David Levithan - Letztendlich sind wir dem Universum egal

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Es gibt 8 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von HoldenCaulfield.

  • David Levithan - Letztendlich sind wir dem Universum egal


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    Klappentext:


    A hat keine Freunde, keine Familie, kein Zuhause - und keinen eigenen Körper. Er ist nie länger als einen Tag dieselbe Person. Mal männlich, mal weiblich taucht er in die unterschiedlichsten Leben ein. Das ist sein Alltag, etwas anderes kennt er nicht. Doch dann lernt er Rhiannon kennen und verliebt sich unsterblich in sie. Und auf einmal wünscht er sich mehr Kontinuität, als das Universum ihm zugesteht.


    Meine ersten Leseeindrücke:


    Das Buch beginnt sehr direkt mit dem Tag, als der namenlose Ich-Erzähler (später A) im Körper von Justin, Rhiannons Freund, erwacht. Bis dahin verfolgte er die Taktik, möglichst wenig im Leben der Personen, deren Leben er jeweils einen Tag lang führt, zu verändern. Doch nachdem er sich in Rhiannon verliebt hat, versucht er auch in Gestalt anderer Personen, sie wiederzusehen - was natürlich zu Problemen führt, aber auch zu einer persönlicheren Beziehung (mit Rhiannon), als er sie jemals zu einem Menschen hatte.


    Die Grundidee des Buches ist interessant und originell. Mal außer Acht gelassen, dass es reine Phantastik ist, von einem Körper in einen anderen zu wechseln, und auch wenn es möglich wäre, könnte sich auf diese Weise wohl kaum eine menschliche Persönlichkeit entwickeln. Doch wenn man dies mal hinnimmt, macht A durch das Eintauchen in andere Leben jede Menge verschiedenster Erfahrungen, und ist auch immer dem Allgemeinen auf der Spur, das alle Menschen verbindet.


    Doch menschliche Beziehungen wie Liebe oder Freundschaft lassen sich so nicht erleben, und deshalb wird es spannend, als A Kontakt mit Rhiannon aufnimmt. Ich verfolge mit Spannung die Entwicklung der freundschaftlichen Beziehung zwischen A und Rhiannon und auch die anderen Probleme, die sich aus As Handeln ergeben haben - so wird er von fanatischen Christen für den Teufel gehalten, nachdem einer der Jugendlichen, deren Körper A für einen Tag innehatte, glaubt, von einem Dämon besessen gewesen zu sein.


    Die Personen, deren Körper A quasi besetzt, sind alle in seinem Alter (16 Jahre), mal männlich mal weiblich, und scheinen alle in den USA in einem Umkreis von ein paar Autostunden zu leben. So wird es überhaupt erst möglich, dass er sich mehrmals mit Rhiannon trifft. Ich bin gespannt, ob er eines Tages auch mal in einem völlig anderen Land aufwacht.

    Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden (R. Luxemburg)

    Was A über B sagt, sagt mehr über A aus als über B.

  • Ich stelle gerade fest, dass ich hier ja gar keine abschließende Meinung veröffentlicht habe. Ich will mal versuchen, das nachzuholen. 2015 habe ich das Buch gelesen und mit drei Leseratten bewertet. Warum so wenige? Momentan höre ich das Buch noch einmal als Hörbuch, da ich mich an das Ende nicht genau erinnern kann und demnächst die Fortsetzung ("Letztendlich geht es nur um dich") lesen möchte.


    Die Ausgangssituation - eine körperlose Seele, die jeden Tag in einem neuen Körper aufwacht - finde ich nach wie vor interessant, wenngleich ein bißchen unrealistisch. Niemand könnte auf diese Art zu den Gedanken kommen, die A sich macht. Doch als Gedankenexperiment ist es akzeptabel, und es werden Fragen gestellt wie die, was Liebe ausmacht, wie weit wir uns in das Leben anderer Menschen einmischen dürfen, und warum was uns dazu bringt, so oder anders zu handeln, Gutes zu tun oder Verbrechen zu begehen. Also der Motor für unsere Entscheidungen. Für ein Jugendbuch recht sinnvolle Gedankenanstöße, wenn die Jugendlichen sie weiterdenken.

    Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden (R. Luxemburg)

    Was A über B sagt, sagt mehr über A aus als über B.

  • Nun habe ich das Hörbuch zuende gehört und weiß wieder, warum ich das Buch beim ersten Lesen nur mit drei Leseratten bewertet habe. Allzu vieles bleibt am Ende im Ungewissen, wird nicht zu einer Auflösung oder Erkenntnis geführt, und vieles bleibt oberflächlich. Gerade was den Themenkreis des "Bösen" betrifft (vertreten durch "A"s Kontakte und Gespräche mit Pastor Poole und Nathan), hätte ich mir da mehr und Differenzierteres erwartet. Außerdem nahm für meinen Geschmack das Thema Homosexualität/Transsexualität überproportional viel Raum ein, wenn es ein Buch für alle Jugendlichen sein soll. Und vieles, was im Buch geschieht, ist halt auch typisch amerikanisch.


    Doch als Gedankenanstoß ist das Buch für Jugendliche ganz passabel. Es geht um die Liebe, um die Frage, warum man einen Menschen liebt und wie groß die Rolle ist, die Äußerlichkeiten dabei spielen, und auch darum, wie Menschen miteinander umgehen/einander achten, und um die Selbstfindung von Jugendlichen. Und eine wesentliche Erkenntnis gibt es zum Schluss doch noch. Bleibt zu hoffen, dass hierauf im Fortsetzungsband ("Letztendlich geht es nur um dich"), den ich als nächstes lesen werde, aufgebaut wird.


    Da ich mittlerweile so viele schlechtere Jugendbücher gelesen habe, ändere ich meine Bewertung auf


    4ratten

    Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden (R. Luxemburg)

    Was A über B sagt, sagt mehr über A aus als über B.

  • Gebundene Ausgabe: 399 Seiten

    Verlag: FISCHER FJB (27. März 2014)

    ISBN-13: 978-3841422194

    empfohlenes Alter: ab 12 Jahren

    Originaltitel: Every Day

    Übersetzung: Martina Tichy

    Preis: als HC vergriffen

    als Taschenbuch, als E-Book und als Hörbuch erhältlich


    Eine kunterbunte Geschichte um eine einzigartige erste Liebe


    Inhalt:

    A führt ein unstetes Leben. Seit der Geburt vor 16 Jahren wacht er jeden Morgen in einem anderen Körper auf. Mal verbringt er den Tag als Junge, mal als Mädchen. Er versucht stets, das Leben seines Wirts nicht allzu sehr durcheinander zu bringen, sondern sich anzupassen und nicht aufzufallen. Dies ändert sich, als er Rhiannon kennenlernt und sich Hals über Kopf in sie verliebt. Nun tut A alles, um mit ihr zusammensein zu können. Doch kann es eine gemeinsame Zukunft für die beiden geben? Kann Rhiannon A lieben, wenn er jeden Tag in einem anderen Körper feststeckt?


    Meine Meinung:

    Die Idee hinter dieser Geschichte ist schon mal sehr ungewöhnlich, und man muss sie einfach so hinnehmen. Man darf hier keine logischen Erklärungen für As Leben erwarten, denn die gibt es nicht, kann es gar nicht geben. Für jüngere Leser*innen ist dies auch sicher kein Problem.


    Fast wie in einem Tagebuch erzählt A von Tag 5994 bis Tag 6034 seines Lebens. Wir lernen in dieser Zeit sehr viele unterschiedliche Menschen kennen, in die A schlüpft, brave, rebellische, schöne, fette, sportliche, ehrgeizige, heterosexuelle, homosexuelle, transgender usw. Ich fand dies sehr interessant, denn man entwickelt dadurch viel Verständnis für die einzelnen Menschen, wenn man sie einen Tag lang in ihrem Alltag begleitet.


    Und über allem steht die einzigartige Liebe zwischen A und Rhiannon, die mit etlichen Problemen zu kämpfen hat und auf lange Sicht hoffnungslos wirkt. Denn während A Rhiannon in jedem seiner Körper liebt, zählt für Rhiannon nicht nur das Innere, also As Wesen, sondern eben auch das Äußere, der jeweilige Körper, so sehr sie sich auch etwas anderes wünscht.


    Mir hat diese kunterbunte Liebesgeschichte mit viel Gefühl wirklich gut gefallen.


    ★★★★★

  • Ein interessanter Ansatz. Ich frage mich, wie A sich fühlt, wenn er in einen Körper springt, der komplett das Gegenteil von seiner Persönlichkeit ist. Oder ist es so, dass er sich seinem Wirt anpasst?

    Man muss mutig sein, damit du die Angst überwindest, das Unmögliche möglich zu machen.

  • Er bleibt seiner eigenen Persönlichkeit schon treu, fühlt sich dann in dem aktuellen Körper ziemlich unwohl. Normalerweise passt er sich ganz gut an, sodass die Umwelt nicht mitbekommt, dass etwas anders ist. Wenn der Wirt aber zum Beispiel ein total fieser Typ ist, dann verhält A sich nicht fies, sondern versucht, sich samt seinem Wirtskörper etwas aus dem Tagesgeschehen zurückzuziehen, sodass er nicht in Situationen gerät, in denen er sich eigentlich fies verhalten müsste.

  • Kirsten

    Ich höre gerade das Hörbuch, da ich eigentlich kein großer Leviathan Fan bin, bin ich momentan noch etwas skeptisch. Aber mir gefiel die Idee so gut, das ich es zumindest mal ausprobieren wollte.

    Bisher kenne ich A nur in der Ausgangssituation, die die Handlung ins Rollen bringt. Ich bin mal gespannt, ob man merkt das sich eine Veränderung ergibt, wenn A den Körper verlässt und sich in anderem Körper dann weiterhin mit Rhiannon trifft.

  • Ich bin mal gespannt, ob man merkt das sich eine Veränderung ergibt, wenn A den Körper verlässt und sich in anderem Körper dann weiterhin mit Rhiannon trifft.

    Das stelle ich mir sehr spannend vor. Ich bin gespannt, was du darüber berichtest.

    Man muss mutig sein, damit du die Angst überwindest, das Unmögliche möglich zu machen.

  • Ich habe es einfach aufgegeben. Ich komme einfach mit Leviathans Erzählstil nicht klar. Ich hab es dieses Jahr immer wieder versucht, bin aber nie über ein paar Tracks weit gekommen. Ich kann ehrlich gesagt nicht mal genau benennen, was mich an Leviathans Schreibstil konkret stört. Ich lese oder höre Bücher von ihm und kann einfach nichts damit anfangen. Obwohl seine Ideen mich ansprechen und es theoretisch genau solche Bücher wären, die ich lesen möchte. Nur eben nicht von ihm.

    Aber gut, das war also mein letzter Versuch mit Leviathan, definitiv!