Gedanken verdrängen könnte...


    Und nun noch zu Asa, die bei vielen wohl keine Pluspunkte sammeln konnte. Aber letztendlich ist es doch so, dass jeder Mensch unterschiedlich mit Stress, Angst, Sorge, Trauer, etc. umgeht. Wenn Asa damit eben eher distanziert umgeht, heißt das ja noch lange nicht, dass sie nichts empfindet. Sie muss vielleicht so reagieren, weil sie nicht anders damit umgehen kann, weil sie sonst zerbricht, verrückt wird. Dass sie nun die Schritte des Täters nachgeht und versucht eigene Ermittlungen aufzunehmen ist für einen Krimi ja nicht so sehr ungewöhnlich. Es ist die Verzweiflung, weil die Experten eben nicht weiterkommen.


    Magda kommt mir auch ein wenig seltsam vor. Klar, man erlebt sie nur in den Erzählungen/Gedanken der anderen, aber irgendwie scheint sie schon ein seltsames Kind gewesen zu sein. Ob sie mit 11 von zu Hause abgehauen ist? Hmm... also wenn sie das tatsächlich geplant hätte, hätte sie doch bestimmt was mitgenommen? Zumindest ein paar Kleidungsstücke oder so? Wenn es eine Kurzschlussreaktion war und tatsächlich ohne alles gegangen ist - wie lange hätte sie effektiv draußen überleben können, wenn sie nicht jemandem in die Arme läuft? Manche Kinder sind ja pfiffig, aber Magda scheint mir da eher sehr ruhig. Vielleicht hat sie einen Ausflug zum Labyrinth gemacht und jemand hat sie dort aufgegriffen??


    Gespannt bin ich jetzt dann auf Martin. Er ist ja wohl immer noch verdächtig und er hat auch definitiv Geheimnisse. Ich vermute auch eine Affäre, aber wer weiß? Vielleicht steckt ja was ganz anderes dahinter.

    Grüßle, Christina

  • Und nun noch zu Asa, die bei vielen wohl keine Pluspunkte sammeln konnte. Aber letztendlich ist es doch so, dass jeder Mensch unterschiedlich mit Stress, Angst, Sorge, Trauer, etc. umgeht. Wenn Asa damit eben eher distanziert umgeht, heißt das ja noch lange nicht, dass sie nichts empfindet. Sie muss vielleicht so reagieren, weil sie nicht anders damit umgehen kann, weil sie sonst zerbricht, verrückt wird. Dass sie nun die Schritte des Täters nachgeht und versucht eigene Ermittlungen aufzunehmen ist für einen Krimi ja nicht so sehr ungewöhnlich. Es ist die Verzweiflung, weil die Experten eben nicht weiterkommen.


    Mit Asas Art, mit ihrer Verzweiflung umzugehen habe ich gar nicht das Problem, wohl aber mit ihrer Idee von Erziehung. :winken:

    Was ist wertvoller, Wissen oder Fantasie? Es ist die Fantasie, denn das Wissen hat Grenzen.&nbsp; - Albert Einstein

  • Stand da nicht, er wäre ins Haus gegangen, aber nicht ins Zimmer? Und gibt Asa ihm die Schuld? den Eindruck hatte ich eigentlich nicht.


    Das hatte sie ihm doch an den Kopf geworfen

    Liebe Grüße Yvonne<br /><br /><br />Lesen heißt&nbsp; durch fremde Hand träumen ( Fernando Pessoa )<br /><br />Mein Buchblog <br />Ein Anfang und kein Ende