Michel Bussi - N'oublier jamais - Die Frau mit dem roten Schal

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Beschreibung
    Jamal sieht zuerst nur den roten Schal. Dann die verzweifelte junge Frau, die am Rand der Klippen steht. Er will sie retten, wirft ihr den Schal zu. Doch die Frau springt. Und niemand glaubt ihm seine Geschichte, denn es sind bereits zwei Frauen zu Tode gekommen, nach exakt dem gleichen Muster. Verzweifelt versucht Jamal zu beweisen, dass er nichts mit dem Tod der Frau zu tun hat, aber alles spricht gegen ihn. Und schon bald weiß er selbst nicht mehr, was wahr ist und wem er noch vertrauen kann …


    Meine Meinung
    Jamal Salaoui trainiert in der Normandie für ein Rennen. An einem frühen Morgen begegnet er oben auf den Klippen einer verzweifelten Frau. Trotz seiner Bemühungen kann er sie nicht retten, sie springt vor seinen Augen in den Tod. Er hat sie nicht gestossen, er hat sie nicht gewürgt. Natürlich nicht! Oder? Wird die Polizei ihm glauben?


    Nicht sicher. Im Jahre 2004 wurden zwei Frauen erwürgt und genau an dieser Stelle von den Klippen gestossen. Ist Jamal dieser Klippenmörder, nach dem die Polizei seit zehn Jahren ergebnislos gesucht hat? Jamal fängt seine eigenen Ermittlungen an und bringt so unglaubliche Einzelheiten ans Licht, dass er nach und nach an seinem Verstand zweifelt. Als Leser konnte ich mir zwar denken, dass Jamal manipuliert wird, aber erst als ich das Buch durchgelesen hatte, habe ich die vielen kleinen Hinweise im Buch als solche erkannt. Auf die Lösung bin ich nicht gekommen.


    "N'oublier jamais" liest sich leicht und angenehm, es ist ein intelligenter, spannender verzwickter Kriminalfall mit vielen Wendungen, der mir jedoch deutlich besser gefallen hätte, wenn 200 von den über 500 Seiten gekürzt worden wären. Durch diese Längen ist das Buch nur mittelmässig und für mich das bisher schwächste von Michel Bussi.


    3ratten

  • >>Die Frau mit dem roten Schal<< von Michel Bussi


    Jamal ist in der Normandie und genießt dort seinen Urlaub. Eines Morgens als er dort an den Klippen entlang joggt, trifft er auf eine wunderschöne junge Frau, die seltsam am Abgrund steht. Als er begreift das sie wirklich springen will, wirft er ihr einen roten Schal zu und möchte das sie sich daran festhält. Die junge hübsche Frau fällt dennoch in die Tiefe, mit dem roten Schal. Er wird von der Polizei verhört und wie auch immer wurden an der Toten Spuren von Jamal gefunden und Jamal steht unter Mordverdacht, da die junge Frau vergewaltigt und erwürgt worden ist.
    Jamal erzählt uns das meiste der Geschichte aus seiner Sicht, dann gibt es noch Zeitungsausschnitte und Polizeiberichte und es geht auch noch 10 Jahre zurück in die Vergangenheit, wo bereits damals zwei andere Frauen den Tod fanden. Eine von den beiden sah der heutigen Frau zum Verwechseln ähnlich und irgendwie hat sich genau diese Geschichte von damals wiederholt. Ist Jamal ein Serientäter ?
    Michel Bussi schafft es alle Fäden am Ende logisch zusammenzuführen und die Lösung an sich konnte mich wirklich noch Überraschen. Aber der Weg dort hin war mir zu ruhig und auch zu wenig Gefühle vorhanden. Die Handlungen konnte ich nicht alle nachvollziehen und einiges war schlecht ausgedrückt und ich als Leser hatte Probleme mir die Handlung vorzustellen. Mir persönlich hatte das Buch zu viele spürbare längen und ich war froh, endlich am Ende der Geschichte anzukommen, weil sich auch keine richtige Spannung bei mir aufbauen konnte. Der Schreibstil ist meist flüssig und angenehm zu lesen, wenn man eine "länge" überstanden hat. Ich mag zwar auch ruhigere Krimis und Romane, aber hier hat mir einfach etwas gefehlt und Jamal hat die Geschichte einfach zu TROCKEN erzählt.


    3ratten

  • Bei seinem täglichen Training sieht Jamal eine Frau auf den Klippen stehen. Ihr Kleid ist zerrissen und sie wirkt sehr verstört. Jamal redet ihr zu und wirft ihr das Ende eines roten Schals, den er zuvor im Zaun gefunden hat, hinüber, um sie zurückzuziehen von der gefährlichen Kante. Doch sie springt. Am Strand unterhalb der Klippen wird die Frau von Spaziergängern gefunden. Der Schal ist um ihren Hals geknotet. Zunächst wird Jamal als Zeuge vernommen, doch dann gibt es Hinweise, die ihn verdächtig machen. Er will seine Unschuld beweisen, aber immer mehr verstrickt er sich in die Geschichte.
    Der Schreibstil ist gut und flüssig zu lesen. Die Handlung wird aus Jamals Sichtweise beschrieben, ergänzt wird das durch Zeugenaussagen, Akten, Zeitungsartikel und Briefe.
    Beim Erzählen dieser Geschichte wird sehr viel zwischen den Zeiten gesprungen. Das ist am Anfang recht verwirrend, diese Verwirrung legt sich aber bald. Man weiß aber nicht, welchem der Zeuge man Glauben schenken kann. Selbst Jamal verliert immer mehr das Vertrauen in sich selbst. Er trifft eine Frau, die ihm helfen will. Doch kann er ihr vertrauen?
    Geschickt hält der Autor einen bei der Stange. Er produziert Vorstellungen, suggeriert und führt einen immer wieder in die Irre. Ein wenig kommt man sich vor wie Jamal, mit dem auch gespielt wird. Das Schicksal und die Menschen scheinen sich gegen ihn verschworen zu haben, doch wie soll er die Wahrheit herausfinden, wenn er an sich selbst zweifelt. Wer lässt ihm die Informationen aus der Vergangenheit, als es ähnliche Fälle gab, zukommen? Warum erhält er diese Informationen erst nach und nach? Warum wird nirgendwo über „seine“ Tote berichtet? Weshalb sind Zeuge plötzlich verschwunden? Kein Wunder, dass Jamal an seinem Verstand zweifelt
    Jamal ist ein sympathischer junger Mann, aber auch ein wenig introvertiert. Obwohl er eine Beinprothese trägt, will er ein großes Rennen bestreiten. Dafür trainiert er emsig, denn er will sein Ziel auf jeden Fall erreichen. Ich habe mit ihm gefiebert und gelitten. Auch die anderen Personen in dieser Geschichte hatten alle etwas Besonderes.
    Das Cover hat mich gleich angesprochen, auch wenn das Bild nicht unbedingt zum Titel passt.
    Auch wenn manches ein wenig unwahrscheinlich erschien, hat mich die Geschichte gefesselt, denn ich hatte einiges erwartet, aber nicht dieses Ende.
    Eine geheimnisvolle und spannende Geschichte.


    4ratten

  • Jamal Salaoui ist ein junger Mann, er eine Beinprothese trägt und dennoch aller Welt zeigen möchte, dass er es trotz dieses Handicaps zum Leistungssportler bringen kann. Als er eines Morgens für einen Ultramarathon trainiert, sieht er einen roten Schal. Kurz darauf entdeckt er eine verzweifelte Frau in einem zerrissenen Kleid, die auf einer Klippe steht und kurz davor ist, in den Tod zu stürzen. Beherzt versucht Jamal die junge Frau zu retten, wirft ihr den Schal zu - doch die Frau springt.
    Als wäre das Erlebte nicht schon traumatisch genug: die Polizei glaubt Jamal nicht. Und der Läufer muss sich nicht nur eines Mordverdachts erwehren - er wird gleich mit dreien konfrontiert, da bereits eine Jahre zuvor zwei Frauen nach dem selben Muster zu Tode kamen...
    Jamal versucht immer verzweifelter seine Unschuld zu beweisen, doch schon bald muss er feststellen, dass er sehr vorsichtig sein muss, wem er vertraut und wem besser nicht.


    Noch nie zuvor habe ich ein Buch von Michel Bussi gelesen, aber nach dieser Lektüre habe ich beschlossen, dass sich das dringend ändern muss, denn der Autor beherrscht es perfekt, ein Vexierspiel für den Leser zu erschaffen. Gleich zu Beginn mögen die Wechsel der Erzählperspektive noch etwas verwirrend sein, aber ich war nahezu sofort in den Bann der Geschichte gezogen: Bussi setzt aus Polizeiberichten, Tagebucheinträgen und Schilderungen des Ich-Erzählers Jamal ein sehr mysteriöses Bild zusammen und gewährt nur langsam etwas Licht, damit man dieses besser begreifen kann... Auch als Leserin habe ich das ein oder andere Mal gezweifelt - da hilft wirklich nur gründliches Lesen, denn der Autor hat diese Geschichte so perfekt gestrickt, dass jedes noch so kleine Detail eine Rolle spielt - oder vielleicht doch nicht?
    Dabei ist Bussis Sprache eigentlich sehr reduziert; konzentriert auf die Verwirrung, die Frage, wem oder was kann man trauen... Dabei schafft er es fast schon nebenbei, mein Kopfkino einzuschalten und die Handlung und Figuren - allen voran natürlich Jamal, aber auch Mona - fast schon greifbar ablaufen zu lassen. Mich hat dieses Buch wirklich gefangen gehalten und nicht nur einmal habe ich baff gestaunt, welche Wendungen des Autor nimmt. Die Geschichte ist wirklich von Anfang bis Ende durchdacht und wirkt dabei keineswegs überkonstruiert oder auch nur einen Hauch bemüht. Nein, Michel Bussi versteht sein Handwerk und setzt dem Ganzen mit dem Ende noch das i-Tüpfelchen auf. Chapeau!


    Fazit: "Die Frau mit dem roten Schal" hat mich mit seinem Verwirrspiel, seinen Täuschungen und seinen Wendungen von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Keine Ahnung, wie häufig ich mich auf der richtigen Fährte wähnte, dann von Zweifeln übermannt wurde ums mir eine neue Spur gesucht habe - um dann wieder festzustellen, dass ich nicht richtig liege... Ein gekonnter Pageturner, in einer sehr konzentrierten Sprache. Für mich sind die Bücher des Autors hiermit auf die Wunschliste gewandert.


    5ratten

    Liebe Grüße

    Tabea

  • Nur wenige Sekunden sind es, die Jamals Leben komplett auf den Kopf stellen. Beim Joggen in einem normannischen Badeort trifft er auf eine bildschöne junge Frau, die in einem zerrissenen Kleid am Klippenrand steht, einen roten Schal in den Händen, und offenbar kurz davor ist, hinunterzuspringen. Jamal versucht, sie von dem tödlichen Sprung abzuhalten, will sie mit Hilfe des Schals auf sichereren Boden ziehen, doch vergebens, sie stürzt, zig Meter tief auf den Kiesstrand.


    Jamal ist völlig außer sich. Doch es kommt noch schlimmer - bevor er überhaupt eine Chance hat, das traumatische Erlebnis zu verarbeiten, findet er sich plötzlich unter Mordverdacht gestellt. Die Beweislage spricht unmissverständlich gegen ihn, auch wenn es da Indizien gibt, die so eigentlich gar nicht existieren dürften. Je mehr sich die Schlinge für ihn zuzieht, umso stärker beginnt er an seinem Verstand zu zweifeln und fragt sich, ob er am Ende wirklich in geistiger Umnachtung die junge Frau getötet hat.


    Gleichzeitig erhält er immer wieder detaillierte Hinweise auf zwei sehr ähnliche Todesfälle, die sich zehn Jahre zuvor ereignet haben, einer sogar am gleichen Ort. Todesfälle, die der damalige Ermittler nie ganz ad acta gelegt hat. Jamal spürt immer mehr, dass er in dieser Sache sich auf niemanden verlassen kann, und versucht, auf eigene Faust so viel wie möglich herauszufinden, aber je mehr er erfährt, umso rätselhafter wird das Ganze.


    Als unschuldiger Mordverdächtiger allein auf weiter Flur zu stehen, ist eine üble Extremsituation, die man keinem wünscht, schon gar nicht dem einbeinigen Sportler, der sich in seinem jungen Leben schon gegen so einige Widrigkeiten behaupten musste und dabei dennoch nie seinen Humor, seine Phantasie und sein Faible für versponnene Geschichten verloren hat.


    Jamal wird übel mitgespielt (wie übel genau, kristallisiert sich erst mit der Zeit heraus), und es ist ziemlich nervenaufreibend, mitzuverfolgen, wie sich immer wieder Spuren unerklärlicherweise im Sand verlaufen, die er für hieb- und stichfest gehalten hatte, und wie er immer wieder an seinen wenigen vermeintlichen Verbündeten zweifeln muss. Lange Zeit fragt man sich, wie zur Hölle das alles so sein kann, wie es ist, und stellt irgendwann dann notgedrungen auch Jamals Zuverlässigkeit als Erzähler in Frage. Das hat der Autor ziemlich gewieft angestellt.


    So viel zu den Vorzügen des Buches, das schnell in seinen Bann zieht, so dass man immer wieder nur noch ein weiteres kurzes Kapitelchen lesen möchte und plötzlich schon die Hälfte hinter sich hat.


    Leider gab es aber auch einiges zu bemängeln. Die Dialoge klingen häufig hölzern (inwieweit das der Übersetzung geschuldet ist, kann ich natürlich nicht beurteilen), die Beschreibung der Figuren wirken gerne schablonenhaft, und bei aller Spannung erscheint die Story ab einem gewissen Punkt wie aus einem Hollywood-Popcornthriller abgekupfert, mit heftigen Gewaltausbrüchen und der üblichen attraktiven Dame, die für ein bisschen erotisches Prickeln zwischendurch sorgt (und die Frage aufwirft, wieso zwei einander bis kurz zuvor noch völlig unbekannte Menschen, von denen mindestens einer unter extremem Druck steht, in solchen Thrillern immer mir nichts, dir nichts in die Kiste hüpfen müssen. Das ging hier ein bisschen sehr schnell.)


    Als sich erste Hinweise auf eine mögliche Auflösung andeuten, merkt man außerdem, wie konstruiert und übertrieben der Plot ist, streckenweise sogar regelrecht unglaubwürdig. Wer darüber hinwegsehen kann bzw. mag (oder noch nicht so viele Thriller gelesen und gesehen hat), kann sich damit sicherlich trotzdem gut unterhalten und wird am Ende mit einem Knalleffekt belohnt, der wiederum so nicht vorherzusehen war.


    3ratten

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.

    Leonard Cohen